Niall Williams Die Geschichte des Regens

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Inhaltsangabe zu „Die Geschichte des Regens“ von Niall Williams

Die neunzehnjährige Ruth leidet an Leukämie und darf ihr Bett nicht verlassen. So liegt sie in ihrem Zimmer hoch über dem Fluss Shannon, während der irische Regen unablässig auf das Dach prasselt, und liest sich durch die dreitausendneunhundertfünfundachtzig Bücher, die ihr Vater Virgil Swain ihr hinterlassen hat. Inspiriert von der Lektüre und ihrer eigenen überbordenden Fantasie lässt sie vor den Augen des Lesers ihre Ahnen aufmarschieren: Urgroßvater Absalom Swain, den Reverend, Großvater Abraham, der beim Stabhochsprung das Fliegen lernte, und schließlich ihre Eltern Virgil und Mary, die sich vornahmen, die unfruchtbarsten vierzehn Morgen Erde, die Westirland zu bieten hat, urbar zu machen. Eine vielschichtige, tragische, oft aber auch sehr amüsante Familiengeschichte aus Irland, voller Pointen und Anekdoten und berührender Gedanken über das Leben und die Literatur. Ein Roman, in dem die Worte selbst zu einem Fluss werden, der den Leser davonträgt

Leider hat mich der Text nicht überzeugen können. Enttäuschend.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Einfach herrlich, eine Hommage an das Lesen und Literatur in ihrer ganzen Vielfalt. Ein Buch wie das Leben - krumm und überraschend.

— Florentinejo
Florentinejo

Laaangweilig.

— wandablue
wandablue

Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe! Sehr poetischer Schreibstil zum verlieben.

— Julia_20
Julia_20

Wären da nicht die vielen sexstischen Behauptungen, hätte es 5 Sterne bekommen.

— TheLastUnicorn_
TheLastUnicorn_

Eine irische Bibel über das menschliche Streben und die ewige Vergänglichkeit. Ein Meisterwerk der Gerschichtenerzählerei!

— LeonoraVonToffiefee
LeonoraVonToffiefee

interessantes Buch :D

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein Sprachgenuß,,,,,,,,,,,,,,,,, Eine wunderbare Sprache bietet den allerfeinsten Lesegenuß!

— Edelstella
Edelstella

Ein großartiger, vielschichtiger und tiefgründiger Roman vor irischer Kulisse. Für mich ein neues Werk der ganz großen Weltliteratur!

— Nepomurks
Nepomurks

Eine außergewöhnliche, skurrile Geschichte, die mich leider keineswegs berühren konnte...

— Puschel1304
Puschel1304

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  • Der Lachs und das Leben

    Die Geschichte des Regens
    Florentinejo

    Florentinejo

    22. March 2016 um 18:28

    Dieses Buch ist, um es mit den Worten des amazon-Nutzers wandablue zu formulieren, “Rosa. Dünn. Für Mädchen.”  So weit die These. Und jetzt werde ich euch zeigen, warum dieses Buch eins der besten war, das ich je gelesen habe. Rosa: Es ist eindeutig blau, wie der Himmel und das Meer und der Shannon und der Regen. Dünn: Es hat etwas mehr als 400 Seiten, ist also gerade an der Schwelle zum dicken Buch. Und wenn es um die Story geht: Ich habe noch nie ein Buch gehabt, das so viel sagt, indem es nichts sagt. Für Mädchen: Entschuldigung, Emanzipation?! Und außerdem kenne ich auch Jungs, denen “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” gefallen und sie zu Tränen gerührt hat. Und doch ist dieses Buch viel mehr. Es ist das heutige Irland, von dem man denkt, es wäre stehengeblieben. Es ist eine Hommage an die Werke vieler bekannter und unbekannter Autoren, ja eine Hommage an die Literatur selbst. Das Cover ist wunderschön und endlich ist eine Story mal nicht vorhersehbar! Juchu! Die Charaktere sind interessant, da ich als Dorfkind irgendwie immer jemanden darin wiedererkenne. Am Ende des Buchs hat man das Gefühl, dass alles einen Sinn ergibt und sich die kleinenLiteraturpuzzleteile zu einem Ganzen zusammenfügen. “Die Geschichte des Regens” ist wie das Leben selbst, unerwartet, voller Überraschungen, manchmal langatmig, manchmal so spannend, dass man es nicht glauben kann. Ich kann nur sagen: Lest es und denkt über euer Leben nach. Ich möchte hier niemanden verletzen oder in seiner Meinungsfreiheit einschränken. Deshalb ist das Widerlegen der Rezensionsmeinung von wandablue bitte als gestalterisches Mittel zu sehen.

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  • Rosa und dünn!

    Die Geschichte des Regens
    wandablue

    wandablue

    Rosa und dünn. Diese Geschichte polarisiert. Mir hat sie nicht gefallen. Ich fand sie extrem langatmig, oberflächlich, kitschig und dumm. Doch sie enthält einige hübsche Aphorismen. Ruth Swain ist bettlägrig und wird bald sterben. Darüber macht sie sich Gedanken. Sie erzählt dem Leser die Geschichte ihrer Familie und stellt gleichzeitig die Personen ihres Dorfes vor. In die Erzählung fließt die Erwähnung von Hunderten von Büchern ein, die ihr Vater, den sie sehr vermisst, gelesen hat: Das soll eine Homage an die Literatur darstellen, allerdings kratzt sie, bzw. der Autor dabei bewusst nicht einmal richtig an der Oberfläche, nervt aber unendlich und macht die ohnehin dünne Story zu einem zähen Brei. Ruth, als Erzählerin, kommt vom Höcksken aufs Stöcksken und stirbt dabei langsam vor sich hin. Tränendrüse. In keinem Kapitel kann der Autor mein durch seine Ausgreifungen rapide zusammengesacktes Interesse neu entfachen. Katastrophe reiht sich an Katastrophe, die Akteure sind tölpelhaft und künstlich, hölzern wie Puppen. Und es regnet. Im dritten Teil liest man zum Teil ganz anständige Betrachtungen über Tod, Leben und Gedichte. Ich liebe Gedichte. Doch ist das Soufflée erst einmal tot, kann nichts es mehr retten. Fazit: Rosa. Dünn. Für Mädchen. Kategorie: Unterhaltung Verlag: Bloomsbury 2014

