Nicki Pawlow Der bulgarische Arzt

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Inhaltsangabe zu „Der bulgarische Arzt“ von Nicki Pawlow

Gibt es ein Talent zum Glück?

Es ist Faszination auf den ersten Blick, als Wantscho und Rose sich begegnen: der exotisch wirkende "Mann vom Balkan" und das unbeschwerte Mädchen, das sich im grauen Einerlei des DDR-Alltags nach einem Abenteuer sehnt. Und abenteuerlich werden sie durchaus, die ersten Jahre ihrer Ehe in Bulgarien oder später die Flucht aus der DDR in den Westen. Doch Wantscho ist ein Mensch mit zwei Gesichtern: Was ihm als Psychiater gelingt, das seelische Leid anderer zu lindern, dem ist er selbst hilfl os ausgeliefert. Und von seinem Unglück bleibt auch die Familie nicht verschont. Jahre später begibt sich Tochter Nelli auf Spurensuche: Wer war dieser Vater, der ihr ein Leben lang so nahestand und zugleich fremd blieb?

Das Buch hat meinen anstrengenden Hochleistungsalltag angenehm verlangsamt und zur Ruhe gebracht.

— FranziskaHauser

Ein packender Roman, Aufstieg und Fall eines hochbegabten Mannes, der als Psychiater anderen hilft, nur nicht sich selbst, facettenreich!

— Tanja_Langer

Eine Tochter erzählt die Lebensgeschichte ihres Vater, einem Arzt aus Bulgarien

— Smberge

Authentisch, aber zu langatmig

— Kartoffelschaf

Leider viel zu langatmig und kein Lese-Genuss. Eine wahre Quälerei.

— MiraBerlin

Regt zum Nachdenken an!

— hoonili

Ein eindringlicher Roman.

— lila_socken

Eine vielschichtige Familiengeschichte im Wandel der Zeit und verflochten ein wenig Geschichte der Psychiatrie- sehr informativ

— Buchraettin

gutgeschriebene Familiengeschichte, berührend und emotionsvoll

— janaka

Eine supertoll beschriebene Lebensgeschichte mit vielen Eindrücken aus der damaligen Zeit!

— Kikibook

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  • Leserunde zu "Der bulgarische Arzt" von Nicki Pawlow

    Der bulgarische Arzt

    Herbig_Verlag

    Liebe LeserInnen! Zum heutigen Erscheinen des neuen Buches „Der bulgarische Arzt“ von unserer Autorin Nicki Pawlow laden wir Euch herzlich zu unserer Leserunde ein. Wir verlosen 20 Exemplare des autobiografisch inspirierten Familienromans. Zum Inhalt des Buches: Den jungen Bulgaren Wantscho, der als Psychiater in der DDR arbeitet, hindern nicht nur ein von Kinderlähmung verkürztes Bein, sondern auch seine Schwermut daran, unbeschwert durchs Leben zu gehen. Durch die Liebesheirat mit Rose, einem unbekümmerten Mädchen aus Sachsen-Anhalt, gewinnt Wantscho Lebensfreude. Die junge Frau folgt ihrem Mann 1962 voller Begeisterung in das fremde Bulgarien, doch lange hält es Rose in diesem rückständigen und armen Land nicht aus. Die beiden kehren zurück in die DDR, bauen sich in Thüringen ein neues Leben auf, zu dem mittlerweile auch Tochter Nelli gehört. Inmitten der Unfreiheit des DDR-Systems schaffen sie sich ihre eigene kleine, heile Welt. Fast heil, denn mit den Jahren werden die dunklen Seiten von Wantschos Wesen, sein Jähzorn, sein Hang zum Alkohol, Rose und Nelli eine Last. Als Wantscho zudem in die Mühlen des SED-Regimes gerät und der politische Druck unerträglich wird, begibt sich die Familie auf eine riskante Flucht in den Westen. Viele Jahre nach der Flucht in den Westen und nach dem Mauerfall liegt der bulgarische Arzt Wantscho im Sterben und seine Tochter Nelly begibt sich auf Spurensuche nach ihrem Vater. Er ist ein Mann mit zwei Gesichtern. Als Psychiater gelang es ihm immer, das seelische Leid anderer zu lindern. Seinem eigenen psychischen Unglück ist er jedoch hilflos ausgeliefert. Wer war dieser Vater, der ihr ein Leben lang so nahestand und zugleich fremd blieb? Gelingt es ihr am Ende, sich noch vor seinem Tod mit ihm auszusöhnen? Zur Autorin: Nicki Pawlow, geboren 1964 in Köthen/Sachsen-Anhalt als Tochter eines bulgarischen Vaters und einer deutschen Mutter, wuchs in Thüringen auf. 1977 folgte die Flucht der Familie in den Westen nach Baden-Württemberg. Sie studierte Politikwissenschaft, Slawische Philologie und Neuere Geschichte in München und Berlin und arbeitete u.a. als Pressesprecherin in der Politik, Redakteurin und Drehbuchautorin. Nicki Pawlow lebt heute mit ihrer Familie als freie Schriftstellerin in Berlin. Weitere Informationen unter: www.nickipawlow.de LangenMüller verlost 20 Exemplare von „Der bulgarische Arzt“. Schreibt dazu einfach in die Kommentare, warum Ihr gerne an der Leserunde teilnehmen möchtet. Bewerben könnt Ihr Euch bis einschließlich 20. August 2014. Am 21. August werden die Gewinner dann benachrichtigt. Nicki Pawlow wird sich ab dem 25. August an der Leserunde beteiligen und fleißig mit Euch diskutieren. Viel Spaß beim Mitmachen!

