Neil Gaiman American Gods

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Inhaltsangabe zu „American Gods“ von Neil Gaiman

Als Shadow aus dem Gefängnis entlassen wird, ist nichts mehr wie zuvor. Seine Frau wurde getötet, und ein mysteriöser Fremder bietet ihm einen Job an. Er nennt sich Mr. Wednesday und weiß ungewöhnlich viel über Shadow. Er behauptet, ein§Sturm ziehe auf, eine gewaltige Schlacht um die Seele Amerikas. Eine Schlacht, in der Shadow eine wichtige Rolle spielen wird ... Eines der meistbeachteten Bücher des letzten Jahrzehnts: eine kaleidoskopische Reise durch die Mythologie und§durch ein Amerika, das zugleich unheimlich vertraut und völlig fremd wirkt.

super zum lesen, aber einige längen

— carlinda
carlinda

Endlich in der Langausgabe. Ein unendlich unterhaltsames und tiefes Buch.

— WallsideWriter
WallsideWriter

Es ist wirklich ein seltsames Buch. Es ist nicht immer leicht, den roten Faden in der Handlung im Auge zu behalten. Aber: für die Götter!

— JamesVermont
JamesVermont

Alte Götter vs. neue "Götter". Eine faszinierende Idee, packend und fesselnd umgesetzt.

— Alienonaut
Alienonaut

Eine Geschichte über neue und alte Götter die niemand verpassen sollte !!!!

— oOAnimaOo
oOAnimaOo

Ein Meisterwerk, das mich lange nicht loslassen wird

— sofalxx
sofalxx

Ideologisch gut ausgearbeitetes Konzept mit interessanten charakteren und spannenden Wendungen. Etwas zu kurz.

— DrWarthrop
DrWarthrop

Der Stil, die Figuren, die Geschichte - ein unbeschreibliches und wunderbares Abenteuer: eines meine Lebens-Highlights!

— TamiraS
TamiraS

ein Krieg der Götter, wie es ihn bisher nicht gab

— phantastische_fluchten
phantastische_fluchten

Beeindruckend aber teilweise auch etwas langatmig und verwirrend

— Aleshanee
Aleshanee

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  • Hat mich leider enttäuscht

    American Gods
    PMelittaM

    PMelittaM

    18. June 2017 um 16:20

    Shadow Moon steht kurz vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis, durch einen tragischen Unglücksfall kann er sogar ein paar Tage früher gehen. Auf dem Heimweg trifft er auf einen geheimnisvollen Mann, der sich Mister Wednesday nennt, Shadow anheuert und ihn damit in äußerst mysteriöse und gefährliche Geschehnisse zieht.Der Roman lag ziemlich lange auf meinem SUB, oft wollte ich ihn lesen, es kam aber immer wieder ein anderer Roman dazwischen, und ich habe mich sehr auf die Lektüre gefreut. Umso größer war dann die Enttäuschung, dass mich die Geschichte wenig packen konnte, ich fand sie ziemlich wirr und mit zu vielen Nebensächlichkeiten belastet. Zweimal habe ich den Roman wieder beiseite gelegt und andere Bücher gelesen. Sogar in die, gerade neu erschienene, TV-Serie habe ich hineingesehen, in der Hoffnung, dass sie mir die Geschichte näher brachte, jedoch vergeblich. Ab etwa der Hälfte, vielleicht hatte ich mich endlich eingelesen, hat mich die Geschichte dann doch so weit in ihren Bann gezogen, dass ich den Rest ohne Unterbrechung durchlas.Ich besitze übrigens eine Ausgabe von 2005, also nicht die später erschienene „Directors Cut“-Ausgabe. Shadow ist ein interessanter Charakter, sympathisch, hilfsbereit, aber auch oft nahezu phlegmatisch. Er macht im Laufe des Romans allerhand mit, bleibt sich aber immer treu. Wednesday ist ein ganz anderes Kaliber, durchtrieben und manipulativ, nun ja, wenn man seinen Hintergrund kennt, wundert das nicht. Eine Menge Charaktere tauchen im Laufe der Geschichte auf, manche nur kurz, manche sind wichtig, andere weniger, klar wird das aber erst im Laufe der Geschehnisse, manchmal war ich erstaunt, dass der eine oder andere Charakter eine größere – oder auch kleinere – Rolle einnahm, als zunächst gedacht.Wie gesagt, die Geschichte ist oft ziemlich wirr, ich brauchte einige Zeit, um den roten Faden zu erkennen und es war nicht immer leicht, ihn nicht wieder zu verlieren. Der Autor erzählt viel, oft ausschweifend und manchmal langweilig, aber es gibt auch sehr unterhaltsame Passagen. Bei manchen Dingen wird erst später klar, wozu sie gut sind, bei anderen nie. Immer wieder eingestreut sind Nebengeschichten, so wird etwa unter „Ankunft in Amerika“ mehrmals erzählt, wie verschiedene Götter bzw. Legenden nach Amerika kamen, wir begleiten Wikinger, schwarze Sklaven, deportierte Engländer dorthin und ziehen sogar 14.000 v. Chr. mit über die Bering-Straße. In einer Geschichte trifft man einen Ifriten, der sich als Taxifahrer durchschlägt. All diese „Nebengeschichten“ sind interessant und unterhaltsam zu lesen, führen aber auch immer wieder weg von der Haupthandlung. Man muss sich darauf einlassen können und sie als zusätzliche Schmankerl sehen. Natürlich haben sie eine gewisse Berechtigung, schließlich geht es um Götter (und Legenden) in Amerika. Auch die Haupthandlung selbst hat Nebenstränge, wie z. B. den um die verschwundenen Jugendlichen in Lakeside, der zu einer kleinen Krimihandlung mutiert und am Ende auch aufgelöst wird.Im Anhang gibt es ein Götter-Glossar, das ich recht nützlich und interessant fand, manche der Götter/Legenden kannte ich bereits, andere waren mir neu und machten mir Lust, ein wenig mehr über sie zu erfahren. Im Vergleich zu den alten Göttern sind die neuen (Kreditkarten, Autobahn, Internet, Fernsehen …) eher blass geraten.Auch ohne meine hohen Erwartungen hätte ich wohl an dem Roman keine rechte Freude gehabt, zu verworren und streckenweise zu langweilig erschien er mir, leider hat er mich nur streckenweise gut unterhalten. Ich vergebe daher 3 Sterne und halte mich mit einer Leseempfehlung zurück.

