Niah Finnik Fuchsteufelsstill

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Inhaltsangabe zu „Fuchsteufelsstill“ von Niah Finnik

Niemand ist normal, ohne verrückt zu sein Die siebenundzwanzigjährige Juli steht mitten im Leben – manchmal sogar ein bisschen zu sehr. Sie ist Autistin und jeder Tag bedeutet eine gewaltige Masse an Emotionen, die es zu meistern gilt. Als Juli nach einem missglückten Suizidversuch auf eine psychiatrische Station kommt, trifft sie dort auf die überschwänglich-herzliche Sophie und auf Philipp, der mal mehr und mal weniger er selbst, aber stets anziehend für Juli ist. Die drei nehmen Reißaus und verbringen ein gemeinsames Wochenende, nachdem nichts mehr so ist wie zuvor.

bewegender, aber auch humoristischer Einblick in das (Therapie-) Leben psychisch erkrankter Menschen

— Loooora
Loooora

Reden über Tabuthemen - Niah Finnik schafft das!

— MadamePenumbra
MadamePenumbra

Stellenweise zieht es sich etwas aber schöne Zitate zum Thema Angst und Panik

— Leila_James
Leila_James

Ein nicht ganz einfaches Buch, bringt einem aber verschiedene psychische Störungen näher.

— passionelibro
passionelibro

Konnte leider meine (zugegeben) sehr hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen. Dennoch ein interessantes und sehr authentisches Buch.

— -Leselust-
-Leselust-

Die Story hatte Potential, aber letzten Endes hat sie mich leider nicht überzeugt.

— jessikrimskrams
jessikrimskrams

Großartig geschrieben und sehr intelligent!

— Buchperlenblog
Buchperlenblog

Sehr außergewöhnlich geschrieben...:-)

— sedmi
sedmi

Eine Reise in den Kopf einer Autistin – gut, aber leider nicht sehr gut

— killmonotony
killmonotony

Unglaublich wunderbare Sätze gepaart mit Chaos im Kopf. Eindrucksvolles Debüt.

— MissGoldblatt
MissGoldblatt

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    Fuchsteufelsstill
    Paulina95

    Paulina95

    17. September 2017 um 21:22

    Nachdem ich das Buch beendet habe, muss ich sagen, dass es mich etwas zwiegespalten zurückgelassen hat. Einerseits nimmt es sich sehr wichtigen (Tabu-)Themen an, wie dem Anderssein, psychischen Krankheiten und der Frage, was ist eigentlich normal. Außerdem zeigt Niah Finnik uns eine besondere Perspektive auf die Welt, da sie und ihre Protagonistin Autistinnen sind. Immer wieder glänzt die Autorin darüber hinaus mit sehr nachdenklich stimmenden und intelligenten Passagen. Das alles hat mir wirklich zugesagt. Allerdings hat mir die doch ziemlich abgehobene Handlung das Lesevergnügen etwas verleidet. Da hätte etwas mehr Realitätsnähe ganz gut getan. 

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  • Eine ganz andere, famose Weltsicht!

    Fuchsteufelsstill
    zwischen_meinen_zeilen

    zwischen_meinen_zeilen

    20. August 2017 um 11:40

    Sowohl das Cover als auch die vielen Blogs, die das Buch empfohlen hatten, machten mich neugierig. Ich stelle fest, dass ich oft auf die Blogs höre, aber bisher wurde ich nicht enttäuscht. Denn auch dieses ein wenig gehypte Buch ist wirklich gut.Protagonistin ist Juli, die sich vor 62 Tagen das Leben nehmen wollte und nun einen Therapieplatz in einer Tagesklinik bekommen hat. Sie ist Autistin, merkt sich alles, was sie sieht und zählt gern Dinge. Menschen erscheinen ihr oft unlogisch und sie wird nicht gern angefasst. Sie mag Routine und wird von kleinsten Änderungen im Tagesablauf aus dem Konzept gebracht. Ihre Gedanken schweifen sehr oft ab, wachsen sich zu richtigen Tagträumen aus. Ihr Problem ist, dass sie dauernd Angst hat, vor allem Möglichen. In der Klinik trifft sie Sophie, die bipolar ist und Philipp, der als schizophren diagnostiziert wurde. Die drei freunden sich an. Eines Freitags bemerkt Juli, dass ein Patient fehlt und sie machen sich auf zu dessen Wohnung. Er hat sich umgebracht und nun liegt das einsame Wochenende vor ihnen. Um nicht allein zu sein, beschließen sie, zusammen zu bleiben und sich immer nach Norden zu bewegen, damit sie herausfinden können, was in der Gegenrichtung von Julis Angst liegt. Also folgen sie dem Kompass durch Berlin.„Manchmal rutschte ich auf Einsamkeit aus, knallte gegen Ablehnung oder splitterte an Niederlagen. Diese Verletzungen entzündeten sich schnell, Pflaster gab es dafür keine, stattdessen verzerrten sie die Wahrnehmung und fingen irgendwann an zu verwirren.“Ein wirklich gutes, interessantes, ungewöhnliches Buch. Viele starke Sätze über das Leben an sich, über Menschen, die Juli irgendwie von außen betrachtet. Der Beitrag hätte auch einfach aus Zitaten bestehen können, aber ich denke, das eine reicht, um euch neugierig zu machen. Man erfährt aber auch Interessantes über Psychosen und über das Erleben einer Autistin. Die Autorin hat das Asperger-Syndrom, was ihren Text prägt. Genau deshalb ist er glaubhaft. Es gibt auch ein bisschen „Romantik“, ganz anders als sonst, aber trotzdem schön. Ein wahres Leseerlebnis. 