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  • Die 60er Jahre in Bulgarien und der DDR

    Der bulgarische Arzt

    Estrelas

    09. November 2014 um 12:46

    Der bulgarische Arzt, das ist Wantscho, ein Psychiater, der in den 60er Jahren in der DDR Frau und Arbeit findet. Das Leben in beiden Ländern, Bulgarien und DDR, ist schwierig, es herrscht Mangel, und beide Staaten lenken das Geschick der Menschen entsprechend der geltenden Ideale. Kein Wunder, dass das Paar samt Kind irgendwann einen Fluchtversuch in Richtung Westen macht. Der Roman lebt von detaillierten Beschreibungen. Teilweise wirkt das vielleicht etwas langatmig, aber die Lebensumstände werden so sehr deutlich. Missstände werden im täglichen Leben und im Krankenhausbetrieb sichtbar. Auch bei den Behandlungsmethoden sind die Ärzte eingeschränkt, alle westlichen Erkenntnisse werden verachtet. Der Autorin gelingt ein fesselndes Porträt der Zeit und der Systeme. Und natürlich geht es um die Menschen mit ihren Sorgen und ihrer Wut, aber auch den zwischenmenschlichen schönen Momenten. Da gibt es Verständigungsprobleme der deutschen Frau mit den bulgarischen Schwiegereltern, aber auch das Kennenlernen fremder Bräuche, Orte und Gerichte. Den Rahmen zur Handlung bildet die Sicht der Tochter auf das Leben ihrer Eltern. Auch wenn ich an einigen Stellen andere Wendungen erwartet hätte, ist die Entwicklung passend, und dieser lesenswerte Roman erfährt ein würdiges Ende.

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  • Lebensgeschichte eines Arztes aus Bulgarien

