Neal Adams

 4,1 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor*in von Batman: Neal Adams Collection, Batman vs. Ra's al Ghul und weiteren Büchern.

Lebenslauf

NEAL ADAMS revolutionierte mit seinem dynamischen Zeichenstil in den 70ern den US-Comic. Der 1941 geborene Adams zeichnete Avengers, X-Men und viele Storys mit Batman, Green Lantern und Green Arrow.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Neal Adams

Cover des Buches Batman: Neal Adams Collection (ISBN: 9783741611414)

Batman: Neal Adams Collection

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Erschienen am 09.04.2019
Cover des Buches Batman: Neal-Adams-Collection: Bd. 2 (ISBN: 9783741612602)

Batman: Neal-Adams-Collection: Bd. 2

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Erschienen am 11.06.2019
Cover des Buches Batman: Neal-Adams-Collection: Bd. 3 (ISBN: 9783741615016)

Batman: Neal-Adams-Collection: Bd. 3

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Erschienen am 13.08.2019
Cover des Buches Superman vs. Muhammad Ali (ISBN: 9783862013371)

Superman vs. Muhammad Ali

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Erschienen am 16.07.2012
Cover des Buches Batman vs. Ra's al Ghul (ISBN: 9783741620119)

Batman vs. Ra's al Ghul

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Erschienen am 28.09.2021
Cover des Buches Man-Thing Classic Collection (ISBN: 9783741638435)

Man-Thing Classic Collection

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Erschienen am 22.10.2024

Neue Rezensionen zu Neal Adams

Cover des Buches Batman: Neal-Adams-Collection: Bd. 3 (ISBN: 9783741615016)
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Rezension zu "Batman: Neal-Adams-Collection: Bd. 3" von Neal Adams

Stefan83
Die erste Rückkehr des Dunklen Ritters

Nach dem Hauptaugenmerk auf "Batman" und "Detective Comcis" in Band eins und Band zwei, konzentriert sich der dritte Band der Neal-Adams-Collection nun auf die Serie "The Brave and the Bold", deren erste Ausgabe im August 1955 erschien und über 18 Jahre kontinuierlich veröffentlicht werden sollte, bis sie schließlich 1983 (nach der Veröffentlichung der Ausgabe # 200) aufgrund schlechter Verkaufszahlen eingestellt wurde. Ursprünglich als Abenteuerformat konzipiert, um gänzlich neue Charaktere in mehreren, nicht zusammenhängenden Geschichten dem Lesepublikum vorstellen und dessen Reaktion testen zu können, entwickelte sich die Serie über die Zeit immer weiter. Bald dominierten Team-Ups diverser Helden die Stories, bis ab Ausgabe # 74 aus dem November 1967 eine Hälfte des Teams durchgängig feststand und auch im Titel verewigt wurde. Der Name dieser Hälfte war, natürlich, Batman.

Wenn der dunkle Ritter die eine Konstante in dieser Reihe war, in welcher u.a. Helden wie der Wildcat von Earth-One (Ausgabe # 88) ihr Debüt feierten, dann war Autor Bob Haney die andere. Sein Name ist untrennbar mit "The Brave and the Bold" verbunden, zeichnet er doch für einen Großteil der Geschichten während der fast 20jährigen Laufzeit verantwortlich. Ein häufiger Partner an seiner Seite - Neal Adams, von dem hier nicht nur einige seiner besten Arbeiten aus dieser Reihe enthalten sind, sondern auch zwei Titel aus der Serie "World's Finest". 

Die Ausgabe # 175 war Adams' erste Arbeit überhaupt an Batman. Und, wie er im Vorwort beschämt feststellt, auch seine schlechteste. Nach der Lektüre mag man ihm ungern widersprechen, wenngleich die Illustrationen des Dunklen Ritters wohl noch das Beste an der Geschichte sind. Aber ich greife vor und gebe lieber erstmal einen Überblick über die enthaltenen Stories:

World's Finest # 175 - The Superman-Batman Revenge Squads (1968) von Leo Dorfman/Neal Adams

Als die Teams Batman/Robin und Superman/Jimmy Olsen im jährlichen Denk-Duell gegeneinander antreten, wollen zwei Vereinigungen den Wettbewerb nutzen, um sich der Superhelden zu entledigen - das Superman Revenge Squad und das gerade erst gegründete Batman Revenge Squad. Den Schurken ist es gelungen, die verschiedenen Objekte zu manipulieren, welche als Trophäen für die Gewinner des Wettbewerbs auserwählt wurden - in der Hoffnung, den Gewinner im Moment der Siegerehrung zu eliminieren. Doch Superman und Batman bleiben stets gleichauf, weshalb die Schurken eingreifen müssen, um einem der Helden zum Triumph zu verhelfen ...

World's Finest # 176 - The Superman-Batman Revenge Squads (1968) von Cary Bates/Neal Adams

Clark Kent befindet sich gerade in einem Interview mit dem Schauspieler Ronald Jason, als dieser ihn plötzlich mit einer Chemikalie überschüttet, welche seine Kleidung zersetzt und dabei enthüllt, dass es sich bei Kent in Wirklichkeit um Superman handelt. Jason wiederum gibt sich daraufhin als Alien namens Dur von einem Planeten im Sirius-System zu erkennen, der vor einem Attentäter zur Erde geflohen ist und nun ein sicheres Versteck sucht. Zur gleichen Zeit bekommt auch Batman in seiner Bathöhle von einem anderen Außerirdischen Besuch, der wiederum behauptet ein Gesetzeshüter zu sein, der sich auf der Jagd nach Dur befindet. Wer von den beiden sagt die Wahrheit? 

The Brave and the Bold # 79 - The Track Of The Hook (1968) von Bob Haney/Neal Adams

Commissioner Gordon und Batman stehen über der Leiche des Kleinkriminellen Whitey Marsh. Er ist ganz offensichtlich ermordet worden und erste Hinweise deuten daraufhin, dass der Täter an einem Arm eine Art Haken trug. Das macht auch den dritten Anwesenden am Tatort hellhörig, den beide jedoch nicht sehen können: Deadman. Er befindet sich erst seit kurzem in Gotham und auf der Suche nach dem Mann, der für seinen Tod verantwortlich ist - einem Mann mit Hakenarm. Und Batman soll ihm dabei helfen ...

