Anna

von Niccolò Ammaniti 
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Anna
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Positiv (14):
M

Postapokalyptischer Roman, der lange nachhallt.

Kritisch (2):
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Inhaltsangabe zu "Anna"

DAS LEBEN GEHÖRT UNS NICHT, ES LÄUFT DURCH UNS HINDURCH.

Der neue Roman vom Autor des Weltbestsellers Ich habe keine Angst

Von der Financial Times zu einem der 'Best Books of 2017' gewählt

Monatelang auf der Bestsellerliste in Italien

Vier Jahre ist es her, dass der Virus kam und alle Erwachsenen tötete. Mittlerweile gibt es keine Elektrizität mehr, die Wasser- und Lebensmittelvorräte gehen zu Ende. Brände haben gewütet und von einem einst blühenden Sizilien eine gespenstische Wüstenlandschaft hinterlassen. In dieser Welt lebt die dreizehnjährige Anna mit ihrem kleinen Bruder in einem Haus im Wald und versucht mit allen Mitteln, ihn vor den Gefahren des Lebens draußen zu bewahren. Doch Anna weiß: Früher oder später muss sie mit ihrem Bruder ihre alte Welt verlassen, um woanders eine neue zu finden. Anna ist ein von der ersten Seite an fesselnder Abenteuerroman und gleichzeitig eine Parabel auf eine Welt, in der Kinder sich selbst überlassen sind und ohne Vorbilder aufwachsen. Eine Parabel auf das Leben in einer Gesellschaft ohne Zukunftsaussichten. Anna ist aber auch eine Hymne an die Kraft der Liebe. Denn so rettungslos die hier geschilderte Welt erscheint, so hell leuchten in ihr immer wieder Zärtlichkeit und pure Lebensfreude auf. Anna zeigt uns, was Menschen auf sich zu nehmen bereit sind, um zu überleben und die Hoffnung in sich nicht sterben zu lassen. Sie ist eine Heldin, der Ammaniti seine ganze Bewunderung schenkt und mit der der große Autor anknüpft an seinen Welterfolg Ich habe keine Angst.

'Man versteht sofort, warum Ammaniti als „furchterregend guter Autor“ (The Independent) gefeiert wird […] düster und doch voller Licht und Hoffnung, weil es Annas selbstlose Liebe gibt.' BRIGITTE 'An solchen Stellen blitzt immer wieder das Interesse des Autors daran auf, wie sich die Kinder jenseits der Notwendigkeit des schieren Überlebens noch verhalten … Insgesamt steht ‚Anna‘ in einer literarischen Tradition, die mindestens bis Jules Vernes ‚Zwei Jahre Ferien‘ zurückreicht und so unterschiedliche Werke wie William Goldings ‚Herr der Fliegen‘ und John Christophers ‚Leere Welt‘ umfasst. Auch in ‚Anna‘ gilt das Interesse des Autors spürbar der besonderen Perspektive der Kinder … Ammaniti erzählt seine Geschichte spannend und deutlich visuell …' Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

'‘Anna‘ bleibt bis zur letzten Seite hochspannend. Auch umkurvt Ammaniti gekonnt die Klippe eines allzu platten Happy ends. Mehr noch: er verliert nie seinen Sinn für Humor.' Deutschlandfunk, „Büchermarkt“

'Ein grandioser, dystopischer Roman, in dem die Protagonistin Anna trotz aller Ausweglosigkeit niemals den Glauben an die Menschlichkeit und eine bessere Zukunft verliert. Eine Hymne an das Leben – auch und gerade in hoffnungslosen Zeiten.' WAZ'Der unbezwingbare Lebensmut von Niccolò Ammanitis Anna überstrahlt alles.' Donna

'Eines der herausragenden Erzähltalente Italiens.' Times Literary Supplement

'Ammaniti setzt neue Maßstäbe in post-apokalyptischer Literatur.' The Guardian

'Anna wurde mit Herr der Fliegen und Die Straße verglichen. [.] Eine zutiefst verstörende und nachdenklich stimmende Lektüre.' Daily Mail

'Mutiges kompromissloses Schreiben [.] Ein grausames, aber auch bewegendes post- apokalyptisches Werk, das in einer Welt spielt, in der alle Erwachsenen ausgelöscht wurden. An Goldings Herr der Fliegen oder Cormac McCarthys Die Straße erinnernd, ist es mit so viel Herz und Mitgefühl für seine notgeplagten Helden geschrieben, dass man nicht anders kann, als mitten hineingezogen zu werden und mit ihnen mitzufiebern. Fesselnde und bewegende Lektüre.' Big Issue

'Unübertroffenes Erzählen – eine bewegende Studie über Menschsein und Menschlichkeit.' Financial Times

'Ammaniti weiß, wie man Leser fesselt.' The Herald

'Anna hat so ziemlich alles, was man von einem post-apokalyptischen Abenteuerroman erwarten kann.' London Review of Books

'Ammanitis Stil ist makellos. Ein geradezu furchterregend guter Autor.' The Independent

'Ein Auto von extremer Vorstellungskraft und moralischer Subtilität.' Times Literary Supplement

'Ein grandios in sich zusammenfallendes Sizilien ist der Schauplatz der Ereignisse. Die Brücke von Messina wird für Anna zum Ziel eines erlösenden Exodus.' La Repubblica

'Ammaniti Zuneigung zu seinen Protagonisten ist vergleichbar mit der Empathie eines Cormac McMarthys mit seinen Figuren in Die Straße, er beschwört die Stimmung aus William Goldings Herr der Fliegen herauf und die Dekadenz der Walking Dead, allerdings ohne deren Grausamkeiten.' Corriere della Sera'Niccolò Ammaniti erzählt mal drastisch, mal poetisch, mal fast heiter, aber vor allem hat er eine rührend taffe Heldin geschaffen, die weiß, dass die Zeit knapp wird – eine Parabel auf unsere Welt.' emotion

