Niccolo Machiavelli

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Lebenslauf von Niccolo Machiavelli

Niccolò di Bernardo dei Machiavelli (1469-1527) war ein florentinischer Philosoph, Politiker, Diplomat, Chronist, Schriftsteller und Dichter. Vor allem aufgrund seines Werkes "Il Principe" (Der Fürst) gilt er als einer der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit. Machiavelli ging es hier - im Ansatz neutral - darum, Macht analytisch zu untersuchen, anstatt normativ vorzugehen und die Differenz zwischen dem, was sein soll, und dem, was ist, festzustellen. Er orientierte sich in seiner Analyse an dem, was er für empirisch feststellbar hielt.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Der Fürst (ISBN:9783868209891)

Der Fürst

 (17)
Erschienen am 26.04.2011
Cover des Buches The Prince (ISBN:9780141442259)

The Prince

 (2)
Erschienen am 13.01.2012
Cover des Buches The Art of War (ISBN:9781409968245)

The Art of War

 (0)
Erschienen am 15.08.2009
Cover des Buches Le Istorie Fiorentine (ISBN:9780559332869)

Le Istorie Fiorentine

 (0)
Erschienen am 30.10.2008
Cover des Buches Discourses on Livy (ISBN:9781409968252)

Discourses on Livy

 (0)
Erschienen am 30.08.2009

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Rezension zu "Der Fürst" von Niccolo Machiavelli

Rezension zu " Der Fürst" von Niccolo Machiavelli
Mario_Veraguthvor 5 Jahren

Machiavellis hauptsächlicher Impuls und gleichsam die Hoffnung hinter dem Werk war, es als Geschenk dargeboten, als kluger Stratege anerkannt und wieder in seine verlorenen Machtpositionen eingesetzt zu werden. Dies misslang zwar, aber als einer der ersten Lehrherrn und Vorgänger der modernen spin doctors verstand er es, die Mechanismen hinter Aufstieg und Fall bekannter historischer Persönlichkeiten und Großreiche und die zugrunde liegenden Denkfehler minutiös aufzuzeigen.

Primär bemüht er Beispiele aus der römischen und italienischen Geschichte um, ganz glühender, auf Vereinigung Italiens unter einem souveränen Banner hoffender, Patriot der er war, für die als Leser zu gewinnenden Herrscher und Generäle einen emotionalen Ankerpunkt mit einzubeziehen.

Die Ökonomie war Machiavelli ein Anliegen, da er den Zusammenhang zwischen zufrieden arbeitenden Untertanen und prosperierendem Heeres- und Allgemeinwesen erkannte und den steten Blick auf die interne Entwicklung empfahl. Die als Ideal empfundene Staatsform ist dabei immer autokratischer Natur, wenn auch auf Wohlstand und Zufriedenheit der Unterdrückten bedacht, um Aufständen vorzubeugen.

Vom Massenpsychologischen her sind die angeregten Vorgehensweisen durchdacht und zeugen von der Kenntnis des Autors über die menschliche Psyche. Kein Pathos, keine falschen Heroen werden bemüht, sondern aufgrund scharfer Beobachtung richtige Rückschlüsse gezogen und somit bis heute gültige Prognosen über die Auswirkungen getätigt. Als einer der Begründer der Politikwissenschaften geht Machiavelli systematisch vor und zieht wissenschaftlich seriös und bar jeglicher religiöser oder philosophischer Verklärung seine gültigen Schlüsse. Dies hebt ihn angenehm von griechischen und römischen Denkern ab, deren Thesen, hinter Unmengen an glitzerndem Beiwerk versteckt, teils schwer zu finden und verinnerlichen sind.

Auf viele erdenkliche Konstellationen von Machtverhältnissen wird eingegangen, seien es die Vorbedingungen zur Herrschaftserlangung, deren Erhalt und Ausbau, den Umgang mit Feinden, Verbündeten und vermeintlichen Allianzen, die Wichtigkeit einer sprachlichen und kulturellen Einheit, den Aufbau eines eigenen, söldnerfreien Heereswesen sowie dem Umgang mit dem eigenen Volk und den politischen Mitläufern und Gegnern. Es wird eindringlich vor der Wahl falscher, inkompetenter Berater gewarnt und die Wichtigkeit des Augenmerks auf Mäßigung und, wenn auch nur vermeintliche, Gerechtigkeit gelegt. Wobei er auch, konkret zur Wahrung des äußeren Scheins, zu Manipulation und Lügen anregt um im politischen Tagesgeschäft überleben zu können und sich der Gewogenheit des Volkes sicher sein zu können. Der Zweck heiligt die Mittel. Dieses ursprünglich religiöse Leitmotiv durchzieht das gesamt Werk und es wird vor nichts zurückgeschreckt.

Diese Offenheit war es, die einen größeren Erfolg zu Lebzeiten im Keim erstickte, da die konservative Gesellschaft sich von so unchristlichen Praktiken einfach brav konditioniert abwenden musste. Der Mechanismus zur Verdrängung unliebsamer Tatsachen mit den Mitteln der Realitätsverweigerung, selektiver Wahrnehmung und konservativ-bigottem Weltbild ist derselbe geblieben.

Was die vielfach angekreidete Skrupellosigkeit anbelangt, findet sich kein Unterschied zu modernen Denkfabriken aus Militär, Politik und Wirtschaft. Sicher werden die Übergriffe heutzutage marketing- und PR-technisch ausgewogen noch euphemistischer verbrämt, um ganz im Sinne der besseren Klangart, politischen Korrektheit und der corporate responsibility attraktiv zu wirken und die beinharte Vorgehensweise kaschierend und verfremdend dargestellt. Nur das Anliegen, konkurrierende Staaten, Firmen und auch Personen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln nicht nur zu schädigen, sondern in Kampfunfähigkeit, Staatbankrott und Privatkonkurs zu treiben, ist dasselbe geblieben. Es wird heutzutage nur nicht, was man Machiavelli noch zugute halten muss, ehrlich kommuniziert, sondern hinter undurchschaubaren Verträgen, juristischen Klauseln, diplomatischen Winkelzügen und beschwichtigender Rhetorik versteckt. Und konsequent gegen eine der Grundregeln, sich beim eigenen Volk sowohl beliebt als auch gefürchtet zu machen, verstoßen. Die zeitlose Gültigkeit etlicher Regeln zeugt sowohl von der Weitsicht des Autors als auch von der verderblichen Anziehungskraft der Macht und den Folgen, die dieses Werk unmittelbar verursacht hat und in Zukunft noch verursachen wird.

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Rezension zu "Der Fürst" von Niccolo Machiavelli

Rezension zu "Der Fürst" von Niccolo Machiavelli
Jeamivor 10 Jahren

Machiavellis, selbst wohl ein gescheiterter Politiker der nach der Rückkehr der Medici all seiner Ämter enthoben wurde geriet in den Verdacht an einer Verschwörung gegen die Medici beteiligt zu sein - wurde verhaftet, gefoltert und während einer Amnestie wieder freigelassen. Auf seinem Landgut hat er diese Buch wohl geschrieben.
Liest sich schwer und zieht sich ganz schön. Erstaunlich jedoch, welche Parallelen zu unserer heutigen Politik erkennbar sind.

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