The Brave and the Bold # 80 - And Hellgrammite Is His Name (1968) von Bob Haney/Neal Adams

Der Journalist Jack Ryder macht sich Sorgen, denn der hochgefährliche Verbrecher Hellgrammite hält sich seit Kurzem in Gotham City auf. Alleine möchte er sich ihm als Creeper nicht entgegenstellen und so bittet er Batman um Mithilfe im Kampf. Der zeigt sich dazu bereit, hat aber nicht mit Gordon und der Polizei von Gotham gerechnet, denn immerhin ist der Creeper selbst ein gesuchter Verbrecher und so beginnt eine wilde Jagd ...

The Brave and the Bold # 81 - But Bork Can Hurt You (1969) von Bob Haney/Neal Adams

Als der Söldner Bork in Gotham City ankommt und nach einem Verkehrsunfall seine mysteriöse Unverwundbarkeit erkennt, beginnt er einen Feldzug zur Eroberung der Stadt. Selbst Batman ist dem unaufhaltsamen Gegner nicht gewachsen. Während der Dunkle Ritter die Polizisten der Stadt für eine letzte Schlacht zusammentrommelt, um Bork und seine Anhänger so gut es geht aufzuhalten, begibt sich Flash auf die Suche nach der Quelle von Borks Macht ... 

The Brave and the Bold # 82 - Sleepwalker From The Sea (1969) von Bob Haney/Neal Adams

Als Batman versucht einen Raubmord an den Docks von Gotham zu verhindern, durchkreuzt plötzlich Aquaman eine mögliche Festnahme. Der dunkle Ritter wird angeschossen und landet im trüben Hafenwasser. Nachdem er wieder halbwegs auf den Beinen ist, beginnt er als Bruce Wayne mit seinen Ermittlungen und stößt bald auf eine Spur, die zu der Firma Marius Enterprises führt ...

The Brave and the Bold # 83 - Punish Not My Evil Son  (1969) von Bob Haney/Neal Adams

Lance Bruner, Sohn des verstorbenen Professor Bruner, einst ein enger Freund von Bruce' Vater, steht plötzlich vor den Toren von Wayne Manor. Sein Vater ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Und in einer zwischen Bruner und Dr. Thomas Wayne unterzeichneten Vereinbarung versprach einst die Familie Wayne, Lance zu adoptieren und aufzuziehen, falls eben dieser Fall eintritt. Bruce sieht sich daran gebunden und nimmt Lance bei sich auf. Zum Missfallen von Richard Grayson, der dem zwielichtigen Jungen nicht über den Weg traut und, wie sich bald herausstellt, dafür auch gute Gründe hat ...

The Brave and the Bold # 84 - The Angel, the Rock and the Cowl (1969) von Bob Haney/Neal Adams

Bruce Wayne wird vom Kurator Wyatt ins Gotham Museum gerufen. Ein Mann mit deutschen Akzent beansprucht die Statue des Erzengels Gabriel für sich, die während des Zweiten Weltkriegs aus dem von den Nazis besetzten Frankreich geschmuggelt wurde. Und er zeigt sich äußerst entschlossen, wie Bruce feststellen muss, als ihm der Mann, den er jetzt als Oberst von Stauffen erkennt, eine Luger unter die Nase hält. Jetzt erinnert sich der Dunkle Ritter auch an ihre erste Begegnung, damals kurz vor dem D-Day, als er für den britischen Geheimdienst gemeinsam mit der Easy Company unter Sergeant Rock zu einer Mission hinter feindlichen Linien aufbrach ...

The Brave and the Bold # 85 - The Senator's Been Shot (1969) von Bob Haney/Neal Adams

Als der neu gewählte Senator von Gotham City erschossen wird, bevor er über ein wichtiges Anti-Kriminalitätsgesetz abstimmen kann, wird Bruce Wayne ausgewählt, die restliche Amtszeit des Senators zu Ende zu führen, damit die entscheidende Abstimmung über das Gesetz stattfinden kann. Währenddessen versucht Bruce als Batman herauszufinden, wer für die Erschießung des Senators verantwortlich ist und tut sich dafür mit Green Arrow zusammen, um den geheimnisvollen Schützen vor Gericht zu bringen. Doch ist er auch rechtzeitig wieder zur Stelle, um seine Stimme geltend zu machen?  

The Brave and the Bold # 86 - You Can't Hide From a Deadman (1969) von Bob Haney/Neal Adams

Ist Richard Grayson wahnsinnig geworden oder warum schießt er plötzlich auf Batman? Dem Dunklen Ritter gelingt es war gerade noch rechtzeitig Robin mit einer Rauchgranate zu irritieren, so dass der Schuss nur seinen Umhang erwischt, aber mit Commissioner Gordon wartet schon ein weiterer Angreifer auf ihn. Batman kann auch diese Attacke abwehren, aber nur kurz durchatmen, bis schon ein weiterer Gegner naht - und dem Detektiv klar wird, dass nur Deadman hinter diesen Vorfällen stecken kann. Doch warum will der Geist von Boston Brand, mit dem er kürzlich noch zusammengearbeitet hatte, jetzt seinen Tod?

The Brave and the Bold # 93 - Red Water Crimson Death (1971) von Dennis O'Neil/Neal Adams

Als Batman bei dem Versuch, einen gewöhnlichen Schläger aufzuhalten, beinahe getötet wird, zieht Commissioner Gordon die Reißleine und verordnet dem Dunklen Ritter, der seines Erachtens kurz vor dem Zusammenbruch steht, einen Urlaub. Widerwillig hört dieser auf seinen Freund und tritt in seiner zivilen Gestalt als Bruce Wayne eine Reise über den Atlantik an. Als ein Junge namens Sean über Bord geht, muss er jedoch die Erholung unterbrechen und zur Rettung eilen. Neugierig geworden, entscheidet sich Bruce daraufhin, den Jungen zu seiner Heimatinsel zu begleiten, wo schon ein mysteriöses Rätsel auf ihn wartet ...

