Necla Kelek Bittersüße Heimat

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Inhaltsangabe zu „Bittersüße Heimat“ von Necla Kelek

Spannende Einsichten für die aktuelle Debatte über türkische Identität und Integration 'Bittersüße Heimat – dieses widersprüchliche Bekenntnis beschreibt treffend mein Verhältnis zu dem Land, aus dem ich komme.' Necla Keleks Bericht aus dem Inneren der Türkei deckt unter der Oberfläche eines modernen Landes die Zerklüftungen auf, die zerrissenen Mentalitäten, die politischen Widersprüche und die sozialen Brüche, in die die Republik zunehmend gerät. Woher kommt, wohin treibt die Türkei? Eine lebendige Reportage über die politische und gesellschaftliche Situation in der Türkei.

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  • Rezension zu "Bittersüße Heimat" von Necla Kelek

    Bittersüße Heimat
    Clari

    Clari

    06. October 2008 um 13:32

    Necla Kelek Bittersüße Heimat Kiepenheuer & Witsch ISBN 3462040421 Heutiges Leben in der Türkei. Bittersüß sind die Erfahrungen, die Necla Kelek auf einer Reise in ihre Heimat macht, in eine von gesellschaftlichen Gegensätzen beherrschte Türkei. Es gibt dort eine alte Kultur, liebenswerte Menschen, gutes Essen, aufgeklärte und gebildete Bürger und herrliche Landstriche, und es gibt daneben barbarische archaische Gesellschaftsstrukturen. Die politische Vergangenheit zeigt äußerst komplizierte Entwicklungen hin zum heutigen Staat Türkei! In einem Eingangskapitel philosophiert Necla Kelek über den Begriff von Heimat, den sie dahingehend definiert, dass Heimat da sei, wo man sich verantwortlich fühle. Ein Satz für ihren Neubeginn in Deutschland gipfelt in der Einsicht, dass „ Respekt kein Gehorsam, sondern Achtung vor dem anderen ist, dass Zurückhaltung keine Kälte, sondern Höflichkeit ist.“ Um in Deutschland nicht fremd zu bleiben, hat sie sich mit diesen Begriffen auseinander gesetzt. Sie bilden eine der Grundlagen ihres Demokratieverständnisses. Ihr Bericht beginnt mit dem Tod ihres sehr geliebten Onkels, der in Ankara beerdigt wird. Der Rahmen seiner Bestattung bietet Einblicke in eine von Traditionen und starkem Familienzusammenhalt geprägte Gesellschaft. Kelek steigt in ihrem Buch tief in die jüngste türkische Geschichte ein, in der Atatürk als Nationalheld gefeiert wird. Sie kritisiert den heute waltenden türkischen Nationalismus, den unterschiedliche politische Richtungen auf ihre Fahnen geschrieben haben. Diesen Nationalismus mit seinem chauvinistischen Anspruch bezeichnet sie als sinnentleert und überholt. Er passt „ besser zu den noch existierenden Diktaturen in der Welt als in ein demokratisches Europa.“ Argwöhnisch betrachtet sie die Trennung von Staat und Religion, da in der Realität der Islam in der Türkei stark in den Staat hineinwirkt. Bei ihrer Suche nach einer nach Anatolien entführten Deutsch-Türkin geht Kelek auf den Begriff der Ehre in diesen abgelegenen Landstrichen ein. Die harten Auslegungen des Ehrbegriffs in den östlichen Landesteilen erfahren harsche Kritik. Positives weiß sie über die Arbeit einer Frauenhilfsorganisation Kamer zu berichten, die Frauen bei der Suche nach Recht und Befreiung zur Seite steht. Necla Kelek gibt mit ihrem fundierten Wissen über den Staat und seine Geschichte und den aus eigenen Erfahrungen bei Reisen ins Landesinnere gewonnenen Eindrücken beredt Auskunft über ihr Land. Es ist von diversen ethnischen Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten geprägt. Das Übergewicht der muslimischen Bevölkerung bestimmt den Alltag, und Familienclans herrschen auch heute noch über ganze Regionen. Ausführlich sind ihre Studien, genau ihre Beobachtungen und wissenswert ihre Schlussfolgerungen. Sie ist eine streitbare Frau, der das Land ihrer Herkunft am Herzen liegt. Mit ihrem Buch leistet sie einen gelungenen, nachdenklich stimmenden und kritischen Beitrag zur Aufklärung über die Lage in der heutigen türkischen Gesellschaft. Necla Kelek ist Türkin von Geburt lebt jedoch seit vierzig Jahren in Deutschland. Hier gehört sie einer emanzipatorischen Bewegung an, die sich der Unterdrückung türkischer Frauen annimmt. Sie ist eine mit vielen Ehrungen ausgezeichnet Sozialwissenschaftlerin und lebt als freie Publizistin in Berlin.

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