Rezension zu "Das Atlantische Artefakt (Harvey Bennett Thriller - Deutsch 6)" von Nick Thacker
TanteGhostEine rasante Story rund um das Mysterium Atlantis und sein unschätzbares Wissen, was wohl doch nicht verloren scheint.
Inhalt:
Harvey Bennett und sein CSO-Team erreicht ein Hilferuf von Sarah Lindgren. Eine Archäologin, die sich in der Fachwelt aber erst noch einen Namen machen muss. – Während sie auf Feldforschung war, wurde ihr Vater entführt und sie befürchtet, dass das noch nicht alles gewesen ist und eine wesentlich größere Sache dahinter steht.
Harvey Bennett und sein Team machen sich an die Ermittlungen, die sie auf die Spuren des sagenumwobenen Atlantis und seiner Bewohner führen. Allerdings stellt sich dieses Atlantis nicht als das viel gepriesene Paradies dar, sondern als eine Gegend bei Santorin, der berühmen griechischen Insel.
Als auch Sarah während der Untersuchungen entführt wird, begibt sich das Team nach Ägypten, landet bei seinen Ermittlungen unter der Sphinx und in der Welt einer extremistischen Gruppierung, die von einer Frau angeführt wird, deren Großvater ein großer Nazi war. – Die Experimente mit dem Gas gehen weiter, bringen aber nicht den gewünschten Erfolg für die Frau.
Mein Leseerlebnis:
Dieses Buch hat gleich zu Anfang erst einmal mit einem wirklich sehr seltsamen Anschlag auf eine Museumseröffnung begonnen. Gleich von Anfang an wurden mir Namen um die Ohren geschmissen, die ich vorher mit noch überhaupt keinem der bisherigen Charaktere in Zusammenhang bringen konnte. – Ging ja auch nicht, da das alles Personen waren, die gerade auf diesem Empfang im Museum zu besuch waren und von denen ich somit das erste Mal etwas hörte. – So unbekannt mir diese Personen aber auch waren, so war von Anfang an ein Unterton in der Handlung, der mich auf noch größere Ereignisse hoffen liesen.
Dann ging es aber erst einmal zu einer Archäologin, von der mir die ganze Zeit nicht ganz klar war, ob sie nun schon einen Abschluss hatte, oder ob sie ihn erst noch machen musste. Klar war jedenfalls, dass sie durch ihren bekannten Vater mächtig unter Zugzwang stand und irgendwelche brillanten Forschungsergebnisse vorlegen wollte und musste. – Dazu kam es aber nicht, denn da wurde ihr Vater entführt.
Völlig zusammenhanglos konnte man dann den Geschehnissen rund um den Vater folgen, der in eine unterirdische Kammer verschleppt wurde, wo er zwar als gefangener angesehen wurde, es jedoch noch vergleichsweise gut hatte.
Die Frau, welche hier wohl das Sagen hatte, schien mir jedenfalls nicht ganz dicht. Die ganze Zeit führte sie an wehrlosen Menschen irgendwelche Prüfungen durch, von denen sie sich etwas erhoffte, was aber die ganze Zeit nicht so wirklich klar war und wirklich erst zum Ende aufgeklärt wurde.
Harvey Bennett und sein Team kommen recht spät in die Handlung und sind vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie können die Bitte der Archäologin vom Anfang nicht wirklich ablehnen, weil diese für gerade ein Teammitglied alles andere als eine Fremde ist. Allerdings wurde die Handlung mit Beginn der Ermittlungen für mich dann doch ziemlich abstrus und verwirrend. Ich habe die ganze Zeit überlegt, was denn genau jetzt das atlantische Artefakt sein soll, von dem im Titel die Rede ist. Und wo und was genau Atlantis denn nun ist.
In jedem Fall führt die Handlung dann nach Ägypten zum Giseh-Platou, wo unter der Sphinx ein Hohlraum ist, von dem man wohl weiß, dessen genaue Erforschung man wohl aber unbedingt verhindern will. Außerdem hat sich inzwischen auch ein ziemlich zwielichtiger Typ von Interpol eingemischt und es ist nicht wirklich klar, welche Absichten der Typ denn nun hat.
So interessant die Story auch hätte sein können, hat sich mich in diesem Fall nicht wirklich zu einhundert Prozent gekriegt. Dazu hätte es, meiner Meinung nach, mehr Erklärungen bedeutet, was es denn nun genau mit dieser wahnsinnig wirkenden Frau auf sich hat und was das für eine Glocke sein soll, von der hier ständig die Rede war. - Ja, zum Schluss wurde da wirklich einiges noch aufgeklärt, aber da war es für mich leider schon zu spät. Die Handlung hatte ihre Faszination für mich leider verloren und ich habe wirklich nur noch gelesen, um sagen zu können, dass ich das gelesen habe.
Fazit:
Eine faszinierende Grundstory mit einer wirklich interessanten Theorie, was unter der Sphinx sein könnte. – Fakt ist ja mal, dass weder ihre Bedeutung noch ob etwas in oder unter ihr ist, bis heute nicht wirklich geklärt ist. Das Geschehen unter diesem monumentalen Bauwerk konnte ich mir jedenfalls in Teilen wirklich sehr gut vorstellen.
Die Dinge mit der Prüfung und dem Gas in den Gaskammern zu einschlägigen Zeiten in Verbindung zu bringen, fand ich dann jetzt doch ziemlich makaber. Da hätte man einiges mit einer genaueren Erklärung innerhalb der Handlung herausholen können.
Bennett und sein Team legen die gewohnte Action an den Tag und ziehen ihr Ding durch. Sie geraten durch Interpol wohl ziemlich in Bedrängnis, was man aber ebenfalls besser hätte herausarbeiten können. Somit haben sich für mich hier lediglich sinnlose Kampfszenen vor meinem geistigen Auge abgespielt.
Alles in allem konnte mich das Buch nicht so wirklich abholen. Da habe ich von Bennett schon weitaus bessere Bücher gehabt. Ich möchte aber hier anerkennen, dass geschichtliche Ereignisse hier stellenweise in einen ziemlich interessanten anderen Zusammenhang gebracht worden sind.
Ich kann dieses Buch nicht wirklich zu hundert Prozent empfehlen. Nick Thacker hat schon weitaus bessere Bennett-Bücher abgeliefert als dieses hier. Allerdings könnte man das Buch auch außerhalb der chronologischen Reihenfolge lesen, weil jede Story für sich ein abgeschlossener Auftrag ist und alles Nötige noch einmal erklärt wird.











