Nell Zink

 3,8 Sterne bei 46 Bewertungen
Autorin von Der Mauerläufer, Das Hohe Lied und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Philosophische Hintergründe: Nell Zink, eine US-amerikanische Medienwissenschaftlerin und Schriftstellerin, wurde 1964 in Kalifornien geboren.  Nach ihrem Abschluss in Philosophie an dem College of William & Mary in Williamsburg, gründete sie das Magazin Animal Review. Ab 1977 arbeitete sie zeitweise als Sekretärin und technische Zeichnerin in Tel Aviv. Im Jahr 2000 zog sie dann nach Deutschland, wo sie in Medienwissenschaften an der Universität Tübigen promovierte. Nebenbei arbeitete sie für das Schwäbische Tagblatt und als Übersetzerin. In dieser Zeit schrieb sie dann ihren Debüt-Roman „The Wallsreeper“, der es auf die Liste „100 notable books of 2014“ schaffte. Dieser wurde gleich in mehrere Sprachen übersetzt. Für ihre weiteren Romane wurde sie schon für den National Book Award nominiert.

Alle Bücher von Nell Zink

Cover des Buches Der Mauerläufer (ISBN: 9783499271397)

Der Mauerläufer

 (11)
Erschienen am 22.04.2017
Cover des Buches Virginia (ISBN: 9783499271403)

Virginia

 (8)
Erschienen am 13.10.2020
Cover des Buches Nikotin (ISBN: 9783499290817)

Nikotin

 (8)
Erschienen am 23.07.2019
Cover des Buches Das Hohe Lied (ISBN: 9783499291852)

Das Hohe Lied

 (8)
Erschienen am 15.02.2022
Cover des Buches Avalon (ISBN: 9783499009747)

Avalon

 (6)
Erscheint am 12.11.2024
Cover des Buches Mislaid (ISBN: 9780008100575)

Mislaid

 (2)
Erschienen am 10.03.2016
Cover des Buches Doxology (English Edition) (ISBN: B07NKWGLHJ)

Doxology (English Edition)

 (1)
Erschienen am 27.08.2019
Cover des Buches The Wallcreeper (ISBN: 9780008130886)

The Wallcreeper

 (1)
Erschienen am 10.03.2016

Videos

Neue Rezensionen zu Nell Zink

Cover des Buches Avalon (ISBN: 9783498003111)
mapefues avatar

Rezension zu "Avalon" von Nell Zink

Berührendes Porträt eines Mädchens
mapefuevor 5 Monaten

AVALON! AVALON? Wer oder was ist Avalon? Avalon ist … (komme gleich dazu).

We've been on the run
Driving in the sun
Looking out for number one
 California here we come

Es beginnt im kalifornischen Torrance, einer Kleinstadt am Pazifik mit 150.000 Einwohnern, etwa eine halbe Autostunde von Los Angeles entfernt, ist aber alles andere als ein mystischer Sehnsuchtsort – wenn ich an die Sage um König Arthur denke.
Eher liegt dieser auf der vorgelagerten Insel Santa Catalina Island mit dem kleinen „Avalon“, einem Touristenfallen-Kaff. Diese geographischen Angaben sind real, alles Folgende entspringt Nell Zinks Phantasie.

Die zehnjährige „Bran“ Brandy und ihr Halbbruder wachsen auf einer Baumschule der Pflegefamilie Hendersons, einem letzten Freund ihrer Mutter, im Hinterland von Los Angeles auf. Für acht Jahre unbezahlte Arbeit und 20.000 Dollar Kindergeld. Die Mutter verschwindet in ein buddhistisches Kloster, der Vater nach Australien.
Bran ist im letzten Highschool-Jahr, ihre Arbeitskraft wird von ihrer Stieffamilie ausbeuterisch, wenn auch als unverzichtbar ausgenützt. Sie verpasst großen exotischen Pflanzen Formschnitte dermaßen perfekt wie sonst keiner in der Firma. Sie ist klug und schafft mühelos die Highschool, was ihr in den USA allerdings ohne weitere Collegeausbildung nur Jobs mit geringster Bezahlung ermöglicht. 