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  • Die Angst vor der Angst

    Fuchsteufelsstill
    Leila_James

    Leila_James

    30. July 2017 um 16:03

    Aus meiner täglichen Arbeit weis ich wie schlimm die Angst vor der Angst ist. Julia hat ihre ersten Woche in einer Psychiatrischen Tagesklinik und lernt dort Sophie und Philipp kennen. Als Oskar ein andere mit Patienten eines Tages nicht auf der Station auftaucht macht sich das ungleiche Trio auf die Suche. Zwar finden Sie Oskar aber anders als erhofft und so läuft das Trio los; immer Richtung Norden. Sie erleben ein typisches Berliner Wochenende, dsss Juli ihre Angst eine Gestalt gibt während Philipp das Gefühl hat, dass er eine Gestalt verliert. Niah Finnik malt mit ihren Worten eine zarte ehrliche Welt in die sie die drei raus lässt. Viele Worte und Sätze sind mir im Kopf geblieben aber der schönste Satz ist dieser: Niemand war normal, ohne verrückt zu sein.

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  • Über Tabuthemen reden? Niah Finnik schafft das wie kein anderer.

    Fuchsteufelsstill
    MadamePenumbra

    MadamePenumbra

    30. July 2017 um 10:43

    Es gibt viele Themen welche von der Gesellschaft tabuisiert werden und zu wenig Gehör finden. Noch besser ist es, wenn diese Themen der Kern mancher Bücher darstellen – wie ich Finnik’s „Fuchsteufelsstill“. Ich selbst wurde mit einer dementsprechenden Situation konfrontiert und habe mich in vielen Stellen des Buches wiedergefunden. Niah Finnik hat auf ehrlich und realistische Weise dem Leser das Thema rund um die psychischen Erkrankungen und deren Therapie nahe gebracht. Schonungslos und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen legt sie Tagesabläufe psychischer Erkrankungen offen, ebenso wie der Aufenthalt in der Tagesklinik. Und auch die Thematik soziale Beziehungen wird angesprochen, denn auch psychisch kranke Personen brauchen Freundschaften wie die Luft zum Atmen. Finnik’s Schreibstil ist sehr umgangssprachlich und leicht. Der Leser hat das Gefühl, die Geschichte von einer Freundin beim Kaffee erzählt zu bekommen, sodass es trotz der schwerwiegenden Problematik einen richtigen Lesegenuss darstellt. Einige der Kapitel waren mir etwas zu ausgedehnt und hätten besser noch einmal geteilt werden können. Das Cover ist wunderschön. Ich liebe Füchse und ich liebe die Farben … also genau mein Ding  Ich habe mich sofort mit Juli identifizieren können und musste des Öfteren schlucken, wenn sie ihre Geschichte offen gelegt hat. Ebenso sehr habe ich Sophia und Philipp lieb gewonnen und mit allen drei Charakteren gelitten.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 18.08.2017: _Jassi                                           ---  73 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   208,5 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   81 Punkte Bellis-Perennis                          ---  564 Punkte Beust                                          ---   260 Punkte Bibliomania                               ---   184 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  350 Punkte ChattysBuecherblog                --- 210 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   103,5 Punkte Code-between-lines                ---  127 Punkte eilatan123                                 ---   46 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   109 Punkte Frenx51                                     ---  72,5 Punkte glanzente                                  ---   75 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   135 Punkte Hortensia13                             ---   113 Punkte Igelchen                                    ---   21 Punkte Igelmanu66                              ---  151 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    79 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   105 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   77 Punkte Katykate                                  ---   94 Punkte Kerdie                                      ---   190 Punkte Kleine1984                              ---   130 Punkte Kuhni77                                   ---   105 Punkte KymLuca                                  ---   100 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   211 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   190 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   82 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  52 Punkte mistellor                                   ---   149 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  115 Punkte Nelebooks                               ---  183 Punkte niknak                                       ----  268 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   180 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   93 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   48 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 57 PunkteSandkuchen                              ---   172 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   153 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   245 Punkte SomeBody                                ---   157,5 Punkte Sommerleser                           ---   168 Punkte StefanieFreigericht                  ---   190,5 Punkte tlow                                            ---   135 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   34 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   64 Punkte Wolly                                          ---   163 Punkte Yolande                                       --   150 Punkte

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    • 2274
  • Ehrlich und bewegend