    Der bulgarische Arzt

    Smberge

    18. October 2014 um 16:34

    Wantscho, ein bulgarischer Arzt, liegt im Sterben. Seine Tochter Nelli erzählt die Geschichte seines Lebens. Er kam aus einfachen Verhältnissen, studiert Medizin in Bulgarien und kam der besseren Chancen wegen in die DDR, wo er 1962 Rose heiratet, Nellis Mutter. Wir erfahren von dem Leben des Paares in der DDR und in Bulgarien zur Zeit des kalten Krieges, ihren Problemen mit dem System und schliesslich der Flucht in den Westen. Überschattet wird das Leben von Wantschos Alkoholkonsum, seinen Depressionen und den Gewalttätigkeiten gegen seine Frau und Tochter.  Mit viel Einfühlungsvermögen nimmt die Autorin den Leser mit in das Leben Wanschos. Seit frühester Jugend gehbehindert, leidet er unter der mangelnden Liebe seines Vaters, dieser Konflikt zieht sich durch sein ganzes Leben. Die Autorin schafft es, dass der Leser eine tiefen Blick in Wantschos Seele nehmen kann, und so kann man sein Verhalten der Familie gegenüber zumindest verstehen, wenn auch nicht billigen.  Schön wird auch das Leben von Rose und Wantscho in der DDR und Bulgarien beschrieben, mit der Mangelwirtschaft, dem Beziehungsgeflecht und der staatlichen Bespitzelung. Man kann als Leser richtig mitfühlen, wie sich dieses Geflecht immer enger um Wantscho und Rose zusammen zieht, bis die beiden nur noch einen Weg sehen die Flucht in den Westen.  Es handelt sich hier also um einen wirklich lesenswerten Roman, der die jüngere deutsche Geschichte anhand der Lebensgeschichte Iwantschos aufgreift und anhand dieser Geschichte für den Leser lebendig macht. 

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  • Interessante Familiengeschichte

    Der bulgarische Arzt

    Kartoffelschaf

    02. October 2014 um 16:13

    Inhalt: Gibt es ein Talent zum Glück? Es ist Faszination auf den ersten Blick, als Wantscho und Rose sich begegnen: der exotisch wirkende "Mann vom Balkan" und das unbeschwerte Mädchen, das sich im grauen Einerlei des DDR-Alltags nach einem Abenteuer sehnt. Und abenteuerlich werden sie durchaus, die ersten Jahre ihrer Ehe in Bulgarien oder später die Flucht aus der DDR in den Westen. Doch Wantscho ist ein Mensch mit zwei Gesichtern: Was ihm als Psychiater gelingt, das seelische Leid anderer zu lindern, dem ist er selbst hilfl os ausgeliefert. Und von seinem Unglück bleibt auch die Familie nicht verschont. Jahre später begibt sich Tochter Nelli auf Spurensuche: Wer war dieser Vater, der ihr ein Leben lang so nahe stand und zugleich fremd blieb? Meine Meinung: Ich habe dieses Buch für eine Leserunde gelesen und mich unheimlich darauf gefreut. Vor allem, da ich das Thema des "DDR-Alltags" mehr als spannend fand, ich stamme selbst aus der ehemaligen DDR, habe jedoch "nur" 5 Jahre "miterlebt" und bin immer neugierig, wie andere das Leben dort empfanden. Gestehen muss ich, dass ich zu Beginn Probleme hatte, in das Buch hinein zu finden. Es werden immens viele Personen genannt, die dann lange Zeit nicht wieder erwähnt werden und zu denen der Leser somit keine Beziehung aufbauen kann. Zudem ist dies gerade als Einstieg in ein derart umfangreiches Buch nicht unbedingt gelungen. Der Roman ist zum großen Teil autobiografisch geschrieben, es hat sich also der Großteil der Handlung auch so zugetragen, wie beschreiben. Nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten, haben mir die ersten 150 Seiten ca. wirklich gut gefallen. Man erfährt viel über das Leben der Bulgaren, was ich unheimlich spannend fand, zudem wird die Familie des Protagonisten vorgestellt, es wird geschildert, wie er seine Frau kennen lernt, wie das Leben in der ehemaligen DDR war - spannend hier auch, wie Bulgaren es in der ehem. DDR empfanden - und wie sein erstes Kind geboren wird. Wirklich toll ist der Schreibstil. Super angenehm, keine endlosen Schachtelsätze, knackig und einprägsam. Dann das Manko: Die Langatmigkeit. Der ganze Roman ist so unheimlich langatmig. :( Deshalb auch der Sternchenabzug. An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, auch 30 Seiten überspringen zu können, und trotzdem nichts verpasst zu haben und das ist super schade. Es tut mir so Leid, dass ich das so schreiben muss, aber ich empfand es leider so.  Alles in allem ein eindringlicher, interessanter, bewegender Familienroman, der leider ein wenig lang und dadurch an einigen Stellen langweilig geraten ist. Trotzdem kann ich ihn empfehlen. 