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    • 2
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 18.08.2017: _Jassi                                           ---  73 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   208,5 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   81 Punkte Bellis-Perennis                          ---  564 Punkte Beust                                          ---   260 Punkte Bibliomania                               ---   184 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  350 Punkte ChattysBuecherblog                --- 210 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   103,5 Punkte Code-between-lines                ---  127 Punkte eilatan123                                 ---   46 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   109 Punkte Frenx51                                     ---  72,5 Punkte glanzente                                  ---   75 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   135 Punkte Hortensia13                             ---   113 Punkte Igelchen                                    ---   21 Punkte Igelmanu66                              ---  151 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    79 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   105 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   77 Punkte Katykate                                  ---   94 Punkte Kerdie                                      ---   190 Punkte Kleine1984                              ---   130 Punkte Kuhni77                                   ---   105 Punkte KymLuca                                  ---   100 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   211 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   190 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   82 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  52 Punkte mistellor                                   ---   149 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  115 Punkte Nelebooks                               ---  183 Punkte niknak                                       ----  268 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   180 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   93 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   48 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 57 PunkteSandkuchen                              ---   172 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   153 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   245 Punkte SomeBody                                ---   157,5 Punkte Sommerleser                           ---   168 Punkte StefanieFreigericht                  ---   190,5 Punkte tlow                                            ---   135 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   34 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   64 Punkte Wolly                                          ---   163 Punkte Yolande                                       --   150 Punkte

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    • 2160
  • Beeindruckend aber teilweise auch etwas langatmig und verwirrend

    American Gods
    Aleshanee

    Aleshanee

    29. April 2017 um 08:09

    Neil Gaiman hat ja sehr außergewöhnliche Bücher - und das mag ich! Auch hier war gerade die erste Hälfte sehr spannend; die Verbindung mit den verschiedenen Göttermythen, das Aussterben der Götter wegen dem schwindenden Glauben und die "neuen", die immer mehr Platz im Denken der Menschen einnehmen. Aber ich muss gestehen dass ich teilweise einiges nicht mehr verstanden habe und verwirrt war. Es wurde mir dann doch einen Tick zu abstrus und wenn ich die Handlung nicht mehr verstehe und auch das, was dahintersteckt, dann verliere ich doch etwas die Lust am Lesen. Trotzdem insgesamt wirklich bemerkenswert, aber sicher nicht für jeden was.Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen, hab aber jetzt mal aufgerundet.

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  • "American Gods“ oder: Wie ich mich in Neil Gaiman verliebte.

