Nell Leyshon Die Farbe von Milch

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Inhaltsangabe zu „Die Farbe von Milch“ von Nell Leyshon

Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte. „Eine einzigartige Erzählstimme, die unvergessliche Bilder in den Kopf des Lesers malt.“ The Independent„Ein eindringliches Kammerspiel über Klassenunterschiede, Armut und das harte Leben einer standeslosen Frau in einer patriarchalischen Welt.“ Psychologies„Total faszinierend. Von subtiler lyrischer Schönheit, pur und poetisch.“ The Observer
Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.

Klar, unverblümt und gerade heraus, so kommt die Geschichte über das beschwerliche Leben eines jungen Mädchens im 19. Jahrhundert daher.

— QueenSize

Geschichte einer 15 jährigen aus ärmlichen Verhältnissen im 19. Jahrhundert, einfühlsam, brutal und ehrlich aus der Ich-Perspektive erzählt

— Shellan16

Absolut beeindruckend und authentisch

— Ahoi-Pfefferminza

Absolut beeindruckend und authentisch!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

ein buch, brutal in seiner schnörkellosigkeit, mit einem ende, das dir einen schlag in die magengrube verpasst.

— diewortklauberin

Außergewöhnlich, authentisch, bedrückend, intensiv!

— Lovely_Lila

ergreifend und unvergesslich

— Honigmond

Ein polarisierendes Werk über ein Mädchen in der Knechtschaft autoritärer Männer

— Daniel_Allertseder

Schlicht, klar, direkt und unsäglich traurig!

— monerl

Eine sehr traurige Geschichte über ein Mädchen, dass sehr stark ist und sich ihrem Schicksal nicht einfach so hingibt.

— imsoinlovewithbooks

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  • Einfühlsame Geschichte

    Die Farbe von Milch

    Shellan16

    14. April 2018 um 06:06

    Mary ist 15 Jahre alt und lebt mit ihren drei Schwestern auf dem Hof der Eltern. Ihr Leben ist geprägt von Arbeit und den ständigen Vorwürfen des Vaters, dass er keinen Sohn bekommen hat, der auf dem Hof richtig zupacken kann. Als der Dorfpfarrer eine Haushaltshilfe für seine kranke Frau benötigt, wird Mary als Jüngste und dazu noch gehbehindert, vom Vater gegen Entlohnung abgegeben. Schnell wird im Haushalt des Pfarrers bemerkt, dass Mary mehr als eine Bauerntochter mit schlichtem Gemüt ist. Mary erfährt Zuneigung und Aufmerksamkeit. Als die Frau des Pfarrers stirbt, ändert sich erneut alles. Das Leben eines Mädchens im 19. Jahrhundert, noch dazu aus ärmlichen Verhältnissen, ist zentrales Thema von "Die Farbe von Milch". Das Buch ist aus der Sicht von Mary, jener 15-jährigen geschrieben, die anders als ihre Schwestern, aufgeweckt, wissbegierig, direkt und keinesfalls schüchtern ist. In der damaligen Zeit sind diese Eigenschaften, noch dazu beim weiblichen Geschlecht, auffällig und nicht überall gern gesehen. Der Vater von Mary lenkt seine Frauen mit strenger Hand. Die Brutalität erschreckt an einigen Stellen, Liebe und Zuneigung sind Fremdwörter im Leben der Familie. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Mary geschrieben und das macht die ganze Handlung für mich noch eindringlicher. In schlichten Worten erzählt Mary ihre Geschichte. Wenn man sich auf den eingangs etwas holprig erscheinenden Stil eingelassen hat, erlebt man hautnah mit, wie es Mary geht und was sie fühlt, welche Wünsche und Hoffnungen sie hat und was ihre Umwelt mit ihr macht. Mary hat mich berührt und ich hätte gerne ihre Hand genommen und ihr gesagt, dass alles gut wird.Als Mary dann quasi vom Vater an den Pfarrer verkauft wird, ändert sich vieles für Mary. Die schwerkranke Ehefrau des Pfarrers und auch der Pfarrer selbst erkennen, dass Mary etwas besonderes ist. "Die Farbe von Milch" hat mich berührt. Eine ergreifende, tiefgründige und sensible Geschichte in einem besonderen Erzählstil, die ich jedem, der ausserhalb des Mainstreams etwas lesen möchte, sehr empfehle.

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  • Ein Juwel

    Die Farbe von Milch

    Schmiesen

    "Manchmal brauchen wir nicht mehr als das - ein kleines bisschen menschliche Freundlichkeit."M.A.R.Y. Mary. So heißt das 14-jährige Bauernmädchen, das uns in "Die Farbe von Milch" ihre Geschichte erzählt. Sie lebt auf einem Bauernhof, zusammen mit ihren drei Schwestern, ihren Eltern und ihrem Großvater. Eines Tages wird das Mädchen weggeschickt, um bei der Pfarrersfamilie zu arbeiten und die kranke Frau zu pflegen. Als diese stirbt, bleibt Mary allein im Haus zurück - zusammen mit dem Pfarrer.Kennt ihr diese Bücher, nach deren Lektüre man für einige Minuten nur mit großen Augen dasitzt, der Kopf voll und leer zugleich, und sich fragt: "Wie soll es denn jetzt weitergehen?" Genauso ein Buch ist "Die Farbe von Milch". Es liest sich wie im Rausch und hinterlässt das Gefühl, gerade etwas Großes gelesen zu haben. Die Geschichte ist nicht neu, sie ist nicht unbekannt, sie ist sogar in großen Teilen vorhersehbar - doch die Heldin ist ein literarisches Juwel. Mary ist eine wahrhaft starke Frau, einfach aus sich heraus. Sie wird weder von der Autorin dazu gemacht, noch äußert sich ihre Stärke in dieser übertriebenen Form, wie ich aus anderen Romanen kenne. Sie ist einfach da, sie gehört zu Mary wie ihr krankes Bein. Wie zeigt sich diese Kraft? Mary sagt immer geradeheraus, was sie denkt. Niemals nimmt sie ein Blatt vor den Mund. Sie ist womöglich die authentischste Feministin, die die Literatur je gesehen hat:"Du hast hier eine gute Stelle.Das ist keine Stelle. Ich werde nicht bezahlt. Man hat mir nur gesagt, dass ich herkommen muss und hier wohnen und hier arbeiten statt zu Hause.Dein Vater bekommt Geld für das was du hier tust.Ich aber nicht."Es ist das Jahr 1830, und Mary kritisiert die Gottesfrömmigkeit der Menschen:"Warum, fragte ich, müssen wir Gott dankbar sein wenn ich diejenige war die rausgegangen ist und die ganzen Sachen geholt hat und die das Essen gekocht hat?"Trotz ihrer Ungebildetheit, trotz ihres Analphabetismus ist Mary auf ihre bodenständige, direkte Art weise. Das erkennt auch der Pfarrer, der ihr das Lesen und Schreiben beibringt, und sie lernt diese Dinge mit großem Eifer, obwohl die Gegenleistungen dafür grausam sind. Und auch hier zeigt sich, wie gefestigt Mary ist. Niemals ergibt sie sich dem Schicksal, in das sie der Pfarrer drängt, niemals sucht sie die Schuld dafür bei sich, sondern äußert sich dazu dem schuldgeplagten Pfarrer gegenüber folgendermaßen:"Ich fühle mich so schuldig.Dann kommen Sie nicht mehr hier hoch. Wenn Sie sich schuldig fühlen dann deswegen weil es falsch ist also lassen Sie es sein."Mary ist eine Lehrmeisterin für uns Frauen. Sie widersetzt sich der männlichen Gewalt mit ihrer tiefen inneren Sicherheit, mit ihrem tiefen inneren Empfinden von Recht und Unrecht, von richtig und falsch, von Schuld und Unschuld. Und das Erstaunliche: Mary, die zu Beginn noch Analphabtin und Bäuerin war, schreibt ihre Geschichte selbst auf. Zwischen die Erzählung aus den vergangenen Monaten schaltet sich immer wieder die schreibende Mary und erzählt uns, dass sie kurz eine Pause machen muss, dass sie die Erinnerungen gerade übermannen, dass sie keine Zeit mehr hat. Wir erleben also hautnah den Schreibprozess dieser (fiktiven) Memoiren mit, und da Mary zwar schreiben kann, aber nie Bildung genossen hat, fehlen durchweg Anführungszeichen, Kommas und sonstige Interpunktion (bis auf Punkte). Auch die Sprache ist einfach, wenig schmuckvoll und reduziert auf ein kleines Vokabular. Doch das gibt den wenigen Metaphern umso mehr Strahlkraft, es sind womöglich die authentischsten Metaphern, die ich jemals gelesen habe. Beispielsweise vergleicht Mary die Gedanken in ihrem Kopf, die nich aufhören umherzuschwirren, mit Bienen im Sommer. Das sind Bilder, die Mary aus dem echten Leben kennt, und sie setzt sie kreativ und sinnvoll ein - wie alles andere, was sie sagt oder tut, aus ihrem tiefsten Inneren heraus. Es zeigt sich in "Die Farbe von Milch", dass große, wirklich große Literatur auch in der einfachsten Sprache geschrieben sein kann.Durch Marys tiefe Innerlichkeit, ihre sture Ehrlichkeit, ihre Ansichten und Gedanken wird sie zur großartigsten Protagonistin, die seit langer Zeit das literarische Parkett betreten hat. Wenn man ein Buch dieser Art unter hunderten gelesenen findet, dann hat sich das Lesen gelohnt. 

