Neel Mukherjee

 3.7 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von In anderen Herzen, Das Leben in einem Atemzug und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Neel Mukherjee

Er erzählt von der Hoffnung auf ein besseres Leben: Neel Mukherjee wurde 1970 in Kalkutta, Indien, geboren. In Oxford und Cambridge studierte er Englische Literatur. Sein Debütroman "A Life Apart", der 2010 erschien, erhielt den Vodafone Crossword Award und den Writers’ Guild of Great Britain Award. Mit "In anderen Herzen" wurde Mukherjee für den Man Booker Prize 2014 nominiert und wurde mit dem Encore Award für den besten zweiten Roman ausgezeichnet. Heute lebt er in London und schreibt unter anderem für The New York Times, The Guardian und das TIMES Magazine.

Alle Bücher von Neel Mukherjee

Das Leben in einem Atemzug

Das Leben in einem Atemzug

 (5)
Erschienen am 12.09.2018
In anderen Herzen

In anderen Herzen

 (6)
Erschienen am 16.03.2016
The Lives of Others

The Lives of Others

 (0)
Erschienen am 08.01.2015

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Rezension zu "Das Leben in einem Atemzug" von Neel Mukherjee

zwischen Tradition und Moderne
MilaWvor 6 Monaten

Mukherjee wirft einen genauen Blick auf das moderne und doch in Traditionen verhaftete Indien. Er begleitet Menschen, die aufbrechen, um ein besseres Leben zu finden.  Eine Köchin, die hart arbeitet, um ihrem Neffen eine Ausbildung im Ausland zu ermöglichen; einen Mann, der mit einem Tanzbären durch's Land zieht; ein Mädchen, dass vor Terroristen flieht; einen Mann, der im Ausland lebt und jedes Mal, wenn er zurück nach Indien kommt bemerkt, wie fremd ihm die Gesellschaftsstruktur geworden ist...

Das Buch ist fast schon schmerzhaft intensiv. Mehrmals musste ich pausieren und konnte doch nicht aufhören zu lesen. 
Der Autor lässt jegliche exotische Romantik beiseite und fokussiert auf Gewalt, Herrschaftsverhältnisse und Armut. Die ProtagonistInnen sind gut gewählt, denn sie bieten sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die indische Lebensrealität.
Es bleibt vor allem die Erkenntnis, wie tief verwurzelt das Kastensystem auch im modernen Indien noch ist und wie unbarmherzig das Schicksal die Armen von den Reichen trennt. Man muss sich Zeit lassen für das Buch, denn es werden viele Besonderheiten, besonders was das Essen oder regionale Unterschiede betrifft, sehr genau erklärt und oft passiert nicht viel. Belohnt wird man mit einem sehr eindrücklichen, oft schmerzhaft intensiven Leseerlebnis.

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Rezension zu "Das Leben in einem Atemzug" von Neel Mukherjee

Eine Axt für das Eis
AnnBeevor 7 Monaten

Kafkas berühmter Satz „Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns“ trifft hier voll zu; das ist alles andere als ein Wohlfühlbuch. Mukherjee erzählt von Menschen, die in den verschiedensten sozialen Kontexten Indiens leben. Dadurch zeichnet er ein eindrückliches Bild einer Gesellschaft, die durch massive soziale Ungleichheiten gekennzeichnet ist, und zeigt, was eine solche Struktur mit Menschen macht. Nicht nur die Armut und der Hunger, sondern besonders die Hoffnungslosigkeit ihrer Situation und ihre Ohnmacht macht den Menschen zu schaffen. Oft entlädt sich diese Wut dann an jenen, die sich noch weniger wehren können – an Frauen, Kindern oder Tieren. Passagenweise musste ich das Buch querlesen, weil mir die entsprechenden Gewaltszenen einfach zu heftig waren; dabei dienen sie aber nie dazu, sich an der Gewalt zu ergötzen. Der Autor versteht es, dem Leser Charaktere nahezubringen, deren Lebensalltag sich von unserem stark unterscheidet, der Schreibstil ist stilistisch herausragend, flüssig und zieht einen tief in die Geschichten hinein.
Ein bisschen schade fand ich, dass es tatsächlich einzelne Erzählungen sind, deren Protagonisten sich höchstens zufällig einmal begegnen, aber weiter nichts miteinander zu tun haben. Bei der letzten Geschichte verzichtet der Autor zudem vollständig auf Satzzeichen; mir erschließt sich nicht warum, das zerstört die Lesbarkeit und ich konnte diesen (zum Glück kurzen) Teil nur überfliegen. Alles in allem jedoch ein höchst beeindruckendes Buch, von dessen Autor ich sicherlich noch mehr lesen werde!

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W

Rezension zu "Das Leben in einem Atemzug" von Neel Mukherjee

Ein sensibler, nachdenklicher Roman, der seinen Leser schnell in den Bann zieht
WinfriedStanzickvor 9 Monaten


 

Neel Mukherjee, britischer Schriftsteller indischer Herkunft, hat mit seinem schwergewichtigen Familienepos “In anderen Herzen“ vor einigen Jahren die Literaturkritik nicht nur in England begeistert.

 

In seinem neuen Roman „Das Leben in einem Atemzug“, weniger umfangreich als sein Vorgänger, steht nicht mehr wie ehedem eine ganze Familie in all ihren Verästelungen im Vordergrund, sondern es geht um einzelne Menschen. Alle sehnen sie sich nach einem besseren Leben, sie streben mit ihrer ganzen Kraft danach, wollen ausbrechen aus einem Leben, das ihnen unveränderlich vom Schicksal vorgegeben scheint.

 

Was geschieht, wenn Menschen ihr Leben, ihr Zuhause verlassen um für sich und ihre Familie nach etwas Besserem zu suchen?

 

Fünf unterschiedliche Lebensschicksale hat der Autor erfunden, die in ihrer Summe ein beeindruckendes Bild der gegenwärtigen indischen Gesellschaft vermitteln. Da beschreibt er eine Köchin in Mumbai, die in sechs Haushalten kochen muss, um ihren Lebensunterhalt einigermaßen zu sichern. Oder der Mann, der einen Tanzbär besitzt und mit ihm von Ort zu Ort zieht und auf die Almosen der Zuschauer seiner Künste angewiesen ist. Beeindruckend auch das Mädchen, das vor den Terroristen, die ihr Dorf mit Gewalt bedrohen, flieht, um in der Stadt einen neuen Anfang zu wagen.

 

Sie alle machen die Erfahrung vom Alleinsein, von Fremdsein, müssen sich damit auseinandersetzen, kein Zuhause mehr zu haben. Und immer scheint in allen Geschichten durch, dass eine alte, überwunden geglaubte Gesellschaftsform noch mächtiger ist, als man offiziell zugeben mag. Das alte Kastensystem, obwohl abgeschafft, ist im Alltag der Menschen immer gegenwärtig. Nach wie vor ist es sehr schwer, aus seinem Stand in eine höhere Gesellschaftsschicht aufzusteigen.

 

Lange bleibt unklar, ob sich die Schicksale der beschriebenen fünf Menschen am Ende in irgendeiner Form berühren werden.

 

„Das Leben in einem Atemzug“ ist ein sensibler, nachdenklicher Roman, der seinen Leser schnell in den Bann zieht und ihm einen ganz hervorragenden Einblick zu geben vermag in die moderne indische Gesellschaft im Umbruch

 

 

 

 

 

 

 

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