Nick Harkaway

 4 Sterne bei 42 Bewertungen
Autor von Die gelöschte Welt, Der goldene Schwarm und weiteren Büchern.

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Der goldene Schwarm

Der goldene Schwarm

 (15)
Erschienen am 10.03.2014
Die gelöschte Welt

Die gelöschte Welt

 (16)
Erschienen am 01.09.2009
Tigerman

Tigerman

 (6)
Erschienen am 17.08.2015
Ständiger Wettbewerb

Ständiger Wettbewerb

 (2)
Erschienen am 28.12.2015
Tigerman: Roman

Tigerman: Roman

 (1)
Erschienen am 17.08.2015
The Gone-Away World

The Gone-Away World

 (2)
Erschienen am 11.08.2009
Angelmaker

Angelmaker

 (0)
Erschienen am 23.10.2012
The Blind Giant

The Blind Giant

 (0)
Erschienen am 17.01.2013

Neue Rezensionen zu Nick Harkaway

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Archibald Pynchon-Lights avatar

Rezension zu "Tigerman: Roman" von Nick Harkaway

Das dritte Buch, der dritte Knaller
Archibald Pynchon-Lightvor einem Jahr

Sergeant Lester Ferris ist der letzte Vertreter Großbritanniens auf Mancreu. Offiziell weilt er als Ehrenkonsul auf der Insel, doch inoffiziell erfüllt er eher die Rolle eines Sheriffs auf verlorenem Posten. Das Ökosystem von Mancreu ist durch die Skrupellosigkeit von Chemiekonzernen komplett verseucht, deshalb soll die Bevölkerung evakuiert werden, bevor man die Insel zerstört. Der drohende Untergang lockt allerhand profitgieriges Gesindel auf die Insel und Lester steht auf verlorenem Posten.

Ein comicbesessener Junge, der in Lester Vatergefühle weckt, fordert ihn zum Widerstand auf. Als Lester eine Gruppe schwerbewaffneter Attentäter mit einer Bratpfanne besiegt und anschließend im volltrunkenen Zustand nach einer Beerdigung einen ausgewachsenen Tiger durch ausdauerndes Kraulen zum Schnurren bringt, ist er für den jungen Comicfan zum Superhelden gereift. Er tauft Lester auch Tigerman. In einem selbstgebastelten Kostüm tritt er für die Bewohner der Insel ein, und da er als Superheld Schusswaffen ablehnen muss, zieht er mit dem übrigen Teil seiner militärischen Ausrüstung und diversen Haushaltswaren in den Kampf.

»Tigerman« ist Harkaways drittes Buch und der dritte Knaller in Folge. Dabei könnten seine Romane inhaltlich kaum unterschiedlicher sein. »Die gelöschte Welt« war ein postapokalyptischer Science-Fiction-Roman, »Der goldene Schwarm« ein Mix aus Abenteuer-Gangster-Agenten- und Steampunk-Roman und nun diese Mischung aus einer Graham-Greene-Geschichte mit einem Batman-Comic.

Es ist der unverwechselbare Stil des Autors, der sich in jedem Genre entfaltet. Im Grunde macht er das Gleiche wie Quentin Tarantino. Er nimmt sich altbekannte Versatzstücke und erzählt sie auf bestmögliche Weise.

Zu Beginn des Romans schlurft man gemütlich in das Inselleben hinein, lernt die Bewohner und ihre Macken kennen und sieht erste dunkle Wolken am Horizont aufziehen. Dann geht es Schlag auf Schlag. Großartige Actionszenen, dramatische Entwicklungen und herrlicher Slapstick. Und schließlich das Ende. Meine Güte, was für ein Ende: Überraschend, herzzerreißend und einfach großartig.

»Tigerman« eignet sich sehr gut zum Einstieg in das kunterbunte Werk dieses herausragenden Autors. Auch dieses Buch kann man mehrmals mit Genuss und Zugewinn lesen. Es ist Harkaways zugänglichstes Werk, mit einer stringenten und leicht nachvollziehbaren Handlung. Doch die Abschweifungen, die Fabulierfreude und die bissigen Kommentare zur Welt, in der wir leben, stehen jenen in seinen ersten Büchern in nichts nach.

Harkaway wechselt zwischen Szenen von absurdem und teilweise zynischem Humor, der einfach Freude bereitet, und solchen von unglaublicher Härte, die Grausamkeiten zeigen, von denen man genau weiß, dass sie gerade irgendwo auf diesem Planeten so oder so ähnlich geschehen. Er verpackt seine Kritik zwar in comichafte Bilder, doch das entschärft sie nicht im Geringsten.

Diese Mischung funktioniert, weil der Humor nie den Ernst der Geschichte verwässert und er andererseits gebraucht wird, um den Rest zu ertragen. Denn im Grunde erzählt »Tigerman« eine unglaublich deprimierende Geschichte von Imperialismus, Ausbeutung, Umweltzerstörung, Verrat, Drogenhandel, Tierquälerei und Einsamkeit.

In den Händen eines Könners wird dies zu einem großartigen Buch, und Harkaway ist ein Könner, das stellt er mit jedem Buch erneut unter Beweis. Bald wird dann in Rezensionen auch nicht mehr auf sein Verwandtschaftsverhältnis zu einem anderen berühmten Autoren hingewiesen werden. Es sei denn, irgendwann steht in einer Rezension zu einem neuen Buch von John Le Carré der Hinweis, es handele sich bei ihm um den Vater von Nick Harkaway.

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A

Rezension zu "Tigerman" von Nick Harkaway

Endlich wieder Harkaway!
anneschuesslervor einem Jahr

Endlich mal wieder ein Buch von Nick Harkaway, dessen Debüt The Gone-Away World ich so verehre. Das Schöne an Harkaway ist, dass man nie weiß, was einen als nächstes erwartet.

In Tigerman geht es auf die Insel Mancreu, eine Insel irgendwo weit ab vom Schuss, britische Kolonie, aber vor allem durch diverse Schlampereien verseucht und dem Untergang geweiht. Jeden Moment könnte der Vulkan ausbrechen und eine neue Wolke toxischer Rätsel ausspeien. Die Evakuierung ist schon geplant, nur wann, weiß niemand so genau und während die einen nach und nach die Insel für immer verlassen, bleiben die anderen hartnäckig, bis man sie aufs Schiff trägt.

Mittendrin Lester Ferris, Veteran der britischen Armee, der irgendwie auf die Insel aufpassen soll, dessen Autorität aber von den Inselbewohnern mindestens angezweifelt wird. Zwischen Drogengeschäften, dem drohenden Untergang, Bandenkriegen und dem gewaltsamen Mord eines seiner wenigen Freunde versucht Lester irgendwie Sinn in die Sache zu bringen und gleichzeitig noch eine Art Vater eines geheimnisvollen Jungen zu sein, der Comicbücher liest und plant, aus Lester einen ganz eigenen Superhelden zu machen.

Man muss ein wenig in Tigerman reinkommen, dann ist aber alles super. Harkaway eben, ich sag’s ja. Lest mehr Harkaway.

Kommentare: 1
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louella2209s avatar

Rezension zu "Tigerman" von Nick Harkaway

Großartige Dystopie!
louella2209vor 2 Jahren

Inhalt:

So hatte Lester Ferris sich seinen Ruhestand nicht vorgestellt: Als Gesandter ihrer Majestät soll er auf einer dem Untergang geweihten Insel britische Interessen vertreten, die hauptsächich darin bestehen, sich in nichts verwickeln zu lassen.

Doch der Ausnahmezustand auf Mancreu hat die „Schwarze Flotte“ auf den Plan gerufen, deren Schiffe vor der Insel ankern und auf denen internationale Akteure ihre weniger legalen Geschäfte tätigen. All das könnte Lester ziemlich egal sein, wäre da nicht der Junge – ein Straßenkind mit einem Faible für Superhelden, für das Lester väterliche Gefühle entwickelt hat. Als die zeit für Mancreu abzulaufen droht und die Insel immer mehr in Chaos und Gewalt versinkt, muss Lester sich entscheiden: Wie weit ist er bereit zu gehen, um das zu retten, was er lieb gewonnen hat?

Meine Meinung:

In seinem Roman „Tigerman“ schuf Nick Harkaway eine bizarre Welt mit einer komplexen Handlung. Als Leser muss man sich mit dem ungewöhnlichen Schreibstil erst anfreunden, bevor man in die überbordende Vorstellungskraft des Autors abtauchen kann. Und abtauchen bedeutet keinesfalls entspannen und zurücklehnen. Nein, Nick Harkaway fordert vom Leser die uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Man muss am Ball bleiben und die einzelnen Stränge trennen, sonst verheddert man sich. Der Autor verlässt mit seiner Fabulierkunst oft den Pfad des roten Fadens, aber er findet immer den Weg dorthin zurück. Er charakterisiert und zeichnet seine Figuren mit spürbarer Leidenschaft und überlässt dabei nichts dem Zufall. Er zaubert eine monumentale politische Dystopie, die anprangert, aber auch eine Hommage für ungewöhnliche Freundschaften darstellt. Die Insel Mancreu ist ein fiktiver Ort und die Handlung teils so ausschweifend, das man nur unterschwellig einen Bezug zur Realität findet, aber den gibt es. Die Zerstörung der Natur durch die Industriemächte, Umweltkatastrophen, Klimawandel, Mancreu symbolisiert die jüngsten Probleme unserer heutigen Zeit und deutet an, das auch wir bald dem Untergang geweiht sind. Das ist nun eine Interpretation von mir, aber der Autor lädt mit seiner Art zu Erzählen zum Spekulieren und ja auch Fabulieren ein.

Keine leichte Kost und schon gar keine seichte Unterhaltung. Der Roman zwingt den Leser zur vollen Konzentration. Ein Buch für Kopf und Geist. Doch wenn man sich darauf einlässt, den wird die Story überraschen und neue Ebenen preisgeben.

4 Sterne

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