Nick Cave Der Tod des Bunny Munro

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Inhaltsangabe zu „Der Tod des Bunny Munro“ von Nick Cave

Seit Nick Cave Wim Wenders 'Stadt der Engel' mit seiner Band aufmischte, ist der australische Songwriter und Chefrocker aus der deutschen Kultlandschaft nicht mehr wegzudenken: in den Achtzigern lebte er in Berlin, mit Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten gründete er The Bad Seed. Vom ekstatischen Lärm-Blues entwickelte er sich zum Kopf der Mörderballade, die in getragenen Rhythmen die Nachtseite des Rock’n’Roll zelebriert. Nach einem Duett mit Kylie Minogue (Where the Wild Roses Grow) und einer Liason mit PJ Harvey hat er hat während der Sonnenfinsternis (11.8.99) zum zweiten Mal geheiratet, und hat drei Kinder, falls jemand nach dem Zusammenhang mit dem Roman fragt. Er nahm ein Duett mit Johnny Cash auf (der auch seinen Song The Mercy Seat coverte – was Besseres kann einem passieren?), die letzten Platten geben dem Rock’n’Roll wieder einen Schuss Punk dazu.

Provokante Sicht eines gestörten und perversen Mannes der vermeidlich nach Erlösung sucht. Darüber hinaus gibt es nichts zu entdecken.

— Lady_Martini

Mannometer!

— peckomingo

Ein widerwärtiger Mann in unserer zuweilen grausamen Welt. Lichtblick ist sein Sohn, der im Gegensatz zu seinem Vater Rettung erlangt.

— loveisfriendship

Ein tolles Buch! Ich habe es als englisches Hörbuch mit Nick Caves Stimme gehört - sehr beeindruckend.

— SinaJasur

Nick Cave schreibt mit hämmerndem Bass, mit jaulendem Gitarrensolo und mit flüsternder Stimme.

— sabine_schwab

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  • Die Agonie des Bunny Munro