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783961610099
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Eisele Verlag
Erscheinungsdatum:10.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Magicsunsets avatar
    Magicsunsetvor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Ein spannender postapokalyptischer Abenteuerroman, der in Nordsizilien spielt. Die mutige, clevere Hauptprotagonistin ist Anna, 13 Jahre alt
    Spannender Endzeit-Abenteuerroman in einer poetischen, beeindruckenden Sprache


    "Nuvole o pioggia, freddo o caldo il buio, prima o poi, perdeva la sua quotidiana battaglia con la luce." Zitat Seite 120 (Wolken oder Regen, Kälte oder Wärme, die Dunkelheit verlor früher oder später ihren täglichen Kampf mit dem Licht)

    Inhalt:
    Im Jahr 2016 tritt ein Virus auf, das alle Erwachsenen tötet und fûr das es kein Gegenmittel zu geben scheint. Nur Kinder sind immun, bis sie etwa vierzehn Jahre alt sind. So hat 2020 auch in Sizilien die Natur begonnen, die Dörfer und Städte zurück zu gewinnen. Anna war 9 Jahre alt, als ihre Eltern starben, ihr Bruder Astor 4. Jetzt ist sie 13 Jahre alt und weiß, dass sie aufbrechen und ihren Bruder auf das Festland bringen muss, wo vielleicht Erwachsene überlebt und ein Gegenmittel gefunden haben. Doch zuerst muss sie ihren Bruder finden, denn er ist plötzlich verschwunden..

    Genre und Thema:
    In diesem postapokalyptischen Abenteuerroman geht es um das Überleben in einer urzeitlichen Umgebung, wo auch Lebensmittel knapp sind. Kinder, die sich in neuen Strukturen zusammengeschlossen haben, ohne Erwachsene. Der Autor überlegt in seinem Roman das Verhalten seiner Protagonisten, wie es sein könnte. Es geht um Mut, Vertrauen und auch Liebe.

    Charaktere:
    Während der kleine Astor misstrauisch und meistens unvernünftig auf die neue Situation reagiert, ist die Hauptprotagonistin Anna eine Kämpferin, sie ist clever und einfallsreich und gibt nicht auf. Vom "Heft der Wichtigen Dinge", wo ihre Mutter für sie Anleitungen für alle nur möglichen Situationen aufgeschrieben hat, holt Anna sich die notwendigen Ratschläge, auch wenn sie erkennen muss, dass vieles davon nicht mehr stimmt. Dennoch bleibt Anna ein positiv denkendes Mädchen und als Leser schließt man sie rasch ins Herz. Ein weiterer wichtiger Protagonist ist sicher der Maremmen-Schäferhund Coccolone. Auch er gibt nie auf und hat, wie Anna sagt, sieben Leben wie eine Katze.

    Handlung und Sprache:
    Der Autor erzählt die Geschichte chronologisch, mit einigen Rückblenden. Die Handlung gewinnt nach einem ruhigen Einstieg, als er das Leben der beiden Kinder in ihrem Haus, der Maulbeerfarm, schildert, rasch an Spannung und bleibt bis zum Ende packend. Die Sprache ist im Gegensatz zum Thema poetisch, ein Höhepunkt ist für mich die rückblickende Schilderung, wie das Licht langsam ausging. Beeindruckend realistisch auch die Beschreibung der bekannten Orte, wie sie nach vier Jahren ohne Technik und Erhaltung aussehen könnten.

    Fazit:
    Ein bedrückendes Endzeit-Szenario, sehr spannend, sprachlich großartig umgesetzt. Besonders beeindruckt hat mich die positive Grundstimmung, die in dieser postapokalyptischen Geschichte um ein mutiges Mädchen immer mitschwingt. Ein Roman, der noch lange in den Gedanken bleibt.






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    gsimaks avatar
    gsimakvor 2 Monaten
    AUFWACHEN!

    AUFWACHEN!

    Niccolò Ammaniti hat hier eine Dystopie hingelegt, bei der ich nicht weiß, wie ich sie finden soll. Sie mutet grausam, ekelig, beängstigend und dennoch stellenweise sehr herzlich an. Anna ist ein mutiges 13 jähriges Mädchen. Sie lebt in einer Welt, in der alle erwachsenen Menschen einem Virus zum Opfer gefallen sind. Sie und ihr Bruder Astor mussten ihrer Mutter beim Sterben zusehen. Die Mutter hat den Kindern Notizen hinterlassen, was sie alles zu beachten haben um zu überleben. Vor allem soll Anna auf ihren kleinen Bruder Acht geben. Anna geht stets auf Raubzüge, um Nahrung zu beschaffen. Alles wird aus Dosen gegessen. Strom gibt es längst keinen mehr.  Hunde fallen die Menschen an. Jugend- und Kinderbanden haben sich gebildet. Manche der Banden sind bereits total verroht. Die Kinder kämpfen um's Überleben. Anna verlässt schweren Herzens das Haus "Maulbeerbaum", indem sie viele glückliche Jahre verlebt hat.  Sie lernt einen Jungen kennen, der ihr von Rettung in den Bergen erzählt. Die kleine Riesin soll dort alle Menschen von dem Virus befreien. Auch die Kinder werden krank werden ohne Hilfe. 

     

    Es gibt keine erwachsenen Menschen mehr. Dennoch verhalten sich die Kinder, wie es die Erwachsenen auch getan hätten. Es gibt Scharlatane die Heilung versprechen. Viele sind sich selbst der Nächste. Es werden Banden geschlossen. Man darf keinem mehr trauen. Jugendliche, die vom Virus befallen werden, haben die verräterischen roten Flecken. Sie husten und werden täglich schwächer. Oftmals dachte ich mir, dass die Kinder irgendwann sowieso krank werden. Wenn nicht an der "Roten" dann zumindest an den unhygienischen Zuständen die nun herrschen. Es gibt kein fließendes Wasser mehr. Überall liegt Müll. Die verstorbenen verwesen größtenteils in ihren Häusern. Der Anblick der Leichen ist für die Kinder mittlerweile normaler Alltag. Auf der Suche nach Lebensmitteln werden Häuser geplündert.  Durch die Augen von Anna lernen wir eine Welt kennen, die so abwegig nicht ist. Und dennoch gibt es Hoffnung und Liebe. Ganz besonders gefällt mir der Hund in dieser Geschichte. Beweist es doch, dass aus manchem Feind,  mit etwas Mitgefühl, ein Freund werden kann. Ja, es klingt absurd. Zwischen all den verwahrlosten Kindern hatte ich tatsächlich einmal richtig Angst um einen Hund!!!

