Nick Dybek

 3.7 Sterne bei 26 Bewertungen

Alle Bücher von Nick Dybek

Nick DybekDer Himmel über Greene Harbor
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Der Himmel über Greene Harbor
Der Himmel über Greene Harbor
 (25)
Erschienen am 14.07.2014
Nick DybekDer Himmel über Greene Harbor
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Der Himmel über Greene Harbor
Der Himmel über Greene Harbor
 (0)
Erschienen am 19.02.2013
Nick DybekWhen Captain Flint Was Still a Good Man
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When Captain Flint Was Still a Good Man
When Captain Flint Was Still a Good Man
 (1)
Erschienen am 02.04.2013

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Amilyns avatar

Rezension zu "Der Himmel über Greene Harbor" von Nick Dybek

Fast genial und doch nicht gut
Amilynvor 2 Jahren

In Greene Harbor sind alle vom Fischfang abhängig, und als der Besitzer des ansässigen Fischereibetriebes stirbt, steht die Existenz der Bewohner auf dem Spiel, denn sein Sohn Richard will alles an die Japaner verkaufen. Als der 14jährige Cal seinen Vater und dessen Kollegen dabei belauscht, wie sie darüber reden, den ungeliebten Fischereierben zu töten, weiß er nicht, was er davon halten soll. Doch bald hört jeder von der Nachricht, Richard sei während der aktuellen Saison über Bord gegangen ...


Wenn Stewart O'Nan ein Buch lobt (Zitat auf dem Klappentext: "Ein Pageturner voller Geheimnisse, Gefahr und Verrat."), dann muss ich ihm folgen. Doch auch allein von der Beschreibung her, glaubte ich, ein wahres Schätzchen vom Wühltisch gerettet zu haben. Und das ist es ja eigentlich auch. Der Horror liegt hier (so wie bei O'Nans Geschichten z. B. auch) ganz knapp unter der Oberfläche, und wir erleben die Angst einer ganzen Dorfgemeinschaft aus der Sicht eines 14jährigen Jungen. Es geht hier nicht darum, ein Verbrechen aufzuklären, sondern darum, was passiert, wenn Dinge schiefgehen. Ich liebe solche Geschichten.

Beim Lesen hatte ich immer das Gefühl, diese hier könnte es sein: genial, einzigartig, großartig. Leider war sie das haarscharf nicht, und zusätzlich gab es noch zwei große Probleme, die mich fast zur Weißglut getrieben haben.

Problem Nr. 1: die Wiederholungen
Der Anfang ist toll. Wir lernen Cal kennen, seine Familie, einige andere Bewohner aus Greene Harbor, und es ist, als würde die Welt stillstehen, als der beliebte Fischereimogul unerwartet stirbt. Wirklich toll geschrieben ist das. Doch in der Mitte der Geschichte passiert eigentlich ständig dasselbe. Der Ablauf gerät ins Stocken, und ich hatte das Gefühl, ich lese 150 Seiten lang immer und immer wieder dieselbe Story, was ich streng genommen auch getan habe.

Problem Nr. 2: die Dialoge
Ich glaube, dass der Autor die Dialoge unbedingt besonders intellektuell halten wollte. Als etwas ganz besonderes, damit der Leser ihn für einen wahnsinnig kreativen Schreiberling hält. Dass 14Jährige untereinander so reden, kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, denn besonders die Dialoge zwischen Cal und seinem besten Freund Jamie waren einfach furchtbar. Klar, wenn sie in einem solchen Roman mit Fäkalsprache um sich geworfen hätten, hätte es einfach nicht gepasst, aber sie haben die ganze Zeit nur aneinander vorbei geredet. Der Eine hat eine Frage gestellt, auf die der andere mit irgendwas geantwortet hat, nur nicht mit der passenden Antwort, und so ging das permanent. Stellenweise war es so schlimm, dass ich überhaupt nicht wusste, worüber die da eigentlich reden, und auch die andere Dialoge waren nur geringfügig besser.

Fazit:  Der Himmel über Greene Harbor hätte wirklich etwas ganz besonderes sein können, aber bei aller Liebe, das war es wirklich nicht. Der Schreibstil an sich war wirklich schön und gut zu lesen, aber der zu lange Mittelteil und vor allem die Dialoge haben es nicht geschafft, mich zu überzeugen, und so wird aus einem potentiellen 5*****-Buch ganz schnell ein 3***-Mittelmaß. Schade ...

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zenia_xanadus avatar

Rezension zu "Der Himmel über Greene Harbor" von Nick Dybek

Eine grausame Entscheidung
zenia_xanaduvor 3 Jahren

Cal ist 14 und wohnt in einem gottverlassenen amerikanischen Fischerdorf. Sein Vater ist das halbe Jahr auf See, seine Mutter bekämpft ihre Depressionen mit ihrer Plattensammlung und ausländischen Filmen. Doch als John Gaunt, der Besitzer der Krabbenfischer-Flotte, stirbt, steht plötzlich die Existenz der ganzen Gemeinde auf dem Spiel – und Cal muss eine Entscheidung treffen, die sein Leben für immer verändern wird.


Für Cal und seinen Freund Jamie ist die Zukunft klar: Wie ihre Väter und deren Väter wollen sie Krabbenfischer werden. So ist das nun mal auf Loyalty Island. Zumindest für die, die dazugehören. Nicht dazu gehört John Gaunts Sohn Richard: Er ist ein Außenseiter, hat studiert, durfte nie mit seinem Vater aufs Boot – und ist im ganzen Dorf als arroganter Schnösel verschrien.  Als John Gaunt stirbt, erbt ausgerechnet Richard die komplette Flotte und hat das Schicksal von Loyalty Island in seiner Hand.  Doch Richard will die Schiffe verkaufen…

Wie weit würde ein Mann gehen, um seine Familie zu retten? Als Richard nach einem scheinbaren Sinneswandel mit den Fischern in See sticht und kurz darauf über Bord geht, kommen bei Cal Zweifel auf. Er wohnt den Winter über bei Jamie, seine Mutter hat die Familie verlassen. Doch dann hört Cal bei einem seiner heimlichen Besuche in seinem alten Haus Musik aus dem Keller kommen.  Als er sich endlich ein Herz fasst und nachsieht, macht er eine Entdeckung, die ihn selbst vor eine grausame Entscheidung stellt.

„Der Himmel über Greene Harbour“ ist ein Buch über Gut und Böse, über Väter und Söhne und über das Erwachsenwerden. Der englische Originaltitel  „When Captain Flint was still a good man“ deutet all das bereits an. Captain Flint ist der Schurke aus dem Roman „Die Schatzinsel“, der zu Cals schönsten Kindheitserinnerungen zählt. An langen Abenden hat  ihm sein Vater Geschichten über den Piraten erzählt –  was er erlebte, bevor er zum gierigen Mörder wurde. Der Wunsch nach der Anerkennung seines Vaters ist es schließlich, der Cal am Ende des Buches selbst vor die Wahl zwischen Gut und Böse stellt.

Nick Dybeks Roman hat eine ganz eigene Magie, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen hat. Das liegt zum einen an der fast kargen, spröden Sprache, die einen die salzige Meeresluft fast selbst auf den Lippen spüren lässt. Zum anderen entwickelt die Geschichte einen Sog wie ein Film, bei dem man das Ende eigentlich kennt, aber nie die Hoffnung aufgibt, dass alles doch noch gut ausgehen mag. Meine Wertung: absolut lesenswert.

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Ralphfwilds avatar

Rezension zu "Der Himmel über Greene Harbor" von Nick Dybek

Nur bis zur Hälfte lesenswert
Ralphfwildvor 4 Jahren

Was treibt jemandem um, ein solches Buch zu schreiben? Der junge Autor hat mit seinem Erstling ein Werk geschaffen, das eine Berücksichtigung in so manchen Kritikerregalen finden wird. Doch wenn ich mir die (anhaltenden) Hochpreisungen anschaue, muss ich für mich ganz klar sagen: Das Buch ist deutlich überwertet.

Der Pazifik weht einem um die Nase, die Fischerei ist zum Greifen nahe, die Krebse in den Körben kann der Leser schon fast berühren - das Buch ist grandios. Aber leider nur bis zur Hälfte. Bis Nick Dybek abtaucht in seine Welt der Verleumdung, nur noch arbeitet mit Ängsten, mit Verwirrungen. Dann verliert "Der Himmel über Greene Harbor" deutlich an Tempo. Uplötzlich verlässt Dybek den so engen Kontakt zur Welt der Fischer und entflieht in ein abstruses Szenario.

Und ab diesem Zitpunkt war der Roman nur noch eine Qual - Durchbeißen bis zum Schluss. Zwei Jugendliche, die sich uneins sind wie sie mit einem - von ihren Vätern - Entführten umgehen sollen. Die dabei immer wieder über die Probleme in ihren eigenen Familien stolpern, die der Fischerei geschuldet sind. Väter, die keine andere Lösung wissen, als den jugendlichen Inhaber der Reederei zu kidnappen und ihn für tot erklären zu lassen... Das alles hat mich, nach der hundertsten inneren Wiederholung, irgendwann nicht mehr gefesselt.

Einzig wissen zu wollen, wie das Buch endet, hat mich schließlich doch angetrieben, auch die letzten Seiten vollends hinter mich zu bringen.

Während der Inhalt mich also schließlich nicht mehr fesseln konnte, ist Dybek sprachlich durchweg ein Genie. Schade, dass er den Weg, den er über die ersten 150 Seiten eingeschlagen hatte, nicht durchhält. Ansonsten wäre "Der Himmel über Greene Harbor" auch für mich ein Meisterwerk eines Jungautors geworden. So aber blieben mir (maximal) drei Sterne übrig, da mich das Buch zuletzt dann nur noch gelangweilt hat.

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