Ich bin mal eben wieder tot

von Nicholas Müller 
3,9 Sterne bei20 Bewertungen
Ich bin mal eben wieder tot
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Positiv (13):
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ehrlich, tiefgehend und voller Emotionen

Kritisch (2):
katzenminzes avatar

Persönliche Aufarbeitung der Angststörung. Leider ziemlich wirr geschrieben und gerät am Ende zu sehr ins Schwafeln.

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Inhaltsangabe zu "Ich bin mal eben wieder tot"

Zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Angsterkrankung und Panikattacken. Nicholas Müller, der ehemalige Sänger von Jupiter Jones („Still“), erzählt über seine Umwege aus der Krankheit.

Der Herzschlag beschleunigt sich, der Blutdruck steigt, der Atem wird schneller, kalter Schweiß bricht aus. Ein Herzinfarkt? Ein Schlaganfall? Ein Tumor?
Nicholas Müller kann die Symptome nicht deuten, als sie zum ersten Mal auftreten. Nach vielen medizinischen Untersuchungen erst die Diagnose: generalisierte Angststörung mit starken Panikattacken, Hypochondrie und depressiven Episoden. Zehn Jahre lebt er mit starken Ängsten und Panikattacken, bis gar nichts mehr geht. Sein Song „Still“ ist zu diesem Zeitpunkt das meistgespielte Lied im Radio, da begibt er sich endlich in Therapie und zieht sich aus allem raus. In seinem Buch erzählt Nicholas Müller offen und mit kraftvoller Sprache über seine Angst. Der Sänger macht all den Menschen Mut, die ebenfalls an einer Angststörung leiden.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426789186
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum:02.10.2017

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    Annejas avatar
    Annejavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: ehrlich, tiefgehend und voller Emotionen
    Ein Buch voller Mut, Kraft und Hoffnung

    Sich selbst einzugestehen das man unter Ängsten leidet, bedarf viel Kraft. Es dann auch noch öffentlich zuzugeben, auch noch Mut.
    Sagen wir es wie es ist, ich kannte weder die Band noch den Autor des Buches, sondern wurde einzig und allein von der Thematik angezogen. Ein junger Mann, der über seinen Kampf gegen die Panikattacken und Ängste schrieb, das musste ich einfach lesen, mit der Hoffnung nützliche Tipps für meinen eigenen Kampf zu erhalten. 
    Schon nach den ersten Seiten, war das Buch für mich tief bewegend, da es mir zeigte, das nicht nur ich Angst habe oder eine Panikattacke erleide, sondern auch andere. Besonders berührend war es für mich, als das Buch beschrieb, wie sich eine Panikattacke für ihn anfühlte, was er dabei dachte, machte und beobachte. Mir kamen die Tränen, da ich nun wirklich wusste, dass ich nicht allein war, denn die Symptome glichen meinen sehr stark. Dies dann auch noch mit so ehrlichen Worten zu lesen, war erstmal heftig, am Ende aber das hilfreichste, was ich seit langen erfahren durfte. 
    Allgemein ist der Autor sehr offen und erzählt nicht nur von sich, sondern auch von seinem Leben als Sänger, Mann und Vater. Dies erfolgte stets sehr gefühlsvoll und melodisch und sorgte dafür das ich trotz des ernsten Themas, das stetige Gefühl hatte weiter lesen zu müssen. Ich wollte unbedingt wissen, was genau passierte, was genau gemacht wurde und wurde schließlich nicht enttäuscht. Gerade der Teil, in dem über den Klinikaufenthalt gesprochen wurde, ließ mich einen Block zücken, um die verschiedenen Therapien aufzuschreiben, um sie später nachzuschlagen. Es zeigte sich, das viele Therapien erst einmal komisch klangen bzw. eine eigenartige Vorgehensweise hatten, aber schließlich Erfolge brachten, die man ihnen nicht zugetraut hätte. Hier heißt es jedoch offen sein und nicht gleich alles ablehnen, nur weil man es nicht kennt. 
    Das Beste am Buch war der Umstand, das man den Verlauf der Krankheit genau nachvollziehen konnte. Ich lernte Herrn Müller als lebenslustigen Mann kennen, der für die Musik lebte und aufgrund seiner Ängste zu einem völlig neuen Mensch wurde und es nach der Therapie auch blieb. Er nahm sich selbst mehr wahr und achtete nun mehr auf sich. Dabei half ihm der Gedanke an seine Tochter, da er nie wollte, dass sie ihn in einer Situation erlebt, wo er sich vielleicht nicht komplett unter Kontrolle hätte. Ein schönes Ziel, welches dafür sorgte, das ihm selbst an den schlimmsten Tagen nicht der Mut verloren ging. 
    Noch immer werden Männer dafür belächelt, dass sie an Panikattacken leiden, Phobien entwickeln oder sogar depressiv werden. Die Offenheit des Buches brachte mich zum Nachdenken und ließ meine Gedanken schweifen. Wie viele Männer gibt es in Deutschland die unter Panikattacken leiden? Wie viele trauen sich, es zu sagen? Wie viele schweigen? Die Zahlen wären bestimmt erschreckend. Egal ob Patient oder Angehöriger, wenn sie dieses Buch lesen, so hoffe ich, dass er sie den Mut haben, sich öffnen und den Kampf beginnen. Denn auch wenn man selbst nicht betroffen ist, so ist wichtig zu wissen, wie man helfen kann. Ich selbst kämpfe ebenfalls weiter, denn ich habe durch das Buch eine Menge Hoffnung geschöpft. Ich habe es sogar meiner Psychiaterin ausgeliehen, da sie meinen Hang zu Bücher mit psychologischen Hintergrund teilt. 
    Am Ende kann ich sagen, das er unglaubliches Glück hatte, da er nicht nur eine ansprechende Behandlung bekam, sondern auch ein Umfeld besaß, dass ihn unterstützte und auf seinem schwierigen Weg half. Viele, darunter auch ich, müssen um Hilfe förmlich betteln, da es meist keine passenden Therapieplätze gibt oder das Umfeld das Ganze nicht so ernst nimmt, wie sie es tun sollten. Zudem kann ich nicht sagen, ob die Berühmtheit des Autors, eine bessere Versorgung ermöglichte. Ich möchte natürlich nichts unterstellen, muss aber aus Erfahrung sagen, dass mir eine so ausgewogene Therapie noch nicht untergekommen ist. Leider. 
     