    Fuchsteufelsstill
    buecherpanda

    buecherpanda

    19. July 2017 um 20:49

    InhaltsangabeWir begleiten Juli, die 27-Jährige Autistin zu ihren ersten Tagen auf der psychatrischen Station. Nach ihrem gescheitertem Suizidversuch soll sie sich dort mit ihren Ängsten und Sorgen auseinandersetzen. Juli fällt es schwer, mit Gefühlen umzugehen, am liebsten erklärt sie sich die Welt mit Formeln und Zahlen, doch vieles bleibt für sie unerklärbar. Als Juli, die bipolare Sophie und der schizophrene Phillipp einen Mitpatienten tot auffinden, begeben sie sich auf eine Reise und erleben ein mal mehr mal weniger verrücktes Wochenend Niah Finniks Debütroman ist anders als man es im ersten Moment erwartet. Kurzzeitig hatte ich Angst es mit einem Buch zutun zu haben, das gespickt ist mit Vorurteilen und Klischees zu psychatrischen Krankheiten. Doch Niah Finnik weiß wovon sie spricht, denn auch sie hat das Asperger-Syndrom. Inwiefern sie sich mit ihrer Protagonistin Juli identifiziert, kann ich nicht sagen, denn wie es so schön in „Fuchsteufelsstill“ heißt: "Kennst du einen Autisten, kennst du genau einen Autisten." S. 171 Juli ist gleichzeitig eine unnahbare und doch erreichbare Protagonistin. Sie sieht die Welt mit ganz anderen Augen, umkreist ihre Gefühle die vor ihr auf dem Boden stehen, nimmt alles wortwörtlich und versteht das Prinzip von Lügen nicht. Sie nimmt ihre Umgebung auf eine völlig andere Weise war, ungefilterter, was es ihr oft schwer macht, sich draußen aufzuhalten. Dort prasseln scheinbar unendlich viele Eindrücke gleichzeitig auf sie ein, Gerüche, Farben, Geräusche. Für Juli wirkt alles viel intensiver und sie braucht ihre Zeit sich mit allem auseinanderzusetzen. Deswegen vertraut sie auf ihre bisherige Routine, um das Gedankenkarussel in ihrem Kopf etwas zu verlangsamen. Aber genau das lässt sie umso ehrlicher und zugänglicher wirken. Sie ist ein bisschen wie ein kleines Kind, nimmt die Dinge wie sie sind, auch wenn sie es nicht nachvollziehen kann. Juli hat keine bösen Absichten dabei, es fällt ihr nur schwer, länger unter Menschen zu sein, da sie vieles nicht versteht. Warum kann man mit seinen Mitarbeitern im Schwimmbad über die Arbeit reden, aber nicht im Bikini zur Arbeit kommen? An einigen Stellen musste ich schmunzeln, denn in manchen Belangen hat Juli gar nicht mal so unrecht damit, dass gesellschaftliche Konventionen zum Teil wirklich seltsam sind. "Jeder durfte beurteilen, was gleichzeitig bedeutete, dass auch jeder beurteilt wurde. Das war die Angst, bewertet zu werden, und das war das blöde an der Freiheit." S. 195 Niah Finniks Schreibstil ist wenig romantisch oder gefühlvoll, aber dafür umso packender und – ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken soll – klug. Sie arbeitet mit vielen Metaphern und Vergleichen und ich habe mich wirklich gefühlt, als würde ich mit Juli durch die Stadt ziehen und alles so sehen, wie sie es wahrnimmt. Auf eine besondere Art und Weise reißt Niah Finniks Schreibstil einen mit sich und lässt uns den Freiraum über ihre Worte nachzudenken. "Es ist viel schwerer, jemanden davon zu überzeugen, normal zu sein, als jemanden davon zu überzeugen, dass man verrückt ist." S.27 Fazit "Fuchsteufelsstill" ist ein großartiger Debütroman, den man unbedingt gelesen haben sollte. Er bietet uns einen einzigartigen Blick auf die Krankheitsbilder, die in unserer Gesellschaft doch noch mit vielen Vorurteilen belastet sind und zeigt, dass nicht immer alles was normal erscheint, auch tatsächlich normal ist.

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  • Authentisch aber distanziert

