Nellie Merthe Erkenbach

 4,7 Sterne bei 29 Bewertungen
Autorenbild von Nellie Merthe Erkenbach (©Nellie Merthe Erkenbach)

Lebenslauf von Nellie Merthe Erkenbach

Nellie Merthe Erkenbach arbeitet als Journalistin für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland. Die Filmemacherin reist und sieht viel: Brasilien, USA, Russland, Japan und natürlich Europa. Das bringt der Beruf so mit sich. Erkenbach ist studierte Sprach- und Literaturwissenschaftlerin mit einem ausgeprägten Interesse an schottischer Geschichte. Schottland ist seit Jahren ihre zweite Heimat. Hierher zieht sie sich für einige Monate im Jahr zum schreiben zurück, bevor ihr Beruf sie wieder in die Welt hinaus führt. Die Autorin und Bloggerin lebt im Schwarzwald und mit ihrem Partner an der Westküste Schottlands.Folgen Sie ihrem Blog: https://abenteuerhighlands.wordpress.com

Neue Rezensionen zu Nellie Merthe Erkenbach

Cover des Buches Abenteuer Highlands 2.0: zwischen Schwarzwald und Schottland (ISBN: B08WRR12MF)liesmal50s avatar

Rezension zu "Abenteuer Highlands 2.0: zwischen Schwarzwald und Schottland" von Nellie Merthe Erkenbach

Wunderbare Highlands
liesmal50vor 2 Monaten

In „Abenteuer Highlands 2.0“ erzählt Nellie Merthe Erkenbach wieder aus ihrem aufregenden Leben. Hat sie in ihrem ersten Buch – nach Monaten unterteilt - über ein ganzes Jahr erzählt, das sie  in den Highlands verbrachte, so gibt es in dem zweiten Band ebenfalls Geschichten: Abenteuer, Legenden, viel selbst Erlebtes. Allerdings  sind die Kapitel diesmal nicht chronologisch sortiert, sondern es gibt eine bunte Vielfalt von A – Z und wechselt „Zwischen Schwarzwald und Schottland“, wie schon der Untertitel verrät. Ich freue mich, dass der Mann noch eine Rolle spielt, ja, dass die Beziehung sich mit der Zeit weiter gefestigt hat.

Mir hat die Vielseitigkeit wieder gut gefallen. Vor allem den Geschichten, die vom Aberglauben der Menschen erzählen, kann ich ganz gespannt folgen. Aber der gesamte Menschenschlag, so wie die Autorin ihn schildert, begeistert mich. Ja, und die Naturerlebnisse, die sind wieder etwas ganz Besonderes und haben mich träumen lassen und wunderbares Kopfkino entstehen lassen.

Wieder bin ich begeistert von dem humorvollen und locker-leichten Schreibstil. Gern empfehle ich das Buch, das man meiner Meinung nach auch gut lesen kann, wenn man den ersten Band nicht kennt.

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Cover des Buches Abenteuer Highlands 2.0: zwischen Schwarzwald und Schottland (ISBN: B08WRR12MF)dunkelgefunkels avatar

Rezension zu "Abenteuer Highlands 2.0: zwischen Schwarzwald und Schottland" von Nellie Merthe Erkenbach

Zu empfehlen, wenn man gerade einen Schottlandtrip plant oder sich zurück träumen möchte.
dunkelgefunkelvor 3 Monaten

Nellie M. Erkenbach nimmt uns mit in die Highlands wo sie bereits vor über 10 Jahren eine zweite Heimat und eine anhaltende Liebe gefunden hat. Aus eigenen Erfahrungen berichtet sie über die Unterschiede zwischen Deutschland und Schottland und vor allem über die Menschen. Abwechselnd erzählt sie uns von ihren eigenen Erlebnissen der Gegenwart und von Geschichten der Vergangenheit. Wir erfahren auf humorvolle Weise, dass Schotten sich scheinbar in ihren Aussagen nicht gern festlegen und daher meist Worte benutzen, die sich auf das reimen, was sie eigentlich sagen wollen und einiges mehr. Wie schwer es schon vor Corona war mal eben in die abgelegenen Highlands zu kommen, vor allem mit Schädel im Gepäck. Ebenso wer früher seinen Kopf verloren hat oder heute noch im Moor spuken soll.


Dem Alphabet nach gibt es unterschiedlich lange Kapitel, die unabhängig voneinander gelesen werden können. Zu empfehlen, wenn man gerade einen Schottlandtrip plant oder sich zurück träumen möchte.

