Niah Finnik

 3.9 Sterne bei 45 Bewertungen

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Fuchsteufelsstill

Fuchsteufelsstill

 (45)
Erschienen am 27.12.2018

Neue Rezensionen zu Niah Finnik

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Daniel_Allertseders avatar

Rezension zu "Fuchsteufelsstill" von Niah Finnik

Überragend gut! Einfach ein toller Roman, der mir mit all seinen Facetten gefallen hat!
Daniel_Allertsedervor 6 Monaten

Meine Meinung

Allein schon das Cover! Als ich das Buch das erste Mal in den Vorschauen des Verlages Ullstein gesehen habe, haben sich diese Farben und dieses Motiv in mein Erinnerungsvermögen eingebrannt: Ein Fuchs mit grauem Fell, auf den Boden zuhüpfend, der Kopf teils im Schnee verschwunden, nicht sichtbar, die Ohren herausstehend, überall weiß, die Schrift in türkiser Koloration gehalten – ein Meisterwerk eines zeitgenössischen Covers, ein Feuerwerk für die Augen – wahrlich sensationell!

    Genauso sensationell ist der Inhalt des Romans "Fuchsteufelstill" der deutschen Autorin Niah Finnik. Der Roman ist – gleich zu Beginn zusammenfassend – herausragend und großartig! Besonders eingehen möchte ich auf den Schreibstil der jungen Autorin – abwechslungsreich, dynamisch, literarisch hochwertig, sehr ausführlich und frech, keck und mit nonchalanten Zügen. Niah Finnik konnte mich mit ihrer herzlich ehrlichen Art sofort von sich überzeugen; ihr Schreibstil ist flüssig, einfach frisch und lebhaft; ohne seitenlangen Ausschweifungen, immer auf den Punkt gebracht, und literarisch wahrlich unterhaltend! Besonders auffällig war die Sicht auf die Welt, die Gesellschaft, auf das Vaterland und auf die unterschiedlichen Systeme, die in unserem Heimatland gepflegt werden, die von Niah Finnik so liebevoll und herzerwärmend vermittelt und kommuniziert werden. Niah Finnik nämlich hat das Asperger-Syndrom, wodurch der Stil des Romans sehr dadurch geprägt wird. Eine umfassende Ansicht auf Alles, ein humorvolles und sehr spannendes Gespür für Details, auf einer hohen Abstraktionsebene verfasst, mit schönen und interessanten Neuentdeckungen gewisser Umstände, die man sich so nie erdacht hätte. Die Autorin schreibt klug, wenn nicht sogar intellektuell, mit schönen, abwechselnden "Designelementen", die die Story wahrlich unterstreichen. Die Story, die darf man selbstverständlich nicht vergessen, ist, wie das Cover und der Schreibstil, nun das dritte fantastische Bauteil in dieser Runde der drei fantastischen Konformitäten im Gewand von "Fuchsteufelsstill": Niah Finnik hat ihre Hauptfigur Juli mit liebevollen, ganz in der Kreativität verwurzelten Zügen gesegnet, die weiteren Figuren, die nicht nur als Deuteragonisten zu verstehen sind, sind ebenfalls krasse Personen mit kuriosen Charakterzügen. Diese drei; Juli, Sophie und Phillip bilden ein beeindruckendes Trio, die gen Süden wandern, der Angst entgegen. Auf deren Reise treffen sie Personen und Menschen aller Art, wir lernen die Emotionen und Gedankengänge der Protagonisten kennen, verfolgen deren Odyssee zur Angst und enden in einem fulminanten, sehr spannenden Ende, welches mich unter anderem sprachlos zurückgelassen hat. Niah Finnik konnte mich, gerne nochmals kurz wiederholend, unglaublich überzeugen - ein absolutes Highlight im Jahre 2018 – und wir haben erst Juni! Das Buch, welches beim Imprint Ullstein fünf erschienen ist (welches ich, so ganz nebenbei, sehr schätze, da zeitgenössische, deutschsprachige Literatur großartig ist und das Imprint mit einem tollen Konzept dieses vertritt) ist die Erfahrung wert – lernen Sie, ebenso wie ich, Juli, Sopie, Phillip – und vor allem: Niah – kennen.

