Niccolo Machiavelli Der Fürst

(17)

Lovelybooks Bewertung

  • 22 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(1)
(8)
(5)
(3)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der Fürst“ von Niccolo Machiavelli

Niccolò Machiavellis 1532 erschienene Schrift 'Il Principe' ist unter dem Titel 'Der Fürst' Weltliteratur
geworden. In seiner Radikalität, in seiner scharfen Trennung zwischen rein politischem Handeln und den
Entscheidungen des Einzelnen, überstrahlt Machiavellis Werk die politiktheoretischen Schriften aller seiner
Zeitgenossen.
Machiavelli will klären, 'was das oberste politischen Amt sei, wie viele Arten es davon gibt, wie und wann
man es behält, und wie und wann man es verliert'. Es geht ihm dabei um die Herrschaftsbildung und Herrschaftssicherung,
um die Bewahrung des principato. Sämtliche Handlungen des Fürsten werden an ihrem
politischen Zweck der Erhaltung der Herrschaft gemessen. Entscheidend für den Erfolg ist nicht der moralische
Wert sondern allein die Wirkung des Verhaltens.
Dieser ausschließlich erfolgsorientierte amoralische Zweckrationalismus war es, der viel seiner Zeitgenossen
zutiefs verstörte. Schon vor Jahrhunderten wurde 'Machiavellismus' zu einem Synonym für Verschlagenheit
und Hinterlist, für Amoral und Rücksichtslosigkeit in der Politik. Man hat sich angewöhnt, jede skrupellose
Machtpolitik als 'machiavellistisch' zu bezeichnen, jene berühmte oder vielmehr berüchtigte 'Realpolitik
', die sich auf Machiavellis 'Il Principe' berufen zu können glaubt.
Jedes Jahrhundert hat Machiavellis Schrift anders ausgelegt. In jüngster Zeit wurde sie, wie viele andere
Klassiker der Staats- und Kriegskunst auch, erfolgreich von der Managementlehre adaptiert. Ob unternehmerische
Führungsstrategien oder persönliche Karriereplanung, an Machiavellis und Anti-Machiavellis
herrscht auf dem Buchmarkt kein Mangel. Dennoch lohnt sich ein Blick ins Original, denn 'Der Fürst' ist
eine realistische, und in seiner Art zeitlose Diagnose der Politik, in der die Interessen des Staates stets Vorrang
vor allen ethischen Überlegungen hatten.

Das kleine Einmaleins der Machtpolitik, Ränkeschmiederei, Manipulation und eiskalter Berechnung

— bibliophilist1985

Stöbern in Sachbuch

Das Sizilien-Kochbuch

Ein leidenschaftliches und sehnsuchtsvolles Buch an die Küche und die Kultur Siziliens

Hexchen123

Gemüseliebe

Großartiges, frisches und neues vegetarisches Kochbuch! Großartig! Ich liebe es!

Gluehsternchen

Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

Ein kleines und unscheinbares Buch, dessen Thema in unserer heutigen Zeit so gewichtig ist.

Reisenomadin

Das verborgene Leben der Meisen

Die Bibel für ausgemachte Meisenliebhaber. Ausführlicher geht fast nicht.

thursdaynext

Kann weg!

Herrliche Lachflashs garantiert!

Lieblingsleseplatz

Zwei Schwestern

Ein wichtiges Buch.

jamal_tuschick

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu " Der Fürst" von Niccolo Machiavelli

