Im Hafen von Loyalty Island legen jedes Jahr im Herbst die Schiffe ab, um in der Beringsee vor Alaska auf Fischfang zu gehen. Ihre Familien bleiben zurück und müssen mit der Furcht leben, ob die Männer unversehrt zurückkehren. Im Sommer, als Cal vierzehn Jahre alt ist wird alles anders. Denn der große Reeder, Besitzer der Fangflotte, John Gaunt, stirbt. Im Ort dreht sich alles um die Fischerei und die Bewohner sehen einer unsicheren Zukunft entgegen. Denn Johns Sohn Richard ist desinteressiert und will das Erbe an die konkurrierenden Japaner verkaufen. Der junge Cal spürt, dass sein Vater und die anderen Fischer dagegen revoltieren. Als eines Tages die Flotte trotzdem ausläuft, ist er überrascht. Er bleibt allein zurück, wird abgeschoben zu seinem Schulfreund, denn seine Mutter fährt lieber in den Süden zurück, aus dem sie stammt. Doch immer wieder kehrt er heimlich in sein inzwischen verlassenes Elternhaus zurück und macht dort eine Entdeckung, die sein jugendliches Weltbild nachhaltig beeinflusst.
Aufgrund des Covers und des Klappentextes hatte ich einen nautischen Abenteuerroman erwartet. Doch stattdessen handelt es sich um eine eher mäßige Coming-of-Age-Geschichte.
Nick Dybek
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Nick Dybek
Der Himmel über Greene Harbor
Der Himmel über Greene Harbor
Neue Rezensionen zu Nick Dybek
In Greene Harbor sind alle vom Fischfang abhängig, und als der Besitzer des ansässigen Fischereibetriebes stirbt, steht die Existenz der Bewohner auf dem Spiel, denn sein Sohn Richard will alles an die Japaner verkaufen. Als der 14jährige Cal seinen Vater und dessen Kollegen dabei belauscht, wie sie darüber reden, den ungeliebten Fischereierben zu töten, weiß er nicht, was er davon halten soll. Doch bald hört jeder von der Nachricht, Richard sei während der aktuellen Saison über Bord gegangen ...
Cal ist 14 und wohnt in einem gottverlassenen amerikanischen Fischerdorf. Sein Vater ist das halbe Jahr auf See, seine Mutter bekämpft ihre Depressionen mit ihrer Plattensammlung und ausländischen Filmen. Doch als John Gaunt, der Besitzer der Krabbenfischer-Flotte, stirbt, steht plötzlich die Existenz der ganzen Gemeinde auf dem Spiel – und Cal muss eine Entscheidung treffen, die sein Leben für immer verändern wird.
Für Cal und seinen Freund Jamie ist die Zukunft klar: Wie ihre Väter und deren Väter wollen sie Krabbenfischer werden. So ist das nun mal auf Loyalty Island. Zumindest für die, die dazugehören. Nicht dazu gehört John Gaunts Sohn Richard: Er ist ein Außenseiter, hat studiert, durfte nie mit seinem Vater aufs Boot – und ist im ganzen Dorf als arroganter Schnösel verschrien. Als John Gaunt stirbt, erbt ausgerechnet Richard die komplette Flotte und hat das Schicksal von Loyalty Island in seiner Hand. Doch Richard will die Schiffe verkaufen…
Wie weit würde ein Mann gehen, um seine Familie zu retten? Als Richard nach einem scheinbaren Sinneswandel mit den Fischern in See sticht und kurz darauf über Bord geht, kommen bei Cal Zweifel auf. Er wohnt den Winter über bei Jamie, seine Mutter hat die Familie verlassen. Doch dann hört Cal bei einem seiner heimlichen Besuche in seinem alten Haus Musik aus dem Keller kommen. Als er sich endlich ein Herz fasst und nachsieht, macht er eine Entdeckung, die ihn selbst vor eine grausame Entscheidung stellt.„Der Himmel über Greene Harbour“ ist ein Buch über Gut und Böse, über Väter und Söhne und über das Erwachsenwerden. Der englische Originaltitel „When Captain Flint was still a good man“ deutet all das bereits an. Captain Flint ist der Schurke aus dem Roman „Die Schatzinsel“, der zu Cals schönsten Kindheitserinnerungen zählt. An langen Abenden hat ihm sein Vater Geschichten über den Piraten erzählt – was er erlebte, bevor er zum gierigen Mörder wurde. Der Wunsch nach der Anerkennung seines Vaters ist es schließlich, der Cal am Ende des Buches selbst vor die Wahl zwischen Gut und Böse stellt.
Nick Dybeks Roman hat eine ganz eigene Magie, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen hat. Das liegt zum einen an der fast kargen, spröden Sprache, die einen die salzige Meeresluft fast selbst auf den Lippen spüren lässt. Zum anderen entwickelt die Geschichte einen Sog wie ein Film, bei dem man das Ende eigentlich kennt, aber nie die Hoffnung aufgibt, dass alles doch noch gut ausgehen mag. Meine Wertung: absolut lesenswert.Gespräche aus der Community
Welche Genres erwarten dich?
Community-Statistik
in 43 Bibliotheken
auf 6 Merkzettel