    Mein Fazit
     

    Ehrlicher könnte ein Buch nicht sein, denn der Autor schaffte es, mich über meine eigene Symptomatik aufzuklären. Ich erfuhr vieles, was ich noch nicht wusste und schöpfte dadurch eine Menge Mut. Gerade die tolle Wortwahl und das ungehemmte Wiedergeben von Erlebnissen sorgte dafür das ich emotional bis an meine Grenzen ging. Ein wirklich tolles Buch. 

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    katzenminzes avatar
    katzenminzevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Persönliche Aufarbeitung der Angststörung. Leider ziemlich wirr geschrieben und gerät am Ende zu sehr ins Schwafeln.
    Verzichtbar

    Verzichtbar

    Oh, das hier fällt mir schwer. Ich habe großen Respekt vor Nicholas Müllers Krankheitsgeschichte. Vor dem, was er jahrelang durchlitten hat und davor, dass er das nun öffentlich macht. Dass er helfen will. Das ist großartig. Aber auch wenn ich das wertschätze und seine Lebensgeschichte keinesfalls abwerten will: Gefallen hat mir das Buch nicht.

    Angefangen hat es ganz solide. Wie er über seine Kindheit schreibt, über seine Familie und darüber, wie sie alle durch die Krebserkrankung seiner Mutter erschüttert wurden, las sich sehr gut. Mal war es traurig, mal eher witzig verpackt. Genauso der Teil, in dem er später über seine Therapie erzählt. Das waren sicher die stärksten Stellen des Buches. Zwischendurch erzählt er mal über seine Bands, über seine Tochter, über seine Angsterkrankung und schildert Situationen aus seinem Leben. Insgesamt war das alles leider recht wirr geschrieben. Dass die Angsterkrankung das Hauptthema des Buches ist, kam nicht richtig heraus. Dazu gibt es ein wildes Durcheinander von Kapitel, Unterkapiteln, Einschüben und Themen. Eine bessere Struktur und vor allem eine chronologische Erzählweise hätten sehr geholfen!