    Der Schreibstil ist flüssig und überwiegend aus der Sicht des Mädchens Anna  in der dritten Person erzählt. In Rückblenden erfahren wir von einigen Menschen, wie ihr Leben vor der Seuche war. Wie nach und nach die Welt zum Einsturz kam. Oder .... gibt es auf dieser Welt noch ein gesundes Fleckchen Erde??? Anna, ihr Bruder und ein toller Freund, wollen ihr Glück in Kalabrien versuchen. 

    Das Setting vermittelt einem normalerweise Urlaubsfeeling. Lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, ob der italienischen Küche. Aber nicht im zukünftigen Italien! Da sieht der Speiseplan etwas anders aus. Da regieren Kinder das, was von unserer Erde übrig geblieben ist. Das Drama ist nicht weit von unserer Zeit entfernt. Ich habe die Message so verstanden: Was wir Erwachsenen unseren Kindern hinterlassen ist einfach nur Kacke! AUFWACHEN!

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    Angie*s avatar
    Angie*vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Fesselnde und erschreckende Dystopie, die uns das Fürchten lehrt.
    Die Zeit des Lichts endet!

    Inhalt /Klappentext:

    Vier Jahre ist es her, dass der Virus kam und alle Erwachsenen tötete. Mittlerweile gibt es keine Elektrizität mehr, die Wasser- und Lebensmittelvorräte gehen zu Ende. Brände haben gewütet und von einem einst blühenden Sizilien eine gespenstische Wüstenlandschaft hinterlassen. In dieser Welt lebt die dreizehnjährige Anna mit ihrem kleinen Bruder in einem Haus im Wald und versucht mit allen Mitteln, ihn vor den Gefahren des Lebens draußen zu bewahren. Doch Anna weiß: Früher oder später muss sie mit ihrem Bruder ihre alte Welt verlassen, um woanders eine neue zu finden. 

    Meine Meinung:
    Was für ein hübscher Titel-Name für eine gar nicht hübsche Dystopie! Das gebundene Buch mit dem ansprechenden Cover und dem roten Lesebändchen war kaum bei mir angekommen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, habe es praktisch in einem Rutsch verschlungen. *Verschlungen* , dieses rohe und drohende Wort passt perfekt zu diesem Roman eines Weltunterganges. Der Autor erzählt fesselnd, erzeugt entsetzliche Kopfbilder durch eine abgeklärte und spannende Schreibweise. Eine Katastrophe wird von der nächsten abgelöst. Man glaubt auf jeder Seite fassungslos, dass es nun doch gar keine Steigerung von Entsetzen, Gewalt, Hilflosigkeit, Hunger, Not und Einsamkeit geben könne. Doch es geht immer weiter. Anna und ihr kleiner Bruder Astor leben zu Beginn in einem relativ geschützten Raum auf *Gut Maulbeerbaum*. Für die beiden verlorenen Kinder ist die *Zeit des Lichts *, wie Anna es nennt, untergegangen. Nichts in ihrem Leben ist mehr so, wie sie es kannten. Und doch machen sie hin und wieder gute Erfahrungen, gewinnen einen treuen, tierischen Gefährten und Anna tauscht ihre Kindheit gegen die Verantwortung und Sorge für ihren kleinen Bruder ein, den sie liebt und beschützt.

    Die apokalyptischen Beschreibungen des Autors von brennenden , zerstörten Landschaften erzeugten Ängste in mir, Zweifel an unserem westlichen Lebensstil, der so total abhängig von Technik und Energie ist. Diese Kinder werden in ein Leben zurückgeworfen, in dem die Suche nach Überlebensmöglichkeiten zum Kernpunkt ihres Daseins wird. 
    Aber sie sind kleine, zwar noch unfertige Kinder, handeln oft instinktiv menschlich, kreativ, liebevoll, manchmal auch grausam und gleichgültig gegenüber anderen Lebewesen. Ein Selbstschutz, dem sie instinktiv folgen. 
    Diese Organisation von  Kinderbanden, ihren Gesetzen, die der Autor beklemmend beschreibt, hat mich tatsächlich ein wenig an *Herr der Fliegen* von William Golding erinnert. Aber *Anna* liegt viel näher an einer möglichen Realität , die der Menschheit das Fürchten lehren könnte. *Die Rote, das Virus* , könnte ja durch viele andere Katastrophen, die die Menschheit auslöschen  würde, ersetzt werden. Das ging mir  beim Lesen immer wieder durch den Kopf. Sei es ein weltweiter Atomschlag, oder auch eine Naturkatastrophe. 

    Ein interessantes Buch, das vom extremen menschlichem  Überlebenswillen berichtet, von Mut, Tapferkeit und auch Liebe. Von der Gefahr einer Verrohung durch das Machtstreben einzelner Gruppen, das Durchsetzen von den Grundstrukturen einer Diktatur.

    Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne für ein grossartiges, aber auch schockierendes Buch, welches uns das Fürchten nahe bringt. 

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    lui_1907s avatar
    lui_1907vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Leider einfach öde...
    Ein Endzeit-Roman der nichts besonderes ist

    Inhalt

    Vier Jahre ist es her, dass der Virus kam und alle Erwachsenen tötete. Mittlerweile gibt es keine Elektrizität mehr, die Wasser- und Lebensmittelvorräte gehen zu Ende. Brände haben gewütet und von einem einst blühenden Sizilien eine gespenstische Wüstenlandschaft hinterlassen. In dieser Welt lebt die dreizehnjährige Anna mit ihrem kleinen Bruder in einem Haus im Wald und versucht mit allen Mitteln, ihn vor den Gefahren des Lebens draußen zu bewahren. Doch Anna weiß: Früher oder später muss sie mit ihrem Bruder ihre alte Welt verlassen, um woanders eine neue zu finden. 