    American Gods
    ScreenQueen

    ScreenQueen

    26. February 2017 um 12:14

    So hatte Shadow sich das nicht vorgestellt. Nach drei Jahren Gefängnis wollte er nach seiner Entlassung nur noch zwei Dinge tun: ein ausgiebiges Bad nehmen, und sich danach mit seiner Frau Laura im Schlafzimmer einschließen. Doch nur wenige Tage vor der Entlassung stirbt Laura in einem Autounfall. Zusammen mit seinem besten Freund. Shadow hat plötzlich kein Leben mehr, zu dem er zurückkehren könnte. Als ihm also der seltsame Fremde im Flugzeug einen Job als „Mann fürs Grobe“ anbietet, nimmt er ihn nach kurzem Zögern an. Das stellt sich als eine der eher schlechteren Entscheidungen heraus, die er in seinem Leben getroffen hat. Denn der seltsame Fremde nennt sich Mr. Wednesday, ist aber tatsächlich Odin, der Hauptgott in der germanischen Mythologie. Und der hat eine Mission: Er will die vielen verschiedenen alten Götter, die in Amerika leben, für einen Krieg gegen die Götter der Neuzeit rekrutieren, um selbst nicht in Vergessenheit zu geraten. Es ist ein reizvolles Konzept: In „American Gods“ werden die Götter allein aus den Gedanken der Menschen geboren und brauchen deren anhaltenden Glauben, um fortzubestehen. Und wohin diese Menschen gehen, dahin gehen auch ihre Götter. Als vor vielen hundert Jahren die Menschen in Amerika eingewandert sind, brachten sie alle ihre verschiedenen Götter und mythologischen Gestalten mit. Shadow trifft zum Beispiel auf irische Kobolde, ägyptische Tiergottheiten und slawische Schicksalsschwestern.  Mittlerweile sind sie allerdings fast aus den Köpfen der Menschen verschwunden, denn neue Götter haben sich ihren Weg dorthinein gebahnt: Die Götter des Geldes, der Technik, der Medien. Unglaublich, wie Neil Gaiman Mythologie, Geschichte und gegenwärtige Verhältnisse in diesem Buch verbindet! Zwischen den Kapiteln der Hauptgeschichte um Shadow erzählen kleinere Episoden anhand (fiktiver) Einzelschicksale, wie die verschiedenen Glaubenskulturen entstanden, in Amerika gelandet sind und/oder wie ihnen die heutigen Lebensumstände zusetzen. So reisen zwei afrikanische Geschwister auf einem Sklavenschiff nach Amerika und verbreiten dort die Götter ihrer Heimat in dem neuen Land. Ein andermal flüchtet eine englische Frau in die neue Welt und gibt ihren festen Glauben an Pixies und Ähnlichem an ihre Nachfahren weiter. Das Buch ist wunderbar vielschichtig, nicht nur an Story, sondern auch an Bedeutung. Ich habe es jetzt schon ein paar Mal gelesen und bin mir immer noch nicht sicher, ob ich auch wirklich alles erfasst habe. Zudem ist es, was ich auch sehr gern lese, eine Art „RoadBook“: Shadow reist  an viele bekanntere und auch unbekanntere Orte in den USA. Und obwohl die Geschichte vollgepackt ist mit so vielen unterschiedlichen Elementen, ist „American Gods“ trotzdem kein schwerer, sondern immer noch unheimlich spannender Lesestoff! Es gibt so viele Symbole zu deuten, Geheimnisse zu lüften, Vorausdeutungen zu erkennen und Teile zusammenzufügen – Dieses Buch ist für mich jedes einzelne Mal ein Riesenspaß! Genauso wie die Charaktere, die durch die Geschichte führen. Angefangen bei der Hauptfigur Shadow, die sympathischer eigentlich kaum geht. Weiter beim mysteriösen, aber ungemein charismatischen Mr. Wednesday, der sich als Trickbetrüger durch den Tag schlägt. Bis hin zu den Figuren in den Zwischenkapiteln, die in so wenigen Zeilen so nachvollziehbar charakterisiert werden. Ich habe das Buch in der „Director’s Cut“ – Version  (bzw. eher „Author’s Cut“) gelesen, also eine längere Fassung des ursprünglichen, 2001 erschienenen Romans, den ich nicht gelesen habe. Allerdings will ich es auch gar nicht anders haben: Das Buch hat für mich keine Längen, und ich würde auch nichts an der Story missen wollen. Es ist nicht umsonst mein absolutes Lieblingsbuch: Ich könnte suchen und suchen, ich finde an „American Gods“ einfach nichts auszusetzen. Das Buch begeisterte mich von Anfang an so sehr, dass ich seitdem alles lese, was Neil Gaiman veröffentlicht – und im Prinzip (fast) alles anbete, was er schreibt. Der Mann ist in meinen Augen einfach ein Genie, der das Fantasy-Genre so bereichert, wie ich es mir wünsche. Denn ich liebe dieses Genre zwar, habe mir aber die „klassischen“ Fantasy-Reihen (damit meine ich die zahlreichen „High-Fantasy “- Romane) fast „überlesen“, im Sinne von: Zu viel davon konsumiert, dass es mich mittlerweile etwas langweilt. „American Gods“ kombiniert Fantasy- und Mythologie-Elemente, die ich liebe, mit der gegenwärtigen Welt – und das ist der für mich interessanteste Ansatz im Fantasy-Genre. Fazit: Absolute Leseempfehlung! So ein großartiges, vielschichtiges Buch liest man nicht oft. Besonders für alle, die das Fantasy-Genre lieben, aber keine Lust mehr auf immer das Gleiche haben.

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  • Götter sind ...

    American Gods
    thursdaynext

    thursdaynext

    04. January 2017 um 16:01

    American Gods ist ein grandioser Roman, der auch beim Wiederlesen hinzugewinnt, obwohl mir die frühere, leicht abgespecktere Version, mit mehr Esprit und weniger langwieriger Ernsthaftigkeit, in der Erinnerung begehrenswerter erscheint. Gaiman Neulesern würde ich daher zu dieser raten. Erfahrene Gaiman Kenner dürften den Authors Cut hingegen mehr zu schätzen wissen. Goßartig sind beide.

    • 5
  • Faszinierende Story, eine Mischung aus Krimi und Fantasy.

    American Gods
    lila-luna

    lila-luna

    08. December 2016 um 12:29

    Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt. So lautet ein beliebtes angeblich von B. Brecht stammendes Zitat. Die Frage, ob das auch für Götter gilt beantwortet Neil Gaiman in seinem Roman "American Gods" (Amerikanische Götter). Faszinierend in einer Mischung aus Krimi und Fantasy-Roman wirft der Autor philosophische und religiöse Fragen auf, mit denen sich auch sein Protagonist Shadow auseinandersetzen muss. Als Shadow aus dem Gefängnis entlassen wird, ist nichts mehr wie zuvor. Seine Frau wurde getötet, und ein mysteriöser Fremder bietet ihm einen Job an. Dieser nennt sich Mr. Wednesday und weiß ungewöhnlich viel über Shadow. Er behauptet, ein Sturm ziehe auf, eine gewaltige Schlacht um die Seele Amerikas. Eine Schlacht, in der Shadow eine wichtige Rolle spielen wird. Wie der Titel schon verrät geht es um Götter, alte, uralte und ganz moderne, die man erst einmal gar nicht als "Götter" auf dem Schirm hat. Eines der meistbeachteten Bücher des letzten Jahrzehnts: eine kaleidoskopische Reise durch die Mythologie und durch ein Amerika, das zugleich unheimlich vertraut und völlig fremd wirkt. Erstmals ungekürzt auf Deutsch und komplett neu übersetzt als "Director's Cut", etwas, das man aus der Filmbranche kennt und hier auf die Literatur übertragen wurde. Zugegeben, das Buch ist nicht neu, der Roman stammt aus 2001 und erschien bisher in verschiedenen Versionen wie der Autor in einer Fernsehsendung verriet. Der "Director's Cut" enthält rund 100 Seiten mehr als die Erstveröffentlichung und bringt in das religiöse und mythologische Thema noch einmal ganz neue Aspekte mit hinein. Denn wo sich der Autor in US-Amerika gescheut hat, in der deutschen Ausgabe ist es mit drin, er lässt sogar Jesus zu Wort kommen.