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Cover des Buches Abenteuer Highlands 2.0: zwischen Schwarzwald und Schottland (ISBN: B08WRR12MF)lilrs avatar

Rezension zu "Abenteuer Highlands 2.0: zwischen Schwarzwald und Schottland" von Nellie Merthe Erkenbach

Ein bunter Mix aus der Schönheit der schottischen Natur, mystischen Geschichten und humorvollen Erlebnissen
lilrvor 4 Monaten

In "Abenteuer Highlands 2.0" berichtet die Autorin über ihr Leben zwischen dem Schwarzwald und den Highlands und lässt den Leser an der Begeisterung von mystischer schottischer Geschichte, Natur und typischer Lebensweise und Kuriositäten teilhaben, die neugierig auf mehr machen!

Neben Reiseberichten durch die schottische Wildnis und rätselhaften Geschichten von Gespenstern oder Prinzessinnen, fließen auch immer wieder sehr humorvoll erzählte Erlebnisse mit ein, die die Lektüre auflockern und das Buch sehr kurzweilig und unterhaltsam machen!

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht das Buch zu lesen und wäre ich nicht sowieso schon leidenschaftlicher Schottland-Fan, wäre ich es spätestens jetzt! ;) Ich empfehle die Lektüre an alle, die Lust haben sich ein Stückchen schottische Kultur nachhause zu holen, oder sich auf eine Reise in die Highlands einstimmen wollen - Sehnsucht nach dem schönen Land im Norden macht es auf alle Fälle!

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Gespräche aus der Community

Wer hat Lust auf ein Abenteuer in Schottland? In Abenteuer Highlands, dem ersten Buch, habe ich bereits viel von meinem lustigen, aufregenden und oft kuriosen Leben in den schottischen Highlands erzählt. Nun geht es in die Fortsetzung und im 2. Teil um mein Zweitleben in diesem schönen und wilden Traumland. Abenteuer Highlands 2.0 - zwischen Schwarzwald und Schottland.

Es ist schon ein Weilchen her, dass ich Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland geschrieben und nach dem Rückzieher des Verlags wegen Einstellung der Reihe, in der das Buch erscheinen sollte, schließlich im Selbstverlag veröffentlicht habe. Seither habe ich zwei weitere Bücher geschrieben, eigentlich drei: Riding Towards Shadows, das 2018 erschienen ist und Schottland für stille Stunden, das 2020 veröffentlicht wurde. Das gibt es 2021 auch auf Englisch und wird Scotland for Quiet Moments heißen.  Wer also gedacht hat, ich sitze in meiner wunderbaren Schreibhütte, schaue aufs Meer und tue nichts, der liegt völlig falsch. Allen Stromausfällen und Sturmschäden zum Trotz: Ich habe weitergeschrieben und hier ist er nun, der zweite Teil von Abenteuer Highlands: Abenteuer Highlands 2.0 – zwischen Schwarzwald und Schottland.

Inzwischen lebe ich seit zehn Jahren in meiner schottischen Fernbeziehung und habe nach dem anfänglichen Gefühl des entscheiden Müssens sehr bald gemerkt, dass eine Seele mehr als nur eine Heimat haben kann. Ich habe zwei zu Hause: eines im Schwarzwald, wo ich gerne lebe, gerne esse und meine Arbeit habe, und eines in den Highlands, wo ich schreibe und meine Zeit mit dem Mann an der großen Weite der Westküste Schottlands genieße. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, es lässt Dinge klarer werden und man macht sich bewusster, was man will und womit man seine Zeit verbringen möchte. 

Der besondere Charme an diesem Lebensentwurf: Beide Leben sind gänzlich unterschiedlich. Das deutsche ist hektisch und aufregend, meine Arbeit beim Fernsehen abwechslungsreich, ich reise viel, nach Russland, China, Japan, Brasilien und genieße die Vorzüge des Stadtlebens. In den Highlands dagegen wird es still und ruhig, zurückgezogen. Ich lese viel, wandere und schreibe. Diese Seite meines Lebens gibt mir die Kraft, das Hochgeschwindigkeitsleben in Deutschland mit Freude und Energie anzupacken. 