     

    Zu Beginn gleich: Ich mag Endzeit-Romane und die Grundgeschichte vom Buch war gut.  Leider war die Umsetzung irgendwie langweilig und langatmig. Ich konnte weder mit Anna noch mit Astor warm werden. Fand beide sehr kalt (ok, wahrscheinlich ist man so nach einer Apokalypse), irgendwie auch anstrengend und wirr. Trotzdem wollte man wissen, ob oder wie es mit den beiden weitergeht, nachdem sie ihr zu Hause verlassen müssen. Also wie man merkt, kann ich mich gerade nicht für das Buch begeistern^^

     

    Fazit: Hier fehlte mir leider das gewisse Etwas!

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    Lilith79s avatar
    Lilith79vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Kreative und außergewöhnliche Dystopie
    Kreative und außergewöhnliche Dystopie

    Bei "Anna" von Niccolò Ammaniti handelt es sich um ein weiteres Exemplar des sehr beliebten Themas "Dystopie" (warum die Menschen so gerne Bücher über die eine oder andere Form des Weltuntergangs schreiben und lesen ist sicher eine psychologisch hochinteressante Frage :D ).
    In diesem Genre hervorzustechen gelingt sicher gar nicht so einfach, der Roman "Anna" wurde in einem Artikel den ich gerade las sogar mit Cormac McCarthys "Die Straße" verglichen (den ich tatsächlich auch gelesen habe). Ob der Vergleich angemessen ist, mag ich nicht zu sagen, beide Bücher sind auf jeden Fall außergewöhnlich, der Stil von McCarthy aber spröder und weniger verspielt.

    Die Handlung von "Anna" spielt auf Sizilien, 4 Jahre nachdem auf der ganzen Welt eine Epidemie einer sogannten "roten Seuche" ausgebrochen ist an der alle Menschen innerhalb von wenigen Monaten starben. Ausbrechen tut die Krankheit aber erst bei Menschen, die die Pubertät erreicht haben, Kinder bleiben bis zu einem Alter von ca. 14 Jahren gesund...dementsprechend ist 4 Jahre nach erstmaligem Ausbruch von der Welt wie wir sie kennen nicht mehr viel übrig, es gibt keinen Strom, kein fließendes Wasser mehr, alles ist verfallen und geplündert, ...aber ausgestorben ist die Welt noch nicht, denn es leben noch Kinder und Tiere, mehr schlecht als recht. In dieser feindlichen Welt lebt auch Anna (ca. 12 oder 13 Jahre alt), zusammen mit ihrem kleinen Bruder Astor, der erst 6 Jahre alt ist. Bevor sie starb hat ihre Mutter ihre ein Buch mit Anweisungen zum Überleben geschrieben, an das Anna sich bisher so gut es geht gehalten hat. Die beiden Kinder leben immer noch im ehemaligen Haus der Mutter. Anna geht tagsüber auf Streifzüge um irgendetwas Essbares aufzutreiben. Ihren Bruder hält sie mit Horrorgeschichten über die Außenwelt dazu an, im Haus zu bleiben. Doch es wird immer schwieriger zu überleben, denn der Kampf um Ressourcen wird immer knapper...

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl es naturgemäß sehr düster ist und nichts für schwache Nerven. Was es von anderen Dystopien unterscheidet ist, dass die Beschreibungen der Ereignisse und der Welt für mich deutlich realistischer wirken als in vielen anderen Büchern, in denen nach einer Katastrophe die Welt oft eine Art Fantasy-mäßige Unwirklichkeit annimmt, in der gar nichts mehr von der vorherigen Welt übrig bleibt...das ist bei "Anna" nicht so, erstens wird die Geschichte teils in Rückblenden erzählt, so dass man auch Einiges über die Geschehnisse vor Ausbruch der Seuche erfährt, außerdem erinnern auch später noch einzelne Dinge und Alltagsgegenstände an früher, denn so lange ist der Ausbruch der Seuche ja noch gar nicht her. Das macht das Buch für mich irgendwie realistischer, deswegen aber teilweise auch Verstörender. Es ist auf jeden Fall ein besonderes Leseerlebnis, wegen der hoffnungslosen Ausgangssituation aber natürlich auch nicht grade ein Buch das man lesen sollte, wenn man aufmunternde Unterhaltung haben möchte (dann würde man sich das Buch aber wohl schon nach dem Klappentext natürlich nicht raussuchen). Mich hat das Buch überzeugt und es ist definitiv ein Buch, das auch im Genre Dystopie aus der Masse definitiv heraussticht.

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    Lovely_Lilas avatar
    Lovely_Lilavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Spannungsarmer, schwer zu verdauender Endzeitroman, der mich insgesamt leider enttäuscht hat. Wurde mit Schreibstil und Figuren nicht warm.
    Spannungsarmer, verstörender Endzeitroman, der mich insgesamt leider enttäuscht hat

    * Spoilerfreie Rezension *

    ~ „Anna“ ist ein schwer zu verdauender Endzeitroman, von dem ich mir aufgrund des Lobes viel erwartet habe, der mich aber leider insgesamt enttäuscht hat. Die Geschichte behandelt die üblichen Themen wie Essenbeschaffung, Moral und Überleben und bietet nur wenig Neues. Auch wenn die Dystopie durchaus ihre  poetischen, emotionalen, tristen, nervenzerreißenden und spannenden Momente hat, wurde ich sowohl mit dem sperrigen Schreibstil, der nichts beschönigt und uns Annas Welt in ihrer ganzen Grausamkeit zeigt, als auch mit den Figuren leider nur schwer oder gar nicht warm. Sehr gestört haben mich zudem die ausufernde Gewalt gegen Tiere und der Mangel an Spannung, was beides dazu führte, dass ich mehrmals überlegt habe, das Buch abzubrechen. Im Nachhinein bereue ich jedoch nicht, durchgehalten zu haben, auch wenn mir so manche Szene noch länger schwer im Magen liegen wird. Dafür gibt es an dieser Stelle noch ein Lob, denn das schafft bei mir (einer schon relativ abgehärteten Walking-Dead-Liebhaberin) nicht jede/r Autor/in. ~

