Navid Kermani Sozusagen Paris

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Inhaltsangabe zu „Sozusagen Paris“ von Navid Kermani

Ein Schriftsteller hat einen Roman geschrieben über die große Liebe seiner Jugend. Nach einer Lesung steht eine Frau vor ihm, die er nicht erkennt. Aber sie ist es trotzdem. Er ist jetzt Autor, sie ist seine Romanfigur – und aus dem jungen Mädchen von damals ist ganz offensichtlich eine interessante, auch anziehende, aber verheiratete Frau geworden. Die Situation wird etwas komisch: Man setzt sich zusammen, trinkt ein Glas Wein, redet über französische Liebesromane, fragt sich, was man von der Liebe erwartet, wenn man älter geworden ist, Juttas Mann sitzt im Nebenzimmer – wie soll das alles enden? Navid Kermani schreibt einen Liebesroman ganz eigener Art, tiefgründig, überraschend, witzig.

Selten so einen schlechten und mangelhaft lektorierten Roman gelesen. Es war eine Qual.

— Nikolaus_Klammer
Nikolaus_Klammer

Schwierige Sprache, konnte mich nicht fesseln.

— Sookie70
Sookie70

In einer langen Nacht wird in einer Kleinstadt und eben nicht in Paris nach 30 Jahren die Liebe und die Ehe ausführlich besprochen.

— Aliknecht
Aliknecht

Ein intellektuelles Spiel, das vor allem sprachlich besticht, thematisch aber zu sehr ausfranst.

— leselea
leselea

Ungewöhnlicher Roman über Bücher, die Liebe und das Schreiben.

— erinrosewell
erinrosewell

Fasznierendes und witziges Kammerspiel über das älteste Thema:Liebe

— rallus
rallus

Gut geschrieben, intelligent aufgebaut, kunstvoll, aber mich hat er nicht wirklich erreicht

— Bri
Bri

Ein Buch über die Ehe. Allerdings waren die Einschübe aus Werken französischer Schriftsteller interessant!

— Bibliomania
Bibliomania

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    Sozusagen Paris
    Sookie70

    Sookie70

    19. April 2017 um 08:07

    Nach dreißig Jahren trifft ein Autor seine alte Liebe wieder - die Hauptprotagonistin seines aktuellen Romans. Jutta ist mittlerweile Bürgermeisterin des Städtchens. Sie nimmt ihren alten Bekannten mit zu sich nach Hause, ganz ungezwungen, wie es scheint. Jutta lebt eigentlich ein bürgerliches Leben...Endlose, verschachtelte Sätze in der Ich-Perspektive verfasst, teils wirklich mühsam zu lesen, streckenweise furchtbar langatmig... Der Wille war da - aber der Funke will und will bei diesem Buch einfach nicht überspringen. Schade.

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  • Wangen wie Aprikosen

    Sozusagen Paris
    Aliknecht

    Aliknecht

    30. January 2017 um 12:46

    In einer langen Nacht wird die Liebe und die Ehe eingehend besprochen. Man befindet sich In einer Kleinstadt und eben nicht in Paris. Weltliterarische Autoritäten reden mit.   Klappentext: Ein junges Mädchen wie damals ist sie natürlich nicht mehr, aber der Erzähler ist ja auch nicht mehr der leidenschaftliche, etwas naive junge Mann, der so unsterblich in sie verliebt war. Er ist jetzt Autor, und sie ist seine Romanfigur geworden - und ganz offensichtlich eine interessante, attraktive und verheiratete Frau. Was wird aus einer goßen Liebe zwischen jungen Leuten, wenn man sich dreißig Jahre später wiedertrifft? Und was wird überhaupt aus der Liebe in unserer Welt, die sich wohl schneller verändert als die Menschen, die in ihr leben. David Kermani schreibt einen Liebesroman ganz eigener , tiefgründig, überraschend, witzig. Er erzählt von Menschen, die alles über sich zu wissen glauben, und plötzlich ahnen, dass sie sich noch gar nicht kennen. Ist die Sehnsucht, die unauslöschliche, ein Elixir, oder ist sie ein Gift? Inhalt: Ein Autor begegnet bei einer Lesung einer alten Liebe von vor 30 Jahren. Jutta ist nun Bürgermeisterin einer Kleinstadt, Tantra-Lehrerin, Ehefrau und Mutter. Man unternimmt einen nächtlichen Spaziergang durch "ihr" Städtchen. Mit "Wangen wieder wie Aprikosen"  schlägt sie vor,  noch ein Glas Wein bei ihr zu trinken. "Soll ich die Schuhe ausziehen? Ja bitte." Sie wirft mit einer tänzerischen Bewegung die Stöckel von sich. Während in der oberen Etage der Villa  die KInder schlafen und der Ehemann  am Computer arbeitet, sitzt man gemeinsam eine lange Nacht im Wohnzimmer und Jutta breitet die Geschichte ihrer Ehe aus. Vom "unerwartet großen" Bücherregal herab reden Stendhal, Proust, Balzac, Flaubert, Zola, Adorno und sogar Milan Kundera ausführlich mit. Nach Jahren erfüllender wohltätiger Aktivitäten in Ecuador und Bolivien kehrte man zurück ins kühle Deutschland. Nun sind die Kinder bald groß. Die Sexualität des Ehepaares sei stabil. Es geht ins Haushaltspraktische,  wie ihr Mann die nagelneue Spülmaschine mit horizontaler Ablage für das Besteck einräumt und mindestens ein Viertel mehr an Geschirr hineinbekommt als sie. Neben ihrem Sessel kniend streicht der Autor ihr unschlüssig über den Kopf, den sie auf seine Schultern gelegt hat. Schließlich schläft er auf der Gästetoilette ein und träumt noch ein wenig bevor er geht.  Sprache und Stil: Kermani schreibt  im Präsens. Seine Sprache ist klar und lebendig und er beherrscht die Schilderung aufschlussreicher Details und feiner Stimmungen. Er schreibt selbstbezüglich und befindet ich im kontinuierlichen Dialog mit dem Leser und - relativ unüblich - auch mit seinem Lektor. Dieser kritisiert Widersprüche und Unwahrscheinlichkeiten in der Geschichte und seufzt, dass der Autor ja doch tue, was er wolle. Im Verlauf des Geschehens erfährt der Leser, wie die Idee zum vorliegenden Roman entstand, und Jutta hat sogar  das Manuskript bereits gelesen. Die Beschreibung des tänzerischen Abwurf eines Schuhs hält der Autor für so gelungen oder wesentlich, dass er sie wiederholt. Schliesslich zeigt der Autor auch eine selbstkritische Seite mit seiner Anmerkung "Ich fürchte dem Leser kommen die ständigen Bezüge zur Literatur eher bemüht vor". Fazit: Ein Buch für Intellektuelle, die den Abgleich weltliterarischer Erkenntnis mit kontemporärer Alltagserfahrung lieben. Höher gespannte erotische Erwartungen werden enttäuscht. Man ist nur einer Kleinstadt und eben nicht in Paris. Am Beispiel eines linksliberalen Milieus schreitet die Zeit über Gefühle und alternative Lebensentwürfe hinweg. Man muss diesen Roman nicht unbedingt gelesen haben.   Autor: Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen, lebt in Köln. Er ist ein deutsch-iranischer Schriftsteller, Publizist und habilitierter Orientalist. Für sein literarisches und essayistisches Werk erhielt er unter anderem 2015 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Ausgabe: Navid Kermani: Sozusagen Paris Carl Hanser Verlag, München, 2016, Erstausgabe Interesse geweckt durch: Interview Navid Kermani durch Denis Scheck  in der ARD-Sendung "Druckfrisch" am 25.9.2016