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    • 5
  • INSIDER Top-3-Voting-Challenge 2018

    LovelyBooks Spezial

    Insider2199

    Willkommen bei der "INSIDER Top-3-Voting-Challenge, 2018"! Anmeldungen: bis Ende November 2017 (auch ganzjährig möglich!!)Beginn des Voting für 2018: 1. Dezember 2017Beginn der Challenge: 1. Jan. 2018 (endet 31. Dez. 2018)Einstieg: ist ganzjährig möglich! Es müssen lediglich 12 Lose im Jahr erworben werden, um die Challenge zu bestehen und in den Lostopf zu wandern, doch können diese Lose theoretisch auch in einem Monat erworben werden - dazu später mehr.Um was geht es bei dieser Challenge?Jeder Teilnehmer schlägt jeden Monat 3 Bücher (SuB oder Neuheit) vor, die er nächsten Monat lesen will (= Long List). Dann wird 3 Mal abgestimmt und die Bücher mit den meisten Punkten gewinnen (= Short List bzw. Top 10). Gelesen wird eines oder alle Top-3-Gewinner-Bücher und man tauscht sich darüber in kleinen Leserunden oder im Chat aus. Der Fun-Faktor dabei ist hier v.a. die geheime Abstimmung und die Spannung bis zum Monatsende, wenn die Top-3-Gewinner-Bücher bekannt gegeben werden.Was unterscheidet dieses Challenge von anderen?1. Neue Bücher entdecken: Da alle Teilnehmer Bücher vorschlagen und entscheiden, welche Bücher gelesen werden, entdeckt und liest man Bücher, die man sonst nie lesen würde!2. Gemeinsamkeit: Das Feedback der Gruppe und der Austausch untereinander erhöhen den Lesespaß und machen uns zu einer Community innerhalb der LB-Community.3. Neuheiten-Listen: Hier werden jeden Monat die Neuheiten für den Folgemonat veröffentlicht und das sogar nach Genres getrennt. Das gibt es bei LB zurzeit in keiner anderen Challenge! Wie funktioniert die Challenge? (kleiner Überblick)1. Genre-Gruppen: Es gibt 6 verschiedene Gruppen nach Genres sortiert und eine Sonder-Gruppe "Neuheiten" mit gesonderter Verlosung. Man kann in einer oder allen Gruppen teilnehmen, d.h. die 12 benötigten Lose für die Challenge können aus verschiedenen Gruppen stammen.2. Das Voting:Es wird jede Woche abgestimmt und es gibt entsprechende Deadlines, d.h. diese enden immer an den gleichen Tagen im Monat: am 7., 14., 21. und 28. eines Monats (im Feb. am 25.!). Danach werden im Laufe des nächsten Tages die Ergebnisse von mir gepostet.Es gibt keine Voting-Pflicht, aber regelmäßiges Abstimmen wird mit grünen Zusatz-Losen belohnt. Die Abstimmung läuft in zwei Phasen ab: in der ersten Phase (1. Woche) werden in jeder Gruppe 3 Bücher vorgeschlagen, die nach Priorität sortiert werden (3 Punkte fürs 1., 2 Punkte fürs 2. und 1 Punkt fürs 3. Buch). Diese Liste wird (wie beim dt. Buchpreis) "Long List" genannt.In der zweiten Phase (Woche 2-4) wird nur noch aus der Long List ausgewählt; dabei schrumpft die Liste von Woche zu Woche, weil alle Bücher, die keine weiteren Punkte erhalten, rausfallen. Übrig bleibt die "Short List" bzw. die Top 10.Gelesen wird dann ein Buch (oder alle) der Top-3-Gewinner-Bücher.Außerdem muss ab der 2. Woche immer mind. 1 "fremdes" Buch dabei sein, also ein Buch, das man nicht selbst vorgeschlagen hatte. Sobald ein fremdes Buch in Woche 2 gewählt wurde, ist es in den nächsten Wochen nicht mehr fremd/neu, d.h. es müssen im Monat insg. mind. 3 Mal ein Buch vorgeschlagen werden, das nicht zur eigenen Auswahl der ersten Woche gehörte.3. Lose: Für jedes gelesene und v.a. auch rezensierte Buch gibt es ein Los. Für Bücher mit Überlänge (ab 700 Seiten) gibt es entsprechend mehr Lose. Außerdem gibt es grüne Zusatz-Lose als Anreiz für Vielleser (3 Lose/Monat) oder als Belohnung für regelmäßiges Voten.4. Joker: Er kann eingesetzt werden, wenn die Top 3 nicht zusagen sollte und man ein Buch aus der Top 10 (Short List) lesen möchte. Ein zweiter Joker wird ab 12 Losen erworben.5. Gewinne: Es gibt 3 Verlosungen: Gesamt-Gewinner (15 Euro), Gewinner "Zusatz-Lose" (10 Euro) und Gewinner der Gruppe S "Neuheiten" (5 Euro). Man kann immer nur einen Lostopf knacken.Noch nicht alles verstanden?Das ist nicht schlimm, also BITTE nicht in Panik ausbrechen: die Challenge ist in der Praxis leichter als sie auf den ersten Blick erscheint. Der obige Überblick sollte nur einen kurzen Eindruck vermitteln, um was es geht - wie ein Klappentext bei einem Buch.Wenn du die Idee der Challenge interessant findest und du Lust hast, mitzumachen (Ein- und Ausstieg ist ja jederzeit möglich!), dann melde dich einfach gleich an. Die Details kannst du dann später in Ruhe beim Untermenü "Regeln (im Detail)" als auch bei "Fragen & Antworten" nachschauen bzw. das "FAQ" lesen oder noch offene Fragen posten. Die Fragen werden umgehend beantwortet, entweder von mir oder einem der "alten Hasen" der Challenge. Wir freuen uns immer SEHR über Neuzugänge und werden alles tun, damit sich diese in unserer kleinen Community wohl fühlen!Du möchtest mitmachen? Super! Gehe zum Untermenü "Anmeldungen" oder klicke hier: "Anmeldung" und lies die 3 Schritte dazu! Dort gibt es auch ein Muster "Sammelbeitrag".Also nicht mehr lange überlegen, sondern gleich anmelden!2017 fand die Challenge zum ersten Mal statt. Ich freue mich SEHR, dass sie so viel Anklang fand und viele bisherige Teilnehmer auch in diesem Jahr wieder dabei sein wollen. Gemeinsam haben wir die Challenge regelmäßig verbessert; dieser Testlauf hat somit alle "Kinderkrankheiten" beseitigt.Im neuen Jahr freue ich mich SEHR darauf, hoffentlich viele neue Leute begrüßen zu können und gemeinsam mit euch eine neue "Insider-Top-3-Voting-Challenge" einzuläuten.HIER GEHT ES LOS ...Seite aktualisiert: 20.4.2018 - 22:00 Uhr( ☆ ) = Anzahl Abstimmungen pro aktuellem (!) Monat ★ = Anzahl Lose 2018;  ★ = Anzahl Zusatz-Lose 2018 ✔ = Anzahl Monatsabstimmungen (für grünes Zusatz-Los)¶  = Joker verwendet TEILNEHMER (Sammelbeiträge):Gruppe A: Romaneban-aislingeach  ✔3  ★1 ( ☆ ☆ ☆ )   =>  PAUSE black_horse  ✔4  ★4 ( ☆ ☆ ☆ )   => Geister BookfantasyXY  ✔4  ★0 ( ☆ ☆ ☆ )   => Der Distelfink Caro_Lesemaus  ✔4  ★1 ( ☆ ☆ )   => ( Der Distelfink / Die Vermessung ...?)  Elke  ✔4  ★2 ( ☆ ☆ ☆ )   => Die Vermessung der Welt Finesty22  ✔2  ★0 ( ☆ ☆ ☆ )   =>  Der Distelfink  hannelore259  ✔4  ★0 (00)   => ... histeriker  ✔4  ★2 ( ☆ ☆ ☆ )   =>  PAUSE  Hortensia13  ✔3  ★5 ( ☆ ☆ ☆ )   =>  Der Distelfink  Insider2199  ¶ ✔4  ★4 ( ☆ ☆ ☆ )   =>  Geister / Die Wahrheit über ...  jenvo82  ✔4  ★3 ( ☆ ☆ ☆ )   =>  Die Wahrheit über ...  killerprincess  ✔4  ★0 ( ☆ ☆ )   => (Bis ans Ende der Geschichte?) kokardkale  ✔0  ★0 ( ☆ ☆ )   => ...  LadySamira091062  ✔3  ★2 ( ☆ ☆ ☆ )  => PAUSE  Lesenodernicht  ✔1  ★2 ( ☆ ☆ ☆ )   => PAUSE  Luthien_Tinuviel  ✔2  ★1 ( ☆ ☆ ☆ )  => PAUSE  mareike91   ✔4  ★0 ( ☆ ☆ ☆ )  => Die Wahrheit über ...  marpije  ✔1  ★0 (0000)  => PAUSE Nelebooks  ✔3  ★3 ( ☆ ☆ ☆ )  => Die Vermessung ... 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    • 2211
  • Außergewöhnlich, authentisch, bedrückend, intensiv!