Fazit

Ein herausragender, ganz wundervoller Roman, der mich sofort überzeugen konnte. Durchgehend interessante Details, eine Sicht auf die Umwelt wie von einem Mikroskop fokussiert, mit einem tollen Schreibstil und einem beeindruckenden Cover – ganz klar empfehlenswert!

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BubuBubus avatar

Rezension zu "Fuchsteufelsstill" von Niah Finnik

Tolles Debut mit einer außergewöhnlichen Protgagonistin
BubuBubuvor 9 Monaten

Nach einem gescheiterten Suizidversuch begleiten wir die 27-jährige Autistin Juli auf ihrem Weg zu einer psychiatrischen Tagesklinik. Dort hat sie sich einweisen lassen und soll sich dort mit ihren Ängsten konfrontieren. Juli zähl gerne, merkt sich alles und ist generell ziemlich anders als andere Menschen. Sie lässt sich nicht gerne anfassen und mit Gefühlen kann sie auch nur schwer umgehen. Am liebsten erklärt sie die Welt mit Zahlen und Formeln.
Doch vieles, insbesondere Menschen, bleiben ihr unerklärbar.
In der Klinik freundet sie sich mit der bipolaren Sophie und dem schizophrenen Phillip an. Als an einem Tag einer ihrer Mitpatienten nicht auftaucht, gehen sie gemeinsam zu seiner Wohnung. Ein Wochenende außerhalb der Klinik beginnt und die drei versuchen im Norden, der Gegenrichtung von Julis Angst, herauszufinden was dort ist…

"Kennst du einen Autisten, kennst du genau einen Autisten."
S. 171

Die Autorin Niah Finnik ist selbst Asperger -Autistin und hat (vermutlich) eigene Erfahrung mit in das Buch einfließen lassen.
Die Protagonistin Juli ist anders als viele Charaktere, die ich bisher kennengelernt habe. Sie ist seltsam und gleichzeitig erreichbar und unerreichbar.  Sie nimmt die Welt völlig anders wahr als andere Menschen, und das macht für mich die Reise mit ihr durch Berlin und in die Tagesklinik so lesenswert. Ehrlich und offen versteht sie die Welt und Gefühle nicht und nimmt als wörtlich. Ihre Begegnungen in der Klinik sind wundervoll beschrieben. Der Schreibstil und unverblümt und direkt, genau wie die Charaktere und die Geschichte.

"Es ist viel schwerer, jemanden davon zu überzeugen, normal zu sein, als jemanden davon zu überzeugen, dass man verrückt ist."
S.27

Bei vielen ihrer Gedanken musste ich schmunzeln, warum darf man mit Arbeitskollegen im Bikini ins Schwimmbad gehen aber nicht im Bikini zur Arbeit kommen? Warum ist etwas wie es ist und warum machen Menschen das? Bei manchen Dingen habe ich mich selbst gefragt, warum.
Der Roman ist gespickt mit vielen starken Sätzen, Ich habe mir viel angestrichen und rausgeschrieben. Niah Finnik hat einen tollen, unromantischen und teilweise witzigen und traurigen Roman geschrieben. Wir begleiten drei Menschen, für die das Leben anders ist, für die das Leben viel schwieriger ist als für gesunde Menschen und dabei gelingt es der Autorin trotz schwieriger und in Deutschland leider immer noch stigmatisierten Thematik einen wundervollen Roman zu schreiben.

