Nicholas Kulish , Souad Mekhennet Dr. Tod

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Inhaltsangabe zu „Dr. Tod“ von Nicholas Kulish

Man nannte ihn „Doktor Tod“ und „Schlächter von Mauthausen“. Der SS-Arzt
Dr. Aribert Heim war über Jahrzehnte der meistgesuchte NS-Verbrecher.
2009 gelang es den Journalisten Nicholas Kulish und Souad Mekhennet, seine
Hinterlassenschaft in Kairo aufzuspüren. In ihrem spannend geschriebenen
Buch verweben sie die Geschichte von Leben und Flucht Heims mit dem Bericht
über die lange, fieberhafte Jagd nach ihm zu einem zeithistorischen Krimi.
Aribert Heim war nur wenige Monate in einem Konzentrationslager stationiert,
aber in dieser Zeit wurde er für seine unvorstellbar grausamen „Behandlungen“
von Gefangenen berüchtigt. Nach dem Krieg führte er – trotz Fahndung
– zunächst ein bürgerliches Leben als Gynäkologe und Familienvater.
Kurz vor seiner Verhaftung tauchte er 1962 in Kairo unter, baute sich unter
arabischem Namen, als Muslim und geliebter „Onkel“ einer Kairoer Familie,
eine neue Existenz auf und verstarb dort 1992. Unterdessen lief die weltweite
Suche nach der Nummer eins auf der Liste des Simon-Wiesenthal-Centers
auf Hochtouren. Die Entdeckung Heims in Kairo und die Rekonstruktion
seines Lebens und seiner Flucht sind ein detektivisches und journalistisches
Meisterstück, das über den Einzelfall hinaus erhellt, wie die Fluchtwege der
NS-Verbrecher funktionierten und warum die intensive Fahndung so spät in
Gang kam.

Sachbuch mit Krimicharakter

— Schmitzorek

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  • Einem NS-Verbrecher auf der Spur...

    Dr. Tod

    Schmitzorek

    12. May 2016 um 22:47

    Die Journalisten Kulish und Mekhennet erzählen die Geschichte eines der meistgesuchten NS-Verbrechers , dem KZ-Arzt Dr. Aribert Heim. Eine Geschichte, die wieder einmal das Unbegreifliche der NS-Zeit auf den Punkt bringt. Neben den Untaten des Aribert Heim alias Dr. Tod im KZ Mauthausen, dem größten Vernichtungs- und Arbeitslager auf österreichischem Boden, wird die unglaubliche Geschichte eines Flüchtigen erzählt. Aribert Heim, bereits seit 1935 Mitglied der NSDAP, meldete sich 1940 freiwillig zur Waffen-SS und trat beinahe unmittelbar seinen Dienst in den Lagern Sachsenhausen, Buchenwald und Mauthausen an. Unter seiner Hand starben mehrere Hundert Häftlinge unter menschenunwürdigen Umständen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war Heim kurzweilig in US-amerikanischer Gefangenschaft, aus der er aber bereits 1947 wieder entlassen wurde. Auch im Zuge der Entnazifizierung Deutschlands hatte Heim Glück und seiner Aussage, er sei gezwungen worden der NSDAP und der Waffen-SS beizutreten, wurde Glauben geschenkt. Erst 1962, nach Jahren normaler Arbeit als Gynäkologe, seiner Hochzeit und der Geburt zweier Kinder, kamen die Ermittlungen Heim zu nahe und er tauchte unter. Bis zu seinem Tod in Kairo 1992 wurde Heim weder gefunden noch für seine Straftaten im KZ Mauthausen belangt. Den beiden Journalisten ist ein spannendes Sachbuch gelungen, welches an manchen Stellen beinahe einen krimiartigen Charakter hat. Sehr ausführlich und mit immer wieder unfassbaren Details zum Wesen Aribert Heims beschreiben Kulish und Mekhennet die Geschichte eines weiteren NS-Verbrechers, der für seine Taten nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. Und das nicht nur, weil die Suche nach ihm erst so spät begonnen hatte, sondern insbesondere auch durch Vertuschungen seitens seiner Familie und vieler Behörden, die - man möchte es sich gar nicht vorstellen - noch jahrzehntelang von Parteigenossen durchsetzt gewesen waren. Der meistgesuchte NS-Verbrecher, wie es der Titel sagt, ist Aribert Heim sicherlich nicht. Aber er ist doch einer, der es geschafft hat sich der Justiz zu entziehen und sich in Ägypten ein angenehmes Leben in der Anonymität aufzubauen. Sicherlich nicht einfach...aber was wünscht man so einem Menschen denn schon? Wer ein Interesse an der Zeit des Nationalsozialismus hat und sich mal nur mit einem Bruchteil der menschenverachtenden Maschinerie interessiert, ist mit diesem Buch gut beraten. Die Einblicke in die Arbeit der Ermittler sowie in das Leben von Aribert Heim in Ägypten und seiner Familie in Deutschland/Österreich lohnen.

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  • ein etwas ziehendes buch

    Dr. Tod

    Biankas_Buecherkiste

    05. December 2015 um 13:15

    Dr. Tod: Die lange Jagd nach dem meistgesuchten NS-Verbrecher beschreibt die Jagd bzw. die Nichtjagd nach einem der größten NS-Verbrecher der Nazizeit. Dr. Tod oder auch Aribert Heim genannt war ein SS-Arzt der hauptsächlich im Konzentrationslager Mauthausen stationiert war. Selbst seine noch so kurze Zeit im KZ Mauthausen, dennoch hat er sich einen grausamen Ruf angeeignet.  Wieder eine Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg und sogar noch danach, denn so sieht man, dass die Nachkriegszeit sehr stark von NS-Verbrechen geprägt war. Allen voran mit den bekanntesten Prozessen in Nürnberg. Es wurden Mitläufer, Ärzte, Aufseher und Co. angeklagt und teilweise reihenweise zum Tode verurteilt oder zu langen Haftstrafen.  Hier im Buch bekommt wir die Jagd nach einem der schlimmsten Ärzte aus Mauthausen zu lesen. Verpackt in einem packenden Krimi, fesseln die Aktionen. Allerdings zieht sich das Buch mit der Geschichte von Aribert Heim sehr in die Länge und war deshalb nicht sehr gut zu lesen. Deshalb habe ich auch länger gebraucht für das Buch wie angenommen. Ansonsten bekommt man ein gutes Wissen angeeignet, was auf der Jagd und so passiert und die Hintergründe aufgezeigt wie Heim teilweise nach dem Krieg gelebt hat und das unter der deutschen Bevölkerung ohne erkannt zu werden...Nachdem die ersten Hinweise aufkommen nimmt die Geschichte etwas Fahrt auf, aber dennoch zieht sie sich.  Wer ein weiteres Buch über und nach dem Zweiten Weltkrieg ist hier richtig, muss allerdings auch mit sehr schwachen Phasen beim Lesen rechnen.

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  • Intensive Recherchearbeit

    Dr. Tod

    michael_lehmann-pape

    06. February 2015 um 12:15

    Intensive Recherchearbeit Leistungssportler, Medizinstudent, Arzt, Nazi, eiskalter Mörder, grausamer Henker, Familienvater, wohlsituierte Stütze der Nachkriegsgesellschaft, misstrauischer Flüchtling, all das war Aribert Heim in seinem Leben. Ein Leben, das an sich bereits einer Biographie wert ist und das akribisch von den Autoren, soweit es nur möglich ist, im Buch nachvollzogen wird. Im KZ Mauthausen betrachtet sich jener Dr. Heim die Zähne jüdischer Gefangener. Ist das Gebiss hervorragend, wird umgehend getötet, geköpft und der Schädel umfassend gesäubert wie eine Trophäe auf dem Schreibtisch platziert. Einer, der sich gegen jeden verwahrt, der arische Häftlinge drangsaliert, der aber überhaupt kein Problem damit besitzt, Operationen am lebendem Körper ohne Betäubung durchzuführen, sobald es Juden betrifft. Einer, der eine ganz besondere Art von Sadismus in sich getragen hat. „Vor allem war es deshalb schrecklich, weil er sich mit den Leuten aufs Gemütlichste unterhalten hat und sie sodann durch Herzinjektion getötet hat“. Nachdem er sich noch tief freundlich danach erkundigt hat, ob denn alles für die lieben Nachkommen auch geregelt sei. In den Wirren der Nachkriegszeit und der Entnazifizierung, in dem starken Bemühen jener Jahre, möglichst rasch zur Normalität über zu gehen, gelingt dem Österreicher Heims der „Neustart“. Als Eishockeystar. Als Arzt. Als Ehemann, der in eine vermögende Familie einheiratet. Als Vater. Als praktizierender Gynäkologe mit Villa in Baden Baden. Ohne Skrupel oder jemals ein schlechtes Gewissen gehabt zu haben, wie die Autoren überzeugend aufzeigen. Bis Anfang der 60er Jahre u.a. durch die Arbeit Simon Wiesenthals und einiger Polizeibeamter Kriegsverbrechen aufgerollt und Kriegsverbrecher wie Mengele und Eichmann öffentlichkeitswirksam gesucht (und gefunden) werden. So gerät auch Heims Schritt für Schritt in den Blick der Ermittler, die sich durch Aktenberge arbeiten. 1962 flieht Heims, unterstützt vor allem von seiner Schwester und wird mit offenen Armen im Ägypten Nassers zunächst aufgenommen. Die Arbeit der Ermittler, Heims Einkünfte aus einem Mietshaus in Berlin, sein sich Einrichten in Ägypten, der Versuch eines weiteren Kontaktes zu seiner Familie und, letztendlich, wie seine Spuren bis zu seinem Tod aufgespürt wurden, das ist das eine Thema dieses sorgsam vorgelegten biographischen Berichtes. Der seine eigentliche Brisanz und Botschaft dann aber im Exemplarischen des Lebensweges Heims trägt. Im Umgang mit diesen Verbrechen, im akribischen Aufzeigen der Wege nach dem Krieg. Jahre, in denen viele aus der „zweiten“ Reihe ungestört wieder Fuß gefasst haben. In den Wirren der „Entnazifizierung“, der viele, viele durch die Maschen gingen. Und doch nicht, zum Glück, einfach so „zur Ruhe kamen“, was konkreten Menschen und ihrer hartnäckigen Verfolgung von Gerechtigkeit zu verdanken ist (die im Buch ebenfalls ausführlich portraitiert werden). Trotz der etwas trockenen Sprache und der eher Berichtsform der Darstellung ein interessantes und kenntnisreiches Buch zu einem der größten Verbrechen gegen die Menschlichkeit und dessen Täter. Ein Buch, das seine Stärke gerade darin besitzt, einen konkreten Weg von Anfang bis zum Ende minutiös zu beschreiben und nicht nur an Überschriften hängen bleibt.

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