Bevor ich mich näher mit der Analyse dieses Bands beschäftige, noch eine Bitte meinerseits vorweg: Kämpfen Sie sich durch World's Finest # 175 und # 176 entweder durch oder überspringen Sie beide direkt ganz, denn es sind die einzigen qualitativen Durchhänger in dieser an Highlights sonst nicht armen Sammlung. Und das liegt in erster Linie daran, dass beide noch eindeutig vom Klamauk der damaligen TV-Serie mit Adam West und Burt Ward geprägt sind, deren Erfolg beim Publikum sich im Jahr 1968 aber langsam dem Ende näherte. 

So beobachten Batman und Superman in World's Finest # 175 feixend (und von der Strahlung augenscheinlich unbeeindruckt), wie eine Atombombe über dem Meer explodiert, während ihre vollkommen verblödeten Gegner sich gegenseitig an die Gurgel gehen, um einem der Helden zum Sieg zu verhelfen, nur um ihn dann auf noch dämlichere Art und Weise töten zu können. Oder man zieht in World's Finest # 176 kurzerhand gegeneinander in der Krieg (mit Batgirl an Supermans und Supergirl an Batmans Seite), um - jeder auf seine Weise - einen gerade erst kennengelernten Alien aus der jeweiligen Patsche zu helfen. In beiden Geschichten ist die "Auflösung" ein Fausthieb in das Gesicht des Lesers, der schlicht für dämlich oder 3 Jahre alt gehalten wird. Selbst für Silver Age Verhältnisse schlägt das Fremdscham-Barometer für diesen stupiden Quatsch doch ziemlich weit nach oben aus, da alle bekannten Helden hier völlig Out-of-Character agieren. 

Besserung ist allerdings in Form von "The Track Of The Hook"wortwörtlich in Sicht, was man sicherlich auch dem oben genannten Bob Haney zuschreiben darf, der sich hier äußerst geschickt der Figur Deadman bedient, welche bereits ein Jahr zuvor (in Strange Adventures # 205) vom Duo Arnold Drake und Carmine Infantino zum Leben erweckt - oder sollte ich besser sagen, getötet wurde. Denn in genau diesem dauerhaften, aber augenscheinlich nicht endgültigen Zustand befindet sich der ehemalige Trapezkünstler Boston Brand, der bei einer seiner Vorführungen durch einen gezielten Schuss seinen Tod fand, aber dank dem Hindu-Gott Rama Kushna nun als Geist über die Erde wandelt - und auf Rache sinnt. Doch wie kommuniziert man als Geist mit den Lebenden? Aus dieser Ausgangssituation holt das Duo Haney und Adams hier das Maximum heraus. Nicht nur die Art der Interaktion zwischen Batman und Deadman sprüht nur so vor kreativen Ideen, auch die Geschichte im Ganzen (es bleibt lange unklar, ob der Mann mit dem Haken wirklich der Mörder von Boston Brand ist) und die tollen Zeichnungen wissen zu überzeugen. 

Einen Rückschritt in der erzählerischen Qualität stellt dann wiederum "And Hellgrammite Is His Name" dar, denn so eine richtig logische Erklärung des Team-Ups zwischen dem Creeper und Batman liefert Haney hier nicht wirklich. Und auch die Tatsache, dass der Dunkle Ritter Jack Ryders Alter Ego am Ende einfach so entkommen lässt und dabei noch seinen Freund Commissioner Gordron dreist ins Gesicht lügt, will nicht recht zum Beschützer Gothams passen. Visuell ist aber auch diese Ausgabe ein Augenschmaus. Vor allem für diejenigen, die (wie ich) eine gewisse Schwäche für den Creeper haben.

An "But Bork Can Hurt You" scheiden sich wahrscheinlich die Meinungen der Fan-Szene. Die Handlung, in der ein nicht sonderlich intelligenter Haudrauf so einfach die Oberhand über Batman gewinnt und mit seinen Anhängern halb Gotham terrorisiert, mag bei dem ein oder anderen für berechtigte Empörung sorgen und hat in der Tat einen Haufen logischer Vollaussetzer. Wer aber genauer hinschaut, der erkennt hier auch die Stärken dieser Geschichte und wo sie sogar eventuell spätere Autoren beeinflusst haben könnte. So spielen Flash und Batman ihre Stärken gemäß ihrer Fähigkeiten aus, was leider bei den Team-Ups anderer Helden nicht immer der Fall ist. Und auch die Diskussion, ob man Bork nicht einfach geben sollte, wonach er verlangt, zeigt, dass Haney doch einen ernsten Kern in der Story sieht, Mitsamt einer Message; Appeasement hält das Böse nicht auf. Dem muss man sich, wie Batman mit der Polizei gegen Ende, entgegen stellen. Und ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie weist genau diese, von Adams brillant eingefangene Szene, dann doch deutliche Parallelen zum Showdown zwischen Batman und Bane am Schluss von "Dark Knight Rises" auf.

Über "Sleepwalker From The Sea" möchte ich an dieser Stelle wenige Worte verlieren. Aquamans Potenzial wird in dieser arg kruden und verwirrenden Story weitestgehend verschwendet. Und selbiges gilt auch für seinen Erzfeind, Orm Marius, den Ocean Master. Adams' Werk ist zwar wieder über jeden Zweifel erhaben, aber das kann ein eher durchschnittliches Leseerlebnis letztlich nicht retten. 

"Punish Not My Evil Son" ist zwar auch wieder eine Erzählung aus der Kategorie "Möglichst-simpel-damit-es-noch-der-Blödeste-kapiert", weiß aber dennoch zu unterhalten, weil es mit der Konstellation Lance und Dick nicht nur den späteren Konflikt zwischen Jason und dem ersten Robin in Teilen vorwegnimmt, sondern auch den tragischen Verlust eines Mündels von Batman. Vielleicht mit dem Unterschied, dass dieser (Fast-)Adoptivsohn ein noch größerer Drecksbengel und sein Ableben daher um einiges leichter zu verschmerzen ist. Dennoch gelingt es Haney  am Ende tatsächlich so etwas wie Mitleid für Lance beim Leser zu erzeugen, woran Neal Adams mit ein paar stimmungsvollen Panels einen großen Anteil hat.

Bruce Wayne im Geheimdienst ihrer Majestät. Ein Zigarre paffender Winston Churchill in der Downing Street. Ein Weingut voller Nazis. In "The Angel, the Rock and the Cowl" nimmt Batman plötzlich aktiv am Zweiten Weltkrieg teil (was er in all seinen Veröffentlichungen aus dem Golden Age niemals getan hat) und bekommt mit Sergeant Bruce Rock einen Partner samt Easy Company zur Seite gestellt, wodurch diese Story ein gewisses "dreckiges-Dutzend"-Flair versprüht. Eventuell bewusst und gewollt, kam doch der Film zwei Jahre vor der Veröffentlichung dieser Geschichte auf die Leinwand. Und war ähnlich drastisch, denn Batman hat hier tatsächlich keinerlei Hemmungen mit seinem wichtigsten Grundsatz zu brechen und schickt gleich mehrere "im Stechschritt marschierende Idioten" zur Hölle. Mit dem Dunklen Ritter der Moderne lässt sich das alles nicht in Einklang bringen. Aber Kontinuität ist nicht immer alles. Und auch dank Adams' ist das hier sicherlich ein Highlight des Sammelbands.

Und Adams läuft auch in "The Senator's Been Shot" zur Höchstform auf. Eine Story, wie auf Speed geschrieben und mit dynamischen Panels noch beschleunigt, so dass man als Leser förmlich nur so durch die Seiten wildert, wobei es einem mitunter schwer fällt, in all dem Chaos noch den Überblick zu behalten. Wem das gelingt, dem dürfte vielleicht auffallen, dass Green Arrow für diese Ausgabe komplett neu gestaltet wurde und daher hier zum allerersten Mal sein neues, ikonisches Kostüm sowie seinen typischen Spitzbart trägt.

In "You Can't Hide From a Deadman" darf Boston Brand ein erneutes Stelldichein in Gotham geben. Diesmal zu Beginn aber als unsichtbarer und damit schwer zu bekämpfender Gegner Batmans. Das sorgt für einige skurrile, aber auch tolle Szenen, in denen sich Autor und Zeichner - mit sichtlich viel Spaß - austoben durften, denn bei einem ehemaligen Zirkusartisten müssen natürlich auch die von Brand "akquirierten" Wirtskörper beim Angriff auf den Dunklen Ritter entsprechende Kunststücke vorführen. 

Den Abschluss bildet passenderweise die schaurig-gruselige Erzählung "Red Water Crimson Death" aus der Feder von Dennis O'Neil, dem über so viele Jahre kongenialen Partner von Neal Adams, der nach seiner Karriere als Autor zu einem der einflussreichsten und wichtigsten Editioren der Batman-Comic-Geschichte wurde. O'Neil hat seit jeher eine Vorliebe dafür gehabt, den Dunklen Ritter aus seiner "Komfortzone" Gotham zu holen und ihn (oder sein Alter Ego Bruce Wayne) um die halbe Welt reisen zu lassen. So verwundert es wenig, dass auch diese Geschichte fernab von Amerika, genauer gesagt in Irland, spielt. Interessant ist aber der Grund dafür. Batman wird hier kurzerhand in den Urlaub geschickt, weil er nach all seinen Einsätzen inzwischen am Ende seiner Kräfte ist und bei einem Kampf fast sein Leben verliert. O'Neil muss sich in diesen Comic ein dickes Post-It geklebt haben, denn genau diese Ausgangskonstellation greift er Jahre später wieder auf und arbeitet sie zu einem mehrere Serien umfassenden Epos aus. Der Name der Storyline: "Knightfall".

Nach der Beendigung meiner Lektüre des dritten Bands der Neal-Adams-Collection ist mein größter Kritikpunkt, dass es keinen vierten gibt. Wenngleich sich die Erzählweise über die Jahrzehnte doch stark gewandelt hat, so machen doch die Werke von Neal Adams deutlich, dass in dieser Epoche der Grundstein für den Batman gelegt wurde, den wir heute aus Comics, Filmen und Games kennen. Viele Jahre vor Frank Miller kehrte hier der Dunkle Ritter erstmals tatsächlich zurück – und zwar um zu bleiben. Die Zeit der Komik und des Klamauks war endgültig vorbei. Ab jetzt sollte es heißen: "I am vengeance, I am the night, I am Batman!"

Danke Neal Adams!

86/100

Original: World's Finest # 175, 176 sowie The Brave & the Bold # 79-86 und 93, 1968-1971


Cover des Buches Batman: Neal Adams Collection (ISBN: 9783741611414)
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Rezension zu "Batman: Neal Adams Collection" von Neal Adams

Stefan83
Der erste Auftritt des Dämons

Da ist er also nun, der erste, bei Panini veröffentlichte Sammelband mit ausgewählten Werken des Zeichners Neal Adams. Von Puristen und langjährigen Batman-Fans langerwartet, muss sich dieser Comic allerdings auch dem kritischen Blick heutiger Leser stellen. Und damit den Fragen: Sind diese Geschichten heute weiterhin lesens- und sehenswert? Oder hat der Zahn der Zeit schon etwas zu sehr an ihnen genagt?

Darauf eine objektive Antwort zu geben, fällt mir in diesem Fall schwer, beinhaltet er doch unter anderem genau die zwei Geschichten, durch welche ich erstmals als Kind in Kontakt mit dem Dunklen Ritter kam - Batman # 243 und # 244. Batman gegen Ra's Al Ghul - das war mein erster, bewusst erlebter Showdown zwischen einem Superhelden und einem Schurken in Comicform. Seitdem haben diese Geschichten in meiner nostalgischen Erinnerung (und vllt. auch Verklärung) einen entsprechenden, hervorgehobenen Status - was ebenso für die mysteriöse Figur von Ra's Al Ghul gilt, die für mich bis heute, zu den interessantesten Antagonisten im Schurkenkabinett des Dunklen Ritters gehört.

Darüber hinaus sind hier allerdings noch weitere Stories enthalten, die an dieser Stelle allesamt kurz vorgestellt seien:

Batman # 219 - The Silent Night of the Batman (1970) von Mike Friedrichl/Neal Adams

Obwohl Batman davon überzeugt ist, dass Verbrechen keine Nachtruhe kennen, nicht einmal an Weihnachten, schließt er sich Commissioner Gordon und seinen Männern an, um am Heiligabend Weihnachtslieder zu singen ...

Batman # 232 - Daughter of the Demon (1971) von Dennis O’Neil/Neal Adams

Als Robin von einer nächtlichen Reise nach Hause zurückkehrt, gerät er ins Visier zweier mit Betäubungspfeilen bewaffneter Männer, die ihn kurzerhand gefangen nehmen. Einige Zeit später erhält Bruce Wayne ein Foto seines entführten Partners und die Aufforderung, seine Fähigkeiten als Detektiv unter Beweis zu stellen und ihn zu finden. In der Bathöhle angekommen, wartet dort bereits ein Mann namens Ra's al Ghul mit seinem Diener Ubu. Ra's' Kontakte haben herausgefunden, dass Bruce Wayne und Batman ein und dieselbe Person sind, und er bittet den größten Detektiv der Welt, seine Tochter Talia zu finden, die ebenfalls entführt wurde. Batman erklärt sich bereit, Ra's al Ghul zu helfen ...

Batman # 234 - Half an Evil (1971) von Dennis O'Neill/Neal Adams

Erst ein Paradeballon, dann das Tagebuch des Captain Bye. Merkwürdige Diebstähle ereignen sich in Gotham und das GCPD rund um Commissioner Gordon kann sich keinerlei Reim auf die Zusammenhänge machen. Nur Batman liest die Indizien richtig und folgt der Spur zu einem versunkenen Segelschiff, wo ein alter Gegner bereits auf ihn wartet ...

Batman # 237 - Night of the Reaper (1971) von Dennis O'Neil/Bernie Wrightson/Harlan Ellison/Neal Adams

An Halloween findet die jährliche Parade in Rutland, Vermont, statt, und Dick Grayson hat beschlossen, mit einigen seiner College-Freunde daran teilzunehmen. Während der Parade bemerken Dick und seine Freunde, wie einige Gauner einen als Robin verkleideten Mann angreifen, und versuchen vergeblich, dem jungen Mann zu helfen. Als sich die Gauner zerstreut haben, beschließt Dick als Robin ihrer Spur zur folgen. Zeitgleich befindet sich Batman auf der Jagd nach dem flüchtigen Nazi-Kriegsverbrecher Kurt Schloss. Schon bald sollen sich die Wege mit seinem jungen Schüler kreuzen ...

Batman # 243 - The Lazarus Pit (1972) von Dennis O'Neil/Neal Adams

Ein Kampf zwischen Batman und Lo Ling soll darüber entscheiden, ob Letzterer weiter als Diener für Ra's al Ghul arbeiten oder stattdessen auf die Seite des Dunklen Ritters wechseln wird. Nach einem kurzen, harten Fight wird Batman zum Sieger erklärt. Gemeinsam reist man nun in die verschneiten Berge der Schweiz: dem letzten bekannten Aufenthaltsort von Ra's al Ghul.

Batman # 244 -The Demon Lives Again (1972) von Dennis O'Neil/Neal Adams

Batman und sein kleines Team haben Talia gefangen genommen, nachdem sie den Tod ihres Vaters Ra's al Ghul in ihrem Geheimversteck miterlebt hatten. Als sie sich jedoch der Seilbahn nähern, die sie von den schneebedeckten Bergen hinunterbringen soll, werden sie von einem wahnsinnig gewordenen, übermenschlich starken Ra's al Ghul attackiert, der durch die Kräfte der Lazarus-Grube wiederbelebt wurde. Alle Versuche ihn aufzuhalten, scheitern kläglich. Nur dank Talias Eingreifen wird Batman verschont, der sich nach einer kurzen Erholungspause aber wieder direkt an die Fersen seines Feindes heftet ...

Batman # 245 - The Bruce Wayne Murder Case (1972) von Dennis O'Neil/Neal Adams

Batman hat Bruce Waynes Tod vorgetäuscht, um unbemerkt die Stadt verlassen zu können und Ermittlungen gegen einen Bürgermeisterkandidaten zu führen, der mit Nachdruck behauptet, sein politischer Gegner sei für eben jenen Mord an Wayne verantwortlich. Als angeblicher Beweis dient eine handgeschriebene Notiz des Multimillionärs. Doch Batman alias Bruce Wayne weiß - von ihm stammen diese Zeilen nicht ...

Batman # 251 - The Joker's Five-Way Revenge (1973) von Dennis O'Neil/Neal Adams

Der Joker ist aus der Nervenheilanstalt für Geisteskranke freigekommen. Er hat nicht vergessen, welche fünf Gangmitglieder ihn einst bei der Polizei verpfiffen haben und sich immer geschworen, an jedem einzelnen von ihnen blutige Rache zu nehmen. Batman setzt alles daran ihn aufzuhalten, aber der Clown des Verbrechens hat stets noch einen Joker im Ärmel ...

Batman # 255 - Moon of the Wolf (1974) von Len Wein/Neal Adams

In einer Vollmondnacht in Gotham City beobachtet Batman eine schreckliche Kreatur, die an einem Gebäude hochklettert und in die Wohnung einer jungen Frau eindringt. Nachdem sie das Haustier der Dame getötet hat, richtet die Bestie ihre Aufmerksamkeit auf die Frau, doch Batman kommt rechtzeitig, um die Bestie davon abzuhalten, seinem Opfer Schaden zuzufügen. Der Angreifer flieht, doch die Frage bleibt: Wer steckt hinter diesem Monster? Und was hat es vor? Batman sucht nach Antworten und stößt auf ein tragisches Geheimnis ...