    Fuchsteufelsstill
    -Leselust-

    -Leselust-

    28. June 2017 um 15:42

    Kurzmeinung:Konnte leider meine (zugegeben) sehr hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen. Dennoch ein interessantes und sehr authentisches Buch über das Besiegen von Ängsten und der Frage: Was ist schon "normal"?Meine Meinung:In diesem Buch werden viele wichtige Themen angesprochen. Es geht um Freundschaft und Liebe, um Ängste und um Tod. Aber vor allem geht es um die Frage, was eigentlich normal und was verrückt ist.Das geschieht allerdings, ohne die psychischen Leiden der drei Protagonisten zu sehr in den Fokus zu rücken. Ihre besonderen Stimmungen, Verhalten und Wahrnehmungen werden einfach als Teil von ihnen beschrieben, ohne sie zu bewerten. Und vor allen Dingen, ohne sie zu romantisieren. Das ist bei Büchern über psychische Störungen nämlich meiner Meinung nach oft die Gefahr. Jemand ist zum Beispiel Autist und wird als ganz besonders mit besonderen Fähigkeiten dargestellt. Es stimmt zwar, diesen Aspekte gibt es, aber die andere Seite, die Ausgrenzung und das Leid, wird dann oft vergessen. Nicht so in "Fuchsteufelsstill", wo eine sehr differenzierte Darstellung der Thematik erfolgt. Auch das Thema Suizid und seine Motive werden behandelt und auch sehr differenziert betrachtet. Das ist wirklich eine Gratwanderung, die Niah Finnik äußerst gut gelungen ist. Gerade der kühle, sachliche Blick mit dem die Protagonistin Juli die Dinge betrachtet ist sehr gut geeignet, solche schwierigen Themen darzustellen, ohne sie verklärt zu betrachten, aber auch nicht zu verurteilen.Auch der Aufenthalt in der Psychiatrie wird gut dargestellt. Die Ängste vor Stigmatisierung, die Anstrengungen, sich die ganze Zeit erklären und reflektieren zu müssen. Die Autorin, selbst Autisten, gibt sehr gute und authentische Einblicke und findet gute Metaphern für psychische Vorgänge.Was ist eigentlich normal?Und auch die Diskussionen, was als normal und was als "gestört" angesehen wird, ist sehr interessant. Wer legt die Definitionen fest? Sind diese Einteilungen naturgegeben oder doch nur Mensch gemacht? Diese eigentlich komplexen und schwierigen Gedanken werden aber immer mit einem Augenzwinkern dargestellt, sodass das Buch trotzdem keine schwere Lektüre ist.Herrlich fand ich zum Beispiel, als Juli sich wundert, warum Zwanghaftigkeit eine Störung ist, Intoleranz aber nicht. Kurzerhand schreibt sie einen imaginären DSM 5 Eintrag über Intoleranzitis. (S. 142) bei dem ich laut lachen musste.Es könnte so schön sein, aber...Das alles klingt ja nach einem großartigen Buch, oder? Und das könnte "Fuchsteufelsstill" auch sein. Warum gibt es dann "nur" drei Sterne, fragt ihr euch?Wegen des Schreibstils. Mit dem bin ich nämlich leider überhaupt nicht klar gekommen und der hat mich mit dem Buch kämpfen lassen und mir viel meiner Lesefreude genommen.Immer wieder schweift die Protagonistin Juli ab in Gedankenwelten, in die ich ihr einfach nicht folgen konnte oder wollte. Und dann wird das Lesen anstrengend.Autismus zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass das Gehirn die Umgebung ungefiltert wahrnimmt und die Betroffenen eine Informationsflut zu verarbeiten haben.Das macht die Gedankenausschweifungen, bei denen Juli von einem Aspekt zum nächsten, vom Hundertsten ins Tausendste kommt, zwar wahrscheinlich sehr authentisch, gleichzeitig hat es aber eben auch mein Lesevergnügen stark reduziert.Außerdem ist die nüchterne, analytische, manchmal fast schon emotionslose Schilderung zwar für viele der angesprochenen Themen sehr geeignet. Aber auf der anderen Seite sind mir dadurch die Charaktere auch nicht wirklich ans Herz gewachsen. Ich habe ihre Entwicklungen interessiert, aber doch eher distanziert verfolgt.Fazit:In "Fuchsteufelsstill" gelingt Niah Finnik eine authentische und differenzierte Darstellung von psychischen Störungen und menschlichem Leid. Doch trotzdem ist die Botschaft eine positive, da in jeder Zeile Hoffnung, Kampfgeist und Lebensfreude mitschwingen. Und auch ernste Themen werden mit einem Augenzwinkern dargestellt und lassen den Leser nicht nur einmal schmunzeln.So richtig gern gelesen habe ich das Buch leider trotzdem nicht, weil ich sehr mit dem Schreibstil zu kämpfen hatte und mir das ziemlich die Lesefreude verdorben hat.

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    • 3
  • Die Angst lauert im Süden...

    Fuchsteufelsstill
    BeeLu

    BeeLu

    21. June 2017 um 11:30

    Nach einem gescheiterten Suizidversuch kommt Juli in ein psychiatrisches Krankenhaus. In der Klinik trifft sie auf Sophie, die wegen ihrer bipolaren Störung dort ist und auf Philipp, der Schizophrenie hat. Der Klinikalltag und die Mitpatienten sind für die autistische Juli oftmals überfordernd und die neue Situation wirft ihre Sicherheit gebende Struktur völlig durcheinander. Als ein Mitpatient fehlt und die drei sich auf die Suche nach ihm machen, beginnt für alle ein verrückter Wochenendtrip durch die Stadt. Nach einem verstörenden Ereignis macht sich das Dreiergespann auf nach Norden, möglichst weit weg von Julis Ängsten, denn die Angst wartet im Süden. Die Autorin weiß, wovon die berichtet, wenn sie Julis Sicht auf die Welt und ihre Eindrücke beschreibt. Niah Finnik ist selbst Autistin und nimmt den Leser auf sehr eindrückliche Weise mit in ihre Erlebniswelt! Die Angst ist ein ständiger Begleiter in Julis Leben, genauso wie die Tatsache, dass das Handeln und Verhalten der Menschen für sie oftmals unergründlich scheint und sie also mit eigenen Regeln und Formeln versucht, eine gewisse Klarheit im Leben zu erreichen. Die Sprache finde ich wunderschön und hat mich wahrlich im Buch festkleben lassen. Die Gefühle, die Wahrnehmungen, sind so fremd und gleichzeitig bekannt und nachvollziehbar gewesen, ich habe mich an mehreren Stellen durchaus selbst erkennen können und war an anderen Stellen verwundert und erstaunt über Julis Sicht der Dinge. Das hat mich richtig fasziniert an dieser Geschichte und es zeigt auf, dass es einfach viele Facetten von Erleben gibt und wie intolerant die Gesellschaft gegenüber etwas ist, was nicht "der Norm" entspricht oder "anders" ist. Was ist überhaupt "normal"? Wer ist eigentlich "verrückt"? Diese Fragen werden hier aufgeworfen und der Leser ist eingeladen, sie für sich selbst zu beantworten und zu reflektieren. Die Geschichte an sich ist etwas skurril und konnte mich zugegebenermaßen nicht ganz überzeugen. Vielleicht ist dieses Buch auch gerade deswegen noch ein Stück mehr besonders, denn es kommt gar nicht so auf die Geschichte an, sondern auf das, was neben der Handlung transportiert wird. Sprachlich war ich schnell gefangen und dieses Buch wird wahrscheinlich noch eine Weile in mir nachwirken."Ich habe von Freude gehört" antwortete ich langsam und schämte mich. Das Wort war für mich nur eine Begriffsruine, in der ich stand und Steinbrocken vor mir herkickte. (S.70)

