Kompass ohne Norden

von Neal Shusterman 
4,5 Sterne bei11 Bewertungen
Kompass ohne Norden
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

M

Die Geschichte hat mich sehr berührt. Das Buch eröffnet einen Einblick in die Krankheit Schizophrenie. Sehr interessant und erschreckend.

Skyline-Of-Bookss avatar

Selten hat mich ein Buch emotional so mitgerissen

Alle 11 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Kompass ohne Norden"

Caden hält sich für einen normalen Jungen. Doch sein Verstand ist ein krankhafter Lügner, der sich auf fantastische Reisen begibt. Manchmal befindet Caden sich auf dem Weg zum tiefsten Punkt der Erde im Marianengraben, auf einem Schiff, auf dem die Zeit seitlich läuft wie eine Krabbe, verwittert von Millionen Fahrten, die bis in die finstere Vergangenheit zurückreichen. Und in der Realität lässt Cadens Verstand harmlose Dinge wie einen Gartenschlauch zur tödlichen Gefahr werden. Als die Grenze zwischen realer und fantastischer Welt verschwimmt, begreift Caden: In den Tagen der Bibel hätte er vermutlich als Prophet gegolten, doch heute lautet die Diagnose: Schizophrenie.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446260467
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Hanser, Carl
Erscheinungsdatum:20.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,5 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne8
  • 4 Sterne1
  • 3 Sterne1
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    M
    mandyswonderworldvor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Die Geschichte hat mich sehr berührt. Das Buch eröffnet einen Einblick in die Krankheit Schizophrenie. Sehr interessant und erschreckend.
    Sehr bewegende Geschichte

    Das Buch besteht aus vielen kurzen Abschnitten, die zum Teil in der Realität und zum Teil nur in Cadens Gedanken spielen. Oder in beiden. Manchmal kann man das als Leser ebenso wenig unterscheiden wie Caden selbst. Die Welt in Cadens Gedanken spielt auf einem Schiff, weit hinaus im Ozean und stellt an sich betrachtet eine fantastische Erzählung dar. Durch viele Kleinigkeiten merkt man im Verlauf immer mehr, wie diese Welt mit der Realität zusammenhängt.

    »Ihr einen Namen zu geben, heißt, sie zu versenken«, hat er geantwortet. »Was wir benennen, bekommt mehr Gewicht als das Wasser, das es verdrängt. Frag jeden Schiffbrüchigen.«

    Neal Shusterman – Kompass ohne Norden

    Mich hat das Buch sehr berührt. Verstärkt auch dadurch, dass der Autor in seinem Vorwort schreibt, dass er die Erfahrungen seines Sohnes mit der Krankheit Schizophrenie in den Text einfließen lässt. In dem Buch sind auch Zeichnungen, die sein Sohn während seiner Klinikzeit gemalt hat. Ich finde es ist sehr wichtig, solche Themen anzusprechen, über sie zu sprechen und dadurch mehr Verständnis in der Gesellschaft zu erzeugen. Unter Schizophrenie konnte ich mir zuvor auch nicht wirklich etwas vorstellen. Man denkt an das „Stimmen hören“ und das war es dann auch schon mit dem Wissen. Natürlich ist „Kompass ohne Norden“ auch nur eine Geschichte von vielen und jeder Betroffene erlebt verschiedene Dinge, aber einige Punkte sind wahrscheinlich für jeden gleich: der Leidensdruck und das Unverständnis der Mitmenschen. Ich stelle es mir sehr schlimm vor, sich selbst nicht mehr vertrauen zu können, weil man nicht weiß, was Realität ist und was nicht. Ich denke, das ist ganz schön beängstigend. Ich finde es auch faszinierend und erschreckend, wie aus einem Gegenstand, einem einfachen Wort oder Satz so viele Gedanken folgen, die zum Schluss immer zu dem Gedanken führen: Es wird etwas ganz schreckliches passieren. (Und ich bin daran Schuld.) Aber neben all diesem Leid zeigt das Buch auch, dass das Leben weiter geht und dass man einen Umgang damit finden kann. Das hat mich sehr berührt.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Damariss avatar
    Damarisvor 10 Tagen
    Wow! Beeindruckend, realitätsnah und metaphorisch zugleich. Lesen!

    Neal Shusterman ist vielen Lesern durch seine düstere und dysopische Jugendbuchreihe ein Begriff. Umso erstaunter war ich, dass "Kompass ohne Norden" ein völlig anderes Werk des Autors ist. Er hat lange daran geschrieben; die Idee für dieses Buch bekam er durch seinen Sohn, der in seiner Jugend psychisch erkrankt ist. Vieles, was sein Hauptprotagonist Caden im Buch erlebt, ist Shustermans Sohn Brendan ebenso passiert. Von ihm stammen auch die Zeichnungen im Buch, die alle während der Tiefen, wie Shusterman einen psychotischen Schub beschreibt, entstanden. "Kompass ohne Norden" ist kein leises Buch. Es ist eines, das stark aufwühlt, mich an den tiefsten Punkt eines jungen Verstandes führte, und mich stark beeindruckt hat.

    Caden ist beliebt und pfiffig, ein Junge, den man gern hat, wenn man ihm begegnet. Doch schleichend verändert sich seine Psyche. Er analysiert Dinge bis ins kleinste Detail, über die sich die meisten Menschen keine Gedanken machen würden, fühlt sich grundlos bedroht und steigert sich in Manien, die für Familie und Freunde schwer nachzuvollziehen sind. Und irgendwann begibt sich Caden auf eine Reise in die Tiefen seiner Seele. Einen Weg zurück gibt es nicht. Ohne Hilfe wird Caden immer auf dieser Reise bleiben.

    Der Steuermann sagt, ich solle mir deswegen keine Sorgen machen. [...] "... Meine Karten zeigen uns die Route, aber deine Visionen weisen uns den Weg. Du bist der Kompass, Caden Bosch. Du bist der Kompass!"
    "Wenn ich der Kompass bin, dann bin ich ziemlich nutzlos", antworte ich. "Ich kann Norden nicht finden." - S. 17


    Die Geschichte ist so hochwertig und perfekt durchdacht geschrieben, dass sie, vor allem am Anfang, viel Aufmerksamkeit beim Lesen benötigt. Es dauert eine kurze Zeit, bis man die Gegebenheiten sortiert hat und kleine Feinheiten oder Anspielungen erkennt. Ich ein paar Mal gerne zu den ersten Kapiteln zurückgeblättert, als ich in die Handlung eingetaucht war. Im Grunde sind es nämlich zwei Geschichten: Cadens Erlebnisse und Entwicklung im realen Leben und seine Tiefseereise, die Schizophrenie. Die realen Eindrücke waren mir zu Beginn lieber, bzw. interessanter. Mit der Zeit vermischen sich aber beide Geschichten (gewollt), so dass man sie nicht mehr eindeutig trennen kann. Am Ende bleibt das Gefühl eines großartigen Buches zurück, eines, das man so sicherlich noch nicht gelesen hat. Ich bin sehr begeistert.

    Fazit
    "Kompass ohne Norden" hat mich nicht nur völlig gebannt an die Seiten gefesselt, es hat mich auch nach dem Lesen lange nicht losgelassen. Sehr beeindruckend, realitätsnah und metaphorisch zugleich beschreibt Neal Shusterman den Alltag eines Jungen mit Schizophrenie und bipolarer Störung. Das hat mich fasziniert (auch wenn ich nicht weiß, ob Faszination hier angebracht ist) und sehr berührt. Ein solches Buch kann gewiss nicht heilen, aber es kann Betroffenen Mut machen und Nicht-Betroffenen Verständnis und konkrete Einblicke schenken. Großartig! 5 von 5 Sterne müssen hier sein.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    weinlachgummis avatar
    weinlachgummivor 21 Tagen
    Kompass ohne Norden