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  • Sozusagen Paris

    Sozusagen Paris
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    26. January 2017 um 20:07

    So many years now together?All those good times, ups and downsSo many joys raising up those kidsWell they’ve moved on now, out of townAus: „Ramada Inn“ – Neil Young and Crazy Horse Navid Kermani hat nie einen Hehl aus seiner Neigung zur Musik des kanadischen Rockmusiker Neil Young gemacht. Mit dem „Buch der von Neil Young Getöteten“ betrat der Autor nach zwei Texten über den Koran und den Iran die erzählerische Bühne.Und auch in seinem neuen Buch „Sozusagen Paris“ nimmt ein Song Neil Youngs einen zentralen Platz ein, und zwar „Ramada Inn“ aus der 2012 erschienenen CD Psychodelic Pill.Es geht im Text um ein Ehepaar, das nach langen Jahren des Zusammenseins in eine Krise geraten ist.Es ist das Thema des vorliegenden Romans. Es wäre aber nicht der geistreiche Intellektuelle Navid Kermani, wenn er diese Ehegeschichte nicht auf eine ganz besondere Art und Weise verpacken würde.Diese „Verpackung“ ist ein großes Spiel mit dem Leser. Denn es ist der Erzähler und es ist ziemlich unverschleiert der Autor Navid Kermani, der hier nach einer Lesung in einer Kleinstadt der Provinz aus seinem vorherigen, sehr erfolgreichen Roman, auch recht unverschleiert der „Großen Liebe“, unverhofft genau der Frau gegenübersteht, die darin Hauptprotagonistin und Dreh- und Angelpunkt war. Jene „Jutta“, die „Schönste des Schulhofs“, die eben, wenn auch nur für sehr kurze Zeit, die große Liebe des Erzählers war, die er nie vergessen, die sein Leben geprägt und über die er dieses Buch geschrieben hat.Man geht zusammen Essen und danach zu ihr nach Hause. Auch wenn der Erzähler vom Aufflackern der alten Leidenschaft fantasiert, gar eine Bettszene nicht ausschließt, wird es dazu nicht kommen. Der Leser erfährt es früh. Stattdessen wird aus dem Gespräch über „alte Zeiten“ und dem, was aus ihnen seitdem geworden ist, immer mehr eine Beichte Juttas. Darüber, was von ihrer Ehe nach über 20 Jahren geblieben ist, über Missverständnisse, sinnlose Streits über belanglose Dinge, fehlende Nähe, fehlenden Sex, das Aufreiben im Alltag mit fordernden Berufen (Arztehepaar, sie zudem noch Bürgermeisterin) und drei Kindern. Darüber, wie einstige Ideale verloren gegangen sind: das Eintreten für die Armen und Entrechteten einst im bolivianischen Urwald, für die Umwelt. Darüber, wie vergeblich versucht wird, die innere Leere zu vertreiben, zum Beispiel durch Tantra-Kurse.Und jeden Morgen erscheint die SonneUnd sie beide steigen ein in den TagMachen weiter, was sie immer tatenDer Erzähler wird eher widerwillig immer mehr zum Zuhörer eines Monologs, versucht zu trösten, wird aber immer mehr auch in seine eigene gescheiterte Ehe, seine Scheidung zurück gezogen. Seine Gedanken schweifen zudem wieder zur Literatur. Ein großes, gut gefülltes Bücherregal im Wohnzimmer der einstigen Liebe gibt dazu den Anlass. Vor allem die französischen Autoren des bürgerlichen 19. Jahrhunderts sind dort vertreten, ihrerseits Spezialisten in Sachen unglücklicher Ehen und deren Schilderung in Romanform: Flaubert, Stendhal, Balzac, Julien Green. Häufige und oft etwas zu lang geratene Zitate aus ihren Werken unterfüttern die, wenn man sie überhaupt so nennen darf, Handlung.Denn unsere zwei Protagonisten werden, erst einmal im Wohnzimmer angelangt, dieses nur noch für gelegentliche Toilettengänge, das Bereiten von Tee oder das Öffnen von Weinflaschen verlassen. Ihr Gespräch zieht immer engere Kreise um das Thema langjährige Ehe, was bleibt von den einstigen Träumen, wann ist der Punkt, eine vermeintlich unglückliche Ehe zu beenden, was ist überhaupt eine „unglückliche“ Ehe, ist Trennung wirklich immer die beste Lösung.Dieses Kammerspiel ist oft geistreich und berührend, manchmal zäh (zum Beispiel wenn der Erzähler bei einer tröstenden Umarmung seitenlang mögliche Bewegungen seiner Hand antizipiert), manchmal auch zu angefüllt mit gelehrten Zitaten und literaturhistorischen Bemerkungen. Gelegentlich ist es ein wenig geschwätzig und eitel. Hin und wieder richtig lustig. Der Autor kokettiert mit seinem Schreiben und dem Schreibprozess. Immer wieder bringt er seinen Lektor mit ins Spiel, unterbricht sich damit, dass dieser sicher wieder etwas am gerade Geschriebenen zu bemängeln hat, ergeht sich in Schimpftiraden über ihn. Das ist witzig, aber natürlich wenig glaubwürdig, genauso wenig, wie, dass der Ehemann Juttas im benachbarten Büro über seinen Abrechnungen sitzt und Jutta gleichzeitig völlig ungeniert und offen mit dem Ex über Intimes ihrer Ehe plaudert.Sieht man darüber hinweg und erlaubt sich den einen oder anderen Sprung über manche allzu ausführliche „gelehrte“ Passage, dann vermag „Sozusagen Paris“ durchaus zu fesseln. Denn der Autor/Erzähler von sich als „Celebrity“ davon ausgehend für Jutta so etwas wie Abenteuer, große weite Welt, also „Sozusagen Paris“ zu sein, erkennt, dass ihr Festhalten an der Ehe, an der Familie vielleicht auch der Weg gewesen wäre, den er hätte gehen können.„Nein antwortet Jutta, die Liebe besteht wahrscheinlich darin, dass der andere nach und nach das Bild ersetzt, in das man sich verliebt hat.“So wird dieses Gespräch über eine vermeintlich gescheiterte Ehe zu einem Plädoyer für diesen Bund, für ein Festhalten an ihr. Die Ehe nach Theodor W. Adorno als „eine der letzten Möglichkeiten, humane Zellen im inhumanen Allgemeinen zu bilden.“ Das hat mich dann über alle Schwächen hinweg doch berührt. Sie liebt ihn soSie tut, was sie zu tun hatSie liebt ihn soSie tut, was sie tun mussEr liebt sie soEr tut, was er zu tun hatEr liebt sie soEr tut, was er tun muss

