Neil Postman Wir amüsieren uns zu Tode

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Inhaltsangabe zu „Wir amüsieren uns zu Tode“ von Neil Postman

Noch sind die Diskussionen, die Neil Postman mit seiner Streitschrift "Das Verschwinden der Kindheit" ausgelöst hat, nicht verstummt, da kündigt ein neues Buch von ihm neuen, grundsätzlichen Meinungsstreit an. Denn diesmal kritisiert er die allmähliche Zerrüttung der Kulturtätigkeiten durch den gewerbsmäßigen Illusionismus, das totale Entertainment. Postmans These lautet, daß die Medien zunehmend nicht nur bestimmen, was wir kennenlernen und erleben, welche Erfahrungen wir sammeln, wie wir Wissen ausbilden, sondern auch, was und wie wir denken, was und wie wir empfinden, ja, was wir von uns selbst und voneinander halten sollen. Zum ersten Mal in der Geschichte gewöhnen die Menschen sich daran, statt der Welt ausschließlich Bilder von ihr ernst zu nehmen. An die Stelle der Erkenntnis- und Wahrnehmungsanstrengung tritt das Zerstreuungsgeschäft. Die Folge davon ist ein rapider Verfall der menschlichen Urteilskraft. In ihm steckt eine unmißverständliche Bedrohung: Er macht unmündig oder hält in der Unmündigkeit fest. Und er tastet das gesellschaftliche Fundament der Demokratie an. Wir amüsieren uns zu Tode.

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  • - Hypochrisy -

    Wir amüsieren uns zu Tode
    Hypochrisy

    Hypochrisy

    27. July 2014 um 04:02

    Postman diagnostiziert einen tief greifenden Wandel der US-amerikanischen Kultur von einer inhalts- zu einer unterhaltungsorientierten Gesellschaft. Die Fernsehgesellschaft zeitige einen radikalen Verfall der Schriftkultur und mithin der rationalen Urteilskraft. Durch die Ablösung des wortbestimmten »Zeitalters der Erörterung« durch das bildbestimmte »Zeitalter des Showbusiness« werde Erkenntnisstreben durch bloße Zerstreuung ersetzt, und zwar in jedem denkbaren Lebensbereich. Die formalen Unterschiede zwischen Schrift- und Bildmedium bestimmten auch die vermittelten Inhalte: Die Darstellung von Erfahrungen in allen gesellschaftlichen Bereichen werde statt durch die Ratio nun durch die Emotio bestimmt. Nach Postman nehmen wir die Welt nicht so wahr, wie sie ist, sondern nur in der Vermittlung über die Medien, welche den Inhalt unserer Kultur erst erschaffen. Schnelligkeit und Kurzlebigkeit der Fernsehbilder verhindern die Reflexion der vermittelten Inhalte, weshalb die Präsentation selbst entscheidendes Kriterium der Urteilsbildung wird. Alle gesellschaftlich relevanten Bereiche, selbst Religion und Politik, haben sich dem visuellen Diktat des Fernsehmediums unterzuordnen und lernen es sich zu Nutze zu machen, worin Postman eine Gefahr für die Demokratie sieht. Auswege aus der stetig fortschreitenden Ersetzung von Urteilskraft durch Amüsement vermag Postman nicht aufzuzeigen. Es bleibt lediglich bei dem Appell, sich kritisch mit dem Medium Fernsehen auseinander zu setzen.

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  • Rezension zu "Wir amüsieren uns zu Tode" von Neil Postman

    Wir amüsieren uns zu Tode
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. August 2010 um 12:22

    Huxley oder Orwell, welche Utopie ist realistischer? Oder ist es vielleicht keine Utopie mehr? Postmann nimmt das Fernsehen und die Gesellschaft, die es schafft, in seine Einzelteile auseinander. Vielleicht sähe das Ergebnis heute, Stichwort: google streetview, anders aus. Postman stellte (damals) fest, dass der absolute Überwachungsstaat nicht realisierbar ist und dies auch nie sein wird. Und vielleicht steckt darin auch noch immer Wahrheit. Schließlich begeben wir uns auch heute noch freiwillig in Unmündigkeit. Trotz oder wegen all der sich aus dem Internet ergebenden Möglichkeiten, die uns auch eher von wirklicher Teilhabe fern halten. Zusammenfassend, ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Darüber, wie Medien unsere Gesellschaft verändern und darüber, was ein "gesunder Umgang" mit Medien ist. auch wenn das Buch schon einige Jahre auf dem Buckel hat und einige der Thesen sicher als überholt gelten können, halte ich es heute noch für relevant. Auch wenn das Leitmedium sich (für viele) geändert hat, so dominiert es unseren Alltag doch noch stärker, als es das Fernsehen jemals vermochte. Ein kritischer Blick, der nicht in Überwachungshysterie verfällt ist da sicher hilfreich.

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  • Rezension zu "Wir amüsieren uns zu Tode" von Neil Postman

    Wir amüsieren uns zu Tode
    da_daniel

    da_daniel

    27. August 2008 um 19:47

    Postman schreibt über die Fun-Gesellschaft in den Staaten, wo selbst Nachrichten auf Teufel komm raus unterhalten müssen.

    Wie wirkt sich diese Medienwelt auf die Bürger aus?

    Interessant ist dieses Buch auch, weil wir in Deutschland durchaus Anklänge der gesellschaftlichen Veränderungen, die Postman beschreibt, spüren können.

  • Rezension zu "Wir amüsieren uns zu Tode" von Neil Postman

    Wir amüsieren uns zu Tode
    FlorianTietgen

    FlorianTietgen

    30. March 2008 um 12:42

    Als Postman sein Buch schrieb, konnten wir uns hierzulande Auswüchse der Unterhaltungsindustrie, wie Gerichts- oder Call-In-Shows noch nicht ansatzweise vorstellen. Privatfernsehen war in der Startphase. Insofern lassen sich einige der Analysen wahrscheinlich heute besser nachvollziehen, als 1985. Einige lassen sich allerdings auch eher als Panik empfinden. Der Fehler, den Postman grundsätzlich trotz äußerst plausibler Ausgangslage begeht, liegt für mich in der Abwägung der Medien. Seine Theorie ist, die Inhalte sind medienabhängig, insofern geht er auf sie nur als Folge des gewählten Mediums ein. Heute wissen wir, dass der Hang, sich lieber zu amüsieren, als zu denken, auch vor dem geschriebenen Wort, also dem Buch nicht Halt macht. Inhaltsarme Bücher erfahren eine ähnliche Wertschätzung wie Fernsehen von Dummies für Dummies. Insofern ist sein Buch ein wichtiger Denkanstoß, den man nicht unhinterfragt übernehmen sollte. Eben keine Zerstreuung, sondern Wahrnehmungsanstrengung.

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  • Rezension zu "Wir amüsieren uns zu Tode" von Neil Postman

    Wir amüsieren uns zu Tode
    Steerpike

    Steerpike

    23. September 2007 um 17:16

    Diese Streitschrift des Medienwissenschaftlers Neil Postman aus dem Jahr 1985 hat seither für heftige Diskussionen gesorgt. Postman ist ganz klar ein Aufklärer, der den Verfall der Schriftkultur zugunsten der elektronischen Medien beklagt. Da das Buch 1985 entstand, ist als Leitmedium das Fernsehen angegeben. Man könnte sich zurecht fragen, ob die Kulturkritik Postmans in gleicher Weise auf das Zeitalter des Internets passt - ich meine schon, aber hier werden die eklatanten Lücken in Postmans Argumentation noch sichtbarer als sie es schon in dem vorliegenden Text sind. Postmans zentrale These ist (im Anschluss an Marshall McLuhans "Gutenberg Galaxy"), dass man Inhalte nicht unabhängig von dem Medium betrachten kann, das sie transportiert. Jedes Medium, so Postman, begünstigt durch seine spezifische Struktur bestimmte Inhalte, die sich leicht ausdrücken lassen, andere eignen sich für ein bestimmtes Medium weniger. Und da eine Kultur stets von einem Leitmedium geprägt ist und dazu neigt, die Inhalte, die in diesem Medium besonders widerstandslos transportiert werden können, auch tatsächlich zu bevorzugen, funktioniert das Denken in einer Kultur, die den Buchdruck als Leitmedium hat, anders als eine, die durch das Fernsehen repräsentiert wird. Der geschriebene Text, so versucht Postman darzulegen, zeichnet sich aus durch folgende Struktur: Er unterliegt einer bestimmten Chronologie, ist narrativ geordnet, ein Element folgt auf das nächste. So kann er auch Argumente entwickeln, und Leser oder Zuhörer (die kriegt Postman häufig nicht so gut auseinander, was seine These nicht unerheblich schwächt) sind auch an diese Form der Darlegung gewöhnt. Das Fernsehen zeichnet sich, als unmittelbarer Erbe des Telegraphen und der Photographie, durch eine maßgebliche Ungeschichtlichkeit aus. Die Elemente, die über den Telegraphen laufen oder in den Nachrichten aufeinander folgen, bilden keine Narration und gruppieren sich folglich auch zu keinem Argument. Sie stehen einfach unverbunden nebeneinander. Außerdem setzt das Fernsehen darauf, alles sei in unterhaltsamer Form darzubieten. Während also das Buchdruckzeitalter das Zeitalter von Argumentation und Erörterung ist, ist das Zeitalter des Fernsehens das der Fragmentierung und des Showbusiness. Mal abgesehen von den begrifflichen Schwächen bei Postman, auf die ich hier nicht im Einzelnen eingehen kann, übersieht er gerade in Bezug auf die Narration, dass sich eine Narration natürlich auch anders als rein linear herstellen lässt. Sein Weltbild ist sehr stark an einer strengen Vernunft, einer klaren Deduktion, an eindeutigen chronologischen Bezügen entlang entwickelt - alles aufklärerische Tugenden, die er dem geschriebenen Text insgesamt attribuiert (wobei auch hier allzu aktuelle Gegenbeispiele nicht taugen, da er aktuell von einer Infiltration des geschriebenen Wortes durch das Fernsehen ausgeht). Interessanter als seine sehr zweifelhafte Analyse, die sehr stark in Beispielen und Intuition hängenbleibt, ist seine Diagnose der heutigen Medienlandschaft und ihrer Folgen. Die Meinung, dass es Argumentation immer schwerer hat, weil sie als ermüdend erfahren wird, dass Unterhaltung als sehr kurzatmig begriffen wird (dieser Unterhaltungsbegriff ist nicht der meine, aber der Postmans, der ihn negativ, und der vieler Zeitgenossen, die ihn positiv bewerten), erfahre ich schon auch im täglichen Leben. Ob das jemals anders war, wage ich zu bezweifeln. Ich persönlich verbinde mit dem Internetzeitalter eine Hoffnung auf die Renaissance der Rhetorik und der Pflicht zur Begründung, da man sonst tatsächlich in einem undifferenzierten Datenmüll unterzugehen droht - eine Tendenz, die das Internet wie kein zweites Medium deutlich gemacht hat. Ein Wort noch zu den literarischen Paten Postmans. Die Amüsierkultur ist für ihn die Verwirklichung der Dystopie Aldous Huxleys in der "Schönen neuen Welt". Sein Buch schließt mit folgendem Satz: "Die Menschen in Schöne neue Welt leiden nicht daran, dass sie lachen, statt nachzudenken, sondern daran, dass sie nicht wissen, worüber sie lachen und warum sie aufgehört haben, nachzudenken. Hinzuzufügen wäre, dass ihnen das leider auch egal ist, weil sie sich eben gut unterhalten fühlen und der Bedarf nach einer weitergehenden Analyse meist überhaupt nicht vorhanden zu sein scheint." Wie gesagt, diese Diagnose halte ich für gar nicht so verkehrt. Ob sie besonders unser Zeitalter trifft, ob der Wunsch nach klaren und ausgeführten Argumenten in den vergangenen Jahrhunderten stärker war - all das versucht Postman uns zu plausibilisieren, was ihm aber mE nicht recht gelingen will, da er zu spezielle Beispiele wählt und aus diesen zu weitreichende Schlüsse zieht. Dass in der Gleichgültigkeit gegenüber sauberer Argumentation und dem Wunsch nach nur nicht zu komplexen Gedanken eine Gefahr für das politische Gemeinwesen im idealistischsten Sinne besteht, dem kann ich allerdings nicht wirklich widersprechen.

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  • Rezension zu "Wir amüsieren uns zu Tode" von Neil Postman

    Wir amüsieren uns zu Tode
    Kasiopaia

    Kasiopaia

    06. August 2007 um 17:52

    Dieses Sachbuch wirft einen kritischen Blick auf Massenmedien und ihre Wirkungen. Liest sich zeitweise etwas zäh, ist aber ansonsten gut zu verstehen. Mir zumindest hat es gut gefallen.