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    • 3
  • Potential leider nicht ausgeschöpft

    Fuchsteufelsstill
    jessikrimskrams

    jessikrimskrams

    18. June 2017 um 17:30

    Es hatte sich bereits nach der Hälfte des Buches abgezeichnet, dass mich die Story, die Charaktere und der Schreibstil nicht wirklich packen konnten, und leider hat sich das bis zum Ende hin gehalten. Vieles in der Story war abstrus und ging zu schnell, Julis Gedankenexkurse hingegen erstrecken sich seitenweise, sodass ich am Ende leider vieles nur noch quergelesen habe, obwohl ich das wirklich ungern mache. Wirklich schade.

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  • Intelligent und anregend

    Fuchsteufelsstill
    Buchperlenblog

    Buchperlenblog

    10. June 2017 um 12:13

    "Wir alle wiesen ein hohes Risiko auf, an Suizid zu sterben, das war Teil unserer Diagnosen. Nun war einer von uns gestorben, und niemand wusste, warum." (S.88)InhaltJuli wollte ihr Leben mit einer Überdosis beenden. Der Suizidversuch scheiterte und sie kam in eine Klinik, in der man sich ihrer Probleme annahm. Sie ist Autistin, leidet am Asperger-Syndrom. Ihr Leben ist geprägt von Angst und Zweifel, Zwängen und Gedanken, die sie nicht kontrollieren kann. Dort lernt sie nun Sophie (bipolar) und Philipp (schizophren) kennen und gemeinsam erleben sie ein Wochenende fernab der Klinik, dass sie eng zusammenschweißen wird und vorallem jedem seine eigenen Ängste aufweist.RezensionNiah Finnik weiß, wovon sie schreibt. Selbst Autistin, beschreibt sie die Gedanken der Protagonistin Juli mit unerbittlicher Klarheit. Nie sieht sich Juli in der Opferrolle, nie hat man das Gefühl, sie für ihre Andersartigkeit bemitleiden zu müssen. Viel eher ist es so, als ob uns ein Fenster geöffnet wird in eine Welt, in der wir als "normale" Menschen keinen Zutritt haben. Vor Julis innerem Auge reihen sich Bilderketten aneinander, sobald sie bestimmte Begriffe hört, eins kommt zum nächsten und sie schweift so sehr gedanklich ab, dass sie die Welt um sich herum vergisst. Wenn man sie fragt, wie es ihr geht, antwortet sie nicht mit einem simplen "gut" oder "schlecht", sie spricht in Minuten, um genau ausdrücken zu können, wie es ihr wirklich geht. Und nun sprengt sie ihre Routine, geht mit Sophie und Phillip auf ein Abenteuer, immer nach Norden, denn im Süden lauert die Angst. Sie lernen Menschen kennen und stellen fest, dass Außenstehende sie gar nicht für verrückt eingestuft hätten. Sind sie denn verrückt? Oder sind sie einfach anders? Was haben wir für Vorstellungen, wenn uns Menschen mit einer psychischen Krankheit begegnen? Das Buch schafft etwas, das man immer wieder gern selbst verdrängt. Es veranlasst den Leser, selbst die Frage zu stellen: Wie tolerant bin ich? Natürlich fällt es leicht, die personifizierte Toleranz zu sein, wenn man niemanden kennt, der selbst betroffen ist. Aber wie sieht es aus, wenn wir genau so jemanden kennenlernen? Kommen wir damit klar, behandeln wir ihn normal, oder fassen wir ihn mit Samthandschuhen an, haben wir vllt sogar Angst, dass seine "Krankheit" ansteckend ist? Nicht nur wir sollten uns das fragen, auch Juli steht der Schizophrenie Phillips kritisch gegenüber, hat Angst vor dem was er tut und dass es auf sie abfärben könnte. Das Ziel der Reise findet sich, wenn Juli erkennt, dass sie vor ihrer Angst nicht fliehen kann, dass sie ein Teil von ihr ist, den sie akzeptieren muss. Vielleicht ist ihr damit schon sehr geholfen.FazitEin sehr intelligentes Buch, welches zum Nachdenken anregt, mit Personen, die so verrückt wirken, dass sie beinahe schon wieder normal sind.  RandinformationWusstest ihr, dass man die Zahl 37037 mit einer x-beliebigen einstelligen Zahl multiplizieren kann, dieses Ergebnis erneut mit 3 multipliziert und das Ergebnis IMMER die x-beliebige Zahl vom Anfang ergibt?Randinformation 2Zum Thema Asperger-Syndrom gibt es einen ganz wunderbaren Film, der sich "Mary & Max" nennt, sehr empfehlenswert für alle, die sich gern mit diesem Thema weiter auseinandersetzen wollen. :)