    Der Fürst

    bibliophilist1985

    13. December 2014 um 06:10

    Machiavellis hauptsächlicher Impuls und gleichsam die Hoffnung hinter dem Werk war, es als Geschenk dargeboten, als kluger Stratege anerkannt und wieder in seine verlorenen Machtpositionen eingesetzt zu werden. Dies misslang zwar, aber als einer der ersten Lehrherrn und Vorgänger der modernen spin doctors verstand er es, die Mechanismen hinter Aufstieg und Fall bekannter historischer Persönlichkeiten und Großreiche und die zugrunde liegenden Denkfehler minutiös aufzuzeigen. Primär bemüht er Beispiele aus der römischen und italienischen Geschichte um, ganz glühender, auf Vereinigung Italiens unter einem souveränen Banner hoffender, Patriot der er war, für die als Leser zu gewinnenden Herrscher und Generäle einen emotionalen Ankerpunkt mit einzubeziehen. Die Ökonomie war Machiavelli ein Anliegen, da er den Zusammenhang zwischen zufrieden arbeitenden Untertanen und prosperierendem Heeres- und Allgemeinwesen erkannte und den steten Blick auf die interne Entwicklung empfahl. Die als Ideal empfundene Staatsform ist dabei immer autokratischer Natur, wenn auch auf Wohlstand und Zufriedenheit der Unterdrückten bedacht, um Aufständen vorzubeugen. Vom Massenpsychologischen her sind die angeregten Vorgehensweisen durchdacht und zeugen von der Kenntnis des Autors über die menschliche Psyche. Kein Pathos, keine falschen Heroen werden bemüht, sondern aufgrund scharfer Beobachtung richtige Rückschlüsse gezogen und somit bis heute gültige Prognosen über die Auswirkungen getätigt. Als einer der Begründer der Politikwissenschaften geht Machiavelli systematisch vor und zieht wissenschaftlich seriös und bar jeglicher religiöser oder philosophischer Verklärung seine gültigen Schlüsse. Dies hebt ihn angenehm von griechischen und römischen Denkern ab, deren Thesen, hinter Unmengen an glitzerndem Beiwerk versteckt, teils schwer zu finden und verinnerlichen sind. Auf viele erdenkliche Konstellationen von Machtverhältnissen wird eingegangen, seien es die Vorbedingungen zur Herrschaftserlangung, deren Erhalt und Ausbau, den Umgang mit Feinden, Verbündeten und vermeintlichen Allianzen, die Wichtigkeit einer sprachlichen und kulturellen Einheit, den Aufbau eines eigenen, söldnerfreien Heereswesen sowie dem Umgang mit dem eigenen Volk und den politischen Mitläufern und Gegnern. Es wird eindringlich vor der Wahl falscher, inkompetenter Berater gewarnt und die Wichtigkeit des Augenmerks auf Mäßigung und, wenn auch nur vermeintliche, Gerechtigkeit gelegt. Wobei er auch, konkret zur Wahrung des äußeren Scheins, zu Manipulation und Lügen anregt um im politischen Tagesgeschäft überleben zu können und sich der Gewogenheit des Volkes sicher sein zu können. Der Zweck heiligt die Mittel. Dieses ursprünglich religiöse Leitmotiv durchzieht das gesamt Werk und es wird vor nichts zurückgeschreckt. Diese Offenheit war es, die einen größeren Erfolg zu Lebzeiten im Keim erstickte, da die konservative Gesellschaft sich von so unchristlichen Praktiken einfach brav konditioniert abwenden musste. Der Mechanismus zur Verdrängung unliebsamer Tatsachen mit den Mitteln der Realitätsverweigerung, selektiver Wahrnehmung und konservativ-bigottem Weltbild ist derselbe geblieben. Was die vielfach angekreidete Skrupellosigkeit anbelangt, findet sich kein Unterschied zu modernen Denkfabriken aus Militär, Politik und Wirtschaft. Sicher werden die Übergriffe heutzutage marketing- und PR-technisch ausgewogen noch euphemistischer verbrämt, um ganz im Sinne der besseren Klangart, politischen Korrektheit und der corporate responsibility attraktiv zu wirken und die beinharte Vorgehensweise kaschierend und verfremdend dargestellt. Nur das Anliegen, konkurrierende Staaten, Firmen und auch Personen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln nicht nur zu schädigen, sondern in Kampfunfähigkeit, Staatbankrott und Privatkonkurs zu treiben, ist dasselbe geblieben. Es wird heutzutage nur nicht, was man Machiavelli noch zugute halten muss, ehrlich kommuniziert, sondern hinter undurchschaubaren Verträgen, juristischen Klauseln, diplomatischen Winkelzügen und beschwichtigender Rhetorik versteckt. Und konsequent gegen eine der Grundregeln, sich beim eigenen Volk sowohl beliebt als auch gefürchtet zu machen, verstoßen. Die zeitlose Gültigkeit etlicher Regeln zeugt sowohl von der Weitsicht des Autors als auch von der verderblichen Anziehungskraft der Macht und den Folgen, die dieses Werk unmittelbar verursacht hat und in Zukunft noch verursachen wird.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Fürst" von Niccolo Machiavelli

    Der Fürst

    Jeami

    09. March 2010 um 09:16

    Machiavellis, selbst wohl ein gescheiterter Politiker der nach der Rückkehr der Medici all seiner Ämter enthoben wurde geriet in den Verdacht an einer Verschwörung gegen die Medici beteiligt zu sein - wurde verhaftet, gefoltert und während einer Amnestie wieder freigelassen. Auf seinem Landgut hat er diese Buch wohl geschrieben. Liest sich schwer und zieht sich ganz schön. Erstaunlich jedoch, welche Parallelen zu unserer heutigen Politik erkennbar sind.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks