Nach dem Hauptaugenmerk auf "Batman" und "Detective Comcis" in Band eins und Band zwei, konzentriert sich der dritte Band der Neal-Adams-Collection nun auf die Serie "The Brave and the Bold", deren erste Ausgabe im August 1955 erschien und über 18 Jahre kontinuierlich veröffentlicht werden sollte, bis sie schließlich 1983 (nach der Veröffentlichung der Ausgabe # 200) aufgrund schlechter Verkaufszahlen eingestellt wurde. Ursprünglich als Abenteuerformat konzipiert, um gänzlich neue Charaktere in mehreren, nicht zusammenhängenden Geschichten dem Lesepublikum vorstellen und dessen Reaktion testen zu können, entwickelte sich die Serie über die Zeit immer weiter. Bald dominierten Team-Ups diverser Helden die Stories, bis ab Ausgabe # 74 aus dem November 1967 eine Hälfte des Teams durchgängig feststand und auch im Titel verewigt wurde. Der Name dieser Hälfte war, natürlich, Batman.
Wenn der dunkle Ritter die eine Konstante in dieser Reihe war, in welcher u.a. Helden wie der Wildcat von Earth-One (Ausgabe # 88) ihr Debüt feierten, dann war Autor Bob Haney die andere. Sein Name ist untrennbar mit "The Brave and the Bold" verbunden, zeichnet er doch für einen Großteil der Geschichten während der fast 20jährigen Laufzeit verantwortlich. Ein häufiger Partner an seiner Seite - Neal Adams, von dem hier nicht nur einige seiner besten Arbeiten aus dieser Reihe enthalten sind, sondern auch zwei Titel aus der Serie "World's Finest".
Die Ausgabe # 175 war Adams' erste Arbeit überhaupt an Batman. Und, wie er im Vorwort beschämt feststellt, auch seine schlechteste. Nach der Lektüre mag man ihm ungern widersprechen, wenngleich die Illustrationen des Dunklen Ritters wohl noch das Beste an der Geschichte sind. Aber ich greife vor und gebe lieber erstmal einen Überblick über die enthaltenen Stories:
World's Finest # 175 - The Superman-Batman Revenge Squads (1968) von Leo Dorfman/Neal Adams
Als die Teams Batman/Robin und Superman/Jimmy Olsen im jährlichen Denk-Duell gegeneinander antreten, wollen zwei Vereinigungen den Wettbewerb nutzen, um sich der Superhelden zu entledigen - das Superman Revenge Squad und das gerade erst gegründete Batman Revenge Squad. Den Schurken ist es gelungen, die verschiedenen Objekte zu manipulieren, welche als Trophäen für die Gewinner des Wettbewerbs auserwählt wurden - in der Hoffnung, den Gewinner im Moment der Siegerehrung zu eliminieren. Doch Superman und Batman bleiben stets gleichauf, weshalb die Schurken eingreifen müssen, um einem der Helden zum Triumph zu verhelfen ...
World's Finest # 176 - The Superman-Batman Revenge Squads (1968) von Cary Bates/Neal Adams
Clark Kent befindet sich gerade in einem Interview mit dem Schauspieler Ronald Jason, als dieser ihn plötzlich mit einer Chemikalie überschüttet, welche seine Kleidung zersetzt und dabei enthüllt, dass es sich bei Kent in Wirklichkeit um Superman handelt. Jason wiederum gibt sich daraufhin als Alien namens Dur von einem Planeten im Sirius-System zu erkennen, der vor einem Attentäter zur Erde geflohen ist und nun ein sicheres Versteck sucht. Zur gleichen Zeit bekommt auch Batman in seiner Bathöhle von einem anderen Außerirdischen Besuch, der wiederum behauptet ein Gesetzeshüter zu sein, der sich auf der Jagd nach Dur befindet. Wer von den beiden sagt die Wahrheit?
The Brave and the Bold # 79 - The Track Of The Hook (1968) von Bob Haney/Neal Adams
Commissioner Gordon und Batman stehen über der Leiche des Kleinkriminellen Whitey Marsh. Er ist ganz offensichtlich ermordet worden und erste Hinweise deuten daraufhin, dass der Täter an einem Arm eine Art Haken trug. Das macht auch den dritten Anwesenden am Tatort hellhörig, den beide jedoch nicht sehen können: Deadman. Er befindet sich erst seit kurzem in Gotham und auf der Suche nach dem Mann, der für seinen Tod verantwortlich ist - einem Mann mit Hakenarm. Und Batman soll ihm dabei helfen ...