    Ich liege auf dem Bett und warte darauf, dass die Welt untergeht.
    Seite 300

    Ich war sehr gespannt auf Kompass ohne Norden, nicht nur weil es von einem Jungen mit der Diagnose Schizophrenie handelt. Sondern auch weil ich von Neal Shusterman Scythe gelesen hatte und es richtig genial fand. Da habe ich mich gefragt, ob der Autor auch ein Jugendbuch mit so einem schwierigen Thema schreiben kann. Er kann. Gleich das Vorwort macht deutlich, er weiß wovon er schreibt. So hat sein Sohn Brendan, von dem auch die Zeichnungen im Buch sind, ihn erst auf die Idee zu der Geschichte gebracht Viel von dem wie Brendan sich damals gefühlt hat bzw. seine Umgebung wahrgenommen hat, sind in das Buch mit eingeflossen.

    Caden ist beliebt, er designt mit seinen Freunden ein Videospiel in der Freizeit und zeichnet gerne, alles ganz normal. Bis sein Verstand nicht mehr mitspielt. Immer öfter befindet er sich auf einem Schiff, mit einem Kapitän der ihm nichts gutes will. Der Papagei warnt ihn zwar, doch wem kann er noch vertrauen? Und auch in der Schule ist da dieser Junge, der schaut ihn so komisch an, bestimmt will er ihn umbringen. Und auch der Blick von der Frau auf der anderen Straße, sie plant etwas, vielleicht will sie das Haus seiner Familie anzünden. Caden kommt dem Abgrund immer näher. Gefangen in seinem Kopf und doch nicht mehr in sich selbst.

    Früher hatte ich Angst zu Sterben.
    Jetzt habe ich Angst, nicht zu leben.
    Seite 188

    Zunächst hatte ich Probleme mit der Erzählung auf dem Schiff. Ich komme mit Geschichten in Geschichten nicht gut klar, der Bezug zur Krankheit und der Psychiatrie war mir zwar schnell klar, doch tat ich mich da lange schwer. Dies ist auch der Grund, wieso das Buch nicht die volle Punktzahl bekommt. Mit der Zeit kam ich auch in diese Geschichte rein. Wie die Krankheit als Kapitän dargestellt wurde, hat mir sehr gut gefallen.

    Die Zeichnungen im Buch, welche von dem Sohn von Neal Shusterman stammen, haben das ganze untermauert und zur Authentizität beigetragen, da Caden auch viel und gerne zeichnet. Allgemein empfand ich das Buch als sehr authentisch. Ich arbeite selbst in einer Psychiatrie und hatte auch schon mit ein paar schizophrenen Menschen zu tun. Im Berufsleben muss man da oft eine starke Mauer ziehen, um sich selbst zu schützen. Im Gegenzug konnte ich mich hier auch emotional auf Caden und seinen Leidensweg einlassen. Seine Geschichte hat mich sehr berührt. Er ist ein intelligent und lieber Junge, der auf seine Art auch versucht den anderen Jugendlichen in der Psychiatrischen Einrichtung zu helfen.

    ...und mir geht auf, dass die Dunkelheit das Licht lieben muss.
    Und doch muss eins das anderen immer töten.
    Seite 272

    Neal Shusterman wollte mit diesem Buch Betroffenen und Angehörigen Mut machen und Hoffnung geben. Und auch aufklären,denn Aufklärung ist so wichtig. Man sollte meinen Psychische Erkrankungen seien heutzutage kein Tabuthema mehr, und doch herrscht da noch so viel Unwissenheit und Vorurteile. Weswegen ich dieses Buch sehr wichtig finde.