Die Zeit, in der wir getrennt sind, überbrücken wir durch Social Media und ein tägliches Skype-Gespräch von einer Stunde. Und mal ehrlich, in wie vielen Beziehungen spricht man täglich mindestens eine Stunde miteinander? Ein solch intensiver Austausch wird im Alltag oft vernachlässigt. Ich liebe dieses Leben, das ich führe, und was als Abenteuer in der Fremde begann, ist nun ein Leben in zwei Welten geworden. Aber auch das kann abenteuerlich sein. Ihr werdet schon sehen!

In Abenteuer Highlands habe ich euch durch ein Jahr in Schottland geführt. Dies sind die wahren Geschichten, die ich in den Jahren seither in meiner Fernbeziehung mit einem Schotten erlebt habe. Nicht in der zeitlichen Reihenfolge, in der sie passiert sind, die bekäme ich gar nicht mehr richtig auf die Reihe, der Mann und ich sind schon so lange ein Paar. Die Struktur ist nicht die Zeit, sondern das Wort, von A – Z: A wie Aberglaube, B wie Banff, C wie Corona usw. 

Amüsiert euch über buchende Baroninnen und denkwürdige Dudelsackspieler, lernt Poeten und tapfere Schneiderlein kennen, gruselt euch über Moorleichen, Hexen und Geister, lacht über Extrawürste und gefährliche Frühstücke und findet heraus, wie man trotz Corona und Brexit ein glückliches Leben in der Fernbeziehung hinbekommt. 


Kleines Beispiel gefällig? Bitteschön!


Ein Pub finde ich lange Zeit nicht, doch dann steht es vor mir, das Ship Inn. Drinnen ist es genauso wie man sich ein Pub der Fischer vorstellt, etwas heruntergekommen, sehr klein mit sehr niedriger Decke, wie gut, dass ich in Schottland so gut wie nie hohe Schuhe trage, und in Anbetracht der Tatsache, dass es Januar und damit so gut wie kein Fischer unterwegs ist, auch ziemlich leer. Dafür brennt ein kleines Kaminfeuer. An einem Tisch sitzen zwei Frauen, die gleichzeitig aufstehen, als ich hereinkomme.

 

„Heute Frauenabend?“ frage ich und die beiden lachen.

 

„Sieht so aus“, sagt die Blonde und tritt hinter den Tresen. Sie ist offensichtlich die Barfrau und sieht auch genauso aus, wie man es sich vorstellt, schlank, blond und ein Raucherinnengesicht wie frisch aus Coronation Street.

 

„Mir wird heute einfach nicht warm“, stöhnt die andere, die einen pinkfarbenen Plüschbademantel über ihren normalen Klamotten trägt. Ich schaue sie wohl etwas verwundert an. Das Outfit passt nun nicht gerade in meine Vorstellung vom Pub der Fischer.

 

Die Blonde hinter dem Tresen hat meinen Blick wohl bemerkt und fügt mit einem Blick auf den Morgenmantel an: „Sie darf das, sie ist die Chefin.“

 

Ich nicke verständnisvoll, stelle mir meinen Chef in diesem Outfit vor und muss grinsen, während ich mich auf den Barhocker am Tresen setze. Ich bin also allein im Pub der Fischer mit einer Chefin im Morgenmantel und einer Soap Opera-Blondine, die mir mein Bier zapft. Die Unterhaltung kreist um Donald Trump, australische Buschfeuer und Enkelkinder. Wenig später geht die Tür auf und ein Mann kommt rein. Auch kein Fischer wie sich herausstellt. Das ist nun der Chef. Als letztes trottet ein zutraulicher Collie herein. Der Haushund.

113 BeiträgeVerlosung beendet

Schottland ist ein Land voller Geschichte, Geschichten und Geheimnisse. Oft sind die drei nicht exakt voneinander zu trennen. Das macht dieses Land so wunderbar und einzigartig. 

Was diesen Reiseführer einzigartig macht, sind seine Geschichten, die die Autorin dank ihrer Leidenschaft für Friedhöfe "ausgegraben" hat. Eine ungewöhnliche Annäherung an ein Land, mit erstaunlichen Ergebnissen.  

Worum geht es in dem Taschenbuch? 

