Nicholas Christopher Das verlorene Bestiarium

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Inhaltsangabe zu „Das verlorene Bestiarium“ von Nicholas Christopher

»Die erste Bestie in meinem Leben war mein Vater ...«Unzählige Legenden ranken sich um das ›Karawanenbuch‹, ein Bestiarium aus dem Mittelalter mit prächtigen Illustrationen von Fabelwesen, die die Sintflut nicht überlebt haben. Die Handschrift ist seit Jahrhunderten verschwunden. Wer sie findet, so heißt es, werde das absolute Wissen erlangen. Als Xeno Atlas, schon als Kind fasziniert von phantastischen Geschöpfen und Tiergeistern, von diesem Buch erfährt, setzt er alles daran, ihm auf die Spur zu kommen. Er macht sich auf eine abenteuerliche Suche, die ihn um die ganze Welt führen wird: vom New York der Fünfzigerjahre über die Schlachtfelder Vietnams, über Bibliotheken und Archive auf Hawaii bis in die verwinkelten Gassen des Venedigs der Achtziger – und mitten hinein in das Rätsel seiner eigenen Familiengeschichte.»Das verlorene Bestiarium ist das beste Beispiel dafür, was passiert, wenn Überlieferungen und eine fesselnde Story in die Hände des richtigen Autors fallen.« The Los Angeles Book Review

Eine wirklich interessante und spannende Geschichte, die mich in ihren Bann zog und mich noch immer nicht loslässt...

— SicaUee
SicaUee

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  • Rezension zu "Das verlorene Bestiarium" von Nicholas Christopher

    Das verlorene Bestiarium
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. July 2011 um 19:40

    Das Karawanenbuch existiert nicht in unserer realen Welt. In der Welt des Helden Xeno Atlas jedoch manifestiert sich das Bestiarium, eine schriftliche Fixierung aller bekannten Fabelwesen, auf unterschiedliche Weise. Während seiner Suche nach dem Karawanenbuch stößt er immer wieder auf Spuren und versteckte Hinweise, die ihn seinem Ziel näher bringen. Doch nicht allein die Nachforschungen über die verschollene Handschrift bestimmen Xenos Lebensweg, denn er begegnet einer ganzen Reihe von scheuen Wesen, die der Leser ebenso wenig zu fassen bekommt wie der suchende Held. Christophers Roman ist von der gnostischen Auffassung inspiriert, nach der man das Wissen der Welt erlangen kann, wenn man alle Teile der Bibel gelesen hat – auch die verschollenen. Xenos Jugendfreund Bruno Moretti setzte sich bereits vor Beginn seiner akademischen Karriere für die Erhaltung aussterbender Tierarten ein und so hatte er schon als Kind "einen halben Zoo zu Hause." Die Geschichten von Xenos Großmutter beinhalteten aber all die Wesen, welche in keines Biologen Buch Einzug gefunden haben, die über die Fabelwesen. Der Name des Helden lautet Xeno Atlas. Im Lateinischen bedeutet der Vorname das Geschenk, im Griechischen aber ist der xenos der Fremde. Seine italienische Mutter ist schon lange tot, als Xenos Geschichte beginnt. Er wird von seiner Großmutter im Haus seines griechischen Vaters aufgezogen. Sein Vater kommt aus Kreta: "Die erste Bestie in meinem Leben war mein Vater." Während der Suche nach den Fabelwesen findet Xeno auch die Liebe zu einem Menschen. In Nicholas Christophers Beschreibung der Liebesgeschichte bleibt der Leser dennoch ein fremder Zuschauer. Lediglich schlaglichtartig werden wir ihr in Form von kurzen Bildern gewahr. So kann Xeno zu Recht sagen: "Wir waren so allein, wie wir nur sein konnten, wie Sterne in so weiter Ferne, dass ihr Schein niemanden erreicht." Einige weitere kurze Bekanntschaften und Lebenslagen auf Xeno Atlas Suche werden dem Leser skizziert. Nie allerdings geht die Beschreibung den Dingen vollständig auf den Grund. Wie ein Falbelwesen, das sich dem Menschen entzieht, entzieht sich auch die Geschichte dem Lesenden. Christophers Buch kann keine minutiösen Detailberichte über die Ereignisse und Protagonisten anbieten. Dies wäre einem zoologischen Werk vorbehalten, das reelle Tiere und Menschen beschreibt. Ein Bestiarium voll von Fabelwesen und Bestien, die nur halb aus dem Schatten treten, ist es aber allemal. Wer einen Abenteuerroman im Stil von R. L. Stevenson oder J. Verne erwartet, wird enttäuscht. Nicht nur das derbe Charisma eines Helden, der sich mit Körperkraft der Bestien erwehrt, wird man vermissen. Wer kann schon mit den Schatten ringen? Das Buch ist vielmehr eine schemenhafte Skizze von Gefühlen und Lebenslagen. Der Autor bedient sich einer fordernden Sprache, die dem Lesenden abverlangt, auf eine eigene geistige Suche zu gehen, um Xeno zu folgen. Auch wenn der Held einem fremd bleibt, so ist es dennoch ein Geschenk, auf seiner Landkarte mitzureisen und ihm an die Orte zu folgen, die er meist bereits wieder verlassen hat, wenn der Leser dort ankommt. Fazit: Zwischen den Zeilen erwartet denjenigen, der sich auf das Buch einlassen will, die phantastische Welt einer Geschichte, die ihre Spannung dadurch erhält, dass sie Platz für eigene Gedanken lässt. Sie verlangt dem Leser zudem ab, auf der Suche Enttäuschungen zu ertragen. Wahrscheinlich wird das Buch den meisten so schattenhaft und verwirrend vorkommen, dass sie von ihm abgehängt werden. Es ist schließlich "das verlorene Bestiarium." "Alexander der Große: Welches ist das schlaueste Tier? Indischer Philosoph: Das bisher den Menschen unbekannte." (Plutarch, Parallelbiographien)

