Nick Dybek

 3,6 Sterne bei 30 Bewertungen

Lebenslauf

Nick Dybek, geboren 1980 und aufgewachsen in Kalamazoo, Michigan, studierte in Ann Arbor an der University of Michigan. Für seine Kurzprosa wurde er bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Er lebt in New York City. "Der Himmel über Greene Harbor" ist sein erster Roman, dessen Übersetzungsrechte in mehrere Länder verkauft wurden.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Nick Dybek

Cover des Buches Der Himmel über Greene Harbor (ISBN: 9783453413559)

Der Himmel über Greene Harbor

(29)
Erschienen am 14.07.2014
Cover des Buches Der Himmel über Greene Harbor (ISBN: 9783844510997)

Der Himmel über Greene Harbor

(1)
Erschienen am 19.02.2013

Neue Rezensionen zu Nick Dybek

Cover des Buches Der Himmel über Greene Harbor (ISBN: 9783453413559)
3lesendemaedelss avatar

Rezension zu "Der Himmel über Greene Harbor" von Nick Dybek

3lesendemaedels
Der Himmel über Greene Harbor von Nick Dybek

Im Hafen von Loyalty Island legen jedes Jahr im Herbst die Schiffe ab, um in der Beringsee vor Alaska auf Fischfang zu gehen. Ihre Familien bleiben zurück und müssen mit der Furcht leben, ob die Männer unversehrt zurückkehren. Im Sommer, als Cal vierzehn Jahre alt ist wird alles anders. Denn der große Reeder, Besitzer der Fangflotte, John Gaunt, stirbt. Im Ort dreht sich alles um die Fischerei und die Bewohner sehen einer unsicheren Zukunft entgegen. Denn Johns Sohn Richard ist desinteressiert und will das Erbe an die konkurrierenden Japaner verkaufen. Der junge Cal spürt, dass sein Vater und die anderen Fischer dagegen revoltieren. Als eines Tages die Flotte trotzdem ausläuft, ist er überrascht. Er bleibt allein zurück, wird abgeschoben zu seinem Schulfreund, denn seine Mutter fährt lieber in den Süden zurück, aus dem sie stammt. Doch immer wieder kehrt er heimlich in sein inzwischen verlassenes Elternhaus zurück und macht dort eine Entdeckung, die sein jugendliches Weltbild nachhaltig beeinflusst.
Aufgrund des Covers und des Klappentextes hatte ich einen nautischen Abenteuerroman erwartet. Doch stattdessen handelt es sich um eine eher mäßige Coming-of-Age-Geschichte.

Cover des Buches Der Himmel über Greene Harbor (ISBN: 9783453413559)
katiandbookss avatar

Rezension zu "Der Himmel über Greene Harbor" von Nick Dybek

katiandbooks
Fast genial und doch nicht gut

In Greene Harbor sind alle vom Fischfang abhängig, und als der Besitzer des ansässigen Fischereibetriebes stirbt, steht die Existenz der Bewohner auf dem Spiel, denn sein Sohn Richard will alles an die Japaner verkaufen. Als der 14jährige Cal seinen Vater und dessen Kollegen dabei belauscht, wie sie darüber reden, den ungeliebten Fischereierben zu töten, weiß er nicht, was er davon halten soll. Doch bald hört jeder von der Nachricht, Richard sei während der aktuellen Saison über Bord gegangen ...


Wenn Stewart O'Nan ein Buch lobt (Zitat auf dem Klappentext: "Ein Pageturner voller Geheimnisse, Gefahr und Verrat."), dann muss ich ihm folgen. Doch auch allein von der Beschreibung her, glaubte ich, ein wahres Schätzchen vom Wühltisch gerettet zu haben. Und das ist es ja eigentlich auch. Der Horror liegt hier (so wie bei O'Nans Geschichten z. B. auch) ganz knapp unter der Oberfläche, und wir erleben die Angst einer ganzen Dorfgemeinschaft aus der Sicht eines 14jährigen Jungen. Es geht hier nicht darum, ein Verbrechen aufzuklären, sondern darum, was passiert, wenn Dinge schiefgehen. Ich liebe solche Geschichten.

Beim Lesen hatte ich immer das Gefühl, diese hier könnte es sein: genial, einzigartig, großartig. Leider war sie das haarscharf nicht, und zusätzlich gab es noch zwei große Probleme, die mich fast zur Weißglut getrieben haben.

Problem Nr. 1: die Wiederholungen
Der Anfang ist toll. Wir lernen Cal kennen, seine Familie, einige andere Bewohner aus Greene Harbor, und es ist, als würde die Welt stillstehen, als der beliebte Fischereimogul unerwartet stirbt. Wirklich toll geschrieben ist das. Doch in der Mitte der Geschichte passiert eigentlich ständig dasselbe. Der Ablauf gerät ins Stocken, und ich hatte das Gefühl, ich lese 150 Seiten lang immer und immer wieder dieselbe Story, was ich streng genommen auch getan habe.

Problem Nr. 2: die Dialoge
Ich glaube, dass der Autor die Dialoge unbedingt besonders intellektuell halten wollte. Als etwas ganz besonderes, damit der Leser ihn für einen wahnsinnig kreativen Schreiberling hält. Dass 14Jährige untereinander so reden, kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, denn besonders die Dialoge zwischen Cal und seinem besten Freund Jamie waren einfach furchtbar. Klar, wenn sie in einem solchen Roman mit Fäkalsprache um sich geworfen hätten, hätte es einfach nicht gepasst, aber sie haben die ganze Zeit nur aneinander vorbei geredet. Der Eine hat eine Frage gestellt, auf die der andere mit irgendwas geantwortet hat, nur nicht mit der passenden Antwort, und so ging das permanent. Stellenweise war es so schlimm, dass ich überhaupt nicht wusste, worüber die da eigentlich reden, und auch die andere Dialoge waren nur geringfügig besser.

Fazit: Der Himmel über Greene Harbor hätte wirklich etwas ganz besonderes sein können, aber bei aller Liebe, das war es wirklich nicht. Der Schreibstil an sich war wirklich schön und gut zu lesen, aber der zu lange Mittelteil und vor allem die Dialoge haben es nicht geschafft, mich zu überzeugen, und so wird aus einem potentiellen 5*****-Buch ganz schnell ein 3***-Mittelmaß. Schade ...

Cover des Buches Der Himmel über Greene Harbor (ISBN: 9783453413559)
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Rezension zu "Der Himmel über Greene Harbor" von Nick Dybek

zenia_xanadu
Eine grausame Entscheidung

Cal ist 14 und wohnt in einem gottverlassenen amerikanischen Fischerdorf. Sein Vater ist das halbe Jahr auf See, seine Mutter bekämpft ihre Depressionen mit ihrer Plattensammlung und ausländischen Filmen. Doch als John Gaunt, der Besitzer der Krabbenfischer-Flotte, stirbt, steht plötzlich die Existenz der ganzen Gemeinde auf dem Spiel – und Cal muss eine Entscheidung treffen, die sein Leben für immer verändern wird.


Für Cal und seinen Freund Jamie ist die Zukunft klar: Wie ihre Väter und deren Väter wollen sie Krabbenfischer werden. So ist das nun mal auf Loyalty Island. Zumindest für die, die dazugehören. Nicht dazu gehört John Gaunts Sohn Richard: Er ist ein Außenseiter, hat studiert, durfte nie mit seinem Vater aufs Boot – und ist im ganzen Dorf als arroganter Schnösel verschrien.  Als John Gaunt stirbt, erbt ausgerechnet Richard die komplette Flotte und hat das Schicksal von Loyalty Island in seiner Hand.  Doch Richard will die Schiffe verkaufen…

Wie weit würde ein Mann gehen, um seine Familie zu retten? Als Richard nach einem scheinbaren Sinneswandel mit den Fischern in See sticht und kurz darauf über Bord geht, kommen bei Cal Zweifel auf. Er wohnt den Winter über bei Jamie, seine Mutter hat die Familie verlassen. Doch dann hört Cal bei einem seiner heimlichen Besuche in seinem alten Haus Musik aus dem Keller kommen.  Als er sich endlich ein Herz fasst und nachsieht, macht er eine Entdeckung, die ihn selbst vor eine grausame Entscheidung stellt.

„Der Himmel über Greene Harbour“ ist ein Buch über Gut und Böse, über Väter und Söhne und über das Erwachsenwerden. Der englische Originaltitel  „When Captain Flint was still a good man“ deutet all das bereits an. Captain Flint ist der Schurke aus dem Roman „Die Schatzinsel“, der zu Cals schönsten Kindheitserinnerungen zählt. An langen Abenden hat  ihm sein Vater Geschichten über den Piraten erzählt –  was er erlebte, bevor er zum gierigen Mörder wurde. Der Wunsch nach der Anerkennung seines Vaters ist es schließlich, der Cal am Ende des Buches selbst vor die Wahl zwischen Gut und Böse stellt.

Nick Dybeks Roman hat eine ganz eigene Magie, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen hat. Das liegt zum einen an der fast kargen, spröden Sprache, die einen die salzige Meeresluft fast selbst auf den Lippen spüren lässt. Zum anderen entwickelt die Geschichte einen Sog wie ein Film, bei dem man das Ende eigentlich kennt, aber nie die Hoffnung aufgibt, dass alles doch noch gut ausgehen mag. Meine Wertung: absolut lesenswert.

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