Erst langsam, mithilfe von Freunden, kann sie sich aus den Fesseln der Hendersons befreien. Ohne Identitätspapiere und ohne Führerschein besorgt sie sich einen alten Mazda, um damit in die Unabhängigkeit zu starten, denn auf der schmutzigen Farm wird sie bloß als billige Arbeitskraft benützt. Unter diesen Freunden sind allesamt durchgeknallte bis schräge – im besten Fall – eigenartige Typen, wie der schwule Jay, der trotz Talentfreiheit ausgerechnet bei einer blinden Lehrerin Flamenco lernen und tanzen will, besucht später die Filmhochschule. Und der intellektuelle Studenten Peter von der Ostküste, der bereits mit einem reichen, schönen Mädchen aus einem arabischen Clan verlobt ist. Keine Chance auf eine Liebe, trotz starker gegenseitiger Anziehung.

Es wäre nicht Nell Zink, leidenschaftliche Vogelbeobachterin, die in „Avalon“ die Gesellschaftsstrukturen in Kalifornien „beobachtet“. Bran steckt fest im proletarischen Kleinstunternehmermilieu, ihr Highschool-Freundeskreis aus der wohlhabenden Mittelschicht, bald auf diverse Colleges verstreut. Wer geht wohin und mit wem? Bran kann sich keine Uni leisten, elternlos und ohne finanzielle Unterstützer. Sie kellnert, verrichtet Gartenarbeit und Poolreinigung bei reichen Leuten, beginnt ein Drehbuch zu schreiben. Bran kann gut Geschichten schreiben – soll sie eine unwahrscheinliche Karriere als Drehbuchautorin wagen?

Brans ersehnter Roadtrip kommt erst am Schluss. Mit ihrem alten Mazda auf die berühmte California State Route 1, dem Pacific Highway 1, um auf eine Party zu ihrem Peter zu gelangen.

 „‚Avalon‘ heißt ‚Ort mit Äpfeln‘, diesem gesunden Zeug, das auf Bäumen wächst. Wenn du Äpfel richtig behandelst, bleiben sie das ganze Jahr frisch. Deshalb heißt das Wort Paradies ‚Garten‘, und deshalb wurde Artus nach Avalon gebracht, um seine Wunden zu heilen.“ (Bran S.6).

Cover des Buches Avalon (ISBN: 9783498003111)
nicoleklebers avatar

Rezension zu "Avalon" von Nell Zink

Sozialdrama, Fantasy und ein College-Roman
nicoleklebervor 9 Monaten

„Die Hendersons behielten mich gern. Ein zehnjähriges Stiefkind bedeutete ungefähr acht Jahre unbezahlte Arbeit und 20.000 Dollar Kindergeld, falls das Finanzamt mitspielte. Aus ihrer Sicht bot ihnen meine Mutter als finanziellen Ausgleich mich an.“

Von ihrer Mutter verlassen und mit einem Vater, den sie nie kennengelernt hat, scheint Bran nichts anderes übrig zu bleiben, als auf der Bourdon-Farm, die dem Clan eines dubiosen Ex ihrer Mutter gehört, zu schuften. Sie hat weder Pass noch Sozialversicherungsnummer, Krankenversicherung oder Führerschein und bezahlt wird sie natürlich auch nicht. Aber immerhin darf sie neben der Schufterei in der Baumschule die Highschool besuchen.

Dort schlägt sie sich gar nicht so schlecht, wird Mitglied einer Clique, die aus relativ wohlhabenden Kids besteht und gibt mit diesen Schulfreunden sogar ein Literaturmagazin heraus. Was ihr einen gänzlich anderen Blick, als den des Liguster-Formschnitts, auf die Welt gewährt.

Nutzt halt nur nicht viel.