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  • LovelyBooks Challenge Buchpreise 2017

    Widerfahrnis
    Ginevra

    Ginevra

    Challenge Buchpreise Liebe Lovelybookerinnen und Lovelybooker, lest auch Ihr gerne anspruchsvolle, womöglich sogar preisgekrönte Bücher? Interessiert Ihr Euch für die Long- und Shortlists diverser Buchpreise? Habt Ihr Lust, gemeinsam unterschiedliche Literatur- Preisträger kennenzulernen und sich hier darüber auszutauschen? Dann ist diese Challenge genau das Richtige für Dich! Hier die Regeln: Es gelten Bücher, die mindestens einmal auf einer Long- oder Shortlist für einen renommierten Buchpreis aufgetaucht sind, oder diesen sogar gewonnen haben.  Bei Preisen für das Gesamtwerk eines Künstlers/ einer Künstlerin gilt jedes Buch aus dem Gesamtwerk, auch nach der Preisverleihung erschienene Werke. Ganz wichtig: das Erscheinungsjahr ist dabei egal!  Hier werden einige Buchpreise vorgeschlagen, aber da es beinahe unzählige gibt, wird es Unterrubriken nach Genre geben. Es ist dabei egal, wieviele Bücher pro Liste gelesen werden. Wichtig ist in erster Linie der Austausch – und der Spass! Du darfst Dir ein persönliches Ziel setzen: 5, 10, 15 oder 20 Bücher! Wie funktioniert es praktisch? 1. Melde dich bitte mit einem Sammelbeitrag unter der entsprechenden Rubrik an! Der Sammelbeitrag wird in der Teilnehmerliste verlinkt, so dass Du ihn schnell wiederfindest. 2. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich natürlich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. 3. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und poste den link dazu in Deinem Sammelbeitrag. 4. Bitte beachten: Die Liste der Buchpreise erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, für alle weiteren Buchpreise gibt es die Rubrik „Sonstige“. 5. Anregungen findest Du u. a. auf folgenden links: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Literaturpreisen www.literaturpreisgewinner.de http://www.deutscher-buchpreis.de/ http://themanbookerprize.com/ http://academie-goncourt.fr/ http://www.norden.org/en/nordic-council/nordic-council-prizes/nordisk-raads-litteraturpris Hier noch ein interessanter link für verschiedene Krimipreise: http://www.das-syndikat.com/krimipreise.html Nimmst du die Herausforderung an?Ich freue mich auf viele Anmeldungen! TeilnehmerInnen (ist hier eigentlich auch ein Mann dabei??): Bellis-Perennisblack_horse Buchraettin Buecherwurm corsicana dia78 erinrosewell Ginevra Gruenente gst Gwendolina Harlequin Jary krimielse leselea lizzie123 marpije miss_mesmerized Orisha schokoloko29 Sikal StefanieFreigericht sursulapitschi wandablue Wedma

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    • 321
  • „Was ist denn das überhaupt, die Liebe?“ (S. 40)