Viel Batman aus den frühen 70er Jahren also - in einem Großteil vor allem vom Duo Dennis O'Neil - dem wohl mit wichtigsten Batman-Autor aller Zeiten und späteren Editor - und eben Neal Adams zum Leben erweckt. Und gleichzeitig auch in ein neues Zeitalter katapultiert, denn wenn auch viele Dialoge noch gewisse "Rückstände" des 60er Jahre Blödel-Humors beinhalten, ist doch die Figur Batman - und mit ihm Gotham und all seine Bewohner - um einiges reifer, ernster und kantiger geworden. Das sei an dieser Stelle all denjenigen versprochen, die bereits nach der ersten Weihnachtsgeschichte entnervend das Handtuch werfen wollen, mit der sich (und uns) Mike Friedrich so gar keinen Gefallen getan hat. Das Gegenteil von Kunst ist gut gemeint. Und dieser Weihnachtslieder singende Batman geht einfach gar nicht.

Durchhalten lohnt aber, denn schon mit "Daughter of the Demon" erwartet uns ein frühes Highlight - der allererste Auftritt von Ra's al Ghul. Dieser wurde indirekt schon seit Monaten vorbereitet. Bereits in Detective Comics # 405 und # 406 (beide erschienen 1970) kreuzte sich Batmans Weg mit der tödlichen Geheimorganisation, der League of Assassins, die im Mai 1971 in Detective Comics # 411 erneut auf den Plan trat. Diesmal angeführt vom ruchlosen Doctor Darrk, der in der Geschichte Ra's al Ghuls Tochter Talia entführt und sein vermeintliches Ende beim Fall von einem Zug findet. In Batman # 232 gibt sich nun erstmals Ra's al Ghul selbst zu erkennen - und es verwundert wenig, warum diese Figur bis heute nicht aus dem Batman-Kanon wegzudenken ist.

Im Gegensatz zu den oft sehr schrillen Schurken wie Joker, Riddler oder Two-Face ist Ra's al Ghul ein kühler, introvertierter (aber nicht weniger soziopathischer) Stratege, dessen Herkunft hier noch weitestgehend genauso im Dunkeln liegt, wie seine Motive und sein Interesse am Dunklen Ritter. Gerade diese mysteriöse Aura macht den Charakter faszinierend, sorgt letztlich dafür, dass die Geschichten mit ihm sehr oft einen extrem langsam aufbauenden, aber dann später auch umso höheren Spannungsbogen aufweisen, da dieser besonnene Planer und Denker bei der Ausführung seiner Pläne weit mehr Geduld beweist. So kommt es in dem ersten Treffen daher zu keiner echten Auseinandersetzung. Batman wird einfach gehen gelassen, wobei angedeutet wird, dass Talias Interesse an ihm nicht nur beruflicher Natur ist.

Two-Face' Auftritt in der darauffolgenden Geschichte ist weit weniger spektakulär und lesenswert, zumal sie das Noir-Genre etwas verlässt und sich stattdessen eher wie eine klassische Abenteuergeschichte liest. Interessant ist sie aber insofern, wenn man sich vor Augen führt, dass es den ersten, richtigen Auftritt des Schurken seit dem Jahr 1954 darstellt. Dazwischen war der wahnsinnig gewordene Harvey Dent vollkommen aus dem Batman-Kanon verschwunden, weswegen "Half an Evil" ein bisschen so etwas ist, wie seine Wiederauferstehung.

Auf Batman # 235 - in welcher Ra's al Ghul zum zweiten Mal auftaucht - müssen wir in diesem Band leider verzichten, weil hier nicht Neal Adams, sondern Irv Novick für die Illustrationen verantwortlich zeichnet (Sie ist allerdings in Band 43 der DC Comics Graphic Novel Collection enthalten). Und so geht es stattdessen mit einer besonderen Halloween-Party weiter, wo diesmal Dick Grayson mehr im Mittelpunkt steht, was die am Ende doch sehr ernste Geschichte - es geht über den Holocaust - nicht unbedingt gebraucht hätte. Adams, der auch an dieser Stelle wieder tolle Zeichnungen abliefert, peppt die düstere Stimmung jedoch mit ein paar "Easter Eggs" auf. So winkt dem Leser u.a. Captain America auf einem der Paradewagen zu. Eine nette Verbeugung vor den schon damals erbitterten Konkurrenten von Marvel.

In Batman # 243 und # 244 wird die Storyline um Ra's al Ghul dann endlich weitererzählt, wenngleich der Leser hier ebenfalls ein bisschen um den Einstieg betrogen wird, setzt doch "The Lazarus Pit" die Ereignisse aus "Bruce Wayne - Rest in Peace" aus Batman # 242 inhaltlich relativ nahtlos fort, weswegen man die Ausgangssituation nur mit Mühe versteht. Das ist aber auch der einzige Wermutstropfen, denn ansonsten gehören diese zwei Geschichten mit Sicherheit zum Besten, was in den 70ern im Zusammenhang mit Batman erschienen ist. Ganz im Stile eines James Bond jagt Batman den Bösewicht in seine versteckte Festung in den Bergen und stolpert dabei über das Geheimnis der Lazarus-Grube. Nun wird erstmals das Ausmaß der Gefahr, die von Ra's al Ghul ausgeht. für jedermann sichtbar. Was Holmes sein Moriarty oder der Neuen Republik ihr Großadmiral Thrawn - das ist der Dämon für den Dunklen Ritter. Ein genialer, ihm mehr als ebenbürtiger Erzfeind.

Und auch wenn der Dunkle Ritter in seinem ersten Kampf gegen den wiedererweckten Ra's ordentlich Lehrgeld zahlt, ist das Comeback um so bemerkenswerter. Ihr gemeinsames Schwertduell in der Wüste ist dramaturgisch ein absolutes Fest, die Panels von Neal Adams eine echte Augenweide. Kein Wunder, dass es genau diese zwei Stories waren, die mir so nachhaltig in Erinnerung geblieben sind. Natürlich auch wegen Dennis O'Neil. Er ist der erste, der auf eine Kontinuität in der Welt von Batman und eine größere, zusammenhängende Geschichte wert legt. Er ist es, der die Maßstäbe setzt, an dem sich ihm nachfolgende Autoren bis heute messen lassen müssen. Er ist der Erschaffer des Batmans, den wir heute kennen.