    Fazit:
    Wenn du deinem eigenen Verstand nicht mehr trauen kannst, wem dann?
    Neal Shusterman erzählt auf eine gefühlvolle und authentische Art die Geschichte von Caden.
    Sein Leidensweg hat mich sehr berührt.
    Und ich werde das Buch nicht so schnell vergessen.
    Neal Shusterman wollte mit diesem Buch Mut und Hoffnung verbreiten und auch Aufklären.
    Ein wichtiges Buch.
    4,5 Sterne

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    youBibianss avatar
    youBibiansvor 22 Tagen
    Unglaublich umhauend!

    Das Buch „Kompass ohne Norden“ von Neal Shusterman hat mich sehr berührt. In der Geschichte geht es um einen Jungen namens Caden, und wie er die Welt sieht. Anfangs ist es etwas schwieriger, das Buch zu verstehen, da Realität, Wahnsinn und Philosophie nur durch Absätze getrennt werden.

    Doch durch diese anfängliche Verwirrung kann man den psychisch kranken Jungen nur allzu gut verstehen, wie er tagtäglich versucht, zu kämpfen. Im Laufe der Geschichte bekommt man ein immer klareres Bild der Situation, als auch Caden sein Zustand immer klarer wird und er Hilfe bekommt.
    Ich bin so hin und weg von diesem Buch! Von der Tatsache abgesehen, dass der Schreibstil von Neal Shusterman einfach unglaublich ist, danke auch an die tolle Übersetzung von Ingo Herzke, wird das Thema Psychische Erkrankungen aufschlussreich aufgefasst und so verständlich erklärt, dass selbst Unwissende alles verstehen können.

    Die Art, wie der Autor dieses ernste Thema verpackt und Cadens Reise durch Höhen und Tiefen beschreibt, kann man nur mitfühlen.
    Das Beispiel, dass der Autor zur Veranschaulichung und Personifizierung der Schizophrenie gewählt hat, begleitet einen durch das ganze Buch hindurch und wurde mehr als passend gewählt. Die Zeichnungen, die von Brendan Shusterman, einem an der schizoaffektiven Störung Leidenden, gezeichnet wurden, sind an den passenden Stellen eingefügt worden und sind eine weitere Hilfe dabei, Caden’s Gedankengänge nachvollziehen zu können.
    Alles in allem finde ich es sehr gut, wie der Autor ein Thema beschreibt, was heutzutage immer noch gemieden wird. Da er sich über das Thema informiert hat und selbst Erfahrungen mit einer Klinik gemacht hat, wenn auch nicht selbst als Patient, so ist die Realität gut getroffen. Zwar wird die Einrichtung teilweise beschimpft, doch dies auch nur aus der Sicht des Patienten, welcher tief in seiner Krankheit feststeckt.
    Diesem so fesselnden und berührendem Buch würde ich fünf von fünf Sternen geben, da ich nichtmals Kritik auf höchstem Niveau geben kann. Obwohl, oder gerade deswegen, dass diese Geschichte nicht wie jeder andere Roman ist, will man umso mehr wissen, wie es weitergeht. Da dieses Buch ein schwieriges Thema einfach und kompakt beschreibt und erklärt, ist es zu einem meiner Lieblingsbücher geworden.

    Johanna, 15


    Kommentieren0
    0
    Teilen
    paperloves avatar
    paperlovevor einem Monat
    War einfach nicht meins

    Meine Rezension findet ihr auch auf:

    DNF at 50%

    Auf dieses Buch bin ich aus den folgenden Gründen aufmerksam geworden: Der Autor, das Cover und die Thematik – und zwar in genau dieser Reihenfolge.
    Neal Shusterman hat sich mit seiner „Vollendet“-Reihe und später auch mit „Scythe“ einen Platz in der Riege meiner Lieblingsautoren geschaffen. Das Cover hat mich nicht nur neugierig gemacht, weil es aussergewöhnlich schön und ansprechend gestaltet ist, sondern weil es sich auch sehr von den bisherigen Büchern unterscheidet, die ich bisher von dem Autor gelesen hatte. Der Grund dafür hat sich dann spätestens aus der Inhaltsangabe ergeben: Statt einer weiteren Dystopie, hat sich Shusterman dieses Mal in ein neues Genre gewagt und schreibt über Schizophrenie. Mir wurde erst nach dem Vorwort bewusst, dass sein Sohn an einer psychischen Erkrankung leidet und er dadurch persönliche Erfahrungsberichte im Umgang mit einem Schizophrenen miteinfliessen lässt. Diese drei Komponenten konnten eigentlich nur eines bedeuten: Das Buch muss einfach gut werden.

