Nick Harkaway Der goldene Schwarm

(13)

Lovelybooks Bewertung

  • 16 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 6 Rezensionen
(8)
(3)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der goldene Schwarm“ von Nick Harkaway

Ein rasanter Genremix aus Spionageroman, Abenteuergeschichte und Gangsterkomödie, wie er nur aus England kommen kann.§Joe Spork, meisterhafter Uhrmacher und Sohn der Londoner Gangsterlegende Mathew Tommy Gun Spork, führt ein ruhiges Leben weit weg vom kriminellen Erbe seines Vaters. Edie Banister, neunzigjährige Spezialagentin im Ruhestand, führt ebenfalls ein ruhiges Leben und verabscheut jede Sekunde davon. Doch dann setzt Joe eine Weltuntergangsmaschine in Gang, und ihre Wege kreuzen sich. Plötzlich müssen sie sich gegen zwielichtige Regierungsvertreter, wenig fromme Mönche und einen diabolischen asiatischen Diktator verbünden. Schon bald wird klar: Um die drohende Katastrophe abzuwenden, muss Edie eine alte Rechnung begleichen. Und Joe sich seiner Vergangenheit stellen §

Sehr eigenwillig diese Mischung aus Fantasy,Thriller und Spionage,teilweise sperriger Stil,auch bleiben die Figuren zum Teil plakativ.

— Alanda_Vera
Alanda_Vera

very british

— Sandra1978
Sandra1978

Grandios. Lesehighlight 2015. Genial erzählte Geschichte.

— thursdaynext
thursdaynext

Sehr spannend, aber auch sehr düster. Definitv FSK 18!

— Hackuchan
Hackuchan

Stöbern in Krimi & Thriller

Redemption Road - Straße der Vergeltung

Großartig geschrieben und hochspannend, rasant. Ein Thriller-Highlight.

Nisnis

Kreuzschnitt

Verbrechen in Vergangenheit und Gegenwart

mareikealbracht

Wildfutter

Bayrische Krimikomödie um Wildsau und Tiger

vronika22

Fiona

Ein spannender Krimi mit einer interessanten Ermittlerin, die für viele Überraschungen sorgt.

twentytwo

Durst

Durst, das klingt nach Blut trinken Durst nach Blut, oder Durst nach mehr Morde, oder Durst nach mehr Polizeitarbeit.

Schlafmurmel

Todesreigen

Teil 4 der Serie um den skurilen Ermittler Maarten S. Sneijder und seine Kollegin Sabine Nemez. Spannend. Selbstmorde bei hohen BKA-Beamten.

makama

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Für mich alles dabei was ein gutes Buch ausmacht

    Der goldene Schwarm
    andy123

    andy123

    18. November 2016 um 22:28

    Endlich wieder mal ein Buch, das mich begeistert hat. Britischer Humor gepaart mit einer ungewöhnlichen Geschichte und viel Atmosphäre. Nicht zu viele und nicht zu wenige Handlungsstränge.
    Situationskomik und Wortwitz, trotz allem blitzt immer wieder ein
    tieferer Hintergrund auf. Gerne mehr davon.

  • verrückte Fantasy-Steampunk-Gangster Action im Retrostyle

    Der goldene Schwarm
    Sandra1978

    Sandra1978

    17. February 2016 um 13:22

    Rezension zu : „Der goldene Schwarm“ von Nick Harkaway „Der Parasit starrt ihn aus der Ecke heraus an, und seine Augen laufen über vor Auflehnung und Hass. „Primat“, erklärt Joe und wackelt mit den Händen. „Werkzeugnutzer. Opponierbare Daumen“. Der Parasit schaut ihn verächtlich an und spaziert hinaus.“ Inhalt :  Joe Spork ist ein Uhrmacher und lebt mehr schlecht als Recht von seinem vom aussterben bedrohten Handwerk in einem alten Haus an der Themse in einem Viertel, das der Fortschritt vergessen hat. Sein Vater war ein berühmter Londoner Gangster, doch Joe hat sich dafür entschieden, der Londoner Gangsterwelt den Rücken zu kehren und einen rechtschaffenen Beruf auszuüben – doch so ganz 100% schafft er es nicht, sich von der Welt seiner Eltern und seiner Kindheit zu lösen. Sein zwielichtiger Freund Billy Friend bringt ihm eines Tages ein geheimnisvolles Buch, das durch ein mysteriöses Getriebe und andere Teile enthält, und Joe soll die Maschinerie wieder in Gang bringen. Auf einmal bekommt er Besuch von sehr merkwürdigen Gesellen, die alle ein sehr großes Interesse an seinem neuen Auftrag zeigen. Als er das Buch in Sicherheit und dem unbekannten Auftraggeber zurückbringen will, zeigt sich, dass das Buch eigentlich nur dazu dient, um eine andere Maschine in Gang zu setzen. Zur gleichen Zeit wird die ehemalige Superspionin Edie Banister, bereits über 90 Jahre alt, wieder aktiv,  und es tauchen Mitglieder eines mysteriösen Ordens von John dem Werker auf, die sich sehr seltsam verhalten und irgendwie ferngesteuert erscheinen. Als Joe merkt, dass sein letzter Auftrag Dinge in Gang gesetzt hat und Organisationen auf die Bildfläche gerufen hat, sie seine Vorstellungskraft übersteigen, muss er sein altes Leben hinter sich lassen und sich seiner Vergangenheit stellen. Zum Buch Also, unter dem Titel im Zusammenhang mit dem Klappentext konnte ich  mir erstmal nicht wirklich viel vorstellen, was mich aber gerade neugierig gemacht hat. Ich kann nur sagen, dass ganze Buch ist „very british“ und ein charmantes Zusammenspiel von Steampunk, Fantasy und Gangsterflair des frühen 20. Jahrhunderts. Sofern man mit dieser Art von Humor etwas anfangen kann, reißt einen die Geschichte durch unerwartete Pointen und einen extrem trockenen Humor immer wieder unerwartet völlig vom Hocker. Ich habe über das am Anfang erwähnte Zitat ( für das man natürlich noch etwas Kontext braucht ) noch am Folgetag immer wieder zusammenhangslos zu kichern angefangen – und das passiert mir bei einem Buch nicht oft. Der Schreibstil des Autors ist, finde ich, relativ anstrengend, und man muss das Buch schon konzentriert lesen, wenn man den Faden der Handlung nicht verlieren will. Eine der Herausforderungen sind immer wieder ohne Ankündigung eingeflochtene Flashbacks in die Jugendzeiten der Protagonisten, die aber notwendig sind, um die sich in der Gegenwart abspielende Handlung zu verstehen. Bleibt mir nur zu sagen – wer wie ich London im speziellen in der Gegenwart und Vergangenheit liebt und dem Großbritannien allgemein ans Herz gewachsen ist, wer darüber hinaus ein Retro- bzw. Steampunk Faible hat, der liegt bei diesem Buch genau richtig.        

    Mehr
  • Großartiger Genremix

    Der goldene Schwarm
    ForeverAngel

    ForeverAngel

    04. February 2016 um 12:19

    Ich sitze schon eine ganze Weile an dieser Rezension. Ich hatte schon angefangen, den Inhalt zusammenzufassen, als ich immer wieder dachte "Na, das ist aber auch noch wichtig. Und das auch. Und das auch." Und dann dachte ich: "Ne, das kannst du nicht machen, das ist viel zu lang." Also habe ich angefangen zu kürzen, aber das ging auch nicht, also habe ich alles wieder gelöscht und fange jetzt wieder bei Null an. Man kan den Inhalt von Der goldene Schwarm einfach nicht so zusammenfassen, dass man auch wirklich das Gefühl hat, ihm gerecht zu werden. Dafür ist er viel zu komplex. Das ist, als würde man mit einer Freundin eine Folge in Staffel 5 der Lieblingsserie anschauen, doch die Freundin kennt die Serie nicht, und man müsste ihr nun erklären, warum der Dialog gerade so witzig war. Das geht einfach nicht in einem Absatz.  Also versuche ich es anders. Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil er sich wie mit einem Augenzwinkern geschrieben liest. Es ist, als lausche man einem leicht angeheiterten Erzähler, wie er die Geschichte mit einer Spur Lächerlichkeit erzählt. Aber wirklich nur einer Spur, die den Leser zum Schmunzeln brint. Ich bekam auf den ersten Seiten den Eindruck, dass sich dieses Buch selbst nicht ganz ernst nimmt, aber vielleicht macht genau das den Charme aus. Vielleicht ist das Teil des britischen Humors, der zwischen den Seiten steckt. Ich fürchte allerdings, dass einiges von diesem Humor beim Übersetzen verloren gegangen ist, weil die Wortwitze sich in der deutschen Übersetzungen ein bisschen zu gewollt lesen. Auf Dauer wird dieser Schreibstil auch recht anstrengend, Der goldene Schwarm gehört nicht zu den Büchern, die ich in zwei oder drei Nächten (geschweige denn einer) lesen kann. Andererseits gibt es für diese Geschichte wohl keinen passenderen Stil.  Der Plot wird noch komplexer dadurch, dass er in zwei Zeitebenen spielt. Zum einen der Gegenwart, in der sich die Ereignisse überschlagen, und dann immer wieder in der Vergangenheit. Diese Sprünge schaffen leider nicht nur Atempausen, sie rissen mich auch regelmäßig aus dem Geschehen. So manches Mal hatte ich meine Schwierigkeiten nach einem Ausflug in die Vergangenheit wieder ins gegenwärtige Geschehen zurückzufinden. Der goldene Schwarm ist ganz eindeutig nicht als U-Bahnbuch oder "Ich hab grad Lust auf ein Kapitel"-Buch gedacht, dazu ist er zu kompliziert. Es ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss und für das man in der richtigen Stimmung sein muss, dann ist es großartig. Ein Genremix, der voller neuer Ideen steckt und mich immer wieder überrascht hat.    (c) Books and Biscuit

    Mehr
  • Rette das Universum!

    Der goldene Schwarm
    rallus

    rallus

    Unter der Rettung des ganzen Universums geht es einfach nicht! In Harkaways in Großbritannien spielendem Steampunk-Fiction-Fantasy Roman geht es nicht nur um die Welt, nein das ganze Universum muss gerettet werden. Vor wem? Vor was? Vor nichts anderem als der Wahrheit! Und so kommen ein im tiefsten Londoner Hinterhof im Verborgenen arbeitender Uhrmacher namens Joe Spork und eine abgehalfterte, steinalte britische Geheimagentin namens Edie Banister mit ihrem noch älteren, blinden Hund Bastion, der mit einem einzigen gefährlichen Zahn bewaffnet ist und keine Scheu hat, diesen einzusetzen, zu der großen Ehre, die ganze radikale Wahrheit von der Welt fernzuhalten. Nach Berechnungen der Konstrukteurin dieser Wunderwaffe, die die Wahrheit mittels goldener in Reinheit erschaffenen Bienen über die Welt verbreitet, wären neun Prozent mehr Wahrheit genug, um die Welt besser zu machen, so dass man ohne Angst auf ihr leben könnte. “‘Frankie hat es mathematisch berechnet, wissen Sie. Sie hat die Konsequenzen genau kalkuliert. Wenn man die einfach zufriedengelassen hätte, hätte die Maschine die Welt zum Besseren verändert. Eine Verbesserung um neun Prozent, wie sie sagte. Genug um uns mit der Zeit in die richtige Richtung zu schieben. Um eine perfekte Welt zustande zu bringen.’ Sie hält inne. ‘Zu mindestens eine bessere.'” Doch mit Hilfe eines Kalibrierungswerkzeuges, das in die falschen Hände geriet, nämlich in die des diabolischen Shem Shem Tsien, der nebenbei eine private Fehde mit Edie Banister betreibt, die das ganze 20. Jahrhundert schon anhält, werden diese neun Prozent gefährlich und zerstörerisch erhöht. So finden sich die unterschiedlichsten, skurrilen Charaktere in diesem Buch. Sie haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Was sie zusammenführt, ist eine Art innerer Antrieb, die Welt nicht so vor die Hunde gehen zu lassen. Und sie kämpfen gegen eine fast übermächtige Armee der gesichtslosen Ruskiniten. Innerer Antrieb? “Die innere Natur von Joe Spork ist die Unentschlossenheit, hatte eine Freundin bei der Trennung einmal zu ihm gesagt. Er hat Angst, sie könne sich getäuscht haben. Es gibt gar keine innere Substanz. Nur ein Dutzend widersprüchlicher Antriebe, die sich gegenseitig aufheben und zu nichts führen.” Dazwischen bewirft Nick Harkaway (nebenbei der vierte Sohn von John le Carré) uns mit Unmengen von Themen. Steampunk, mit der Mixtur aus viktorianischen und technisch anachronistischen Maschinen (Der Bienenstock, der gleichzeitig Handwerkskunst ist, aber nicht von dieser Welt), asiatische Kampfkunst, mit der sich der Bösewicht und Edie bekämpfen, Abschnitte mit philosophischen Aspekten, Surrealismus, Impressionismus und dazu eine Sprache, die das ganze ausfabuliert, umschmeichelt und in Richtungen schickt, denen der Leser so manches Mal nicht folgen kann. Immer dabei die wichtigste Zutat eines Buches – der gepflegte Witz, so manches Mal ist dieser so schwarz, dass es einen graust. Doch das macht einfach Spaß! Und so folgen wir dem ehrbaren Uhrmacher Joe Spork in seiner wilden Fahrt zur Rettung des Universums, in einem cleveren, fabelhaften und witzig aufgelegtem Roman der zu einer der Highlights des Steampunk gehört.

    Mehr
    • 3
  • Ein Retro-Sci-Fi-Roman vom Feinsten!

    Stadt der verschwundenen Köche
    AngiF

    AngiF

    Carl Juniper hätte eigentlich seinen Dienst als Chef Entremetier auf der SS City of Rio de Janeiro (Passagierdampfer) antreten sollen, doch hat das Ablegen am 15.02.1913 verpasst – ein Mix aus Champagner, Opium und Isobel waren schuld ... Daraufhin heuert er auf einem abgewrackten Schiff als Schiffskoch an, um wieder an Geld zu kommen. Mit besagtem Schiff, der SS Birmingham erleidet Carl dann prompt Schiffbruch in der Nähe von Kap Hoorn. Allein auf seinem Rettungsfloß gerät Carl in einen Sog, einen Strudel und fällt und fällt, wohin? Als er die Augen wieder aufschlägt sagt ihm ein junger Mann, der sich al Bren vorstellt, er sei in London mit Themse und Greenwich Park doch ohne King Georg V. dafür mit dem High Council und Dampfgleitern. Carl ist irritiert, verzweifelt und dies zu Recht. Doch Bren ist ebenso verunsichert, über seinen plötzlichen Gast und wie er die Situation, die nicht ungefährlich ist, händeln soll. Im Jahre 1915 befindet sich Carl in einem Hospital der Marine, man behauptet dort, er heiße Harold P. Mulrooney, und sei Petty Officer, Kochsmaat auf der HMS Good Hope und hätte Schiffbruch erleidet. Welche Geschichte ist nun wahr? Zunächst erzählt uns Carl Juniper seine Version der Story. Ich habe unglaublich schnell in die Geschichte hinein gefunden, der Schreibstil gefällt mir sehr gut, er ist flüssig und der Text in schöner Sprache verfasst. Der Autor Gregor Weber hat eine phantastische Welt, eine Parallelwelt erschaffen, in der es kein Essen und keine Köche mehr gibt und einen Protagonisten, der sich fragt, wer er ist. Eine wunderbare Geschichte, die ein Mix ist voller Phantasie, Futuristik, Retro-Science-Fiction, Psychologie, Liebe, Werten und Komik. Die Situationen sind manchmal bedrohlich und düster aber immer wieder auch voller Humor und Gefühlen. Mein Lieblingszitat: "Aber was bedeutete überhaupt noch das, was er kannte oder erinnerte? Man konnte nicht im Südatlantik verschwinden, danach in London aus dem Himmel stürzen und dann glauben, die Welt wäre noch die, die man kannte." Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen. Gregor Weber hat mich durchgehend ausgezeichnet unterhalten mit einer völlig neuartigen Geschichte, einer fabelhaften anderen Welt und lässt mich der Frage nachgehen, was ist uns wichtig im Leben? Worauf können wir nicht verzichten? Das Buch ist in gewisser Art und Weise fast schon philosophisch und hat sich zu einem meiner Lieblingsbücher gemausert, ganz sicher werde ich es bald noch einmal lesen. Sehr gerne empfehle ich es weiter, Fans von Jules Verne und klassischer Sci-Fi-Literatur werden es lieben, davon bin ich felsenfest überzeugt.

    Mehr
    • 22
  • Darf in keine Bücherregal fehlen

    Der goldene Schwarm
    Eva-Maria_Obermann

    Eva-Maria_Obermann

    23. June 2015 um 14:39

    Joe ist Uhrmacher, wie schon sein Großvater es war. Das Handwerk seines Vaters dagegen war das organisierte Verbrechen – und davon will Joe Abstand nehmen. Gar nicht so einfach, wenn eine Spionin im Ruhestand mit blindem Hund einen dazu bringt, eine Weltuntergangsmaschine in Gang zu setzen, auf die es ein wiederauferstandener Diktator auch noch abgesehen hat. Mit Regierungsorganisationen an seinen Fersen und einer mysteriösen Religionsgemeinschaft, die ihren Ursprung vergessen hat, braucht Joe die Hilfe alter Freunde und lernt sich selbst ganz neu kennen. Nein, ich weigere mich das Buch als Krimi zu betrachten oder gar als Thriller. Das wäre schlichtweg falsch, egal was ihr denkt. Das Buch ist ganz anders, es ist viel mehr, es hat wie es der verrückte Hutmacher so schön ausdrückt, das Mehrsein im Blut. Es ist Oceans 11 und James Bond, Bonnie und Clyde und Hudson Hawk, alles zusammen und nochmal mehr. Schlichtweg genial und geradezu meisterhaft zusammengemischt. Der Stil ist passgenau, im ereignisreichen Präsens mit Vergangenheitsausblicken und darum so packend. Immer wieder hat mich das Buch überrascht und neue Ebenen preisgegeben. Verwinkelt vielleicht, aber nicht verwirrend und immer wieder auf den rechten Pfad zurück findend. Schleifen hat der rote Faden, die ihn ausschmücken und dick werden lassen, aber er reißt nicht ab. Ich war gefesselt und gefangen und will unbedingt eine Fortsetzung. Für einfache Leser, die leichte Unterhaltung wollen, ist der Roman aber gerade deswegen nicht. Er fordert. Der Leser muss am Ball bleiben und die einzelnen Stränge stets trennen, solange sie noch nicht zusammengeführt sind, sonst verheddert er sich. Ein Buch für den Kopf, wie ich es liebe. Von Plot und Stil mal abgesehen, kennt der Autor sein Handwerk. Die Uhren-Symbolik ist leitmotivisch, der Schwarm Bienen gelungenes Motiv der Notwendigkeit und des Weltuntergangs. Die Wahrheit schließlich, die Wahrheit ist das rare Gut, das den meisten doch verborgen bleibt, denn die Wahrheit ist eben nur schwer zu ertragen. Dass Religion und Wissenschaft hier derart parallel auftreten, dass die Wissenschaft glatt zur Religion erkoren wird und auch der Mythos wieder nur zur Wissenschaft zurückgeführt wird, finde ich gelungen und großartig. Ein in sich stimmiges Buch, das gleichermaßen von der Selbstfindung des Protagonisten, wie von der Verwirrung der Welt erzählt und in keinem Bücherregal eines wahren Buchliebhabers fehlen darf!  

    Mehr
  • Mein Lieblingsbuch 2014

    Der goldene Schwarm
    Archibald Pynchon-Light

    Archibald Pynchon-Light

    14. January 2015 um 20:18

    Joe Spork verbringt ein ruhiges Dasein als Uhrmacher in London. Sein Vater war eine Gangsterlegende, aber Joe hat mit seiner Familiengeschichte abgeschlossen. Aus Versehen aktiviert er eine Weltuntergangsmaschine und muss nun alles versuchen, diese wieder außer Kraft zu setzen. Dabei kreuzt er den Weg der neunzigjährigen Ex-Geheimagentin Edie Banister, die seit Jahrzehnten gegen den diabolischen asiatischen Diktator Shem Shem Tsien kämpft. Sie verbünden sich, um die drohende Gefahr abzuwenden. Dazu muss Joe die kriminellen Kontakte seines Vaters wieder aufleben lassen. Zusammen mit der Londoner Unterwelt nimmt er den Kampf gegen mysteriöse Regierungsbeamte, mechanische Bienen und den asiatischen Diktator auf. Der Roman ist anfangs etwas schleppend und verlangt Geduld, aber sobald er in Fahrt kommt, saust er wie eine Lawine zu Tale. Und zwar genauso unberechenbar und ausufernd. Man weiß schon früh, dass der Autor die vielen Handlungsbälle, die er in die Luft wirft, nie alle wieder auffangen wird, aber es ist einem völlig gleichgültig. Und das ist das Schöne an diesem Buch, es ist zu keinem Zeitpunkt berechen- oder beherrschbar. Die Handlung bricht in jede Richtung aus und manche gedankliche Ausschweifung verliert sich in unendlichen Weiten. So geschieht die Wandlung Joes vom sympathischen Loser zum unbezwingbaren Unterweltkämpfer mit MacGyver-Attitüde völlig abrupt, fällt in dieser abgedrehten Handlung aber nicht negativ ins Gewicht. Wer zuvor die Weltuntergangsmaschine und eine neunzigjährige Geheimagentin geschluckt hat, ist als Leser zu weitaus mehr bereit. Manche mögen das offensichtliche Mängel nennen, ich nenne es ungebremste Fabulierlust. »Der goldene Schwarm« hat mich genauso begeistert, wie der Vorgänger »Die gelöschte Welt«. Beide sind nicht einfach zu lesen, manchmal verworren, aber immer lohnend. Harkaways Debüt war in erster Linie Science Fiction, diesmal hingegen erwartet den Leser eine Mischung aus Gangsterkomödie, Abenteuerroman und Mystery-Krimi. Ein gutgelauntes Sammelsurium an Themen, Abschweifungen und skurrile Details in verschwenderischer Fülle. »Der goldene Schwarm« gehört zu jenen Romanen, die man mehrmals mit Gewinn lesen kann.

    Mehr