Schottland ist ein Land voller Geschichte, Geschichten und Geheimnisse. Oft sind die drei nicht exakt voneinander zu trennen. Das macht dieses Land so wunderbar und einzigartig. Diese Geschichten wurden für den Wordpress Blog Graveyards of Scotland über viele Jahre zusammengetragen, ausgegraben und entdeckt. Quellen waren meist historische Reiseführer aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die Funde oft schaurig, schön, lustige oder grausam. Eine ungewöhnliche Annäherung an die Geschichte eines Landes, die erstaunliche Ergebnisse hervorbrachte. Man muss aber meine Leidenschaft für Friedhöfe nicht teilen, um dieses Buch genießen zu können. Die meisten Geschichten spielen ja nicht auf einem Friedhof, sie enden lediglich da. 

Der Feenhügel in Inverness, ein Salpetermord auf Shetland, eine Familie von Linkshändern, Wölfe gestern und heute, Robert the Bruce und William Wallace einmal ganz anders, die geheime Bucht des Schriftstellers Gavin Maxwell, ein mordender Dichter und alles, was Schottland außer Whisky, Schafe und Tartan noch ausmacht. Schottland für Experten, nicht für Anfänger. 

Macht es euch in eurem Lieblingslesesessel gemütlich und genießt Schottland für stille Stunden


Wer bin ich?

Ich bin Nellie Merthe Erkenbach, Fernseh-Journalistin und Autorin und teilte mir mein Leben zwischen Deutschland und Schottland auf. Ich bereise Schottland seit nunmehr über 35 Jahren, hatbeschottische Geschichte und schottische Literatur an der Universität Glasgow studiert und lerne chottisches Gälisch in Sabhal Mòr Ostaig auf der Isle Skye. Dieses wunderbare Land, ohne die gängigen Klischees zu zeigen, ist mir schon viele Jahre ein Anliegen, nun ist es ein Buch geworden. Weitere Bücher von mir sind Abenteuer Highlands – mein etwas anderes Leben im schottischen Hochland (Amazon 2018) und Riding Towards Shadows (Amazon 2018).


Zitate

Das Meer ist ein gefährlicher Freund, eine verlockende Schönheit und ein brutaler Mörder zugleich. Selbst an ruhigen Tagen sind hier Menschen in den Gewässern rund um die Inseln ertrunken. Wenn die Herbststürme einsetzten, hatten die gewaltigen Wellen in der Vergangenheit oft ein tödliches Fest. Auf Shetland spülte am Sumburgh Head, wo der Atlantik auf die Nordsee trifft, so mancher Körper an Land.

Als William Soutar klar wurde, dass die Krankheit nicht nur sein Leben begleiten, sondern es sogar beenden würde, soll er einen Moment innegehalten haben. Dies war der Moment der Erkenntnis: Nun konnte, nun musste er Dichter werden. Er wurde einer der besten seines Landes.

Anders die Abendstimmung, blaue Stunde und eine ähnlich milde Stimmung wie am Morgen aber viel dramatischer, wenn die Nacht hereinbricht und die letzten Sonnenstrahlen noch ein paar Sekunden über den Wolken verweilen, bevor der Tag zu Ende geht. Das Blau scheint direkt vom Meer zu kommen, mit einem schwachen Duft nach Sommertag wie die Erinnerung gelebter Stunden.

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NMErkenbachs avatar
Letzter Beitrag von  NMErkenbachvor 6 Monaten

Klasse. Vielen Dank. 😊 LGN 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿

Hallo Community,

ich schreibe gerade an meinem 3. Buch (Selbstverlag, Amazon), ein etwas größeres Projekt als die ersten beiden. Nun hätte ich gerne Feedback zum Konzept....

Konzept
Schottland für stille Stunden ist ein Reiseführer zum Schmökern und Genießen. Er führt sie an unbekannte Orte und Geschichten weit weg sind von den klassischen Reiseführern und viel näher dran am wahren schottischen Leben. Orte, die es möglich machen ein Land so zu erleben, wie es wirklich ist. Mit dem Reiseinspirationsbuch kann man dieses wunderbare Land ganz anders erfahren oder sich einfach zu Hause auf dem Sofa hineinträumen. Mit dem Reiseinspirationsbuch Schottland lässt es sich wunderbar eintauchen in die aufregende Geschichte des Landes, für alle die gerne in wunderbarer Landschaft schwelgen und fast vergessene Orten entdecken wollen, wo die Geschichte Schottlands wahrhaft lebt, abseits der Touristenströme in Edinburgh, Loch Ness oder Glencoe und dennoch im Herzen Schottlands.