    Voller Neugierde und Tatendrang habe ich das Ebook begonnen, musste aber sehr bald feststellen, dass meine anfängliche Euphorie schnell nachliess. Shusterman hat für dieses Buch einen ganz eigenen Erzähl- und Schreibstil gewählt, der dem Thema vermutlich mehr Authentizität verleihen sollte und den ich leider auch nicht genau in Worte fassen kann. Bei mir hat er leider nur zwei Sachen ausgelöst: Verwirrung und allmähliches Desinteresse.
    Das Buch lässt sich in zwei Handlungsstränge einteilen. Die eine handelt von Cadens Realität, in der er durch seine Erkrankung immer wieder an seine Grenzen gerät und die andere spielt in einer Art Fantasiewelt, in der Caden ein Kapitän auf einem Schiff ist. Mit letzterem konnte ich leider überhaupt nichts anfangen, denn mir war nicht ganz klar, worauf Shusterman damit hinaus wollte. Ging es darum, die teilweise wirren Gedankengänge eines Schizophren-Erkrankten mit bildhaften Metaphern zu beschreiben oder verfolgte er damit irgendeinen anderen tieferen Sinn? Ich fand Cadens Fantasiereise als Kapitän einfach nur verwirrend, nichtssagend und dadurch leider auch gähnend langweilig. Irgendwann habe ich diese Kapitel eher übersprungen und mein Fokus auf das reale Erleben gelegt – denn das hätte in meinen Augen durchaus Potential für ein spannendes Buch gehabt. Shusterman gelingt es durch wenige Szenen zu beschreiben, wie der paranoide Verfolgungswahn eines Schizophrenie-Erkrankten aussehen kann. Caden hat nämlich das Gefühl, dass ihn ein Mitschüler umbringen will und wird deshalb in eine Therapie geschickt. Was für uns vermutlich absurd klingt ist für Patienten mit paranoider Schizophrenie leider eine (scheinbare) Realität. Leider hat dieser Umstand allein aber nicht ausgereicht, um mich bei Stange zu halten. Durch die ständigen Unterbrechungen der Kapitäns-Story und dem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil wurde ich immer wieder in meinem Lesefluss gestört. Ich musste mich sogar regelrecht zwingen, weiterzulesen… und als ich bei der Hälfte des Buches angekommen bin, habe ich mich entschieden, der Qual ein Ende zu setzen und das Buch abzubrechen. Vielleicht habe ich mir dadurch die Chance genommen, dass Shusterman am Ende eine Verbindung zwischen den beiden Handlungssträngen aufzeigt, die dem Ganzen etwas mehr Sinn verliehen hätten. Trotzdem hätte selbst das nicht mehr für eine bessere Bewertung meinerseits ausgereicht, denn dafür hat mir einfach der Zugang zu Caden und seiner Geschichte gefehlt.

    Fazit: Die Thematik ‚Schizophrenie‘ wäre interessant und wer sich für einen Schreib- und Erzählstil der etwas anderen Art begeistern kann, dem könnte dieses Buch durchaus gefallen. Meinen Geschmack hat Shusterman damit diesmal aber leider nicht getroffen, deshalb kann ich – so Leid es mir tut – auch nicht mehr als 2 Sterne vergeben. Die abgedroschene Phrase „Es liegt nicht an dir, sondern an mir“ beschreibt meine Bewertung aber abschliessend vermutlich am besten. Wer sich auf ein Buch der besonderen Art einlassen kann, dem kann ich „Kompass ohne Norden“ trotz meiner eher schlechten Bewertung empfehlen. Macht euch in diesem Fall einfach selbst ein Bild davon.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Skyline-Of-Bookss avatar
    Skyline-Of-Booksvor einem Monat
    Kurzmeinung: Selten hat mich ein Buch emotional so mitgerissen
    Selten hat mich ein Buch emotional so mitgerissen