    Vom Inhalt ist es zweigeteilt: Einmal geht es natürlich um seine Krankheitsgeschichte. Dann geht es aber auch viel um seine Karriere. Ein guter Teil des Inhalts ist in erster Linie für Fans interessant, was ja vollkommen in Ordnung ist. Ich hatte ja selbst gehofft, dass sein Ausstieg bei Jupiter Jones zur Sprache kommen würde. Zum Ende hin wurde es mir aber zu wild. Mit einem Mix aus Appellen an Leser mit einer Angststörung sich helfen zu lassen, Sinnieren über den Tod und die Welt, mit viel Euphorie über seine neue Band und einer riesigen Portion Vaterstolz konnte ich leider nicht mehr viel anfangen. Die letzten Seiten zogen sich sehr und ich dachte des öfteren: „Ok, schönes Ende. Aber warum sind denn da noch 70 (60/50/...) Seiten?“

    Nicholas Müller schreibt nicht allgemein über Angststörungen, sondern ausschließlich über seine persönlichen Erfahrungen. Von seiner Kindheit bis ins „Jetzt“ erfahren wir die wichtigsten Stationen seines Lebens. Dabei gibt es viele Infos, auf die ich hätte verzichten können. Eine vernünftige Struktur und ein konsequentes Lektorat hätten den Buch sehr geholfen. Auch hätte ich mir von Nicholas Müller als Botschafter der Angst-Hilfe e.V. in Sachen praktischer Hilfe ein bisschen mehr erwartet. Links zu Hilfeseiten, psychiatrischen Einrichtungen oder Ärzten fehlen zum Beispiel komplett. Statt dessen gibt es Werbung für seine neue Band. Für mich insgesamt ein ziemlich verzichtbares Buch.

    2,5 / 5 Sternen

    Kommentare: 2
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    Lucinda_im_Wunderlands avatar
    Lucinda_im_Wunderlandvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Reise, die Angst zum Teil des Lebens zu machen - starke Worte, große Emotionen.
    Eine Reise, die Angst zum Teil des Lebens zu machen - starke Worte, große Emotionen.

    Auf einmal ist alles anders. Panik kriecht aus den Ecken der Seele und ergreift Besitz vom Körper. Adrenalin wird in Massen ausgeschüttet, der Fluchtinstinkt setzt ein. Vor dem eigenen Leben lässt es sich aber nur sehr schlecht fliehen. Anstatt dem Bedürfnis nachzugeben irgendwohin zu verschwinden, lähmt sich der Körper selbst. Die Gedanken drehen sich in Spiralen, der Atem beschleunigt sich, der Herzschlag ebenso. Doch was passiert hier eigentlich? Eine schlimme Krankheit? Krebs, Schlaganfall, irgendwas in der Richtung?

    Nicholas Müller kennt diese Gedanken. Als er zum ersten Mal die Symptome erlebt, hat er Angst vor dem was er haben könnte. Und da diese Unannehmlichkeiten hartnäckig sind und absolut nicht von alleine weggehen, muss er sich unzähligen medizinischen Untersuchungen stellen, denn es wirkt sich auf sein Leben aus. Nach einer Ärzteodyssee stehen die Diagnosen endlich fest - generalisierte Angststörung mit starken Panikattacken, vermischt mit Hypochondrie und depressiven Episoden.

    Der Sänger der erfolgreichen Band Jupiter Jones hat ein Problem. Eine Krankheit, die man nicht sieht und die weitere Probleme nach sich zieht. Nicholas Müller zieht sich immer weiter zurück, es behindert ihn in seinem Leben und er muss eine Entscheidung fällen, die ihm mehr als schwer fällt. Währenddessen seine Band mit dem Song „Still" den Höhepunkt ihrer Karriere feiert, zieht er sich zurück, da es ihm nicht mehr möglich ist, aufzutreten.

    Sein Leben ist nun komplett von der Angst geprägt. Nicholas muss lernen mit der Angst zu leben und begibt sich in Therapie.



    Psychische Erkrankungen haben immer noch einen schweren Stand in der Gesellschaft. Krankheiten, die man nicht sieht, die man nicht nachvollziehen kann, können schlecht in Worte gefasst werden. Das, was wir nicht ausdrücken können, negieren wir lieber und leugnen der Einfachheit halber die Existenz.