Rückseite
Schottland ist ein Land voller Geschichte, Geschichten und Geheimnisse. Oft sind die drei nicht exakt voneinander zu trennen. Das macht dieses Land so wunderbar und einzigartig. Dies sind die Geschichten, die über viele Jahre zusammengetragen wurden und die Orte, an denen sie spielen. Schaurige, schöne, wahre, lustige und grausame Geschichten und Orte, deren Schönheit einem ein ums andere Mal den Atem nimmt.
Der Feenhügel in Inverness, ein Salpetermord auf Shetland, Wölfe gestern und heute, der unvermeidliche Bonnie Prince Charlie, die geheime Bucht des Schriftstellers Gavin Maxwell, ein Hotelgeist, ein mordender Dichter und natürlich auch Whisky, Schafe und Tartan. Nur eben ganz anders. Machen sie es sich in ihrem Lieblingslesesessel gemütlich und genießen sie. 
 
....und zu einem beliebig ausgewählten Kapitel (Sprache, Länge, Auswahl, macht es Lust auf die Reise usw.), das Buch gliedert sich in die alten Grafschaften Schottlands, es werden um die 30 Kapitel werden...

Sutherland


Sutherland ist die wohl am dünnsten besiedelte Region in Schottland. Der Atlantik begrenzt die ehemalige Grafschaft im Westen und Norden vom Atlantik, im Osten endet sie am Dornoch Firth. Sie erstreckt sich von Norden nach Süden und Osten nach Westen jeweils auf knapp hundert Kilometer. Meer, Moor, Berge und Stein machen Sutherland aus. Der Name ist irreführend, Sutherland ist eine der nördlichsten Gegenden im heutigen Schottland. Zu einer Zeit aber als die norwegischen Wikinger hier an der Macht waren, war Sutherland das südlichste Gebiet ihres Herrschaftsraums, der sich von den Orkney- und Shetlandinseln bis hierher in das steinige, einsame Nirgendwo in Schottlands rauhem Norden erstreckte. Hier wo Schafe und Wölfe die Schicksale der Menschen bestimmten.

Dornoch und die habgierige Herzogin

Elizabeth Leveson-Gower, die Duchess of Sutherland, war eine der bekanntesten und umstrittensten Figuren der schottischen Geschichte. Die Herzogin war die Tochter des 18. Earl of Sutherland und seiner Frau Mary. Beide Eltern starben an einem Fieber bevor sie ein Jahr alt. Sie war das einzige Kind und erbte alles: Land, Vermögen, Titel.
Die Herzogin war unglaublich reich, ihr gehörte der größte Teil der Grafschaft Sutherland. Sie lebte allerdings selten hier. Ihr Mann war der ebenfalls unfassbar reiche George Leveson-Gower, Viscount Trentham, Sohn des 1. Marquis von Stafford. Er wurde als Botschafter nach Frankreich berufen. Das Paar lebte in Paris während der Französischen Revolution. Eine Erfahrung, die sie abgehärtet haben muss.
1765 wurde die spätere Herzogin und Gräfin in Edinburgh geboren, 1839 in der Kathedrale von Dornoch bestattet. So auch ihr Mann, der Herzog, der 1833 als einer der reichsten Männer des Landes starb. Der Herzog und die Herzogin wurden in der Familiengruft bestattet, die sucht man in der Kathedrale allerdings vergeblich.
Das hat wohl seinen Grund in der Tatsache, dass wohl keine Frau in Sutherland so unbeliebt war wie Elizabeth Leveson-Gower. Sie und ihr Mann waren für die Zwangsräumungen eines Großteils der Kleinbauern (crofter) auf den weitläufige Sutherland Ländereien verantwortlich, vor allem in den Jahren 1819 und 1820, als die Preise für Wolle in die Höhe trieben und Schaffarmer deutlich höhere Abgaben zahlen konnten als Kleinbauern, die im Mischbetrieb arbeiteten. Betriebswirtschaftlich war die Umstellung mehr als sinnvoll. menschlich aber führte sie zu vielen bis heute unvergessenen Tragödien.
Angeblich soll bei der Aushebung des Mausoleums Erde und Knochen aufgeworfen worden sein und man sagte, die Sutherlands würden selbst im Tod noch mit den Zwangsräumungen fortfahren. Auf dem Friedhof ist kein Grabgewölbe zu sehen.
Die Geschichte der Kathedrale selbst ist ebenfalls eine wechselvolle. Von seiner Vollendung bis zur Reformation befand sich die Kathedrale des Heiligen Gilbert (Bischof von Caithness) in ursprünglichem Zustand. 1570 wurde sie in Brand gesetzt und Gilberts Grab während einer Clanfehde zwischen den Murrays von Dornoch und den Mackays von Strathnaver geschändet. Mit Ausnahme der Chor- und Querschiffsmauern wurde sie fast vollständig zerstört bis sie 1616 von Sir Robert Gordon teilweise wieder restauriert wurde.
„Zwischen 1835 und 1837 wurde die Restauration durch die Großzügigkeit von Elisabeth, Herzogin-Gräfin von Sutherland, abgeschlossen und die inzwischen versiegelte Sutherland-Gruft wurde unter dem Chorboden errichtet.“ heißt es auf der Homepage der Kathedrale.
In den Mauern der Kirche befinden sich "Sterblichkeitssteine", die Symbole des Todes darstellen. Sie wurden im zerstörten Kirchenschiff gefunden und in die neuen Mauern eingefügt. Die Begräbnisstätte des reichen Paars ist nicht gekennzeichnet. Man brachte ihnen hier wenig Sympathie entgegen. Sie hatten innerhalb von zehn Jahren 15000 Menschen von ihrem unfassbar großen Land umgesiedelt, entweder an die Küste oder nach Amerika.
Allein die Einnahmen aus ihren Stafford-Gütern brachten ihnen die enorme Summe von 300.000 Pfund jährlich, aber trotz dieses unvorstellbaren Reichtums, der bei heutigem Wert mehrere Millionen Pfund ausmacht, stürzten sie sich förmlich in das "Verbesserungsprogramm" für ihr abgelegenes Gut Sutherland, also die Zwangsräumung der Kleinbauern. Dabei taten sich ein Mann besonders hervor: der Anwalt Patrick Sellar, der die die "Verbesserungen" durchführten. Mit seiner legendären Grausamkeit erlangte er einen Ruf, der die Jahrhunderte überdauerte. Die Räumungen verliefen nicht ohne Widerstand, wenige waren damit einverstanden, dem Umsiedlungsplan in eigens dafür errichtete Fischerdörfer zu folgen. Schließlich hatten die Kleinbauern keinerlei Erfahrung mit Booten oder Fischfang. Sellar stand wegen Totschlags vor Gericht, wurde aber freigesprochen. Eine alte, bettlägerige Frau soll bei einer der Räumungen in ihrem Haus verbrannt worden sein. Der Anwalt Sellar aber argumentierte, die Frau sei aus dem Haus getragen worden, bevor man es anzündete und wurde vollständig freigesprochen. Der Mann, der ihn angezeigt hatte, war von Sellar beim Wildern erwischt worden und seitdem ein erbitterter Feind gewesen. Sellar wurde nach dem Gerichtsverfahren Schaffarmer in Strathnaver. Er starb 1851 in Elgin.

Strathnaver – Mackay Land

Strathnaver, einst eigenständig, dann Teil der Grafschaft Sutherland. Hier herrscht der Clan Mackay, einst mächtige Unterstützer von Robert the Bruce. Der Chief des Clans trägt den Titel Lord Reay, das Wappen das Motto manu forti, mit starker Hand. Die Earls of Sutherland versuchten über Jahrhunderte Kontrolle über das Mackay Land entlang des Flusses Naver zu erlangen. Endgültig gelang ihnen das erst 1829.

