Ein neuartiges Corona-Virus verbreitet sich pandemisch. Die Besonderheit: Die Genesenen werden zu "besseren" Menschen: glückliche, selbstlose, aufopferungsvolle, soziale und genügsamere Versionen ihrer Selbst. Was wie die Lösung für alle Probleme der Menschheit klingt, zeigt seine Tücken im Detail. So balanciert Shustermans Version einer Welt am Kipppunkt gekonnt zwischen den Polen, ob dies eine dystopische oder utopische Wendung der Menschheitsgeschichte sein könnte. Die Antwort ist ein klares: Weder ... noch ...
In diesem Setting geht es im Prinzip um drei jugendliche bzw. junge Protagonisten. Ron gehört zur Risikogruppe und ist Sohn eines superreichen Vaters, der ihn mit aller Gewalt beschützen möchte. Mariel lernt ihn durch Zufall kennen, denn die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein: Sie und ihre Mutter, die eher leichtfertig mit der Pandemie umgeht, leben im Auto. Die dritte ist die hochbegabte, aber wenig einfühlsame Morgan, die mehr durch Zufall das Wirtschaftsimperium der infizierten Glynis erbt; die alte Dame hat Angst davor, dass sie das Schicksal anderer superreicher Genesener ereilt und sie ihr gesamtes Vermögen verschenkt. Alle drei werden eine exponierte Rolle im Pandemiegeschehen einnehmen.
Shusterman schreibt nicht nur sehr spannende Near-Fiction-Geschichten, sondern verarbeitet in ihnen auch Themen, die auf verschiedene Art und Weise zum Nachdenken anregen. Dieser Stoff, dass ein Teil der Bevölkerung plötzlich einfach gut und glücklich ist, bietet vielfältige Ansatzpunkte für Konflikte und nicht absehbare Folgen, denn Crown Royal (so heißt das fiktive Corona-Virus) und seine Folgen sind eben nicht einfach die Lösung für alle Probleme der Menschheit. Ich hätte noch sehr lange weiterlesen und Shusterman bei seinen Spekulationen folgen können.
Das Ende ist dann auch kein echtes Ende, sondern er entlässt seine Leser zum Weiterspekulieren. Meine älteren Kids lesen die Bücher des Autoren sehr gerne. Ich auch ...





