    Nicholas Müller schafft es, Worte zu finden. Er erzählt offen über seine Erkrankung und schönt nichts, auch nicht seine depressiven Episoden. Mit starker Sprache spricht er über die Angst vor der Angst und die Schwierigkeit, sich selbst und seinen Angehörigen gegenüber ehrlich zu sein.

    Der Leser wird mitgenommen auf seiner Reise, die Angst zum Teil seines Lebens zu machen, mit dem er leben kann. Die Beschreibung des ersten Auftauchens der Krankheit, der Diagnosefindung, der Therapie und des Weges zu sich selbst, ist bildhaft und rührt teilweise zu Tränen, da man als Leser selbst die Emotionen spürt.

    Dieses Buch ist mehr als der Versuch, allen Menschen, die an einer Angststörung leiden, Mut zu machen. Es ist für mich ein Werk, das allen Menschen empfohlen werden sollte, die selbst mit dieser Krankheit zu kämpfen haben, und ihren Angehörigen.

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    MajaGruens avatar
    MajaGruenvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Authentisch
    Lebendig geschrieben

    Die autobiografische Darstellung der Angststörung ist sehr gut gelungen. Nicholas Müller schafft es zB, eine Panikattacke so zu beschreiben, dass man sie nachfühlen kann. Bei all der Tragik ist das Buch trotzdem unterhaltsam. Die Schreibweise ist einerseits bodenständig und doch wieder gehoben. Man kann das ehrliche Gefühl spüren und das Buch gibt mit Sicherheit Mut, sich Hilfe zu holen, und sich nicht für eine psychische Erkrankung zu schämen. Sehr gelungen!

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    Kriminevor 10 Monaten
    Ein Mut machendes Statement

    Angststörungen, Panikattacken und Depressionen sind psychische Störungen unter denen viele Menschen leiden und die verantwortlich dafür sind, dass ihr Leben voller unkontrollierbarer Qualen ist. Dabei ergreifen nicht zu beherrschende Störungen von ihrem Körper Besitz und lassen sie neben Atembeschwerden, Schmerzattacken und Schweißausbrüchen auch enorme Unruhe oder sogar Todesangst erleben. Ein Zustand, den Nicholas Müller zur Genüge kennt. Einst als Sänger der Band Jupiter auf dem Höhepunkt des Ruhms musste er im Jahr 2014 die Reißleine ziehen, als während eines Konzerts plötzlich nichts mehr ging. Auf der Bühne von Angststörungen heimgesucht, wurde dem Frontmann endgültig klar, dass es so nicht mehr weitergeht.

    In seinem Buch "Ich bin mal wieder tot - Wie ich lernte, mit Angst zu leben" schildert Nicholas Müller schonungslos die schwere Zeit, die er bereits vor seinem Zusammenbruch durchlebte und die durch immer öfter auftretenden Panikattacken nicht mehr zu ertragen war. Beginnend mit dem Tod nahestehender Familienangehöriger, über die Vernachlässigung eigener Bedürfnisse, bis hin zu dem kräftezehrenden Ruhm, wurden bei ihm alle Weichen gestellt, die letztendlich zu seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit führten. Heute, zehn Jahre danach, hat er gelernt, mit seinen Ängsten und Panikattacken umzugehen und nach unzähligen Notarzteinsätzen, der Selbsteinweisung in eine Tagesklinik und den längst fälligen Therapien neues Vertrauen in seine Stärken gefasst. 

    Ohne Tabus und ohne Rücksicht auf die Meinung anderer zu nehmen, berichtet Nicholas Müller in seinem Buch, wie es ist, mit einer psychischen Krankheit zu leben und wie sehr diese den Alltag bestimmt. Dabei nimmt er sich gerne einmal selbst auf die Schippe, lässt keine peinlichen oder zutiefst deprimierenden Erlebnisse aus und spart es sich, anderen kluge Ratschläge zu erteilen. Denn das, was er mit seinem Buch bezweckt, ist wohl eher ein wenig Verständnis zu erlangen für die Menschen, die mit einer psychischen Krankheit leben müssen und ihnen Mut zu machen, sich ihrem Schicksal zu stellen. Deshalb stört es auch nicht, dass seine Erzählungen ab und an ein wenig konfus erscheinen oder sich Gedankenfetzen scheinbar planlos aneinanderreihen. 