    Die Farbe von Milch

    Lovely_Lila

    27. March 2018 um 13:00

    * Die Rezension enthält leichte Spoiler! *~ Eine intensive, bedrückende Geschichte, die in ungewöhnlichem, authentischem Schreibstil verfasst wurde. Nell Leyshon zeichnet ein glaubwürdiges Porträt des (bäuerlichen) Lebens im 19. Jahrhundert und präsentiert uns eine sympathische, schlaue, vorlaute Protagonistin, die in einer von männlicher Dominanz geprägten Welt niemals frei sein kann. Man fühlt sich wütend und hilflos ob der Ungerechtigkeiten und der Gewalt, die Mary aufgrund ihrer Klassenzugehörigkeit und ihres Geschlechts widerfahren. Dieses Buch kann (vor allem jenen, die „früher“ und die alte Rollenverteilung noch immer romantisieren und sich danach zurücksehnen) als Erinnerung dienen, wie wichtig es ist, für Gleichberechtigung zu kämpfen. „Die Farbe von Milch“ ist ein Buch, das sich zum Pageturner entwickelt und das man nicht aus der Hand legen kann, bis auch das letzte Wort gesagt ist. Es ist ein Buch, das euch/Sie nach dem Lesen nicht so schnell loslassen wird. ~Inhalt Gemeinsam mit ihren drei Schwestern, ihren Eltern und ihrem Großvater lebt die fast 15-jährige Mary im Jahre 1831 auf einem kleinen Bauernhof. Jeden Tag stehen harte Arbeit und karges Essen auf dem Plan – und wer nicht gehorcht, lernt die unangenehme Seite des mürrischen, unzugänglichen Vaters kennen. Dieser schlägt die Kinder mit einer gewissen Regelmäßigkeit und scheut auch nicht davor zurück, sie regelrecht zu verprügeln. Alles ändert sich für Mary, als sie gezwungen wird, als Hausmädchen im Pfarrhaus zu arbeiten, weil die Frau des Pfarrers schwer erkrankt. Es ist ein anderes Leben, das Mary dort kennenlernt, und langsam scheint sie sich daran zu gewöhnen. Auch, weil sie sich mit der Pfarrersfrau anfreundet. Deren Tod verändert jedoch erneut alles für Mary… Übersicht Einzelband oder Reihe: Einzelband Erzählweise: Ich-Erzähler, Präteritum Perspektive: aus weiblicher Perspektive Kapitellänge: Das Buch ist in fünf große Teile unterteilt, die den Jahreszeiten entsprechen. Herkömmliche Kapitel gibt es nicht. Tiere im Buch: Es werden im Buch Tiere geschlachtet, es werden keine Tiere gequält. Einer Kuh wird viel Zuneigung entgegen gebracht. Dies entspricht dem Leben der damaligen Zeit. Warum dieses Buch? Die vielen begeisterten LeserInnenstimmen haben mich sofort neugierig gemacht. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, wusste ich, dass ich das Buch unbedingt lesen muss. Meine MeinungEinstieg (+) Der Einstieg verlief angenehm und einfach, auch wenn man sich zuerst einmal an die ungewöhnliche Erzählweise und den besonderen Schreibstil gewöhnen muss. Dazu werden manche LeserInnen bestimmt länger brauchen. Ich bitte hier um Geduld – es lohnt sich! Bevor man sich versieht, wird man tief in die Geschichte um Mary hineingezogen und ist bereit, Mary bis ans Ende ihrer Erzählung zu begleiten. „Ich will erzählen was passiert ist aber ich muss aufpassen dass ich nicht zu hastig vorpresche wie die Kühe am Weidegatter denn sonst komm ich ins Stolpern und falle und außerdem will ich anfangen wo jeder vernünftige Mensch anfangen sollte. Und zwar am Anfang.“ E-Book, Position 29 Schreibstil ( ♥ ) Der Schreibstil ist als absolut ungewöhnlich zu beschreiben. Nell Leyshon gelingt es hier ausgezeichnet, einen authentischen, glaubwürdigen Erzählstil für ihre minderjährige Protagonistin zu kreieren, der ihre Persönlichkeit perfekt einfängt. Die Inhalte von Marys Gedanken sind an ihr einfaches Leben angepasst, die Sätze dementsprechend einfach und leicht verständlich. Es finden sich hier hauptsächlich Hauptsatzreihen, die Konjunktion „und“ wird übermäßig benutzt – das lässt den Schreibstil kindlich wirken. Die häufigen Wiederholungen, die fehlenden Beistriche und der begrenzte Wortschatz spiegeln Marys geringe Bildung perfekt wieder. Mit diesem Schreibstil ist der Autorin ein kleines Kunstwerk gelungen, da die Protagonistin mit jedem Wort lebendiger, greifbarer und authentischer wird. Man schmunzelt über und ist gleichfalls fasziniert von ihren Metaphern und Vergleichen (die sehr nah an ihren Erfahrungen sind), staunt über ihre treffenden, manchmal beinahe weisen Formulierungen und glaubt ihr jedes Wort. Hauptfigur (♥) Mary ist eine sympathische, einzigartige, starke Protagonistin, die man gerne begleitet. Schon auf den ersten Seiten merkt man, dass diese junge Dame in eine Zeit geboren wurde, in die sie eigentlich nicht passt. Würde sie im Jahre 2018 leben, würde sie vermutlich studieren und sich leidenschaftlich für Gleichberechtigung einsetzen. Trotz ihres geringen Bildungsgrades wird einem nämlich schnell bewusst, dass Mary viel mehr zu bieten hat, als man erwarten würde: Sie ist schlau, schlagfertig, wissbegierig, hält nicht viel von der propagierten Gottesfürchtigkeit und besitzt ein freches Mundwerk, das für sie Fluch und Segen zugleich ist. Nicht einmal die dominantesten Männer in ihrem Leben schaffen es, Mary zu brechen. Viele Dinge, die für Mary zum Alltag gehören und damals auch ganz normal waren wie die grenzenlose Macht und Gewalt des Vaters, das schwere Leben und die harte Arbeit, schockieren umso mehr durch Marys unaufgeregten Erzählstil. Beim Lesen fiebert man mit Mary mit und schließt sie auch sehr bald ins Herz. „Ich war ein spindeldürres Ding mit milchfarbenem Haar und ich kam später auf die Welt als erwartet […]. Sie sagt ich hab mich einmal umgeschaut und dann hab ich meinen Mund aufgemacht und hab geschrien und manche behaupten ich hätte den Mund seitdem nie wieder zugemacht.“ E-Book, Position 145 Nebenfiguren (+) Die Figuren sind bis in die Nebenfiguren gut gezeichnet, auch wenn manchen von Mary nicht allzu viele Worte gewidmet werden und man nicht viel über sie erfährt (das hat Gründe). Dennoch bekommt man auch bei Marys sparsamen Beschreibungen schnell ein Gefühl für z. B. die Unberechenbarkeit und Brutalität des Vaters, die innige Beziehung zwischen dem herzensguten, ebenfalls intelligenten Großvater und seiner Lieblingsenkelin und den frechen, provokanten Pfarrerssohn, der immer wieder versucht, mit Mary zu flirten und sie aus der Reserve zu locken. Idee, Themen & Botschaften ( ♥ ) Es ist eine einmalige Idee, die die Autorin ebenso einzigartig und intensiv umgesetzt hat. Mit Marys Bericht zeichnet sie ein authentisches Porträt des (bäuerlichen) Lebens der damaligen Zeit und präsentiert uns ein Mädchen, dem körperlich alles abverlangt wird, das aber geistig absolut unterfordert ist, weil sie ihr Potential nicht nutzen kann. Idyllisches Familienleben wird man in diesem Buch nicht vorfinden, stattdessen eine Welt, in der man gerade so viel wert ist, wie man schuften kann (wie gut sich um den arbeitsunfähigen Großvater gekümmert wird, kann man sich da schon denken). Aber auch die Macht der Männer im damals noch unangefochtenen Patriarchat wird mehr als deutlich, wenn das Buch schonungslos häusliche Gewalt, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung und Missbrauch thematisiert. Marys Geschichte zeigt, dass es für Frauen damals keinen Ausweg gab, keine Hilfe – dass sie den Männern absolut ausgeliefert waren. Man fühlt sich wütend, hilflos, traurig, kann nicht verstehen, warum das Geschlecht, mit dem man zur Welt kommt, entscheiden soll, was für ein Leben man leben wird. Die Reste dieses Patriarchats und die teilweise immer noch propagierten starren Geschlechterrollen führen auch heute noch zu großen Problemen. Auch heute noch sind Frauen in den allermeisten Fällen Opfer von sexueller Gewalt, auch in unserer Zeit werden sie von (Ex)-Partnern getötet (laut BKA-Statistik, nachzulesen in einem Artikel der Tagesschau, waren das 2017 alleine in Deutschland 149 Opfer). Vergewaltigung in der Ehe ist übrigens erst seit knapp 20 Jahren strafbar - ein Gesetz, das auch heute noch von vielen als lächerlich abgetan wird. Dieses Buch kann uns daran erinnern, warum es so wichtig ist, für Gleichberechtigung und für das Aufbrechen der alten, starren Geschlechterrollen zu kämpfen. „Vater nahm Großvater bei den Armen und zog ihn aus dem Stuhl und aus der Küche und ins Nebenzimmer.Halt ihn auf, sagte ich zu Mutter. Halt ihn auf.Nein, sagte Mutter. Wem gehört denn der Hof hier? Wer hat denn hier das Sagen?“ E-Book, Position 290 Atmosphäre & Humor (+) Die Atmosphäre ist stellenweise sehr bedrückend, intensiv, schwer zu ertragen. Jedoch gibt es auch humorvolle Stellen, die Marys Bericht auflockern. Ihr freches Mundwerk und ihre direkte Art, stets die Wahrheit auszusprechen, sorgen für manches Schmunzeln. „Sie haben so viel gegessen, sagte ich, wie unser Schwein am Morgen. Er lächelte. Mary, sagte er, gestatte dass ich dir einen Rat gebe. Vergleiche deinen Arbeitgeber nicht mit einem Schwein.Oh, sagte ich. Ich wollte nicht unhöflich sein. Wir haben unser Schwein alle sehr gern.“ E-Book, Position 884 Dialoge (+) Auch die Dialoge sind sehr authentisch geschrieben. Sie wirken lebendig, sind manchmal belanglos, manchmal unvergesslich – wie im richtigen Leben eben auch. Eine weitere Besonderheit hat das Buch: Es gibt keine Anführungszeichen bei wörtlichen Reden. Jedoch sind diese dennoch gut zu erkennen und zuzuordnen. Auch daran gewöhnt man sich sehr schnell. Spannung (+) Marys Bericht und ihre kleinen Vorausdeutungen kreieren eine ganz eigene Art von Spannung. Man fiebert mit Mary mit und will natürlich wissen, warum sie ihre Geschichte überhaupt aufschreibt und was ihr wiederfahren ist. So wird das ohnehin dünne Büchlein schnell zum Pageturner, den man erst wieder aus der Hand legen kann, wenn Mary auch das letzte Wort gesagt hat. Mein Fazit Eine intensive, bedrückende Geschichte, die in ungewöhnlichem, authentischem Schreibstil verfasst wurde. Nell Leyshon zeichnet ein glaubwürdiges Porträt des (bäuerlichen) Lebens im 19. Jahrhundert und präsentiert uns eine sympathische, schlaue, vorlaute Protagonistin, die in einer von männlicher Dominanz geprägten Welt niemals frei sein kann. Man fühlt sich wütend und hilflos ob der Ungerechtigkeiten und der Gewalt, die Mary aufgrund ihrer Klassenzugehörigkeit und ihres Geschlechts widerfahren. Dieses Buch kann (vor allem jenen, die „früher“ und die alte Rollenverteilung noch immer romantisieren und sich danach zurücksehnen) als Erinnerung dienen, wie wichtig es ist, für Gleichberechtigung zu kämpfen. „Die Farbe von Milch“ ist ein Buch, das sich zum Pageturner entwickelt und das man nicht aus der Hand legen kann, bis auch das letzte Wort gesagt ist. Es ist ein Buch, das euch/Sie nach dem Lesen nicht so schnell loslassen wird. Empfehlung: Uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die sich an fehlenden Beistrichen und an Wiederholungen nicht stören und die bereit sind, sich auf etwas ganz Besonderes einzulassen. Bewertung Idee: 4 Sterne Ausführung: 5 Sterne Schreibstil: 5 Sterne ♥ Personen: 4,5 Sterne Hauptperson: 5 Sterne  ♥ Spannung: 4,5 Sterne Emotionale Involviertheit: 5 Sterne ♥ Botschaften: 5 Sterne ♥ Macht nachdenklich, wütend, hilflos! Insgesamt: ❀❀❀❀❀ ♥ Dieses Buch bekommt von mir fünf verdiente Lilien und ein Herz und somit den Lieblingsbuchstatus!

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  • Grausame Zeit

    Die Farbe von Milch

    once-upon-a-time

    27. March 2018 um 08:30

    „Und dann schloss ich die Augen doch mein Herz schlug schnell vor Aufregung und obwohl mein Körper ganz still im Bett lag tobte mein Geist wild herum und wollte nicht stellstehen, als wäre er eine Biene im Sommer.“ (S. 79)Mary ist jung, als sie zwangsweise ihr Leben hinter sich lassen muss und an einen neuen Ort kommt: Von der elterlichen Farm, auf der das Leben hart aber vorhersehbar ist, in den Haushalt des Pfarrers, um dessen kranke Frau zu pflegen. Die Geschichte der darauf folgenden Geschehnisse erzählt sie selbst aus der Perspektive der ein Jahr älteren Mary – und man wird das Gefühl nicht los, dass zwischendurch etwas Gravierendes geschehen ist.Es hat wirklich eine ganze Zeit gedauert, bis ich mich an den doch sehr eigenwilligen Stil in „Die Farbe von Milch“ gewöhnt habe, und obwohl dieser sicherlich zur Atmosphäre beiträgt, bin ich mir nicht sicher, ob es meiner Meinung nach nicht auch ein allwissender Erzähler getan hätte. Aber es ist wie es ist, und irgendwann hatte ich mich dann auch an die fehlenden Kommata gewöhnt.Während also die Aufmachung es mir erst schwer machte, in das Buch einzutauchen, war die Handlung schon deutlich ansprechender: Zunächst scheint das Leben auf dem Bauernhof hart und grausam zu sein, was für mich als unbeteiligte Leserin das Gefühl aufkommen ließ, das Leben im Pfarrhaus sei deutlich erstrebenswerter; langsam tritt jedoch die Erkenntnis ein, dass die Vorhersehbarkeit des Farmlebens im Pfarrhaus völlig fehlt, und ab dem Moment hatte mich das Buch fest im Griff.Mary ist klug, trotz der widrigen Umstände, und häufig klüger als es gut für sie ist. Diese Idee hat mir sehr gut gefallen, denn ich kann mir gut vorstellen, dass ein Leben wie ihres in der Geschichte unserer Gesellschaft häufiger vorkam als man wahrhaben möchte. Die meisten anderen Charaktere scheinen mehr oder weniger (eher mehr) eindeutig im übermächtigen sozialen Gefüge und den Gepflogenheiten der damaligen Zeit (immerhin spielt sich die ganze Geschichte in einem Bauerndorf des 19. Jahrhunderts ab) zu stecken und zeigen auch keine Ambitionen, diesen Umstand zu ändern oder auch nur darüber nachzudenken.„Du solltest weniger drauf schauen was andere Leute machen, sagte ich, und lieber selbst mehr machen.“ (S. 9)„Oh Mary, sagte sie. Ich will kein Morgen und ich will nicht dass die Zeit jemals weiterläuft.“ (S. 67)„Die Farbe von Milch“ war überraschend grausam, überraschend ehrlich und überraschend schmerzhaft, dabei jedoch ein Buch, bei dem ich froh bin, es gelesen zu haben. Gerade die Betrachtung aus dem Blickwinkel der Frauenrechte zeigt hier, dass ein Buch, das in einem historischen Kontext angesiedelt ist, durchaus auch für unser Leben Erkenntnisse bieten kann.