The Brave and the Bold # 80 - And Hellgrammite Is His Name (1968) von Bob Haney/Neal Adams
Der Journalist Jack Ryder macht sich Sorgen, denn der hochgefährliche Verbrecher Hellgrammite hält sich seit Kurzem in Gotham City auf. Alleine möchte er sich ihm als Creeper nicht entgegenstellen und so bittet er Batman um Mithilfe im Kampf. Der zeigt sich dazu bereit, hat aber nicht mit Gordon und der Polizei von Gotham gerechnet, denn immerhin ist der Creeper selbst ein gesuchter Verbrecher und so beginnt eine wilde Jagd ...
The Brave and the Bold # 81 - But Bork Can Hurt You (1969) von Bob Haney/Neal Adams
Als der Söldner Bork in Gotham City ankommt und nach einem Verkehrsunfall seine mysteriöse Unverwundbarkeit erkennt, beginnt er einen Feldzug zur Eroberung der Stadt. Selbst Batman ist dem unaufhaltsamen Gegner nicht gewachsen. Während der Dunkle Ritter die Polizisten der Stadt für eine letzte Schlacht zusammentrommelt, um Bork und seine Anhänger so gut es geht aufzuhalten, begibt sich Flash auf die Suche nach der Quelle von Borks Macht ...
The Brave and the Bold # 82 - Sleepwalker From The Sea (1969) von Bob Haney/Neal Adams
Als Batman versucht einen Raubmord an den Docks von Gotham zu verhindern, durchkreuzt plötzlich Aquaman eine mögliche Festnahme. Der dunkle Ritter wird angeschossen und landet im trüben Hafenwasser. Nachdem er wieder halbwegs auf den Beinen ist, beginnt er als Bruce Wayne mit seinen Ermittlungen und stößt bald auf eine Spur, die zu der Firma Marius Enterprises führt ...
The Brave and the Bold # 83 - Punish Not My Evil Son (1969) von Bob Haney/Neal Adams
Lance Bruner, Sohn des verstorbenen Professor Bruner, einst ein enger Freund von Bruce' Vater, steht plötzlich vor den Toren von Wayne Manor. Sein Vater ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Und in einer zwischen Bruner und Dr. Thomas Wayne unterzeichneten Vereinbarung versprach einst die Familie Wayne, Lance zu adoptieren und aufzuziehen, falls eben dieser Fall eintritt. Bruce sieht sich daran gebunden und nimmt Lance bei sich auf. Zum Missfallen von Richard Grayson, der dem zwielichtigen Jungen nicht über den Weg traut und, wie sich bald herausstellt, dafür auch gute Gründe hat ...
The Brave and the Bold # 84 - The Angel, the Rock and the Cowl (1969) von Bob Haney/Neal Adams
Bruce Wayne wird vom Kurator Wyatt ins Gotham Museum gerufen. Ein Mann mit deutschen Akzent beansprucht die Statue des Erzengels Gabriel für sich, die während des Zweiten Weltkriegs aus dem von den Nazis besetzten Frankreich geschmuggelt wurde. Und er zeigt sich äußerst entschlossen, wie Bruce feststellen muss, als ihm der Mann, den er jetzt als Oberst von Stauffen erkennt, eine Luger unter die Nase hält. Jetzt erinnert sich der Dunkle Ritter auch an ihre erste Begegnung, damals kurz vor dem D-Day, als er für den britischen Geheimdienst gemeinsam mit der Easy Company unter Sergeant Rock zu einer Mission hinter feindlichen Linien aufbrach ...
The Brave and the Bold # 85 - The Senator's Been Shot (1969) von Bob Haney/Neal Adams
Als der neu gewählte Senator von Gotham City erschossen wird, bevor er über ein wichtiges Anti-Kriminalitätsgesetz abstimmen kann, wird Bruce Wayne ausgewählt, die restliche Amtszeit des Senators zu Ende zu führen, damit die entscheidende Abstimmung über das Gesetz stattfinden kann. Währenddessen versucht Bruce als Batman herauszufinden, wer für die Erschießung des Senators verantwortlich ist und tut sich dafür mit Green Arrow zusammen, um den geheimnisvollen Schützen vor Gericht zu bringen. Doch ist er auch rechtzeitig wieder zur Stelle, um seine Stimme geltend zu machen?
The Brave and the Bold # 86 - You Can't Hide From a Deadman (1969) von Bob Haney/Neal Adams
Ist Richard Grayson wahnsinnig geworden oder warum schießt er plötzlich auf Batman? Dem Dunklen Ritter gelingt es war gerade noch rechtzeitig Robin mit einer Rauchgranate zu irritieren, so dass der Schuss nur seinen Umhang erwischt, aber mit Commissioner Gordon wartet schon ein weiterer Angreifer auf ihn. Batman kann auch diese Attacke abwehren, aber nur kurz durchatmen, bis schon ein weiterer Gegner naht - und dem Detektiv klar wird, dass nur Deadman hinter diesen Vorfällen stecken kann. Doch warum will der Geist von Boston Brand, mit dem er kürzlich noch zusammengearbeitet hatte, jetzt seinen Tod?
The Brave and the Bold # 93 - Red Water Crimson Death (1971) von Dennis O'Neil/Neal Adams
Als Batman bei dem Versuch, einen gewöhnlichen Schläger aufzuhalten, beinahe getötet wird, zieht Commissioner Gordon die Reißleine und verordnet dem Dunklen Ritter, der seines Erachtens kurz vor dem Zusammenbruch steht, einen Urlaub. Widerwillig hört dieser auf seinen Freund und tritt in seiner zivilen Gestalt als Bruce Wayne eine Reise über den Atlantik an. Als ein Junge namens Sean über Bord geht, muss er jedoch die Erholung unterbrechen und zur Rettung eilen. Neugierig geworden, entscheidet sich Bruce daraufhin, den Jungen zu seiner Heimatinsel zu begleiten, wo schon ein mysteriöses Rätsel auf ihn wartet ...
Bevor ich mich näher mit der Analyse dieses Bands beschäftige, noch eine Bitte meinerseits vorweg: Kämpfen Sie sich durch World's Finest # 175 und # 176 entweder durch oder überspringen Sie beide direkt ganz, denn es sind die einzigen qualitativen Durchhänger in dieser an Highlights sonst nicht armen Sammlung. Und das liegt in erster Linie daran, dass beide noch eindeutig vom Klamauk der damaligen TV-Serie mit Adam West und Burt Ward geprägt sind, deren Erfolg beim Publikum sich im Jahr 1968 aber langsam dem Ende näherte.
So beobachten Batman und Superman in World's Finest # 175 feixend (und von der Strahlung augenscheinlich unbeeindruckt), wie eine Atombombe über dem Meer explodiert, während ihre vollkommen verblödeten Gegner sich gegenseitig an die Gurgel gehen, um einem der Helden zum Sieg zu verhelfen, nur um ihn dann auf noch dämlichere Art und Weise töten zu können. Oder man zieht in World's Finest # 176 kurzerhand gegeneinander in der Krieg (mit Batgirl an Supermans und Supergirl an Batmans Seite), um - jeder auf seine Weise - einen gerade erst kennengelernten Alien aus der jeweiligen Patsche zu helfen. In beiden Geschichten ist die "Auflösung" ein Fausthieb in das Gesicht des Lesers, der schlicht für dämlich oder 3 Jahre alt gehalten wird. Selbst für Silver Age Verhältnisse schlägt das Fremdscham-Barometer für diesen stupiden Quatsch doch ziemlich weit nach oben aus, da alle bekannten Helden hier völlig Out-of-Character agieren.
