Beobachtungen aus der letzten Reihe

von Neil Gaiman 
4,5 Sterne bei10 Bewertungen
Beobachtungen aus der letzten Reihe
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Unverzichtbar für Fans und eine Bereicherung für alle anderen Gerneleser

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Essays, Vorworte und Reden voller Witz und Weisheit. Lesen!

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Inhaltsangabe zu "Beobachtungen aus der letzten Reihe"

Warum Lesen uns zu besseren Menschen macht - Ein Einblick in die Gedanken des Bestsellerautors ...

Neil Gaiman gehört zu den großen Erzählern unserer Zeit. Seit seiner Kindheit sind Geschichten für ihn Zufluchtsorte und lebensnotwendig. In dieser Sammlung von Artikeln, Essays und Reden beschäftigt sich Gaiman mit Literatur, dem Schreiben, der Kunst und Fantasie. Er spricht über Autoren und Werke, die für ihn prägend waren und geblieben sind, über die Rolle des Lesens und wie es uns zur Empathie und Meinungsbildung befähigt.

Mal eindringlich und weise, mal spielerisch und humorvoll, erkundet Gaiman die Dinge, die ihn bewegen, und schenkt dem Leser einen Einblick in seine ganz persönlichen Gedanken.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783847900351
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:608 Seiten
Verlag:Eichborn
Erscheinungsdatum:29.09.2017

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Unverzichtbar für Fans und eine Bereicherung für alle anderen Gerneleser
    Vorhang auf

    Es gibt etliche Menschen, besonders zeitgenössische Autoren, die ich verehre. Mehr oder weniger stark, doch Neil Gaiman ist einer derjenigen in dessen Gegenwart ich keinen Pieps herausbringen könnte, sondern nur errötend schweigen um nicht lauthals zu kreischen. Alles, alles, was ich bisher von ihm gelesen oder filmisch umgesetzt gesehen habe ist GROSSARTIG. Er schreibt so, dass man sich in diese warme, kluge wunderbare Hülle aus Worten, die unglaubliche Sätze und noch bessere Geschichten ergeben, einfach nur einkuscheln möchte und ewig schwelgen. Oder bibbernd angespannt die Auflösung ersehnt. Er packt einen, immer wieder, auch mit seinen Gedanken.

    „Ich glaube , dass es schwer ist eine Idee zu töten, denn Ideen sind unsichtbar und ansteckend und sie verbreiten sich schnell.“


    Nur Gaiman kann solche herrlich verschrobenen Stories erfinden, wie jene, die schlicht beschreibt, wie ein Vater, Milch für seine Kinder besorgen geht. Oder die Geschichte des lächelnden Odd, beides Kinder- und Jugendliteratur vom Feinsten. Oder die Geschichte vom Sternwanderer die mit grandioser Besetzung verfilmt so herrlich amüsant anzuschauen ist.

    Wie man in den Beobachtungen aus der letzten Reihe (der Titel hat seinen Ursprung in einem Schwank aus Gaimans Leben), arbeitet Neil Gaiman nicht nur – aber doch stark davon beeinflusst – aus Vergnügen. Wird es Routine, sucht er Neues. Er ist ein Getriebener, der Schätze hebt, transformiert und großzügig verteilt. Etliche finden sich in diesen gesammelten Dankesreden, Ansprachen, Einführungen, Essays und den kleinen privaten Einblicken, die er seinen Fans und jenen, die es nach Lektüre werden könnten. in den Beobachtungen aus der letzten Reihe gewährt.

    „Wir, die wir Geschichten schreiben, wissen, dass wir unseren Lebensunterhalt mit Lügen verdienen. Aber es sind gute Lügen, die wahre Dinge erzählen, und wir schulden es unseren Lesern, sie so gut zu konstruieren, wie wir können.Denn irgendwo dort draußen, gibt es jemanden, der diese Geschichten braucht. Irgendjemanden, der in einer anderen Umgebung aufwächst und der ohne diese Geschichten ein anderer Mensch wäre. Irgendjemand, der durch diese Geschichte womöglich Hoffnung schöpft, Weisheit in ihr findet, Güte oder Trost. Deshalb schreiben wir.“


    Dabei ist und bleibt Neil Gaiman ein begeisterter Leser. Gute Fiktion lobt und würdigt er und in den Beobachtungen … wirft er damit nur so um sich. Spannend, was ihn alles seit frühester Kindheit beeinflusst hat. Ganz nebenbei erklärt er, welche Zutaten außer Talent, Fleiß und Glück dafür benötigt werden, um vom Schreiben oder Kunst allgemein leben zu können. Etwas bedauerlich für deutsche Leser ist, dass viele Schriftsteller, die ihn beeinflusst und begeistert haben nur bedingt bekannt sind. Doch das ist ein Angebot. Man kann diese Menschen und ihr Schaffen suchen, finden und vielleicht teilt man Gaimans Begeisterung. Sie ist so ansteckend, dass man sich ihr nicht entziehen kann.

    Wer viel Privates in seinen Beobachtungen sucht, wird kaum fündig werden. Gaiman hat keinen Hang zu Klatsch und Tratsch oder den Drang sein Privatleben der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein wenig erzählt er von sich, interessant ist aber was und mit welcher Begeisterung er von Comics, Mythen, und all den anderen Kram der ihn beschäftigt und berührt berichtet. Essays, Reden „ Einführungen und Gedanken zu Science Fiction“, „Filme, Kino und Ich“; „ Über Comics und einige Menschen die sie erschaffen“ „Ein paar Leute die ich gekannt habe (Douglas Adams, Stephen King, Terry Pratchett … ), Musik, Märchen und die Aufforderung:

    Macht gute Kunst“ Neil Gaiman geht da mit gutem Beispiel voran.

    All das und im Besonderen die Persönlichkeit Neil Gaimans machen die Betrachtungen aus der letzten Reihe zu einem Buch, das in keiner Bibliothek fehlen sollte. Zumindest nicht, wenn man sich auch nur für eines dieser Themen interessiert. Der Rest kommt dann schon.

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    littleowls avatar
    littleowlvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Essays, Vorworte und Reden voller Witz und Weisheit. Lesen!
    Beobachtungen aus der letzten Reihe

    Ich war bisher von allen Romanen von Neil Gaiman, die ich gelesen habe, begeistert, daher war für mich klar, dass ich auch dieses Buch haben muss. „Beobachtungen aus der letzten Reihe“ ist eine Sammlung von nach Themenbereichen geordneten Essays, Vorworten, Artikeln und Reden, die Gaiman in den letzten Jahrzehnten geschrieben hat. Der Autor deckt darin eine große Bandbreite von Themen ab: Es geht unter anderem um die Lust am Lesen, um die Wichtigkeit von Buchhandlungen und Büchereien, um Autoren und Literatur, Comics, Musik und Filme. Nicht zuletzt enthält der Band auch die völlig desillusionierende Beschreibung einer Oscar-Verleihung.

    Ich habe dieses Buch sehr genossen. Es zu lesen hat sich fast ein bisschen zu angefühlt, als säße der Autor einem bei einem lockeren Gespräch gegenüber. Und wenn ich eine Gästeliste für die Dinnerparty meiner Träume erstellen müsste, würde Neil Gaiman auf jeden Fall draufstehen. Die Texte sind nicht nur witzig zu lesen, sondern zeugen auch von sehr viel Weisheit. Ich bin kein großer Comic- oder Science-Fiction-Fan und auch was Musik angeht, würden er und ich wahrscheinlich auf keinen grünen Zweig kommen, trotzdem sind am Ende doch einige Leseempfehlungen zusammengekommen.

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    bootedkats avatar
    bootedkatvor 10 Monaten
    Ohne Erzähler geht es nicht

    „Der Sternwanderer“, „Coraline“, „Das Graveyard-Buch“ oder das erst kürzlich verfilmte Werk „American Gods“ - Neil Gaiman weiß, wie man fesselnde Geschichten schreibt. Seine „Beobachtungen aus der letzten Reihe“ dagegen lassen sich eher unter Sachbuch einsortieren und sind trotzdem nicht weniger faszinierend. Das Buch ist eine Sammlung von Vorträgen und Artikeln, sowie Vorworten und Essays, die der Autor gehalten bzw. verfasst hat. Inhaltlich sind die einzelnen Kapitel sehr gehaltvoll und regen durchaus zum Nachdenken über Literatur, Erzählhaltung und das Erzählen an sich an. Bereits der erste Text ist ein Plädoyer für das Lesen, das Medium Buch und hebt vor allem die Bedeutung von Büchereien hervor.

    Neben Neil Gaimans offensichtlicher Herzensangelegenheit – die Bedeutung des Erzählens hervorzuheben – gibt es verschiedene Einblicke in die Entstehung einzelner Werke, etwa „American Gods“ und „Coraline“. Außerdem gibt es Anekdoten über die Zusammenarbeit und den Austausch mit anderen Autoren und man erhält Einblicke in verschiedene Eindrücke, die sowohl ihn als auch seine Werke beeinflusst haben. Darüber hinaus widmet sich Neil Gaiman ganz grundlegenden Themen, wie etwa der literarischen Erziehung von Kindern, der Entwicklung der Gesellschaft und der Bedeutung von Freundschaft.

    Auch wenn man einiges über Neil Gaiman und seine Werke erfährt ist „Beobachtungen aus der letzten Reihe“ keine Biographie, sondern eine Beschäftigung mit Geschichten, Ereignissen, die Geschichten beeinflussen und der Bedeutung von Autoren und Erzählern. Insofern finden wahrscheinlich nicht nur Fans von Neil Gaimans Geschichten gefallen an dem Buch, sondern auch all diejenigen, die sich mit Literatur beschäftigen wollen.

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    Wedmas avatar
    Wedmavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Gaiman stellt sich vor. Lesenswertes, aufschlussreiches Werk voller toller Zitate über das Lesen, Bücher, Literatur uvm.
    „Macht gute Kunst. Auch an guten Tagen.“

    Beobachtungen aus der letzten Reihe von Neil Gaiman ist ein größeres Werk: 576 Seiten der gebundenen Ausgabe auf zehn Kapitel mit etlichen Unterkapiteln verteilt.

    Der Autor stellt sich vor, spricht über seine Ansichten zu diversen Bereichen des kulturellen Lebens wie Kino, Filme, Comics, Fantasy, SciFi und natürlich über die Bücher insg. und ihre Rolle. Insb. im ersten Kapitel erzählt Gaiman, wie wichtig die Bücher für ihn als Kind waren, wie und wie sehr sie ihn geprägt haben, und warum es notwendig ist, dass es auch heute Büchereien und Bibliotheken gibt, wo die Kinder unmittelbare Begegnungen mit Büchern machen könnten.

    Mal sind es seine Reden, in denen er sich als ein geschickter Redner präsentiert, der sein Publikum zu unterhalten und zu fesseln weiß und der die Spannung bis zum letzten Satz gekonnt aufrechterhält. Mal sind es Essays oder Erinnerungen, z.B. an Treffen mit Freunden beim Filmfestival 2010 oder an eine Buchtournee mit seinem alten Freund Terry Pratchett zum Buch, das sie zusammen geschrieben haben. Mal spricht er über die Werke anderer Autoren und die Autoren selbst, so charmant, dass man sie auch gern kennenlernen möchte.

    Drei Kapitel: 1, 8 und 9 werden mir länger in Erinnerung bleiben. Im ersten Kapitel liest man hpts. seine Reden, manches wiederholt sich, aber unter einem anderen Aspekt, insg. sind es so tolle Texte, die ich nicht mehr missen möchte, insb. Credo ganz am Anfang. Aber auch weitere Beiträge wie „Warum unsere Zukunft von Büchereien, Lesen und Tagträumen abhängt“ hat mir viel Freude bereitet: „Wir müssen unseren Kindern auf die Leseleiter helfen: Alles, was ihnen Spaß macht, führt sie Sprosse für Sprosse hinauf zu Bildung.“ Oder: „Empathie ist ein Werkzeug, um aus Menschen Gruppen zu formen. Empathie erlaubt uns, mehr zu sein als ichbesessene Einzelgänger.“ Oder: Büchereien stehen für Freiheit: für die Freiheit zu lesen, die Freiheit der Ideen und die Freiheit der Kommunikation.“ Oder auch: „Bücher sind echte Orte. Vergessen Sie das nicht.“

    Im achten Kapitel erzählt er über sein Märchen Sternwanderer, das später verfilmt wurde. Sehr interessant, was er über die Märchen insg. und über sein Märchen und warum er es geschrieben hat sagt! Ich habe die Verfilmung vor etlichen Jahren gesehen, war so begeistert, u.a. von Robert de Niro und vielem anderen: spannende Figuren, tolle Handlung voller Überraschungen, eine Fülle von toll umgesetzten Ideen und guten Sprüchen, uvm., dass ich den Film insg. drei oder vier Mal sehen musste. Damals war mir der Name des Autors nicht wirklich geläufig, aber hier, beim Titel Sternenwanderer, denn der Film hieß auch so, musste ich aufhorchen.