    Sozusagen Paris
    leselea

    leselea

    14. January 2017 um 17:06

    Der Inhalt von Navid Kermanis Roman Sozusagen Paris ist auf den ersten Blick schnell erzählt: Ein Schriftsteller hat einen Roman über seine große Jugendliebe geschrieben. Diesen Roman stellt er eines Tages im Rahmen einer Lesung in einem kleinen Städtchen vor. Der Zufall will es, dass die Jugendliebe seines Romans sich unter den Zuhörern befindet. Sie gehen gemeinsam essen, danach lädt sie ihn noch zu einem Glas Wein in ihr Zuhause ein –das sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern bewohnt. Hier entspinnt sich schnell ein anregendes und offenes Gespräch zwischen den einst Vertrauten, das bis in die Morgenstunden andauert und das das größte Thema der Menschheit diskutiert: die Liebe. ...und von allem, was ich in einer Nacht über die Liebe erfahre, werde ich Bericht erstatten müssen, eben weil es vor Bedeutung immer dunkler leuchten wird. (S. 31) Ein Roman über die Liebe – das ist Sozusagen Paris scheinbar: Ein Roman, der erzählt, was passiert, wenn man die Jugendliebe nach 30 Jahren wiedertrifft und der versucht das Konstrukt „Große Liebe“ zu begreifen und anschaulich zu machen. Ein Roman, der aber auch zeigt, was aus der Liebe wird, wenn ein Paar viele Jahre zusammen ist, den Alltag miteinander teilt, Kinder in die Welt setzt. Am Ende steht vielleicht nicht immer das Glück: Liebe kann vergehen, Ehen werden geschieden oder das Glück nimmt andere Formen an, als man es sich einst vorgestellt hat. Es sind kluge, wahre und ehrliche Gedanken, die Kermani seinem Erzähler, der zugleich auch der Protagonist der Geschichte ist, und seiner Gesprächspartnerin hierzu in den Mund legt. Dabei bedient er sich einem Erzählton, der geschickt philosophisch-intellektuelle Betrachtungen mit witzigen Anekdoten verbindet und somit sowohl den Verstand als auch das Herz des Lesers anspricht. Juttas Ehe allein würde mich am Ende doch nicht genügend interessieren [...]. Interessant wird der Abend durch den Zufall, daß Jutta mit lauter Eheromanen als Kulisse von ihrer Ehe erzählt. (S. 141f.) Aufmerksamen Lesern der Rezension werden vielleicht schon die Einschränkungen „auf den ersten Blick“ und „scheinbar“ aufgefallen sein. Ja, Kermanis Roman ist ein Roman über die Liebe, doch nicht allein in dem engen Sinne, wie oben von mir erläutert. Tatsächlich weitet der Autor das Thema in zwei (durchaus miteinander verknüpfte) Richtungen aus: Sozusagen Paris ist über die eigentliche Handlungsebene hinaus ein Roman über die Liebe in der Literatur und zugleich über die Liebe zur Literatur. Ersteres wird daran deutlich, dass der erzählende Protagonist seine Ausführungen immer wieder durch motiv- und stoffgeschichtliche Bezüge aus der französischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts anreichert. Er versucht die Liebe zu verstehen, indem er Proust, Balzac, Stendhal etc. zu verstehen versucht. Gleichzeitig wird damit auch der literarische Anspruch Kermanis offenbar: Sozusagen Paris – auch der Titel deutet es schon an – ist ein intertextuelles, ein literarisches Spiel, geschrieben für Menschen, die in Literatur mehr als nur bloße Unterhaltung suchen. Im Geiste skizziere ich bereits den Roman, den ich schreiben werde, wenngleich die Skizze kaum etwas mit dem zu tun hat, was der Leser in den Händen hält. (S. 118) In diese Richtung stößt auch die zweite thematische Öffnung des Romans: Der Protagonist thematisiert auch immer wieder seine eigene Liebe zur Literatur, zum Schreiben und zum Leser des Endproduktes. Dabei  verfällt er immer wieder in Reflexionen über den Schreibprozess, die Rolle eines Autors, das Ziel von Literatur. Kermani spielt hier ein weiteres gewieftes Spiel, diesmal mit verschiedenen fiktiven Ebenen, indem er seinen Protagonisten (einen Schriftsteller) zum Erzähler macht, ihn gleichzeitig in auffälliger Ähnlichkeit zum Autor Kermani skizziert, und ihn über Einschübe und Vorgriffe immer wieder die Gemachtheit des Romans zur Schau stellen lässt. Ein Spiel, das man mögen muss, das aber ohne Frage kunstvoll ist! Daß ich in dem Roman, den ich schreiben werde, so oft beiseite spreche, ist nicht nur ein literarisches Spiel. Es ist jedesmal eine Gelegenheit, mir den Leser vorzustellen, der den Roman in Händen hält: Ich kenne dich gar nicht. (S. 267) Sozusagen Paris ist ein anspruchsvolles, intelligentes Werk mit einer tollen Sprache, das zugleich mit einer gewissen Leichtigkeit und viel Witz daherkommt. Für die Lektüre sollte man sich dennoch ausreichend Zeit lassen: Der komplexe Satzbau, die brüchige Erzählweise und die ständigen Verweise verlangen ein konzentriertes, langsames Lesen – dann kann die Geschichte jedoch einen richtigen Sog entwickeln. Letztlich fehlte für mich am Ende aber doch zu viel, um die volle Sternzahl zu vergeben: Auch wenn sich die intertextuellen Bezüge überraschenderweise gut in die Handlung einfügen und der Erzähler immer wieder versucht, die Geschichte als rund darzustellen, blieb sie mir am Ende doch insgesamt zu ausgefranst, zu breit, zu weitschweifend. Nichtsdestotrotz habe ich meinen ersten Kermani gerne gelesen und spreche eine abschließende Leseempfehlung aus.

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    • 4
  • "Sozusagen Paris" von Navid Kermani

    Sozusagen Paris
    erinrosewell

    erinrosewell

    01. January 2017 um 20:19

    Autor: Navid KermaniTitel: Sozusagen ParisGattung: Roman, Erzählung, Liebesgeschichte, LiterarischesErschienen: 2016Gelesene Ausgabe: Hanser, 2016ISBN: 978-3-446-25276-9Gelesen auf: DeutschGelesen im: November 2016   Zum Buch:Bücher über das Bücherschreiben gibt es viele. Nun hat der Shootingstar Navid Kermani, das Muster für gelungene Integration, nachgelegt. Er schildert in "Sozusagen Paris" die Begegnung eines Schriftstellers mit seiner Jugendliebe. Sie treffen sich nach einer Lesung auf ein Glas Wein und reden über das Schreiben, französische Liebesromane und über die Liebe. Doch was wird aus der großen Liebe, so dreißig Jahre später? Wenn ein Teil verheiratet ist? Kermani hat sich an einem großen Projekt versucht, dem vielleicht die letzte Ausgestaltung noch fehlt. Teilweise wirkt es fast noch wie ein Manuskript, das der Lektor noch nicht bearbeitet hat - einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, macht als Leser sehr viel Spaß, aber die Handlung bringt es nicht recht voran.   Eine der LieblingsstellenZitat: "Im Grunde genommen schildern alle vormodernen Liebesgeschichten das Begehren, nicht die Vereinigung selbst, schon gar nicht das Zusammenleben zweier Liebender, ihre Ehe, ihr Altwerden Seit an Seit."[1] Stil und Sprache: Wirkt teilweise wie ein Rohmanuskript über das der Lektor noch nicht gelesen hat.Zitat: "Ich werde zum Beispiel den Geruch erwähnen können, der mir aus dem Mund des Lektors entgegentritt, während er mich zur Schnecke macht, ja, werde ihn einfach mal brutal in die Öffentlichkeit zerren, wirken Lektoren doch bevorzugt im Verborgenen und tragen ihre Bescheidenheit wie einen Pokal vor sich her; uneitel bis zur Selbstverleugnung, wollen sie nicht einmal im Impressum genannt werden, damit der Leser sie sich als treue Diener vorstellt, als wandelnde Bibliotheken und magere Asketen, die nur für die Literatur leben, aber das ist mein Lektor nicht, das ist er ganz und gar nicht, nein, kann überhaupt nicht wandeln mit seinen 150 Kilogramm."[2] Schlüssigkeit der Handlung: Nicht wirklich gegeben, eigentlich die Aufzeichnung eines langen Abends, durchbrochen von zahlreichen Gedankengängen. Das hat mir gefallen: Der Blick hinter die Kulissen eines Schriftstellers.Das hat mir nicht gefallen: Leider ein wenig die Stringenz und die fehlende Handlung. In One Sentence: Ungewöhnlicher Roman über Bücher, die Liebe und das Schreiben. Sterne: 3     [1] S.79[2] S.62

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  • ‚Man geht von der Vorstellung aus, die Leute seien die gleichen geblieben‘