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  • Ein Held, der aus dem Schatten tritt.

    American Gods
    Ildefonsa

    Ildefonsa

    02. September 2016 um 11:21

    Eine faszinierende Geschichte über entwurzelte Götter, die sich in einem Land wiederfinden, das sie duldet - nicht mehr - , Gläubige hinter sich gelassen haben und von den Göttern der neuen Technologien bedroht werden.
    Shadow ist Zentrum der Handlung und wird von den Wirbeln der Ereignisse mitgerissen. Unbedingt den Director's Cut lesen!

  • Emotionsachterbahn

    American Gods
    FreydisNeheleniaRainersdottir

    FreydisNeheleniaRainersdottir

    30. July 2016 um 14:06

    Mit American Gods habe ich mich etwas schwer getan. Ich hatte in Der Ozean am Ende der Straße die Kurzgeschichte von Shadow gelesen und wollte zwingend wissen, was es damit auf sich hatte. Auch hat mir ein ehemaliger Bekannter mal erzählt, dass American Gods ein Buch für mich wäre, weil es da unter anderen um die nordischen Gottheiten ginge, für die ich mich nach wie vor noch stark interessiere. Naja, was soll ich sagen, in die Geschichte fand ich leicht rein, doch beim Auftauchen von Wednesday begann die Geschichte, etwas auszuarten und verworren zu werden. Ich habe das Buch öfter weg gelegt, musste es aber dennoch immer wieder zu Hand nehmen, weil ich wissen wollte, wie diese Geschichte weitergeht. Ich habe es verflucht, weil es so schrecklich langatmig war und doch hat es mich fasziniert. Noch nie zu vor habe ich beim Lesen eines Buches solche schizophrenen Emotionen gehabt. Vielleicht liegt es auch an der Geschichte selbst, die so viele Gefühle in dem Leser auslöst, denn so wie sich der Roman lesen lässt, stelle ich mir vor, muss ein Drogentrip sein: völlig wirr mit vielen Hochs- und Tiefs, bunten Farben und völliger Dunkelheit, Freude und Trauer. Trotz der wilden Gefühlsachterbahn konnte mich American Gods leider nicht nicht so mitreisen, wie der Ozean am Ende der Straße. An diesem Roman scheinen sich die Geister zu scheiden, man sollte es deshalb dennoch einmal gelesen haben.

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    • 2
  • Magischer Roadtrip

    American Gods
    Nespavanje

    Nespavanje

    Shadow hat im Gefängnis gelernt den Kopf unten zu halten und nicht anzuecken. Er ist jedem Ärger aus dem Weg gegangen und das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb er nur die Hälfte seiner Haftzeit absitzen musste. Eigentlich freut er sich auf zu Hause und auf seine Freundin Laura, doch kurz vor seiner Entlassung kommt sie bei einem Autounfall ums Leben. Nichtsdestotrotz tritt er seine Reise und und begegnet dabei einen mysteriösen Fremden, der sich selbst Mr. Wednesday nennt. Er macht Shadow ein lukratives Jobangebot. Er soll ihm auf einer Reise quer durch Amerika begleiten. Auf diesen eigenartigen Roadtrip begegnet er nichtmenschlichen Geschöpfen und mit der Zeit kristallisiert sich heraus, was Wednesday eigentlich im Schilde führt. American Gods ist 2003 das erste Mal auf Deutsch erschienen und auch auf Englisch gibt es zumindest mehrere verschiedene erhältliche Ausgaben. Die insgesamt drei Vorworte haben mich ein bisschen stutzig gemacht. Aber eigentlich fand ich es dann eine witzige Idee, vor allem weil man einige Hintergrundinformationen zur Geschichte und zum Autor zu erfährt. Wenn man nun dem genialen Schriftsteller Neil Gaiman Glauben schenken darf, ist diese Ausgabe nicht nur die längste, sonder auch seine liebste. American Gods ist der zweite Roman den ich von Gaiman gelesen habe, wenn man die Sandmancomics nicht miteinbezieht, und mittlerweile ist er zu einen meiner liebsten Schriftstellern avanciert, dessen Werke nun einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal bekommen. Ich habe mir sogar Stardust – Der Sternenwanderer angesehen und ja, ich kleiner Revoluzzer, hab den Roman noch nicht gelesen, was ich aber bestimmt noch nachholen werde. Aber zurück zu American Gods: In diesem Roman verwebt Gaiman einen Roadtrip quer durch die amerikanischen Staaten, mit einer Schar mythologischer und übernatürlicher Wesen, die unerkannt bei den Menschen leben. Wie auch schon in anderen seiner Werke, sind die drei weisen Frauen, bzw. die drei Hexen ein wiederkehrendes Thema, dass sich auch hier wiederfindet. Allerdings muss der geneigte Leser ein wenig Geduld üben, denn erst gegen Ende der Geschichte tauchen sie auf und bekommen eine tragende Rolle. Außerdem erzählt er, genauso wie im „Den Ozean am Ende der Straße“, in dieser Erzählung nicht alles zu Ende. Manche Dinge scheinen logisch zu sein und wenn man das eine oder andere Detail beachtet, führt er einem schon in die richtige Richtung. Manche Begebenheiten spinne ich selber weiter und spukten auch lange nach dem Lesen in meinen Gedanken herum. Für den einen oder anderen Nebencharakter hätte ich mir allerdings schon mehr Platz und Raum in der Geschichte gewünscht, bzw. man hätte aus den vielen Nebengeschichten schon einige eigene Romane füllen können. Jedem der fantastischen Geschichten etwas abgewinnen kann, kann ich diesen Roman wärmstens empfehlen.  

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    • 3
  • American Gods - Neil Gaiman

    American Gods
    Fukurou

    Fukurou

    Diese Buch wurde mir von einer Freudin empfohlen, von alleine wäre ich glaube ich nicht darauf gestoßen. Der Inhalt klang total interessant. Alte Mythen und Legenden die immer noch in der heutigen Zeit leben und mit Ihr verflochten sind. Jedoch bin ich mit dem Buch nie richtig warm geworden. Ständig habe ich es beiseite gelegt, es hat mich einfach nicht gefesselt. Zum einen ist der Hauptcharakter eigenartig, was nichts schlechtes ist, jedoch verhält er sich immer wieder überhaupt nicht so wie man es von ihm erwarten würde, was ihn sehr unglaubwürdig erscheinen lässt. Auch die häufig zwischengeschobenen alten Geschichten und Legenden sind zwar immer für sich recht interessant, bringen einen aber total von der Geschichte ab und man muss sich immer wieder neu einfinden. Ich glaube dieses Buch ist einfach geschmackssache

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    • 3
  • Schöne Geschichte, schöne Welt, in der man gern eine Weile mitreist.

    American Gods
    jahfaby

    jahfaby

    16. December 2015 um 16:08

    Shadow ist ein kleiner Gauner, aber eigentlich guter Kerl. Ein großer, hagerer und guter Kerl. Ein Banküberfall, der daneben geht, bringt ihn ins Gefängnis und er kommt raus, kurz nachdem Laura, die Liebe seines Lebens, gestorben ist. Und dann ist er wieder in dieser Welt, ohne eine Ahnung, wohin es nun gehen könnte, als dieser Typ, Wednesday, ihn anspricht und ihm einen Job als Handlager anbietet, den Shadow irgendwie annimmt. Damit geht es los. Und dann kommt eine Reise durch Amerika. Mit Göttern, Schlachten, Liebe, Zombies, Autos und allem dazwischen. Ich habe Neil Gaiman als Schriftsteller erst relativ spät kennengelernt, erst mit dem Ozean am Ende der Straße. Aber witzigerweise, vor rund 5 Jahren sitze ich an einem kleinen See in einem Dorf ohne Namen in Polen, kurz vor dem 50sten Geburtstag eines Verwandten und lese Sandman Slim, begeistert. Ein Mädchen ist dort und ich erzähle ihr davon und sie sagt, sie habe kürzlich auch ein Buch gelesen, das in eine ähnliche Richtung geht, das hieße American Gods. Ich hab das abgespeichert, unter den Büchern, die irgendwann gelesen werden sollten. 5 Jahre später, nachdem ich also für Gaiman sensibilisiert bin, kommt mir dieses "Directors Cut" von American Gods in die Quere. Directors Cut ist natürlich ein komisches Wort für ein Buch. Deshalb steht auf der Rückseite auch das das Wort Author's Cut. Aber auch verständlich, weil man, obwohl es falsch ist, sofort weiß, was die Leute bei Eichborn damit meinen. Ich kann nicht sagen, wie weit diese Version sich von der ursprünglich veröffentlichten Unterscheidet. Es sind etwa 50 Seiten mehr, was bei rund 670 Seiten echt nicht mehr so sehr ins Gewicht fällt. Und es ist ein gutes Buch. Ich habe es sehr gerne gelesen, bin gerne mit Shadow gereist und weiß, ist nicht das letzte Buch, das ich von Gaiman gelesen habe. Zwei Sachen, die mir mehr als Autor, als als Leser aufgefallen sind. Einerseits, ein passiver Protagonist. Da bin ich also in einer Schreibschule und da wird viel über Protagonisten geredet und dass ein Protagonist spannend und aktiv sein sollte. Nun haben wir hier einen Protagonisten, der sympathisch ist, keine Frage. Shadow ist ein cooler Kerl. Aber eigentlich macht er kaum was. Der Großteil der Geschichte passiert um und mit Shadow, aber er handelt erst spät relativ spät selbst. Und ich find's cool. Ich mag es, wie das Leben manchmal einfach Leute mitreisst. Genauso die andere Sache, Geschichten ohne Happy End. Habt ihr (500) Days of Summer gesehen? Vielen gefällt dieser Film nicht, weil (SPOILER) er nicht gut ausgeht, zumindest nicht im klassischen Sinn einer Liebesgeschichte. Weil die beiden, das Mädchen und der Junge, am Ende eben nicht zusammenkommen. Ich mag das. Mag die Idee, dass es Menschen in deinem Leben gibt, die wichtig sind. Und trotzdem irgendwann wieder gehen. Als ich meinem Mentor in Hildesheim von meinem Roman erzählt habe, sagte er, "Willst du, dass es ein Bestseller wird? Dann müssen die beiden am Ende zusammenkommen." Müssen sie? American Gods ist nicht in erster Linie eine Liebesgeschichte. Aber die Liebe kommt genauso vor. Und dann erscheint irgendwann Sam, ein witziges, mutiges und freches Mädchen, von dem ich mehr wissen will und kaum mehr bekomme. Eine Autofahrt ist sie da und dann verschwindet sie. Und bis zum Ende hoffe ich, dass Sam nochmal erscheint. Tut sie, aber nicht so, wie man denkt. Und ich bin enttäuscht und erfreut zur gleichen Zeit. Sehr schön, das. Zurück zum Eindruck als Leser: Sehr schönes Buch! Für eine ganze Weile taucht man ein, in diese Magische Welt, die unserer sehr ähnlich ist, und hat dabei viel viel Spaß. Und endet mit der Hoffnung, dass es vielleicht doch unsere Welt ist und da draußen noch so viel unentdecktes ist. Achja, eine Sache noch. Dieser Roman ist einer, bei dem der Klappentext nicht nur schlecht, sondern schlicht falsch ist. Also einfach nicht lesen oder wenigstens nicht glauben.