    Das neunte Kapitel besteht aus nur einer Rede, aber einer ganz großartigen, mit dem Titel „Macht gute Kunst“ an der Uni of Arts in Philadelphia 2012. Wie auch in anderen Reden erzählt Gaiman über seinen Werdegang als Schriftsteller, über die Schwierigkeiten, die er hatte. Er macht auch viel Mut und gibt den angehenden Künstlern Rat, wie auch sie die Hürden ihres Berufes meistern könnten. Sagt aber auch ganz einfache Dinge: „Macht nur das, was ihr am besten könnt. Macht gute Kunst. Auch an guten Tagen.“ Oder auch das hier: „Der Moment, in dem ihr – vielleicht – das Gefühl habt, nackt die Straße entlangzugehen, zu viel von eurem herzen preiszugeben, von euren Gedanken und eurem Innenleben, das Gefühl, zu viel von euch zu offenbaren, das ist der Moment, in dem ihr vermutlich auf dem richtigen Weg angekommen seid.“

    Da sind noch einige tolle Gedanken und Sätze, mit denen man die Zitatenhefte füllen und einfach Spaß am Lesen haben kann.

    Fazit: Manche Themen sprechen einen mehr, manche weniger an, aber insg. ist es ein lesenswertes, aufschlussreiches Werk voller toller Zitate über das Lesen, Bücher, Literatur uvm. geworden, recht locker erzählt, leicht humorig, mal selbstironisch. Oft hat man den Eindruck, als unterhalte man sich mit Gaiman, in einem gemütlichen Sessel sitzend vor einem Kamin bei einem guten Getränk. Ziemlich viel Selbstdarstellung und Selbstbeweihräucherung haben zum einen Stern Abzug geführt, aber sonst ist es ein ganz gutes, lesenswertes Buch geworden.

     

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    Laecheln86s avatar
    Laecheln86vor einem Jahr
    Tiefe Einblicke in Neil Gaimans Leben

    „Beobachtungen aus der letzten Reihe“ ist eine Sammlung von Anekdoten, Artikeln und Vorträgen, die Neil Gaiman in seiner 30-jährigen Karriere als Journalist und Autor verfasst hat. Die Texte beziehen sich auf Themen, die ihn bewegen, und Ereignisse oder Personen, die ihn nachhaltig beeinflussten. 


    Was passiert? 


    Grob können die Kapitel in „Erlebnisse“, „Personen“ und „Überzeugung“ unterteilt werden. So traf Neil Gaiman den Horror-Autor Stephen King für einen Beitrag in der Sunday Times oder übernahm Anfang der 1990er Jahre den Auftrag, Douglas Adams Biografie „Keine Panik“ zu verfassen. Er beschrieb Eindrücke seines ersten „The Dresden Dolls“-Konzertes, der Band seiner Frau Amanda Palmer. Er beschreibt die Anfänge seiner Karriere, die Zeit, in der ihn niemand kannte und er in Bewerbungsgesprächen lügen musste, um einen Auftrag zu bekommen. Zeitgleich sinniert er über Literatur an sich: Wieso ist es wichtig, junge Autoren zu fördern? Welche Rolle spielen Märchen und Mythen in seinen Werken? Wie fühlt es sich an, einen Bestseller zu schreiben? Gaiman verrät: Jedes neue Buch beginnt man wieder als Anfänger.


    Worum geht´s? 


    Anlässlich der Geburt seines Sohnes Ash, 2015, begann er, seine Karriere und viele Themen, die ihn auch privat bewegten, aufzuarbeiten. „Beobachtungen aus der letzten Reihe“ entstand aus seinem Archiv und umfasst Beiträge, die er seit den 1980er Jahren für verschiedenste Auftraggeber schrieb. Leider, das fand ich etwas schade, umfasst das Buch ausschließlich (mit winzigen Kommentaren versehene) Auftragsarbeiten. Aus dem Jahre 2016 (Erscheinungsjahr der Originalausgabe) ist tatsächlich nur das Vorwort. Dennoch bildet die Textauswahl Gaimans Werdegang vom unbekannten Schreiberling mit Berufswunsch „Comic-Autor“ bis hin zum preisgekrönten Bestseller-Autor mit diversen Einblicken in sein Privatleben umfassend ab. Für Fans des Autoren eine wahre Bereicherung!


    Wie war´s? 


    „Beobachtungen aus der letzten Reihe“ ist ein im doppelten Sinne vielseitiges Buch, welches so viele verschiedene Themen anschneidet, dass garantiert für jeden etwas dabei ist. Gleichzeitig ist es aber nicht schlimm, sollten einige Kapitel nicht euren Geschmack treffen, wie Gaiman im Vorwort schreibt. Denn alle Kapitel sind unabhängig voneinander lesbar. Mit Gaimans Beiträgen über Comics aus den 1980ern konnte ich wenig anfangen, dafür fesselten mich die Parts über Literatur, Musik und Mythen. So oder so werden nach Abzug aller für euch irrelevanten Kapitel noch locker über 400 Seiten interessanter Content übrig bleiben. Neil Gaiman - ehrlich, pur, privat. Nicht nur für Fans, auch hochmotivierend für angehende Schriftsteller und Augen öffnend für Eltern: Welche Rolle sollte Literatur in der Erziehung unserer Kinder spielen? Wieso sollten wir lokale Buchhändler unterstützen? Ein emotionaler Rückblick auf den steinigen Lebensweg eines Schriftstellers, auf tiefe Freundschaften und den Wert der Kreativität.   


    [Vielen Dank an Bastei Lübbe für dieses Rezi-Exemplar.]

    [Ausführliche Rezi auf meinem Blog.]

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    -nicole-vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine beeindruckende Sammlung von Vorträgen, Artikeln und Essays, die der Autor im Laufe seiner Karriere verfasst hat. Sehr lesenswert!
    Eine beeindruckendes Werk

    Neil Gaiman über die Kunst, das Erzählen und wieso wir Geschichten brauchen 

    Neil Gaiman ist einer der großen Erzähler unserer Zeit. Mit Büchern wie Coraline, Das Graveyard-Buch, Niemalsland oder Der Ozean am Ende der Straße begeistert er unzählige Leser. Beobachtungen aus der letzten Reihe ist dagegen kein Roman, sondern eine Sammlung von Vorträgen, Artikeln, Einleitungen, Vorworte und Essays, die der Autor im Laufe seiner Karriere verfasst hat. Neben Reden, die Gaiman bei verschiedenen Veranstaltungen gehalten hat, gibt es im Laufe des Buches auch persönliche Texte. Beispielweise schildert er eindrucksvoll warum das Lesen, die Bücher und auch die Büchereien so wichtig sind, wie er damals die Liebe zur Literatur entdeckt hat und wie er den Besuch der Oscar-Verleihung im Jahr 2010 erlebt hat.

    "Ich glaube, im Kampf der Gewehre gegen die Ideen werden die Ideen schlussendlich gewinnen. Denn Ideen sind unsichtbar, und sie bestehen fort, und manchmal sind sie sogar wahr." -Seite 17, eBook

    Neben ausgewählten Vorträgen gibt es unter anderem interessante Einblicke in einige seiner Werke - beispielsweise, wie zu der Idee seines Kinderbuchs Coraline kam oder der Roman American Gods entstanden ist. Zudem erfahren die Leser, welche Schriftsteller Neil Gaiman selbst beeinflusst haben und welche Comics und welche Musik ihn geprägt haben.

    Das Buch ist in folgende zehn Kapitel unterteilt:
    I. Einige Dinge, an die ich glaube
    II. Ein paar Leute, die ich gekannt habe
    III. Einführungen und Gedanken: Science Fiction
    IV. Filme, Kino und Ich
    V. Über Comics und einige Menschen, die sie erschaffen
    VI. Vorworte und Widersprüche
    VII. Musik und die Leute, die sie machen
    VIII. Von Sternenwanderer und Märchen
    IX. Macht gute Kunst
    X. Die Aussicht von den billigen Plätzen: Wirkliche Dinge