    Sozusagen Paris
    sabatayn76

    sabatayn76

    30. December 2016 um 21:51

    Inhalt: Nach 30 Jahren trifft der Ich-Erzähler seine große Liebe nach einer Lesung aus seinem neuen Roman wieder. Nach einem gemeinsamen Essen begleitet er seine einstige Schulhofromanze nach Hause und verbringt schließlich mehrere Stunden bei ihr, in denen sie ihm von ihrem Leben in Quito, ihrer Arbeit als Ärztin, ihrer Karriere in der Politik und von ihrer unglücklichen Ehe erzählt. Mein Eindruck: Ich habe von Navid Kermani bislang nur ein Buch gelesen: ‚Einbruch der Wirklichkeit‘, das mich sowohl inhaltlich als auch sprachlich beeindruckt hat. Aus diesem Grunde habe ich mich besonders auf ‚Sozusagen Paris‘ gefreut, muss nach der Lektüre jedoch zugeben, dass mich der Roman enttäuscht hat. Ein Grund für meine Enttäuschung ist sicherlich die Tatsache, dass mir die Figur des Ich-Erzählers sehr unsympathisch war. Dieser wirkt arrogant und verbittert, spricht gestelzt und zitiert durchweg Autoren wie Maupassant und Proust, was ich als holprig und aufgesetzt empfand. Auch die Verschachtelungen und die Endlossätze haben mir nicht gefallen, obwohl ich dies bei anderen Autoren, wie z.B. Javier Marías, sehr schätze. Auch inhaltlich hat mir der Roman nicht gefallen, und ich empfand das Gespräch zwischen den beiden Hauptprotagonisten oft als schwafelig und als wenig einnehmend. Mein Resümee: Ein Roman, der mich weder sprachlich noch inhaltlich begeistern konnte.

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  • Sozusagen Liebe

    Sozusagen Paris
    rallus

    rallus

    16. December 2016 um 15:32

    Liebe. Was für ein mächtiges Wort! Liebe ist mit Schmerzen und Leid, mit Aufregung, Kribbeln, ‚Flugzeugen im Bauch‘ verbunden. Ein Gefühl, das Königreiche zum Wanken bringt, ein Gefühl welches so egoistisch aber auch so rein sein kann. Ein Gefühl zum nicht-ertragen, aber ohne geht es auch nicht. Liebe wird gesucht und dann so oft verflucht, wenn sie gefunden wird. Die Literatur hat sich gerade mit diesem Thema wohl am meisten auseinander gesetzt. So auch in diesem Buch. Der von mir sehr geschätzte Autor Navid Kermani nimmt einen Abend als Grundlage für ein Kammerspiel, um über die Liebe nachzudenken. Nur zwei Personen sind Akteure, ein Mann und eine Frau. Eine Grundlage, die für Monumentalwerke von monströsem Umfang reicht. Kermani hat nur 288 Seiten, die es aber in sich haben. Was das Buch von anderen abhebt, ist sein Rahmen, sein Humor, sich und das Thema nicht ganz ernst zu nehmen und die geschliffene, opulente, ausschweifende und treffende Sprache von Kermani. Ich habe noch nie ein Buch von ihm in die Hand genommen und mich gelangweilt. Der Rahmen ist schnell erzählt. Der Ich-Erzähler, ein Mann in den besten Jahren, frisch geschieden, ein etwas eitler Schriftsteller, kommt zu einer Lesung in die Provinz. Dort lebt eine verflossene Jugendliebe von ihm, die plötzlich auf der Lesung auftaucht und von der er nicht viel weiß. Über sie hat er in seinem Buch geschrieben und vielleicht könnte er ein Wochenende in Paris mit ihr organisieren, sie aus der Provinz entführen. Doch es kommt ganz anders. Jutta, die so nicht heißt, er nennt sie aber so, ist Bürgermeisterin des Ortes, mit einem Arzt verheiratet und hat 3 Kinder. Eine Frau von Welt. Paris funktioniert nicht ganz. Nur sozusagen. Sie lädt ihn zu sich nach Hause ein, zu einem unverbindlichen Glas Wein. Dort angekommen, bemerkt er die vielen Bücher von französischen Schriftstellern in ihrem Regal, was ihn veranlasst, während des Gespräches immer wieder in diese Werke, gedanklich, zu versinken. Das Gesprächsthema ist – die Liebe, was sonst. Die Vergangenheit, was wäre wenn, das eigene Glück und Unglück und – was ist Liebe. „Die Liebe besteht wahrscheinlich darin, dass der andere nach und nach das Bild ersetzt, in das man sich verliebt hat. […] Also, dass der andere mit seiner eigenen Wirklichkeit, als reale Person, im Laufe der Jahre die Projektion überdeckt, die man sich am Anfang von ihm gemacht hat.“ Nun kommt, was das Buch so besonders macht, was es von anderen Büchern über das Thema unterscheidet, der Ich-Erzähler, etwas enttäuscht ob seiner geplatzten Träume, Jutta, die nicht so heißt, aus ihrem Provinzkaff zu erretten, denkt über imaginäre Gespräche mit seinem Verleger nach, da er die Begegnung in ein Buch bannen will. Denkt darüber nach, was dieser davon hält, wenn er nicht schreibt, dass er den ganzen Abend nicht auf Toilette war, denkt darüber nach, was der Leser von seinem noch nicht geschriebenen Buch hält. „Womöglich stört sich der Leser an den Zitaten, die in die Handlung eingestreut sind, findet sie überflüssig, bildungsbeflissen oder poetologisch falsch, da ich von meinem Platz auf dem Sofa zwar auf das Regal blicke, aber in Wirklichkeit natürlich nicht alle paar Minuten aufstehe, um Jutta aus einem Buch vorzulesen. Es ist ja entblödend, nach dem vorherigen Buch jetzt auch noch den Roman zu verteidigen, den ich schreiben werde, erst recht nach der Ankündigung, dass sich die Verweise auf die französische Literatur von selbst erklären würden. Aber sind Romanschreiber nicht alle irgendwie Liebende, die sich – und sei es postum – nach dir, Leser verzehren, und gehört nicht die Narrheit zur Liebe hinzu?“ Kermani verlässt die Ebene des Abends um, ja, um die Gedanken zur Liebe zu entspannen, zu groß und mächtig wird dieser Begriff zuweilen, ein Begriff den jeder Mensch anders interpretiert. Er spielt mit den Ebenen wie Bri in ihrem Beitrag treffend bemerkt. Juttas Berichte über ihre Ehe sind manchmal recht profan, eine Allerweltsehe mit Allerweltsproblemen, der Alltag frisst das Gefühl. „Ja, klar, deshalb hat unsere Ehe ja bis heute gehalten: So richtig viel konnte ich ihm objektiv nie vorwerfen. Manchmal hätte ich mir fast gewünscht, dass ich aufgewacht wäre und hätte ein Monster neben mir vorgefunden. Dann hätte ich einfach gehen können. Aber da war ein Monster, das war eigentlich genau der gute Typ. Aber aufgewacht bin ich dennoch neben ihm.“ Kermani geht mit dem Leser auf eine Rundreise durch die französische Literatur – und zwar nur über sie – und würzt seine Novelle, sein Essay mit Zitaten aus diesen Werken. Er verknüpft dieses oft mit dem Gespräch mit Jutta, mit ihren Schilderungen, mit seinen Gedanken. „Im Grunde genommen schildern alle vormodernen Liebesgeschichten das Begehren, nicht die Vereinigung selbst, schon gar nicht das Zusammenleben zweier Liebender, ihre Ehe, ihr Altwerden Seit an Seit. Im Drama sterben die Liebenden, bevor sie sich finden, und das Märchen hört dort auf, wo sie sich gefunden haben – und nur weil sie nicht gestorben sind, leben sie noch heut. Erst mit der bürgerlichen Ehe beginnt die Literatur, Liebe als ein langjähriges Verhältnis zu schildern.“ Es ist eine wunderschöne Reise, in der ich oft an meine eigenen Gefühle, an meine Erfahrungen, Erlebnisse  gedacht habe, an Momente wie diese, die ich auch oder so ähnlich erleben durfte: „… ist die mit Abstand zärtlichste Szene der gesamten Recherche diejenige, in der Albertine schläft: ‚Ich habe bezaubernde Abend mit Albertine verbracht, wenn wir plauderten oder wenn wir spielten, aber niemals so süße, wie wenn ich ihrem Schlaf zuschaute.'“ Natürlich dürfen auch die frustrierenden Gedanken nicht fehlen, das Festhaltenwollen eines Gefühls, was sich nur so unendlich weit ausbreiten kann, wenn man es loslässt. „In dem Augenblick, da sie sich erfüllt, schwächt sie sich bereits ab, so unbewusst vorläufig auch immer – nein, sie vergeht nicht zwingend, im Gegenteil, im besten, aber leider auch seltenen Fall kann sie abgekühlt fester und beständiger werden -, weil sie um das Moment des Unvorstellbaren, des Ungreifbaren, des Unerreichbaren gebracht ist, in gewisser Weise und ihre Transzendenz.“ Kermani hat mich in seinem wunderbaren Buch zum Träumen, Nachdenken, Lachen und Weinen gebracht. Gerade durch den engen Rahmen den er hier gesetzt hat, ein Mann, eine Frau, ein Abend hat er sich auf das Thema Liebe vollends fokussiert. Was nicht fehlen darf ist der Humor, auch und gerade bei einem so mächtigen Gefühl. Für diesen Kniff der Selbstironie liebe ich ihn und dieses Buch. Was will er uns sagen, fragte Bri in ihrem Beitrag zu diesem Buch. Muss ein Buch immer eine Aussage haben? Gute Bücher sollen meine Gedanken anregen, mir Spaß machen, mich zum weiterlesen verführen, mich unterhalten und mich an sie noch nach Wochen und Monaten zurück erinnern lassen.  Das alles hat Kermani geschafft. Ein absolutes Buchhighlight 2016 für mich.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Ein intellektuelles Buch über Liebe und Ehe