    Klappentext

    „Caden hält sich für einen normalen Jungen. Doch sein Verstand ist ein krankhafter Lügner, der sich auf fantastische Reisen begibt. Manchmal befindet Caden sich auf dem Weg zum tiefsten Punkt der Erde im Marianengraben, auf einem Schiff, auf dem die Zeit seitlich läuft wie eine Krabbe, verwittert von Millionen Fahrten, die bis in die finstere Vergangenheit zurückreichen. Und in der Realität lässt Cadens Verstand harmlose Dinge wie einen Gartenschlauch zur tödlichen Gefahr werden. Als die Grenze zwischen realer und fantastischer Welt verschwimmt, begreift Caden: In den Tagen der Bibel hätte er vermutlich als Prophet gegolten, doch heute lautet die Diagnose: Schizophrenie.“

     

    Gestaltung

    Die Aufmachung des Buches finde ich unglaublich gut gelungen, denn das Covermotiv passt hervorragend zur Handlung. Der Junge, der im Ozean versunken ist und an einer verworrenen Leine hängt, passt auch sehr gut zum Buchinhalt. Die verschiedenen Blaunuancen gefallen mir richtig gut, da sie das Meer sehr schön wiederspiegeln und miteinander harmonieren. Ganz besonders beeindruckend fand ich die Illustrationen, die sich im Buch finden, denn diese sind vom Sohn des Autors gezeichnet.

     

    Meine Meinung

    Von Neal Shusterman kenne ich bereits seine „Scythe“-Bücher, die ich super fand. Als ich dann sein neues Werk „Kompass ohne Norden“ sah und mir den Klappentext durchlas, war ich unheimlich gespannt. Ein Buch über Schizophrenie? Da war meine Neugierde sofort geweckt. Und ich muss eindeutig sagen, dass ich finde, dass „Kompass ohne Norden“ das bisher bewegendste und berührendste Buch von Neal Shusterman ist!

     

    In dem Buch geht es um Caden, welcher eigentlich ein ganz normaler Junge von nebenan ist, mit dem einzigen Unterschied, dass sein Verstand ihn manchmal in die Tiefen des Ozeans entführt. Für ihn verschwimmen Realität und Fantasie, da bei ihm die psychische Krankheit der Schizophrenie diagnostiziert wurde. Ich fand es total ergreifend, wie der Autor Cadens Leben und seinen Weg, mit seiner Krankheit klarzukommen, dargestellt hat. Ich empfand dies als absolut authentisch und real, denn Neal Shusterman zeigt dem Leser ein Zusammenspiel aus Verzweiflung und Hoffnung. Mir wurde teilweise das Herz schwer, weil ich so mit Caden mitgefühlt habe.

     

    Caden ist ein toller Protagonist, denn er ist eigentlich total normal, nett und freundlich. Ich hatte ihn total gern und habe ihn direkt in mein Herz geschlossen. Als er dann als schizophren diagnostiziert wird, war ich erstaunt und total bewegt. Es hat in mir den Wunsch ausgelöst, ihm auf seinem Weg zu helfen und beizustehen, da ich ihn so gern hatte. So schafft der Autor eine intensive emotionale Involviertheit, die mich geradezu in das Buch und in Cadens Ozean-Welt gezogen hat.

     

    Diese Ozean-Welt macht auch eine Art fantastisches Element in der Geschichte aus, denn Caden findet sich in seinen Wahnvorstellungen immer wieder auf einem Schiff oder dem Grund des Ozeans wieder. Diese Ebene verdeutlichte auf sehr eindrucksvolle Weise, wie der Verstand einem glauben machen kann, etwas anderes zu sehen als in der Realität und wie es sich anfühlt Gefangener seiner Gedanken zu sein. Die Tiefen und der Kapitän des Schiffes verbildlichen sehr greifbar wie Cadens Krankheit ihn in eine andere Welt hineinzieht und wie es sich anfühlt, mit dieser psychischen Erkrankung zu leben. So wurde für mich als Leser Cadens Gefühlswelt sehr nachvollziehbar dargestellt, sodass es mir oftmals eine Gänsehaut auf die Arme getrieben hat, weil ich mich total in Caden hineinversetzen und seine Gefühle verstehen konnte.

     

    Vor dem Hintergrund, dass Neal Shusterman seine eigenen Erfahrungen in die Geschichte hat einfließen lassen, wurde sie für mich nur noch emotionaler und berührender. Der Sohn des Autors hat etwas Ähnliches durchgemacht wie Protagonist Caden und so erhielten die Illustrationen, die die fantastische Ebene begleiten, noch einmal eine viel tiefere Bedeutung. Es gefiel mir sehr, dass die Bilder von Neal Shustermans Sohn in die Geschichte integriert worden sind und dass sie dem Buch so viel mehr Tiefe und Bedeutsamkeit verleihen.

     

    Durch die Erzählebenen und die hohe Emotionalität der Geschichte habe ich die Handlung als sehr intensiv und berührend wahrgenommen. Die Handlung war sehr realistisch und auch wenn mir oftmals mein Herz richtig schwer wurde, so hat Cadens Geschichte auch viel Hoffnung versprüht. Das Ende des Buches war für mich genau richtig, denn es zeigt, dass das Leben weitergeht und sich durch Höhen sowie Tiefen auszeichnet. Mich hat selten eine Geschichte emotional so mitgenommen und mitgerissen wie diese!

     

    Fazit

    Mich hat „Kompass ohne Norden“ absolut beeindruckt, berührt und bewegt. Für mich ist diese Geschichte die Bewegendste, die Neal Shusterman bisher geschrieben hat. Cadens Leben mit seiner psychischen Erkrankung hat mich total ergriffen und mitfühlen lassen. Dabei fand ich es klasse, wie der Autor die Krankheit durch verschiedene Ebenen verdeutlicht und dem Leser so nahegebracht hat. Beim Lesen wurde mir das Herz schwer, aber gleichzeitig versprüht „Kompass ohne Norden“ auch sehr viel Hoffnung, wodurch das Lesen unglaublich bewegend wird. Ich wurde emotional in die Geschichte hineingezogen und konnte sie kaum aus den Händen legen! Intensiv, emotional und authentisch – das ist „Kompass ohne Norden“.

    5 von 5 Sternen!

     

    Reihen-Infos

    Einzelband

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    rainybookss avatar
    rainybooksvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: In die Welt eines psychisch kranken Jungen einzutauchen und den Weg daraus zu begleiten war.einfach... mir fehlen die Worte. Lest es!!
    Kommentieren0
    L
    lindalovesbooksvor 11 Tagen
    buchmagie88s avatar
    buchmagie88vor 25 Tagen
    tine16s avatar
    tine16vor einem Monat

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Einfühlsam, umwerfend, außergewöhnlich – Neal Shustermans Roman über Schizophrenie aus der Sicht eines Betroffenen, ausgezeichnet mit dem National Book Award

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    Lesemagie_Buchblogs avatar
    Lesemagie_Buchblogvor 2 Monaten
    Ein neues Buch von Shusterman mit einem sehr sensiblen Thema! Ich bin gespannt ...
    Kommentieren
    Sommerkindts avatar
    Sommerkindtvor 4 Monaten
    Mich hat das Cover und der Klappentext so gefesselt das ich es gerne lesen würde. Zudem haben mir die Bücher die ich von Shusterman gelesen habe bis jetzt sehr gefallen.
    Kommentieren

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks