Nele Holdack

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Es muss einer den Frieden beginnen

Es muss einer den Frieden beginnen

 (1)
Erschienen am 17.02.2014
Jeden Tag ein Lächeln

Jeden Tag ein Lächeln

 (0)
Erschienen am 12.07.2019

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Rezension zu "Es muss einer den Frieden beginnen" von Nele Holdack

Eine vielschichtige Zusammenstellung
Zen-Colavor einem Jahr

Im Erzählband »Es muss einer den Frieden beginnen« kommen fünfzehn Autoren und Autorinnen mit ihren Geschichten und Gedichten zu Wort. Autoren, die den Ersten Weltkrieg – teilweise als Soldat – miterlebt haben und die sich, wenn nicht schon von Beginn an, anschließend von ihm abgekehrt haben. »Jahrhundertautoren«, ist im Untertitel zu lesen. Enthalten sind also Geschichten von Autoren mit gehobener Relevanz zum Thema; einige kennt man als durchschnittlich Belesener, andere scheinen etwas in Vergessenheit geraten zu sein (das kann aber auch eine sehr subjektive Wahrnehmung sein, da ich bisher literarisch kaum in der Zeit unterwegs war). Am bekanntesten dürften Stefan Zweig, Anna Seghers, Kurt Tucholsky, Hans Fallada und Erich Maria Remarque sein.

Neben vereinzelten Gedichten findet man vorrangig kurze Erzählungen, aber auch einige umfangreichere, die teilweise schon fast als Kurzroman durchgehen. Die meisten sind interessant zu lesen, gerade auch aufgrund der vielen Facetten, die durch die unterschiedlichsten Autoren einfließen. Besonders hängengeblieben sind bei mir Zweigs »Der Zwang«, Leonhard Franks »Karl und Anna« sowie Vicky Baums »Hunger« - drei der längeren Geschichten.

In Zweigs »Der Zwang« wird der Konflikt eines Mannes beschrieben, der sich durch einen Aufenthalt in der Schweiz zwar dem Einberufungsbescheid seines Vaterlandes widersetzen könnte – sich aber verpflichtet fühlt und dadurch in einen starken Gewissenskonflikt gerät. Franks »Karl und Anna«, eine interessante Heimkehrergeschichte, lässt einen geflohenen Kriegsgefangenen heimkehren zu der Frau eines Kameraden, die er durch dessen Erzählungen wahrscheinlich besser kennt als sonst jemanden. Er gibt sich als sein Kamerad aus – und es entsteht eine seltsame, aber spannende Liebesgeschichte, von allerlei überschattet. Baums »Hunger« befasst sich mit einer seelisch Gebrochenen, die sich in das Leben einer anderen hinein fantasiert, um ihre eigene Armut zu verschleiern. Die Gedichte und somit kürzeren Beiträge stammen von Edlef Köppen, Kurt Tucholsky und Lion Feuchtwanger.

Ich kann den vorliegenden Band empfehlen. Namhafte Autoren aus einer Zeit, die immer weiter in Vergessenheit gerät, berichten auf verschiedenste Weise über ein dunkles Kapitel des letzten Jahrhunderts. Immer gut zu lesen, meistens spannend und stilistisch ansprechend.

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