Im Anschluss gibt nochmal der Joker sein Stelldichein. Die Geschichte selbst bietet zwar viel Potenzial - der Clown des Verbrechens darf nach seinen kindischen Albereien Mitte der 60er Jahre endlich wieder ein irrer Serienmörder sein - kann mich aber am Ende wenig überzeugen, was allerdings weniger am Joker liegt, als an dem hier tumbdummen Batman, der sich eigentlich in allen Belangen saublöd anstellt. Fun Fact: Wer die "Animated Series" gesehen und gefeiert hat, wird vielleicht der Haitank am Ende bekannt vorkommen. Und es ist die letzte Story, bevor aus der Nervenheilanstalt in Gotham das berühmt-berüchtigte Arkham Asylum wird.

Den Abschluss bildet schließlich eine tragische Gruselgeschichte, welche das Rad zwar nicht neu erfindet, aber durch die stimmungsvollen Zeichnungen von Adams doch eine packende Tragik entfaltet. Nach Vampiren und Frankensteinmonstern musste natürlich auch irgendwann ein Werwolf Batmans Weg kreuzen. Das eine Mal reicht allerdings auch, wenngleich der brutale Kampf zwischen dem Lykanthropen und dem Dunklen Ritter tatsächlich fantastisch anzuschauen ist.

So gibt es sehr viel Licht in diesem Sammelband, allerdings auch Schatten - nun, wie es sich halt für Gotham gehört. Aus persönlicher Sicht ragen für mich zwar besonders die Geschichten um Ra's al Ghul heraus, aber auch alle anderen (vllt. mit Ausnahme der ersten) sind selbst heute noch gut lesbar und optisch ohnehin (dank Adams) einen Blick in diesen Comic wert. In dieser Ära wurde nicht nur der Dunkle Ritter revitalisiert, sondern auch das Fundament für den Batman gelegt, den wir heute kennen. Schön, dass Panini dem in dieser Form würdig Rechnung trägt.

87/100

Original: Batman # 219, 232, 234, 237, 243-245, 251 und 255, 1970-1974

Cover des Buches Batman: Neal-Adams-Collection: Bd. 2 (ISBN: 9783741612602)
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Rezension zu "Batman: Neal-Adams-Collection: Bd. 2" von Neal Adams

Stefan83
Die Nacht ist zurück in Gotham

Als im Jahr 2019 bei Panini drei Sammelbände mit einer Auswahl von Werken des Zeichners Neal Adams (viele davon im Kombination mit Autor Dennis O'Neil) veröffentlicht worden sind, gehörte ich vermutlich zu den ersten Käufern. Geboren in den frühen 80ern, kam ich zwar erst verhältnismäßig spät (ca. Anfang der 90er) über einen Schulfreund in Kontakt mit den Comics über den Dunklen Ritter, aber die erste Begegnung ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben, denn die Story (übrigens in Band 1 abgedruckt - werde an anderer Stelle genauer darauf eingehen) ward von Neal Adams gezeichnet. Sein Batman wurde auch mein Batman und bis heute ist seine Skizzierung des Dunklen Ritters für mich die (aufgrund des Kostüms wortwörtlich) Blaupause, wie der maskierte Rächer auszusehen hat.

Neal Adams und Dennis O'Neil traten Anfang der 70er Jahre ein schweres Erbe an. Superhelden-Comics litten unter sinkenden Absatzzahlen. Und hier hatte DC gegenüber Marvel zudem inzwischen das Nachsehen. Die bunt-poppige Comicwelt, welche durch "Batman hält die Welt in Atem" und die darauf folgende TV-Serie mit Adam West und Burt Ward ihren albernen Höhepunkt erreichte, verfing in der unter dem Eindruck des Vietnamkriegs aufwachsenden Jugend immer weniger. Zudem war das Lesepublikum insgesamt älter geworden und wollte entsprechend mehr ernst genommen werden. So entschlossen sich Adams und O'Neil dazu, zu den Anfängen zurückzukehren. Batman kam raus aus dem taghellen Scheinwerferlicht und wurde - wie es sich für eine Fledermaus auch gehört - wieder zu einem Geschöpf der Nacht. Und die Auswahl der hier vorliegenden Geschichten, ist ein Teil dieses (zum rechten Zeitpunkt eingeleiteten) Stilwechsels, der den Ton für alle weiteren Abenteuer mit dem Beschützer Gothams gesetzt hat.

Detective Comics # 395 - The Secret of the Waiting Graves (1970) von Dennis O’Neill/Neal Adams

Bruce Wayne ist zu Gast in Mexiko, eingeladen vom Ehepaar Dolores und Juan Muerto. Und wem deren Namen nicht spanisch vorkommen, der wird vielleicht ahnen, was das für sein Alter Ego bedeutet. So kommt es auch bald zu einem Todesfall, als einer der Gäste bei der Fahrt in einem Heißluftballon beinahe in die Tiefe stürzt. Der Verursacher: Ein abgerichteter Falke. Batman ist schnell genug zur Stelle, um den Mann zu retten, muss das aber kurze Zeit später wiederholen, als diesmal auf diesen geschossen wird. Der dunkle Ritter macht sich auf die Suche nach den Attentätern und stolpert über ein erschreckendes, sehr blumiges Geheimnis ...

Detective Comics # 397 - Paint a Picture of Peril (1970) von Dennis O’Neil/Neal Adams

Bei einer von Bruce Wayne gestifteten Kunstausstellung kommt es des Nachts zu einem Bilderraub durch vier Taucher, den auch Batman nicht verhindern kann. Aber er ist nicht umsonst, der größte Detektiv der Welt und so folgt er einer Spur glühender Algen und stolpert bald über den Millionär Orson Payne, der augenscheinlich hinter dem Coup steckt. Als Batman erfährt, woher das Interesse Paynes an dem Porträtbild rührt, regt sich in ihm Mitleid, was ihm fast das Leben kostet ...