    Sozusagen Paris
    Corsicana

    Corsicana

    02. December 2016 um 15:45

    Dieses Buch habe ich mir nach einer Lesung mit Navid Kermani im Schauspielhaus in Köln gekauft.Bei der Lesung wirkte das Buch unerwartet witzig.Und das war dann auch bei der Lektüre so - es gibt witzige Passagen und ein geschicktes Spiel mit Erinnerung und Wirklichkeit. Nebenher wird noch fast die gesamte französische Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts in Bezug auf ihre Relevanz zum Thema "Liebe" und "Ehe" analysiert. Denn das sind die Themen, um die es im Buch geht. Kann eine Ehe aus Liebe funktionieren? Und wenn ja: Wie? Und warum vielleicht doch nicht? Und wie entwickelt sich eine Liebe über die Jahrzehnte?Das alles wird sehr intellektuell abgehandelt aber auch gut verständlich und wie schon erwähnt, durchaus mit Situationskomik.Was mich dann doch beschäftigt hat, ist die Tatsache, dass es schon wieder ein Buch übers Schreiben ist. Denn der Protagonist ist Schriftsteller, hat ein Buch über seine Jugendliebe geschrieben, trifft diese Jugendliebe bei einer Lesung und dieses Buch hier beschreibt die Begegnung - und das Buch, dass daraus wieder entsteht.Bücher übers Bücherschreiben habe ich jetzt erst einmal genug gelesen - aber zum Schmunzeln und zum Nachdenken haben mich die Passagen über die alltäglichen Probleme in einer langjährigen Ehe schon gebracht. Deshalb dann doch eine klare Leseempfehlung für dieses Buch von Navid Kermani.