Besserung ist allerdings in Form von "The Track Of The Hook"wortwörtlich in Sicht, was man sicherlich auch dem oben genannten Bob Haney zuschreiben darf, der sich hier äußerst geschickt der Figur Deadman bedient, welche bereits ein Jahr zuvor (in Strange Adventures # 205) vom Duo Arnold Drake und Carmine Infantino zum Leben erweckt - oder sollte ich besser sagen, getötet wurde. Denn in genau diesem dauerhaften, aber augenscheinlich nicht endgültigen Zustand befindet sich der ehemalige Trapezkünstler Boston Brand, der bei einer seiner Vorführungen durch einen gezielten Schuss seinen Tod fand, aber dank dem Hindu-Gott Rama Kushna nun als Geist über die Erde wandelt - und auf Rache sinnt. Doch wie kommuniziert man als Geist mit den Lebenden? Aus dieser Ausgangssituation holt das Duo Haney und Adams hier das Maximum heraus. Nicht nur die Art der Interaktion zwischen Batman und Deadman sprüht nur so vor kreativen Ideen, auch die Geschichte im Ganzen (es bleibt lange unklar, ob der Mann mit dem Haken wirklich der Mörder von Boston Brand ist) und die tollen Zeichnungen wissen zu überzeugen.
Einen Rückschritt in der erzählerischen Qualität stellt dann wiederum "And Hellgrammite Is His Name" dar, denn so eine richtig logische Erklärung des Team-Ups zwischen dem Creeper und Batman liefert Haney hier nicht wirklich. Und auch die Tatsache, dass der Dunkle Ritter Jack Ryders Alter Ego am Ende einfach so entkommen lässt und dabei noch seinen Freund Commissioner Gordron dreist ins Gesicht lügt, will nicht recht zum Beschützer Gothams passen. Visuell ist aber auch diese Ausgabe ein Augenschmaus. Vor allem für diejenigen, die (wie ich) eine gewisse Schwäche für den Creeper haben.
An "But Bork Can Hurt You" scheiden sich wahrscheinlich die Meinungen der Fan-Szene. Die Handlung, in der ein nicht sonderlich intelligenter Haudrauf so einfach die Oberhand über Batman gewinnt und mit seinen Anhängern halb Gotham terrorisiert, mag bei dem ein oder anderen für berechtigte Empörung sorgen und hat in der Tat einen Haufen logischer Vollaussetzer. Wer aber genauer hinschaut, der erkennt hier auch die Stärken dieser Geschichte und wo sie sogar eventuell spätere Autoren beeinflusst haben könnte. So spielen Flash und Batman ihre Stärken gemäß ihrer Fähigkeiten aus, was leider bei den Team-Ups anderer Helden nicht immer der Fall ist. Und auch die Diskussion, ob man Bork nicht einfach geben sollte, wonach er verlangt, zeigt, dass Haney doch einen ernsten Kern in der Story sieht, Mitsamt einer Message; Appeasement hält das Böse nicht auf. Dem muss man sich, wie Batman mit der Polizei gegen Ende, entgegen stellen. Und ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie weist genau diese, von Adams brillant eingefangene Szene, dann doch deutliche Parallelen zum Showdown zwischen Batman und Bane am Schluss von "Dark Knight Rises" auf.
Über "Sleepwalker From The Sea" möchte ich an dieser Stelle wenige Worte verlieren. Aquamans Potenzial wird in dieser arg kruden und verwirrenden Story weitestgehend verschwendet. Und selbiges gilt auch für seinen Erzfeind, Orm Marius, den Ocean Master. Adams' Werk ist zwar wieder über jeden Zweifel erhaben, aber das kann ein eher durchschnittliches Leseerlebnis letztlich nicht retten.
"Punish Not My Evil Son" ist zwar auch wieder eine Erzählung aus der Kategorie "Möglichst-simpel-damit-es-noch-der-Blödeste-kapiert", weiß aber dennoch zu unterhalten, weil es mit der Konstellation Lance und Dick nicht nur den späteren Konflikt zwischen Jason und dem ersten Robin in Teilen vorwegnimmt, sondern auch den tragischen Verlust eines Mündels von Batman. Vielleicht mit dem Unterschied, dass dieser (Fast-)Adoptivsohn ein noch größerer Drecksbengel und sein Ableben daher um einiges leichter zu verschmerzen ist. Dennoch gelingt es Haney am Ende tatsächlich so etwas wie Mitleid für Lance beim Leser zu erzeugen, woran Neal Adams mit ein paar stimmungsvollen Panels einen großen Anteil hat.
