Nick Cutter Die Erlöser

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Inhaltsangabe zu „Die Erlöser“ von Nick Cutter

Unsere Welt in naher Zukunft: Die westliche Hemisphäre wird von religiösem Fundamentalismus regiert. Das Mantra der Neuen Republik lautet: Die Kirche ist der Staat. Jonah Murtag ist ein treuer Staatsdiener. Er arbeitet für die Religionspolizei, die brutal gegen Andersgläubige vorgeht. Alle sogenannten Sünder werden »umerzogen « oder hingerichtet. Als die Republik von einer Serie grausamer Attentate heimgesucht wird, gerät Jonahs Weltbild ins Wanken. Er stellt sich gegen die Republik – und wird zum Gehetzten …

apokalpytisch, dystopisch - und weit weniger utopisch als man es hofft.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Gute Idee, aber mangelhafte Umsetzung.

— DunklesSchaf

Brutal und schonungslos, aber leider konnte ich mich nicht für die Figuren erwärmen.

— SitataTirulala

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Flugangst 7A

Wieder ein sehr guter Fitzek. Spannend und undurchschaubar bis zum Schluß.

sandrar44

Untiefen

Ich hätte mir von diesem Buch mehr erhofft.

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  • Erschreckend brutal - und leider nah an der Realität

    Die Erlöser

    Jana_Zimmermann

    20. December 2016 um 13:56

    Noch nie fiel es mir derart schwer, eine Buchrezension zu schreiben. Denn dieses Buch hatte ich gestern gegen 19:00 Uhr fertig gelesen, und gegen 20:00 Uhr erfuhr ich von dem schrecklichen Geschehen an einem Berliner Weihnachtsmarkt. Was hat das eine nun mit dem anderen zu tun? Nun, in dem Thriller „Die Erlöser“ von Nick Cutter geht es schlichtweg um Anschläge und Terrorismus. Ich bin erschüttert über das Gelesene. Denn eigentlich spielt die Geschichte des Buches in der nahen Zukunft, aber das müsste sie gar nicht, denn die Story ist – leider – sehr nah an der Gegenwart und Realität heran. „Die Erlöser“ beschreibt eine Republik, bei der es nur DEN einen Glauben gibt. Und jeder Ungläubige – also Andersgläubige – verstößt gegen das Gesetz. Diese Personen werden eliminiert. Kopfschütteln machte sich in meinem Verstand breit. Der Protagonist Jonah, der eigentlich dem Glauben treu ergeben ist, zweifelt dann irgendwann an den Machenschaften des Staates, was ihm zum Verhängnis wird. Nick Cutter beschreibt das Geschehen so unglaublich anschaulich, dass ich manchmal erschreckenderweise das Gefühl hatte, ich bin in dem Geschehen mit drin. Mich überkam hin und wieder ein gewaltiger Schauer und auch Ekel. Im Gedächtnis sind mir seit dem Lesen die geschundenen Tiere – das ist wahrlich nichts für Zartbesaitete.

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  • apokalpytisch, dystopisch - und weit weniger utopisch als man es hofft.

    Die Erlöser

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. November 2016 um 10:39

    Eine Welt, in der Religion - christliche Religion - alles beherrscht. Sie leitet den Staat, sie kontrolliert die Exekutive - Andersdenke werden in Ghettos abgeschoben, anders Lebende verfolgt. Und mitten drin ist Jonah, der Relegionspolizist, der dafür zuständig ist das alles den vom obersten Prediger vorgegebenen Weg geht. Doch dann erschüttern Anschläge die Stadt New Bethlehem...Das Buch ist beängstigend. Vor allem aber ist es ein Spiegel für eine Gesellschaft, die glaubt, religiöser Fundamentalismus und Terror im Namen Gottes gehe immer nur von den Anderen aus. Cutter übertreibt es in dem Roman immer häufiger, aber wenn man das Buch auch als Spiegel sieht, der aufzeigt was - wenn auch in übertriebener Form - religiöser Fundamentalismus bewirkt, ist es ein fast philosophisches Werk, das Angst macht, nahezu kein Licht am Horizont durscheinen lässt - und leider mit ein paar Schippen weniger noch eindrucksvoller gewesen wäre.