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    • 8
    wandablue

    wandablue

    16. February 2016 um 15:48
  • Der Unmöglich Hohe Anspruch

    Die Geschichte des Regens
    serendipity3012

    serendipity3012

    Der Unmöglich Hohe Anspruch Die 19-jährige Ruth Swain ist schwer krank, und so hütet sie das Bett in ihrem Zimmer in der kleinen irischen Stadt Faha und erzählt die Geschichte ihrer Familie. Sie holt dabei aus und beginnt weit vor ihrer Zeit. Ruth erzählt weiter und weiter, darüber, wie sich später ihre Eltern kennen lernten, wie ihr Zwillingsbruder Aeney und sie schließlich zur Welt kamen und darüber, was für ein besonderer Mann ihr Vater war. Denn er ist nicht mehr da, das erfährt der Leser gleich zu Beginn des Romans. Seiner Tochter hat er seine Bücher hinterlassen: eine Bibliothek von fast 4000 Büchern, durch die Ruth sich seit Jahren liest, immer auf der Suche nach etwas, das ihr Vater ihr womöglich noch hatte sagen wollen. „Die Geschichte des Regens“ von Niall Williams ist die Geschichte einer irischen Familie über viele Jahre hinweg. Dabei geht es auch um die Eigenarten des irischen Volks, das versucht, sich von den Engländern abzugrenzen und Eigenständigkeit zu beweisen. Ihre eigene Familie bezeichnet Ruth als merkwürdig – und meint sich auch selbst damit: „Da sehen Sie mich: neunzehn, schmales Gesicht, MacCaroll-Augen, dünne Lippen, stumpfes, haselnussbraunes Haar, fettige Swain-Haut, blässliches, unbräunbar sonderbares Etwas, knochig, bücherverliebt, mit fünfzehn schon Leserin so vieler viktorianischer Romane, dass ich punktgenau neunmalklug wurde, befallen vom akuten Schlaubergersyndrom, Besitzerin starker Meinung und guter Noten, Adeptin lupenreinen Englischs, Studienanfängerin am Trinity College in Dublin, die Tochter eines Dichters.“ S. 12 Ruth kokettiert nicht. Und ja, sie spricht den Leser immer wieder direkt an – das ist Geschmackssache. Und sie ist naseweiß, ein bisschen altklug, aber sie ist sich dessen bewusst. Chronologisch springt sie hin und her, bricht ab, um erstmal an anderer Stelle weiter zu erzählen, kommt aber zurück, behält die Fäden sicher in der Hand. Sie schafft wunderbare Bilder und Beschreibungen. Ruth hat auch ihre „schriftstellerischen Eigenheiten“ (von ihrer Lehrerin kritisiert), wie zu Beispiel das Großschreiben von Wörtern, um diese zu betonen, doch sie denkt immer an ihre Leser, wenn sie schreibt. Williams schafft es, dass mich diese Erzählerin nie nervt mit ihrem Wissen, wenn sie zum Beispiel immer wieder auf Buchtitel aus ihrer riesigen Bibliothek hinweist oder mich auch schon mal direkt auffordert, hier abzubrechen und erstmal „Große Erwartungen“ zu lesen: Dickens sei der Größte. So ist der Roman auch einer über Bücher, über die Liebe zum Lesen und zum Schreiben. Eine Liebe, die für Ruth untrennbar mit ihrem Vater Virgil Swain verbunden ist. Ruths Geschichte ist an vielen Stellen traurig, erzählt immer wieder vom Scheitern. Der Unmöglich Hohe Anspruch lastet seit jeher auf der Familie Swain, ein Anspruch, der wie ein Damoklesschwert über ihnen schwebt, und dem sie versuchen, gerecht zu werden. Aber der Erzählton von Williams’ Erzählerin ist positiv, die Liebe zum Leben ist Ruth stets anzumerken und herauszulesen, trotz der Nähe zum Tod durch die eigene schwere Krankheit und dem, was sie in jungen Jahren schon aushalten musste. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass Ruth ihre Geschichte immer wieder wie einen Roman erzählt, sich Freiheiten nimmt, zuweilen Distanz zum Geschehen aufbaut. Sie verfügt über einen feinen Humor, der manchmal nur ganz leise aufblitzt. So ist „Die Geschichte des Regens“ trotz aller Tragik nicht deprimierend – aber berührend. „… obwohl er neue Kleider gebraucht hätte, obwohl sich sein Modegeschmack hin zu Hochwasserhosen, Verschiedenen Socken, dem Flicken- und dem Knopflos-Look entwickelte, wurde Mam zu seiner Komplizin und schenkte ihm zu Geburtstag zu Weihnachten keine Kleider, sondern Bücher. Es entsprach ihrer Art zu lieben.“ S. 302 Was es auch genau sein mag – für die Leserin hat Niall Williams mit seinem Roman ins Schwarze getroffen. Die von ihm gewählte Erzählsituation hätte nach hinten losgehen können, für mich passt sie ganz wunderbar. Der Roman ist voll: Mit der Liebe zur Literatur, der Liebe zur Familie, tragisch und komisch gleichermaßen. Williams schafft es, Stimmungen zu erzeugen: Das verregnete Irland ersteht schon nach wenigen Seiten vor den Augen des Lesers, als wäre es immer da gewesen. 

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    • 6
    serendipity3012

    serendipity3012

    11. February 2016 um 21:32
    BrittaRoeder schreibt Schöne Rezension. Vor ein paar Tagen las ich eine Rezi zu diesem Buch, die so ganz anderer Meinung war. In diesem Spannungsfeld kann ich mir jetzt meine eigene Meinung bilden.

    Ja, die Meinungen zu dem Roman gehen sehr auseinander. Immer wieder interessant, wie unterschiedlich das gleiche Buch gelesen werden kann. :-)

  • Ein träger Fluss im Regen

    Die Geschichte des Regens
    sursulapitschi

    sursulapitschi

    „Dies, Werter Leser, ist eine Flusserzählung. Mein bevorzugtes Stilmittel ist der Mäander.“ …erzählt uns die 19jährige Ruth, die krank ist, bettlägerig. Sie hat „irgendwas mit dem Blut“ und kann nichts tun außer zu lesen und ihre Familiengeschichte aufzuschreiben, was sie in unendlicher Ausführlichkeit und sehr eloquent tut, während es regnet, wie immer in Irland. „ Ich weiß, dass Ippolit Kirillowitsch in Die Brüder Karamasow (Buch 1.777, Penguin Classics, London) die historische Berichtsform wählt, weil Dostojewski damit den eigenen barocken Erzählstil besser zügeln konnte. Anfänge, Mitten und Enden bringen einen in eine Position, in der man notgedrungen Bei Der Geschichte Bleiben muss, wie Maeve Mulvey es an dem Abend formulierte. Als die Junior-Certificate-Klasse angeblich ins Kino nach Ellis wollte, dann aber stattdessen bei Dunnes Bier kaufte und es auf dem Parkplatz an der Parnell Street trank und Mrs Pender Grainne Hayes dabei beobachtete, wie sie auf dem Marktplatz an den salzig-sauren Chips-Lippen einer pickligen Bohnenstange hing, selbst angetan mit so viel Eyeliner und Wimperntusche, dass sie aussah wie der Dachs aus einem Disney-Film, …“ So mäandert Ruths Geschichte vor sich hin, nur leider ist der Fluss wirklich sehr verschlungen und enthält auch reichlich Sandbänke und Stauseen. Immer wieder verläuft er sich in endlosen Nebenarmen. Es reihen sich Anekdoten über skurrile irische Dorfbewohner an Episoden aus dem Leben ihres Vaters, Großvaters, Urgroßvaters, die immer wieder unterbrochen werden durch Querverweise zu den hunderten von Büchern, die sie gelesen hat. Man wird bombardiert mit Namen und Nebensächlichkeiten, brillant und humorvoll erzählt, aber dennoch unendlich ermüdend auf Dauer. Dazwischen steckt ein kleines bisschen Handlung, die aber nur sehr träge vorankommt und dazu noch absurde Züge trägt. Selbst wenn man Ruths Familie zugesteht, äußerst originell zu sein, hat man doch den Eindruck, hier ist jeder bis zur Unkenntlichkeit überzeichnet, unglaubwürdig, versucht vergeblich, dem Familienmotto gemäß, dem „Unmöglich Hohen Anspruch“ gerecht zu werden und hat ein gestörtes Verhältnis zur Lachsfischerei. Gegen Ende häufen sich tragische Unglücksfälle, um noch ein wenig auf die Tränendrüse zu drücken. Dabei ist Ruth eh schon so krank und es regnet, wie immer. Dann nervt und verwirrt auch noch die Idee, bestimmte Phrasen durch Großschreibung hervorzuheben. Man kann das als pubertäre Marotte eines Teenagers verstehen, aber wer will schon Teenager-Marotten lesen. Und als „Werter Leser“ angesprochen zu werden, kann ich vielleicht ein-zwei Mal pro Buch tolerieren. Hier wird es ausgereizt, bis es wirklich nicht mehr komisch ist. Dieses Buch steht sich selbst im Wege, erstickt eine anrührende Geschichte in zu viel Dekoration und einen bemerkenswerten Schreibstil in Weitschweifigkeit und zweifelhaften Stilmitteln. Durch „Die Geschichte des Regens“ musste ich mich beißen, was schade ist, weil der Autor wirklich schreiben kann. Furchtbar gerne würde ich von ihm ein Buch mit Handlung lesen, etwas ohne Effekthascherei.

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    • 3
  • Leserunde zu "Die Geschichte des Regens" von Niall Williams

    Die Geschichte des Regens
    DVA_Verlag

    DVA_Verlag

    "Wir sind unsere Geschichte. Wir erzählen sie, um am Leben zu bleiben oder die am Leben zu halten, die jetzt nur noch im Erzählen da sind. In Faha, County Clare, ist jeder eine lange Geschichte ..." Hallo liebe Leserinnen und Leser, habt ihr euch auch schon mal ausgemalt, wie es wäre, ein ganzes Zimmer voller Bücher zu erben? Ruth Swain, die Protagonistin von Niall Williams‘ Roman „Die Geschichte des Regens“, kommt in diesen Genuss: Ihr Vater Virgil hat ihr all seine dreitausendneunhundertfünfundachtzig Bücher hinterlassen. Und Ruth hat Zeit, viel Zeit -  denn sie muss wegen einer Krankheit im Bett bleiben. Und so nimmt sie sich vor, die Geschichte ihrer Familie zu erzählen, anhand der Bücher ihre Vaters. Habt ihr Lust, Ruth und ihre irische Familie ein wenig besser kennen zu lernen? Dann macht doch bei unserer Leserunde mit! Wir stellen dafür 10 Exemplare zur Verfügung, um die ihr euch hier bis einschließlich 10.12.2015 bewerben könnt. Diesmal gibt es keine Frage zu beantworten – denkt euch einfach was aus, warum gerade ihr ein solches Buch gewinnen solltet :-) Wir freuen uns auf den Austausch mit euch! Britta vom DVA-Team Worum geht's? Die neunzehnjährige Ruth leidet an Leukämie und darf ihr Bett nicht verlassen. So liegt sie in ihrem Zimmer hoch über dem Fluss Shannon, während der irische Regen unablässig auf das Dach prasselt, und liest sich durch die dreitausendneunhundertfünfundachtzig Bücher, die ihr Vater Virgil Swain ihr hinterlassen hat. Inspiriert von der Lektüre und ihrer eigenen überbordenden Fantasie lässt sie vor den Augen des Lesers ihre Ahnen aufmarschieren: Urgroßvater Absalom, den Reverend, Großvater Abraham, der beim Stabhochsprung das Fliegen lernte, und schließlich ihre Eltern Virgil und Mary, die sich vornahmen, die unfruchtbarsten vierzehn Morgen Erde, die Westirland zu bieten hat, urbar zu machen.  Eine vielschichtige, tragische, oft aber auch sehr amüsante Familiengeschichte aus Irland, voller Pointen und Anekdoten und berührenden Gedanken über das Leben und die Literatur. Ein Roman, in dem die Worte selbst zu einem Fluss werden, der den Leser davonträgt. Wer ist der Autor? Niall Williams wurde 1958 in Dublin geboren und lebt heute im westirischen Kiltumper. Zusammen mit seiner Frau Christine Breen verfasst er Bücher über das Leben in einem kleinen irischen Dorf. Sein erster Roman, "Das Alphabet der Liebe", erschien in elf Ländern und war über viele Wochen hinweg Nummer eins der irischen Bestsellerliste. "Die Geschichte des Regens", sein neunter Roman, stand 2014 auf der Longlist des renommierten Booker-Preises und erhielt hymnische Besprechungen.

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    • 283
  • Liebe, Leben, Lachse und Literatur

    Die Geschichte des Regens
    Buchgeborene

    Buchgeborene

    04. February 2016 um 18:20

    Dieses Buch ist ein Genussbuch. Es gibt sie diese Bücher, die man schnell lesen muss, weil man wissen will, wie sie enden. Aber meist haben diese Bücher auch Erzählpausen, in denen nichts neues passiert. Dieses Buch ist kein solches Buch. „Die Geschichte des Regens“ zwingt einen dazu, Pausen einzulegen, denn sie hat in jeder Zeile einen Tropfen Welt. Mit jedem Tropfen Geschichte entsteht ein Fluss. Ruth nennt ihre Geschichte einen Flusstext. Und in dem Sinne bedeutet der Titel auch, dass es hier darum geht, wie die Swain Geschichte zum Fluss wurde. Darum, wie viele Tropfen zusammenflossen, um diese Geschichte zu erzählen. „Wir sind unsere Geschichte. Wir erzählen sie, um am Leben zu bleiben.“ (S.11) Ruth Swain liegt im Sterben. Ihre Geschichte befindet sich in einer Erzählpause. Das Leben fließt genauso an ihr vorbei, wie der Shannon an ihrem Haus. Und deswegen tut sie das einzige, was ihr, als Tochter eines Dichters und Büchersammlers, in einem Haus voller Bücher, sinnvoll erscheint. Sie schreibt ihre Geschichte auf. „Wir erzählen Geschichten. Wir erzählen, um uns die Zeit zu vertreiben, um die Welt ein Weilchen hinter uns zu lassen oder tiefer in sie vorzudringen. Wir erzählen, um den Schmerz des Lebens zu lindern.“ (S. 207) „Die Geschichte des Regens“ ist die Geschichte darüber, wie es dazu kam, dass Ruth in einem Bootbett liegt und auf dem Flusstext ihrer Vergangenheit treibt bis sie im Krankenhaus liegt, während Faha, ihr Heimatort, zu versinken droht. Es geht darum, wie Virgil, Ruths Vater, nach Faha kam und warum er dorthin kam. Wie Virgils Vater, der Reverend, ihm einbläute auf den Ruf Gottes zu hören, und wie Virgil deswegen immer zwischen dieser und der nächsten Welt mit dem Kopf in den Wolken lebte. Es geht darum, wie Virgil Swain Ruths Mutter Mary kennenlernte und wie sich die beiden in einander verliebten. Wie der Buchkauf der Familie Swain viel wichtiger als das Überleben war und die Familie deswegen mehr schlecht als recht überlebte. Es geht darum, dass Ruth einen Zwilling hatte und wie die Beiden von ihrem Vater die Sehnsucht erbten. Ruth, die hin zu den Wolken und damit zur Literatur und ihr Zwilling, die zum Wasser. Regen ist die Kombination der beiden Sehnsüchte und stellt die Sehnsucht Virgils dar. Es geht auch darum, wie die Sehnsucht Ruths Zwilling zum Verhängnis wurde. Das sind viele Geschichten. Aber es gibt noch viel mehr davon in diesem Buch. Und über allem liegt die Liebe zur Literatur und zum Wasser. Diese Liebe durchdringt das Buch und macht es lebendig. Ruth sagt über ihr Buch: „Ich will, dass es atmet, denn Bücher sind lebendig, sie haben einen Rücken, einen Duft, eine Lebensdauer, und manche haben vom vielen Leben auch Tränen und Kerben und einiges an Flecken zurückbehalten.“ (S. 402) „Die Geschichte des Regens“ ist wunderschön geschrieben, humorvoll und träumerisch, aber auch traurig. In jeder Zeile liegt die Sehnsucht. Ruth lebt in einer Welt, in der Jeder Literatur atmet. Mit ihrem Kopf in den Büchern und in den Wolken erzählt sie ihre Geschichte und die ihrer Vorfahren. Ich habe hier einen Schatz lesen dürfen, mich in einen irischen Geschichtenquilt kuscheln dürfen und ich habe jede Seite davon genossen.