Dies ist eine Geschichte über Machtdurst und Tod, eine Geschichte über die Mackay Männer und eine katastrophale Schlacht. Im Zentrum dieser Geschichte taucht aber auch eine Frau auf - Sidheag, Schwester des MacLeod von Lewis und Frau von Angus Mackay, dem 6. Chief von Strathnaver. Eine Frau, die versuchte, innerhalb der kollidierenden Interessen mächtiger Männer zu überleben. Sie war die Tochter eines Clan-Chefs, die Schwester eines Clan-Chefs, die Frau eines Clan-Chefs, dem sie zwei Söhne geboren hatte. Als ihr Mann 1403 starb, überließ er seinem Bruder Hugh die Macht über sein Vermögen und seine Söhne, nicht seiner Frau Sidheag. Hugo und Sidheag kamen nicht miteinander klar, warum ist nicht bekannt. Die Differenzen wurden schlimmer.
Ob Sidheag ihren Bruder um Hilfe anrief oder ob ihr Bruder in vorauseilendem Gehorsam seiner Schwester zu Hilfe kam ist gleichfalls ungewiss. Sicher ist nur, dass er es tat. Er und seine Männer stürmten Strathnaver, nahmen sich das Vieh und andere Beute. Aber die Mackays waren bereit für den Kampf. Die beiden Parteien trafen sich in Tuiteam Tarbhach an der Spitze des Kyle of Sutherland. Es ging hier nicht nur um gestohlenes Vieh, es ging um Ehre, Macht und Dominanz. Die MacLeods waren in das Land der Mackays eingefallen. Das konnte man sich nicht gefallen lassen.
Es muss ein brutales Aufeinandertreffen der beiden Clans gewesen sein, und niemand weiß, wie viele auf dem blutigen Schlachtfeld von Tuiteam Tarbhach starben. Wie in so vielen Clan Geschichten hat auch diese ein einsames Ende: Nur ein MacLeod überlebte, nur einer, der die Geschichte erzählen konnte.
Nichts kennzeichnet den Schlachtplatz, ein viel jüngerer Friedhof liegt am östlichen Rand. Er wird Tutim nach der Schlacht Tuiteam Tarbhach genannt. Die Gegend scheint sehr friedlich und nichts deutet auf die blutige Vergangenheit hin. Wer es nicht weiß, fährt achtlos vorbei.
Sidheags Schicksal verliert sich im männlichen Kampf um Macht und Einfluss. Ihr Name ging nicht in die Geschichte ein. Vielleicht war ja sie der unbekannte MacLeod, der nicht in der Schlacht fiel sondern die Clanschlacht von Tuiteam Tarbhach überlebte, weil er eine Frau war.

Lachs und Wanderlust – Cassley Falls
Der Fluss Cassley sprudelt in steinernem Bett durch Pinien und Birken. Ginster säumt seine Ufer und in seinem kurzen Leben geht er auf in einem weiteren Fluss, der wieder in einem und so weiter, bis alles schließlich im Dornoch Firth endet. Hier landen im Frühjahr die atlantischen Lachse, die ihrem urtümlichen Drang stromaufwärts zu ihrem Geburtsort zurückzukehren gefolgt sind und es überlebt haben. Nichts nimmt ihnen ihre potenziell tödliche Entschlossenheit, Leben zu geben. Neues Leben. Doch dazu braucht es mehr Wasser, als der Fluss normalerweise führt. Nur im Frühjahr, wenn das Wasser anschwillt und über die 12 Meter Gefälle strömt, gelingt es den Lachsen von Felsbasin zu Felsbasin zu springen. Der Casseley ist kein Klassiker unter den Lachfischern, vielmehr ein geheimtipp unter Einheimischen.
Die mächtigen Fische passiert Felder und Wälder, unterwegs Leben zu geben und zu sterben bis sie vor der ultimativen Herausforderung stehen, den Cassley Falls auch Achness Falls genannt. Eine schier unüberwindliche Aufhäufung steinerner Terrassen, ein dramatischer Ort für ein Picknick und ein Schauspiel, wenn die Lachse springen. Das tun sie immer erst dann, wenn das Wasser sich auf eine gewisse Temperatur erwärmt hat. Um Lachse zu fischen braucht es in Schottland eine Genehmigung, die sollte mit genügend Vorlauf eingeholt werden.
Den Rest des Jahres ist es still am Fluss. Zeit für Natur. Wasserfall und Wald zu erwandern ist ein stilles Vergnügen. Fotogelegenheiten bieten Fluss und Wasserfall zuhauf, im Wald von Rosehall und auf den freien Ackerflächen wechseln Licht und Schatten, das Wasser murmelt und ein Fischreiher fliegt schimpfen auf, die Wipfel rauschen und mit Glück erspäht man einen Fischadler. Die kleine Wanderung, mehr ein Spaziergang wirklich, belohnt nicht mit grenzenlosem Panorama oder grandioser Dramatik aber mit stiller Anmut. Zeit nehmen für die einfachen aber wesentliche Dinge des Lebens, dem Wind und dem Wasser lauschen und zu wissen – es ist gut, hier zu sein.