    Inhalt


    In der Welt der 13-jährigen Anna und ihres Bruders Astor gibt es keine Erwachsenen. Eine aggressive Seuche hat vor vier Jahren alle Menschen ab der Pubertät ausgelöscht – und sie wütet noch immer. Auf Sizilien herrscht Anarchie, die Kinder sind auf sich gestellt, Krankheit und Tod stehen an der Tagesordnung. Die Heldin tut alles in ihrer Macht Stehende, um ihren Bruder zu beschützen und auf die Zukunft vorzubereiten, denn Anna weiß, dass auch ihre Zeit bald gekommen ist. Oder stimmen etwa die Gerüchte, dass es irgendwo noch „Große“ gibt, die ein Heilmittel gefunden haben?

    Übersicht

    Einzelband oder Reihe: Einzelband
    Verlag: Eisele
    Seitenzahl: 336
    Erzählweise: Figuraler Erzähler, Präteritum
    Perspektive: hauptsächlich aus weiblicher Perspektive, selten auch aus männlicher
    Kapitellänge: mittel
    Tiere im Buch: -! Dieses Buch ist für empathische Menschen und Tierliebhaber nur sehr schwer zu ertragen – mehr dazu im Abschnitt „Inhalt“.

    Warum dieses Buch?

    Für dystopische Geschichten bin ich immer zu haben, denn die Themen, die in Endzeitwerken typischerweise besprochen werden, finde ich sehr interessant. Zudem hat mich das enthusiastische Lob verlockt, das das Buch, welches in Italien monatelang auf der Bestsellerliste stand und von der Financial Times zu einem der besten Bücher des Jahres gewählt wurde, bereits erhalten hatte.

    Meine Meinung

    Einstieg (+/-)


    Den Prolog fand ich sehr atmosphärisch beschrieben, er hat mich sofort neugierig gemacht. Die ersten Seiten des ersten Kapitels jedoch fand ich dann jedoch zäh, auch wegen der Gewalt gegen Tiere. Die Geschichte kommt nur sehr langsam in Schwung und ich habe lange gebraucht, bis ich wirklich in der Geschichte angekommen war.

    „Sie kämpften, doch irgendwann kapierten ausnahmslos alle, dass es vorbei war, als hätte der Tod persönlich es ihnen ins Ohr geflüstert.“ E-Book, Position 759

    Schreibstil (+/-)

    Das lag zu einem großen Teil wohl auch am Schreibstil. Niccolò Ammaniti präsentiert den LeserInnen oft lange Rückblenden, erzählt die Vergangenheit seiner Figuren oft in einem detaillierten „ab ovo“-Stil. Man erfährt Dinge, die weit in der Vergangenheit liegen, wie das Kennenlernen der Eltern und die Herkunftsgeschichte des Hundes. Immer wieder haben mich diese Rückblenden aus dem Lesefluss gerissen, in den ich ohnehin das ganze Buch über nur schwer hineinfand. Das lag mit Sicherheit auch daran, dass das Buch nur sehr wenige Dialoge enthält und sich meist auf lange Alltags- und Umgebungsbeschreibungen und Annas einsame Wanderungen zur Essenbeschaffung konzentriert.

    Dem Schreibstil an sich stehe ich sehr zwiegespalten gegenüber. Einerseits ist er in seinen glänzenden Momenten anschaulich, angenehm, flüssig, emotional und sogar poetisch zu lesen, andererseits zeichnet er sich auch immer wieder durch wenig Tempo und Emotion und eine irgendwie schwer zu beschreibende Sperrigkeit/Holprigkeit aus, die es mir schwer gemacht hat, mitzufiebern und schnell voranzukommen. Obwohl keine schwierigen Worte verwendet wurden und die Sprache an sich nicht wirklich anspruchsvoll ist (einmal davon abgesehen, dass meiner Meinung mehr italienische Begriffe übersetzt oder erklärt werden hätten müssen, da man damit als Nichtsprecherin der Sprache nur wenig anfangen kann und Google bemühen muss), musste ich häufig ganze Absätze erneut lesen, weil ich immer wieder gedanklich ausgestiegen bin und mich nicht konzentrieren konnte.

    „So viel Zeit war vergangen, doch wenn Anna daran dachte, war ihre Sehnsucht so stark, dass es ihr vorkam, als fiele sie in ein Loch und käme nicht wieder hinaus.“ E-Book, Position 605

    „Anna konnte die Gedanken schier sehen, die dem Pechvogel mit dem Mantel durch den Kopf gingen. Schnurgerade einer nach dem anderen, wie die Waggons eines langsamen, ratternden Zugs.“ E-Book, Position 1606

    Inhalt, Themen, Botschaften & Ende (+/-)

    Dem Guardian kann ich leider nicht zustimmen, wenn er über dieses Buch schreibt: „Ammaniti setzt neue Maßstäbe in post-apokalyptischer Literatur.“ Im Gegenteil, ich hatte eher das Gefühl, dass es sich hier um eine Geschichte handelt, die wie ein Puzzle aus vielen (mir schon) bekannten Endzeitaspekten zusammengesetzt wurde. Innovativ fand ich den Plot also nicht, da typische Themen wie Essensbeschaffung, Einsamkeit, Überleben und moralische Aspekte im Mittelpunkt stehen. Jedoch bringt der Autor durchaus auch einige eigene, interessante Ideen ein, beschreibt eindrucksvoll den moralischen Verfall in einer Welt ohne Erwachsene und Regeln, in der der Stärkere siegt. Dennoch gibt es auch Hoffnungsschimmer am Horizont, wie etwa Momente der Lebensfreude, das Aufblitzen von Hoffnung, wenn etwas Schwieriges geschafft wurde, und Szenen voller Empathie, Liebe und Freundschaft. Das Ende fand ich, wenn auch etwas traurig (obwohl ich es schon erwartet hatte), sehr gelungen. Trotz der jungen Protagonistin handelt es sich hier für mich übrigens eindeutig um kein Jugendbuch.

