Nicholas Christopher Franklin Flyer

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Inhaltsangabe zu „Franklin Flyer“ von Nicholas Christopher

Grandiose Abenteuerliteratur »Was soll der Liebhaber gehobener Abenteuerliteratur heute lesen? –Nicholas Christopher, natürlich.« (SZ) Vom Tramp zum genialischen Erfinder, Womanizer und Geheimagent im kriegsgeschüttelten Europa.»Er war am 1. Mai 1907 in einem Zug unweit von Charleston, South Carolina, zur Welt gekommen. Wenig später war die Lokomotive dieses Zuges, die Franklin Flyer, von einem Tornado aus den Schienen gehoben und ins Meer gestürzt worden. Es war das schlimmste Zugunglück in der Geschichte des Staates South Carolina. Sechzehn Passagiere kamen ums Leben, einundfünfzig wurden verletzt – und einer hatte das Licht der Welt erblickt.« Die Rettungsmannschaft entdeckte das Neugeborene in einem Schlafwagenabteil und taufte es nach der Lokomotive, der Name blieb ihm und die abenteuerlichen Lebensumstände auch. 1930. Flyer, Erfinder und Abenteurer nimmt einen harmlosen Auftrag an: er soll als Übersetzer einer Expedition fungieren, die im Hinterland von Argentinien nach dem Wundermetall Zilium sucht. Wieder zurück engagiert ihn Otto Zuhl für sein Comic-Weltimperium als Zeichner. Ganz allmählich wird Franklin Flyer klar, dass Zuhl und seine Freunde verkappte Nazifreunde sind. Inzwischen hat der Geheimdienst ein Auge auf ihn geworfen: er ist, dank seiner Teilnahme an der Expedition, der einzige Mann, der den Zilium-Ring, eine gefährliche und mächtige Verschwörung von Nazis, auffliegen lassen kann.

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  • Ein sprachlich und inhaltlich anspruchsvoller Abenteuerroman

    Franklin Flyer
    WolffRump

    WolffRump

    02. August 2013 um 17:38

    Autor: Nicholas Christopher ist ein bedeutender amerikanischer Lyriker, der mittlerweile auch als Romanautor Erfolge feiert. Er ist als Professor an der Columbia University in New York tätig. Genre: Gehobener Abenteuerroman. Umfang: Ca. 400 Seiten (Print). Inhalt: Franklin Flyer wird 1907 in einem entgleisenden Zug geboren. Sein Leben bleibt abenteuerlich. 1929, am Tag des New Yorker Börsencrashs kündigt er seinen Job, um die Welt zu bereisen. 1930 überlebt er nur knapp ein Schiffsunglück in der Antarktis, dabei gelingt es ihm, den Schiffskater Archie zu retten, der ihn auf seinen weiteren Abenteuern begleiten wird. Während einer Expedition in Südamerika lernt er einige Männer kennen, die auf der Suche nach dem seltenen Metall Zilium sind. Franklin begleitet sie als Dolmetscher. Zurück in den USA tritt Franklin einen Job als Zeichner in einem Comic Verlag an, um seine wahre Leidenschaft, das Erfinden, zu finanzieren. Einige seiner Erfindungen, z. B. eine Farbmischmaschine, werden große kommerzielle Erfolge, die Franklin bereits in jungen Jahren zu einem reichen Mann machen. Franklin kauft den Comic-Verlag von seinem Gründer, dem deutschstämmigen Otto Zuhl und baut ihn zu einem führenden Medienkonzern aus. Zuhl unterstützt die aufkommenden Nationalsozialisten in Deutschland durch seine Kontakte in den USA. In seinem Umfeld agieren auch die Männer, die Franklin bereits aus Argentinien kennt. Es stellt sich heraus, dass sie Zilium nach Deutschland einführen wollen, weil es sich als wichtig für die Waffenherstellung herausgestellt hat. Franklin meldet seine Beobachtungen den amerikanischen Behörden, die daraufhin Kontakt zu ihm aufnehmen. Franklin erklärt sich bereit, seine internationalen Kontakte in den Dienst des US-Geheimdienstes zu stellen. Später nimmt er aktiv an konspirativen Einsätzen im Ausland teil, die ihn nach Ausbruch des II. Weltkrieges wiederholt in große Gefahr bringen. Die Nazis fassen ihn schließlich im faschistischen Bruderland Italien, aber er kann ihnen entkommen. Parallel zu seinen zahlreichen Abenteuern treten im Laufe der Jahre mehrere Frauen in Franklins Leben, die ihn auf unterschiedliche Weise unterstützen. Mit einer seiner Liebschaften hat er ein gemeinsames Kind, das er aus dem besetzten Frankreich retten kann. Als Franklin seine Abenteuer überstanden hat, bittet er einen Mitarbeiter seines Verlages die Fotos der wichtigsten Frauen in seinem Leben zu einem einzigen Bild zusammenzusetzen. Dieses Bild entspricht einer Fotografie, die Franklin 1929, am Anfang seiner Abenteuer, in einem leerstehenden Büro gefunden hatte. Offenbar waren alle seine Gefährtinnen Inkarnationen der Frau auf diesem Bild. Franklin hatte diese mysteriöse Fremde lange Zeit gesucht, aber nie gefunden. Im Jahr 2007, Franklin ist mittlerweile 100 Jahre alt, besucht er noch einmal das alte Bürogebaude, in dem er 1929 das Foto fand. Perspektive: Fast durchgängig personale Perspektive des Protagonisten. Es gibt einige wenige auktoriale ‚Ausflüge’ des Autors. Erzählzeit: Vergangenheit. Setting: Der Leser begleitet den Protagonisten auf seinen weltweiten Einsätzen, die ihn in die Antarktis (unfreiwillig), nach Südamerika, in unterschiedliche europäische Länder und wieder zurück nach New York führen. Die Settings werden im Spiegel ihrer Zeit beleuchtet. Insbesondere das unter der Herrschaft der Nazis erstarrte Europa korrespondiert bildlich mit der emotionalen Befindlichkeit der Figuren. Struktur und Spannungsbogen: Auch wenn die Abenteuer, die Franklin erlebt, willkürlich und zT auch konstruiert aneinander gereiht werden, verfügt der Roman über mehrere durchgehende und miteinander verwobene Fäden. Zu einen ist dies die politische Gemengelage, die immer wieder scheinbar lose Sub-Stories zusammenfügt. Der in Europa, Südamerika (Argentinien) und selbst in vielen Bereichen der US-amerikanischen Gesellschaft aufblühende Faschismus ist die zentrale antagonistische Kraft, die den Protagonisten immer wieder zu Handlungen zwingt, die ihn in Gefahr bringen. Die Sorge um Franklin Flyer und seine idR weiblichen Unterstützer sorgt für die notwendige Spannung, die den Leser trotz der vielen Sub-Stories ‚in der Spur’ hält. Eine weitere Konstante sind die bereits genannten Frauen, die immer wieder verschwinden, um kurze Zeit später in einer neuen Figur und in einem neuen Abenteuer wieder aufzutauchen. Sie sind verknüpft mit dem altägyptischen Mystizismus, der Franklin in unterschiedlicher Weise während seiner Abenteuer begegnet. Der Autor hat seinen Roman als Framestory angelegt, die in einem scheinbar nebensächlichen Ereignis im Jahre 1929 seinen Anfang nimmt und mit dem gleichen Ereignis 2007 wieder abschließt. Franklins wegfliegender Hut ist das auslösende Ereignis, das ihn zum Foto der mysteriösen Fremden führt und das die Handlung auch wieder beschließt. Der Hut taucht in den Abenteuern immer wieder auf. Auch auf dem ausgesprochen gelungenen Cover der gebundenen Ausgabe ist er drucktechnisch hervorgehoben und springt sofort ins Auge. Natürlich läuft ein Abenteuerroman dieser Art schnell Gefahr, unrealistisch und überzogen zu wirken, was sich negativ auf das Spannungsmoment auswirken würde. Der Autor umschifft diese Klippe geschickt, indem er immer wieder verbürgte geschichtliche Ereignisse und reale Figuren in den Plot integriert. Immer, wenn die Geschichte in Richtung abstrakter Fantastik abhebt, holt ein solcher wiedererkennbarer Plot-Anker den Leser in die Realität zurück. Charaktere: Der Protagonist ist sehr originell angelegt und wird intensiv ausgeleuchtet. Ein weltreisender Erfinder und Comiczeichner, der (um mit James Bond zu sprechen) auszieht, die Welt zu retten, dürfte in der Romanlandschaft einzigartig sein. Die Neugierde auf die Entwicklung des Protagonisten macht einen Gutteil des Lesereizes aus. Franklin Flyer findet sein Alter Ego in seiner Katze Archie, die zum einen menschliche Züge hat, die aber auch mystische Charakteristika aufweist. Nicht umsonst kommt der Katze in der ägyptischen Mythologie eine besondere Rolle zu. Immer wieder wird auch auf die neun Leben der Katze Bezug genommen. Die Katze ist der einzige dauerhafte Lebenspartner des Protagonisten. Sie ist neben Franklin der Sympathieträger des Romans. Die Frauen in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen als (Teilzeit-)Partnerinnen Franklins sind sehr ausgefallen angelegt. Auch hier tauchen immer wieder Bezüge zur ägyptischen Mythologie auf. Unter den antagonistischen Figuren sticht Otto Zuhl heraus, in dessen Umfeld weitere antagonistische Kräfte auftauchen, die Franklin herausfordern. Aufgrund der Vielzahl der Nebenfiguren bleibt nicht aus, dass einige zu blass wirken und über wenig Empathiepotenzial verfügen. Dies ist mE einer der gewichtigeren Kritikpunkte an der Story. Eine zentrale Partnerin hätte der Figur des Protagonisten zwischenmenschliche Potenziale eröffnet (auch Konfliktpotenziale) und Raum für zusätzliche Spannungsmomente geschaffen (z.B.: Prot. hat Angst um die Partnerin und stürzt sich in unabsehbare Risiken, um sie zu retten). So ist Franklin, bis auf wenige Ausnahmen, nur für sich selbst verantwortlich. Der Autor hat aus diesem Grund vermutlich auch Franklins ihm zuvor unbekannte Tochter in die Geschichte aufgenommen. Sie bleibt jedoch zu blass und taucht zu spät im Plot auf, um den o. g. Mangel ausgleichen zu können. Andererseits ist gerade die Wandelbarkeit der Frau eines der Grundmotive der Story, so dass man dem Autor kaum den Vorwurf machen kann, zu viele Partnerinnen Franklins in den Plot zu integrieren. Sprache/Duktus: Der Autor bewegt sich am oberen Ende der bei Abenteuerromanen üblichen sprachlichen Qualität. Er kann sich durchaus mit Green oder le Carré messen, aber er schießt auch nicht über das Ziel hinaus, eine Gefahr, die bei jemandem, der 1994 als bester amerikanischer Lyriker geehrt wurde, durchaus gegeben wäre. Fazit: Franklin Flyer ist ein sprachlich und inhaltlich anspruchsvoller Abenteuerroman, der von der Fantasiebegabung des Autors lebt. Dass es Nicholas Christopher gelingt, seine ausgefallenen Ideen und Sub-Stories zudem in ein historisch sensibel ausgeleuchtetes Setting zu verweben, macht den besonderen Reiz der Geschichte aus. Der Gefahr des inhaltlichen Overkills (u. a. Abenteuer, Technik, Mystizismus, Zeitgeschichte) erliegt der Autor nur in einzelnen Passagen. Allein dies zeugt von seiner schriftstellerischen Begabung. Kleinere Defizite sehe ich im Bereich des Empathiepotenzials der Figuren. Absolut empfehlenswert.

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