    Der Tod des Bunny Munro

    The iron butterfly

    13. May 2015 um 19:01

    Der Tod des Bunny Munro…ein sehr eindeutiger Titel, der darauf hinzuweisen scheint, dass ein gewisser Bunny Munro im Verlauf der Geschichte stirbt. Nun, bis es soweit sein wird, begleitet der Leser den Kosmetikvertreter, Bunny Munro durch seinen Alltag. Hier beginnt der stellenweise nicht ganz jugendfreie Teil der Rezension, auch wenn ich versuchen werde Geschehnisse zu umschreiben. ---- Bunny ist ein sexbesessener, mösenverliebter, ejakulationssüchtiger Typ, der nicht schnell und oft genug bei Frauen landen will. Im Grunde findet er an beinahe jeder Frau, an jedem jungen Mädchen etwas Animierendes und wenn sich so gar nichts finden lassen will, dann phantasiert er sich Kylie, Avril oder eine vergangene erfolgreiche „Aktion“ vor Augen und schon kann es losgehen. Zur Not legt er Hand an sich selbt, masturbiert mal schnell, wie andere Leute zum Händewaschen gehen oder im Auto noch schnell eine neue CD einlegen. Bunny ist also ein Hypersexueller, was vermutlich nicht weiter dramatisch wäre, hätte er nicht Frau und Kind. Libby leidet qualvoll unter Bunnys Leiden, dem es selbst nicht als Leid erscheint. Denn er lügt, er leugnet und drängt Libby tiefer und tiefer in die Depression. Bunny genießt es weiterhin jeden Hintern zu taxieren, sich in seiner Phantasie über das weibliche Geschlechtsorgan zu verlieren, Augenkontakt aufzunehmen oder im Rahmen seiner Verkaufstätigkeit den Damen beim Vorführen der Handcreme lustvolle Gefühle zu stimulieren. Als Bunny jedoch eines Tages nach Hause kommt und seine Wohnung in einem heillosen Chaos aus umgeworfenen Möbeln und zerschnittenen Hemden vorfindet, ahnt er das Unheil bereits. Libby hat sich am Sicherheitsgitter des Schlafzimmerfensters erhängt. Was ändert sich nun? Seltsam wenig für Bunny Munro, außer, dass er nun Bunny Junior am Hals hat und sich von Libbys Geist verfolgt fühlt. Und doch spitzt sich die Atmosphäre ins schier Unerträgliche zu, denn Bunny wird immer besessener, manisch gaukelt er sich und Bunny Junior etwas vor. Bunny Junior hingegen beobachtet seinen Vater sehr objektiv, dazu muss ihm nicht immer klar sein, was tatsächlich vor sich geht, trotzdem erfährt der Leser durch seine kindlichen Augen, wie es wirklich um Bunny senior bestellt ist. Den Neunjährigen schützen kindliche Naivität, intelligente Phantasie und die Liebe zu seinem Vater, sie schützen aber nicht den großen, übermächtigen Sexgott Bunny Munro. Seine Agonie hat längst begonnen. Nick Cave erzählt in seinem Roman „Der Tod des Bunny Munro“ schonungslos die Geschichte eines von Besessenheit und Verdammnis getriebenen Mannes. Ich schreibe bewusst nicht „eines Helden“, denn Bunny Munro ist kein heldhafter Charakter. Bunny Junior hingegen schon. Jedoch ist es gerade dieses tragische Schicksalsspiel der beiden Charaktere, welches die Geschichte so abgründig erscheinen lässt. Einerseits angewidert liest man des Protagonisten Bunnys testosterongesteuerte Phantasmen, verfolgt seine zweifelhaften Eroberungen und Höhepunkte und andererseits will man wissen, wann es ihn denn nun erwischt und was von Minute zu Minute mit Bunny Junior geschieht. Ein sehr irritierendes, verstörendes Buch und doch eine Geschichte, die bindet und eine gewisse Ergriffenheit erzeugt. Ein immer düsterer, versiffter werdendes Szenario und Protagonisten, denen beinahe zuviel Leben eingehaucht wurde, trugen dazu bei, dass ich das Buch kaum weglegen konnte. Du willst es wissen, du musst es lesen und damit abschließen. Leider prägen sich die Bilder doch sehr ein und es bedarf viel, um diesen Schorf wieder abfallen zu lassen. Unter anderem auch dieser Rezension, bei der ich zumindest versuche verschiedene Impressionen abzustreifen. Bitte nicht aus reiner Neugierde und "Sexsationslust" lesen, in diesem Fall Finger weg. Bitte bleiben sie nicht stehen, hier gibt es nichts zu sehen! Lesenswert für die, die sich an vulgärer Sprache nicht stören und die durchaus abgründig tragische Geschichte, die erzählt werden soll erkennen wollen.

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  • Echt lesenswert!

    Der Tod des Bunny Munro

    SinaJasur

    12. December 2014 um 22:43

    Bunny Munro ist nicht gerade ein sympathischer Charakter, dennoch bin ich an ihm dran geblieben. Zum Einen macht der Titel natürlich neugierig - wann stirbt Bunny Munro denn? Wie ergeht es seinem Sohn? Und zum Anderen tat er mir irgendwie leid. Ich mochte ihn nicht, aber ich wollte ihn begleiten auf seinem letzten Weg.  Nick Cave schafft es, eine unglaublich intensive Stimmung und eine tiefe Beklemmung im Leser zu erzeugen. Das ist eins der wenigen Bücher, das mir auch nach Jahren noch im Gedächtnis geblieben ist...

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  • Leider gar nicht mein Fall

    Der Tod des Bunny Munro

    HarIequin

    10. March 2014 um 19:55

    Bunny Munro in 3 Worten: Kosmetikverkäufer, selbstverliebt, untreu. Sorglos geht er durchs Leben und legt dabei alles flach, was nicht schnell genug flüchten kann. Dass seine Frau daheim in Depressionen verfällt und über sein Fremdgehen Bescheid weiß, ignoriert er gekonnt – bis er sie erhängt im Schlafzimmer vorfindet. Daraufhin fährt er mit seinem Sohn Bunny Junior durch die Gegend, verkauft weiter seine Produkte und verliert sich immer mehr in Alkohol und Wahnvorstellungen. Der Protagonist ist ein klassischer Antiheld und war demnach unausstehlich. Er denkt eigentlich pausenlos an sexuelles (Szene als er seine erhängte Frau findet: „für einen Moment[...]geht Bunny durch den Kopf, dass ihre Brüste geil aussehen.“ Seite 38) und das zieht sich gnadenlos durch das komplette Buch hindurch mit etlichen Frauen – oder auch Mädchen. Dazu kam, dass ihm aber auch alles in den Schoß zu fallen schien und ihn nichts kümmerte. Sein Sohn hat entzündete Augen, aber kommt Bunny mal auf die Idee zur Apotheke zu gehen? Natürlich nicht, lieber rennt er den Frauen hinterher und gelt seine Haarlocke. Er verkauft einer blinden Frau völlig überteuerte Produkte? Lassen wir doch gleich noch ihren Schmuck mitgehen. Ab der Hälfte wird Bunny allerdings mit mehr Ironie betrachtet und bekommt auch sein Fett weg, was ganz erfrischend war. Der einzige Lichtblick lag für mich bei Bunny Junior, der mit seiner Unschuld, Naivität und Bewunderung für seinen Vater einfach um knuddeln war. Das war es aber leider auch schon, denn die Sprache war zu vulgär und wirkte für mich aufgesetzt. Nick Cave hat sich zwar Mühe gegeben, abwechslungsreich und ungewöhnlich zu schreiben, aber der Fundus an abstrakten Wörtern war dann doch irgendwann zu viel. Die Story hat leider auch nichts wettgemacht, denn die war schlicht und ergreifend substanz- und inhaltslos. Das gleiche Schema hat sich immer wiederholt, nur das Bunnys Zustand dabei schlechter wurde. Nur das Ende war herausstechend. Ich musste mich buchstäblich durch das Buch quälen und kann niemandem empfehlen, es mir gleich zu tun. Viel zu vulgär, einseitig und provozierend schockierend.

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  • Ein triebgesteuerter Bunny

    Der Tod des Bunny Munro

    dicketilla

    02. March 2014 um 12:22

    Bunny Munro , Verkäufer für Schönheitsprodukte , geht triebgesteuert durchs Leben . Den Hilferuf seiner Frau , an Depressionen leidend ,überhörend , vergnügt er sich schnell mal im Motel mit einer Prostituierten . Als er in seiner Wohnung ankommt findet er seinen neunjährigen Sohn , Bunny Junior , verstört auf , und später , hinter der verschlossenen Schlafzimmertür , seine erhängte Frau . Selbst auf der Beerdigung lässt er gedanklich seinen Trieben freien Lauf . Er ist total überfordert und weiß mit seinem Sohn nichts anzufangen .Dieser vertieft sich in seine Enzyklopädie , ein Geschenk seiner Mutter , und versinkt in seiner Traumwelt . Aus dieser Ausweglosigkeit heraus , immer volltrunken , seinem Trieb ausgesetzt , sieht er nur eine Möglichkeit , den Jungen auf seine Touren mit zu nehmen . Dieser wundert sich , warum er nicht zur Schule muss. Oft muss er lange im Auto warten , bis sein Vater wieder kommt , da dieser nicht nur seine Verkaufsreize spielen lässt . Aber Bunny Junior liebt seinen Dad abgöttisch . Er ist es nicht gewohnt sich Sorgen um seinen Dad zu machen , eher war er es gewohnt , sich um seine Mutter zu sorgen . Diese erscheint ihm als guter Geist , tröstend in ängstlichen Momenten . Eine Vater Sohn Geschichte der anderen Art . Die Sprache , eher dem Rocker Milieu anhaftend , ist gewöhnungsbedürftig . Vulgäre Schilderungen , Sexualpraktiken lassen Bunnys Zerrissenheit mit sich selbst erkennen . Ein Buch was mich anfangs etwas verstörte , aber dann nicht mehr los ließ .

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  • Zwischen Gin und Faltencreme

    Der Tod des Bunny Munro

    sabine_schwab

    02. September 2013 um 16:59

    Bunny ist Kosmetikverkäufer. Er verkauft mit süßen Worten Cremes und Wässerchen an den Haustüren Südenglands. Und nur zu gerne legt er seine Kundinnen auch mal flach. Tja, so ist es. Er ist ein Fremdgeher der übelsten Sorte und seine Frau, die das genau weiß, entschließt sich dazu, sich das Leben zu nehmen. Nun ist Bunny allein, allein mit seinem Sohn Bunny Jr. Aber irgendwie muss es für die beiden weiter gehen und so machen sie sich auf den Weg. Bunny versucht seinem Jungen alles über den Job des Verkaufens beizubringen, soweit es der Alkoholdunst zulässt, der ihn stets umgibt. Dabei lernt der Junge eine Menge und der Leser auch. Denn vor der Wirklichkeit kann man nicht fliehen. Das Buch hat mich mitgenommen. Es hat mich emotional tief berührt, denn diese Geschichte ist so wahr und ehrlich, obwohl sie von Lügen und Selbstbetrug handelt, dass man ihr nicht entkommen kann. Nick Cave schreibt mit hämmerndem Bass, mit jaulendem Gitarrensolo und mit flüsternder Stimme.

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  • Rezension zu "Der Tod des Bunny Munro" von Nick Cave

    Der Tod des Bunny Munro

    Duffy

    13. February 2013 um 17:01

    Bunny Munro ist Vertreter für Kosmetika. außerdem ist er sehr von sich eingenommen, denkt oder vermutet, dass er das gewisse "Etwas" hat, das ihn für Frauen unwiderstehlich macht, ist daher schwanzgesteuert und leidet teilweise unter seiner Libido. Als sich seine Frau umbringt, muss er sich um seinen Sohn kümmern und langsam aber sicher driftet er auf einer Achterbahn von Schwanzschmerzen, Alkohol, diffuser Wahnvorstellungen und allerlei Versäumnissen und misslungenen Strategien zur Lebensbewältigung ab ins Jenseits. Nein, Nick Cave ist kein besserer Schriftsteller als Songwriter. Obwohl er sich Mühe gibt und voll in die verbale psychedelische Wortschatztruhe greift, gelingt es ihm nicht, einen guten Roman vorzulegen. Alles, was er vermittelt, ist deprimierend. Bis auf den Jungen, Bunny Junior, kann man für keine der Figuren ein Gefühl entwickeln. Deprimierend ist die leicht vorhersehbare Dramaturgie und deprimierend ist auch, dass Cave überhaupt kein Licht in die 300 Seiten lässt. Man hätte sich ein wenig mehr versprochen. Das, was in seinen Songs einwandfrei funktioniert, klappt in diesem Roman überhaupt nicht. Es gibt nichts, was andere nicht auch schon so, aber besser, gemacht hätten. Das zweite Sternchen gibt es für die Figur des Sohnes, denn die ist die einzige, von der man wissen will, wie sie davonkommt. Cave ist bei seiner großartigen Musik und seinen aussagefähigen Songs besser aufgehoben.

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    • 3
  • Rezension zu "Der Tod des Bunny Munro" von Nick Cave

    Der Tod des Bunny Munro

    Medienjournal

    31. December 2012 um 01:32

    Auch Nick Caves zweites Werk ist ein wuchtiges, eindringliches und bildgewaltiges Werk voller Schmerz, Trauer und Verfehlung. Eine klare Empfehlung aus der Sparte der etwas anderen Literatur.

    Mehr gibt es unter:
    http://medienjournal-blog.de/2011/09/der-tod-des-bunny-munro-buch/

  • Rezension zu "Der Tod des Bunny Munro" von Nick Cave

    Der Tod des Bunny Munro

    rkuehne

    22. February 2012 um 16:34

    Ein Roman wie ein verkaterter Sonntagmorgen. Caves Antiheld, Bunny Munro, alkohol-, nikotin- und sexsüchtig marodiert sich ohne Rücksicht auf Verluste und seine Umgebung durch seine Bedürfnisse und hinterlässt, dort wo er war, selten mehr als verbrannte Erde. Cave gelingt es trotzdem, den egoistischen, rauhen, zerstörerischen Lebensstil von Bunny Munro ohne Bruchstellen mit der warmherzigen Seite seiner Rolle als Vater eines Neunjährigen zu verknüpfen. Ein düsteres, hartes, brutales und dennoch feinfühliges und tieftrauriges Buch.