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  • Rezension zu "Das verlorene Bestiarium" von Nicholas Christopher

    Das verlorene Bestiarium
    Schiller-Buchhandlung

    Schiller-Buchhandlung

    24. June 2011 um 18:45

    Überall auf der Welt gibt es Bestiarien, ältere und neuere, in denen die Tiere beschrieben und gezeichnet wurden, die es auf der Erde gibt. Aber nur in einem Bestiarium, dem "Karawanenbuch", sind jene Lebewesen verzeichnet, die der Legende nach keinen Platz auf der Arche Noah fanden, als die Sintflut kam, und fortan nur noch in Legenden und Mythen weiterlebten. Xeno Atlas ist seit frühester Kindheit fasziniert von diesen Fabelwesen, von denen seine Großmutter abends erzählte, während sein Vater als Seemann um die Welt reiste und Xeno eher kühl gegenübertrat. Während seiner Schulzeit erfährt Xeno von dem Karawanenbuch und setzt seitdem alles daran, dieses Buch zu finden - eine Aufgabe, an der schon andere vor ihm gescheitert sind. Doch für Xeno ist die Suche nach dem Buch nicht nur eine wissenschaftliche Arbeit, sondern auch die Suche nach seiner Familiengeschichte, eine Reise zu sich selbst und ein Anker in einer Welt, die ihm mit allem Schönen und allem Schrecklichen begegnet. Dieser Roman hat mich sehr gefesselt - obwohl er auf den ersten Blick wie ein Fantasy-Roman erscheinen mag, ist er es nicht, sondern vielmehr die Geschichte eines kleinen einsamen Jungen, der an der Suche nach fantastischen Geschöpfen wächst und erwachsen wird. Ein Buch für jeden, der in einer manchmal tristen Welt ein wenig Zauber und Magie erleben und erlesen möchte.

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  • Rezension zu "Das verlorene Bestiarium" von Nicholas Christopher

    Das verlorene Bestiarium
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. March 2011 um 16:04

    Schon als Kind bekommt Xeno seinen Vater nicht oft zu Gesicht. Der Seefahrer ist immer unterwegs und wenn er sich dann doch einmal in der kleinen, düsteren Wohnung zeigt, in der er seine Schwiegermutter und seinen Sohn einquartiert hat, ist er unnahbar und bloß darauf bedacht, so schnell wie möglich wieder zu verschwinden. Xeno findet keine Verbindung zu seinem Vater. Die hat es nie gegeben, seit die Mutter und einzige Liebe des Vaters bei Xenos Geburt starb. Dem Jungen bleibt nur die Großmutter, die für ihn sorgt, so gut es ihr möglich ist und ihm Geschichten erzählt. Es sind spezielle Geschichten. Über ihre Ahnin, die die Sprache der Tiere verstand und sich in einen Fuchs verwandeln konnte. Über Fabelwesen, die nur deshalb nicht mehr auf der Welt gesehen werden, weil Noah sie nicht mit auf seine Arche lassen wollte. Xeno ist fasziniert von den Erzählungen und den Tieren, um die sie sich drehen. Später, als seine Großmutter stirbt und sein Vater ihn ins Internat abschiebt, beschäftigt er sich mit allen möglichen Texten über Fabelwesen. Angefangen über den Physiologos, Fabelbücher, bis hin zu den alten Bestiarien. Bei seinen Recherchen stößt Xeno auf die Legende des Karawanenbuchs. Angeblich das erste Bestiarium und die Quelle für das Wissen über diejenigen Tiere, die die Sintflut trotz Noahs Ablehnung überlebt haben. Der immer noch junge Xeno schwört sich, dieses Buch zu finden. Seine Suche führt ihn in verschiedenste Länder, aber auch durch seine eigene Vergangenheit und die Geschichte seiner Familie. Er muss sich mit seinem Vater und schließlich seinen eigenen Geistern auseinander setzen, um am Ende zu finden, was er sucht. Meine Meinung: Gekauft habe ich mir das Buch vor allem wegen des Covers und der Aufzählung der Fabelwesen im Anhang. Fälschlicher Weise hatte ich angenommen, dass die Geschichte mehr in Richtung Fantasy geht und die Fabelwesen auch auftauchen werden. Das war zwar nicht der Fall, tut der Spannung aber keinen Abbruch. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Angefangen beim Schreibstil, der flüssig zu lesen, aber nicht platt ist. Xeno ist mir sympathisch, gerade weil er in der Mitte des Buches ein paar Mal mit sich und der Welt hadert. Etwas weiter vorn hatte ich nämlich schon befürchtet, er wird der strahlende Held mit weißer Weste, der am Ende die Welt und die Fabeltiere rettet. Wird er nicht. Zum Glück. Die Geschichte ist spannend, farbenfroh und teilweise sehr schön, was die zwischenmenschlichen Szenen angeht. Erst bei der Episode mit Lena ist mir aufgefallen, dass Nicholas Christopher zuvor sehr bewusst andere Worte für Xenos Beziehungen gewählt hat. Wie schon erwähnt, ein großes Lob für die Sprache. Insgesamt ein Buch, das bestimmt nicht die riesige bestseller-Leserschaft anlockt, aber eine Empfehlung auf jeden Fall wert ist für diejenigen, die einmal etwas Anderes suchen und in Richtung Abenteuer lesen möchten.

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