Nicholas Müller

 3.7 Sterne bei 30 Bewertungen

Lebenslauf von Nicholas Müller

Nicholas Müller, geboren 1981, war Sänger der Band Jupiter Jones, bis ihn 2014 eine Angststörung zwang, auszusteigen. Für den Top-Ten-Hit „Still“ erhielt er einen Echo und Gold- und Platinschallplatten. Nach einer Therapie schaffte er den Neuanfang: 2015 gründete er die Band von Brücken. Der Hochschul-Dozent für Popmusik arbeitet auch als Textschreiber. Zudem ist er Schirmherr der Deutschen Angstselbsthilfe.www.nicholas-mueller.dewww.vonbruecken.de

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Nicholas Müller

Cover des Buches Ich bin mal eben wieder tot9783426790571

Ich bin mal eben wieder tot

 (28)
Erscheint am 01.10.2021
Cover des Buches Kühe schubsen9783898010795

Kühe schubsen

 (2)
Erschienen am 05.10.2015

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J

Rezension zu "Ich bin mal eben wieder tot" von Nicholas Müller

Einfühlsam
Joana98vor 7 Monaten

Dieses buch ist sehr zu empfehlen, mich hat es sehr berührt und es gab stellen an denen ich weinen musste, manchmal war es etwas unklar geschrieben, es gibt einen kraft und mut zum sprechen!

Sehr zu empfehlen gerade für leute die selbst unter angststörungen, depressionen o.ä leiden.

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Rezension zu "Ich bin mal eben wieder tot" von Nicholas Müller

Sehr unruhiger Schreibstil
kruemelhinovor einem Jahr

Ich habe mich vor dem Kauf des Buches weder näher mit der Person Nicholas Müller beschäftigt noch war/ bin ich Fan der Band Jupiter Jones. Einzig die persönliche Erfahrung mit dem Thema Angststörung hat mich zum Kauf getrieben.

Nicholas Müller gibt hier den Beginn und den Umgang mit seiner ganz eigenen Angst-/Panikstörung wieder. Von der vermeintlich tollen Kindheit bis zu den ersten realen Verlusterlebnissen und der Erkenntnis, dass das Leben nicht endlich ist. Von den ersten Panikattacken aus dem Nichts, Therapieversuchen, Medikamentenabhängigkeit, der Musikleidenschaft und der Erkenntnis, dass man diese Erkrankung als Teil von sich akzeptieren sollte. Ist man als Leser selbst betroffen, so kann man sich gut in die beschriebene Symptomatik der Erkrankung hineinfühlen, die vermeintliche Auswegslosigkeit, die eigenen, negativen Denkmuster.

Allerdings bin ich bei 'Ich bin mal eben wieder tot' mit der Sprache nicht wirklich warm geworden. Der Schreibstil wirkt von Beginn an gehetzt und unruhig. Seine Vergangenheit peitscht Nicholas Müller regelrecht durch. Wie auch im wahren Leben kommt er beim Schreiben offensichtlich nicht zur Ruhe. Viele Begriffe musste ich nachschlagen, weil ich sie hier zum ersten Mal gelesen habe. Oft wurde ich beim Lesen vom Gefühl begleitet, dass die Sprache besonders 'hip' oder auch 'flapsig-cool' erscheinen will - Popkultur eben. Ich empfinde diese allerdings überwiegend als wirr. Im Englischen würde man dazu Folgendes sagen: 'He is all over the place'. Und das ist Müller tatsächlich irgendwie. Man könnte nun meinen, dass der Schreibstil gut zum Thema Angststörung passt. Ich empfand die Wortwahl und die gefühlte Rastlosigkeit aber überwiegend als furchtbar anstrengend.

Ferner bin ich mit seinen ausgemachten Gründen, also die eigentlichen Ursprünge seiner Störung, die ihm schon in der Kindheit in die Bahnen gelegt wurden, weniger einverstanden. Zum einen wird diesen nur kurz angeführten Punkten wenig Gewichtung beigemessen, zum anderen erscheinen sie aber auch ein wenig weit hergeholt (Bsp.: Erklärung seiner Herzphobie durch wiederkehrende Mandelentzündungen in seiner Kindheit, die lt. seiner Mutter aufs Herz gehen könnten. Dass seine spürbaren Extrasystolen und das Herzrasen bei Panikattacken als Symptome und Gründe für eine Herzphobie infrage kommen, wird nicht in Erwägung gezogen). Dies sind allerdings Streitpunkte, so dass ich hierdrauf kein zu große Gewichtung legen möchte.

So ist und bleibt aus meiner Sicht hier einzig der 'wilde Schreibstil' als auffälliger Schwachpunkt zu benennen, der mir das Lesen ziemlich verleidet hat.

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Rezension zu "Ich bin mal eben wieder tot" von Nicholas Müller

Ein Buch voller Mut, Kraft und Hoffnung
Annejavor 2 Jahren

Sich selbst einzugestehen das man unter Ängsten leidet, bedarf viel Kraft. Es dann auch noch öffentlich zuzugeben, auch noch Mut.
Sagen wir es wie es ist, ich kannte weder die Band noch den Autor des Buches, sondern wurde einzig und allein von der Thematik angezogen. Ein junger Mann, der über seinen Kampf gegen die Panikattacken und Ängste schrieb, das musste ich einfach lesen, mit der Hoffnung nützliche Tipps für meinen eigenen Kampf zu erhalten. 
Schon nach den ersten Seiten, war das Buch für mich tief bewegend, da es mir zeigte, das nicht nur ich Angst habe oder eine Panikattacke erleide, sondern auch andere. Besonders berührend war es für mich, als das Buch beschrieb, wie sich eine Panikattacke für ihn anfühlte, was er dabei dachte, machte und beobachte. Mir kamen die Tränen, da ich nun wirklich wusste, dass ich nicht allein war, denn die Symptome glichen meinen sehr stark. Dies dann auch noch mit so ehrlichen Worten zu lesen, war erstmal heftig, am Ende aber das hilfreichste, was ich seit langen erfahren durfte. 
Allgemein ist der Autor sehr offen und erzählt nicht nur von sich, sondern auch von seinem Leben als Sänger, Mann und Vater. Dies erfolgte stets sehr gefühlsvoll und melodisch und sorgte dafür das ich trotz des ernsten Themas, das stetige Gefühl hatte weiter lesen zu müssen. Ich wollte unbedingt wissen, was genau passierte, was genau gemacht wurde und wurde schließlich nicht enttäuscht. Gerade der Teil, in dem über den Klinikaufenthalt gesprochen wurde, ließ mich einen Block zücken, um die verschiedenen Therapien aufzuschreiben, um sie später nachzuschlagen. Es zeigte sich, das viele Therapien erst einmal komisch klangen bzw. eine eigenartige Vorgehensweise hatten, aber schließlich Erfolge brachten, die man ihnen nicht zugetraut hätte. Hier heißt es jedoch offen sein und nicht gleich alles ablehnen, nur weil man es nicht kennt. 
Das Beste am Buch war der Umstand, das man den Verlauf der Krankheit genau nachvollziehen konnte. Ich lernte Herrn Müller als lebenslustigen Mann kennen, der für die Musik lebte und aufgrund seiner Ängste zu einem völlig neuen Mensch wurde und es nach der Therapie auch blieb. Er nahm sich selbst mehr wahr und achtete nun mehr auf sich. Dabei half ihm der Gedanke an seine Tochter, da er nie wollte, dass sie ihn in einer Situation erlebt, wo er sich vielleicht nicht komplett unter Kontrolle hätte. Ein schönes Ziel, welches dafür sorgte, das ihm selbst an den schlimmsten Tagen nicht der Mut verloren ging. 
Noch immer werden Männer dafür belächelt, dass sie an Panikattacken leiden, Phobien entwickeln oder sogar depressiv werden. Die Offenheit des Buches brachte mich zum Nachdenken und ließ meine Gedanken schweifen. Wie viele Männer gibt es in Deutschland die unter Panikattacken leiden? Wie viele trauen sich, es zu sagen? Wie viele schweigen? Die Zahlen wären bestimmt erschreckend. Egal ob Patient oder Angehöriger, wenn sie dieses Buch lesen, so hoffe ich, dass er sie den Mut haben, sich öffnen und den Kampf beginnen. Denn auch wenn man selbst nicht betroffen ist, so ist wichtig zu wissen, wie man helfen kann. Ich selbst kämpfe ebenfalls weiter, denn ich habe durch das Buch eine Menge Hoffnung geschöpft. Ich habe es sogar meiner Psychiaterin ausgeliehen, da sie meinen Hang zu Bücher mit psychologischen Hintergrund teilt. 
Am Ende kann ich sagen, das er unglaubliches Glück hatte, da er nicht nur eine ansprechende Behandlung bekam, sondern auch ein Umfeld besaß, dass ihn unterstützte und auf seinem schwierigen Weg half. Viele, darunter auch ich, müssen um Hilfe förmlich betteln, da es meist keine passenden Therapieplätze gibt oder das Umfeld das Ganze nicht so ernst nimmt, wie sie es tun sollten. Zudem kann ich nicht sagen, ob die Berühmtheit des Autors, eine bessere Versorgung ermöglichte. Ich möchte natürlich nichts unterstellen, muss aber aus Erfahrung sagen, dass mir eine so ausgewogene Therapie noch nicht untergekommen ist. Leider. 
 

Mein Fazit
 

Ehrlicher könnte ein Buch nicht sein, denn der Autor schaffte es, mich über meine eigene Symptomatik aufzuklären. Ich erfuhr vieles, was ich noch nicht wusste und schöpfte dadurch eine Menge Mut. Gerade die tolle Wortwahl und das ungehemmte Wiedergeben von Erlebnissen sorgte dafür das ich emotional bis an meine Grenzen ging. Ein wirklich tolles Buch. 

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