Rein schreiberisch hat Nick Hornby einen unglaublich angenehmen, immersiven Stil, der sich leicht liest und dennoch differenziert wirkt. Besonders beeindruckt hat mich, wie klar er seinen vier Hauptfiguren jeweils eine eigene sprachliche Stimme verleiht. Jede Perspektive fühlt sich tatsächlich anders an, nicht nur inhaltlich, sondern auch im Tonfall und Rhythmus.
Maureen wirkt sprachlich ebenso blass und trübsinnig wie ihr bisheriges Leben. Martin schreibt sich in einem konfusen, selbstbezogenen Hin und Her durch seine Krise. JJ erscheint geordneter, reflektierter, beinahe poetisch. Und Jess… Tja, Jess liest sich wie eine explodierende Gedankensalve, impulsiv, laut und chaotisch. Diese stilistische Differenzierung ist große Klasse und zeigt Hornbys erzählerisches Können.
Umso enttäuschter war ich letztlich vom inhaltlichen Verlauf. Der Einstieg ist enorm stark: Stimmung, Setting und Figurenkonstellation greifen sofort. Mit dieser Ausgangslage und Hornbys Stil hätte sich ein wirklich nachhaltiger Roman entwickeln können. Doch im weiteren Verlauf verlor die Geschichte für mich an Intensität. Vieles wirkte zunehmend blasser, weniger zugespitzt, weniger konsequent.
Gerade bei der Thematik hatte ich ( trotz des pointierten Humors und der klugen Dialoge) mit einem stärkeren emotionalen oder gedanklichen Nachhall gerechnet. Das Ende ließ mich letztlich etwas ratlos zurück, weil ich mir mehr Tiefe oder eine klarere Entwicklung gewünscht hätte.
Vor allem Jess Perspektive war für mich schwierig. Die Idee hinter ihrer Figur ist durchaus interessant, doch die sehr überspitzte Darstellung machte es mir stellenweise schwer, Empathie zu entwickeln. Meine Antipathie ging zeitweise so weit, dass ich ihre Kapitel am liebsten übersprungen hätte, auch wenn ich sie natürlich für das Gesamtbild mitgelesen habe.
So bleibt für mich ein Roman, der stilistisch beeindruckt und grandios beginnt, dessen inhaltliche Entwicklung mich jedoch nicht vollständig überzeugen konnte.