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  • Wem's gefällt...

    Der bulgarische Arzt

    MiraBerlin

    27. September 2014 um 13:15

    Inhalt Es ist Faszination auf den ersten Blick, als Wantscho und Rose sich begegnen: der exotisch wirkende "Mann vom Balkan" und das unbeschwerte Mädchen, das sich im grauen Einerlei des DDR-Alltags nach einem Abenteuer sehnt. Und abenteuerlich werden sie durchaus, die ersten Jahre ihrer Ehe in Bulgarien oder später die Flucht aus der DDR in den Westen. Doch Wantscho ist ein Mensch mit zwei Gesichtern: was ihm als Psychiater gelingt, das seelische Leid anderer zu lindern, dem ist er selbst hilflos ausgeliefert. Und von seinem Unglück bleibt auch die Familie nicht verschont. Jahre soäter begibt sich Tochter Nelli auf Spurensuche: wer war dieser Vater, der ihr ein Leben lang so nahestand und zugleich fremd blieb? Mich selbst hat dieses Buch aufgrund der historischen Thematik und der psychologischen Seite interessiert. Leider hat mir der Schreibstil des Buches überhaupt nicht zugesagt. Ich konnte nie so wirklich in die Welt abtauchen und auch keine Sympathie zu irgendeiner Figur aufbauen. Sie nervten mich richtig und auch ihr Handeln konnte ich nicht nachvollziehen. Natürlich weiß ich, dass die Gegenheiten damals anders waren, aber die Personen bemitleideten sich selbst, ohne dennoch etwas ändern zu wollen. Selbst wenn sie die Gelegenheit dazu bekamen, etwas zu ändern, blieben sie zunächst stur bei ihren alten Prinzipien. Das empfand ich selbst als äußernd ermüdend. Die Geschichte selbst konnte mich dementsprechend auch nicht fesseln. Oft musste ich mich zwingen, überhaupt weiterzulesen, weil es mich einfach so langweilte. Da ich dieses Buch aber für eine Leserunde gewonnen hatte, überwand ich meine innere Ablehnung immer wieder aufs Neue. Aber um ehrlich zu sein, hat es sich nicht gelohnt. Ich atmete förmlich auf, als ich das Buch endlich beendet hatte. Freude hat mir das Buch im Übrigen leider überhaupt keine. Mir ging es danach sogar richtig schlecht. Für mich war dieses Buch leider immer ein absoluter Stimmungskiller.