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  • Spiel mit den Ebenen

    Sozusagen Paris
    Bri

    Bri

    20. November 2016 um 10:50

    Ein Schriftsteller hält eine Lesung zu seinem zuletzt erschienenen Buch. Ein Roman, der offensichtlich autobiographische Züge trägt und von seiner kurzen, für den Autor aber unvergesslichen, Jugendliebe handelt. Jutta nennt er die junge Frau, die eigentlich anders heißt. Plötzlich steht sie vor ihm, hält ihm ihr Buch zum Signieren hin, spricht ihn an: "Aber nicht für Jutta."Von diesem Zeitpunkt an geht die Konzentration des Autors flöten, er spult das Signierprogramm ab und bittet Jutta zu warten. Üblicherweise folgt der Lesung ein Abendessen mit den Veranstaltern, Jutta wird dazu geladen. Während der Autor sich fragt, ob Jutta sich in der wohl ungewohnten Umgebung wohl fühlen wird und denkt, sie müsse sich vor allem für sein Schaffen, seinen Erfolg, die eben erlebte Lesung interessieren, dreht sich die Situation. Er, der den Abend über im Fokus war, steht plötzlich am Rand und sieht zu, wie Jutta jovial und professionell alle Beteiligten einbezieht. Das Themenspektrum der Unterhaltung ist breit gefächert, Lesung und Buch, und damit die Karriere des namenlosen Schriftstellers, treten in den Hintergrund. Im Laufe der Unterhaltung wird klar, Jutta ist Bürgermeisterin des Ortes ...Navid Kermani spielt in Sozusagen Paris ein mehrfaches Spiel der Ebenen. Von Anfang an lässt er die Leser im unklaren, ob Jutta nun tatsächlich die unvergessene Jugendliebe des Schriftstellers - vielleicht sein Alter Ego? - ist und vervollständigt diese Verwirrung noch mit Einschüben und Verweisen auf die großen französischen Eheromane. Denn es geht - tut es das wirklich? - zunächst ja um die Liebe, so ganz allgemein gesprochen. Beziehungsweise darum, was daraus werden kann, in einer Ehe. Im Falle Juttas, ist alles nicht ganz so rosig, wie es begann.All das erfährt der geneigte Leser, der teilhaben darf an einer durch diskutierten Nacht und sich nicht vorzeitig verabschiedet. Kermani lässt Juttas Zweifel, Klagen und Hoffnungen, die sie ihrem früheren Freund ungefiltert darbietet, genauso auf den Leser einprasseln. Das ist - und da spreche ich ganz direkt als Frau - manchmal anstrengend bis nervig. Denn Jutta jammert, und das ist ihr bewußt, auf hohem Niveau. Andererseits kann man diese Erzählungen, die vom Jugendfreund immer wieder mit Zitaten aus den großen französischen Eheromanen kommentiert werden, auch als Rahmen für ebendiese Verweise sehen.Damit wir uns recht verstehen: Sozusagen Paris ist ein eloquent geschriebener, flüssig zu lesender, klug konstruierter Roman. Erreichen konnte er mich trotz alledem nicht. Die Figur der Jutta hat mich als Frau ungeduldig gemacht, der Autor, der mir anfangs eher egozentrisch und unsympathisch erschien, gewann mit der Zeit. Der Plot war für mich nicht wirklich einer. Aber das sehen andere anders.Zu viert haben wir das Buch gemeinsam gelesen bzw. gehört und das Urteil fiel zwei zu zwei aus. Wer eine positivere Stimme zu diesem handwerklich hervorragend gemachten Buch, von dem ich mich nicht abholen ließ, hören möchte, sei auf die bereits auf dem Blog unserer früheren Mitverschwörerin und gerne gesehenen Gastrezensentin Letteratura verwiesen.Im Gedächtnis bleibt mir dieser Roman wohl noch länger - und das mit der Frage, die ich selbst für nicht sehr befriedigend halte, mir aber immer wieder stelle: Was, bitte schön, will mir der Autor damit eigentlich sagen?

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  • Die Liebe nach 20 Jahren

    Sozusagen Paris
    serendipity3012

    serendipity3012

    01. November 2016 um 08:19

    Die Liebe nach 20 Jahren Der Junge aus Navid Kermanis Roman „Große Liebe“ ist erwachsen geworden. Er ist nun Schriftsteller und hat die Geschichte seiner ersten Liebe aufgeschrieben und daraus einen Roman gemacht. Diesen Roman „Große Liebe“ stellt er bei Lesungen in ganz Deutschland vor. Bei einer dieser Veranstaltungen steht plötzlich eine Frau vor ihm, Mitte, Ende 40 müsste sie sein, sie hält ihm ihr Buch hin, um es signieren zu lassen und fordert ihn auf, er solle bloß nicht „Für Jutta“ schreiben. Jutta, so hatte er die Angebetete in „Große Liebe“ genannt, obwohl sie meist nur „die Schönste des Schulhofs“ oder ähnlich hieß, doch sie hieß und heißt nicht Jutta: Der Schriftsteller, der auch diesen Roman erzählt, hatte ihr nur für den Roman den Namen gegeben. Navid Kermanis „Sozusagen Paris“ ist eine Fortsetzung seines Romans „Große Liebe“, wobei beide Geschichten völlig in sich abgeschlossen sind und man diesen aktuellen Roman ohne Weiteres ohne Kenntnis des Vorgängers lesen kann. Sie mag bereichernd sein, vielleicht, weil man nicht nur ahnt, sondern noch genau weiß, wie wichtig diese junge, sehr kurze Liebe von nur einer Woche für den Erzähler war. Vermutlich geht man das neue Buch Kermanis dann mit anderen Vorstellungen und Erwartungen an: Ein Mann und eine Frau, wobei zumindest sie seine erste Liebe war, treffen sich nach 30 Jahren wieder: Werden sie über die gemeinsame Zeit sprechen? Werden sie ausloten, ob noch irgendetwas übrig geblieben ist von damals? Zunächst geht es nach der Lesung mit noch einigen anderen in eine Kneipe – es stellt sich heraus, dass Jutta die Bürgermeisterin dieser kleinen Stadt ist – und schließlich zu Jutta nach Hause. Die Sachen der drei Kinder liegen im Flur, ihr Ehemann ist im Arbeitszimmer, und Jutta beginnt, dem Schriftsteller von ihrer Ehe und von ihren Eheproblemen zu erzählen. Waren es in „Große Liebe“ die persischen Mystiker, deren Weisheiten und Geschichten sich durch die Handlung zogen und zu ihr in Verbindung gesetzt wurden, so sind es jetzt die Franzosen, Balzac, Proust, Stendhal, deren Erzählungen und deren weise Worte Erwähnung finden. So schweift der Erzähler immer wieder ab, und diese Ausflüge in die französische Literatur werden mit der Zeit ausführlicher, führen von der Handlung weg, obwohl sie sie doch ergänzen sollen und dies ja auch wirklich tun: Man muss sich nur darauf einlassen. Gleichzeitig tritt Jutta in ihren Erläuterungen mit der Zeit immer wieder ein wenig auf der Stelle. Beides fordert den Leser heraus: Es ist keine gefällige Geschichte, die erzählt wird, nicht für jeden wird das funktionieren. Ein feiner Kniff ist, dass Kermani den Leser glauben lässt, bei der eigentlichen Entstehung des Romans dabei zu sein. Er gibt vor, den Lauf seiner Geschichte so weit zu verfremden im Gegensatz zu der „wahren“ Geschichte, die es laut Erzähler ja wirklich gegeben hat, dass diese nicht mehr erkennbar ist. Er sieht Gespräche mit seinem Lektor voraus, der ihm jede kleine Unplausibilität, jeden kleinen Logikfehler in seinem Romanentwurf direkt unter die Nase reibt. Diese aus dem Nichts gesponnenen Unterhaltungen mit dem Lektor sind kleine Highlights des Romans, vor allem weil sie die witzigsten Passagen sind. Noch deutlicher als beim Vorgänger sind in „Sozusagen Paris“ die Parallelen zwischen Autor Navid Kermani und seinem Erzähler. Die bereits veröffentlichten Bücher, der Migrationshintergrund des Erzählers, der der Grund ist, warum er immer wieder zu bestimmten Themen wie zum Beispiel Terror befragt wird – hier sind die Ähnlichkeiten oder die angenommen Ähnlichkeiten so groß, dass man automatisch den Autor vor sich sieht, dass Autor und Erzähler beim Lesen miteinander verschwimmen. Eine gewollte Verwirrung, die aber auch immer wieder fragen lässt, ob Kermani uns dennoch sagen will, dass ihn das, was seinen Erzähler nervt, auch im wirklichen Leben nervt. Eine Frage, die man ihm gern stellen würde – und die er womöglich mit dem Hinweis darauf, dass er mit „Sozusagen Paris“ einen Roman geschrieben hat, gleich abwinken würde. „Sozusagen Paris“ ist ein Roman, wie ich ihn so oder ähnlich noch nicht gelesen habe, was unbedingt für die Lektüre dieses Buches spricht. Ein Roman, der trotz seiner relativen Kürze von ca. 280 Seiten recht komplex ist – in den man aber sicher unterschiedlich tief einsteigen kann. Eine Geschichte, die mit den Erwartungen des Lesers spielt, die ihn verwirrt und verwirren will. Natürlich eine Geschichte über die Liebe: War es damals die erste große Liebe, so ist es hier die Liebe nach zwanzig Jahren Ehe, die im Zentrum steht und von der Jutta erzählt. Liest man „Sozusagen Paris“, so bekommt man wahrscheinlich etwas Anderes, als man dachte. Ob das besser oder schlechter ist, muss wohl jeder für sich selbst herausfinden.

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  • Eine durchschnittliche Ehe

    Sozusagen Paris
    Bibliomania

    Bibliomania

    01. November 2016 um 01:17

    Der Schriftsteller hält eine Lesung mit anschließender Signierstunde. Plötzlich steht eine Frau vor ihm, die ihn auffordert, bloß nicht "Für Jutta" hineinzuschreiben. Es ist die Frau, von der er aus dem Buch gelesen hat. Umso peinlicher: Zunächst erkennt er sie nicht. Doch dann gehen sie zusammen essen und landen bei "Jutta" zu Hause, um ein eine Nacht lang dauerndes Gespräch zu führen. Besagte Jutta erzählt von ihrer Ehe. Von Höhen und Tiefen, Glück und Unglück, von ihrem Mann, ihren Kindern, verpassten Gelegenheiten und neuen Erfahrungen. Navid Kermani hat ein Buch über die Ehe im allgemeinen geschrieben. Ich könnte es auch nicht besser ausdrücken als Tolstoi: Alle glücklichen Familien gleichen einander. Jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich." Nur dass Kermani die Familie mal eben durch "Ehe" ersetzt. Ein Gespräch, das man wohl mit vielen Eheleuten führen könnte, wie auch Kermani selbst sagt. Ein Porträt einer Ehe, die es wohl zuhauf auf der Welt gibt. Schön fand ich die Einschübe aus Werken verschiedenster besonders französischer Autoren (Balzac, Zola, Dumas). Das hat dem Ganzen einen gewissen Pepp verliehen. Die Ausschweifung über die Toilette hingegen, hätte er meiner Meinung nach weglassen können...

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  • Die große Liebe: ist sie ein Wunder oder alltägliche Erwartung mit ungewissem Ausgang?

    Sozusagen Paris
    Clari

    Clari

    05. October 2016 um 21:20

    In dem neuen Roman von Navid Kermani arrangiert er die Wiederbegegnung eines Paares dreißig Jahre nach deren großer Schülerliebe. Anläßlich der Lesung seines neuen Liebesromans wird der Icherzähler von einer Dame angesprochen. Irritiert und erstaunt registriert er, dass es sich um Jutta, seine große Liebe aus Schülerzeiten, handelt. Diesen Namen hat er ihr als Pseudonym in seinem neuen Roman gegeben, denn den richtigen zu nennen wagte er nicht. Er hat hier die Geschichte seiner Jugendliebe aufgeschrieben.Erst zaghaft, dann vertrauter nähert er sich ihrem Schicksal und ihrer inzwischen dreißigjährigen Ehe.Es handelt sich um eine lange Geschichte über die Liebe, in der auch auf Eindrücke bei Proust, Guy de Maupassent oder Madam Bovary und weitere häufig mit Zitaten zurückgegriffen wird.Zunächst schüchtern, immer aber beobachtend, erlebt der Icherzähler seine frühere Geliebte: sie ist älter geworden, gewiss, aber sie hat den Reiz der Reife und eines eigenen Lebens, das nach abenteuerlichem Beginn in den Fängen guter Bürgerlichkeit endete. Sie ist Ärztin, hat sich aber der Politik zugewandt und ist gar Bürgermeisterin in einem kleinen Kaff geworden. Ihr anfangs ebenso abenteuerlicher Ehemann hat sich im Alltag einer hausärztlichen Allgemeinpraxis eingerichtet. Vergangen sind die Träume von Hilfen für die dritte Welt und einer allgemeinen Weltverbesserungsvorstellung.Was macht diesen Roman so eindrucksvoll?Es ist sind die vielfältigen Gedanken und die Abwägung eines Für oder Wider, mit denen Navid Kermani die Welt und die Liebe zu verstehen trachtet. Das ist die große Stärke des Autors: er beleuchtet Menschen, Ereignisse, gesellschaftliche Phänomene und religiöse Widersprüche immer aus einer Innen-und Außensicht.So kann er wertfreier zu Eindrücken kommen als es herkömmlich der Fall ist. Auch die Liebe lebt von ihren inneren Widersprüchen, und sie dauert niemals ewig, so wenig wie das Leben, das Werden und Vergehen.Das Buch beinhaltet gedankenschere Eindrücke davon, wie die Liebe sich im Laufe eines langen Lebens zu zweit verändert, und wie man die eheliche Beziehung über so lange Zeit lebendig erhalten könnte.Insofern handelt es sich bei Navid Kermanis Roman neben dem alltäglichen Liebesgeplänkel um gewissermaßen philosophischeAbhandlungen. Seine Sprache ist differenziert und prägnant. Man möchte bei jedem Satz verharren, um den tieferen Gehalt seiner Aussagen zu behalten. Anhand eines Songs von Neil Young geht ihm auf, in wie wenigen Worten man das Drama einer Ehe beschreiben kann. Und wieder weiß der Leser nicht so genau, ob es das Fazit von Juttas Ehe ist, das er hier heraufbeschwören will, oder ob er mit dem Lied eher zu allgemeingültigen Einschätzungen gekommen ist. Ein endlos fortbestehendes Glück scheint es für Kermani und seine Romanfiguren nicht zu geben. Die nachdenklich stimmende Abhandlung mit philosophischen Einsichten macht das Buch zur anspruchsvoller Lektüre.

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