    In seinen Schilderungen beschönigt der Autor nichts, egal ob es um die Beschreibungen der Zustände in den Häusern oder der Leichen geht. In diesem in drei Teile geteilten Buch wird wie im echten Leben ohne pompöse Heldenmomente still und leise gestorben, und Ammaniti hält wie ein grausamer Kameramann immer ganz genau drauf, wenn es richtig hässlich wird. Aus diesem Grund ist das Buch eine schwer zu verdauende Lektüre. Mancher Moment brennt sich ins Gedächtnis und liegt einem noch Stunden oder Tage schwer im Magen, weil man immer noch damit hadert. Für diese Leistung ist der Autor ohne Frage zu loben, denn das schafft nicht jede/r. Besonders schwer zu ertragen fand ich die ausufernde Gewalt gegen Tiere, die Tierquälereien und das Töten. Oft handelt es sich um Verteidigungskämpfe gegen wilde Tiere oder es wird für Nahrung getötet. Dennoch waren diese Beschreibungen für mich unerträglich. Besonders wütend gemacht hat mich der leicht humorvolle Ton bei der Beschreibung davon, wie ein Kampfhund auf grausame Weise „ausgebildet“ wird. Dieses Thema ist meiner Meinung nach überhaupt nicht witzig, und am liebsten hätte ich alleine aufgrund des Tier(schutz)aspektes das Buch mehrmals abgebrochen. Der Autor hat es meiner Meinung nach einfach übertrieben mit seiner Darstellung vom tierischen Leid.

    „Ihr Leben war dasselbe wie das einer Kakerlake, die nicht anders kann, als sich auf zwei Beinen weiterzuschleppen, wenn jemand auf sie tritt. Dasselbe, das eine Schlange dazu veranlasst, unter den Schlägen einer Hacke davonzukriechen, ihre Eingeweide hinter sich herziehend. […] Wir müssen weitermachen, ohne zurückzublicken, weil wir die Energie, die uns durchdringt, nicht beherrschen können, und selbst verzweifelt, verstümmelt und blind ernähren wir uns weiter, schlafen und schwimmen gegen den Strudel an, der uns nach unten zieht.“ E-Book, Position 1935

    Figuren (+/-)

    Vielleicht lag es auch am stellenweise nüchternen Schreibstil, der mir stellenweise zu wenig vom Gefühlsleben und der Gedankenwelt der Figuren preisgibt, aber es gelang mir über weite Teile des Buches nicht, wirklich eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Sie blieben weit von mir entfernt, die Distanz zu ihnen konnte erst im letzten Fünftel ein wenig überbrückt werden. Prinzipiell mochte ich Anna aber, die sich stets bemüht, ihren Bruder zu beschützen, und die gleichzeitig mit typisch pubertären Stimmungsschwankungen und Gefühlsausbrüchen zu kämpfen hat. Mir hat gefallen, dass die Heldin des Buches, Anna, eine Figur mit Fehlern, Ecken und Kanten ist.

    Wenn man so wenige Gefühle für die Figuren entwickelt, dass sie einem eigentlich egal sind, ist es natürlich schwer, ihrer Geschichte voller Interesse zu folgen und mitzufiebern. Obwohl es durchaus gute Ansätze und starke Momente gibt und obwohl der Autor sich bemüht, seinen Figuren eigene Persönlichkeiten zu geben, so hat die Figurenzeichnung bei mir nicht so funktioniert, wie sich das Niccolò Ammaniti wahrscheinlich gewünscht hätte. Meine Lieblingsfigur – und die einzige, für die ich wirklich durchgehend gehofft und gebangt habe – war interessanterweise Coccolone (wer das genau ist, möchte ich hier nicht verraten, um nicht zu spoilern). Bin ich da eigentlich die Einzige, oder ist es noch jemandem so ergangen?

    „Sie war mit ihrem Bruder aufgewachsen, wie ein Baum um einen Stacheldraht wächst, die beiden waren miteinander verschmolzen und eins.“ E-Book, Position 2248

    Spannung & Atmosphäre (-)

    Es gab durchaus atmosphärische Momente, in denen Endzeitstimmung und eine sehr unheilvolle Stimmung aufkamen, jedoch zeichnete sich das Buch für mich hauptsächlich durch seinen ausgeprägten Spannungsmangel aus. Ich habe mich wirklich über weite Teile durch die Seiten gequält und überlegt, ob ich das Buch abbrechen soll. Bis etwa zum letzten Fünftel kam ich wirklich nur sehr langsam und zäh voran. Der dünne Plot ist mit Sicherheit auch daran schuld. Manchmal schien es mir eher, als wolle der Autor den Alltag von Anna und Astor beschreiben, anstatt eine richtige Geschichte mit Handlung, Anfang und Ende zu erzählen. Dennoch gibt es zwischendurch auch unerwartete Wendungen und sehr spannende, geradezu nervenzerreißende Momente, in denen man ängstlich weiterliest – vor allem weil man schnell merkt, dass der Autor keinerlei Hemmungen hat, auch liebevoll erschaffene Figuren gnadenlos zu töten. Im Nachhinein bereue ich es jedoch auch nicht, durchgehalten zu haben (es ist eines dieser Bücher, die einem im Nachhinein besser gefallen als während des Lesens).

    Geschlechterrollen (+/-)


    Anna ist eine sehr selbstbewusste junge Frau, die sich nichts gefallen lässt. Sie kämpft wie eine Löwin für Astors und ihr Leben, ist mutig und stark. Manche Szenen fand ich etwas unglaubwürdig und seltsam, besonders in Bezug darauf, dass die Geschichte von einem Mann geschrieben wurde. Da dachte ich mir dann: Das würde doch im echten Leben nicht passieren. Traurig fand ich auch den sexuellen Übergriff, auch wenn ich denke, dass dies in einer derart gefährlichen Welt durchaus passieren kann. Gestört hat mich, dass Anna, als eine andere Person zur Gruppe stößt, sofort das Saubermachen und Kochen übernimmt, vermutlich einfach, weil sie eine Frau ist. Hier hätte ich mir ein stärkeres Hinterfragen von stereotypen Rollenmustern gewünscht, vor allem, da diese in Annas Welt so ja eigentlich nicht mehr existieren. Auch in einzelnen Rückblenden sind Geschlechterstereotypen vorhanden, eine Verwendung des Wortes Schla*** gibt es auch. Insgesamt sind diese Dinge aber großteils zu verschmerzen, weil der Autor eine so starke weibliche Figur ins Zentrum seiner Geschichte gesetzt hat.

    Mein Fazit

    „Anna“ ist ein schwer zu verdauender Endzeitroman, von dem ich mir aufgrund des Lobes viel erwartet habe, der mich aber leider insgesamt enttäuscht hat. Die Geschichte behandelt die üblichen Themen wie Essenbeschaffung, Moral und Überleben und bietet nur wenig Neues. Auch wenn „Anna“ durchaus seine poetischen, emotionalen, tristen, nervenzerreißenden und spannenden Momente hat, wurde ich sowohl mit dem sperrigen Schreibstil, der nichts beschönigt und uns Annas Welt in ihrer ganzen Grausamkeit zeigt, als auch mit den Figuren leider nur schwer oder gar nicht warm. Sehr gestört haben mich zudem die ausufernde Gewalt gegen Tiere und der Mangel an Spannung, was beides dazu führte, dass ich mehrmals überlegt habe, das Buch abzubrechen. Im Nachhinein bereue ich jedoch nicht, durchgehalten zu haben, auch wenn mir so manche Szene noch länger schwer im Magen liegen wird. Dafür gibt es an dieser Stelle noch ein Lob, denn das schafft bei mir (einer schon relativ abgehärteten Walking-Dead-Liebhaberin) nicht jede/r Autor/in.

    Ob ich noch etwas vom Autor lesen werde, ist noch nicht entschieden.

    Bewertung

    Idee, Themen, Botschaft: 3 Sterne
    Worldbuilding: 3,5 Sterne
    Ausführung: 3 Sterne
    Einstieg: 2 Sterne
    Schreibstil: 3 Sterne
    Protagonistin: 4 Sterne
    Figuren: 3 Sterne
    Atmosphäre: 3 Sterne
    Spannung: 2 Sterne
    Ende: 5 Sterne
    Emotionale Involviertheit: 2,5 Sterne
    Geschlechterrollen: +/-

    Insgesamt:

    ❀❀❀

    Dieses Buch bekommt von mir 3 insgesamt leider enttäuschte Lilien!

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    Naburas avatar
    Naburavor 2 Monaten
    Was ist man bereit, für die Hoffnung auf Heilung zu tun?

    Vor vier Jahren sind alle Erwachsenen an einer unheilbaren Krankheit gestorben. Anna und ihr kleiner Bruder Astor leben in Sizilien und haben sich seither im Haus ihrer Mutter abgeschottet. Anna verlässt das Haus nur, um Lebensmittel und Medikamente zu beschaffen; Astor aus Angst vor Monstern, die Anna heraufbeschworen hat, gar nicht. Doch die Nahrung wird zunehmend knapper, Anna kommt dem Erkrankungsalter immer näher und die Gerüchte über eine mögliche Heilung in der Ferne häufen sich. Als eine umherstreifende Bande Astor mitnimmt, verlässt Anna ihre Heimat, um ihren Bruder wiederzufinden.

    Bücher über eine Welt, in der alle Erwachsenen gestorben sind, gibt es zuhauf. Ich war deshalb gespannt, wie Niccolò Ammaniti dieses Thema umsetzt und mit welchem Elementen er dem Thema seinen eigenen Stempel aufdrückt. Nach einem kurzen Prolog aus der Zeit kurz nach dem Ausbruch der Krankheit trifft der Leser erstmals auf Anna. Diese muss immer weitere Wege auf sich nehmen, um Lebensmittel zu beschaffen. Vor allem das Übernachten unterwegs ist gefährlich, und auch tagsüber wird sie immer wieder von wilden Hunden verfolgt. Diesmal kann sie einem besonders aggressiven Exemplar nur knapp entkommen.

    Nach einem ersten Eindruck davon, was seit der tödlichen Pandemie aus der Welt geworden ist, lernt man Anna und ihren Bruder besser kennen und erfährt einiges über die Hintergründe ihrer aktuellen Situation. Ihr Vater gehörte zu den ersten Toten, doch ihre Mutter hielt lange genug durch, um ein Notizbuch mit vielen Anweisungen zu füllen, wie sich die Geschwister verhalten sollen. Das ist auch vier Jahre später noch die Grundlage für ihr Tun. Dabei hat Anna die Rolle der Beschützerin inne, die ihrem Bruder bewusst unheimliche Geschichten über Monster außerhalb ihres Grundstücks erzählt hat, damit er nicht wegläuft.

    Bewegung kommt in die Geschichte, als in Annas Abwesenheit eine Bande ihr Haus plündert und Astor mitnimmt. Nun muss auch sie den sicheren Hafen in Richtung Berge verlassen. Dorthin gehen immer mehr Kinder, denn eine „Kleine Riesin“ soll die Krankheit heilen können, die in ihnen allen schlummert und im Teenageralter ausbricht. Anna begegnet anderen Kindern, die mit ihrem Schicksal auf ganz verschiedene Weise umgehen, erlebt abergläubische Rituale und muss sich entscheiden, wem sie ihr Vertrauen schenkt.

    Die Geschichte kommt nur langsam in Schwung und ich vermisste eine länger andauernde Spannung. Anna gerät immer wieder in brenzlige Situationen, die sich schnell auflösen. Ich konnte mich gut in ihre Lage hineindenken und nachvollziehen, warum sie ihren kleinen Bruder übermäßig beschützt und den Gerüchten über mögliche Heilungen mit gemischten Gefühlen lauscht. Der Fokus der Geschichte liegt auf dem Überleben in einer dystopischen Welt und was Kinder in Hoffnung auf eine Heilung für die in ihnen allen schlummernde Krankheit tun. Für mich ist „Anna“ eine schnell gelesene, gute Dystopie, die jedoch nicht genügend überraschende und neuartige Elemente bietet, um aus der Masse von Geschichten mit der gleichen Thematik herauszustechen.

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    yellowdogs avatar
    yellowdogvor 2 Monaten
    Endzeit

    In regelmäßigen Abständen von meist einigen Jahren erscheinen Endzeitromane oder -Filme, die meist viel Action und damit Unterhaltung bieten. Anna, im Original 2015 erschienen, geht in diese Richtung. Die Seuche hat alle Erwachsenen getötet, nur einige Kinder leben noch, die aber ebenfalls den Ausbruch des Virus zu erwarten haben, sobald sie erste Anzeichen zeigen, erwachsen zu werden. Und das führt unvermeidbar zum Tod. Im Mittelpunkt des Romans steht Anna, die um ihr Überleben kämpft, da gibt es z.B. Passagen mit viel Action beim Kampf gegen wildgewordene Hunde.

    Ansonsten kümmert sich Anna in erster Linie um ihren kleinen Bruder. Zeitweiliger Begleiter ist dann noch Pietro, ein schon älterer Junge.

    Die Beschreibungen der zusammengebrochenen Gesellschaft und Umgebung wird effektvoll beschrieben. Plünderungen, Verwüstungen und Brände. Niccolo Ammaniti kann schreiben, eine Melancholie begleitet seine Sprache.


    Der zweite Teil des Buches konzentriert sich auf die Suche Annas nach ihrem verschwundenen Bruders Astor, den sie dann tatsächlich bei einer Gruppe Kindern findet. Interessant ist die Frage, ob sich in dieser kleinen Gruppe Kinder eine neue Gesellschaftsform bildet, die wenigstens ein paar Jahre Bestand haben kann.

    Aber Anna misstraut dem, besteht auf ihre Unabhängigkeit. Das bedeutet aber auch, kämpfen zu müssen.


    Der dritte Teil “Die Meeresenge” zeugt dann einen kurzen Moment der Ruhe. Es entsteht zwischen Anna, Astor und Pietro eine kleine Gemeinschaft, fast wie eine Familie.


    Ich bewundere den Roman für seine bildreiche Sprache und Ausdruck, aber seine thematische Wichtigkeit bezweifle ich. Dennoch halte ich das Buch für lesenswert!

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    Kristine_liests avatar
    Kristine_liestvor 2 Monaten
    Empfehlenswerte Dystopie

    Wow, dieses Buch hat mir einiges abverlangt! So hart, direkt, brutal, ungeschönt es wohl in einer dystopischen Welt abgeht, so steigt man auch gleich in die Geschichte um die 13jährige Anna ein. Es gibt nicht viele Autoren, die mir äußerlich sichtbare Reaktionen beim Lesen entlocken können- hier ist es gelungen. Niccolò Ammaniti zog mich mit seinem schonungslosen, direkten Schreibstil förmlich mit ins Geschehen.
    Einzig das Ende war für meinen Geschmack zu offen gehalten.
    Fazit: wirklich empfehlenswerte Dystopie!!!

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    Kathrin_Schroeders avatar
    Kathrin_Schroedervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: eher enttäuschend
    Starker Start sehr schwacher Verlauf

    Anna von Niccolò Ammaniti

    Erscheinungsdatum 10.8.18 gelesen dank netgalley im Juni 2018 als ebook (kindle)

    Genre: Dystopie, Young Adult, Belletristik, SF(?)

    Anna (12) und ihr kleiner Bruder Astor kämpfen ums Überleben in einer Welt, in der ein Virus alle Erwachsenen getötet hat und Jugendlichen mit etwa 14 Jahren weiterhin umbringt.

    Ich habe schon viele interessante Dystopien gelesen und mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Wird es eine Überlebensgeschichte, schildert es den Alltag, gibt es Konflikte, eine Reise und Suche nach Heilung, ist das Ende eher positiv oder trübsinnig, waren meine Fragen.

    Das Buch startet interessant, Suche nach Nahrung, Tricks den Bruder in Sicherheit zu halten, Details über Alltag und Nahrungssuche, Gefahren, Ekel und Mut. Dann eine Konfrontation mit einer gemischten Gruppe, angedeutete Heilslehren und Massenbeeinflussung. Es rutscht ein wenig in Richtung Fänger im Roggen. Aber irgendwo auf der Strecke verliere ich den Bezug zu Anna und Astor. Sie schaffen es nicht für mich real zu sein. Sind sie abgedreht und gefühlsbetont, dann bricht der Autor ab oder das Ganze verschwimmt in Alkohol und Drogen. Erst werden lauter eher unwichtige Handlungsdetails sehr ausführlich ausgebreitet, dann gibt es einen Bruch, ein Entscheidungsprozess wird übersprungen und die Handlung springt in eine neue Situation um sich wieder in Belanglosigkeiten zu erschöpfen. Mir hat dieses Buch leider zu wenig Spaß gemacht. Was sollte es? Kinder in einer existenziellen Notlage begleiten? Pubertäre Entwicklung ohne Erwachsene beschreiben? Exzesse in einer postapokalytischen Welt? Gesellschaftskritik? Spätestens am Ende eines Buches möchte ich gern wissen, was der Autor damit bezweckt. Hier habe ich dies nicht gefunden.
    #Anna #NetGalleyDE #NiccoloAmmaniti #Dystopie #Rezension #KathrinliebtLesen

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