    In jedem großen Kapitel finden dann sich die Reden oder Essays, die sich mit dem jeweiligen Thema beschäftigen. Das Buch ist sehr gut unterteilt und ich war schon nach den ersten Seiten gefangen von den interessanten Texten und Vorträgen. Auch der Umfang der Sammlung hat mich beeindruckt - auf 576 Seiten erfahren wir Einiges, es gibt vieles zu entdecken. Besonders gefallen hat mir hier Gaimans Vortrag mit dem Titel "Warum unsere Zukunft von Büchereien, Lesen und Tagträumen abhängt" (Kapitel I), den er 2013 für die Reading Agency gehalten hat. Ebenso sein Interview mit Stephen King, das 2012 in der Sunday Times erschien (Kapitel II).
    Auch Gaimans persönliche Sicht auf Filme, Comics, Musik und vielem anderen ist unheimlich interessant. Ich habe zwar schon einige Bücher von dem Autor gelesen, bin aber nach diesem Buch sehr gespannt auf die Werke, die ich noch nicht kenne.
    Als im Jahr 2016 das englische Original mit dem Titel The View From the Cheap Seats veröffentlicht wurde, habe ich mit Spannung auf die deutsche Übersetzung gewartet - und das Warten hat sich gelohnt. Dieses Buch mit seinen vielen Einblicken ist sogar noch besser, als ich erwartet hatte.

    "Lesen ist wichtig. Bücher sind wichtig. Bibliothekare sind wichtig."
    - Seite 36, eBook

    Mein Fazit: Ein beeindruckendes Werk, das eine Sammlung von Reden, Essays, Artikeln und persönlichen Eindrucken von Neil Gaiman erhält. Es ist keine klassische Biographie, aber dennoch gibt es einen interessanten Einblick in das Leben des Autors - seine Interessen, seine Ansichten zu verschiedenen Themen und noch vieles mehr. Mir hat dieses Buch sehr gefallen und kann es jedem empfehlen, der mehr über Neil Gaiman und seine Arbeiten erfahren möchte. Sehr lesenswert!

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    yellowdogs avatar
    yellowdogvor einem Jahr
    Empfehlenswert

    Neil Gaiman ist ein sehr beliebter britischer Schriftsteller aus dem Bereich zeitgenössischer Fantasy & Science Fiction. Sehr bekannt dürften American Gods sein oder der Comicserie Sandman. Er hat mit „Beobachtungen aus der letzten Reihe“ ein Band mit Artikeln und Essays teils journalistischer Form vorgelegt. Die Texte haben erst einmal nicht viel miteinander zu tun, sind aber doch in einer gewissen Form geordnet, z.B. Vorwörter, Comics
    In der Summe geben sie einen Eindruck davon, was Neil Gaiman und sein Schreiben geprägt hat. Dazu gehört auch die Geisteshaltung, die aus diesem Genre kommt und die auch Neil Gaiman verinnerlicht hat und in seiner Prosa zeigt. Das sind eine sozialkritische Haltung und Toleranz sowie enorme Vorstellungskraft.
    Ein Schlüsseltext in diesem Buch ist für mich, der über den Bücherbus, den er in seiner Jugend oft aufsuchte, und der seine Leidenschaft für Science Fiction-Romane und das Sammeln weckte.

    Neil Gaiman hat ein großes Werk bestehend aus verschiedensten Formen vorgelegt, daher sind seine Artikel auch breit gestreut. Es macht wenig Sinn jetzt einzelne hervorzuheben. Manche Essays interessieren einen mehr, manche weniger, das hängt davon ab, ob einen das Thema anspricht. Mich persönlich haben besonders die Interviews fasziniert, z.B. mit Stephen King oder mit Lou Reed, wobei auch die Vorgeschichten dazu mit erzählt werden. Auch die Autoren-Portraits überzeugen mich durchgängig, z.B. über Fritz Leiber, Gene Wolf oder Douglas Adams.
    Dabei wird immer wieder deutlich, wie gut der Untertitel „Über die Kunst, das Erzählen und wieso wir Geschichten brauchen“ gewählt ist.
    Das Ganze ist unverkrampft erzählt und oft mit Humor. Für Fans ist dieses Buch auf jeden Fall ein Muss und für Interessierte sicher keine Enttäuschung.

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    Nespavanjes avatar
    Nespavanjevor 5 Monaten
    Bea406s avatar
    Bea406vor 7 Monaten
    nordfraus avatar
    nordfrauvor 8 Monaten

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