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  • Ein in jeder Hinsicht besonderer Roman

    Die Geschichte des Regens
    Barbara62

    Barbara62

    Ruth Swain, 19-jährige Irin aus der County Clare, liegt im Bett ihrer Mansarde direkt unter dem Regen, umgeben von den 3589 Büchern ihres Vaters. Indem sie ihre Geschichte, die Geschichte ihrer Familie, ihres Dorfes, des Shannon, der auf dem Weg zum Meer an ihrem Haus vorbeifließt, und des unaufhörlich herabprasselnden Regens erzählt, versucht sie, ihre Leukämie zu besiegen und am Leben zu bleiben und „die am Leben halten, die nur noch im Erzählen da sind“. Doch wenn man wie sie „nur im Bett liegt, der Körper nirgends hin kann, macht sich irgendwann der Geist auf die Socken“, der Fluss des Erzählens wird reißend. Mrs Quinty, die ihre neu verfassten Buchseiten liest, beklagt eine „exzentrische stilistische Überfülle“ und „unkontrollierte Gedankensprünge“, Ruth selber bezeichnet ihr Werk als „Flusserzählung“, ihr bevorzugtes Stilmittel als „Mäander“, und sie versucht immer wieder erfolglos, sich zu zügeln, wenn sie abschweift. Die Geschichte des Regens war beim Lesen eine Herausforderung für mich und hat mich unverhältnismäßig lange beschäftigt. Auf den ersten hundert Seiten hatte ich immer wieder den Wunsch abzubrechen, weil ich das Gefühl hatte, in diesem Strudel von Worten und Sätzen unterzugehen und nichts aus der Geschichte mitzunehmen. Doch danach ging es immer besser und der Monolog hat mich zunehmend gepackt, vor allem im zweiten Teil, als Ruth von dem erzählt, was sie selber erlebt hat, und auch einige wenige Blitzlichter auf ihre Erkrankung geworfen werden. Auch ihr ungewöhnlicher Erzählstil, mit dem ich zu Anfang sehr gekämpft habe und in dem Melancholie und Humor gleichermaßen Platz finden, hat mich mehr und mehr gepackt. Und so habe ich das Buch schließlich doch mit einem Bedauern beendet um anschließend die ersten hundert Seiten nochmals zu überfliegen mit dem Gefühl, sie nun sehr viel besser zu verstehen. Ich kann das Buch allen empfehlen, die eine ausschweifende Erzählweise und eine blumige Sprache mögen, die die vielen Anspielungen auf die Literatur zu schätzen wissen, die das langsame Tempo mitgehen können und die es ertragen, wenn sie die eine oder andere Stelle oder Anekdote mangels Vorwissen über Irland nicht verstehen. Ich war schließlich froh, dass ich mich durchgebissen habe, und vergebe 4 Sterne für dieses außergewöhnliche Buch, was ich lange Zeit nicht für möglich gehalten hätte. Es ist ein in jeder Hinsicht besonderer Roman, manchmal vielleicht zu besonders, aber für mich alles in allem sehr lesenswert!

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    • 6
    Cridilla

    Cridilla

    04. February 2016 um 03:47
  • Liebe zum Regen und zur Liteatur

    Die Geschichte des Regens
    krimielse

    krimielse

    Die Geschichte des Regens ist ein wunderbares Buch über eine irische Familiengeschichte und über die Liebe zur Literatur, zum Ausdruck gebracht von einem todkranken 19jährigen irischem Mädchen, das sich mir erst mit einiger Mühe erschlossen hat. Ruth Swain ist durch schwere Krankheit an ihr Bett gebunden und lebt im Dachgeschoss ihres Elternhauses umgeben von 3589 Büchern ihres Vaters und dem Regen, der über ihr Dachfenster fließt. Sie spürt den Geschichte ihrer Familie nach, begleitet vom Vermächtnis ihres Vaters, das sie in den sie umgebenden Figuren und Geschichten der Bibliothek findet. Ruth taucht als Erzählerin in die Bücherwelten ein und kann so ihren Krankheit entfliehen. Die Geschichte ist geprägt von vielen skurrilen Gestalten wie zum Beispiel Ruth's Urgroßvater Reverend Absalom, Großvater Abraham, der durch Stabhochsprung versucht zu Gott zu gelangen und von ihrer Mutter Mary und dem als Bauer erfolglosem Vater Virgil, die mit viel Elan und Rückschlägen versuchen, völlig unfruchtbares Land zu bewirtschaften. An den Rändern der Geschichte erscheint immer wieder der ewige Regen und der Fluß Shannon, der sich sowohl hinter dem Haus der Familie als auch durch die Geschichte schlängelt. Das Buch ist eine anekdotenhafte Liebeserklärung an viele Literarische Werke, zu der ich nicht von Anfang an Zugang fand. Der mäandernde und in keiner Weise chronologische Stil, die Unterbrechungen für vielen Bezüge auf Bücher und die anfangs für mich schwer überschaubare Personenzahl haben beim Lesen hohe Konzentration erfordert und ich musste mich zunächst an die ungewöhnliche Erzählweise gewöhnen. Es ist dennoch eine wunderbar komische und zugleich tragische irische Geschichte, für die sich die Mühe lohnt, denn am Ende, als ich das Buch zuklappte, war ich ein wenig wehmütig, Ruth und ihre Familie verlassen zu müssen. Ich vergebe 4 Sterne für diesen außergewöhnlichen Roman, der mir nach Anlaufschwierigkeiten ein ganz besonderes Lesevergnügen beschert hat. "Die Geschichte des Regens" stand 2014 auf der Longlist des renommierten Booker-Preises und erhielt viele lobende Kritiken.

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    • 2
  • Ein Roman wie der Fluss, in dessen Nähe er entstanden ist

    Die Geschichte des Regens
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    28. January 2016 um 16:16

    Dieser den Leser in seiner dichten Poesie und Schönheit  geradezu  betörende neue Roman des irischen  Schriftstellers  Niall  Williams stand im Jahr seines Erscheinens in London 2014 auf der Longlist  des Man Booker  Prize.  Unter dem auch im Original  so lautenden  Titel "Die  Geschichte des Regens" lässt er die schwer kranke 19- jährige Ruth Swain  nicht nur die Geschichte  ihrer Familie über  mehrere  Generationen  hinweg erzählen, sondern er entfaltet vor dem Leser eine faszinierende Kulturgeschichte Irlands,  in dem der Regen eine zentrale  Bedeutung hat und der Lachs eine geradezu  mythische  Rolle spielt. Ruth schreibt mit ihrem  eigenen Stil  und einer Rechtschreibung,  in der sie alle ihr  wichtig scheinenden Worte groß  schreibt : "Wir sind ein Volk  des Anderswo. Deswegen  bringen wir die besten  Heiligen,  die besten  Dichter, die besten  Musiker  und die schlechtesten  Banker  der Welt hervor. Und  deswegen findet man auch  überall ein paar von uns  - und dabei  kann es sich auch um einen sanften, warmen, wunderschönen Ort  handeln,  an dem wirklich  niemand  auch nur  irgendetwas  aussetzen kann, es ist doch immer etwas da,  was Jimmy  der Ami So Eine  Sehnsucht nennt. Man sieht es in den Augen.  Die Vorstellung der besseren  Heimat.  Bei manchen ist es schlimmer als bei anderen. Mein Vater war ganz davon durchströmt. " Dieser Vater hat Ruth nicht nur eine fast 4000 Bände umfassende  und durchnummerierte Bibliothek hinterlassen, durch die sie sich all die  Jahre  ihrer Bettlägerigkeit hindurchliest,  sondern auch eine unbändige und leidenschaftliche Liebe  zur Literatur  und ihren immer wiederkehrenden Themen. Die literarischen  Figuren, die sie in diesen Büchern findet, inspirieren Ruth zur eigenständigen und kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte  ihrer Familie,  vor allen Dingen mit dem Zweig des Vaters, der eines Tages am Shannon aufgetaucht war, dessen gemächlicher Lauf direkt am Elternhaus von Ruth vorbeiführt, und dessen stetiges Fließen wie ein Sinnbild ist für den gesamten Stil und die wunderbare Sprache  des Buches. Da geht es um den Urgroßvater  und den Großvater,  recht skurrile Männer, wie man sie in dieser Form nur in Irland hat finden können.  Und natürlich um Virgil,  ihren geliebten Vater, der als Bauer scheitert, aber ein passionierter  Poet ist,  der sogar seinen  Kühen Werke von William Blake vorliest. Natürlich kann man damit keine Reichtümer  erwirtschaften,  aber Virgil wird deshalb von seiner Frau und seinen beiden Kindern Ruth und Aeney  nicht weniger geliebt. Sie beschreibt das so: "Ich bin ja keine Expertin,  doch wenn ein Mann  in einer Frau Den  Sinn findet, scheint mir zweierlei doch ganz sicher zu sein.  Zum einen, dass die Sache Tief Geht,  und zum anderen, dass es sich dabei um die riskanteste  Form von Liebe handelt,  die  es überhaupt geben kann." Nachdem ihr Vater früh gestorben ist und auch ihr Zwillingsbruder  Aeney  nicht mehr lebt, hält sie sich an den Büchern ihres Vaters fest und erzählt Geschichten. Immer  wieder, trotz aller Erschütterungen und Krisen: "Wir erzählen  um den Schmerz des Lebens zu lindern,  um am Leben zu bleiben." Und das tut sie, berichtet vom Alltag und dem vom permanenten  Regen  durchtränkten Leben an der Mündung des Shannon,  immer wieder gespickt mit klugen und hintersinnigen Bemerkungen zur anglo -irischen  Literaturgeschichte. Ihr Erzählen steckt voller  Witz und Ironie,  man spürt die unbändige Lust an Wortspielen, die Freude an Bildern und Metaphern. Und mit dieser an den großen literarischen Vorbildern Dickens,  Dickinson und Yeats geschulten Sprache erzählt Niall Williams durch seine Hauptfigur eine stellenweise tragische, oft aber auch amüsante  Geschichte einer Familie aus Irland, voller Anekdoten, interessanten literarischen Beobachtungen und voller teilweise sehr berührender Gedanken  über Leben und Tod,  und wie Literatur es dem Menschen ermöglicht, in diesem Labyrinth einen Sinn zu finden. Ein Roman wie der Fluss, in dessen Nähe er entstanden ist.

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  • Eine Geschichte, die sich dem Leser erst nach und nach erschließt

