Neil MacGregor Shakespeares ruhelose Welt

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Inhaltsangabe zu „Shakespeares ruhelose Welt“ von Neil MacGregor

Während Shakespeare unvergängliche Werke wie Romeo und Julia, Hamlet, Othello oder König Lear schrieb, ging die Welt durch ein Zeitalter tiefgreifender Veränderungen. Seit der Entdeckung Amerikas hatten sich die Horizonte Europas dramatisch erweitert. Ein ganzes Weltbild geriet ins Wanken. Neil MacGregor führt uns anhand von zwanzig Objekten mitten hinein in diese Zeit – und hinein in die Stücke Shakespeares. Ob er uns das Schwert eines Edelmanns oder die Wollmütze eines Handwerksburschen, einen Glaskelch aus Venedig oder Münzen aus Marrakesch vorstellt – immer weiß er eines der Themen zu illuminieren, die Shakespeares Zeitalter prägten: die Globalisierung, die Glaubenskämpfe, die Pest, der Islam, die Magie – und uns zugleich vertraut zu machen mit einem der aufregendsten Dichter der Weltliteratur. Das Resultat ist ein hinreißend lebendiges, glänzend geschriebenes und in vielem überraschendes Portrait der gefährlich aufgewühlten Welt von William Shakespeare.

Sehr spannend und viele neue Informationen mit einer schönen Sprechstimme vorgetragen

— Janinezachariae
Janinezachariae

Hier gehen Zeit- und Literaturgeschichte gekonnt eine Verbindung ein. Nicht nur für Shakespearefans zu empfehlen.

— Ambermoon
Ambermoon

Shakespeares Publikum - lebendige Einblicke in die Sozialgeschichte des elisabethanischen Englands.

— ewigewelten
ewigewelten

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    Shakespeares ruhelose Welt
    Janinezachariae

    Janinezachariae

    03. July 2017 um 21:46

    Ich hab diesem Hörbuch sehr gerne gelauscht, denn es wurde angenehm vorgetragen und spannend erzählt. Ich konnte mich in diese Zeit verlieren und hab William Shakespeare noch etwas besser kennengelernt, wenn dies überhaupt möglich war. Als Fan dieses Engländer war es schon fast Pflicht mehr über seine Welt, sein Leben und alles drumherum zu erfahren. Über die Tudors, Irland, England und natürlich seine eigene Familie. Ich möchte nun wirklich nicht allzu viel verraten, denn wer sich für William Shakespeare interessiert, der sollte es lesen oder hören. Ich, für meinen Teil, hab es mehr als genossen und werde ich auch noch öfters hören - oder lesen, wenn ich das Buch bekomme. Diese sprachliche Erzählweise hat mir wirklich vergnügliche Stunden beschert, denn ich war fasziniert von dieser Zeit. Zudem finde ich die kleinen musikalischen Einlagen sehr auflockernd, wenn ein etwas schwieriges Thema dran war und man Luft holen muss. Shakespeares ruhelose Welt ist ein wundervolles Hörvergnügen und sehr spannend für all jene, die sich für England interessieren und mehr erfahren möchten, als das, was nur in den Geschichtsbüchern steht. Gelesen von Thomas Loibl, Stefan Wilkening, Helmut Stange, Christian Baumann, Laura Maire, Eva Gosciejewicz, Heiko Ruprecht, Friedrich Schloffer

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    • 5
  • Mit diesem Buch taucht man in die Welt Shakespeares regelreicht ein

    Shakespeares ruhelose Welt
    Ambermoon

    Ambermoon

    05. March 2017 um 08:40

    Neil MacGregor ist der Autor dieses Buches. Er ist seit 2002 Direktor des Britischen Museums. Zuvor war er von 1987 bis 2002 Direktor der National Gallery in London. 2008 war er "Brite des Jahres". 2010 erhielt er den erstmals verliehenen Internationalen Folkwang-Preis.Und ich muss sagen, dieser Mann versteht sein Handwerk Geschichte lebendig zu machen.Dies ist keine Biographie über Shakespeare, sondern ein Eintauchen in seine Welt, in die Welt seines Puplikums, in die Welt des elisabethanischen und jakobäischen Londons.Shakespeare schrieb nicht für Aristokraten, sondern für sein Puplikum, in dem sich zwar auch der ein oder andere Aristokrat befand, aber vor allem aus normalen Bürgern bestand. Und so entstand das Englische Drama, in dem sich alle möglichen Figuren tummeln - Träger und Totengräber, Wachsoldaten und herumlungernde Typen, sprich - nicht nur Kaiser und Könige, sondern normale Bürger. Und genau diese Menschen erkannten sich auf der Bühne wieder.Wenn man versteht wie sie lebten, was sie antrieb und beschäftigte, dann versteht man auch Shakespeare und seine Werke.Dieses Buch ist quasi eine Biographie Londons zur Zeit Shakespeares. In 20 Kapiteln taucht man in die Welt des damaligen London und seiner Bewohner und lernt sie zu verstehen.Dies geschieht auf sehr anschauliche Art und Weise, indem jedes Kapitel einem Relikt damaliger Zeit zugeordnet ist und mit dem man in die damalige Geschichte eintaucht. Diese wird wiederum mit den damaligen Werken Shakespeares gegenübergestellt und voilà, schon hat man einen besseren Bezug zu einigen von seinen Bühnenstücken und kann somit so manchen Zusammenhang, so manche Posse und so manche Handlung besser verstehen. Man versteht die Tragik, aber auch so den Witz..und Shakespeare war wirklich verdammt witzig und äußerst sarkastisch veranlagt.Dies alles erfolgt in einem flüssigen und leicht verständlichem Schreibstil und mit zahlreichen Abbildungen. Hier gehen Zeit- und Literaturgeschichte gekonnt eine Verbindung ein und gehen Hand in Hand. Geschichte einmal anders, aber auf jeden Fall lehrreich und lebendig und daher alles andere als trocken.Außer zahlreichen Abbildungen enthält dieses Buch noch eine Bibliographie, welche man nicht unbeachtet lassen sollte und viele Anregungen für weitere Literatur beinhaltet.Ebenso sind Personenregister, Ortsregister und ein Register von Shakespeares Werken enthalten.Fazit: In diesem Buch wird die Geschichte Londons und rund um Shakespeare lebendig. Ich konnte nicht aufhören darin zu blättern und zu lesen, war fast enttäuscht als ich es zu Ende gelesen hatte und das will bei einem biographischen und zeitgeschichtlichen Sachbuch was heißen. Die Meisten legt man nämlich gerne mal für eine Weile beiseite, um sich etwas anderem, etwas weniger anspruchsvollem zu widmen.Bei diesem Buch ist es anderes - es fesselt, es ist interessant und beinhaltet so viel mehr. Mir hat diese Kombination von Literatur- und Zeitgeschichte gefallen, denn für mich funktioniert das eine ohne das andere nicht und somit war es für mich nahezu perfekt. Ich liebe Shakespeare, ich liebe London und ich liebe historische Geschichte und Biographien und dieses Buch beinhaltet einfach alles.Für alle Shakespeare- und/oder Londonliebhaber, für alle Biographien- und/oder Geschichtsbegeisterten - dieses Buch kann ich Euch wärmstens empfehlen und daher gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung!!Von diesem Autor werde ich mir auf jeden Fall noch andere Bücher zulegen!!

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    • 3
  • Das Leben der Dinge – Geschichte(n) »ausgegraben«

    Shakespeares ruhelose Welt
    ewigewelten

    ewigewelten

    02. February 2015 um 12:33

    »Es liegt eine merkwürdige Kraft in den Dingen: Sie können, einmal von uns hergestellt, unser Leben verändern. Das ist eine Wahrheit, von der die großen Religionen der Welt wussten und die sie auch stets genutzt haben. Heilige Reliquien und geweihte Orte haben diese Kraft, uns in der Zeit zu transportieren und damit zugleich auch zu transformieren. Wir glauben dann, neben den Propheten und den Heiligen zu stehen, ihr Menschsein zu teilen, für einen kurzen Augenblick auch ihre Welt zu bewohnen.« Neil MacGregor hat sein Leben den Dingen verschrieben. Der Direktor des Britischen Museums unternimmt nach »Die Geschichte der Welt in 100 Objekten« einmal mehr eine individuelle Führung durch ein Museum, das beim Leser lebendig wird. Zu William Shakespeares 450. Geburtstag 2014 hat er sich zur Aufgabe gemacht, die Gedanken und das Wirken des großen englischen Dichters zu beleuchten – nach seiner Art über zwanzig elisabethanische Objekte, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählen, belegt durch Zitate aus den Stücken, die zeigen, wie Shakespeare zentralen Problemen und kritischen Themen immer wieder eine Bühne gab: Ein schlicht gehaltener Abendmahlkelch steht für die Ablösung des Prunkvollen im verhassten Katholizismus – wie die Engländer wird auch Hamlet, der dem vergifteten Kelch entkommt, von der protestantischen Zukunft Nordeuropas eingeholt. Seekarten in teilweise bewusst manipulierter Form zeigen den Aufstieg Englands gegenüber der spanischen Armada – und geografische Exkurse der etwas obszönen Art finden sich auch in der »Komödie der Irrungen«. Neumodische Degen der wohlhabenden Heißsporne beweisen die illegalen Unruhen auf nächtlichen Straßen – Duelle waren nicht nur bei Romeo und seinen Rivalen in Mode. Eine im Theater verlorene Konfektgabel diente der höheren Schicht zur Repräsentation der Trends aus dem exotischen Italien – auch Shakespeares Sir Falstaff sprach den Gaumenfreuden zu, die vor der Bühne auf unterschiedlichste Weise genossen wurden. Der »Kaufmann von Venedig« portraitiert eine Stadt, in der man teures Kristallglas findet – bei MacGregor ein Symbol für Gelage und unmoralische Ausschweifungen, eine neue Offenheit und Toleranz, wie sie in England noch größtenteils fremd war. Aber auch die »Wissenschaft« der Magie wird thematisiert, die Pest oder Hinrichtungen, die Angst vor dem Verlust der Königin, ein Bündnis mit Afrika und politische Probleme mit Irland. Shakespeares Welt war in der Tat ruhelos und lässt sich durch Lebloses unerwartet lebendig machen. Doch entgegen des Titels ist MacGregors Anspruch nicht, viel über Shakespeare selbst aufzudecken. Es geht ihm einzig um die Denkart seines Publikums, der einfachen Leute, die Frage, wie sie lebten und was ihre Werte, Ängste und Wünsche waren, die Shakespeare erstmals auf der Bühne thematisierte. Was seine Gesellschaft bewegt hat, prägte letztlich auch Shakespeare selbst, aber seine »innere Welt bleibt, so bitter das ist, im Dunklen.«. Josefine Gottwald für DRESDNER Kulturmagazin

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  • Neuen Objekten auf der Spur

    Shakespeares ruhelose Welt
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    16. September 2013 um 12:57

      „Den Dingen wohnt ein Leben inne“, so könnte man MacGregors Herangehensweise an historische Objekte bezeichnen. Ein Leben, das MacGregor jeweils in seinen historischen Bezügen und in seiner Bedeutung dann auch für das Leben der Gegenwart durchaus fundiert und gut lesbar herausarbeitet. Das hat er mit dem Vorgängerbuch unter Beweis gestellt, dem geht er in seinem neuen Werk in ähnlicher Weise nach, das als Fortsetzung oder besser Variation seiner „Geschichte der Welt in 100 Objekten“ zu verstehen ist „Vom Charisma der Dinge bewegt, unternimmt dieses Buch zwanzig Reisen in eine vergangene Welt“.   Reisen, die zumindest je einen konkreten Anhaltspunkt in den Mittelpunkt der Betrachtungen stellen (wenn auch nicht immer nur materielle Objekte zum Zuge kommen, wie man an „Verrat und Verschwörung“ oder auch an der Verarbeitung der Pest sieht). Zudem geht MacGregor anhand der Stücke Shakespeares der Bedeutung (und des Charismas) des jeweiligen Objektes nach.   Ein kleines „Hintenherum“ allerdings ist schon zu konstatieren. Der glänzende Name Shakespeare wird doch letztlich auch als (werbewirksamer) Aufhänger genutzt. Wie MacGregor selbst betont: „Shakespeares innere Welt bleibt, so bitter das ist, im Dunkeln“. Die Lebenswelt, die Alltäglichkeiten, die Erfahrungen des Publikums zu Zeiten Shakespeares sind es, die MacGregor im Eigentlichen betrachtet und aus denen er wiederum Rückschlüsse auf das Theater und die (möglichen) Einflüsse auf Shakespeare selbst zeigt.   Was also war die Welt der Menschen zu Shakespeares Zeiten in England, für die er geschrieben hat?  Das ist die Leitfrage MacGregors.   Eine Welt, die z.B. durchaus für „Werbung“ empfänglich war („... dass wir zu denen werden können, die wir sein wollen, wenn wir nur die richtigen Dinge besitzen).   Sei es damals eine wertvolle Gabel, die verloren ging und die MacGregor betrachtet, sei es in der heutigen Zeit anderes an Objekten, aber mit der gleichen Grundhaltung. Das ist, was MacGregor immer wieder mit aufzeigt. Wie sich die Haltungen der Menschen ähneln, auch wenn Jahrhunderte dazwischen liegen und wie sich die konkreten inneren Befindlichkeiten historisch an konkreten Objekten Bahn brachen. Und hier fasziniert MacGregor weiterhin mit seiner Gabe, umfassend und auslotend einem Objekt in allen Facetten nachzugehen. Auch mit vielen Zitaten aus Shakespeares Stücken, in welchen MacGregor die Verbindungen zu den Objekten herstellt und aufzeigt, wie gesellschaftliche Strömungen sich im Werk des Dichters niederschlagen   Das müssen, im Übrigen, wie erwähnt, nicht nur materielle Objekte sein. In seinem Kapitel über die „Verschwörung“ geht MacGregor der Rezeption der Verschwörungsangst jener Tage in Shakespeares Stücken nach. Die „Zeitströmung“ des Verrates findet sich an vielen Orten in den Stücken, wie MacGregor vor Augen führt. „Als Fakt und Furcht lebt der Verrat auch in seinen Stücken“. Verschwörungen, für die MacGregor einige wichtige historische Beispiele jener Zeit ausführlich aufführt.   Anders und sehr materiell dann wieder an anderer Stelle, an der „Ein Kelchglas aus Venedig“ MacGregor dazu dient, historische Sehnsuchtsorte (Venedig) mit modernen Sehnsuchtsorten (New York und „Sex in the City) zusammenzubringen und aus der Geschichte heraus wiederum eine menschliche Grundhaltung anhand eines konkreten Objektes zu erläutern, nicht ohne zu versäumen, wie solche  Sehnsuchtsorte vom Dichter mit verarbeitet wurden.   Das universale Wesen der Menschen und die konkret Ausformung dieses Wesens in jeder Epoche bindet MacGregor an historische Objekte und feste Vorstellungen von Zeitströmungen, zeigt die Rezeption dieser in Shakespeares Stücken auf und verschafft so einen profunden und lebendigen Einblick in die Alltagswelt vergangener Zeiten mit Impulsen bis in die Gegenwart hinein. Auch wenn der Bezug zu Shakespeare durchaus ein wenig gewollt erscheint und hier und da (wie bei „Othello“ in Bezug auf die Globalisierung) doch stark von  MacGregor in seine Richtung interpretiert wird.

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