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  • Muss man mögen

    American Gods
    Carol-Grayson

    Carol-Grayson

    01. November 2015 um 17:40

    Hier handelt sich um die Neuauflage als Director´s Cut, wie sie ursprünglich vom Autor verfasst wurde. Die Geschichte – eher eine Roadstory - handelt von dem Ex-Sträfling Shadow, der für einen mysteriösen Mann arbeitet, mit seltsamen Freunden und ebenso seltsamen Feinden. Es dauert lange, bis Shadow hinter das Geheimnis dieser Leute kommt und begreift, dass er selbst ein Teil einer viel älteren Geschichte ist. Wie immer bleibt Gaiman nicht an der Oberfläche, sondern bedient sich in der Mythologie vergessener Götter, die durch Einwanderer in die eher lockere amerikanische Kultur importiert wurden. Aber mit der Zeit erlosch der Glaube an sie und heute scheinen sie hier so gar keine Existenzberechtigung zu haben. Sie wurden dekadent und haben sich der amerikanischen Lebensweise angepasst. Denen gegenüber stehen die "Götter der Moderne", die Technik, die heute so von den Menschen angebetet wird. Das muss unzweifelhaft zu einem neuen Krieg der Götter führen. Von Zeit zu Zeit verpackt Gaiman eine Geschichte IN der Geschichte, die sich erst später in das große Ganze einfügt. Manche Kapitel sind schon derart „psychedelisch“, dass man sich fragt, ob der Autor einen Joint geraucht hat – allerdings ist dieser Stil wohl typisch für ihn. Dieser Roman braucht Leser, die sich gerne auf eine phantastische und phantasievolle Gedankenreise begeben. Das Buch ist natürlich ein MUSS für Gaiman-Fans, mir persönlich hat es nicht so gut gefallen. Der Lesefluss wird durch das Einbringen fremder Geschichten, die auf den ersten Blick gar nichts mit den Hauptpersonen zu tun haben, immer wieder unterbrochen. Der Aha-Effekt kommt erst viel später. Von mir gibt es für die amerikanischen Götter drei Punkte für die Story und einen Punkt für die Idee.  

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  • Facettenreiche Geschichte

    American Gods
    Piranhapudel

    Piranhapudel

    08. October 2015 um 10:01

    Ursprünglich erschienen auf meinem Blog Piranhapudel: https://piranhapudel.de/american-gods-neil-gaiman/ Neil Gaiman gehört zu meinen absoluten Lieblingen, weil seine Geschichten einfach immer etwas Besonderes sind, das ich so vorher noch nie gelesen habe. Doch sein laut Goodreads meistgelesenes Buch "American Gods" habe ich jahrelang ignoriert. Ich hatte es zwar schon vor längerer Zeit erworben, aber es hat nie laut nach mir gerufen. Der Klappentext klang interessant, aber mehr auch nicht. Tatsächlich ist das Buch natürlich viel mehr als nur interessant, es hatte zwar zwischendurch einige Längen, aber selbst dann war es unglaublich facettenreich und spannend. Zu Beginn von "American Gods" ist der Protagonist Shadow noch im Gefängnis und büßt seine letzten Tage ab. Er freut sich unglaublich darauf, seine Frau Laura nach drei Jahren wiederzusehen, doch genau da fangen seine Probleme und Schicksalsschläge schon an: Ein paar Tage vor seiner offiziellen Entlassung erreicht ihn die Nachricht, dass Laura einen tödlichen Autounfall hatte. Er darf früher gehen, um bei der Beerdigung dabei sein zu können. Auf dem Flug dorthin sitzt er neben einem alten Mann, der sich als Mr. Wednesday vorstellt und komischerweise alles über Shadows Leben weiß. Dieser ist natürlich irritiert, als Wednesday ihm auch noch einen Job anbietet, und flieht vor ihm. Doch natürlich . . . Wednesday findet ihn sofort wieder. Und hier geht’s los mit den kreativsten phantastischen Elementen aus Gaimans Feder. Dieses Buch hat die Atmosphäre eines Roadtrips, ohne dass ich mir lange Zeit klar darüber war, wohin es denn überhaupt gehen soll. Und das war auch vollkommen egal, denn „Der Weg ist das Ziel“ passt einfach haargenau auf diese Geschichte, die so voller Facetten, Details und natürlich fast unglaublicher und krasser Ereignisse ist. Shadow trifft hier auf die ungeheuerlichsten Personen und Orte, wovon natürlich alles charakterisiert und somit doch irgendwie greifbar wird. Einige Längen entstehen dadurch, dass manche Details einfach tiefer als nötig beschrieben werden. Die schiere Größe hat es mir über lange Strecken fast unmöglich gemacht zu beurteilen, was hier wichtiger ist als anderes oder wo überhaupt irgendwelche Zusammenhänge sind. Doch immerhin, Gaimans traumhafter Schreibstil lässt sich in jedem Satz erkennen. In "American Gods" geht es selbstverständlich tatsächlich um Götter. Was passiert mit all den Göttern der vielen verschiedenen Menschen, die nach Amerika gewandert sind, die zunächst noch fest an sie geglaubt haben, aber in diesem neuen und riesigen Land so viel anderes vorgefunden haben? Neil Gaiman kritisiert die Gesellschaft in den USA, manchmal klischeehaft, aber immer mit seiner eigenen besonderen Würze und den außergewöhnlichsten übernatürlichen Elementen. Er schafft es dabei immer wieder, dass ich beim Lesen gleichzeitig „Was zum …!?“ dachte, ihm die Beschreibungen und Ereignisse aber trotzdem genau so abnahm. "American Gods" ist damit ein Buch, das Geduld fordert und in das man sich einfach fallen lassen sollte, egal was kommt. Neil Gaiman fasst es in diesem Roman selbst ziemlich gut zusammen: "Fiction allows us to slide into these other heads, these other places, and look out through other eyes. And then in the tale we stop before we die, or we die vicariously and unharmed, and in the world beyond the tale we turn the page or close the book, and we resume our lives."

