Neil Bissoondath

 4 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor von Willkommen, Mr. Mackenzie, The Worlds Within Her und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Neil Bissoondath

Neil BissoondathWillkommen, Mr. Mackenzie
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Willkommen, Mr. Mackenzie
Willkommen, Mr. Mackenzie
 (1)
Erschienen am 01.08.2004
Neil BissoondathA Casual Brutality
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
A Casual Brutality
A Casual Brutality
 (0)
Erschienen am 01.06.1990
Neil BissoondathThe Worlds Within Her
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
The Worlds Within Her
The Worlds Within Her
 (0)
Erschienen am 01.10.2007
Neil BissoondathOn Eve of Uncertain Tomorrows
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
On Eve of Uncertain Tomorrows
On Eve of Uncertain Tomorrows
 (0)
Erschienen am 25.10.1990
Neil BissoondathDoing the Heart Good
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Doing the Heart Good
Doing the Heart Good
 (0)
Erschienen am 03.02.2003
Neil BissoondathCasaquemada oder Die Insel der Gewalt
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Casaquemada oder Die Insel der Gewalt
Casaquemada oder Die Insel der Gewalt
 (0)
Erschienen am 01.05.1998

Neue Rezensionen zu Neil Bissoondath

Neu
Stefan83s avatar

Rezension zu "Willkommen, Mr. Mackenzie" von Neil Bissoondath

Don't look back in anger...
Stefan83vor 5 Jahren

Wirft man einen Blick auf die Bibliographie des aus Trinidad stammenden und seit fast 30 Jahren in Kanada lebenden Schriftstellers Neil Bissoondath, erweist sich „Willkommen, Mr. Mackenzie“ als Ausnahme von der Regel, in der dieser vor allem das Themenfeld der Einwandererproblematik beschrieben hat. Hier kehrt er Rassismus, Gewalt und Immigration erstmals den Rücken, um sich ur-kanadischen Problemen zu widmen. Insbesondere die franco-anglophone Zerrissenheit steht im Mittelpunkt der Handlung (verbildlicht in der Beziehung zwischen dem Großvater und seinem Enkel), welche aus Sicht des ebenfalls emeritierten Professors Alistair Mackenzie erzählt, dessen Haus mit all seinen Besitztümern und Erinnerungsstücken vor kurzem abgebrannt ist und der daraufhin notgedrungen Obdach bei der ihm stets fremd gebliebenen Tochter gefunden hat. Jetzt am Weihnachtsabend, im Kreise seiner Familie, wirft Mackenzie einen Blick zurück auf die wichtigsten Dinge seines Lebens, versucht sich an Momente zu erinnern, die im Verlauf der Zeit verloren gegangen sind und ihn doch stark geprägt haben.

Ein warmes Wohnzimmer, klirrend kalter Schnee, ein auf dem Boden spielender Enkelsohn – Bissoondath zieht alles Register, um den Zauber von Weihnachten einzufangen und dabei gleichzeitig den Leser auf die gemütliche Erzählweise einzustimmen, welche ihn über die gesamte Distanz des Buches begleiten wird. „Willkommen, Mr. Mackenzie“ kommt von Anfang bis Ende ohne nennenswerte Höhepunkte oder Aha-Effekte aus, ist aber, und das ist das Bemerkenswerte des Romans, zu keinem Zeitpunkt wirklich langweilig. Die leisen, zärtlichen Töne in denen Mackenzie die Verfehlungen und dunklen Episoden der vergangenen Jahre Revue passieren lässt, nehmen den Leser gefangen, sind stets lebhaft und kraftvoll genug, um das Umblättern zur nächsten Seite mit Neugier in Angriff zu nehmen. Bissoondath verkneift sich, trotz vieler durchaus trauriger Themen, den Angriff auf die Tränendrüse, meidet den Kitsch und bleibt in den Gefühlsbeschreibungen subtil genug, um Anteil am Erzähler nehmen zu können. Und dieser wächst einem recht schnell ans Herz, zumal die Offenheit von Mackenzies trockenem und eigenwilligem Humor die üblichen Schranken zwischen Protagonist und Leser schnell fallen lässt.

Der Roman lebt hierbei auch von seiner Vielseitigkeit und der Kunst, die Tücken des Alltags, sei es im beruflichen Umfeld der Universität oder im Zusammenleben mit der so geliebten Ehefrau Mary, an den richtigen Stellen prägnant zu würzen. Die Menschen die Mackenzies Weg kreuzt oder gar seine Leben über viele Jahre teilten, wirken als Taktgeber der Geschichte, die von so starken Themen wie Mord genauso berichtet, wie über das Manko des Erzählers einen nicht gänzlich sinnfreien Smalltalk zu führen. Was dabei auffällt: Trotz der vielen thematischen Sprünge kommt „Willkommen, Mr. Mackenzie“ nie aus dem Rhythmus. Im Gegenteil – erzählte Gegenwart und erinnerte Vergangenheit werden brillant und kunstvoll miteinander verknüpft, finden immer den richtigen Zeitpunkt zur Überleitung, was einem als Leser das Gefühl gibt, mehrere Kurzgeschichten zu einer einzigen großen Geschichte zusammenwachsen zu sehen. Es ist ein Konzept auf das man sich einlassen muss, wartet doch am Ende kein überraschendes Highlight, weil hier der Weg das Ziel ist, es die kleinen Dinge am Wegesrand in Mackenzies Blick zurück sind, die den Roman so unheimlich lesenswert machen.

Mit „Willkommen, Mr. Mackenzie“ wird der Liebeskind Verlag einmal mehr seinem wohlverdienten Ruf als Entdecker kleiner und größerer literarischer Perlen gerecht. Neil Bissoondaths melancholisch-hintersinniges und doch auch immer humorvolles Buch ist beste Unterhaltung und perfekt für die Entschleunigung des hektischen Alltagstrotts. Und es beweist auch: Es müssen nicht immer die ganz heißen Eisen thematisiert werden, um den Leser gefangen zu nehmen. Das Leben ist manchmal aufregend genug.


Kommentieren0
15
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 5 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks