Nic Stone

 4.7 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Dear Martin und Dear Martin.

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Dear Martin

Dear Martin

 (25)
Erschienen am 24.04.2018
Dear Martin

Dear Martin

 (4)
Erschienen am 17.10.2017

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Rezension zu "Dear Martin" von Nic Stone

Ein unscheibares Problem
Moebookvor 21 Tagen

Dieses Buch spricht mich schon länger an, und der Klappentext zeigt etwas sehr Wichtiges: Rassismus ist auch im 21. Jahrhundert noch ein sehr wichtiges Thema. Der Klappentext überzeugt, die Rezensionen, die ich bereits gelesen habe auch, somit waren meine Erwartungen an dieses recht kurze Buch sehr hoch.

Martin Luther King war dafür bekannt, Rechte für "Schwarze" Menschen erkämpft zu haben und für unseren Protagonistin Justyce McAllister ist er ein großes Vorbild. Justyce hat in der Schule und auch außerhalb mit der Benachteiligung von Menschen mit dunkler Hautfarbe zu kämpfen und sieht Martin Luther King als eine Identifikationsfigur, er schreibt ihm Briefe über sein alltägliches Leben und erhofft sich wie King damals eine Gleichberechtigung. Schließlich sagt die Hautfarbe nichts über einen Menschen aus und Justyce ist das perfekte Beispiel, da er tolle Noten und eine super Stellung in der Schule hat.

Wow! Wow! Wow! Dieses Buch konnte mich einfach nur begeistern. 250 Seiten voller Details und voller Diskussionsbedarf, ich bin sprachlos, wie toll diese Autorin schreiben kann und ein für die Gesellschaft relevantes Thema rüberbringen kann.

Wo soll ich jetzt anfangen? Ich fange mal mit der Erzählweise und Aufmachung des Buches an. Erzählt wird aus der Erzählperspektive bzw. auch aus mehreren. In dem Buch gibt es selbstverständlich Dialoge und die sind wie in einem Theaterstück dargestellt. Wenn Justyce Briefe an Martin schreibt, dann werden diese aus der Ich-Perspektive verfasst. Das fand ich wirklich sehr vielfältig und schön, weil das Buch und das Thema somit nicht einseitig betrachtet bleibt, man liest mehrere Meinungen und verfolgt mehrere Charakteristiken, das war wirklich schön.

Der Aufbau der Handlung ist wie erwähnt und wie man anhand der Seitenzahl lesen kann recht kurz gehalten. Dafür steckt das Buch aber voller Details und Aspekten. Man könnte meinen, dass das Thema dieses Buches Justyce alltägliches Leben ist, dabei gibt es sehr viele Einblicke über die Art und Weise, wie "Schwarze" leben. Dieser Aspekt war immer sehr spannend und informativ, man lernt in diesem Buch eine Menge über Rassismus und Aufklärung. Und ich finde, dass die Autorin auf dieser kurzen Seitenzahl die Hauptaussage durch schöne Nebenhandlungen und Beispiele gut rüberbringen konnte.

Der Schreibstil der Autorin ist nur zu loben! Sie schreibt sehr flüssig, ich hatte das Buch an einem Tag durchgelesen!!! Ich bin durch die Seiten geflogen und habe diesen Roman durchgehend genossen. Sie schreibt auch sehr emotional, das ist kein einfaches Thema, es macht wütend, dass es auch heute noch Menschen gibt, die andere wegen ihrer Hautfarbe benachteiligen. Das bringt die Autorin auch sehr gut rüber!

Die Charaktere waren sehr vielseitig ausgearbeitet und insgesamt kann ich sagen, dass Justyce mein Lieblingscharakter war. Er ist verzweifelt über die Situation, kann sich nur mit wenigen unterhalten, lebt in Furcht und das alles ist super dargestellt. Natürlich auch sehr traurig. Er kann nicht einfach mit irgendwem reden, keiner scheint ihn zu verstehen, und er sucht den Dr. King als eine Bezugsperson. Das war wirklich traurig und schön!!!

Schlusswort:
Dieses Buch kann mich auf allen Ebenen begeistern, es ist super emotional und detailreich verfasst, ich empfehle es mit einer Wertung von 5/5 Sternen wirklich jedem!

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VerasLiteraturtraums avatar

Rezension zu "Dear Martin" von Nic Stone

Sprachlos
VerasLiteraturtraumvor 21 Tagen

Meine Meinung


Einleitung

Dieses Buch hat mir Rika von Rikas Bookshelf netterweise ausgeliehen, da sie da so von geschwärmt hat. Es behandelt die "Black lives matter" - Bewegung in den USA. Auf ihren Rat hin habe ich zuerst "The Hate U Give" gelesen - ich entschuldige mich jetzt schon einmal für die vielen Vergleiche mit THUG. Außerdem möchte ich mit meiner Gruppe dieses Buch in der Schule vorstellen. Und eines kann ich euch sagen: Es hat den selben Hype wie THUG verdient.

Cover, Haptik, Playlists & Co.

Okay, eines ist wirklich auffällig. Und zwar die Dünne dieses Buches, was auch an dem dünnen Papier liegen kann. Ich habe keine Ahnung, wie lange es her ist, dass ich so ein dünnes Buch gelesen habe, was dennoch so viel Aussagekraft besitzt. Und außerdem ist auch noch ein Lesebändchen vorhanden! Da sich diese Autorin nicht so sehr wie Angie Thomas auf Rap fokussiert, gibt es keine Playlist. Dafür gibt es aber in den Innenklappen des Umschlages einen Textauszug und eine Kurzbiographie der Autorin. Und last, but not least, zum Cover. Ja, es sieht "The Hate U Give" nachgemacht aus. Aber die Schrift und die Art, wie der Hauptcharakter abgebildet ist, machen das wieder wett. Besonders die Schrift mag ich! 

Kurze Zusammenfassung des Anfanges (SPOILER!)

Justyce ist einer der Jahrgangsbesten auf seiner Schule. Er hat ein Platz in Yale sicher, eine Freundin - und er ist schwarz. Deshalb nimmt ihn ein Polizist fest, als er seine betrunkene Freundin nach Hause fahren möchte, weil dieser aus irgendeinem idiotischen Grund denkt, er würde sie vergewaltigen wollen. Nur dank der Mutter seiner Debattierpartnerin SJ entgeht er einer Anklage. Danach beginnt er ein Experiment: Er möchte sich so wie Martin Luther King verhalten, und schreibt Briefe an ihn, wie er damit klar kommt. Sein bester Freund Manny versteht nicht, warum Justyce sich so über die Behandlung aufregt. Das kann auch daran liegen, dass Manny fast nur weiße Freunde hat und seine Eltern reich und integriert sind...während die beiden sich immer weiter voneinander entfernen, trennt sich Justyce zum fünften Mal (?!) von seiner Freundin Malo. Gleichzeitig entwickelt er besonders bei der Landesmeisterschaft des Paardebattierens Gefühle für die weiße SJ, obwohl seine Mutter das nie im Leben gut heißen würde...
Doch dann geschieht der nächste Schicksalsschlag, schlimmer als je zuvor, und Justyce muss sich entscheiden, wie er weiter macht.

Das Wichtigste: Schreibstil, Plot und Charaktere

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Der Wechsel zwischen den Ich - und Erzähler - Perspektiven war einfach sehr angenehm zu lesen, und einige Tränchen habe ich auch vergossen. Die Idee, zusätzlich zum "normalen" Text auch noch Tagebucheinträge hinzuzufügen, war sehr originell. Auch die Art, wie die Autorin mit der Thematik umgeht, gefällt mir besser als in THUG. Aber dazu später beim Plot mehr.

Im Gegensatz zu THUG gibt es in "Dear Martin" einen männlichen Protagonisten, was ich durchaus gut fand. Am liebsten mochte ich aber immer noch SJ. Sie hat einfach ausgesprochen, was ich in dem Moment als Leserin gedacht habe und war mir sofort mehr als sympathisch.
Justyce ist ein ziemlich schlauer Typ, der einen Studienplatz in Yale sicher hat und lieber Hemden als Hoodies trägt. Er liebt es, zu debattieren, und ist hilfsbereit. 
Manny ist Justyce' bester Freund. Seine Eltern sind sehr vermögend, weshalb er einen als Schwarzer außergewöhnlichen Lebensstil hat. Leider hat er die falschen (weißen) Freunde. Witze über Schwarze von seinen Freunden ignoriert er absichtlich, weshalb er sich öfter mit Justyce streitet.
Sarah-Jane (SJ) ist Justyce' Debattierpartnerin. Sie hat meistens die selbe Meinung wie er und ist das Gegenteil von schüchtern. Ihre Eltern lieben Justyce sehr. 
Melo ist Justyce' On-Off-Freundin, die sich gerne mal einen genehmigt und ziemlich sexy aussieht. Sie geht aber auch gerne fremd.
Jared ist ein Freund von Manny, weiß, und ziemlich...na ja, arschig, was daher kommt, dass er (fast) ein Rassist und (ganz sicher) ein Egoist ist. 
Doc ist der Lehrer für "Gesellschaft" und unterstützt die Debattierpartner tatkräftig. Er ist schwarz. 