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  • Versöhnung

    Der bulgarische Arzt

    buecherwurm1310

    27. September 2014 um 10:55

    Der Bulgare Wantscho hatte keine einfache Kindheit. Durch Kinderlähmung bekam er ein verkürztes Bein. Sein Vater wollte diese Behinderung nie akzeptieren und meinte deshalb mit Strenge reagieren zu müssen. Da gab Wantscho seinen Traum, Dirigent zu werden, auf. Stattdessen arbeitet er nun als Psychiater in der DDR. Dort lernt er Rose kennen und lieben, er vergöttert seine Frau. Sie heiraten gegen den Willen von Roses Mutter und ziehen nach Bulgarien. Als Rose schwanger wird gehen sie zurück in die DDR, denn die Armut und das Elend in Bulgarien tragen nicht dazu bei, dass Rose sich dort wohl fühlt. Später gehen sie in den Westen, weil das System in der DDR nicht mehr Wantschos Idealvorstellungen vom Kommunismus entspricht. Doch im Laufe der Zeit wird Wantscho schwermütig und darunter leidet auch die Familie. Seinen Patienten kann er Hilfe geben, sich selbst kann er nicht helfen. Alkohol und Medikamente verstärken seine Beschwerden noch. Die Geschichte wird aus der Sicht seiner Tochter Nelli Nikolow geschrieben, die immer unter ihrem Vater gelitten hat. Anfang sind Watschko und Rose glücklich, aber zunehmend leiden alle in der Familie, denn Watschko ist jähzornig und hat für die Nöte von Frau und Kind kein Gefühl. Im Laufe der Zeit kann man sich sehr gut in die einzelnen Personen hineinversetzen und ihre Gefühle und Ängste nachvollziehen. Nachdem Nelli die ganze Geschichte ihres Vaters kennt, ist sie auch in der Lage sich mit ihm auszusöhnen. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Während der Geschichte ändert sich der Schreibstil von einer distanzierten Schreibweise zu einer emotionalen Erzählweise. Die Geschichte fließt ruhig dahin, wird aber nicht chronologisch erzählt, sondern durch Vorschauen und Rückblenden aufgelockert. Es wird eine Welt beschrieben, die die meisten wohl so nicht kennengelernt haben. Die Verhältnisse in DDR und in Bulgarien werden sehr authentisch dargestellt. Wenn die Verhältnisse in den psychiatrischen Einrichtungen beschrieben werden, ist das sehr erschreckend. Ein sehr eindringliche und ergreifende Familiengeschichte.

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  • Eine Tochter schaut zurück

    Der bulgarische Arzt

    serendipity3012

    Eine Tochter schaut zurück Wantscho, „Der bulgarische Arzt“ und die um die 10 Jahre jüngere Rose lernen sich im vorigen Jahrhundert in der DDR kennen, verlieben sich und heiraten. Wantscho hat ein verkürztes Bein, seit er als Junge an Kinderlähmung erkrankt war. Aber er wird ein angesehener Arzt, ein Psychiater und Neurologe, den seine Patienten respektieren und mögen. Rose und er leben zunächst für einige Jahre in Bulgarien, wo sich die junge Deutsche nicht wohlfühlt, sie gehen dann in die DDR und fliehen schließlich in den Westen. Sie haben eine Tochter, Nelli, deren Rolle im Roman mit der Zeit größer wird. Die Ehe ist nicht glücklich. Wantscho leidet unter Depressionen und ist Alkoholiker, und während er seinen Patienten gegenüber immer freundlich und höflich ist, fährt er zu Hause schnell aus der Haut. Nelli lernt schnell, dass sie den Vater auf keinen Fall verärgern darf. Die Beziehung zwischen Vater und Tochter ist schwierig, die zwischen Mutter und Tochter sehr eng. Während Wantscho im Krankenhaus die Schwermut seiner Patienten mit all seinen Möglichkeiten bekämpft, gelingt ihm das bei seiner eigenen nur partiell. Nicki Pawlows Roman „Der bulgarische Arzt“ umfasst die Familiengeschichte dieser drei, angefangen mit dem Kennenlernen von Rose und Wantscho, ihre Zeit an den verschiedenen Orten, die Krisen, die Probleme und die eher spärlichen glücklichen Momente, das Heranwachsen Nellis, bis zum Ende, als Wantscho ein alter Mann ist. Besonders interessant sind dabei die Passagen, die sich mit zwei Themenkomplexen befassen: Zum einen die Zustände in den Psychiatrien in der DDR und auch in der BRD im letzten Jahrhundert. Pawlow beschreibt, wie man die Patienten behandelte oder auch ruhig stellte, teilweise wirkt das alles sehr verstaubt, manchmal unglaublich mit dem Wissen von heute. Zum anderen ist es die Flucht in den Westen, die sehr interessant zu lesen ist, die Vorbereitung, die Ängste der Familie, dann auch die Zeugnisse der Stasi, Briefe. Pawlows Roman ist, so schreibt sie im Nachwort, zu großen Teilen autobiographisch. Hier und da wurde etwas hinzugefügt oder weggelassen, aber was wir lesen, hat sich wohl so ähnlich zugetragen. Das macht die Geschichte authentisch. Womöglich ist aber diese Stärke des Romans zugleich auch seine größte Schwäche: Zu Anfang etwa wird der Leser mit Namen bombardiert, die erwähnt und dann schnell wieder vergessen werden. Da wir keine Anhaltspunkte zu ihnen bekommen, keine Geschichten, Anekdoten, Begebenheiten, ist es schwer, sich all diese Personen inklusive Verwandtschafts- oder Bekanntschaftsgrad zu merken. Wirklich dramatisch ist das nicht, da viele von ihnen für die Geschichte keine tragende Rolle spielen. Was schwerer wiegt, ist die Erzählweise. Ein wirklich gelebtes Leben gehorcht keiner literarischen Dramaturgie, es gibt wenige Möglichkeiten, in einem Roman einen Erzählbogen zu spannen, wenn man sich an die Fakten halten will. So reiht sich oft Episode an Episode. Die Figuren machen zudem keine nachvollziehbaren Entwicklungen durch. Hier wird alles direkt präsentiert. Zwischen den Zeilen? Da scheint nichts zu stehen. Die Sprache ist sehr einfach gehalten. Dieser nüchterne, unaufgeregte Erzählstil hat sicher seine Befürworter, aber wer sich gern an dem, was man literarisch mit Sprache machen kann, erfreut, wer auch mal „um die Ecke lesen“ will, der wird hier wohl kein glücklicher Leser sein. In „Der bulgarische Arzt“ liegt Herzblut, das glaubt man, herauszulesen. Vielleicht hätte die Geschichte als so ausgewiesene Biographie besser funktioniert. Pawlow erzählt eine interessante, eine anrührende Geschichte über die Ehe ihrer Eltern und über ihr eigenes Leben als Tochter dieses jährzornigen Mannes. Man gewinnt sie lieb, diese drei. Am Ende steht die Frage, ob sich die Tochter versöhnen kann, wenn nicht mit dem Vater selbst, dann vielleicht mit dem Leben, das sie bis hierhin geführt hat.

