Die Bierhexe hat mir insgesamt gut gefallen und bietet genau das, was man von einem klassischen Mittelalterroman erwartet.
Ich begleite die junge Amalia im Jahr 1151, deren Leben plötzlich eine Wendung nimmt, als ihr Vater sie verheiraten will. Amalia träumt jedoch von einem selbstbestimmten Leben als Heilerin und Bierbrauerin. Um diesem Schicksal zu entgehen, flieht sie und gerät auf eine gefährliche Reise, die sie unter anderem zur Winzenburg und in die Nähe mächtiger kirchlicher Würdenträger führt. Dort erlebt sie nicht nur Unterstützung, sondern auch Bedrohung und Verrat und muss immer wieder für ihre Freiheit kämpfen.
Die Geschichte folgt dabei recht klar einem bekannten Schema: Junge Frau soll gegen ihren Willen heiraten, läuft davon und setzt sich schließlich erfolgreich durch. Das Rad wird hier nicht neu erfunden, aber genau das hat mich nicht gestört. In typischer Mittelalter-Manier erzählt, lebt der Roman vor allem von seiner Atmosphäre.
Besonders gut gefallen haben mir die detaillierten Beschreibungen des mittelalterlichen Alltags. Das Bierbrauen, die Heilkunst und der Umgang mit Kräutern wirken gut recherchiert und anschaulich dargestellt. Man merkt, dass sich der Autor intensiv mit der Zeit beschäftigt hat. Auch das raue, oft ungerechte Leben dieser Epoche wird glaubwürdig vermittelt.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, die Handlung durchgehend spannend genug, um dranzubleiben. Amalia als Protagonistin ist mutig, eigensinnig und sympathisch, auch wenn sie stellenweise sehr idealisiert wirkt.
Insgesamt ist Die Bierhexe ein solider, unterhaltsamer historischer Roman, der mich gut durch das Mittelalter geführt hat. Keine großen Überraschungen, aber ein stimmiges Leseerlebnis für alle, die starke Frauenfiguren und historische Stoffe mögen.
