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  • Ein Leben unter männlicher Dominanz

    Die Farbe von Milch

    klaraelisa

    26. March 2018 um 20:41

    Im Jahr 1830 ist Mary knapp 15 Jahre alt. Sie ist die jüngste von vier Töchtern einer bettelarmen Bauernfamilie. Die Eltern und ihre vier Töchter arbeiten sich fast zu Tode – von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Der Vater, ein gewalttätiger Grobian, kommt nicht darüber hinweg, dass er keine Söhne hat, die ein größeres Arbeitspensum schaffen, zumal Mary ein verwachsenes Bein hat und auch deshalb keine vollwertige Arbeitskraft ist. In der Familie lebt noch der nach einem Arbeitsunfall verkrüppelte Großvater, der sich immer wieder anhören muss, dass er ein nutzloser Esser ist. Zu ihm hat die junge Mary ein gutes Verhältnis. In dieser Familie gibt es ansonsten nur Arbeit, keine Liebe, kein Glück und das alles ohne Hoffnung auf Besserung.Eines Tages überlässt der Vater seine jüngste Tochter gegen Bezahlung dem Pfarrer , der Hilfe bei der Betreuung seiner kranken Frau braucht. Auch hier muss Mary unter der Aufsicht der 32jährigen Haushälterin Edna sehr viel arbeiten, obwohl die Arbeit körperlich nicht so anstrengend ist wie auf der Farm. Obwohl Mary jetzt materiell in besseren Verhältnissen lebt – sie hat ein eigenes Bett und bekommt genug zu essen – sind auch in diesem Haus die Menschen nicht glücklich. Der arrogante, verantwortungslose Pfarrerssohn Ralph macht sich an jede Frau in seiner Nähe heran und kann sein Elternhaus für sein Studium gar nicht schnell genug verlassen, womit er seiner todkranken Mutter das Herz bricht. Mary hat Heimweh nach der nur eine halbe Meile entfernten Farm und dem Großvater, darf aber monatelang das Pfarrhaus nicht verlassen. Nach dem Tod der Pfarrersfrau muss Edna gehen, während Mary bleibt. Sie hat längst verstanden, dass sie ein Gefängnis gegen ein anderes getauscht hat. Es gibt für sie keine Entscheidungsfreiheit und keine Befreiung von männlicher Dominanz. Ihr Arbeitgeber nimmt ihr die Freiheit genauso wie ihr Vater.Als der Pfarrer der intelligenten jungen Frau mit Hilfe der Bibel das Lesen und Schreiben beibringt, sieht Mary einen möglichen Ausweg aus ihrer Situation. Doch sie zahlt einen hohen Preis dafür. Die Katastrophe ist unausweichlich. Sie, die nie eine Wahl hatte, trifft am Ende ihres Berichts eine einzige Entscheidung, die sie befreit.Die Autorin hat mit Mary eine Protagonistin mit einer unverwechselbaren Stimme geschaffen, die mit Hilfe ihrer neu erlernten Fähigkeiten über das entscheidende Jahr in ihrem Leben berichtet: 1830-31. Mary ist zwar ungebildet, aber intelligent mit schneller Auffassungsgabe, dazu sehr direkt, was ihr immer wieder Ärger und Prügel einbringt. Ich-Erzählerin Mary bekommt in diesem schlanken Bändchen einen eigenen Stil – fast ohne Großbuchstaben und ohne Anführungszeichen für Zitate, ohne Kommata. Satzbau und Grammatik sind fehlerhaft, aber ihre Sprache wirkt sehr authentisch. Sie lebt ein Leben, in dem Gefühle nicht zählen und erst recht nicht ausgedrückt werden können, aber in großer Nähe zur Natur und den Tieren auf der Farm, besonders zu der Kuh, die ihr Wärme spendet. Eindrucksvoll ist die Szene, als sie am Ostersonntag einen Hügel besteigt, um dort den Sonnenaufgang zu erleben. “Die Farbe von Milch“ beschreibt das Schicksal eines jungen Mädchens, aber macht dem heutigen Leser auch deutlich, wie Klassenzugehörigkeit vor 200 Jahren über Lebenschancen entschied. Ein sehr empfehlenswertes Buch.

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  • Schlicht - klar - direkt!

    Die Farbe von Milch

    monerl

    26. March 2018 um 12:47

    Mary kennt es nicht anders. Das Leben ist hart und man hat zu gehorchen. Gehorcht man nicht, wird man dafür bestraft. Der Vater fordert absolute Gehorsamkeit. Da er anstatt Söhnen, die tatkräftig auf dem Feld hätten helfen können nur vier Töchter hatte, mussten diese die Lücke an Arbeitskraft schließen. Marys Leben ist zudem ganz einfach strukturiert. Es wird aufgestanden, wenn der Tag anbricht, es gibt ein karges Essen aus Käse und Brot, wenn der Magen knurrt ist Essenszeit und wenn es Nacht wird geht man schlafen. Dazwischen werden die Tiere versorgt und es wird auf dem Feld gearabeitet. Mary erfährt wenig Liebe, wenig Aufmerksamkeit, hat aber auch keine Langeweile. Und dennoch ist Mary etwas anders als andere. Sie hat eine schnelle Auffassungsgabe und Direktheit, die Fluch und Segen zugleich sind. "Du bist sehr scharfsinnig, nicht wahr? sagte er. Intelligent kann ich dich nicht nennen, denn du hast überhaupt keine Bildung genossen, aber du bringst etwas mit.  Und was soll das sein? Ich denke eine gewissen angeborene Schläue oder Geist. Ist das etwas anderes als ein gebildetes Hirn? Ja, wahrscheinlich schon. Es ist ungeformt, Mehr wie bei einem Tier, primitiv." (eBook ab 64%) Aber Mary hat ein körperliches Problem. Ein Bein ist verdreht und deshalb ist sie nicht so schnell wie die anderen. Das war wohl auch der Grund, dass ihr Vater sie als bezahlte Hilfskraft an den Dorfpfarrer abgegeben hat, damit Mary diesen bei der Pflege seiner kranken Frau unterstützt. Und fortan fängt Marys neues Leben an. Wir lesen Marys Autobiografie, die an die Form von Tagebucheinträgen erinnert. Sie schreibt über das letzte Jahr, von Frühling zu Frühling, was sich in ihrem Leben geändert hat und was ihr widerfahren ist. Da wir wissen, dass Mary nie die Schule besucht und somit nie lesen und schreiben gelernt hat, ist umso erstaunlicher, dass sie selbst ihre Geschichte aufschreibt. "Dies ist mein Buch und ich schreibe es eigenhändig. Es ist das Jahr des Herrn achtzehnhunderteinunddreißig und ich bin fünfzehn geworden und sitze an  meinem Fenster und kann viele Dinge sehen. [...] Ich bin nicht sehr groß und mein Haar hat die Farbe von Milch. Mein Name ist Mary und ich habe gelernt, ihn zu buchstabieren. M.A.R.Y. So schreibt man die Buchstaben." (eBook 1%) In Marys Art zu erzählen und zu schreiben erkennt man ihr Wesen wieder: schlicht, klar, direkt! Und sie erzählt ihre traurige Geschichte aus einer Zeit, in der Mädchen und junge Frauen den patriarchalischen Strukturen absolut ausgeliefert waren. Der Klappentext lässt bereits einiges vermuten und der Schluss offenbart das Schlimmste und dennoch war ich auf ihn so nicht ganz vorbereitet. Ich ließ mich kurz vorher von der Autorin in die Irre leiten, da meine Hoffnung auf Liebe und die Sicherheit, die eine Familie bieten sollte, noch nicht gestorben war.  Mit Mary hat Nell Leyshon eine wunderbare Protagonistin geschaffen. Sie ist greifbar, vorlaut und in ihrer Art sehr erheiternd. Nicht umsonst ist sie die Lieblingsenkelin des Großvaters. Eine tolle und authentische Figur, die ich sehr gerne begleitet habe. Währendessen bleiben die anderen Charaktere eher etwas blass. Gerne hätte ich noch etwas mehr erfahren über ... ich weiß nicht so genau, über was oder wen. Doch nach dem Lesen hat mir ein kleines Bisschen gefehlt, damit dieses grandiose Buch ein Herzensbuch hätte werden können.  Fazit: Mit "Die Farbe von Milch" wartet Nell Leyshon mit einem kurzweiligen aber intensivem Buch auf, das zwar keine neue Thematik behandelt, diese aber auf eine ganz spezielle Art im Buch dargestellt, die mir großartig gefallen hat. Ein Buch, das leise daherkommt und mit einem Knall abschließt. Ein Buch, das daran erinnert, dass diese Zeiten bei uns zwar vorbei sind, es aber immer noch Regionen und Länder gibt, in denen solche Zeilen tagtäglich in viele Tagebücher geschrieben werden.____________________________http://bit.ly/2G91jqh