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  • Rezension: Fuchsteufelsstill

    Fuchsteufelsstill
    killmonotony

    killmonotony

    13. May 2017 um 14:06

    Im neuen Programm vom Ullstein Verlag, „Ullstein fünf“, werden junge, deutsche Autoren vertreten und Niah Finnik ist eine davon. In ihrem Debütroman „Fuchsteufelsstill“ erzählt sie von der mit Autismus diagnostizierten Juli, die nach einem gescheiterten Selbstmordversuch in die offene Psychiatrie verwiesen wird. Hier lernt Juli die offenherzige, direkte und laute Sophie (Bipolare Störung) und den etwas seltsamen Philipp (Schizophrenie) kennen. Als Juli jedoch am dritten Tag des Programms merkt, dass einer der Insassen fehlt, brechen die Drei auf, um ihn zu suchen. Was als Suchtrupp startet, wird zum Roadtrip zu Fuß, und Juli, Sophie und Philipp verbringen das gesamte Wochenende miteinander – entgegen Julis fixiertem Tagesplan, der nun einfach über den Haufen geworfen wird. Im Verlauf des Wochenendes lernen die Drei sich richtig kennen, führen kuriose Gespräche, teilweise über die Quantentheorie, über die Station und am meisten über Julis alltäglichen Begleiter, die Angst.Finnik erzählt in einer klaren, schnörkellosen Sprache die Geschichte von Juli und von dem Wochenende, welches ihr Leben völlig auf den Kopf stellt, ihre festen Regeln zunichte macht und mit ihrer Angst spielt. Julis Gedankenfahrten und Überlegungen und vor allem die Personifizierung ihrer Angst, wirken sehr authentisch, was vielleicht auch daran liegt, dass die Autorin selbst mit dem Asperger-Syndrom, einer Variante des Autismus, diagnostiziert wurde und sich somit perfekt in Juli einfühlen kann. Durch die nüchterne Sprache wurden selbst komplizierte Gedankengebilde von Juli für mich verständlich und sogar nachvollziehbar. Dass die Angst für Juli ein Tier ist, dass ihr um die Beine streicht, sie mit der Schnauze anstößt und ihren Angstschweiß ableckt, fand ich klasse. Im Roman wird dieses Tier oft erwähnt, wenn Juli sich in ungewohnten Situationen befindet. Und statt immer wieder zu betonen, welche Angst sie hat, nimmt Finnik das Tier als Symbol für die Angst, dass mit dem Fell immer an Juli vorbeistreicht, etc. – das ist wirklich gelungen. Leider konnte ich mit einigen der Gesprächen nicht so recht etwas anfangen, da sie doch sehr durchgeskriptet und nicht natürlich wirkten, genauso wie die Tatsache, dass Juli, Sophie und Philipp sich einfach bei einem völlig Fremden einquartieren und dort übernachten. Das erschien mir doch etwas skurril und dieser Beschluss wurde auch nicht richtig erklärt. In einem Moment sind die Drei bei einer Wohnungsauflösung, im nächsten wacht Juli morgens in einem fremden Raum auf – zumindest meiner Meinung nach ging das ziemlich schnell. Ansonsten fand ich die generelle Idee des Buches interessant und auch die Charaktere sind schön verschroben und haben alle ihr Päckchen zu tragen, der eine mehr, der andere weniger, aber ich finde, dass dieses Ungleichgewicht zur Stimmung des Romans beiträgt. Das Finale, der Weg zurück zur Station, fand ich richtig, richtig klasse – ich möchte hier aber auch überhaupt nichts vorwegnehmen!Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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  • Ein Leben mit Autismus