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Bibliomanias avatar

Rezension zu "Fuchsteufelsstill" von Niah Finnik

Fuchsteufelsstill
Bibliomaniavor einem Jahr

Dies war nun schon das zweite Buch, das in irgendeiner Weise mit Autismus zu tun hatte. Das erste hatte einen autistischen Jungen zur Hauptfigur, Niah Finnik ist selbst mit dem Asperger-Syndrom diagnostiziert. Ihren Text zu lesen ist erstaunlich, aufwühlend und mitfühlend.
Nach einem Selbstmordversuch kommt Juli in eine psychiatrische Tagesklinik und lernt dort ein anderes Leben kennen. Sie verbringt die Nächte in ihrer eigenen Wohnung, hat jedoch einfach eine unermessliche Angst vor allem. Besonders davor Menschen und deren Gefühle zu lesen. Sie kann es nicht. In der Klinik lernt sie Sophie und Philipp kennen, mit denen sie mehr durch Zufall ein Wochenende verbringt, das ihre ganze Welt in Aufruhr bringt.
Eine faszinierende Welt, die Niah Finnik in ihrem Debüt beschreibt. Eine Welt, wie sie sich Menschen ohne Asperger oder Autismus kaum vorstellen können. Welche Ängste diese Menschen ausstehen müssen, wieviel Unverständnis, kein Wunder, dass die Welt für Betroffene ein einziges Wirrwarr und einfach nur beängstigend ist.
Natürlich ist die Sprache absolut außergewöhnlich. Zu wissen, dass diese Geschichte das Leben für manche bedeutet, ist schwer vorstellbar. Gleichzeitig haben ja nicht wenige Autisten Insel-Begabungen. Auch Juli weiß viel mit Zahlen und Fakten anzufangen, kann sich sehr viele, komplizierte Formeln und Zahlen problemlos merken, aber Sarkasmus treibt sie an die Grenze.
Ein eindringliches Buch, das eine ganz andere Welt eröffnet, toll!

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Gespräche aus der Community

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Daniliesings avatar
Hallo ihr Lieben,

2016 war wohl seit vielen Jahren das Jahr, in dem ich mit Abstand am wenigsten gelesen habe. Aber irgendwie war ich mit Baby plötzlich rund um die Uhr beschäftigt und in den Pausen fand ich oft nicht die Ruhe zum Lesen. Nach fast einem Jahr habe ich mich aber ans Mama-sein gewöhnt und kann auch wieder entspannter lesen. 2016 habe ich kaum Bücher gekauft, dafür kam dann kürzlich der große Kaufrausch.

Nun habe ich überlegt, wie ich mich selbst motivieren kann, wieder viel zu lesen und davon den Großteil vom SuB und hatte folgende Idee:

Ich nahm mir ein Notizbuch, machte mir eine Spalte für zu lesende Bücher und noch eine, um einen Haken zu setzen, wenn ich es geschafft habe. Immer 3 Bücher möchte ich ins Buch schreiben und wenn diese gelesen sind, darf ich ein neues kaufen. Aus 3 wird also (so der Plan funktioniert ;-)) 1.

Damit ich nicht nur die neusten oder zu immer ähnlichen Büchern vom SuB greife, hoffe ich, ihr helft mir ein bisschen. 2 der 3 Bücher würde ich mir immer selbst vornehmen und einen Vorschlag möchte ich hier finden.

Wer Lust hat, darf hier also gern direkt mal in meinen ungelesenen Büchern stöbern und mir ein Buch daraus vorschlagen. Bitte nur ein Vorschlag pro Person und erstmal nur 3 Bücher. Denn wieder nach dem Prinzip "aus 3 mach 1" werde ich davon erstmal nur eins auf meine Leseliste setzen. So möchte ich vermeiden, dass ich etwas lesen "muss" auf, das ich aktuell gar keine Lust habe. Eure Vorschläge dürfen gern Bücher sein, die ihr selbst schon kennt oder auf die ihr gespannt seid.

Selbstverständlich halte ich euch über meine Lesefortschritte und meine Neuanschaffungen auf dem Laufenden und hoffe, ich werde so ganz viele Bücher schaffen und 2017 wieder mehr lesen als 2016.

Für meine erste Buchauswahl stehen auch schon "Mein Freund Pax" und "Fuchsteufelsstill" fest. Ich bin gespannt, was sich als drittes dazu gesellen darf und danke euch schon mal für eure Tipps.
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