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  • Die Geister von längst verstorbenen Keksen

    American Gods
    SusannePichler

    SusannePichler

    14. September 2015 um 15:24

    Neil Gaiman hat mit "American Gods" ein Buch geschrieben, das alle Dimensionen sprengt. Der nun vorliegende Director's Cut ist die ungekürzte Originalversion, die zum ersten Mal in dieser Form veröffentlicht worden ist. "American Gods" lässt sich nicht auf ein Genre beschränken; enthalten sind Roman, Krimi, Fantasy, Mythologie und Reiseliteratur. Hauptfigur ist Shadow, der nach drei Jahren im Gefängnis frühzeitig entlassen wird. Von Anfang an ist er eine geheimnisvolle Figur; sein Name ist Shadow, sonst nichts, die Beschreibung seines Aussehens beschränkt sich auf die Hinweise, dass er groß und kräftig ist, selbst der Grund seines Gefängnisaufenthaltes wird nur angedeutet. Shadow will keinen Ärger. Sein einziges Ziel ist die Rückkehr zu seiner Frau Laura. Unmittelbar vor seiner Entlassung wird er darüber informiert, dass Laura bei einem Verkehrsunfall gestorben ist. Vollkommen betäubt macht er sich auf den Weg nach Hause. Doch am Flughafen trifft er Wednesday, einen älteren Herrn, der großes Interesse an Shadow bekundet und ihm unbedingt einen Job anbieten will. Obwohl Shadow alles tut, um ihm aus dem Weg zu gehen, taucht Wednesday immer wieder an seiner Seite auf. Schließlich akzeptiert Shadow das Jobangebot Wednesdays; er soll als Bodyguard, Chauffeur, Mädchen für alles fungieren. Wednesday nimmt Shadow auf eine Reise quer durch die USA mit. Sie treffen auf die sonderbarsten Personen; meistens ältere, leicht abgerissene Herrschaften, denen etwas Seltsames anhaftet. Wednesday ist dabei, eine große Schlacht zu organisieren, in der es um nicht weniger als die Seele Amerikas geht. Mit der Zeit wird Shadow in die Pläne eingeweiht. Dabei offenbart sich Wednesday als Odin persönlich und die skurrilen Typen, die sie quer im Land aufsuchen als alte Götter, die mit den frühen Einwanderern aus allen Erdteilen nach Amerika kamen: Osteuropa, Irland, Ägypten, Westafrika, Karibik,... Nun sind sie in Vergessenheit geraten, kaum jemand erinnert sich noch an sie. Um ihr Überleben sicherzustellen, soll es zum offenen Kampf gegen die neuen Götter kommen. Diese neuen Götter haben Verbündete, die ähnlich wie Geheimdienste agieren. Gleichzeitig verlagert sich ein Teil der Handlung "hinter die Kulissen", wobei angedeutet wird, dass unsere reale Welt mehr Schein als Sein ist. Die große Schlacht findet letzten Endes statt; doch unter ganz anderen Voraussetzungen als zuvor gedacht, denn kein Geringerer als Loki ist der Mastermind hinter dem großen Plan. Und Shadow erlebt dabei mehr als eine Überraschung. "American Gods" müsste man wahrscheinlich mindestens zweimal hintereinander lesen, um die Fülle an Geschichten, Personen und Ereignissen aufzudröseln, zu verdauen und wirklich zu verstehen. Gleichzeitig müsste man ein Mythologie Lexikon parallel lesen, um alle Götter identifizieren zu können und ihre Bedeutung für den Roman klarer erfassen zu können. Trotz dieser Fülle fesselt Neil Gaiman den Leser an seine Geschichte. Schon auf den ersten Seiten erschafft er eine dermaßen unheilvolle Stimmung, dass der Leser erahnt, dass wirklich Großes auf ihn zukommen wird. Neil Gaiman lässt seine Götter so auftreten, wie man sie aus antiken Sagen kennt: egoistisch, von ihrer Sonderstellung berauscht, leicht größenwahnsinnig und den Menschen nicht sonderlich zugetan. Doch genau mit diesen Eigenschaften erschafft man Hauptfiguren, die fesseln und überzeugen. Ebenso schillernd und unterschiedlich wie die Personen sind auch die Orte des Romans: heruntergekommene Spelunken und karge Gebirgslandschaften wechseln sich mit einem malerischen Ort namens Lakewood ab, der als Ideal einer Kleinstadt gelten kann. Und so ganz nebenbei bereist man noch unzählige Bundesstaaten der USA. Die Reise durch die Südstaaten, im besonderen Tennessee, wird so verlockend geschildert, dass man am liebsten sofort dorthin aufbrechen möchte. "Americcan Gods" kann man nicht unbedingt als leichte Lektüre bezeichnen. Obwohl ich Shadow und Wednesday auf ihrer Reise durchaus folgen konnte, glaube ich trotzdem nicht, dass ich alles verstanden habe. Die Welt, die Neil Gaiman entwirft, ist viel zu komplex, als dass man sie vollständig erfassen könnte. Ich finde seinen Stil einfach großartig, sowohl packend als auch sperrig, flüssig und aufgesplittert. Meine Lieblingsätzez aus dem Buch, die irgendwie auch die Gedankengänge des Autors perfekt spiegeln, lauten folgendermaßen: "Mr. Nancy entriegelte die Sturmläden und öffnete die Fenster. Im Haus roch es muffig und feucht und auch ein wenig süßlich, als spukten hier die Geister von längst verstorbenen Keksen herum."