    Die Geschichte des Regens
    bookgirl

    bookgirl

    26. January 2016 um 11:34

    Inhalt Die 19-jährige Ruth leidet an Leukämie. Ihre einzige Beschäftigung ist das Lesen der Bücher, die ihr Vater ihr hinterlassen hat. Sie liegt über dem Fluss Shannon in ihrem Zimmer und nimmt uns mit in ihre Gedanken und auf die Reise zurück in die Literaturgeschichte, in der ihre Familie einiges erlebt hat. Meine Meinung "Die Geschichte des Regens" ist kein Buch, welches man in die Hand nimmt und einfach so runter liest. Man muss sich sehr stark darauf konzentrieren, was Ruth dem Leser vermitteln möchte, um ihr folgen zu können. Zunächst fiel mir das unglaublich schwer, weil sie in ihren Gedanken und Überlegungen gerne ausschweift und mich als Leser so gar nicht angesprochen hat. Mehrmals war ich kurz davor, das Buch zur Seite zu legen, aber ich gab nicht auf und las weiter, was im Nachhinein betrachtet die richtige Entscheidung war. Denn irgendwann hat mich Niall Williams Protagonistin dann trotz ihrer stellenweisen altklugen und etwas frühreifen Art doch angesprochen, womit ich nicht gerechnet hätte. Die Geschichte selber entwickelt sich wie ein Fluss. Er ist stets in Bewegung, manchmal ruhig und dann wieder schneller. So ist es auch mit den Überlegungen von Ruth, deren Familiensaga mit tragischen, aber auch amüsanten Momenten durchsetzt ist. Zielgruppe des Romans ist für mich der Leser, der über ein wenig Literaturwissen verfügt und sich auch für Irland interessiert. Ich denke, dass man so am meisten von der Handlung mitnehmen kann und auch die humorvollen Passagen besser ihre Kraft entfalten. Ruth ist eine Erzählerin, für die Bücher eine Art Lebenselixier sind. Sie liebt Wortspiele, Metaphern und die Literatur. Ganz besonders die Bücher ihres verstorbenen Vaters. Fazit "Die Geschichte des Regens" ist ein vielschichtiger Roman, in den der Leser eintauchen kann und in jedem Satz die Liebe zur Literatur deutlich wird.

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  • Wunderbares Buch!

    Die Geschichte des Regens
    Julia_20

    Julia_20

    25. January 2016 um 07:07

    Inhalt: Ruth hat Leukämie. Sie verlässt niemals ihr Zimmer unter dem Dach, mit dem Fenster, das den fließenden Regen fernhält, dennoch findet sie sich in den verschiedensten Welten wieder. Durch ihre Krankheit ans Bett gefesselt, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, die gesamte Bibliothek des Vaters zu lesen. Eine wunderbare Erzählung über die Familie Swain, den Büchern der Bibliothek ihres Vaters und ihrer eigenen. Anfangs habe ich mir etwas schwer getan einzusteigen, doch wenn man dem Buch eine Chance gibt, hat man einer der besten Geschichten überhaupt vor sich. Zum Buch: Man darf sich keine actionreiche Story vorstellen. Ruth's Story ist eher leise und dennoch sehr spannend mit zu verfolgen. Durch genaue Beschreibungen der Lebensläufe der verschiedenen Familienmitglieder lernt man jeden Charakter sehr gut kennen. Wie tief die Liebe der beiden Zwillinge liegt, das weiche Herz des Dichters, die starke Mutter die alles zusammenhält und zugleich die malerischen Beschreibungen des Landes in Irland. Der Schreibstil ist so poetisch, das ich öfters einen Satz zwei, dreimal gelesen habe. Ruth die Erzählerin, lässt uns in die Vergangenheit der Eltern eintauchen, erzählt von ihren Ängsten und ihren Träumen und versucht so, mit ihrer Krankheit umzugehen. Durch Schicksalsschläge und Gedichte - eine Geschichte die in Erinnerung bleibt! Von mir gibt es dafür auf jeden Fall 5 von 5 Sterne. Ein wahres Buch für die Seele!

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  • Sowas wie eine irische Bibel des Regens

    Die Geschichte des Regens
    LeonoraVonToffiefee

    LeonoraVonToffiefee

    Ruth Swain ist 19 und an Leukämie erkrankt, weshalb sie sehr viel Zeit alleine in ihrem Zimmer unter dem Dach des Hauses verbringt. Der Fluss rauscht hinter dem Haus entlang, der Regen prasselt stetig auf das Dach. Ruth liest sich durch die über 3000 Bücher ihres Vaters und schreibt gleichzeitig ihre Geschichte auf: Sie erzählt von ihrem Urgroßvater, dem Reverent, ihrem angelndes Großvater, ihrem Dichtenden Vater, der Eigensinnigkeit der Swains und der MacCarolls, der Familie ihrer Mutter. Über all die erzählt sie, über sich selbst und über ihren Bruder Aeney und über Vincent Cunningham. Über Irland und den Regen. Über den Lachs. Es ist die Geschichte von Ruth und die Geschichte von Irland. Wer an dieser Stelle eine Familienchronik mit linear ablaufender Handlung erwartet: leider nein. Vielleicht auch zum Glück nein. Die Schicksale und Geschichten der einzelnen Personen verschwimmen miteinander, bilden einen Regen, Ruth springt durch die Zeiten wie der Lachs durch den Fluss. Aber das macht nichts, weil man von der ersten Seite unweigerlich in den Strudel dieser Geschichte hinein gesogen wird. Manchmal ist es ein sanfter Regen, ein schleichender Strom. Dann wieder ein Sturm und ein Fluss, der überzulaufen droht. Glück, Schmerz, Erfüllung, Verzweiflung, Freude und Leid wechseln und vermischen sich stetig in diesem Buch. Der Aufbau des Buches ist sicherlich nicht immer einfach zu verstehen, aber mithilfe einer einzigartigen Sprache schafft es der Autor, den Leser immer weiter durch den Fluss zu jagen, man kann nicht mehr anders als weiter zu lesen. Williams erschafft außergewöhnliche Wortkonstrukte und verwendet eine wunderschön bildliche Sprache, die immer wieder sehr poetisch und philosophisch anmutet. Gleichzeitig werden immer wieder auf Bücher verwiesen, die in der Swain‘schen Bibliothek stehen. Daran kann man erkennen, wie viel Arbeit und Gefühl in diesem Buch steckt. Die einzelnen Personen sind großartig gezeichnet. Immer wieder werden sie vergleichen mit anderen Figuren aus berühmten literarischen Werken wie Dickens´ “Große Erwartungen“. Dabei hat jeder seine Schrullen, seine Eigenarten, die sich mitunter durch die gesamte Familie ziehen. Noch schöner, noch bild- und wortgewaltiger sind Irland und der Fluss: der ewige Regen, der in den Fluss fällt, ins Meer gelangt, wieder in den Himmel steigt um erneut als Regen herunter zu fallen – ein ewiger Kreislauf der sich durch das gesamte Buch zieht. Der Regen ist das, was alles verbindet (was genau ich damit meine, wird man am Ende des Buches ergründen). Das Buch ist sehr speziell. Es lässt nicht eben nebenbei lesen. Es braucht Aufmerksamkeit, Geduld und vor allem einen Leser, der das ungewöhnliche schätzt. Ich liebe die wortgewaltige Poesie zwischen den Seiten, die Abnormalität der Figuren, die Sprache des Regens, die gesamte Darstellung Irlands. Aber das geht nicht jedem so. Viele fanden das Buch zu handlungsarm, zu verworren, zu kompliziert geschrieben. Zu anstrengend zu lesen. Denn man muss sich wirklich darauf einlassen. Meiner Meinung nach ist das Buch großartig. Es hat mich in so vielen Punkten begeistert. Vergleichbares habe ich noch nie gelesen. Besonders die einzigartige Sprache war ein Genuss (für jemanden wie mich, den man mit einem ungewöhnlichen und poetischen Schreibstil häufig rumkriegt). Doch ich kann es nicht jedem empfehlen, da es schon gewissermaßen „Arbeit“ erfordert, es zu lesen. Wer beispielsweise von Donna Tartts „Der Distelfink“ begeistert war, kann sich gerne an diesem versuchen, andere Beispiele fallen mir nicht mehr ein. Dieses Buch ist und bleibt aber definitiv eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe!

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    • 4
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Ein wunderbares Buch, das auf meiner persönlichen TopTenListe gelesener Bücher GANZ WEIT OBEN steht!

    Die Geschichte des Regens
    Nepomurks

    Nepomurks

    Ein wunderbares Buch, mit unglaublicher Sprachgewalt und großer Bildhaftigkeit. Niall Williams beschreibt in „Die Geschichte des Regens“ eine irische Familiengeschichte aus Sicht eines leukämiekranken, bettlägrigen Mädchens: Ruth. Man lernt vordergründig Irland und seine schroffen, aber liebenswürdigen Bewohner kennen. Auch Ruth's große Liebe zu Büchern. Zwischen den Zeilen eröffnen sich allerdings viele kleine Überraschungen, die dazu führten, dass all meine Erwartungen an dieses Buch übertroffen wurden. Wenn man sich auf Williams' fulminanten Schreibstil und seine unglaubliche Tiefgründigkeit einlässt, entdeckt man gleich zu Anfang eine große Intensität und Vielfalt von Inhalten und gedanklichen Diskursen philosophischer und wissenschaftlicher Natur. Zudem gibt Niall Williams seiner Hauptprotagonistin Ruth ein mächtiges Stilmittel an die Hand, lässt sie aus ihrer Sicht wichtige Inhalte entgegen richtiger Rechtschreibung „groß“ schreiben, dadurch Elementares hervorheben. Die Sprache, Ruth's Blickwinkel, ist überwiegend frech, manchmal melancholisch, doch meistens sehr direkt. Ruth trotzt allem mit ihrem ganz eigenen Humor, was sich im gesamten Buch widerspiegelt. Trotzdem könnte man sagen, dass Williams mit seinem Stil etwas Magisches schafft. Fast liebevoll lässt er auf die Protagonisten und ihre Eigenschaften und Charaktere blicken. Ich war während des Lesens häufig berührt, musste dann aber auch wieder über Inhalte schmunzeln. Besonders erwähnenswert finde ich in diesem Kontext auch die außerordentliche Leistung der Übersetzerin Tanja Handels. Diesen Roman ins Deutsche zu übertragen erfordert meines Erachtens viel Können und Feingefühl für die sehr eigene Sprache Williams! Das Buch hat meiner Ansicht nach einen recht hohen Anspruch, man benötigt Ruhe und Zeit, um die Vielschichtigkeit verstehen zu können. Und es ist wohl eines dieser besonderen Bücher, die man entweder liebt oder hasst. Mir gefiel das Gesamtpaket einfach wahnsinnig gut und ich kann es jedem Liebhaber anspruchsvoller Literatur nur ans Herz legen! Ein wahrlich großartiger Roman!

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    • 2
  • erstaunliches Buch

    Die Geschichte des Regens
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. January 2016 um 22:59

    Die neunzehnjährige Ruth leidet an Leukämie und darf ihr Bett nicht verlassen. So liegt sie in ihrem Zimmer hoch über dem Fluss Shannon, während der irische Regen unablässig auf das Dach prasselt, und liest sich durch die dreitausendneunhundertfünfundachtzig Bücher, die ihr Vater Virgil Swain ihr hinterlassen hat. Inspiriert von der Lektüre und ihrer eigenen überbordenden Fantasie lässt sie vor den Augen des Lesers ihre Ahnen aufmarschieren: Urgroßvater Absalom Swain, den Reverend, Großvater Abraham, der beim Stabhochsprung das Fliegen lernte, und schließlich ihre Eltern Virgil und Mary, die sich vornahmen, die unfruchtbarsten vierzehn Morgen Erde, die Westirland zu bieten hat, urbar zu machen. Eine vielschichtige, tragische, oft aber auch sehr amüsante Familiengeschichte aus Irland, voller Pointen und Anekdoten und berührender Gedanken über das Leben und die Literatur. Ein Roman, in dem die Worte selbst zu einem Fluss werden, der den Leser davonträgt Meine Meinung: Entgegen der Meinung der anderen mochte und mag ich das Buch, klar man kommt etwas schwer rein, aber es ist mal etwas ganz anderes als was man sonst so liest und das ist ja auch richtig interessant. Es gibt faszinierende Szenen, andere wiederum, die man davor nicht erwartet. Auf jeden Fall hat mir es gefallen und auch das Cover lädt ein es zu lesen. Die Farbe des Regens ganz klassisch mit blau. Probiert es aus kann ich nur sagen

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