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  • Ich hatte mehr erwartet

    Die Erlöser

    lord-byron

    25. October 2016 um 15:27

    Unsere Welt in naher Zukunft: Die westliche Hemisphäre wird von religiösem Fundamentalismus regiert. Das Mantra der Neuen Republik lautet: Die Kirche ist der Staat. Jonah Murtag ist ein treuer Staatsdiener. Er arbeitet für die Religionspolizei, die brutal gegen Andersgläubige vorgeht. Alle sogenannten Sünder werden »umerzogen « oder hingerichtet. Als die Republik von einer Serie grausamer Attentate heimgesucht wird, gerät Jonahs Weltbild ins Wanken. Er stellt sich gegen die Republik – und wird zum Gehetzten … (Quelle Amazon) Ich hatte mich unglaublich auf dieses Buch gefreut, nachdem ich von "Die Tiefe" von Nick Cutter so begeistert war. Und auch der Klappentext hörte sich sehr interessant an. Leider hatte ich doch etwas anderes erwartet und habe mir mit dieser Geschichte sehr schwer getan.  Die Menschen leben in einer Welt in der so gut wie alles verboten ist und es einen zu einem Staatsfeind macht, wenn man nur die falsche Musik hört oder von irgendwoher noch eine Schmerztablette hat. Wenn Gott uns Schmerzen auferlegt, sollen wie gefälligst damit leben oder uns mit Naturprodukten helfen. Z.B bekommt Jonah im Krankenhaus statt Antibiotika ein verschimmeltes Stück Maisbrot. Das war für mich, die ich schon seit 10 Jahren an starken chronischen Schmerzen leide, besonders heftig. Auch sonst ist eigentlich alles verboten was Spaß macht und Frauen werden nicht viel anders behandelt als im Mittelalter. Das Leben in der Republik ist ein einziger riesen Rückschritt.  Es gibt eine Art Polizei, die nur darüber wacht, dass sich alle Menschen gottgefällig benehmen. Homosexuelle und Andersgläubige werden hingerichtet. Am Schlimmsten aber fand ich, dass die Oberen so schreckliche Heuchler waren. Sie lebten in Prunk und mit allem was das Herz begehrt und der Rest der Menschheit soll demütig sein und sich mit dem wenigen zufrieden geben, was ihnen laut der Kirche zusteht.  Jonah, um den es in diesem Buch hauptsächlich geht, merkt irgendwann, dass da etwas ganz gewaltig falsch läuft und stellt sich gegen die Republik. Damit ist sein Leben eigentlich so gut wie vorbei. Aber zum Glück steht er nicht ganz alleine da.  Ich weiß nicht, warum ich mit dieser Geschichte so gar nicht warm wurde, denn eigentlich hat sie alles was ein spannendes Buch braucht. Aber ich quälte mich teilweise schrecklich. Wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich es abgebrochen, aber dann wäre mir ein sehr spannender Schluss entgangen, denn nachdem ich mehr als die Hälfte gelesen hatte, nahm die Geschichte endlich an Fahrt auf.  Darum vergebe ich auch 3 von 5 Punkten und bin letztendlich froh, dass ich das Buch zu Ende gelesen habe, auch wenn es mir zu Beginn echt egal war was aus Jonah Murtag und Angela Doe wird. Mit einer Lesempfehlung tue ich mir etwas schwer. Ich denke, man sollte es einfach mal mit dem Buch versuchen, falls einem der Klappentext zusagt. Ich hoffe, dass mich "Das Camp" wieder genauso begeistern kann wie "Die Tiefe".  © Beate Senft    

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  • Wenn Religion zur Staatsform wird

    Die Erlöser

    SitataTirulala

    19. October 2016 um 15:59

    "Ich frage mich", sagte Swift, "warum die Menschen sich für so bedeutend halten. Warum wir die einzige Spezies sind, die so... anmaßend ist? Ja, so anmaßend zu glauben, dass ein Teil von uns, der Teil, der uns ausmacht, nach unserem Tod weiterlebt. Wir sind die Einzigen, die glauben, dass etwas in jedem von uns so wertvoll ist, dass es in irgendeiner Form in einer anderen Dimension - im Himmel oder in der Hölle - ewig weiterlebt."Jonah Murtagh ist Mitglied einer Spezialeinheit der Neuen Republik. Sein Auftrag: Religionsverbrecher dingfest machen und sie Umerziehungslagern oder der Hinrichtung zuführen. Religionsverbrecher, das sind nach den Statuten der Republik all jene, die einem anderen Glauben als dem christlichen anhängen und diesen aktiv ausüben. Jonah hat diese Grundsätze nie hinterfragt, obwohl er sich noch an eine Zeit vor der Gründung der Republik erinnern kann. Nicht einmal dass seine eigene Mutter dem Regime zum Opfer gefallen ist, hat ihn erschüttert. Doch dann wird die Stadt von einer Reihe von Sprengstoffattentaten erschüttert. Jonah ist an den Ermittlungen beteiligt, die eine klare Richtung vorgeben: das können nur Ungläubige gewesen sein, die der Republik schaden können - oder?Nick Cutter und ich hatten bis hierhin noch keine Berührungspunkte, aber das Setting, das er für "Die Erlöser" gewählt hat, hat mich angesprochen. Der Anspruch auf Glaubensexklusivität ist immer aktuell, in diesen Tagen aber wieder vielleicht noch etwas mehr. Und das Szenario wird auch gleich zu Beginn sehr bedrückend geschildert: man erlebt im Grunde gleich als erstes einen Einsatz der Religionspolizei gegen Ungläubige mit, erfährt die Brutalität und Respektlosigkeit, mit der in der Republik mit eben solchen umgegangen wird aus erster Hand und lernt Jonah kennen, der das System nie hinterfragt hat.Doch was wir ganz eindeutig gefehlt hat war mehr Tiefe. Mehr Hintergrund. Der Pathologe beispielsweise berichtet von Zeiten, in denen wissenschaftliche Analysetechniken wie die der DNA-Ermittlung noch erlaubt waren. Auch erinnert Jonah sich noch an eine Zeit als Kind, als die Republik gerade frisch gegründet war und ihre Grundsätze radikal durchgeboxt wurden. Lange kann sie also noch nicht bestehen, aber wie ist das abgelaufen? Ich kann mir einfach schwer vorstellen, dass plötzlich alle Menschen gesagt haben: oh, okay, werfen wir jedweden Fortschritt über Bord und leben nach den Regeln der neuen Kirche. Für mich ist blass geblieben, wie diese Revolution zustande gekommen ist. Genauso wenig konnte ich einen richtigen Draht zu Jonah aufbauen, der langsam doch zu zweifeln beginnt und dies durch teilweise nicht ganz nachvollziehbare Handlungen plötzlich an den Tag legt. Sehr gut vorstellen konnte ich mir dagegen all die perfiden Maschen der Kirche, um ihre Schäfchen bei der Stange zu halten. Da hat der Autor nicht an Kreativität gespart, genau wie das reale Vorbild.Was das Buch dagegen reichlich hat ist Action. Brutale und schonungslose Action. Und wenn ich schonungslos sage, dann meine ich es - da wird auch vor wichtigen Persönlichkeiten nicht Halt gemacht. Es wird hässlich und Nick Cutter hat eine unter die Haut gehende Art diese Szenen zu beschreiben, dass es stellenweise schon eher an einen Horror-Roman grenzt. Leider fiel es mir zwischendurch sehr schwer die Zusammenhänge herzustellen: wieso ist Jonah jetzt da und macht dieses oder jenes, wenn er gerade erst... Ihr versteht worauf ich hinaus möchte.Eine ausgesprochen gute Idee, die in der Umsetzung leider etwas wirr und blass bleibt. Langweilig wird es aber nicht, denn "Die Erlöser" ist durchaus das, was ich einen actiongeladenen Roman nennen würde. Dafür gibt es von mir solide drei Blümchen.

