Nellie Bly

 4.1 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Zehn Tage im Irrenhaus, Ten Days in a Mad-House und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Nellie Bly

Nellie BlyZehn Tage im Irrenhaus
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Zehn Tage im Irrenhaus
Zehn Tage im Irrenhaus
 (11)
Erschienen am 27.09.2011
Nellie BlyAround the World in 72 Days
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Around the World in 72 Days
Around the World in 72 Days
 (1)
Erschienen am 13.03.2013
Nellie BlyTen Days in a Mad-House
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Ten Days in a Mad-House
Ten Days in a Mad-House
 (2)
Erschienen am 07.07.2011
Nellie BlyAround the World in Seventy-Two Days (Dodo Press)
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Around the World in Seventy-Two Days (Dodo Press)

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Leuchtturmwaerterins avatar

Rezension zu "Zehn Tage im Irrenhaus" von Nellie Bly

Eine mutige Frau und eine spannende Undercoveraktion
Leuchtturmwaerterinvor 4 Monaten

Inhalt:
New York, 1887. Für ihren ersten Auftrag als freie Journalistin bei der aufstrebenden Tageszeitung Joseph Pulitzers, New York World, soll Nellie Bly undercover aus der Frauenpsychiatrie auf Blackwell's Island berichten. Ob sie den Mut dazu habe? Die 23-Jährige zögert nicht – natürlich hat sie den.
Der Weg in die Anstalt erweist sich als Kinderspiel. Doch Bly merkt schnell: Wer einmal drin ist, dessen Chancen stehen schlecht, jemals wieder herauszukommen. 
In ihrer bahnbrechenden Reportage berichtet die Undercover-Journalistin Nellie Bly von den desaströsen Zuständen und grauenhaften Misshandlungen, deren Zeugin sie wurde.
Zehn Tage im Irrenhaus  ist ein Meilenstein des investigativen Journalismus und ein wichtiges Dokument der Psychiatriegeschichte.


Autorin:
Nellie Bly wird am 5. Mai 1864 als Elizabeth Jane Cochran in Pennsylvania geboren. Mit einem Leserbrief gelingt ihr 1885 der Einstieg in den Journalismus. Kurze Zeit später geht sie nach New York. Für Joseph Pulitzers Zeitung New York World lässt sie sich in eine Psychiatrie einliefern und verfasst daraufhin die investigative Reportage »Ten Days in a Mad-House«. Bald darauf erscheint die ebenfalls sehr erfolgreiche Reisereportage »Around the World in Seventy-Two Days«, für die sie sich in der Tradition von Jules Vernes Romanhelden Phileas Fogg auf eine Weltreise begeben hatte. 1895 heiratet Bly den 70-jährigen Industriellen Robert Seaman, dessen Unternehmen sie nach seinem Tod 1904 leitet. Nach dessen Bankrott kehrt sie zum Journalismus zurück und wird 1914 Kriegskorrespondentin in Österreich. Am 27. Januar 1922 stirbt Nellie Bly an einer Lungenentzündung.

Quelle: Aviva Verlag


Meinung:
Ende des 19. Jahrhunderts bricht eine junge Frau aus den Konventionen der damaligen Zeit aus und lässt sich als Undercover-Journalistin einweisen. Sie beweist unglaublich viel Mut, weiß sie doch nicht, was sie dort erwartet.
Unter falschem Namen und mit erdachter Lebensgeschichte mimt sie die geisteskranke Nellie Brown. Unglaublich welch grauenvolle Dinge sie berichtet.

Nicht zuletzt wegen des Erzählstils aus der ICH-Perspektive ist Nellies Bericht so lebendig und als Leser leidet man direkt mit den Patientinnen. Sie nimmt uns mit in eine Zeit, in der psychisch kranke Menschen wie gesellschaftlicher "Ausschuss" behandelt werden und insbesondere Frauen nicht einmal wirklich untersucht werden, bevor man sie als geisteskrank abstempelt und einsperrt.
Mich hat es unglaublich erschreckt, wie schnell eine Frau damals als irre galt, wenn sie bloß einen anderen Lebensweg eingeschlagen hatte.