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  • Ein faszinierendes Lesehighlight

    Die Farbe von Milch

    himbeerbel

    26. March 2018 um 08:33

    Ein Leseerlebnis der besonderen Art ist „Die Farbe von Milch“ von Nell Leyshon. Am auffälligsten ist die einzigartige Erzählstimme, mit der dieses Buch seine Geschichte preisgibt. Denn hier erzählt, oder besser gesagt, schreibt die fünfzehnjährige Mary im Jahr 1831 zurückblickend ihr bisheriges Leben in der Ich-Form nieder. Denn obwohl sie mit ihren drei Schwestern auf dem Bauernhof ihrer Eltern groß wurde, wo ihr Leben von Lieblosigkeit, ihrem grausamen unberechenbaren Vater und harter Arbeit, statt Schule geprägt war, hat sie doch lesen und schreiben gelernt, als sie im Haushalt des Dorfpfarrers leben und dessen Ehefrau pflegen musste. Die Sprache des Buches ist so einfach, wie Mary selbst und während man sich beim lesen anfangs noch fragt, wie man diesen simplen Schreibstil ertragen soll, der einer teilweise kindlich aufgeregten Aneinanderreihung von Sätzen gleicht, zwar als Satzzeichen den Punkt kennt, aber fast gänzlich ohne Kommata auskommt, lernt man Mary kennen und lässt sich allmählich in die Handlung des Buches hineinziehen. So schlicht und klar der Erzählstil ist, so ehrlich, direkt und ungebildet, aber nicht dumm erlebt man Mary. Gleichzeitig wächst einem dieses junge Mädchen, dem viel Ungerechtigkeit widerfährt, das aber darüber nicht jammert sondern damit zu leben lernt, in all seiner Direktheit und Ruppigkeit irgendwie ans Herz. Man spürt zwischen den Zeilen die Gefühle, für die Mary die Worte fehlen. Immer wieder hält sie in ihrem Bericht inne, weil sie diese Erzählpausen braucht und richtet das Wort direkt an den Leser, bittet um Bestätigung und bittet leise und eher flehend darum, ihr zu glauben. Während man sich noch fragt, was Mary eigentlich passiert ist und wovon sie so dringend erzählen möchte, nimmt die Geschichte langsam ihren Lauf. Selbst wenn man bereits ahnt, in welche Richtung sich die Handlung entwickelt, nachdem die Frau des Pfarrers gestorben ist, er die andere Hausangestellte entlassen hat und fortan mit Mary allein im Haus ist, wird die Geschichte nicht langweilig, sondern bleibt in ihrer besonderen Art ungewöhnlich bis zum Schluss. Das Ende ließ mich schockiert, aber zutiefst beeindruckt zurück. In diesen knapp 208 Seiten werden Schreibstil und Charakter der Protagonistin in einer Art wiedergegeben und miteinander verwoben, sodass eine sehr authentische Gesamtheit und Atmosphäre beim lesen entsteht, die mir in dieser Form bisher in der Literatur noch nicht begegnet ist. Trotz einfacher Sprache, ist dieses Buch stellenweise poetisch, sehr berührend und intensiv. „Die Farbe von Milch“ ist ein erdrückender, aber faszinierender Roman, den ich kaum aus der Hand legen mochte – ein echtes Lesehighlight, das ich sehr empfehlen kann!

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  • Eine ergreifende und unvergessliche Geschichte

    Die Farbe von Milch

    Honigmond

    25. March 2018 um 17:59

    Zum Klappentext: Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt. Mein Leseeindruck: Der Autorin ist ein wunderbarer und doch sehr außergewöhnlicher Erzählstil gelungen, der einen sofort mitreisst und in seinen Bahn zieht. Wenn auch einiges ungewöhnlich und anders ist daran, findet man sich schnell damit zurecht und mag das Buch kaum aus der Hand legen. Die Handlung um Marie ist sehr spannend gehalten und durch die bereits angesprochene außergewöhnliche Schreibweise gelingt es der Autorin Bilder vor des Lesers Auge hervorzurufen und ihn mitten in die Handlung hineinzuempfinden. Die Gefühlswelt wird heftig durcheinander geschüttelt und man leidet mit Marie mit, schüttelt oftmals den Kopf und ist zeitweise schockiert, über das, was der jungen Frau zur damaligen Zeit widerfährt. Mein Fazit: Ein außergewöhnlicher und unvergesslicher Roman, der mich sehr berührt und meine Gefühlswelt ordentlich durchgerüttelt hat. Es gibt von mir eine glasklare Empfehlung des Buches und ich hoffe sehr, dass es weitere solcher tiefgreifenden und emotionalen Bücher der Autorin geben wird, vielleicht sogar eine Fortsetzung. Von mir gibt es dafür die volle Punktzahl.

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  • Ein polarisierendes Werk über ein Mädchen in der Knechtschaft autoritärer Männer

    Die Farbe von Milch

    Daniel_Allertseder

    24. March 2018 um 20:03

    Meine Meinung   „Die Farbe von Milch“ – ein unscheinbarer Titel; ein Titel mit Dramatik, aber auch ein leichter Titel, der nicht zu viel vom Buch verrät, der aber der Kernsatz der Literatur von Nell Leyshon ist. Der Roman aus dem Eisele Verlag polarisiert; er zeigt eine Welt, die so tatsächlich einst existierte – die Pointe erschreckend real, und der Konflikt auch noch in unserer Zeit anwendbar. Ein Roman, der mich mit all seinen Facetten faszinierte!   Gleich zu Beginn fiel mir der sehr ungewöhnliche Schreibstil auf; dieser rechtfertigt aber sehr schnell durch unsere Hauptfigur: Die 15-jährige Mary, die im „Jahr des Herrn“ 1831 für uns Leser dieses Buch verfasst hat. Der Roman enthält die Wahrheit. Die Wahrheit über Mary’s Biographie; über ihr unsinniges Leben als Magd und Mädchen für Alles; ihr Leben als Bedienstete, als Sklavin. Mary lebt nämlich in einer Zeit, als Väter und im Generellen die männlichen Zeitgenossen autoritäre Überväter waren – allmächtige Wesen mit ausholenden Fäusten und Drang zur erbarmungslosen Arbeit. Mary war mittendrin; Mary wurde als Feldarbeiterin eingesetzt, als Hausmädchen, als Sexsklavin: Nell Leyshon zeigt uns eine Welt fernab unserer; vor fast zweihundert Jahren eine Welt, die in der Postmodernen aber noch immer in vielen Regionen Alltag ist. Die Autorin zeigt uns, wie dieses Mädchen mit dem frechen Mundwerk und dem wahrhaftig ehrlichen Denken kämpfen muss, wie sie sich überwinden muss, wie sie Befehle abseits des Normalen nachgehen muss. Eine groteske Ansicht des Umgangs mit Frauen, im Besonderen mit Kindern. Nell Leyshon präsentiert uns daher Mary’s Odyssee durch einen sehr kindlichen Stil – mit enorm vielen Konjunktionen, Adjektiven und im Rahmen einer hypotaktischen Sprachebene; der Text fließt, der Roman „haut rein“, wir folgen Mary über ein Jahr hinweg – von Frühling bis Frühling, wobei sich von Monat zu Monat die Lage immer mehr zuspitzt, bis der Vulkan nach fast einem Jahr Feuer spuckt und sich Mary zur Wehr setzt – eine Prämisse, die sprachlos macht, eine Pointe, die den Leser nicht so schnell loslässt. Nell Leyshon ließ die Geschichte von Mary selbst erzählen, aus diesem Grund auch der sehr einfach gehaltene Schreibstil. Mir persönlich gefiel er sehr gut – ich dachte wie Mary, ich war in ihr drin, sie teilte mit uns Lesern ihre Emotionen und Gedanken, wir waren wie ihr zweites Ich, ein Ich, welches zusieht, ein Ich, welches keinesfalls über sie urteilt. Die ziellose Suche nach Freiheit; das Leben inmitten autoritärer Männer, in einem Zeitalter, in dem Frauen nichts weiter dürfen als arbeiten und den Haushalt machen, ein paradoxes Bild, welches uns die Autorin geschaffen hat, ein unvergessliches Phänomen, eine Erinnerung an die damaligen Verhältnisse zwischen Adam und Eva – kein Funke Gleichberechtigung oder Liebe, ein Sehnen nach Freiheit und dem Wunsch nach Fürsorge – ein radikaler Ausgang, der Eindruck hinterlässt; ein Werk, welches fasziniert! ​ Fazit ​ Nell Leyshon’s „Die Farbe von Milch“ ist eine unterhaltsame Lektüre mit einem Konflikt, der bewegt. Ein passender Sprachstil, eine hoffnungslose Odyssee über ein Mädchen, welches unglaublich gut konstruiert und präsentiert wurde. Ein radikales Ende, welches sprachlos macht – eine große Empfehlung!

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  • Ergreifend

    Die Farbe von Milch

    EifelBuecherwurm

    24. March 2018 um 07:44

    Gesponserte Produktplatzierung - RezensionsexemplarPreis: € 16,99 [D]Verlag: Eisele eBooksSeiten: 208Format: EbookAltersempfehlung: keine AngabeReihe: -Erscheinungsdatum: 22.09.2017Inhalt:Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte. Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.Design:Ein wunderschönes Cover, das meine Aufmerksamkeit sofort auf sich gezogen hat. Die graue Farbe des Hintergrunds gefällt mir hervorragend und die schwarzen Zeichnungen der Pflanzen, die einen Rahmen um den Titel bilden, sind klassische Skizzen. Mir fällt nichts auf, das ich ändern würde. Einfach perfekt!Meine Meinung:Dieses Buch, mit seinen gerade mal knapp über 200 Seiten, hat mich nachhaltig beeindruckt. Es ist von einer Klarheit und Offenheit, die mich staunen und erschauern lässt.Es ist hauptsächlich in die vier Jahreszeiten unterteilt und beginnt ganz klassisch im Frühjahr. Der Leser lernt Mary und ihre Familie kennen, darunter ihre drei Schwestern:    "Da war Beatrice und da war Violet und da war Hope."Das Leben auf dem Land ist geprägt von der Natur und reinem Überlebenswillen. In der Familie herrscht eine gewalttätige Stimmung, zum Beispiel gibt der Vater seinen Töchtern eine Kopfnuss oder schlägt sie, wenn sie nicht parieren. Die Mutter schreitet nicht ein und jede der Schwestern ist eine Einzelkämpferin und auf ihr eigenes Wohl bedacht. Die einzige Ausnahme ist der verkrüppelte Großvater, der gerne an der Situation etwas ändern würde, aber einfach im Apfelzimmer (dort werden die Äpfel gelagert) kaltgestellt wird.Nur Mary schaut nach ihm und kümmert sich um ihn. Da sie von Geburt an ein schlimmes Bein hat und nicht richtig arbeiten kann, wählt ihr Vater sie aus um im Haus des Pfarrers gegen Bezahlung zu arbeiten anstatt auf dem Feld. Diese Wahl geschieht nicht aus Nettigkeit und Rücksichtnahme, sondern aus reinem Pragmatismus.Die Geschichte wird komplett von Mary geschildert in Form eines Tagebuchs. Die Sprache ist sehr einfach und verändert sich auch nicht im Laufe des Buches. Vielleicht kommt mit der Zeit etwas mehr Routine in ihren Schreibstil, aber großartige Verbesserungen stellen sich nicht ein. Besonders auffällig sind die langen Bandwurmsätze, die alle mit "und" verbunden sind.Außerdem gibt es keine anderen Satzzeichen als Punkte. Dies hat mich besonders am Anfang etwas irritiert, da die Sonderzeichen wie etwa Anführungszeichen für gesprochene Sätze komplett fehlen. An diese Art des Schreibens musste ich mich wirklich erst gewöhnen, aber nach wenigen Seiten hatte ich keine Probleme mehr damit.    "Er starrte mich an. Du nimmst wahrhaft kein Blatt vor den Mund. Meinen Sie, Sir? Ich glaube ich sage einfach nur die Wahrheit. Vielleicht. Die Leute wollen sie nur nicht immer hören." (Pos. 1266) Da die Inhaltsangabe schon sehr viel vom Inhalt des Buches verrät, werde ich euch kurze Anhaltspunkte geben, was in den einzelnen Jahreszeiten passiert: Im Frühling werden die Charaktere auf dem Bauernhof vorgestellt und der Alltag geschildert. Im Sommer ist Mary bereits im Pfarrhaus von Mr. Graham und gewöhnt sich dort ein. Dabei baut sie eine innige Beziehung zu Mrs. Graham auf, die sie pflegt. Der Herbst ist überschattet vom Tod der Frau des Pfarrers. Mary beginnt lesen zu lernen. Am Ende der Jahreszeit bezeichnet sie das Pfarrhaus schon als ihr Zuhause. Und im Winter wird die Magd Edna weggeschickt, da nicht mehr genug Arbeit für zwei vorhanden ist.Natürlich passiert außer diese Eckpunkten noch so viel mehr! Und gerade im Winter werden Entwicklungen angestoßen, die mich überrascht haben. Es gibt so viele Andeutungen und Hinweise, dass ich schon frühzeitig hellhörig war, doch das Ende des Buches hat mich wirklich komplett überrumpelt. Außerdem fiel mir besonders auf, dass Mary die ganze Zeit sehr in Eile war ihre Geschichte zu schildern. Sie beschriebt immer wieder, dass ihre Hand schon vom ganzen Schreiben schmerzt, sie sich aber beeilen muss. Dieser Druck hat sich auf auf mich als Leser übertragen und ich wollte das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen um endlich zu erfahren, warum sie sich so hetzt.Mary als Hauptprotagonistin war erfrischend anders. Sie nimmt wahrlich kein Blatt vor den Mund und redet daher wie ihr der Sinn steht. Diese direkte Art kann tölpelhaft, aber auch entwaffnend sein. In der vornehmen Welt des Pfarrheims ist sie zunächst wie ein kleiner Bauerntrampel, doch ihre offene und aufrichtige Art öffnet ihr schnell die Herzen der Menschen.Fazit:Ein beeindruckendes Buch. Das Ebook hat mir so gut gefallen, dass ich tatsächlich überlege mir das Buch nochmal als Print zu kaufen. Alles in diesem Buch ist glaubhaft und nachvollziehbar. Auch die Kürze des Buches und der Schreibsti. Eine kleine Perle, in der Farbe von Milch. Bestimmt werde ich beim Müsli-Essen nun öfters an diesen Roman denken. Man hätte dieses Buch nicht besser schreiben können. Ein außergewöhnliches Werk, abseits vom Mainstream. Ergreifend, berührend, gesellschaftskritisch und eindringlich. Dafür kann ich nur volle fünf Sterne vergeben!

