Neil MacGregor Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten

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Inhaltsangabe zu „Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten“ von Neil MacGregor

Was uns eine steinerne Säule über einen großen indischen Herrscher erzählen kann, der seinem Volk Toleranz predigt, was spanische Dukaten uns über die Anfänge der globalen Währung verraten, oder was ein viktorianisches Teeservice uns über die Macht des Britischen Empires offenbart - Neil MacGregor beschreibt all diese Objekte nicht einfach nur, sondern erschließt uns durch ihre Betrachtung immer auch ein Stück Weltgeschichte. Wer den hier versammelten Dingen - vom afrikanischen Faustkeil bis zur Solarlampe Made in China - auf diese Weise begegnet, sieht die Geschichte als ein großes Kaleidoskop - kreisend, vielfältig verbunden, unentwegt voller Überraschungen. Ein intellektuelles und ästhetisches Vergnügen von der ersten bis zur letzten Seite und eines der außergewöhnlichsten historischen Bücher der letzten Jahre. „In diesem Buch reisen wir zurück in der Zeit und über den Globus, um zu sehen wie Menschen in den vergangenen zwei Millionen Jahren unsere Welt gestaltet haben und von ihr geprägt wurden. Diese Geschichte wird ausschließlich erzählt durch Dinge, die Menschen gemacht haben - alle Arten von Dingen, sorgsam entworfen und dann entweder geschätzt und bewahrt, oder benutzt, zerbrochen und weggeworfen. Ich habe einfach hundert Objekte von verschiedenen Punkten unserer Reise ausgewählt - vom Kochtopf bis zur Galeone, vom Werkzeug aus der Steinzeit bis zur Kreditkarte.“ (Neil MacGregor)

Ein Buch für die einsame Insel

— Brigitte_Kraechan

Anhand ausgewählter Objekte des British Museums erzählt MacGregor die Weltgeschichte und knüpft Zusammenhänge rund um den Globus.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • 100 spannende Geschichten in einem Buch !

    Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten

    Brigitte_Kraechan

    23. August 2015 um 09:19

    Wer hätte gedacht, dass ich ausgerechnet ein Geschichtsbuch mit auf jene immer wieder angesagte einsame Insel nehmen würde. Der Autor, übrigens lange Jahre Direktor des British Museum in London und ab 2016 Gründungsintendant am Humboldtforum in Berlin, erzählt die Geschichte der Welt anhand von Dingen. Die ausgewählten  Exponate, die nach einer langen Reise durch die Zeit und nicht selten durch die Welt, letztlich im British Museum landeten , beschreibt der Autor  nicht nur aus dem Blickwinkel eines europäischen Museums, sondern versucht der  Bedeutung der Dinge für die, die sie erschaffen haben, nachzuspüren und dem Weg der Objekte  durch die Zeit zu folgen. Dabei ist die Einleitung bereits so spannend geschrieben, dass ich danach absolut überzeugt war: Mein Lesesommer ist gerettet. Immerhin hat das Buch über 700 Seiten! 100 Objekte ! 100 spannende Kurzgeschichten! Allerdings nix für die Badewanne – zu schwer.  Aber ein interessantes Geschenk für alle, die sich für die Geschichte der Welt oder einfach für die Geschichte ( fast alltäglicher)  Dinge interessieren.

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  • Rezension zu "Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten" von Neil MacGregor

    Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten

    michael_lehmann-pape

    29. October 2011 um 11:12

    Das britische Empire im viktorianischen Teeservice Dieses Buch ist nicht dafür geeignet, abends im Bett gemütliche Leserunden zum Einschlafen abzuhalten. Das verbietet allein schon der Umfang und das damit einhergehende Gewicht des Werkes (außer, man möchte damit Unterarmmuskeln trainieren), vor allem aber wartet Neil MacGregor mit einer solchen Fülle von Eindrücken, Hinführungen, Folgerungen, seinen betrachteten Objekten innewohnenden Bedeutungen auf und schafft damit eine solche Anregung des Geistes, das dieses Buch doch eher in Etappen gründlich genossen und zu Gemüte geführt werden will. Denn es sind im Eigentlichen nicht nur 100 Objekte, die MacGregor beschreibt, sondern tatsächlich die in den Objekten wohnende „Weltgeschichte“, die im Gesamten ein breites und tief reichendes Bild dessen in den Raum setzen, was Entwicklung und Intention menschlichen Seins seit Jahrhunderten befördert und ausmacht. In der Struktur des Buches geht MacGregor auf diesem Weg strikt chronologisch vor, wobei die ersten Kapitel weite Zeiträume abdecken („Vom Werden der Menschen“ (Faustkeil und Steinmesser) 2000000-9000 v.C.) über die Eiszeit (Tonmodell, Maya Statue, Stößel u.a.) 9000-3500 v.C. bis hin zu ersten Städten und Staaten, dem Einläuten der Zivilisation (Standarte von Ur, Siegel von Indus, Jadebeil etc.) 4000-2000 v.C. werden dann so langsam die Zeiträume enger und die historischen Fakten breiter. Die Betrachtung der Statue des Ramses II. ist dann eines der Objekte, an dem die Wendung zur kultur-zivilisierten Gesellschaftsform deutlich wird. Nachvollziehbar arbeitet MacGregor heraus, dass hier nicht das Werk eines einzelnen Künstlers im Vordergrund steht, sondern „Leistung einer ganzen Gesellschaft“, einer Gesellschaft, die zu klarer Identität gefunden hat im alten Ägypten in den 66 Jahren Regierungszeit unter Ramses II. Hier, im Jahre 1250 v.C. angelangt sind gerade einmal 170 der gut 750 Textseiten des Buches verstrichen. Wie im gesamten Buch kurzweilige, flüssig zu lesende und historisch fundierte Seiten. So legt MacGregor an der Statue als Objekt eine tiefen Einblick in das Innere der gesamten Gesellschaft der damaligen Zeit am konkreten Ort vor. In dieser Arbeitsweise MacGregors liegt begründet, dass jedes der vorgestellten Objekte über sich selbst hinausweist und als Symbol der konkreten Zeitspanne vorliegt. Die eigentlich völlig unspektakuläre Tasse Tee zum Beispiel, zu Zeiten Grundausdruck der britischen Kultur, zeigt erst bei näherem Hinsehen auf, wie tief sie das Empire in sich trägt. Der Tee aus Indien, der Zucker aus der Karibik. Anfangs reiner Luxus, aber mit Festigung des Empire zur essentiellen Beigabe des alltäglichen Lebens geworden. Eine Entwicklung der „einfachen“ Tasse Tee, die sich am betrachten Objekt eines Teeservices deutlich ablesen lässt, folgt man den Einlassungen MacGregors. Gerade die eher Einfachheit dieses konkreten Services zeigt auf, wie breit ein einfaches Getränk in die Gesellschaft „eingeführt wurde“, dabei durchaus zur sozialen Kontrolle dient, wie viel an geschichtlicher Herleitung hinter einem solchen Service steht und wie stark die Beförderung der „Massenkultur“ Tee in Britannien gesellschaftlich wirkte (als Symbol des „neuen britischen Charakters“, seriös und freundlich, ohne die bis dato lange Zeit vorherrschende, alkoholgeschwängerte „Geselligkeit“). Drei Teile hat das Service und bildet eine ebenfalls dreiteilige Sozialgeschichte Britanniens ab, von der selbst das Milchkännchen noch beredetes Zeugnis ablegt. Indem MacGregor sich in eben „hundertfacher“ Weise über prägnante Objekte einer konkreten Zeitgeschichte zuwendet, gelingt ihm eine ganz andere, neue, erfrischende, vor allem aber leicht haftenbleibende Form des Zugangs zur Weltgeschichte. In der Verbindung mit den einzelnen Objekten und den hervorragenden Abbildungen im Buch prägen sich die dazugehörenden Ereignisse und geschichtlichen Entwicklungen bestens ein. Am Ende des Buches verbleibt nicht das Gefühl, dass etwas fehlen würde, sondern dass MAcGregor die Essenz der Menschheitsgeschichte in allen wesentlichen Entwicklungszyklen knapp, präzise und bestens erfasst hat. Ein wunderbares Geschichtsbuch.

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