Im Midas Verlag ist ein vielversprechende Buch erschienen, erinnert es doch vom Titel an Dava Sobels „Längengrad“, einem 1995 erschienenen Klassiker der populärwissenschaftlichen Literatur. „Breitengrad – Die wahre Geschichte der Abenteurer, die unsere Welt formten“ stammt von Nicholas Crane, ist 320 Seiten lang, und widmet sich der Vermessung der Erde – einem wahren Abenteuer aus dem Jahr 1735.
Die Geschichte ist in der Tat eine spannende und auch das Ergebnis, nämlich das gezeigt werden konnte, das die Erde an den Polen abgeflacht ist, ist äußerst bemerkenswert. Umso erstaunlicher ist es aber, dass es Nicholas Clarke nicht durchgehend gelingt, ein Buch voller Spannung daraus zu erschaffen. Detailliert beschreibt er die damalige Expedition mit viel Hintergrundwissen, allerdings immer mit einer gewissen Distanz und vor allen Dingen bleibt er stets nur bei einem beschreibenden Stil, der die Szenerie von Außen betrachtet. So wirft Nicholas Crane einen Blick durch ein geschichtliches Fernglas und schreibt nieder, was er aus der Ferne beobachtet. Das mag sich möglicherweise noch für einen Tatsachenbericht in einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift eignen, ist in einem Buch aber auf die Dauer leider zu wenig.
Zugegeben, Geodäsie (Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche) ist für sich alleine betrachtet, vielleicht sowieso nicht so spannend wie zunächst vermutet, umso wichtiger ist es dann aber, ein populärwissenschaftliches Werk darüber mit Leben auszufüllen. An dieser Stelle aber reisst Nicholas Crane leider die Messlatte und so weist „Breitengrade“ einfach zu viele Längen auf.
---
Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.
---







