Nick Hein Polizei am Limit

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Inhaltsangabe zu „Polizei am Limit“ von Nick Hein

Bedingt einsatzfähig? Die Ereignisse der Silvesternacht 2015/2016 am Kölner Hauptbahnhof sind für Expolizist Nick Hein nur ein Symptom. Ein Symptom für das, was generell schiefläuft in der deutschen Strafverfolgung: Er kritisiert die mangelnde Vernetzung, personelle und finanzielle Unterbesetzung, die veraltete Ausstattung, Ausbildungsdefizite und Mängel in der Strafverfolgung, durch die wir Gefahr laufen, Intensivtäter heranzuziehen, die jeglichen Respekt vor der Polizei verlieren. In diesem Buch wirft Nick Hein einen kritischen, desillusionierenden Blick auf den Arbeitsalltag in Uniform und seine Zeit als Bundespolizist am Kölner Hauptbahnhof.

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  • Danke an alle Polizisten und Polizistinnen, die ihren Dienst unter diesen Umständen dennoch tun

    Polizei am Limit
    Athene

    Athene

    28. January 2017 um 09:12

    INHALT:Anhand der Ereignisse der Silvesternacht 2015/2016 am Kölner Hauptbahnhof erläutert der Expolizist Nick Hein, was derzeit in Deutschland in der Strafverfolgung schief läuft.FAZIT:Dieses Buch sollte eigentlich jeder lesen. Denn es erklärt die aktuelle Situation der Polizei. Wie kam es zum "kaputt sparen" eines Systems, was die Bürger schützen und einen Spiegel der Gesellschaft darstellen soll?Desweiteren wird anhand von aktuellen Beispielen aufgezeigt, wie die Wahrnehmung der Öffentlichkeit und die Vorgabe und die Äußerungen der Politiker die Arbeit der Polizei beeinflussen bzw. erschweren.Warum habe ich zu diesem Buch gegriffen? In meiner Familie gibt es einige Polizisten. Ich bin mit bestimmten Themen aufgewachsen und die zunehmende öffentliche Kritik, die ja gerade auch wieder in den letzten Tagen sehr dominant war, veranlasste mich dazu, zu diesem Buch zu greifen.Ich muss sagen, ich war erschrocken. Sicherlich waren bestimmte Themen für mich nicht neu. Zum Beispiel, dass bestimmte Ausrüstungsgegenstände von den Polizisten selbst bezahlt und angeschafft werden müssen. Doch die mittlerweile überhand genommene Sparkultur scheint sich noch weiter ausgeweitet zu haben: Fehlendes Schießtraining, keine Fortbildungen, keine aktuelle IT, maroder Funk und ein absoluter herunter gewirtschafteter Personalbestand, der auf dem letzten Loch pfeift, weil er schlicht weg mit Überstunden verheizt wird.Liebe Politiker, in diesem Buch wird nochmals anschaulich erklärt, dass die Polizisten vor Ort meist die ersten Einsatzkräfte dicht am Geschehen sind. Die Spezialisten kommen später! Eine desolate Ausstattung/Optik wirkt nicht deeskalierend! Sie führt dazu, dass die Polizisten auftreten wie ein Witzverein a la Police Academy. Sie gefährden durch mangelnde Ausstattung ihr eigenes Leben und das Leben derer, die sie eigentlich schützen wollen!Motivierte Polizisten, mit fundierter Ausbildung, gut ausgestattet, die ausgeruht in einen Einsatz gehen, können viel mehr bewirken! Wem nützt der suizidale Sparkurs? Dem Bundes- und Landeshaushalt? Man sollte dieses Buch als Weckruf sehen und handeln. Lest das Buch, um zu verstehen. Lest das Buch, um nach den eigenen Möglichkeiten zu unterstützen. Volle Punktzahl für dieses beängstigende Bild der Polizei am Limit. Danke an alle Polizisten und Polizistinnen, die ihren Dienst unter diesen Umständen dennoch tun.http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2017/01/nick-hein-polizei-am-limit-von-sonja.html

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  • "Wenn es so ist, dann sollen die Leute das auch wissen"

    Polizei am Limit
    R_Manthey

    R_Manthey

    16. December 2016 um 21:56

    Ex-Polizist Nick Hein war gerade in Thailand im Urlaub als ihn die Ereignisse der Silvesternacht auf der Kölner Domplatte überraschten. Der Kölner Hauptbahnhof war einmal seine Dienststelle gewesen. Also setzte er sich hin und formulierte einen Facebook-Eintrag, traute sich aber zunächst nicht, ihn zu veröffentlichen. Erst seine Frau musste ihn mit dem obigen Satz ein wenig Mut einhauchen. Schließlich könnten einige Menschen das alles falsch verstehen. Und irgendwie ist das wahrscheinlich viel gefährlicher als die Wahrheit. Nun also ist aus diesem ursprünglichen Facebook-Eintrag ein ganzes Buch geworden. Wer sich für die Hintergründe der damaligen Ereignisse und den Zustand der deutschen Polizei inzwischen ein wenig interessiert hat, den kann der Inhalt dieses Buches nicht wirklich überraschen, denn viel Neues weiß Nick Hein nicht zu berichten. Er ist nur ein weiterer Kronzeuge für die Folgen einer desaströsen Kaputtsparpolitik an der Polizei und für die Stimmungslage unter seinen ehemaligen Kollegen. Das Ganze verpackt Hein dann auch sehr vorsichtig, um möglichst keinen politisch unkorrekten Schaden zu hinterlassen. Was also erfährt man als Leser? Nach offizieller Lesart konnte man die Ereignisse dieser Silvesternacht nicht vorausahnen. Bei Hein liest man jedoch, dass kriminelle nordafrikanische Banden seit 2012 am Hauptbahnhof ihr Unwesen treiben, nachdem sie dort die Konkurrenz vom Balkan verdrängt hatten. Taschendiebstähle mit der Antanzmethode waren dabei immer die Hauptmasche. Hein erklärt, dass diese Tätergruppe nicht nur zunehmend den Respekt vor der deutschen Staatsmacht verlor, sondern sich auch sicher war, dass ihr nicht viel passieren kann. Wieso kam eigentlich niemand auf die naheliegende Idee, dass diese Banden gerade zu Silvester auf besonderen Profit hofften? Auch bei Hein findet man einen solchen Gedanken nicht. Stattdessen befasst er sich seitenlang unter Zuhilfenahme von inzwischen nicht mehr besonders vertrauenswürdigen Statistiken mit der Frage, ob denn die Zuwanderer krimineller seien als die Einheimischen, um daraus dann zu schließen: "Für eines können die jedenfalls die Silvesterereignisse nicht herhalten: nämlich für die Behauptung, dass die Zuwanderung von Flüchtlingen überwiegend Kriminelle ins Land gespült hat." Abgesehen davon, dass das niemand ernsthaft behauptet hat, ist dies eine aberwitzige Herangehensweise. Wenn jemand in Deutschland Asyl beantragt, dann erwartet man doch wohl, dass es sich um tatsächlich Verfolgte und Schutzbedürftige handelt, die somit viel weniger kriminell sein sollten als irgendein Durchschnitt. Dazu gehören die Täter dieser Nacht jedoch keineswegs. Und man fragt sich, was diese Leute hier noch zu suchen hatten. Abgesehen von diesem politisch korrekten Eiertanz findet der Leser in diesem Buch noch zahlreiche Fakten, die allerdings größtenteils bekannt sind, die aber aus dem Mund eines ehemaligen Polizisten einen speziellen Nachdruck erhalten. Erstens wurden im Sommer und Herbst 2015 von den meisten illegal eingereisten Ausländern keine Fingerabdrücke genommen. Und zweitens ist die Ausstattung und die Ausrüstung der Polizei in NRW ein einziges Desaster: Die IT-Systeme sind überaltert und leicht angreifbar. Der Polizeifunk hinkt den Erfordernissen meilenweit hinter und funktioniert nicht zuverlässig. Die Behörden sind chronisch unterbesetzt, das Personal ist mental und physisch schon jahrelang jenseits der Belastungsgrenze. Die Ausrüstung der Beamten ist qualitativ minderwertig. Viele Beamte müssen sich privat besser ausrüsten, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Hein beispielsweise kaufte sich erst einmal eine ordentliche amerikanische Taschenlampe, um bei seinen nächtlichen Einsätzen etwas zu sehen. Angesichts dieser Tatsachen und dem fehlenden politischen Rückhalt für die Polizei muss man sich nicht über die zunehmende Respektlosigkeit ihr gegenüber wundern. Obwohl sich Hein wirklich nach Kräften bemüht, ein politisch korrekter Ex-Polizist zu sein, so beschreibt er doch die Abwärtsspirale, in denen sich die exekutiven Organe des deutschen Staates befinden, recht treffend. Beruhigend wirkt dieses Buch jedenfalls nicht.

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