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  • American Gods als Directors Cut - 10jährige Jubiläumsausgabe

    American Gods
    awogfli

    awogfli

    Dieses Werk ist aus mehreren Sichten einzigartig, da es einerseits im Fantasygenre die mythologische Welt der Götter beleuchtet und andererseits als realistischer Road-Roman ein wunderbar detailliertes Sittenbild des gegenwärtigen ländlichen Amerikas zeichnet. Wer vermutet, dass diese zwei Sichtweisen nichts miteinander zu tun haben und nur als stilistischer Gag zusammengefügt wurden, irrt gewaltig. Neil Gaiman hat sich selbst als britischer Emigrant die amerikanische Kultur und Seele durch die alten Götter der eingewanderten Einwohner der USA erschlossen, die offensichtlich mehr zu den Gebräuchen und dem Armerican Way of life beigetragen haben, als gemeinhin bekannt ist. Die Hauptprotagonisten, die diesen Roman bevölkern, sind vor allem die alten nordischen Gottheiten – die Asen, die die Briten und Deutschen (Angelsachsen und Germanen) in ihren Köpfen nach Amerika mitgebracht haben. Die Götter leben auch noch heute in dieser Welt, solange irgendein Mensch an sie glaubt, sind sie schwer umzubringen. Aber auch Kobolde, Zwerge, Trickser, indianische Naturgötter, afrikanische, griechische, ägyptische, slawische Götter, Amazonen, Hexen, Vampire usw. werden völlig authentisch und mit ihrem mythologischen Hintergrund perfekt in die Geschichte und die Handlungsstränge eingefügt. Demgegenüber stehen die modernen Gottheiten, die heutzutage massiv angebetet werden, wie Media (die Göttin des Fernsehens), der dicke Junge (Gott des Internets und der Technik) und Mr. World inkl. seiner schwarzgekleideten Handlanger, die immer in Regierungsbehörden gearbeitet haben, die nur aus ein paar Buchstaben bestehen. Zwischen allen Fronten steht der Held Shadow, der Schatten (gleichbedeutend die Seele des Menschen) mit seiner bereits verstorbenen Frau, der zwar für Mr. Wednesday (Odin) arbeitet, aber auch von der anderen Seite massiv umgarnt wird. Nach einem Gefängnisaufenthalt kommt er in Kontakt mit den menschlichen Inkarnationen der Götter und reist sowohl in der realen Welt durch Amerika als auch zu den mythologischen Unter- bzw. Zwischenwelten und nimmt an der sich abzeichnenden finalen Schlacht zwischen alten und neuen Göttern teil. Wundervoll sind die Gegensätze in diesem Roman. Shadow lernt auf seiner Reise echte amerikanische Landeier kennen und lieben und parliert Stunden später wieder mit einem Gott über Leben und Tod, Religion und Glauben. „Sag ihm, dass Sprache ein Virus ist und Religion ein Betriebssystem und Gebete nichts anderes als Spam.“ (Gott der Technik). Einiges im Plot war für mich kaum überraschend, denn mein zweites Buch, das ich als Kind nach Winnie Puuh besessen habe, war ein dicker Wälzer mit nordischen Götter- und Heldensagen. So konnte ich natürlich all jene Götter schnell identifizieren, die Verräter auf beiden Seiten der Kriegsparteien sind, weil ich ihre Geschichte nur zu gut kannte. Andere Figuren & Fakten waren mir jedoch völlig unbekannt, wie z.B. Bilquis, die eine fabelhafte Sexszene in diesem Buch hat, indem sie ihr Menschenopfer während des Aktes verschlingt, oder dass der Vorname Elvis vom nordischen Zwerg Alvis abstammt. Ich liebe es, während des Lesens Neues zu lernen und die mythologischen Stories nachzurecherchieren. Auch die Geschichte der Kleinstadt, in der Shadow zwischendurch wohnt, erfährt zum Ende des Buches noch eine großartige überraschende Krimi-Wendung. Eigentlich wurden für mich alle offenen Fragen und Handlungsstränge Schritt für Schritt beantwortet und aufgelöst… bis auf eine Frage….. Allen, die bereits in den letzten 10 Jahren das Original von American Gods gelesen haben und die sich fragen, ob die Jubiläumsausgabe anders ist, sei gesagt: Ja, der Directors Cut ist um 12.000 Wörter länger, also gibt es einige Kapitel mehr. Ist das Buch dadurch besser geworden? Ja und Nein. Einige Geschichten und teilweise ganze kurze Kapitel haben mit dem eigentlichen Plot nix zu tun und erzeugen unnötige Längen. Selbst ich, die gar nichts von Lektorat versteht, hätte diese Szenen schnell identifiziert und gestrichen. Andererseits wird im Nachwort meine letzte offene Frage beantwortet. Wenn fast alle alten Götter zumindest als Randcharaktere bei der finalen Schlacht vorkommen, warum fehlen dann die uns so wichtigen monotheistischen Religionsfiguren wie: Jahwe, Gott, Allah, Jesus, Mohammed? Achtung Spoiler! Im allerletzten Kapitel der neuen Ausgabe - als Bonustrack im Anhang - führt Shadow, als er sterbend an einem Baum hängt, ein wundervolles Gespräch mit Jesus über das Leiden und wie die Vorstellung der Menschen von einem Gott diesen sehr oft zu seinem Nachteil verändert. Alleine wegen dieser Szene hat sich der Directors Cut für mich rentiert. Fazit: Ein wundervolles Werk, das man sowohl als Fantasygeschichte an der Oberfläche genießen kann, das aber auch zum Recherchieren und Nachdenken anregt. Weiters stellt der Roman ein großartiges Sittenbild des modernen Amerika dar und beschreibt das Leben in den ländlichen Bundesstaaten weit besser, als die Werke von so vielen hochgelobten amerikanischen Romanciers.

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