Juliet, Naked

von Nick Hornby 
3,7 Sterne bei211 Bewertungen
Juliet, Naked
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Turandottis avatar

Eines meiner Lieblingsbücher von Hornby.

Kari_Erlhoffs avatar

Als Hornby-Fan musste ich dieses Buch unbedingt haben. Hat mir auch gut gefallen, kommt aber nicht an "Slam" und "About a Boy" heran.

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Inhaltsangabe zu "Juliet, Naked"

'Juliet, Naked‹ ist so gut, so lustig und so schräg wie seine Vorgänger ›High Fidelity‹ oder ›About a Boy‹.' Brigitte
Nick Hornby tut das, was er am besten kann: Er schreibt über Musik und die Liebe und die Überraschungen, die das Leben für alle bereithält.
Tucker Crowe, ehemaliger Rockstar und Ikone einer kleinen Schar glühender Anhänger, lebt zurückgezogen in einer amerikanischen Kleinstadt. Seinetwegen stellt Annie im weit entfernten England ihre Beziehung zu Duncan in Frage …
Tucker Crowe, der 1986 kurz vor einem Gig spurlos verschwand, kann kaum glauben, was er im Internet alles über sich lesen muss. Dort tauschen seine glühendsten Fans Informationen aus, nachdem sie alle Stätten seines Schaffens besucht haben, sie lesen seine Songtexte rückwärts und tun noch manch andere merkwürdige Dinge, um Hinweise auf seine Person und seinen Aufenthaltsort zu erhalten. Zu dieser leicht verblendeten Community gehört auch Duncan, der mit seiner Freundin Annie an der englischen Ostküste lebt. Annie hat sich nach 15 Jahren einigermaßen an seinen Spleen gewöhnt und lässt ihn gewähren, doch als dann plötzlich, welch eine Sensation!, ein neues Album von Crowe auf den Markt kommt, stellt sie eigenständig eine Kritik des neuen Albums ins Netz. Duncan ist entsetzt. Für ihn ist das der Beweis, wie ignorant Annie ist. Tucker Crowe himself wiederum fühlt sich zum ersten Mal verstanden, und er nimmt Kontakt zu Annie auf.
Von der englischen Ostküste nach Amerika und wieder zurück führt diese Geschichte, in der zwei einsame Menschen ihr altes Leben satthaben und vor einem Neuanfang stehen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462042450
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:19.08.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.09.2009 bei Penguin erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    awogflis avatar
    awogflivor 9 Monaten
    Ironische Geschichte mit romantischem Schmalzabsturz zum Ende

    Wie ich schon mehrmals in einigen Rezensionen erwähnt habe, halte ich Nick Hornby für einen großartigen Starter von Romanen, die wenigsten Autoren können so gut unvermittelt und auch mit ein bisschen beißender Ironie eine Geschichte beginnen, aber auch für einen der schlechtesten Finisher im Literaturbetrieb. Entweder er läßt gleich quasi die Tastatur fallen, oder er vergeigt den ursprünglichen Plot derart nachhaltig, dass es ein Graus ist. So wie es mein Goodreads-Freund Armin formuliert hat, agiert Hornby gleich seinen Figuren, die auch immer alles verpatzen, wobei eine Katastrophe am Ende in einem fiktiven Plot mit fiktiven Figuren ja wesentlich besser und amüsanter ist als ein realer Qualitätsabfall im Werk.

    Auch bei Juliet, Naked ist es nicht anders. Sprüht die Geschichte zu Beginn vor Ironie und witzigen Beziehungsproblemen mit unerwarteten Wendungen und ist sie bis Seite 250 also hundert Seiten vor dem Ende noch gut und amüsant zu lesen, so strotzt sie nach dem Herzinfarkt (was für eine blöde Idee, es hätte 100 witzigere alternative Plotmöglichkeiten gegeben) nur so vor kitschigen Platitüden. Wie kann man bei einem so rasanten Roman eine derart sinnlose Vollbremsung machen! Fast könnte man meinen, der Geist einer grottenschlechten Bianca Schrifstellerin wäre plötzlich in Nick Hornby gefahren. Für alle, die das nicht kennen - das sind diese dünnen gebundenen Schundheftln, die früher als Frauenliteratur propagiert wurden.

    Was für ein kitschiger Scheissdreck am Ende auf diese anfängliche wundervolle Ironie! Dem Herrn Hornby sind schlussendlich sprichwörtlich nicht nur die spitzen Zähne sondern gleich auch die messerscharfe Zunge rausgefallen. Damit der altersheimgerechte schale Brei aus Schmonzette für das gehinamputierte romantikaffine Publikum mit Realitätsverweigerung besser verdaulich ist.

    Fazit: 2,5 Sterne aufgerundet auf 3 weil doch 250 Seiten sehr gut und nur 100 schlecht waren.

    Kommentare: 2
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    winter-chills avatar
    winter-chillvor 6 Jahren
    Rezension zu "Juliet, Naked" von Nick Hornby

    Juliet, Naked ist viel. Ein Beziehungsroman, eine Geschichte über Erwachsene, die ihr Leben satt haben und sogar glauben, es vertan zu haben. Aber auch eine Geschichte über Leidenschaften, unerfüllte Träume und einen Neuanfang. Hornby setzt die Themen so brillant um, wie kaum ein anderer Autor. Er erzählt spritzig und leicht, mit wahnsinnig viel Witz und Charme und treibt dabei die Handlung zum Teil fast ins Absurde.
    Während das Buch allerdings wirklich grandios los geht, fällt es zur Mitte hin ein wenig ab – vor allem wegen ein paar zu vielen langen Seelenstrips und Beziehungsmonologen. Trotz allem ein gutes Buch, vor allem, weil man mehr als einmal das Gefühl hat, dass Hornby einen versteht.

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    Breumelvor 6 Jahren
    Rezension zu "Juliet, Naked" von Nick Hornby

    Diese Buch ist eine Liebesgeschichte, aber nicht kitschig-romatisch, sondern augenzwinkernd-humorvoll! Ein Roman für Menschen jenseits der 30, die mal wieder bei einem netten Buch abschalten wollen. Nicht so anspruchsvoll wie 'A Long Way Down', aber das richtige Buch für laue Sommerabende. Komik entsteht vor allem durch das Absurde der Situationen, dass fängt schon im ersten Kapitel an, in dem ein Klo besichtigt wird und Annie sich fragt, ob sie jetzt allen Ernstes ihren Freund neben diesem Klo (des letzten dokumentierten Aufenthaltorts des untergetauchten Musikers Tocker) fotografieren soll (sie soll...).

    Die Entwicklung mag vorhersehbar sein, aber die Figuren sind liebenswert und ihren Weg zu verfolgen macht (mir) einfach Freude. Eines dieser Bücher, die man bedenkenlos einer Freundin in die Hand drücken kann, welche was Neues zu lesen sucht. Prima auch als 'Hornby für Einsteiger'!

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    B
    Bizzvor 7 Jahren
    Rezension zu "Juliet, Naked" von Nick Hornby

    Frei nach dem Motto: Lese niemals den Erstling eines Autoren. Und wenn es geht schon gar nicht von einem, der als Gott verschrieen ist, habe ich mir also Juliet, Naked vom Krabbeltisch gezogen.
    Eine ausführliche Inhaltsangabe gab es bereits.
    Mr. Hornby dichtet seinen Figuren ein Leben in ihrem Kopf an. Wenn nur ein realer Mensch, so viel denken würde, wäre die Menschheit ausgestorben. Im ersten Teil des Buches findet kaum Interaktion statt, Hornby zeichnet nur die Gedankenströme seiner Figuren auf. Etwas, dass dem Leser ein etwas schwerfälliges Lesevergnügen beschert. In anderen Fällen, hätte ich das Buch aus der Hand gelegt und als Fehlkauf tituliert. Aber meine Mühen wurden dahingehend belohnt, dass sich Herr Hornby dazu entschließt, doch noch so etwas wie Handlung einzuflechten. Und damit kommt das Talent dieses Ausnahme-Schriftstellers zum tragen.
    Dass er am Schluss noch eine nette Lösung für alle parat hält, die zwar auch irgendwie zu erwarten war, aber immerhin noch amüsant und nachzuvollziehen, macht das Buch noch einen Tacken besser.

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    AnnaChis avatar
    AnnaChivor 7 Jahren
    Rezension zu "Juliet, Naked" von Nick Hornby

    Reicht das Buch auch nicht ganz an "About a boy" oder "A long way down" (meine Lieblings-Hornbys) heran, so ist es doch ein Muss für alle Hornby-Fans, Rockmusik-Liebhaber und Freunde feinsinnigen englischen Humors. Besonders gut gelungen ist der melancholische Grundzug der beiden Hauptfiguren und der Schluss, von dem ich hier nichts verrate.

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    Kerrys avatar
    Kerryvor 7 Jahren
    Rezension zu "Juliet, Naked" von Nick Hornby

    Annie macht mit ihrem Freund Duncan eine Tour durch Amerika, doch nicht irgendeine Tour, es ist eine Tucker-Crowe-Pilgertour, denn Duncan ist ein glühender Anhänger dieses amerikanischen Singer-Songwriters aus den 80er-Jahren. Seit 15 Jahren muss sich Annie damit abfinden, dass Tucker Crowe zu ihrem Leben gehört, denn ohne Tucker Crowe kein Duncan.

    Zurück im beschaulichen Küstenort Gooleness in England hat der Alltag die beiden bald wieder eingeholt. Duncan unterrichtet wieder an der Universität und Annie arbeitet wieder als Kuratorin im örtlichen Heimat-Museum. Dann entschließt sich Annie die während ihres Urlaubes angefallene Post zu öffnen und entdeckt eine CD. Es ist eine neue Version des Albums Juliet und heißt Juliet, Naked. Mit Juliet hatte Tucker Crowe in den 80ern seinen größten Erfolg, bevor er sich 1986 schlagartig aus dem Geschäft zurückzog.

    Als Duncan nach Hause kommt und feststellen muss, dass Annie seine CD (als Erste!) hört, ist er außer sich. Er nimmt sich das Album und sperrt sich in sein Arbeitszimmer ein, um die Musik in Ruhe auf sich wirken zu lassen - und er ist begeistert. Als er Annie im Nachhinein zu ihrer Meinung des Albums fragt und sie ihm mitteilt, dass es ihr überhaupt nicht gefällt, ist er schockiert, denn für ihn ist es förmlich die Erfüllung. Kurze Zeit später stellt er eine euphorische Rezension zu dem Album ein. Annie hingegen setzt sich ebenfalls in schriftlicher Form mit dem Album auseinander; auch ihre Rezension wird später in das gleiche Forum online gestellt. Die Meinungen in diesem Forum sind gespalten, die einen mögen die neue Version, die anderen nicht.

    Einige Tage nach ihrer Rezension erhält Annie eine E-Mail von Tucker Crowe, der ihre Rezension gelesen hat und dieser nur voll und ganz zustimmen kann. Nach und nach entwickelt sich ein gegenseitiger E-Mail-Verkehr zwischen den Beiden.

    Duncan hingegen ist förmlich am Boden zerstört, dass er und Annie so unterschiedlicher Meinung sind. Wenn sie nicht einmal die Musik gemeinsam haben, was verbindet sie dann seit 15 Jahren? Als eine neue Kollegin an der Universität anfängt, beginnt Duncan mit ihr eine Affäre ...

    Bei diesem Roman handelt es sich um die Geschichte zweier Menschen, die schon lange mit ihrem Leben unzufrieden sind und nach und nach beginnen, sich ein neues, eigenständiges Leben aufzubauen. Sprachlich ist das Buch einfach gehalten, es ließ sich schnell und flüssig lesen, jedoch konnte ich mich mit keiner Figur dieses Buches anfreunden, in meinen Augen fehlte ihnen einfach die Tiefe.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Juliet, Naked" von Nick Hornby

    lets Rock again…
    Hornby kehrt zu seinen Lieblings-Themen zurück: Musik & Beziehungen!. In diesem Fall ergänzt um 'Eltern-sein' und den Irrungen & Wirrungen des Musik-Fan-Universums.
    Annie und Duncan, ein Paar in einer nordenglischen Kleinstatd, nähern sich der Midlife-Crisis. Annie trauert verpassten Chancen nach (Heirat, Kinder, Sex), während ihr Freund Duncan einem verschollenen Rock-Star (Tucker Crow) nachstellt. Ausgerechnet dieser Ex-Rocker führt die Beiden in die Krise...
    Nach 'Slam' haben die Hauptpersonen etwa wieder Hornby's Alter und Probleme erreicht. Nebenebei tobt er sich über Internet-Blogger, Fan-Interpretationen, Erziehung, Nord-England und Musiker-Karierren an sich aus.
    Auch wenn es (wieder) nicht an seine größten Veröffentlichungen (High Fidelity, About a boy und Fever Pitch) heranreicht, bleiben seine Bücher immer noch große Vergnügen.

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    -Moony-s avatar
    -Moony-vor 7 Jahren
    Rezension zu "Juliet, Naked" von Nick Hornby

    Ein mittelaltes Paar aus einem englischen Nest führt eine eher weniger befriedigende Beziehung,sie fühlt die biologische Uhr immer lauter,und er geht völlig auf in seiner Bewunderung für einen amerikanischen Songwriter aus den achtzigern namens Tucker Crowe,der vor langer Zeit untergetaucht ist.
    Seit der Erfindung des Internets findet jedes Interesse auch Gleichgesinnte,so ist er hauptsächlich damit beschäftigt,mit Gleichgesinnten alles über Tucker Crowes Leben besser zu wissen und den wildesten Gerüchten Glauben zu schenken.
    Als er ein altes Demotape mit Crowes Rohfassungen seines einzigen Achtungserfolge findet,lobt er es im Netz in den Himmel.
    Annie,seine Lebensabschnittsgefährtin findet diese Lobhudelei so überzogen,dass sie auch eine Kritik schreibt,wohlwollend aber objektiv.
    Und der echte Tucker(der seine Fans für abgedrehte Spinner hält)antwortet ihr.Dies führt natürlich zu einigen Komplikationen.
    Nick Hornby ist älter geworden,seine Protagonisten sind keine jungen Männer mehr sondern befinden sich in der Lebensmitte.
    Über die zwanghafte Beschäftigung mit Musik kann er so gut schreiben wie kein anderer.Was mich ein bisschen nachdenkllich stimmt,ist dass weder Fan noch der Musiker ein halbwegs befriedigendes Erwachsenenleben führen.Eigentlich sind es 50jährige die die innere Reife von Teenagern haben.Man könnte fast meinen eine ganze Generation weigert sich mit Händen und Füssen erwachsen zu werden.

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    Peersonnes avatar
    Peersonnevor 7 Jahren
    Rezension zu "Juliet, Naked" von Nick Hornby

    Nick Hornby wiederholt erneut sein Erfolgskonzept: Ein katastrophales Beziehungsleben führt zur Midlife Crisis und klärt sich durch pointierte Dialoge, interessante Musikbezüge und moralisch aufbauende und doch nicht zu platt wirkende Reflektionen schließlich doch mehr oder weniger auf.
    Das enthält einige interessante Reflektionen zur Rocksubkultur, musikalischer Überinterpretation und dem heutzutage obligatorischen Seitenblick zum Internet und liest sich dank seines gewohnten Schreibstils auch sehr nett. Wer bereits mehrere Hornby-Bücher kennt, entdeckt aber auch wenig mehr als grundsolide moderne Belletristik für Zwischendurch.
    Wer Hornby noch nicht gelesen hat, greift als Musikliebhaber dann doch lieber zu "High Fidelity" oder für Beziehungsgeschichten zu "About a boy."

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    Keksisbabys avatar
    Keksisbabyvor 7 Jahren
    Rezension zu "Juliet, Naked" von Nick Hornby

    Duncan ist glühender Anhänger des Musikers Tucker Crowe. Der seine Karriere praktisch über Nacht vor vierundzwanzig Jahren an den Nagel gehangen hat und den eine kleine Fangemeinde gottähnlich anbetet. Sie nennen sich Crowologen und haben es sich zur Aufgabe gemacht, jeden auch noch so versteckten Sinn in den Liedern des letzten Tucker Albums „Juliet“ herauszulesen und jeden auch noch so kleinen Aspekts seines Lebens zu beleuchten. Als die Rohversion der Songs zu einem neuen Album zusammengestellt wird, herrscht große Aufregung innerhalb der Community. Nur Annie, Duncans Freundin, kann sich der Euphorie die diese Version hervorruft nicht anschließen und veröffentlicht eine eigene, wenig schmeichelhafte Kritik auf der Internetfanseite. Der häuslich gewordene Altrocker fühlt sich zum ersten Mal verstanden und beginnt regen E-Mail-Kontakt zu Annie. Sie debattieren über verschwendete Lebenszeit, ihre kaputten Beziehungen und dem unglamourösen Alltag und als Tucker überraschend nach London kommt, hegt Annie die Hoffnung dass sich daraus vielleicht doch etwas mehr als entwickeln könnte, als eine Freundschaft.
    Für mich ist dieses Buch eine feinfühlige Geschichte über Menschen die meinen, Jahre ihres Lebens verschwendet zu haben, die dann aber jemandem begegnen, der ihnen vor Augen führt, das es auch eine andere Sichtweise auf die Dinge gibt. Kunst liegt halt immer auch im Auge des Betrachters und was dem einen Kunst heißt, für den anderen Krempel sein kann. Nick Hornby gelingt es schräge Charaktere zum Leben zu erwecken, in denen man sich aber auch ein Stück weit widerfindet. Er lässt sie Situationen durchleben, die sie scheinbar emotional unberührt zurücklassen und doch vollzieht sich in ihnen ein Erkenntnisprozess, eine Wandlung die nicht gleich auf den ersten Blick ersichtlich ist. Die Liebesgeschichte um Annie und Tucker kommt ohne Kitsch und Happy End aus. Sie gewinnt dadurch sogar an Glaubhaftigkeit. Gerade weil der bekehrte Musiker eben nicht von seiner Muse geküsst zu neuen Höhenflügen ansetzt und mit seiner Angebeteten in den Sonnenuntergang entschwindet. Es geht um die Frage, was man mit seinem Leben anfängt und ob man nicht doch Dinge die man bereut, aus einer anderen Perspektive betrachten sollte. Am meisten mochte ich den unverwechselbaren britischen Charme und Humor mit dem Nick Hornby alle seine Geschichten bereichert, aber die sind nicht unbedingt jedermanns Fall.

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