    Fazit:
    Ein Mut machendes Statement von Nicholas Müller, das enorm ehrlich verfasst worden ist und das anderen Betroffenen den so dringend notwendigen Zuspruch gibt, ihren Kampf gegen die inneren Dämonen aufzunehmen.

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    Caterinas avatar
    Caterinavor einem Jahr
    sehr authentisch und eindrucksvoll erzählt

    Meine Meinung zum Buch

    Im Jahr 2012 war es wohl das meistgespielte Lied im Radio. Die Rede ist von "Still". Ich selber gehörte wohl seinerzeit auch zu den Menschen, die diesen Song rauf und runter gehört haben, ohne wirklich die Bedeutung dahinter zu verstehen. Ich wusste nur eins: Es war ein absoluter Ohrwurm. Jetzt, nach dem ich das Buch gelesen habe und meine Rezension dazu schreibe, verstehe ich die Bedeutung hinter den Wörtern.

    Die Antwort auf die Frage, warum es um Jupiter Jones nach dem Durchbruch so ruhig war, wird hier zwischen den Kapiteln beantwortet. Aber darauf will ich nicht großartig eingehen. Denn dies ist nur ein Teil vom Ganzen. 


    Wie man unschwer erkennen kann, ist dies kein herkömmlicher Roman und auch eher ein Genre, zu dem ich eher weniger greife, auch wenn mich Geschichten von solchen Krankheiten sehr interessieren, bzw vor allem wie man mit solcher Erkrankung überhaupt leben kann. Dementsprechend fällt die Art des Rezensierens auch anders aus, als ich Bücher normalerweise rezensiere. 

    Gerade solche Themen mit welchen Lasten und Krankheiten Menschen gezwungener Maßen leben müssen, finde ich total interessant. Vor allem, wenn Menschen, wie es Nicholas Müller getan hat, den Mut dazu finden, die Ängste und Sorgen mit der Welt zu teilen. 

    Nicholas Müller ist mir, wie schon gesagt, keine unbekannte Person, weshalb schnell für mich klar war, dass ich dieses Buch von ihm lesen möchte, um zu verstehen und auch ein Einblick dessen zu bekommen, wie es ist, mit Angststörung zu leben. Auch wenn ich selber nicht von solcher oder ähnlicher Krankheit betroffen bin, war es für mich interessant einen Blick hineinzuwerfen.


    Auf sehr eindrucksvolle und vor allem authentische Art schildert Nicholas Müller auf nicht mal ganz 300 Seiten, wie er in einer großen Familie mit vielen Verwandten aufgewachsen ist, wie ihn Musik immer wieder auf seinem Lebensweg begleitet, wie er schlimme Schicksalsschläge erleiden musste, die wahrscheinlich auch Grund für seine Angststörung waren, aber auch, wie man immer wieder nach vorne schauen muss und sollte.

    Ich konnte mich beim Lesen unglaublich gut in Nicholas Müller hineinversetzen, auch wenn ich selber wahrscheinlich nicht mal annähernd nachvollziehen kann, welche Qualen er teilweise erleiden musste. Trotz allem nahm mich der jetztige Frontsänger von seiner neuen Band "von Brücken" an die Hand und gab mir teilweise sehr erschreckende Einblicke in sein Leben. Einblicke, die ich als "Normalsterblicher", der nicht von solcher oder ähnlichen Krankheiten betroffen ist, manchmal sehr schlucken ließen. 

    Nicholas Müller schreibt sehr authentisch und angenehm, dass ich trotz oder vielleicht auch gerade wegen des Themas zügig voran kam. Immer wieder war ich erstaunt und erfreut, wenn es Fortschritte in seiner Genesung gab, aber auch traurig, als es wieder Anfälle gab. Ein interessantes Buch, was zeigt, dass man sich nicht vor einer Krankheit verstecken muss.