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    • 2

    BrittaRoeder

    24. September 2014 um 09:11
  • Eine Familiengeschichte mit viel Hintergrund

    Der bulgarische Arzt

    hoonili

    23. September 2014 um 10:21

    Wantscho ist Bulgare und als Leser begleiten wir ihn durch sein Leben in der DDR. Dort arbeitet er als Psychiater und heiratet seine Liebe Rosa. Die ersten Jahre verbringen sie gemeinsam in Bulgarien und für Rosa ist das ein Lichtblick. Denn das Leben in der DDR ist keineswegs ein Zuckerschlecken. Wantscho verändert sich aber leider sehr und Rosa muss unter ihm leiden. In seinem Beruf hingegen ist er ein ganz anderer Mensch. Ein Mensch mit zwei Seiten. Als Leser hat man es am Anfang etwas schwer in das Buch einzusteigen. Zwar kenne ich das Leben in der DDR, aber die Schreibweise war nicht ganz flüssig und man musste sich erst in diese Situation hineinversetzen. Es hat sich aber gelohnt, das Buch weiter zu lesen denn es ist eine sehr ergreifende und besondere Geschichte. Die Autorin hat eine sehr gute Recherche einfließen lassen und die Figuren sind alle sehr ausführlich beschrieben. Man kann sich nach einiger Zeit sehr gut mit dem Thema auseinander setzen. Es ist keine leichte Lektüre was das Thema betrifft, aber eine sehr wertvolle. Ein Buch, über welches ich noch lange nachgedacht habe und was mir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird.