Bruce Wayne im Geheimdienst ihrer Majestät. Ein Zigarre paffender Winston Churchill in der Downing Street. Ein Weingut voller Nazis. In "The Angel, the Rock and the Cowl" nimmt Batman plötzlich aktiv am Zweiten Weltkrieg teil (was er in all seinen Veröffentlichungen aus dem Golden Age niemals getan hat) und bekommt mit Sergeant Bruce Rock einen Partner samt Easy Company zur Seite gestellt, wodurch diese Story ein gewisses "dreckiges-Dutzend"-Flair versprüht. Eventuell bewusst und gewollt, kam doch der Film zwei Jahre vor der Veröffentlichung dieser Geschichte auf die Leinwand. Und war ähnlich drastisch, denn Batman hat hier tatsächlich keinerlei Hemmungen mit seinem wichtigsten Grundsatz zu brechen und schickt gleich mehrere "im Stechschritt marschierende Idioten" zur Hölle. Mit dem Dunklen Ritter der Moderne lässt sich das alles nicht in Einklang bringen. Aber Kontinuität ist nicht immer alles. Und auch dank Adams' ist das hier sicherlich ein Highlight des Sammelbands.
Und Adams läuft auch in "The Senator's Been Shot" zur Höchstform auf. Eine Story, wie auf Speed geschrieben und mit dynamischen Panels noch beschleunigt, so dass man als Leser förmlich nur so durch die Seiten wildert, wobei es einem mitunter schwer fällt, in all dem Chaos noch den Überblick zu behalten. Wem das gelingt, dem dürfte vielleicht auffallen, dass Green Arrow für diese Ausgabe komplett neu gestaltet wurde und daher hier zum allerersten Mal sein neues, ikonisches Kostüm sowie seinen typischen Spitzbart trägt.
In "You Can't Hide From a Deadman" darf Boston Brand ein erneutes Stelldichein in Gotham geben. Diesmal zu Beginn aber als unsichtbarer und damit schwer zu bekämpfender Gegner Batmans. Das sorgt für einige skurrile, aber auch tolle Szenen, in denen sich Autor und Zeichner - mit sichtlich viel Spaß - austoben durften, denn bei einem ehemaligen Zirkusartisten müssen natürlich auch die von Brand "akquirierten" Wirtskörper beim Angriff auf den Dunklen Ritter entsprechende Kunststücke vorführen.
Den Abschluss bildet passenderweise die schaurig-gruselige Erzählung "Red Water Crimson Death" aus der Feder von Dennis O'Neil, dem über so viele Jahre kongenialen Partner von Neal Adams, der nach seiner Karriere als Autor zu einem der einflussreichsten und wichtigsten Editioren der Batman-Comic-Geschichte wurde. O'Neil hat seit jeher eine Vorliebe dafür gehabt, den Dunklen Ritter aus seiner "Komfortzone" Gotham zu holen und ihn (oder sein Alter Ego Bruce Wayne) um die halbe Welt reisen zu lassen. So verwundert es wenig, dass auch diese Geschichte fernab von Amerika, genauer gesagt in Irland, spielt. Interessant ist aber der Grund dafür. Batman wird hier kurzerhand in den Urlaub geschickt, weil er nach all seinen Einsätzen inzwischen am Ende seiner Kräfte ist und bei einem Kampf fast sein Leben verliert. O'Neil muss sich in diesen Comic ein dickes Post-It geklebt haben, denn genau diese Ausgangskonstellation greift er Jahre später wieder auf und arbeitet sie zu einem mehrere Serien umfassenden Epos aus. Der Name der Storyline: "Knightfall".
Nach der Beendigung meiner Lektüre des dritten Bands der Neal-Adams-Collection ist mein größter Kritikpunkt, dass es keinen vierten gibt. Wenngleich sich die Erzählweise über die Jahrzehnte doch stark gewandelt hat, so machen doch die Werke von Neal Adams deutlich, dass in dieser Epoche der Grundstein für den Batman gelegt wurde, den wir heute aus Comics, Filmen und Games kennen. Viele Jahre vor Frank Miller kehrte hier der Dunkle Ritter erstmals tatsächlich zurück – und zwar um zu bleiben. Die Zeit der Komik und des Klamauks war endgültig vorbei. Ab jetzt sollte es heißen: "I am vengeance, I am the night, I am Batman!"
Danke Neal Adams!
86/100
Original: World's Finest # 175, 176 sowie The Brave & the Bold # 79-86 und 93, 1968-1971