Detective Comics # 400 - Challenge of the Man-Bat (1970) von Frank Robbins/Neal Adams

Kirk Langstrom, Zoologe und verantwortlich für eine anstehende Ausstellung zu nachtaktiven Tieren im Gotham Natural History Museum, ist seit längerem Fan von Batman. Inspiriert von dessen Erscheinung, forscht er an einem Serum, welche die Fähigkeiten der Fledermäuse auf den Menschen übertragen soll. Als er mit der Formel zufrieden ist, wagt er den Selbstversuch. Die ersten Erfolge zeigen sich sofort. Sein Gehör ist plötzlich mehrfach verstärkt und auch wenn ihn Sonnenlicht eher blendet, findet er sich im Dunklen nun umso besser zurecht. Doch dabei soll es nicht bleiben. Zu seinem Erschrecken verwandelt er sich auch körperlich langsam in eine Fledermaus. Man-Bat ist geboren. Und als eine Einbrecherbande, spezialisiert auf lautlose Raubzüge in der Nacht, das Museum zum Ziel erklärt, schreitet er zu Tat. Und kreuzt dabei die Wege von Batman ...

Detective Comics # 402 - Man or Bat? (1970) von Frank Robbins/Neal Adams

Kirk Langstrom, immer noch in der Gestalt von Man-Bat, bricht bei Biochem Ltd. ein, nachdem er erfährt, dass sich in einem ihrer Tresore eine Verbindung zur Herstellung eines Heilmittels für seine Mutation befindet. Wie es der Zufall will, beschließt noch in derselben Nacht die bereits bekannte Einbrecherbande, Biochem auszurauben. Ihre Anwesenheit zieht wiederum Batmans Interesse auf sich, und Man-Bat verbündet sich erneut mit ihm, um die Verbrecher aufzuhalten. Nach dem Kampf will Man-Bat jedoch weiterhin die Formel stehlen. Batman kann dies nicht zulassen und es kommt erstmals zu Kampf zwischen den beiden ...

Detective Comics # 404 - Ghost of the Killer Skies (1970) von Dennis O'Neil/Neal Adams

Als bei dem Dreh eines Films über die Geschichte von Rittmeister Hans von Hammer, dem feindlichen Flieger-Ass im Ersten Weltkrieg, ein Mord passiert, ruft das Batman auf den Plan, da er die Produktion - in Persona Bruce Wayne - finanziert. Jemand scheint diese sabotieren zu wollen und als er den Spuren folgt, deuten diese auf Heinrich Franz, der sich bald als Nachkomme von Hammers herausstellt. Der ist vom Dunklen Rächer wenig beeindruckt und fordert Batman zu einem Fliegerduell am Himmel heraus ...

Detective Comics # 407 - Marriage: Impossible (1971) von Frank Robbins/Neal Adams

Als Batman von der bevorstehenden Hochzeit zwischen Kirk Langstrom und Francine Lee erfährt, eilt er zur Kathedrale, um die Hochzeit zu verhindern und die Braut mit der Wahrheit zu konfrontieren. Doch Francine hat ihrerseits eine Überraschung für den Dunklen Ritter parat ...

Detective Comics # 408 - The House that Haunted Batman (1971) von Len Wein/Marv Wolfmanl/Neal Adams

Robin ist verschwunden und Batmans Suche führt ihn in ein altes, verlassenes Haus, das plötzlich am Rande von Gotham City aufgetaucht ist. Als er es betritt, beginnt für ihn ein scheinbar nicht enden wollender Alptraum ...

Detective Comics # 410 - A Vow from the Grave (1971) von Dennis O'Neil/Neal Adams

Batman verfolgt einen entflohenen Killer bis an den Stadtrand von Gotham und schafft es schließlich, den Verbrecher in einem felsigen Gebiet in die Enge zu treiben. Hier wird er jedoch plötzlich von einem übergroßen Mann angegriffen, der dem Killer somit die Flucht ermöglicht. Batman stellt sich dem Riesen zum Kampf und bekommt bald ungewöhnliche Unterstützung ...

Auch wenn man sich sicherlich darüber streiten kann, ob man bei der Wahl der Geschichten hier in allen Fällen ein glückliches Händchen bewiesen hat, so wartet doch der zweite Band der Neal Adams Collection mit ein paar Highlights auf, für die allein sich der Kauf bzw. die Lektüre schon lohnt. In erster Linie wären da besonders die Stories um Man-Bat zu nennen, der in der Jubiläumsausgabe Detective Comics # 400 seinen ersten Auftritt hat und dessen Geschichte in # 402 und # 407 weitererzählt wird. Die Figur Kirk Langstrom wurde im Verlauf der 70er - und auch den Jahren darauf - ein regelmäßiger Gegner für Batman, wobei Schöpfer Frank Robbins mit ihm einen Typus Schurke auf die Bildfläche bringt, der von eher tragischer Natur ist. Wie auch ein Mr. Freeze, so tut auch er Böses nicht rein aus selbstsüchtigen Gründen. Und es liegt nahe, dass hier die klassische Geschichte von Stevensons "Dr. Jekyll & Mr. Hyde" natürlich Pate gestanden hat.

Neal Adams bringt dabei das Gothic-Element zurück nach Gotham, wodurch alle Stories einen weitaus düsteren Anstrich haben, der allerdings hin und wieder von den etwas tumben Dialogen (z.B. zwischen Batman & Robin) karikiert wird, die wiederum deutlich machen, dass zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel Zeit vergangen war, seit Batman und Robin die Welt (vor Lachen) in Atem hielten. Dieses kindisch-humorige Element wirkt aber - von der letzten, wirklich lächerlichen Geschichte mal abgesehen - in keinem Fall störend, zumal auch ernste Themen wie der Erste Weltkrieg oder die Folgen des Holocausts thematisiert werden. Optisch herausragt Detective Comics # 404. Die Panels mit Batman im dunklen Mondlicht und dem Duell am Himmel zeugen einmal mehr von Adams' Klasse.

Insgesamt eine gelungene Zusammenstellung von Detective-Comics-Stories aus den frühen 70er Jahren, die Lust auf mehr aus dieser Epoche macht.

85/100

Original: Detective Comics # 395, 397, 400, 402, 404, 407, 408 und 410, 1970-1971

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