    Fuchsteufelsstill
    mareike91

    mareike91

    03. May 2017 um 16:04

    Inhalt:Juli ist 27 Jahre alt und Autistin. Jeder Tag ist für sie eine Kraftanstrengung, jede noch so kleine Abweichung vom durchgeplanten Tagesalltag ist für sie eine Katastrophe. Ihr Leben wird von Ängsten beherrscht. Nach einem missglückten Suizidversuch landet sie auf einer psychatrischen Station. Dort trifft die Sophie, ein Mädchen mit bipolaren Störungen, und Phillipp, ein Junge mit Schizophrenie. Gemeinsam machen sie sich ein Wochenende lang auf den Weg Richtung Norden, weg von Julis Ängsten. Und erleben dabei so allerhand Meine Meinung:"Fuchsteufelsstill" ist ein Buch, das mit Vorurteilen aufräumt. Das Mut macht. Aber dem Leser auch die schonungslose Wahrheit über den Alltag auf einer psychatrischen Station und das Leben mit einer psychischen Erkrankung zeigt. Der Schreibstil ist direkt, offen und ehrlich. Die Autorin, selbst Asperger-Autistin, nimmt kein Blatt vor den Mund und gibt dem Leser durch ihre Protagonistin Juli die Möglichkeit, einen Ausflug in die Gefühls- und Gedankenwelt einer unter Autismus leidenden jungen Frau zu machen. Juli drückt alles in Zahlen aus - wie es ihr geht, wie weit sie von ihrer Wohnung entfernt ist... Schon kleine Abweichungen vom Alltag machen ihr schwer zu schaffen. Und egal wo sie hingeht, ihre Ängste folgen ihr und bestimmen ihr Leben. Juli war mir eigentlich von Anfang an sympathisch, teilweise kann man ihre Ängste und Gedanken auch nachvollziehen. Durch Sophie und Phillipp lernt der Leser weitere Charaktere kennen, die unter psychischen Erkrankungen leiden. Sophies Stimmungsschwankungen und spontane Begeisterungsfähigkeit, Phillipps Halluzinationen und Wahnvorstellungen und Sophies Davonlaufen vor ihren Ängsten lassen die drei ein Wochenende voller unglaublicher, skuriler, sonderbarer, teils unterhaltsamer Erlebnisse in den Straßen Berlins erleben.Fazit:Ein Buch, das unterhält, bewegt, zum Nachdenken anregt, Vorurteile abbaut und genauso Besonders ist, wie seine Charaktere. Sicherlich kein Buch, dass sich mal eben so weglesen lässt, sondern für das man sich Zeit nehmen und offen sein muss.

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  • "(...) Wie ein kaputter Kompass, dessen Nadel wild umherspringt."

    Fuchsteufelsstill
    KiddoSeven

    KiddoSeven

    29. April 2017 um 23:47

    Ihr findet die Rezension auch auf meinem Blog & meinem Goodreads :) *Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Netgalley und Ullstein Buchverlage zur Verfügung gestellt.*Das Buch "Fuchsteufelsstill" von Niah Finnik wurde am 07.04.2017 von dem Ullstein Buchverlag publiziert. Das Buch handelt von der 27 jährigen Juli, die nach einem fehlgeschlagenem Suizidversuch auf eine psychatrische Station kommt. Juli ist Autistin und nimmt dadurch die Welt anders, aber meiner Ansicht nach, genauer wahr. Sie lernt Sophie, ein Mädchen mit einer Bipolaren Störung und Phillipp, dessen Diagnose Schizophrenie lautet, kennen. Nach einer gemeinsamen, negativen Erfahrung unternehmen die drei ein Wochenendausflug mit dem Ziel, einfach Richtung Norden. Eine Erzählung von drei super sympahtischen Charaktern. "Es ist viel schwerer, jemanden davon zu überzeugen, normal zu sein, als jemanden davon zu überzeugen, dass man verrückt ist."Das Buch hat mir total gefallen! Ich bin eher im Genre Fantasy unterwegs, habe dieses Buch aber trotzdem verschlungen. Ich liebe Bücher, die zum Denken und vorallem Umdenken anregen. Bücher die einem eine ganz neue Weltansicht ermöglichen und das hat Niah Finnik wirklich toll umgesetzt. In diesem Buch war alles vorhanden. Es ist mit viel Charme und Witz geschrieben, dennoch habe ich mich auch oft dabei erwischt, dass ich ein beklemmendes Gefühl beim Lesen hatte. Es hat mich an manchen Stellen wirklich mitgenommen, positiv wie negativ. Das macht für mich ein gutes Buch aus!Dieses Buch hat so viele wunderschöne Passagen und Niah Finnik weiß wirklich, wie man mit Worten umgeht! Ich kann dieses Buch nur jedem Belletristik Fan ans Herz legen! Es ist vielleicht ein Thema, von dem man noch nicht so viel gelesen hat (ich zumindest nicht), aber oder gerade deshalb ist dieses Buch so super, einfach um die Welt einmal durch Julis Augen zu sehen.

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  • Interessant, aber auch anstrengend