Wie schade ich es finde, dass man überhaupt solche Bücher schreiben muss, habe ich glaube ich schon in meiner Rezension zu "The Hate U Give" deutlich gemacht. Allerdings gibt es einen ziemlich deutlichen Unterschied zwischen den beiden Büchern: THUG behandelt eher die Zeit zwischen dem Mord und der Möglichkeit einer Anklage und die Entscheidung, ob man in die Öffentlichkeit gezogen werden möchte oder nicht; außerdem ist es viel ghettomäßiger und beinhaltet viel Rap-Kultur. "Dear Martin" beginnt schon weit vor dem Tod einer Person und behandelt zum Glück auch noch im Gegensatz zu THUG die Verhandlung, was ich sehr gut fand. "Dear Martin" geht viel mehr auf den Druck der Medien ein und philosophiert viel mehr über die Frage, ob man es jedem Recht machen kann. 
Vor allem die Debattierrunden haben mir sehr gut gefallen. Sie regen einen zum Nachdenken an, haben mich aber auch dazu gebracht, einen Charakter zu hassen, weil ich komplett anderer Meinung war. Ich persönlich finde, dass die Autorin mir nicht so wie Angie Thomas dieses Schuldgefühl verpasst hat. Durch diese Diskussionen bzw. Debatten behandelt Nic Stone beide Seiten der Medaille äußerst zutreffend. 
Außerdem MUSS ich unbedingt noch erwähnen, wie unglaublich süß diese kleine Lovestory mir im Hintergrund gefallen hat. Sie hat in den Plot einfach perfekt reingepasst, war romantisch, aber nicht überzogen.
Das Ende hat mich weder zufrieden noch unzufrieden gestellt, eher so ein Mittelmaß. Ich hätte gerne noch ein paar Fragen beantwortet gehabt, aber so ist das Ende auch total in Ordnung. 

Fazit

Ich finde wirklich, dass "Dear Martin" mindestens den gleichen Hype wie THUG verdient hat. Dieses Literarische Meisterwerk hat mich mit einem tollen Schreibstil, einer wichtigen Thematik mit einer sehr guten Herangehensweise und einer zarten Lovestory wirklich noch mehr als THUG überzeugen können!

Zitat

Ich will nicht angefressen durch die Gegend laufen und überall nur Probleme sehen, aber ich weiß, dass ich nicht länger so tun kann, als wäre alles in Ordnung. Ja, es gibt keine extra Trinkbrunnen für Farbige mehr, und theoretisch ist es illegal, jemanden zu diskriminieren, aber wenn man mich zwingen kann, in zu engen Handschellen auf dem Asphalt zu sitzen, obwohl ich nichts Böses getan habe, dann gibt es eindeutig ein Problem. Dann ist es mit der Gleichheit nicht mehr so weit her, wie die Leute behaupten.
- Justyce auf S. 23 - 

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librareadss avatar

Rezension zu "Dear Martin" von Nic Stone

Jeder Mensch sollte diese Buch lesen
librareadsvor 2 Monaten

Es gibt zwei verschiedene Arten von Büchern. Auf der einen Seite gibt es Bücher, die wir zur Unterhaltung lesen und auf der anderen Seite gibt es diese  Bücher, die zum Nachdenken anregen. Diese Art von Büchern lässt dich  nicht mehr gehen, weil sie dein Herz erobert haben.
Das Buch "Dear Martin" von Nic Stone passt definitiv zur zweiten Gruppe. Es verändert deinen Blickwinkel und erweitert deinen Horizont.

Das Buch beschäftigt sich mit sozialen und politischen Themen, die deine  Meinung verändern. Es geht um Tabus, von denen niemand spricht und es ist mit Themen wie Rassismus und Polizeigewalt in Amerika hochaktuell.
Das Buch hat so viel Tiefe und Ehrlichkeit. Die Leute sollten sich mit solchen Themen, besonders Teenagern, beschäftigen.

Die Geschichte um den Teenager Justyce hat mir die Augen geöffnet und gezeigt, dass das 21. Jahrhundert immer noch  so viele Probleme hat.
Wir dürfen unsere Augen nicht schließen und wegschauen, wenn wir Ungerechtigkeit sehen. Wir müssen unseren Mund  öffnen und uns für unsere Mitmenschen und unsere Rechte einsetzen. Es spielt keine Rolle, wie wir aussehen, woher wir kommen, was wir glauben, welches Geschlecht wir haben  und wen wir lieben. Jeder hat das Recht auf seine Rechte und seinen Frieden.

JEDER SOLLTE "Dear  Martin" LESEN, denn die Themen, mit denen sich das Buch beschäftigt, sind real. Sie existieren überall und die Leute sollten nicht wegsehen oder nicht darüber sprechen.

Aufstehen ! Schreien! Einen Unterschied machen!

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