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  • Ein trauriges Buch mit viel Tiefgang

    Die Farbe von Milch

    imsoinlovewithbooks

    23. March 2018 um 11:55

    „Die Farbe von Milch“ zeichnet sich zuerst einmal durch seine Sprache aus. Wir erfahren die Geschichte aus der Sicht von Mary, die auf dem Bauernhof keine Bildung genossen hat. Demnach ist die Sprache sehr einfach gehalten und Satzzeichen fehlen. Meiner Meinung nach schafft es jedoch gerade die Einfachheit der Sprache, den Leser mitzureißen. Da wir alles aus Marys Sicht erfahren, kann man gut mit ihr mitfühlen und verstehen ihre Gedanken viel besser. Mary ist ein außergewöhnlicher Charakter. Ihre Einfachheit und ihre Ehrlichkeit machen sie zu einem Mädchen, das man einfach mögen muss. Sie ist ein Leben gewöhnt, dass wir kaum noch kennen. So unkompliziert und einfach. Es wird getan, was getan werden muss. Natürlich empfindet der Leser Marys Leben auf dem Bauernhof als schrecklich, aber gleichzeitig fragt man sich doch, ob dieses Leben nicht einige Vorteile mit sich bringt. Das zeigt die Sorgenfreiheit Marys und ihre naive Art, die Welt zu betrachten. Gleichzeitig scheint sie jedoch auch einiges zu verdrängen, wodurch Ihre Einfachheit einen traurigen Charakter erhält und die Geschichte gleichzeitig eine gewisse Düsternis.  Dieses Buch gibt einem auf den zweiten Blick viel mehr, als beim ersten Lesen und je länger man darüber nachdenkt, desto komplizierter scheint die Geschichte zu werden, weil ein klassisches schwarz-weiß-Denken nicht möglich ist. Die Geschichte schaffte es im Gehirn verankerte Grundsätze zu zerstören, da Manches in bestimmten Fällen zu einem ganz anderen Ende führt, als man es eigentlich erwarten würde. Diese Geschichte hatte für mich einen absoluten Mehrwert. Besonders Marys letzter Satz lässt mich nicht mehr los.

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  • Eine glasklare Leseempfehlung!

    Die Farbe von Milch

    dubh

    17. March 2018 um 14:59

    Die fünfzehnjährige Mary lebt mit ihren Eltern und Schwestern in sehr ärmlichen Verhältnissen. Der entbehrungsreiche Alltag auf dem Hof ist geprägt von harter Arbeit, der auch die Jüngste, Mary, nicht entkommt. Statt zur Schule gehen, muss sie bei schwerer körperlicher Arbeit mit anpacken und in der teilweise mehr als rauen Atmosphäre zurechtkommen. Doch dann ändert sich alles - der Dorfpfarrer bittet um Hilfe für seine Frau und die Wahl des Vaters fällt auf Mary, da sie aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung und einem verhältnismäßig gutem Selbstbewusstsein sowieso ein Dorn im Auge ist. Das Mädchen soll die Schwerkranke pflegen, ihr Gesellschaft leisten und im Haushalt helfen - dafür erhält ihr Vater entsprechenden Lohn vom Pfarrer. Auch wenn es so wirkt, als solle Mary verkauft werden, so verändert sich für das Mädchen nun einiges zum Positiven: ganz plötzlich erfährt sie Beachtung und Gutmütigkeit. Doch dann stirbt die Pfarrersfrau und Marys Leben nimmt eine dramatische Wendung…Der Roman ist aus der Sicht Marys geschrieben - einem jungen Mädchen im Jahre 1831, das bis vor kurzem weder Lesen noch Schreiben beherrschte. Entsprechend einfach ist die Sprache, entsprechend schlecht die Zeichensetzung. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, empfand ich dieses Stilmittel der Autorin als geglückt, da es die Geschichte noch ein Stück authentischer gemacht hat. Überhaupt empfinde ich den Roman als sehr feinsinnig - vor allem was die Hauptfigur Mary angeht. Nicht selten hätte ich die Fünfzehnjärige gerne getröstet, ihr Mut zugesprochen, um dann immer mehr festzustellen, dass Mary eine echte Persönlichkeit ist, die durchweg geraderaus, mutig und selbstsicher und vor allem mit ihrer wissbegierigen und ehrlichen Art richtig sympathisch ist.„Die Farbe von Milch“ hat mich aufgrund des ungewöhnlichen Erzählstils, einer realistischen Geschichte und der überraschend zielstrebigen Heldin beeindruckt. Nell Leyshon hat einen erschütternden Roman vorgelegt, der gleichzeitig auch voller Hoffnung ist. Eindringlich und berührend kommt die Geschichte daher - und klingt noch lange nach.

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  • Die Farbe von Milch

    Die Farbe von Milch

    Tynes

    13. March 2018 um 20:18

    Nell Leyshon - Die Farbe von Milch eBook - 208 Seiten   "Die Farbe von Milch" stand schon eine ganze Weile auf meiner Wunschliste, weswegen ich mich sehr gefreut habe, dieses Buch als Leseexemplar zu erhalten. Es handelt sich hier um einen historischen Roman, was eigentlich so gar nicht meine Baustelle ist - aber die Beschreibung und das Cover haben mich einfach wahnsinnig angesprochen und neugierig gemacht. Obwohl das Buch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1830-1831) spielt, haben wir es hier keineswegs mit antiquierten Themen zu tun, im Gegenteil - sexueller Missbrauch, häusliche Gewalt und die Stellung der Frau in der Gesellschaft sind heute noch genauso aktuell und diskutiert wie vor knapp 200 Jahren. Hält man sich vor Augen, wer dieses Buch schreibt - Mary, 15, einfaches Bauernmädchen, gerade erst Lesen und Schreiben gelernt - kann man schnell auch großzügig über den etwas schwierigen Schreibstil hinweg sehen. Gerade für mich als Fan jeglicher Interpunktion war es anfangs ein Gräuel, die fehlenden Kommata und die ewig langen und verschachtelten und ausschweifenden Sätze und Gedanken von Mary nachvollziehen zu können - aber man gewöhnt sich wie so oft im Leben relativ schnell daran. Ist das erst mal geschehen, lässt sich das Buch wirklich flüssig lesen, die einfache Sprache der Protagonistin trägt ebenfalls dazu bei. Die Charaktere sind allesamt gut gezeichnet, man hat von jedem schnell eine gewisse Vorstellung, sie werden von der Autorin authentisch dargestellt. Insgesamt gesehen hat der Leser hier ein recht unaufgeregtes, aber authentisches Buch in der Hand, dessen Geschichte weiterhin aktuell ist und im Kopf bleibt.   * digitales Rezensionsexemplar von NetGalley & Eisele Verlag

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  • Beeindruckender Lesestoff, macht nachdenklich

    Die Farbe von Milch

    Rebecca1120

    13. March 2018 um 16:52

    Mary wächst als jüngste von 4 Töchtern auf dem elterlichen Bauernhof auf. Auf ihre Gehbehinderung, die sie von Geburt an hat, nimmt niemand Rücksicht. Überhaupt ist der Ton innerhalb der Familie sehr rau. Denn schwere körperliche Arbeit wartet von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Auch wenn das Leben hart ist, so hängt Mary an ihrer Familie, insbesondere an ihrem Großvater. Aus dieser Tretmühle wird Mary herausgerissen, als der Pfarrer eine Haushaltshilfe benötigt und ihr Vater sie dort hinbringt. Aber kommt Mary mit dem neuen Leben zurecht?...Das Buch hat schon einen recht eigenwilligen Schreibstil. Denn Mary schreibt dieses Buch selbst, trotz fehlender Schulbildung. Lesen und Schreiben hat sie erst im Pfarrhaus gelernt. Anfangs lässt sich dieses Buch >mit langen Sätzen ohne Kommata< recht schwer lesen. Gleichzeitig wirkt es dadurch aber hinsichtlich der Geschichte authentisch. Hier kommt Mary Unbedarftheit, ihre Naivität prima zum Ausdruck. Mary trägt ihr Herz auf der Zunge, ist rigoros ehrlich, ohne verletzend zu sein, unverblümt und hat mich damit beim Lesen oft zum Schmunzeln gebracht. Auf jeden Fall habe ich mich mit diesem ganz anderen Schreibstil wunderbar unterhalten gefühlt. Weil er einfach zur Geschichte passt. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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