Als ihre Freunde allesamt Richtung Uni aufbrechen und es bei den Hendersons einfach gar nicht mehr geht für Bran, haut sie schließlich doch ab. Sie kampiert in ihrem uralt Auto, jobbt im Coffeeshop und was sich sonst so anbietet, immer darauf bedacht, nicht von einem Miglied des Clans gesehen zu werden. Per Handy hält sie Kontakt zu ihren Freunden und als einer von ihnen in den Ferien Peter mitbringt, ein schlauer und noch dazu gut aussehender Typ von der Ostküste, verliebt sich Bran ziemlich heftig. Auch er interssiert sich für sie und obwohl ihm der Kapitalismus ein Greuel ist und er auch keine Gelegenheit auslässt um dies lautstark kundzutun -  seine Verlobung mit einer bruneiischen Prinzessin möchte er aber doch lieber nicht auflösen. Aus recht konservativen Gründen … 

Nichtsdestotrotz entspinnt sich zwischen den beiden ein intellektueller Diskurs: Peter empfiehlt ihr
Literatur, Bran liest, sofern sie den Texten habhaft werden kann, denn Geld für einen Bibliotheksausweis hat sie immer noch keins, und sie tauschen sich über das Gelesene aus. Außerdem ist Bran in ihrer Zuneigung ausgesprochen stur. Etwas, das Peter mal mehr und dann auch wieder weniger gelegen kommt …

Cinderella  meets the american dream – oder? 

Eine sehr gelungene Mischung hat Nell Zink hier vorgelegt: Sozialdrama, ein bisschen Fantasy und ein College-Roman reichen sich in „Avalon“ die Hand. Sprachlich knapp, präzise, mit einer ordentlichen Portion Ironie und „anders“ ...

Sehr gern gelesen und eine ganz klare Leseempfehlung!


Cover des Buches Avalon (ISBN: 9783498003111)
renees avatar

Rezension zu "Avalon" von Nell Zink

Brans Weg
reneevor einem Jahr

Ein interessantes Buch, denn dieser Hauptcharakter Bran ist nicht so ein Heldentyp, eher hat Bran schon früh die negativen Seiten des Lebens kennengelernt, ist dadurch auch verschlossen, hat ihre Mauern errichtet, schützt sich. Sie ist vorsichtig, musste sich ans Negative gewöhnen, wurde dazu gebracht das Negative als eine Normalität zu akzeptieren. Und dies macht natürlich etwas mit einem Menschen. Von daher ist der Charakter der Autorin gelungen und die Geschichte hat ihren Reiz. Interessant ist ebenso, dass der Charakter der Bran/ diese Geschichte der Bran im sonnigen Strahlemann-Staat Kalifornien angesiedelt ist, ein anderes Bild dieses strahlenden Gute Laune-Staates zeichnet, damit gesellschaftskritisch daherkommt und nachdenklich stimmt. Von daher passt dies alles.


Nicht gefallen hat mir die etwas distanzierte Schreibe, Allerdings passt sie zu dem etwas schnoddrig anmutenden Charakter Bran, die ja anders auf ihre Umwelt blickt, blicken muss. Und von diesem Gedankengang her, passt auch diese distanzierte Schreibe dann wieder, macht das ganze Buch rund und stimmig. Aber nicht nur Bran steht im Fokus des Buches. Auch ihre Freunde, eine kleine eingeschworene Gemeinschaft, stehen im Blick von Nell Zink in ihrem Buch „Avalon“. Denn über diese Freunde gelingt Bran eine Entwicklung, natürlich in einem eng gesteckten Rahmen. Aber dennoch gelingt Bran eine gewisse Entwicklung. Da sich die Geschichte in einem recht kurzen Zeitfenster befindet kann man aber durchaus hoffen, dass Bran ihren Weg finden wird und nicht im nebelverhangenen Avalon verbleibt. Ein 4 Sterne Buch auf jeden Fall, dennoch aber auch mit etwas Luft nach oben.


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Zusätzliche Informationen

Nell Zink im Netz:

Community-Statistik

in 85 Bibliotheken

auf 30 Merkzettel

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