Nick Cave The Sick Bag Song

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Inhaltsangabe zu „The Sick Bag Song“ von Nick Cave

Das Spucktütenlied – eine überraschende Reise mit dem großen Nick Cave Drei Wochen auf Tour mit den Bad Seeds quer durch Nordamerika – Nick Cave hat aus Erinnerungen, Grübeleien, Begegnungen, Gedichten, Liedtexten und Tagebucheintragungen einen langen Songtext geschrieben, ein Epos, das die Kreativität und sprachliche Wucht dieses Ausnahmekünstlers zeigt. Auf Spucktüten notierte Nick Cave erste Ideen zu diesem außergewöhnlichen Poem, während er mit seiner Band kreuz und quer durch Nordamerika flog. In seinem mitreißenden Song schreibt er in starken Metaphern von archaischer Schönheit über das Dasein als Künstler, über Begegnungen mit anderen Künstlern, über Kreativität, Angst, Verlust, Tod und Liebe. In einem Studio in Malibu setzte Johnny Cash sich hin und spielte ein Lied. Er war halb blind und konnte kaum gehen. Ich war dabei. Ich sah, wie ein kranker Mann sein Instrument nahm und es ihm gut ging. Mit Bedauern habe ich auch schon das Gegenteil gesehen. Zupf, zupf, zupf. Ich habe gesehen, wie gesunde Männer ihr Instrument nehmen und krank werden.

Gedichte, die sicher manch einen mitreißen, für ich als echten und langjährigen Fan aber langweilig waren

— Esse74

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    The Sick Bag Song

    Esse74

    18. September 2016 um 19:55

    So- ich werde sicher den Hass aller eingefleischten Cave- Fans auf mich ziehen, aber ich fand die Gedichte nicht aussagekräftig genug. Ich höre Cave seit etwa dreissig Jahren, beeinflusst durch ältere Freunde, bin ein wirklich großer Fan. Ich mochte seinen Erstling, der voller Tiefe und Kraft war, Bunny Munro schwächelte schon aus meiner Sicht und eigentlich war ich nur bei der Lesung und kaufte das Hörbuch, weil Blixa Bargeld es las/liest. Sicher- niemand kann immer nur supergute Sachen schreiben, auch musikalisch gesehen, aber für mich hat er etwas an Aussagekraft verloren, der gute Mister Cave. Seit den Murder Ballads ist er ja auch kein Geheimtip mehr und bis auf Dig,Lazarus, Dig fand ich die letzten Alben alle gut. Sein neuestes auch nicht mehr- zuviel Veränderung, zuviel Neues- der alte Cave ist fort. Sicher, jeder erfindet sich gerne neu, aber das stößt halt die alten Fans vor den Kopf. Leider habe ich die Gedichte nur einmal gelesen, auf Deutsch und Englisch, dann weggelegt und es regte mich weder zum Nachdenken an, noch fand ich es unterhaltend. Man möge es mir nachsehen, aber reif für die Spucktüte.

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  • Spucktüten, Vampire, Drachen ... und Lyrik

    The Sick Bag Song

    Bri

    15. September 2016 um 16:21

    Nick Caves Musik ist wahre Kunst und über Kunst lässt sich trefflich streiten. Man muss sie nicht mögen und man muss sie nicht verstehen, um sie zu mögen. Meist etwas düster ist diese Kunst im Falle Caves, Rahmen sprengend und auf sein immenses mystisches, mythologisches Wissen und Verständnis verweisend. Das gefällt oder eben nicht. Spannend und unterhaltsam ist es allerdings.Wer so aus dem Vollen schöpfen kann ist häufig auch recht umtriebig und gedanklich rege, will sich beschäftigen. Nick Cave verarbeitet diese gedankliche Beschäftigung, die auch oder vor allem mit persönlichem einher geht, auf dem Material das er zu Verfügung hat. Jüngere Musiker würden vielleicht Twitter oder Instagram nutzen, einen Blog über die Tour mit der Band schreiben. Cave macht sich auf den Spücktüten, die in Flugzeugen für alle Eventualitäten ausliegen, Notizen, die er dann später zu Songtexten, Gedichten oder Prosa verarbeiten wird.Dabei hält er auch die Route fest, die Nick Cave & The Bad Seeds auf ihrer Tour durch Nordamerika abgrasen. Gedanken, Bilder die wie Träume oder Visionen wirken und später zu Songtexten werden, die mehr als nur Texte sind. Lyrik ist hier der korrekte Begriff. Die Entstehung selbst bleibt ein wenig im Dunkeln, denn bei Nick Cave hat alles eine mystische Aura. Wenn man als Leser dazu keinen Draht hat, kann man mit den auf Spücktüten verschiedener Airlines aufgezeichneten Versatzstücken nicht viel anfangen. Klar wird aber auf jeden Fall, dass auch Cave nicht frei ist von Ängsten, die vor allem uns Normalsterblichen bekannt sind. Wenn man jemanden erreichen möchte und das nicht schafft, dann geht das Gedankenkarussel los … und dreht sich munter weiter, bis geklärt ist, weshalb kein Kontakt zustande kommen konnte.So wird das, was als Notizen-Gekritzel begann mit der Zeit zu einer Suche nach den Wurzeln des Seins: Liebe, Inspiration, Sinn. Und er selbst erschrickt laut eines New York Times Artikels selbst, als er merkt, dass aus seinem ursprünglichen Plan, Versatzstücke eines Songs auf dem nächst greifbaren Stück Papier zu fixieren etwas anderes wurde: ein episches Gedicht. Erschrocken deshalb, weil er Poesie immer für erhabener hielt, als das was er tut. Das wiederum mag für einige Fans – sei es musikalisch oder literarisch, immerhin gibt es bereits zwei Romane aus seiner Feder – überraschend sein. Denn was an Nick Cave schon immer fasziniert hat, ist seine künstlerische, man könnte sagen tief poetische, Ader. Erstaunlich wie unterschiedlich die Innen- und Aussenwahrnehmung in diesem Fall differiert und damit spannende Einsichten liefert.Zur Deutung des unterhaltsamen Werkes, das deutscher Übersetzung mit englischer Originalversion vorliegt, könnte – neben dem Blättern zwischen den beiden Versionen – dieses Video mit dem Künstler beitragen. Und auch wenn das nicht der Fall sein sollte, so stimmt das Gesamtkonzept des Buches auf alle Fälle. Ein Muss für jeden Fan und ein literarisches Abenteuer für den Leser, dem sich Türen öffnen werden, wie sie sich dem Künstler während des Schreibens öffneten: unverhofft und überraschend.Wieder entdeckt habe ich Cave musikalisch erst kürzlich über den Titelsong der Peaky Blinders und frage mich ernsthaft, weshalb ich so lange nichts mehr von ihm angehört habe … Kunst eben – sie gefällt oder gefällt nicht. Mir jedenfalls gefällt sie im Moment verdammt gut … und das Buch wird ja durchaus schon auf dem Einband ausdrücklich für Fälle von „gefühlsbedingtem Unwohlsein“ empfohlen … also nix wie los zum Buchhändler des Vertrauens.

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  • Nordamerika erstreckt sich vor mir wie eine geplatzte Tüte mit Erbrochenem

    The Sick Bag Song

    Maldoror

    27. February 2016 um 18:42

    „Nordamerika erstreckt sich vor mir wie eine geplatzte Tüte mit Erbrochenem“ (Nick Cave) Gut zwei Jahre nach dem überragenden Musikwerk „Push The Sky Away“ ist nun endlich wieder ein neues Kunstwerk des poetischen Songwriters, Musikers und Erzählers Nick Cave erschienen. Das nun mit dem „Sick bag song“, auf Deutsch „Spucktütenlied“, dabei nun wieder ein literarisches Produkt entstanden ist und keine neues Album ist dabei kein Zufall, sondern die folgerichtige Weiterentwicklung nach dem filmischen Selbstinszenierungsporträt „20.000 Days On Earth“.Das vorliegende Werk ist auf der letzten großen Nordamerika-Tour mit den Bad Seeds im Sommer 2014 entstanden. Eigentlich wollte bzw. sollte Cave neues Material für ein kommendes Album schreiben. Auf der anstrengenden Reise kritzelte Cave am 13. Juni 2014 in einer Maschine der Air Canada erste Zeilen einer Geschichte auf eine Spucktüte der Flugzeuggesellschaft.Sie handelt von einem 12- jährigen Jungen, der ein steiles Flussufer hinaufsteigt, eine Eisenbahnbrücke erklimmt und ins schlammig trübe Wasser des dahin fließenden Stroms hinabblickt. Während die vibrierenden Gleise das Nahen eines Zuges ankündigen. Auf den folgenden Etappen, fast immer mit dem Flugzeug quer durch die Staaten und Kanada zurückgelegt, entstehen zahlreiche weitere Texte auf ebendiesen wunderbaren Kotztüten. Hier muss man auch die schöne Gestaltung der zweisprachigen Ausgabe von Kiepenheuer & Witsch lobend erwähnen. Kopien der Autographen, sprich der original handbeschriebenen Kotztüten, stehen jedem Kapitel voran, welche mit der jeweiligen Stadt des aktuellen Touraufenthaltes betitelt sind. Inhaltlich umfassen die Texte das ganze Spektrum des Künstlers. Ein großes Konglomerat aus Lyrik, Prosa und autobiografischen Beobachtungen unter Einfluss des Cave'schen-Kosmos aus wilder Autofiktion, Mythologie, Apokalypse, Tristesse, Verzweiflung, Düsternis, Absurdität und ja, auch Schönheit. Man hat das Gefühl als stecke die ganze Kunstfigur Cave in diesen Kotztüten. Dabei steckt die Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Düsternis nicht mehr ganz so tief und übergreifend im Vordergrund, wie noch im literarischen Erstlingswerk „Und die Eselin sah den Engel“. Was auch daran liegen mag, das Cave's Romandebüt Ende der 80-er unter Drogeneinfluss und pochender Depression in einem 10- Quadratmeterzimmer in West-Berlin entstand und natürlich mittlerweile 35 Jahre vergangen sind. Auch soll die Tournee 2014 die erste große Konzertreise gewesen sein, die ganz ohne Drogen und Alkohol absolviert wurde. Klar schimmert bei dem entstandenen Poem auch eine gehörige Portion Selbstdarstellung, und Exzentrik durch. Doch bei all den mystischen, extravaganten und dunklen Prophezeiungen und Dichtungen; wie Engelserscheinungen, konsternierenden Alltagsbeobachtungen, bedeutsamen Begegnungen mit unter sakraler Mystifizierung und herrlich absurden Fantasien: es ist auch ein klare und ehrliche Darstellung der Ängste und des Empfindens eines hoch talentierten Künstlers im malmenden Zeitstrom des modernen Zeitalters. Das vorhandene Material hätte genauso gut in ein rein akustisches Werk transportiert werden können und vielleicht werden einige Texte des Buches auch noch als Song bearbeitet , interpretiert und dargestellt. Die literarische Umsetzung hat aber vielleicht den Vorteil der umfassenderen Wirkung und länger anhaltenden Immersion. Die deutsche Übersetzung von Eike Schönfeld ist wieder gut gelungen, obwohl man als Leser dankbar ist für den englischen Originaltext im zweiten Teil des Buches. Denn die unverfälschte Poesie von Nick Cave wirkt doch noch intensiver. I spend my days pushing Elvis Presley's belly up a aeries of steep hills. Wanting everything is the everything that eventually kills. In the morning I attach my king-sized shadow to my heels. Without my shadow I don't know how the other half feels. I'm standing in the dressing room with a mushroom cloud for a head. My cock sticks out like a sore thumb. I long for my hotel bed. I say, I wonder who i have to blow around here to get ahead? Wanting everything is the everything that eventually killy you dead. Oder scheinbar philosophische metaphysische Erkenntnisse: Everything is happening and has happened and will happen again. Everything that exists has always existed and will continue to exist. Memory is imagined; it is not real. Don't be ashamed of ist need to create; it is the loviest part of your heart. Myth is the true history. Don't let them tell you that there are no monsters. Don't let them make you feel stupid, just because you are happy to play dpwn in the dark with your flashlight. The mystical world depends on you and your tolerance for the absurd. Be strong, my darling ones, and believe! Und so kehrt man nach all den Ereignissen und Geschichten der Reise nach der letzten Station Toronto wieder zum Anfang, zu dem Jungen auf der Brücke zurück. Als wäre es vorherbestimmt und unabhängig von den anderen nichtigen Stationen und unterschiedlichen Transformationen.Abwechslung war in den Städten, die auch als Symbole für längere,aber niemals konstante und stabile Abschnitte eines Lebens stehen könnten, ja nur zu genügend geboten. Jede Station beschrieben und verpackt als teils absurdes, archaisches Metapher für die so vielfältigen Empfindungen und schwankenden Seelenzustände des Einzelnen. In Manchester, you were a blue plastic sheet that hid a headless corpse. In Kansas City,you were a pile of bison skulls waiting to be ground into fertiliser. In Minneapolis, you were a concrete pylon turning into a glorious column of light. In Denver, you were the entrails of a dismantled walkie-talkie. In Calgary, you were a cake of pine sap trapped in a block of ice. In Edmonton, you were a she-dragon drawing her last loving breath. In Seattle, you were a miniature Shiva floating in a galvanised water through. In San Francisco, you were a drugstore beetle in a bowl of Ginsberg's Grape Nuts. In Los Angeles, you were a gloop of ectoplasm spurting through the orange air. In Austin, you were a Texan girl's honeysuckle, dewdrop sex. In Philadelphia, you were the autographed inner thigh of a glum teenager. In New York, you were a man vomiting snowdrops into a airline sick bag. Als wäre die letzte Verwandlung nun abgeschlossen und nun nur noch die wahre Erinnerung und der Ursprung des eigene nackte Ichs übrig. Der Junge auf der Eisenbahnbrücke und der Mann der als Künstler auf die Bühne tritt, bemerken das sie weder nur dieser einsame Junge und der verlorene, älterer Mann sind. Sie träumen und erinnern einander und vereinen sich um allein und doch gemeinsam in den Abgrund zu springen.

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