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  • Rezension zu "Der Tod des Bunny Munro" von Nick Cave

    Der Tod des Bunny Munro

    deSaintSavin

    Eine Exkursion in die kranke Welt des Bunny Munro. Ein Ausflug, der sich aber lohnt. Vielleicht nicht unbedingt Lektüre für Cohello-Leser allen anderen sei Nick Caves Buch aber wärmstens empfohlen. Sicher kein Meilstenstein der Weltliteratur nichtsdestoweniger der Schmöker fühlt sich in meinem Regal neben Palahniuck, Faldbakken, Welsh und Niven sichtlich wohl. Lesen!

    • 2
  • Rezension zu "Der Tod des Bunny Munro" von Nick Cave

    Der Tod des Bunny Munro

    Leserrezension2010

    A34 Der Tod des Bunny Munro von Nick Cave Kategorie: Allgemein Der Tod des Bunny Munro v. Nick Cave ISBN 3462041290 Bunny Munro ist Vertreter für Kosmetikprodukte, er ist sexbesessen und ein treuloser Ehemann. Seine Fantasien über Frauen lassen ihn höchstens einen Absatz lang in Ruhe. Bis ihn der nächste Song im Radio, oder der Anblick eines Werbeplakats wieder auf Hochtouren bringt. Eines Tages findet er seine Frau erhängt in ihrer gemeinsamen Wohnung. Übrig bleiben er und sein 9-jähriger Sohn Bunny Junior. Unfähig mit der Situation umzugehen, packt er seinen Sohn und einen Koffer und begibt sich auf Geschäftsreise, um Bunny Jr. das „Handwerkszeug“ eines echten Handlesvertreters beizubringen. Gemeinsam klappern sie eine Adressenliste von Kundinnen ab. Unaufhaltsam trudelt Bunny auf dieser Reise seinem Schicksal entgegen. Diese Erzählung ist nicht Friede-Freude-Eierkuchen und keine freundliche Unterhaltung. Sie ist abstoßend und widerlich. Bunny Munro, ein absoluter Anti-Held, präsentiert uns ohne Schamgefühl seine dunkelsten Abgründe. Teilweise so überzeichnet, dass es fast komisch wirkt. Und trotzdem gibt es da ein kleines Licht, sein Sohn. Das einzig Gute und Reine in seinem Leben. Ein Junge der seinen Vater aufrichtig liebt und ihn und die Welt mit anderen Augen betrachtet. Durch diese verzerrte Sicht wird indirekt klar, wer Bunny Munro wirklich ist. Nicht der begnadete Beglücker, sondern ein schäbiger Loser mit ganz eigener verzerrter Sicht auf die Dinge. Der Autor: Das Buch liest sich, als hätte es Nick Cave in einem Ruck durchgeschrieben. Nicht gekünstelt oder konstruiert, ein Schwall an Redekunst die da einfach aus ihm herausbricht. Manchmal so gewagt und ungebremst, dass man kurz nach Luft schnappen muss. Ein düsteres und trauriges Buch, mit dem man sich auf keinen Fall identifizieren möchte. Abstoßend und faszinierend, wie bei Nabokov oder Bukowski. Nichts für zwischendurch. Provokant, aber nicht gewissenlos.

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    • 2
  • Rezension zu "Der Tod des Bunny Munro" von Nick Cave

    Der Tod des Bunny Munro

    Archibald Pynchon-Light

    31. December 2010 um 11:38

    Bunny Munro umgarnt einsame Hausfrauen mit Komplimenten und Kosmetikproben. Als Handelsvertreter ist er immer unterwegs und hat Frau und Sohn jahrelang vernachlässigt. Die Frau des notorischen Schürzenjägers erliegt ihren Depressionen und nimmt sich das Leben. Bunny hat plötzlich ein Kind am Hals, mit dem er nichts anfangen kann und das ihm bei seinen amourösen Abenteuern im Weg ist. Deshalb muss der neunjährige Bunny Junior meist im Auto oder im Hotelzimmer warten. Zum Zeitvertreib liest er sich durch eine Enzyklopädie und gibt sein Wissen in passenden wie unpassenden Momenten preis. Bunny Munro ist kein sympathischer Mensch, sondern ein triebgesteuerter Egoist. Er sieht auf eine schmierige Art gut aus und kommt bei einem bestimmten Typ Frau gut an. Seine beste Zeit ist aber vorbei, bald wird er weniger Sex haben und nicht mehr wählerisch sein können, obwohl man ihm letzteres schon jetzt nicht vorwerfen kann. Er sinniert in einsamen Stunden viel über die anatomische Beschaffenheit von Kylie Minogue und Avril Lavigne (bei denen sich der Autor in den Danksagungen dafür entschuldigt). Bunny gehört zu einer aussterbenden Rasse. Es fällt schwer, dies als Verlust zu empfinden. Irgendwann erlahmt das Leserinteresse an der Dauergeilheit des Protagonisten. Aber gerade deshalb funktioniert der Roman so gut. Eine Hauptfigur, bei der man ständig zwischen Mitleid und Verachtung schwankt, unterwegs in einem düsteren England aus Sozialbauten, Trinkern, einsamen Hausfrauen, verkrachten Existenzen und Jugendlichen ohne Zukunft. Die Sprache ist derb, ebenso das Verhalten der Personen. Manche Episoden unglaublich komisch, andere bedrückend oder schlicht deprimierend und bei den meisten möchte man einfach wegsehen bzw. weghören. Man fragt sich während der Lektüre des Öfteren, warum soll ich mir eine so trostlose Geschichte antun? Die Antwort ist erschreckend simpel: Weil man nicht aufhören kann. Der Musiker Nick Cave hat nach Die Eselin sah den Engel (1989) nun seinen zweiten Roman vorgelegt. Gelesen wird das Hörbuch von Blixa Bargeld, einem früheren Mitglied der Einstürzenden Neubauten und Gitarrist von Caves Band The Bad Seeds. Eine gute Wahl.

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  • Rezension zu "Der Tod des Bunny Munro" von Nick Cave

    Der Tod des Bunny Munro

    Munro

    27. December 2010 um 22:28

    Die harte Ausdrucksweise in diesem Buch ist sicher nicht jedermanns Geschmack,aber ich finde es passt zu der Story. So wirkt auch alles sehr glaubwürdig ,man hat den Eindruck ,dass der Autor weiss wovon er schreibt und einen Eindruck hinterlässt,eine Geschichte die man nicht so leicht vergisst , weil sie einem unter die Haut geht.

  • Rezension zu "Der Tod des Bunny Munro" von Nick Cave

    Der Tod des Bunny Munro

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. December 2010 um 20:32

    Dieses Buch ist sicherlich kein Kinderbuch und auch kein Meilenstein. Nichtsdestotrotz ist es ein eindringliches, gutes, zutiefst trauriges Buch das ich nicht missen möchte. Bunny ist nichts anderes als ein in sämtlichen Lebensfragen gescheiterter Mann, der mit seiner Sexsucht seine depressive Frau in den Tod getrieben hat und mit der Verantwortung für seinen verständlicherweise etwas verstörten Sohn kaum klarkommt. Ich mag den düsteren Unterton dieses Buches, der an die tiefe, raue Stimme des Autors erinnert, und jeder der sagt, in diesem Buch ginge es nur um Sex(sucht), der ist völlig unfähig zwischen den Zeilen zu lesen.

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  • Rezension zu "Der Tod des Bunny Munro" von Nick Cave

    Der Tod des Bunny Munro

    palegreeneyes

    28. May 2010 um 21:00

    abgefuckt.
    mehr kann man dazu nicht sagen.

  • Rezension zu "Der Tod des Bunny Munro" von Nick Cave

    Der Tod des Bunny Munro

    HeikeG

    24. January 2010 um 12:10

    In was für einer Welt wir leben, in was für einer unglaublichen Welt! . „Eine Fantasievorstellung ist eine Situation, die sich im Kopf eines Einzelnen abspielt und nicht der Realität entspricht, sondern bestimmte Wünsche oder Ziele dieser Person zum Ausdruck bringt. Fantasievorstellungen drehen sich häufig um Situationen, die unmöglich oder sehr unwahrscheinlich sind.“ Diese Worte liest Bunny Junior in seiner über alles geliebten Enzyklopädie, die er auf den Touren mit seinem Vater stets bei sich hat und aus der der neunjährige Junge sein unerschöpfliches Wissen bezieht. . Fantasien entwickelt der Spross genauso wie sein Vater, doch unterscheiden sich diese enorm. Träumt sich ersterer seine Mutter, die sich das Leben nahm, weil sie die Exzesse ihres Gatten einfach nicht mehr ertrug, wieder ins reale Leben zurück, frönt Senior seinen ausschweifenden sexuellen Imaginationen, bei denen er es jedoch nicht lässt, sondern diese hemmungs- und zügellos in die Realität umsetzt. Seine Triebe beherrschen ihn gar so weit, dass er sich während der kirchlichen Trauerfeierlichkeit eindeutige Handlungen mit einigen anwesenden Freundinnen seiner Frau vorstellt, diese masturbierend auf der Toilette auslebt und dadurch beinahe zu spät zur Beisetzung kommt. . Mit Bunny Munro hat der 1957 in Australien geborene und heute in Brighton, England, lebende charismatische Frontman der „Bad Seeds“ - Nick Cave - eine widerliche Figur in Szene gesetzt. Trinkend, randalierend und unfähig für Zärtlichkeiten taumelt der Handelsvertreter für Schönheitsprodukte von Frau zu Frau, um seine animalischen Triebe auszuleben. Seinen Sohn nimmt er, aus Mangel an Betreuungsmöglichkeiten, auf diesen „Beutezügen“ mit und lässt ihn schon mal einige Zeit allein im Auto sitzen. „Du bist der Starke.“, flüstert Bunny Juniors imaginierte Mutter dem Jungen ins Ohr, um ihm seine Angst zu nehmen. „Dein Vater kann dir nicht helfen. Er ist ein für alle Mal verloren.“ Denn wie es der Titel schon verrät, steuert Bunny Munro geradewegs auf sein Ende zu. „Für einen kurzen Augenblick begreift er vage, dass die seltsamen Einbildungen, Heimsuchungen und Erscheinungen der letzten Tage Geister seiner eigenen Trauer sind, die ihn in den Wahnsinn treiben. Er weiß sicherer als sonst irgendwas, dass sie ihn sehr bald umbringen werden.“ . Nick Cave hat im wahrsten Sinne des Wortes ein Extremwerk geschrieben, brutal, amoralisch, schockierend, gleichzeitig aber auch mit unglaublich leisen, stillen Tönen. Vor allem die Liebe des den Namen eigentlich kaum verdienenden Vaters zu seinem Sohn wird auf subtile, aber sehr wirkungsvolle Art herausgearbeitet und in Szene gesetzt. Die Bibel mit ihren Texten über Schuld und Erlösung sowie Schönheit und Schmerz stand ihm, wie in seinen Songtexten, wohl mehrfach Pate. In Form eines Roadmovies - der Text war ursprünglich als Drehbuch angelegt - zeigt Cave die dunkelste Seite des Lebens in schonungsloser Offenheit: ein Gradmesser des Zerfalls. Dabei türmt er langsam eine nebulöse große Wand vor dem Leser auf, die die Grenze zwischen Wirklichkeit und Traum verwischt. . Fazit: Er habe in Bunny Munro ein Monster erschaffen wollen, sagt Nick Cave in einem Interview über seinen Romanhelden. „Am Anfang erscheint er noch ganz lustig, man könnte ihn fast mögen. Aber je mehr man über ihn weiß, desto deutlicher wird, dass absolut nichts Lustiges an diesem Typen ist.” Wütend, erschreckend, ja schockierend ist der Text des Sängers, Songwriters und Autors, aber auch bewegend und zutiefst liebevoll. Ein Buch, das sicherlich die Meinungen spalten wird. Lesenswert ist es dennoch.

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