Nellie ist eine bemerkenswerte Frau gewesen und hat mit ihrer Berichterstattung das Augenmerk auf ein Elend hinter verschlossenen Türen und fern von der Mitte der Gesellschaft gelegt. Sie hat Mut bewiesen und ist sich nicht zu fein dafür gewesen selbst unter diesen grauenhaften Zuständen zu leben.


Fazit:
Ein beeindruckender Erfahrungsbericht, der zu seiner Zeit wohl Vorreiter war für viele nachfolgende Undercoveraktionen, wie sie noch heute von Wallraff und Co. unternommen werden.
Auch wenn es noch bis in die 1950er Jahre dauern sollte, bis psychiatrische Kliniken endlich den Wert jedes Individuums erkennen sollten, so hat Nellie Bly doch schon damals ihren Teil dazu beigetragen das Leben in solchen Einrichtungen etwas zu verbessern.

Ich vergebe für diesen Erfahrungsbericht 5 von 5 Sternen, da mich Nellie sofort abgeholt hat und ich gefühlt mitten dabei war.

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Jule_Blums avatar

Rezension zu "Zehn Tage im Irrenhaus" von Nellie Bly

Wiedergefundener Schatz
Jule_Blumvor 5 Jahren

Nellie Bly: Zehn Tage im Irrenhaus. Undercover in der Psychiatrie

Nellie Bly, eigentlich Elizabeth Jane Cochran, war die erste der sogenannten Stunt Girl Reporter, die Ende der 1880er Jahre für große amerikanische Tageszeitungen arbeiteten, sich dafür undercover in Gefängnisse, Armenhäuser, Fabriken etc. einschleusen ließen und über die dortigen, zumeist katastrophalen, Verhältnisse schrieben. Blys aufsehenerregender Bericht über ihren Aufenthalt in der berüchtigten Frauenpsychiatrie Blackwell's Island machte sie berühmt und ließ diese Art des Sensationsjournalismus auch für andere Frauen zur Möglichkeit werden, über anderes als Mode, Kindererziehung und Kochrezepte zu schreiben.
Auch wenn Nellie Blys Story in erster Linie darauf abzielt, sie selbst und ihre geniale Täuschung der Ärzte gut da stehen zu lassen und ansonsten eher zeittypisch den diskriminierenden Vorurteilen ihrer Zeit aufsitzt – als skandalös und ungerecht wird in der Hauptsache die Behandlung der "zu Unrecht Eingewiesenen" beurteilt, wohingegen es die wirklich "Irren" doch irgendwie verdient haben – , hat das Erscheinen des Artikels auf jeden Fall dazu beigetragen, die Anstalt zu schließen und über den Umgang und die Behandlung von Geisteskranken nachzudenken.

Und ganz ohne jeden Zweifel ist Zehn Tage im Irrenhaus mal wieder eines jener literarischen "Schätzchen", die dank der AvivA-Frauen nicht länger im Verborgenen vor sich hin schimmern. Fazit: Unbedingt lesenswert und mit deutlichem Gruselfaktor!

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leserins avatar

Rezension zu "Zehn Tage im Irrenhaus" von Nellie Bly

Rezension zu "Zehn Tage im Irrenhaus" von Nellie Bly
leserinvor 6 Jahren

Die Reporterin Nellie Bly verarbeitete ihre Erlebnisse als "Undercoverin in der Psychiatrie" in Blackwells Island in New York in einem Buch.

Im Jahre 1885 wurde Nellie von Pulitzers Tageszeitung New York World gefragt, ob sie sich in die Anstalt für Geisteskrankheiten einschleichen könnte und einen ungeschminkten Bericht darüber verfassen.

Sie spielte ihre Rolle ausgezeichnet und schrieb die schrecklichen Erlebnisse in dieser Anstalt auf einfache und eindringliche Art nieder.

Großartig fand ich, daß sich vor über 100 Jahren eine Journalistin zu diesem Schritt gewagt hat, sie errinert mich stark an Günter Wallraff.

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