    Fuchsteufelsstill
    wortgeflumselkritzelkram

    wortgeflumselkritzelkram

    27. April 2017 um 08:39

    „Fuchsteufelsstill“ von Niah Finnik ist 2017 erschienen bei Ullstein fünf.Zum Inhalt lt. Verlagshomepage: Die siebenundzwanzigjährige Juli steht mitten im Leben – manchmal sogar ein bisschen zu sehr. Sie ist Autistin und jeder Tag bedeutet eine gewaltige Masse an Emotionen, die es zu meistern gilt. Als Juli nach einem missglückten Suizidversuch auf eine psychiatrische Station kommt, trifft sie dort auf die überschwänglich-herzliche Sophie und auf Philipp, der mal mehr und mal weniger er selbst, aber stets anziehend für Juli ist. Die drei nehmen Reißaus und verbringen ein gemeinsames Wochenende, nachdem nichts mehr so ist wie zuvor.Niah Finnik wurde 1988 geboren und studierte Produktdesign, bevor sie begann zu schreiben. Sie ist Asperger-Autistin, wodurch ihre Texte durch eine besondere Sicht auf die Welt geprägt sind.Erst nach etlichen Seiten fiel mir auf, dass die Autorin genau wie ihre Protagonistin Juli Asperger-Autostin ist. Und dann ergab das, was ich da so las, auch mehr Sinn und ich bekam einen anderen Zugang zu dem Buch.Trotz alledem fällt es mir schwer, zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben.Ich mag es und habe es wirklich gerne gelesen. Aber …. ich habe auch viele Dinge quer gelesen. Denn die Autorin schreibt tw. seitenlang über die Gedanken in ihrem Kopf und das können Dinge wie Mathematik sein (Gefühle zählt sie z. B. in Minuten), oder Landschaftsbeschreibungen oder Astrophysik oder ähnliche schwere Dinge, die sich mir nicht immer ganz erschlossen haben (oder die ich wahrscheinlich auch gar nicht lesen wollte).„Mir geht es siebzehn Minuten gut und dreiundvierzig bedrückend.“ „Immerhin wissen sie nun, dass ich zu 71,7 Prozent betrübt bin, während ich lediglich weiß, dass es ihnen fürchterlich gut geht.“Auf der anderen Seite gibt uns Niah Finnik damit natürlich auch die Chance, einen einmaligen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt einer Asberger-Autistin zu erhaschen. Und das ist schon heftig und für mich eben nicht einfach zu lesen. Und gerade die Gefühlswelt von Juli, die doch sehr auf einer rationalen Ebene abläuft, ist für mich schwer nachvollziehbar.Zwischendurch äußert sie allerdings auch immer wieder Dinge, die mich in ihrer Brillanz schier umhauen:„Ich hatte keinen Schimmer, warum Zwanghaftigkeit und Hysterie eine Krankheit waren, Intoleranz dagegen nicht.“ „Intolerantitis stand nicht auf der Liste der psychischen Störungen des Diagnostischen und Statistischen Manuals psychischer Störungen und war dennoch so hartnäckig wie ein Supervirus, der sich seit Jahrhunderten über dem ganzen Planeten ausbreitete. Ich glaube, manchmal wurde sie sogar vererbt, und ansteckend war sie noch dazu.“Wie gesagt: Ich bin zwiegespalten und gebe zwar eine Leseempfehlung ab, aber mit der Einschränkung, dass man sich wirklich auf die Sprache und Gedankenwelt einlassen muss.

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  • Ängste

    Fuchsteufelsstill
    AngiF

    AngiF

    23. April 2017 um 11:42

    Die junge Juli erhält zwei Monate nach einem Selbstmordversuch endlich einen Therapieplatz auf der Tagesstation einer Psychiatrischen Klinik. Juli leidet an einer autistischen Störung und einer generellen Angststörung. Sie hat ihren Tagesablauf minutiös geplant, kommt es zu einer Abweichung des Plans und sei es nur für eine kurze Zeit, verfällt sie in ihre Angstzustände. Trotzdem ist Juli fest entschlossen, die Therapie anzunehmen, auch wenn ihr in der Klinik alles Angst bereitet: die neuen Menschen, das Sprechen vor einer Gruppe oder sich dem Therapeuten zu öffnen und Privates von sich preis zu geben. Sophie, die an einer bipolaren Störung leidet und Philipp, der schizophren ist, können eine Beziehung zu Juli aufbauen. Als es zu einem Vorkommnis in der Klinik kommt, beschließen die Drei an einem Freitag, mitten in den vormittäglichen Therapiestunden, gemeinsam die Klinik zu verlassen. Sie werden das gesamte Wochenende miteinander verbringen und auf Menschen stoßen, die sich für „normal“ halten und teilweise sogar schlimme Vorurteile gegen psychisch kranke Menschen haben und bald kann man nicht mehr sagen, wer hier eigentlich der Erkrankte und wer der Gesunde ist. Alles in allem habe ich als Leserin eine Geschichte geboten bekommen, die mal zu Tränen rührt, die schockiert, mal zum Lächeln verleitet, aber immer wachrüttelt. Die mich gefesselt hat, noch lange nicht loslassen wird, die mich zum Diskutieren anregt und die mich zunächst einmal tatsächlich sprachlos zurückgelassen hat. Niah Finnik hat ihre Geschichte bis ins Detail hervorragend ausgefeilt, wie z.B. den Brief der Mutter, den die Protagonistin Juli mit sich drei Monate herumgeschleppt hat oder die vielen anderen unverzichtbaren Stücke in Julis Handtasche. Die beschriebenen Strukturen der einzelnen Erkrankungen, wie sich sich tatsächlich auch in manchen Punkten gleichen und wo sie voneinander abweichen, zeugen von hervorragender Recherche und Sachkenntnis der Autorin, die selbst Asperger-Autistin ist. Die wunderbaren Charaktere sind brillant gezeichnet und glaubhaft. Ein einzigartig gelungenes Debüt der Autorin Niah Finnik, in schöner, ansprechender Sprache verfasst, in atemraubendem Tempo erzählt. Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter, an Leser, die eine beeindruckende Geschichte auf höchstem Niveau mit lernfähigen sowie außerordentlichen Figuren genießen wollen. Niah Finnik hat sich mit ihrem Erstlingswerk als wunderbare Geschichtenerzählerin bewiesen, sehr gerne möchte ich mehr von ihr lesen. http://angisbuecherkiste.blogspot.se/2017/04/fuchsteufelsstill-von-niah-finnik.html

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