Wölfe

Aus der Dunkelheit kommen sie, hungrig und gierig, grüne Augen kreisen auf stillen Pfoten um ihre zitternde Beute, scharfe Fänge zerreißen verrottetes Fleisch, hungrige Kehlen heulen in der Nacht. Der Wolf ist ein gefährliches, gefräßiges Tier, ein Killer, der alles frisst: Schafe, Möwen, Rehe. Sogar Leichen.
Der Wolf in Schottland bedrohte Leben und Vieh und ernährte sich sogar von den Toten, die er im steinigen Sutherland, aus den flachen Gräbern grub und fraß. Ein Horror für die Verbliebenen, der bloße Gedanke Angehörige ausgegraben und aufgefressen. Es war nichts Ungewöhnliches, nicht nur in Schottlands einsamen Norden.
Der Dichter John Webster, ein Zeitgenosse von Shakespeare, schrieb:

„Schicke nach dem Rotkehlchen und dem Zaunkönig,
Die über schattigem Boden schweben
Und mit Blättern und Blüten bedecke
Die einsamen Körper unbeerdigter Männer.
Aber haltet den Wolf fern, er ist der Feind des Menschen,
Denn mit seinen Klauen wird er sie wieder ausgraben. "

“Send for the robin-redbreast and the wren,
Since o'er shady ground they hover,
And with leaves and flowers do cover
The friendless bodies of unburied men.
But keep the wolf far hence that’s foe to man,
For with his nails he’ll dig them up again.”

Dieser Horror war nur schwer zu verhindern, da die Friedhöfe abgelegen lagen und die Menschen weit verstreut lebten.
Wie sollte man sie nachts effektiv schützen? Selbst Mauern hielten die Tiere nicht auf. Ein einzelner Mann mit einer Fackel auch nicht. Die Menschen in Sutherland versuchten auf andere Weise ihre Toten zu schützen.
Große Steinplatten konnten die Wölfe am Graben hindern, aber eine Platte war oft nicht genug (in manchen Gegenden waren es sogar fünf) und für viele einfach zu teuer. Wie also die Toten schützen?
In der Gegend um Scourie und Eddrachillis wurden sie zur Insel Handa gerudert und auf einem alten Friedhof beerdigt. Handa ist eine karge, kleine Insel, direkt vor der Küste von Scourie, die schon lange nicht mehr bewohnt ist. Bestattungen finden auch nicht mehr statt. Es gibt ja keine Wölfe mehr. Handa ist jetzt ein Naturschutzgebiet des Scottish Wildlife Trust und kann besucht werden. Im Sommer brüten dort an die 100 000 Seevögel.
Es gibt Überlegungen, den Wolf in Schottland wieder einzuführen. Bislang ist er im Gegensatz zum Rest von Europa im Vereinigten Königreich aufgrund der Insellage noch nicht wieder aufgetaucht. Das wird von vielen als problematisch gesehen. Schafe und Rinder wären in Gefahr glauben sie. Und so wenig zuträglich die oft übermäßig große Rotwildpopulation für die Natur ist, so problematisch wäre ein Wolf für all jene Großgrundbesitzer, die Rotwild für die lukrative Jagd halten.
Der Wolf selbst wurde gejagt bis er ausgelöscht war. Man weiß von Königin Maria Stuart, dass sie an einer Jagd teilnahm, bei der fünf Wölfe getötet wurden. Weil die Wölfe in Sutherland so großen Schaden anrichteten, erließ ihr Sohn, König James VI von Schottland, sogar ein Gesetz, dass hier dreimal im Jahr eine Wolfsjagd stattfinden musste.
Es ist allerdings eine strittige Frage, wann der letzte Wolf in Schottland erlegt wurde. Eine Theorie besagt 1743 in Findhorn (Moray) weil er zwei Kinder getötet hatte, eine andere es war 1680 und Sir Ewan of Lochiel in Killicrankie (Perthshire)
In Sutherland ist man sich sicher, es war 1700 und in Brora an der Ostküste Sutherlands, der Jäger ein gewisser Polson. Es gibt sogar einen Gedenkstein an den letzten Wolf Schottlands. Er steht am Rand der A9 außerhalb von Brora.

Er stiehlt die Schafe aus der Feder
Und den Fisch aus dem Bootshaus,
Und gräbt die Toten wieder aus,
nagt ihre Knochen unter Sternen.

So hat jedes Grab, das wir gegraben,
Der hungrige Wolf wieder aufgerissen,
Und jeden Morgen war das Gras
von Knochen und Blut übersät:
Unsere Mutter Erde hatte uns die Ruhe verweigert
Am Ufer von Ederchaillis.

The Book of Highland Minstrelsy, 1846

Danke für eure Zeit!

Liebe Grüße, 

Nellie

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