    Mein Urteil 

    Nicholas Müller erzählt in seinem Buch "Ich bin mal eben wieder tot" auf sehr eindrucksvolle Weise sein Leben. Immer wieder gab es Momente, in denen ich grinsen musste, aber auch Momente, in denen ich ganz schön schlucken musste. Hut ab, für den Mut, den der Frontmann von "von Brücken" hier aufzeigt über seine Krankheit zu reden. Für mich war es ein interessanter Einblick in eine Erkrankung, die ich nun im Nachhinein besser verstehen und nachvollziehen kann. Aber auch ein sehr gelungener Einblick dessen, dass solche Erkrankungen jeden treffen können. Ich danke Nicholas Müller für diesen Einblick in sein Leben. Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Welten.

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    kassandra1010s avatar
    kassandra1010vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch, so offen und schonungslos! Angst. Man erwartet Aufklärung vom Facharzt oder von einem Therapeuten. Aber Fehlanzeige, gut so!
    Ein Buch, so offen und schonungslos!

    Ein Buch, so offen und schonungslos!
    Angst. Man erwartet Aufklärung vom Facharzt oder von einem Therapeuten. Aber Fehlanzeige, und dass ist gut so!
    Nicholas Müller, der ehemalige Sänger von Jupiter Jones, gesteht sich offen und ehrlich ein, das er ein Problem mit der Angst hat. Während die Band auf dem Höhepunkt ihrer Karriere steht, steht Nicholas Müller am eigenen Abgrund. Die Panikattacken häufen sich und werden immer schlimmer.
    Der Druck in diesem Business ist groß, die Familiengeschichte durch Krebs, Krankheit und Tod gepflastert, beenden abrupt das Bühnenende des Sängers und die Selbsteinweisung in eine Fachklinik.
    Erst hier wird ihm klar, welche Ursachen hinter diesen Angstattacken liegen und das eine medikamentöse Behandlung nicht immer die perfekte Lösung ist.
    Mir gefällt die offene und ehrliche Art, wie Nicholas Müller mit seiner ganz eigenen Nemesis umgeht und es ihm gelingt, dank qualifiziertem Fachpersonal, sehr engen Freunden und der Familie auch die nächste Angstattacke zu überstehen.
    Dieses oft totgeschwiegene Thema verdient diese unkomplizierte Art und Weise damit umzugehen. Dabei dürfen auch Witz, Sarkasmus und Skurrilität nicht fehlen.
    Was für Nicholas Müller die Eifel, ist für mich der Hochwald und ich bin dankbar für die Idee, den Staubsauger gleich an unser Fellmonster Ella anzubinden!

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    R
    Rahel1102vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Kein Ratgeber,aber fantastisch geschrieben. Ich selber hatte zum Glück bisher nie mit Panikattacken zu tun,aber mein bester Freund.
    Panikattacken und Angststörungen einer bekannten Person

    Nicolas Müller bekommt mit der Krebsdiagnose seiner Mutter,die ersten Angststörungen. Als dann seine Oma und seine Mutter an der selben Krankheit sterben wirft es ihn um. Er verlässt Jupiter Jones und geht in Therapie. Das Buch ist kein Ratgeber,dass schreibt er auch. Es ist ein Erfahrungsbericht und das mit großartigen Wörter. 

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    R_Mantheys avatar
    R_Mantheyvor einem Jahr
    "Die Liebe zu mir selbst musste zuerst genesen"

    Wichtig erscheint mir zuerst eine ganz einfache Bemerkung: Dies ist kein Selbsthilfebuch. Vielmehr ein Erfahrungsbericht, der Betroffenen wenig oder gar nicht helfen wird, außer sie nehmen aus diesen Beschreibungen mit, dass sie nicht alleine mit ihren Problemen sind. Aber auch das ist ein geringer Trost, wenn sich das Leben so anfühlt, wie es Nicholas Müller beschreibt. Übrigens steht der Inhalt des Buches schon im Untertitel. Es heißt nicht etwa, wie ich die Angst besiegte, sondern wie ich mit der Angst zu leben lernte.

    Natürlich kann man dieses Buch aus Solidarität, Mitleid oder als Fan des Autors prima finden. Man kann Müller auch für die ehrliche Art und den Tonfall seines Berichtes loben. Das aber sind alles Bekenntnisse eines abseits stehenden Publikums, das eigentlich wenig oder keine Ahnung von den Problemen besitzt, mit denen Nicholas Müller zu kämpfen hatte oder wohl auch heute noch gelegentlich kämpft. Die Anfälle kommen plötzlich und eigentlich immer zur falschen Zeit. Man weiß nicht wirklich, was mit einem los ist und man kennt die Ursache dafür nicht. Bei Müller kann man den erstmaligen Auslöser fixieren, nicht aber den tatsächlich physiologischen Zusammenhang, der irgendwo in ihm versteckt ist. Warum die Biochemie des Körpers plötzlich verrücktspielt, bleibt ebenso ein Rätsel, wie die nicht immer zu identifizierenden unmittelbaren Auslöser dafür. Offenbar verschwindet das Ganze auch nicht durch Therapien. Wie auch, wenn man nicht an die Wurzel des Übels kommt?

    Wenn wie beim Autor der berufliche Werdegang leidet, die Ehe in die Brüche geht – wie soll da Halt entstehen? Wo ist das Ende dieser leidigen Spirale, wenn sie auf ihrem zerstörerischen Weg immer neue Gründe für Angst schafft? Heilung kann eigentlich nur von innen kommen, weil die Konstruktion, mit der sich Müller die Welt erklärte, offenbar einen grundsätzlichen Fehler hatte, der bisher nicht völlig beseitigt werden konnte. Sicher scheint nur, dass der schnell hintereinander folgende Verlust von Mutter und Großmutter die Wirkung dieses Konstruktionsmangels erst zur vollen Ausprägung kommen ließ. Vielleicht kann man diesen Fehler gar nicht beseitigen und muss tatsächlich lernen, wie man mit ihm umgehen soll. Klar wird das jedenfalls aus diesem Buch nicht. Das wiederum kann man ihm nicht vorwerfen, denn es ist nur ein Bericht, vielleicht ein Hilferuf zum Verständnis an andere, die nicht wissen, welche irrwitzigen Vorgänge sich im Körper eines Betroffenen abspielen, wenn das Unheil wieder einmal zuschlägt.

    Helfen kann eigentlich wohl nur ein anderer Umgang mit sich selbst. So jedenfalls habe ich den Autor verstanden. Leider wird im Buch nicht wirklich deutlich, was sein Autor eigentlich verändert hat, um nun besser mit seiner Angststörung klarzukommen. Was also wirklich bleibt, sind die Beschreibungen solcher plötzlichen Zustandsänderungen, die er sehr eindrucksvoll zum Leser transportiert. Wer sich das vorher nicht vorstellen konnte, wird es danach wenigstens intellektuell verstanden haben.

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    stffmllrs avatar
    stffmllrvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unterhaltsam, herzergreifend, Mut machen.
    Lesenswert.

    Über den Inhalt und den Autor ist ausreichend bekannt, denke ich. Darum komme ich direkt zu meiner Meinung über dieses Buch. Ja, es ist autobiografisch. Nein, es ist kein Ratgeber. Wenn man also einen Ratgeber zum Thema "Angst" sucht, wird man von diesem Buch wohl enttäuscht sein und wenig "Mehrwert" finden. Fühlt man sich allerdings mit seiner Angsterkrankung wie ein Darwinfink in Bergisch Gladbach oder möchte man als Bergisch Gladbacher gern den Darwinfinken in seiner Familie oder seinem Freundeskreis verstehen, ist man mit diesem Buch, in meiner Wahrnehmung, allerbestens bedient. Es werden Einblicke ins Privateste gegeben, in die schwärzesten Nischen der menschlichen Seele. Es sind Erzählungen, die man wohl in der Tiefe und mit der Ehrlichkeit nur selten von Betroffenen zu hören bzw lesen bekommt. Der Darwinfink wird plötzlich merken, dass er nicht allein ist mit seinen psychischen Sensationen. Dass es das gibt. Auch bei Anderen. Und der Bergisch Gladbacher wird vielleicht plötzlich verstehen, warum er seiner Frau, Oma, Tante oder seinem Mann, Opa, Onkel, Sohn oder wem auch immer manchmal glaubhaft machen muss, dass er gerade nicht stirbt. Er wird verstehen können, was ein Darwinfink fühlt und denkt und wie es für ihn ist, ein Leben mit der Angst zu führen. Das alles mag für manch einen nicht ausreichen, um als Buch mit "Mehrwert" durchzugehen. Für mich als Darwinfink unter Darwinfinken hat das Buch nicht nur seine Berechtigung, sondern auch einen riesigen Mehrwert. 

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