Nele Pollatschek

 4,1 Sterne bei 49 Bewertungen
Autor von Das Unglück anderer Leute, Dear Oxbridge und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Nele Pollatschek

Nele Pollatschek wurde 1988 in Berlin geboren. Sie hat Englische Literatur und Philosophie in Heidelberg, Cambridge und Oxford studiert. Ihr Debütroman »Das Unglück anderer Leute« wurde mehrfach ausgezeichnet. Seit Sommer 2019 präsentiert sie in hr2 kultur »Pollatscheks Kanon: Weltliteratur zum Mitreden«.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Nele Pollatschek

Cover des Buches Das Unglück anderer Leute (ISBN: 9783442486694)

Das Unglück anderer Leute

 (26)
Erschienen am 19.03.2018
Cover des Buches Dear Oxbridge (ISBN: 9783869712031)

Dear Oxbridge

 (19)
Erschienen am 21.01.2020
Cover des Buches Dear Oxbridge: Liebesbrief an England (ISBN: B083JDYTTS)

Dear Oxbridge: Liebesbrief an England

 (3)
Erschienen am 21.01.2020
Cover des Buches Das Unglück anderer Leute (ISBN: 9783864843945)

Das Unglück anderer Leute

 (1)
Erschienen am 25.08.2016

Neue Rezensionen zu Nele Pollatschek

Cover des Buches Das Unglück anderer Leute (ISBN: 9783869711379)
mabo63s avatar

Rezension zu "Das Unglück anderer Leute" von Nele Pollatschek

Lesenswert
mabo63vor 8 Monaten

[..Ich sass regungslos am Tisch und Georg schluchzte und heulte und lamentierte vor sich hin. An mir prallten seine Tränen ab wie Öl an einer Teflonpfanne. Ich fragte nicht warum, wenn er sie so vermisste, er nicht vor einer Woche oder einem Monat oder einem Jahr mal mit Ihr Zeit verbrachte. Ich wusste die Antwort. Hätte er sich in den letzten fünfzehn Jahren irgendwann mal ernsthaft mit ihr beschäftigt, würde er sie nicht vermissen. Sein Vermissen entsprang Erinnerungen, die so alt waren, dass sie schon gar nicht mehr stimmten. Sein Kopf hatte im Laufe der Dekaden alles mit Filmmusik und Sepiafiltern unterlegt. Und gleichzeitig vermisste er in meiner Mutter auch seine Jugend und das unglaubliche Gefühl in eine Wahnsinnige verliebt zu sein.

N.Pollatschek

Vom täglichen Wahnsinn in einer mehr als chaotischen Familie zu (über)leben.

Hat mich sehr angesprochen.

-


Vom täglichen Wahnsinn in einer mehr als chaotischen Familie zu (über)leben. 

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Cover des Buches Dear Oxbridge (ISBN: 9783869712031)
A

Rezension zu "Dear Oxbridge" von Nele Pollatschek

Schnell gelesenes Essay
Arkronvor 2 Jahren

Die Autorin brennt ein Feuerwerk ab: Jedes Kapitel dieser Folge von Essays entreißt mir ein "AaaahOoooh". Anlass des Feuerwerks ist der Brexit, der in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar gewürdigt werden sollte - ihm widmet Pollatschek einige Einträge und schafft es, die Verständnislosigkeit über die offensichtliche Dummheit zu mildern. Pointiert und facettenreich feuert sie etliche Einsichtsraketen über den britischen Mikroskosmos der Universitäten Oxford und Cambridge ab und die überwiegende Mehrzahl zündet bei mir - ich kann das Buch nicht weglegen und lese es am Stück durch. Nur bei ihrer etwas länglichem Versuch, die Genderdebatte aufzuräumen und die Vorteile der englischen Sprache herauszukehren, langweile ich mich etwas und finde es weniger mitreißend.


Flott und fröhlich ziehen die Essays mit lockeren Stil in den Bann. Popcorn ist her angesagt, wer auf der Jagd nach tiefen Einsichten ist, ist falsch aufgehoben. Genauso wie die Suche nach Statistiken oder anderen Nachweisen, die die persönlichen Eindrücke der Autorin untermauern würden.


Es verbleibt also die faszinierte Viertelstunde, in der ich zurückgelehnt die Show bewundere und die mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Hoffentlich zaubert Pollatschek bald wieder.

