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haberland86

vor 2 Monaten

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In den letzten Jahren habe ich so gut wie jeden Krimi von Nele Neuhaus gelesen. Da verstand es sich fast schon von selbst, dass ich auch den neuesten Fall der Kommissare Bodenstein und Sander lesen wollte.

Wieder findet im beschaulichen Taunusstädtchen Ruppertshain eine schreckliche Mordserie statt. Das Mordmotiv reicht über 40 Jahre in die Vergangenheit zurück, sodass der Fall für Kommissar Oliver von Bodenstein (der dort aufgewachsen ist) zum bisher persönlichsten seiner Karriere wird.

Wie in allen Krimis von Nele Neuhaus werden in den langen Kapiteln die Geschehnisse eines Ermittlungstages geschildert. Dadurch erlebt der Leser quasi in "Echtzeit", wie die Kommissare dem Täter Stück für Stück näher kommen.

Zwischendurch müssen Bodenstein und Sander immer wieder Rückschläge verkraften, während der Täter weiterhin sein unwesen treibt und immer mehr Ruppertshainer ermordet. Somit steigt die Spannung von Kapitel zu Kapitel. Auch die geschickten Perspektivwechsel tragen dazu bei, durch die der Leser mal dem einen, dann wieder einem anderen Kommissar "über die Schulter" schaut und dadurch immer auf dem neuesten Ermittlungsstand bleibt.

Durch den Wissenvorsprung gegenüber den Romanfiguren kann man bereits viel früher damit anfangen die gelieferten Informationen miteinander zu verknüpfen und eigene Spekulationen zum Täter anzustellen.
Bereit nach knapp 100 Seiten hatte ich einen ersten Verdacht. Die Neugier, ob ich recht behalte, trug mich durch die nächsten 200 Seiten, obwohl diese mit Anekdoten, Familiengeschichten und Dorfklatsch gepflastert waren, die zwar die Verstrickungen der Ruppertshainer Bevölkerung in den Fall verdeutlichen (und den einen oder anderen Leser möglicherweise sogar interessierten), mich aber langweilten und nervten.

Dafür hat die Nele Neuhaus auch für dieses Buch wieder gründlich recherchiert und beschreibt etwa die Indizien für einen Erstickungstod sehr gut und für Laien verständlich.

Erst nach etwa 350 Seiten nimmt die Geschichte so richtig Fahrt auf. Glücklicherweise gelingt es der Autorin im Anschluss zur Stärke ihrer Vorgänger zurückzufinden, wodurch "Im Wald" doch noch zu einem spannenden Krimi mit überraschendem Ende wird.
Besonders gut gefiel mir die Umgebungskarte auf den ersten Buchseiten, die mir dabei half, die Entfernungen und geografischen Gegebenheiten besser abschätzen zu können. Das Personenregister hingegen hätte ich nicht gebraucht. Vermutlich ist es für Leserinnen und Leser, die die älteren Werke der Autorin nicht kennen, aber hilfreich.

Auch wenn mir dieses Buch nicht so gut gefiel, wie die vorherigen Bücher der Autorin, war es um einiges besser, als so manch anderes Buch des Genres.
Ich bin schon gespannt, ob es dem Nachfolger gelingen wird, mich wieder mehr zu packen. Fest steht jedenfalls - Krimifans kommen (vermutlich auch in Zukunft) nicht an Nele Neuhaus vorbei.

Die vollständige Rezension findet sich auf meinem Blog.

Autor: Nele Neuhaus
Buch: Im Wald
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