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  • Gute Unterhaltung

    Die Erlöser

    Carol-Grayson

    03. October 2016 um 10:14

    Ein sehr verstörendes Buch, das aufzeigt, wie sehr Religion die Menschen manipulieren kann. Der Gefolgsmann Murtag sorgt mit seiner Einheit für die Befolgung christlicher Gebote - und das oft mit unvorstellbarer Grausamkeit.Die Religion in einer dystopischen Zukunft übernimmt die Staatsfunktion und wie schon so oft in der menschlichen Geschichte regiert man mit Furcht und Schrecken, Denunziation und Gehirnwäsche. Murtag beginnt allerdings selbst irgendwann einmal, am Sinn seines Tuns zu zweifeln und kommt einigen Hintergründen auf die Spur, die ihn selbst in Lebensgefahr bringen. Doch er entwickelt einen Plan, diesem Schrecken ein Ende zu machen.Es ist erstaunlich, wievviele Dinge man aus der heutigen Zeit darin wieder findet. Selbsternannte Propheten, religiöser Eifer, Attentate und erkaufte Erlösung sind keine Seltenheit und bereits Realität. Es fällt mir schwer, diese Geschichte zu beurteilen. Sie ist emotional gut geschrieben aus der Sicht von Murtag selbst und auch die Szenerie lässt sie glaubhaft erscheinen. Die Figuren sind teilweise recht skurril.Dennoch fehlt mir etwas - vielleicht die Hoffnung darin? Ich möchte nicht zu viel verraten. Daher vergebe ich für gute Unterhaltung drei von fünf Punkten

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  • Sehr spannend und mal ein aktuelles Thema

    Die Erlöser

    Sandra1978

    02. October 2016 um 15:27

    Inhalt: Unsere bekannte Welt wird (wieder mal) von der Religion dominiert. Die eine wahre Kirche hat alle staatlichen Aufgaben übernommen. Statt Bürgermeister haben die Städte jetzt Propheten. Die ehemalige Polizei ist nur noch damit beschäftigt, wider der gültigen Religion handelnde Gruppen aufzuspüren und der Resozialisierung zuzuführen. Zu einer besonderen Einheit gehört John Murtag. Er ist ein mustergültiger Gläubiger und geht ohne Gewissensbisse gegen andersgläubige Gruppierungen wie Scientologen oder Juden vor. Doch es scheint sich eine größere, gezieltere Rebellengruppe zu bilden, die immer wieder Terroranschläge gegen den Staat verübt. Eine Reihe von Geschehnissen lässt  Murtag allmählich das bestehende System hinterfragen. Doch hat er eine Chance, gegen die Herrschenden anzukommen? Was kann er tun? Gibt es vielleicht mehr Zweifler, als er denkt?   Beurteilung Ich bin ja eigentlich nicht der große Thriller-Leser, aber ein religiöses Thema als dystopischen Hintergrund zu nehmen fand ich eine extrem interessante Idee, deswegen habe ich mich für „die Erlöser“ entschieden. Und  siehe da: Dieser Roman ist ab der ersten Seite einfach nur hochspannend. Obwohl es sich um einen Erwachsenenroman handelt, ist die Geschichte sehr leicht und flüssig zu lesen.  Keine langatmigen politischen oder religiösen Diskussionen oder Gedankengänge, wie der Klappentext einen befürchten lässt. Nein, keineswegs – eine flüssige Handlung, nicht zu oberflächlich, aber auch nicht zu komplex, so dass es sich sehr angenehm lesen lässt. Bestimmte Ereignisse und Entscheidungen Murtags im  Buch lassen einen zwar ein bisschen an seinem gesunden Menschenverstand zweifeln, machen ihn aber auch extrem sympathisch – ich mag seinen Charakter sehr gern, vielleicht weil er weder ein Duckmäuser noch ein Überheld ist, sondern einfach irgendetwas dazwischen, wie die meisten von uns auch. Er versucht sich den Gegebenheiten anzupassen, aber kann sein gutes Herz nicht immer unterdrücken, und irgendwann ist ihm das einfach wichtiger, als dem Regime immer zu gefallen. Leider ist der Blickwinkel in dieser Story räumlich und von den handelnden Personen recht eingeschränkt – für das Verständnis und den Lesefluss gut, wer eine globale Vision einer religionsgeprägten Zivilisation erwartet, wird allerdings enttäuscht. Mich hat es nicht gestört. Eine Geschichte die uns mit bestimmten Erlebnissen John Murtags deutlich vor Augen führt, welche Gefahren für unsere fortschrittliche Welt wir immer noch nicht gebannt haben und wie knapp wir eigentlich nur davon entfernt sind, wieder in mittelalterliche Verhältnisse zurückzufallen. Die Moral ist wohl: Mensch ist Mensch, und die Religion sollte uns egal sein. Eine gute Botschaft, ein spannendes Buch vor einem zeitlos aktuellen und brandheißen Thema, super zu lesen – was kann man mehr wollen? Ich gebe daher 5 von 5 Sternen.  

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  • Mangelhaft: Die Erlöser - Nick Cutter

    Die Erlöser

    DunklesSchaf

    23. August 2016 um 20:49

    „Dann lautete die Frage: Wie kann man eine ganze Spezies dazu bringen, sich selbst zu zerstören? Wie lässt sie sich am wirkungsvollsten vernichten? Durch Religion.  […] Und das Beste daran ist, dass derjenige, der das tut, nichts Konkretes versprechen muss, denn die Belohnung erwartet einen erst nach dem Tod. Es ist alles eine Frage des Glaubens. Und der ist unerschütterlich.“ (S. 197) Religiöser Fundamentalismus. Da hat man mich zumindest schon so weit, dass mir sofort der Islam in den Kopf springt. Dabei gibt es auch christliche Fundamentalisten. Menschen, die die Evolution anzweifeln, wissenschaftliche Erkenntnisse nicht akzeptieren oder eben auch andere Religionen nicht akzeptieren. Nick Cutter hat nun in seinem Buch ein Szenario entworfen, in dem sich der christliche Fundamentalismus in der Zukunft durchgesetzt hat. Kirche und Staat sind untrennbar verwoben. Um das Gesetz zu wahren, gibt es Polizisten, Ermittler und ebens auch Gefolgsleute, eine Sondereinheit von Ermittlern gegen Religionsverbrechen. John Murtag ist einer von ihnen, der Teamleiter von Garvey und Angela Doe, der einzigen Frau in der Truppe, der man nachsagt, dass sie nur mit guten Verbindungen den Job bekommen hat. Andersgläubige, aber auch Gläubige, die sich der Bibel oder den Gesetzen gegenüber falsch verhalten, werden in Camps und Heimen umerzogen oder gleich hingerichtet und – die Hinrichtung ist die bessere Alternative. Als eine Reihe von Selbstmordattentaten geschieht, unter deren Opfern auch die Tochter des Propheten ist, scheint die Welt Kopf zu stehen, denn die Attentäter sind keine Moslems, keine Mormonen, keine Scientologen – es sind Christen. Ein außerordentlich spannendes und interessantes Szenario, welches der Autor hier aufbaut. Wir befinden uns in der Zukunft, sind aber näher am Mittelalter als man meinen möchte. Technische Fortschritte sind kaum verfügbar, dafür gibt es Geschäfte, in denen man Opfertiere erwerben und gleich opfern kann, damit die Sünden gesühnt und die Seele wieder rein ist. Es herrschen klare Strukturen und Vorgehensweisen, die Andersgläubigen müssen umgestimmt werden, aber auch abtrünnige Gläubige wieder auf den rechten Weg gebracht werden. Ermittlungen sind nur in begrenzten Rahmen möglich, die technischen Möglichkeiten fehlen, die Städte sind nicht vernetzt, die Zeitungen geschwärzt, jede Stadt hat seinen eigenen Propheten. Aber letztendlich ist das gar nicht so wichtig, denn wer nicht gläubig ist hat grundsätzlich etwas falsch gemacht. Beweise sind da irrelevant. „Vor der Gründung der Republik stand das Kürzel CSI für Crime Scene Investigation, inzwischen jedoch für Christian Science Investigation. Die Forensik wurde als ketzerisches Fachgebiet verfemt, weil sie die Existenz von Dinosauriern und Ähnlichem beweisen konnte. Die Ermittler der Christian Science Investigation hingegen durften nur eine Lupe benutzen und ihre Schlussfolgerungen ziehen.“ (S. 35) Leider hat der Autor das erschreckende Zukunftsbild dann in einen Jahrmarkt verwandelt. Der Prophet gemeinsam mit der Unbefleckten Mutter und dem Heiligen Kind entpuppen sich als früher umherziehende Wanderpredigershow, das Heilige Kind als Missgeburt – natürlich aber nur für John Murtag, alle anderen Gläubigen werden weiterhin getäuscht. Dann tauchen die Fünflinge auf – fragt mich nicht, was die sind, aber sie sorgen für viel Gewalt und Blut – und das ganze bekommt durch diese Fünf (wobei – warum auch immer – einer fehlt) noch einen fantastischen Touch. John Murtag, der Protagonist, erscheint mir kalt und unnahbar, einzig seine beginnende Marotte jedes übrig gebliebene Opfertier oder dann auch mal ein ungläubiges, junges Mädchen aufzusammeln, macht ihn sympathisch und zeugt von seinem Umdenken in der festgezurrten Struktur. Die Stadt wird nieder gemacht, alle sterben und da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor. Ich hab so gar keine Ahnung, was das Buch mir sagen wollte. Schade – dabei hatte es doch so gut angefangen. Fazit: Ein anfänglich spannender und interessanter Blick in die Zukunft, der dann ins Absurde abdriftet und sich in eine Freakshow verwandelt, mit viel Gewalt und Blut und Morden. Gute Idee – mangelhafte Ausführung.

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  • Nicht so stark wie die beiden Vorgänger...

    Die Erlöser

    unclethom

    15. August 2016 um 15:26

    Die beiden Vorgänger „Das Camp“ und „Die Tiefe“ konnten mich bereits komplett begeistern und so war es für mich klar nun auch „Die Erlöser“ zu lesen.Auch dieses Mal hat mir das Buch sehr gut gefallen, konnte mich aber nicht ganz so wie die beiden Vorgänger begeistern, was aber nicht heißen soll, dass der Roman schlecht wäre. Der Roman ist im ganzen Aufbau und der Spannung etwas anders gehalten wie die anderen beiden.Das Buch konnte mich dennoch sehr gut unterhalten, aber der Gruseleffekt fehlte mir gänzlich. Es mag natürlich sein dass Nick Cutter seine Leser mit seinen beiden Büchern zuvor zu sehr verwöhnt hat was die Gänsehauteffekte angeht.Aber im Großen und Ganzen ist es wieder ein sehr interessanter Thriller geworden der dieses Mal eher in Bezug auf das realistisch mögliche besticht, denn mehr als nur einmal überlegte ich ob dies denn so wirklich möglich sei. Dann wiederum, dachte ich an die islamischen Gottesstaaten wie den Iran beispielsweise, und schon hatte ich den Thrill der mir gefehlt hat stellenweise.Die Figuren sind so wie wir es vom Autor kennen wieder sehr bildhaft beschrieben und so erschienen sie dann auch sehr real.Als Einstieg in die Bücher des Autors wäre dieser Roman durchaus geeignet um sich dann langsam an die beiden weiteren Romane heranzutasten. Insgesamt konnte mich Nick Cutter auch mit diesem Roman wieder sehr gut unterhaltenauch wenn der Roman etwas schwächer als die beiden vorherigen war, so dass ich dieses Mal hier auf 4 von 5 Sternen komme.

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  • Gute Idee mit schlechter Umsetzung

    Die Erlöser

    bieberbruda

    30. July 2016 um 17:34

    Nick Cutter hatte mich durch seinen sehr speziellen Roman "Die Tiefe" überzeugen können. Auch "Die Erlöser" ist wieder sehr speziell geworden. Überzeugen konnte er mich dieses mal aber leider nicht...Inhalt:Die Kirche ist der Staat! In der Zukunft ist Religion alles und der religiöse Fundamentalismus dominiert alle Facetten des Lebens. Die New Bethlehem Police Force sorgt dafür, dass es so bleibt - und dabei ist ihnen jedes Mittel Recht. Jonah Murtag gehört zu dieser Religionspolizei und soll in einer Reihe von Anschlägen ermitteln. Die Anschläge scheinen zunächst vollkommen willkürlich und Jonah gerät immer mehr unter Zeitdruck - denn die Regierung schreckt nicht davor zurück, eine "abtrünnige Stadt" dem Erdboden gleich zu machen. Wer steckt hinter den Anschlägen und weshalb werden sie verübt?Meine Meinung:Der christliche Glaube dominiert die Welt und lässt keinen anderen Glauben zu: Moslems oder Juden werden in Ghettos gedrängt, in denen sie ihrem Glauben heimlich ausüben. Wer gegen das fundamentalistische Weltbild verstößt, wird beispielsweise durch eine Lobotomie gefügig gemacht.Jonah Murtag ist einer der Männer, die für Recht und Ordnung sorgen. Als gottesfürchtiger Mann ist er der festen Meinung, dass er den Opfern durch seine Taten "Heilung" bringt.Dieses Setting klingt meiner Meinung nach unglaublich spannend, aber leider spinnt Cutter daraus keine spannende Geschichte. Über große Teile des Buches fragt man sich, wo er mit der Geschichte hin möchte und was letztendlich der Sinn des Buches ist. Einen roten Faden konnte ich nicht erkennen und es fühlte sich deshalb an, wie eine Aneinanderreihung von Action-Einlagen, Gewaltdarstellungen und düsteren Einblicken in das Zukunftsszenario. Mich hätte es auch interessiert, wie die Kirche die Macht ergriffen hat und wie es letztendlich zu dieser Welt gekommen ist. Leider werden diese Antworten nicht gegeben.Das Buch hat seine guten Momente und auch interessante Ideen - beispielsweise das Reinwaschen von Sünde durch das organisierte Schlachten von Lämmern oder der Rückschritt durch das Abschaffen moderner Medizin. Diese Ideen können über den desaströsen Buchaufbau und die wirre Geschichte leider nicht hinwegtrösten, sodass ich mich letztendlich durch das Buch quälen musste.Fazit:Eine Mischung aus Dystopie, Horror und Polit-Thriller, die großes Potential bietet und dennoch enttäuscht. Ich konnte mit dem Buch und der Geschichte letztendlich überhaupt nichts anfangen und vergebe deshalb nur 2 Sterne.

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