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Cover des Buches Dear Oxbridge (ISBN: 9783869712031)
Libertines avatar

Rezension zu "Dear Oxbridge" von Nele Pollatschek

Wo Oscar Wilde, J. R. R. Tolkin und Bill Clinton zur Uni gingen
Libertinevor 2 Jahren

Oxbridge – ein Schachtelword, bestehend aus den Namen der beiden ältesten und wohl auch bekanntesten Universitäten im Vereinigten Königreich: Oxford und Cambridge, die zu den Eliteschmieden des Landes gehören.

Namhafte Persönlichkeiten wie Oscar Wilde, J. R. R. Tolkin, Stephen Hawking, John Locke, Tony Blair, Bill Clinton oder Thomas Morus haben dort bereits ihre universitäre Ausbildung genossen. Auch aus Film und Fernsehen bekannte Persönlichkeiten wie Rowan Atkinson, Kate Beckinsale und Emma Watson waren dort. Selbst bekannte fiktive Personen wie Indiana Jones sind in Oxbridge gewesen oder haben dort ihren Arbeitsplatz.

»In Großbritannien gilt: Manchmal regieren die Konservativen und manchmal regiert Labour, aber fast immer regiert Oxbridge.«

Da überrascht es nicht, dass Oxbridge eine über die Jahrhunderte fortbestehende Faszination auf viele Menschen ausgeübt hat und noch immer ausübt: Darunter auch Nele Pollatschek.

Ihr Weg nach Oxbridge war zwar keineswegs gradlinig, frustrations- oder enttäuschungsfrei, aber sie hat es geschafft, dort zu studieren. Und das, obwohl sie nicht bereits auf eine der Eliteschulen Englands gegangen war, oder eine lange Familientradition vorweisen kann, die allesamt in den alten Hallen gelernt hatten. Mit viel Fleiß, Zähnezusammenbeißen und Tränen.

Dass sie so in dem Moment in England sein würde, als der Brexit offiziell verkündet wird, hatte sie zu Beginn ihres Studiums nicht voraus gesehen. Umso wichtiger ist ihre Erfahrung dieses Augenblicks, denn in Deutschland absolvierte sie ihren Bachelor, in England ihren Master.

»Wir schwiegen. Eine Mitbewohnerin stand auf und nahm mich in den Arm. Keiner musste es sagen, aber es lag so ein Gefühl im Raum: Wir fühlten uns mit Großbritannien zutiefst verbunden und gleichzeitig vollkommen fremd.«

In Dear Oxbridge beschreibt Pollatschek ihren vergleichsweise unkonventionellen, doch erfolgreichen Weg nach Oxbridge. Erfrischend ehrlich, ohne die Höhen und Tiefen ihrer Erfahrungen auszusparen, blickt sie auf die Besonderheiten von Deutschland und England. Oft vergleichend, ohne damit die immer gleichen Klischees aufzuwärmen, sondern eher, um die vielen, wunderbar unterschiedlichen und ähnlichen Facetten ihrer beiden Studienländer zum Vorschein zu bringen.

So beschreibt Pollatschek nicht nur die Kuriositäten ihres Alltags, der zu einer innigen Liebe für isolierte Thermofenster und einwandfrei funktionierende Rohrleitungen führte. Auch die Momente, in denen Pollatschek einen Blick auf die Geschehnisse erhaschen konnte, während sie Geschichte schrieben, teilt sie mit den Lesern.

»In Oxford habe ich einen Master in Englischer Literatur des 19. Jahrhunderts gemacht und über das Problem des Bösen im viktorianischen Realismus promoviert. Ich habe also sehr viel über englische Literatur gelernt. Aber noch mehr über englische Toiletten.«

Und dabei gelingt es Pollatschek kein verklärendes Traktat für das eine und gegen das andere Land zu schreiben, sondern vielmehr die Menschlichkeit hinter und in den großen und kleinen Momenten sichtbar zu machen.

Mit ihren Beobachtungen, die voller Sinn fürs Detail, Humor und das Miteinander sind, kann Pollatschek in ihrem Liebesbrief an England nicht nur eingefleischte Großbritannien-Fans unterhalten und begeistern: Für alle, die mehr von Großbritannien erfahren wollen, als durch die Brexit-Nachrichten derzeit zu hören ist.

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