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  • Eindringlicher Roman

    Der bulgarische Arzt

    lila_socken

    18. September 2014 um 21:06

    Ich versuche jetzt schon seit mehreren Tagen eine Rezension zu dem Buch "Der bulgarische Arzt" von Nicki Pawlow zu schreiben und habe dabei große Schwierigkeiten. Dabei war es ein wirklich tolles Buch, das ich mich großer Freude gelesen habe und das ich bereits mehreren Freundinnen und meiner Mutter weiterempfohlen habe. Meine Wortlosigkeit liegt also überhaupt nicht daran, dass mir das Buch nicht gefallen hat, sondern wohl eher daran, dass ich es gar nicht richtig beschreiben kann, was ich alles toll fand. Die Geschichte wird von Nelli Nikolow erzählt. Sie berichtet über das Leben ihrer Familie - vor allem über das ihres bulgarischen Vaters Iwan, genannt Wantscho. Über seine Kindheit, sein Medizinstudium und schließlich seinem Weg in die DDR. Wie er dort ihre Mutter Rose kennen und lieben lernt. Ihr gemeinsames Leben in Bulgarien und der DDR. Die Geburt der Tochter. Das Leben zu dritt. Das Buch handelt also vom Leben der Familie Nikolow - mit allen Höhen und Tiefen. Nicki Pawlow lässt ihre Figur dabei völlig ungeschönt erzählen. Die Geschichte wird dabei nicht linear erzählt, sondern  immer wieder durch Vor- und Rückblenden unterbrochen, man kann besser sagen bereichert. Die kleinen Familiengeschichten, Anekdoten beschreiben das Leben der Nikolows dabei sehr eindeutig, man erfährt viel über die Gefühle der einzelnen Personen, über ihre Verletzlichkeit und Ohnmacht, ihre Freude. Das Buch besticht nicht durch seine große Spannung, oft plätschert die Erzählung ruhig vor sich hin. Trotzdem ist die Geschichte eindringlich, ich habe mit den einzelnen Figuren mitgefühlt, gehofft und gelitten. Ich gebe dem Buch "Der bulgarische Arzt" von Nicki Pawlow fünf Sterne und kann nur jedem empfehlen diesen Roman zu lesen.

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  • Der bulgarische Arzt

    Der bulgarische Arzt

    janaka

    17. September 2014 um 23:40

    In "Der bulgarische Arzt" von Nicki Pawlow wird die Geschichte des bulgarischen Psychiaters Wantscho Nikolow erzählt. Da es für ihn in Bulgarien keine Möglichkeiten als Arzt zu praktizieren gab, wanderte er in die DDR vorübergehend aus. Dort trifft er die junge Rose. Das Begegnung ist irgendwie magisch, es ändert das Leben der beiden. Wantscho, durch seine Behinderung und seinem Schwermut gehandicapt, blüht durch Rose richtig auf. Und Rose... sie kommt aus ihrem grauen Alltagstrott raus. Nach und nach wird Wantscho immer schwermütiger, seinen Patienten kann er helfen und lindert deren Leid. Aber bei sich selbst funktioniert es nicht, auch nicht mit Antidepressiva und Alkohol. Diese machen sein Leiden nur noch schlimmer. Auch die Flucht nach Westdeutschland kann Wantscho nicht aus seinen Depressionen holen. Er kommt aus dem Teufelskreislauf nicht mehr raus. Dieses Buch ist ein autobiografisch inspirierten Familienroman, Nicki Pawlow hat hier die Geschichte ihres Vaters mit einfließen lassen. Der angenehme Schreibstil lässt sich fließend lesen und ich bin in eine andere Welt eingetaucht. Die Autorin beschreibt Situationen wie zum Beispiel die wachsende Liebe von Wantscho und Rose sehr emotional und berührend. Andere Situationen sind für mich mit einer erschreckender Wahrheit beschrieben worden, zum Bespiel die Zustände in den psychiatrischen Einrichtungen in der DDR. Sehr berührt hat mich die Hilflosigkeit Wantschos, dass er mit seinem Kindheitstrauma nicht fertig geworden ist und sich selbst nicht helfen konnte. Trotz seiner zwei Gesichter ist er im Laufe des Buch mir ans Herz gewachsen, genauso wie Rose und Nelli. Die Autorin hat ihnen Leben eingehaucht. Und besonders berührt hat mich, dass Nelli sich am Sterbebett mit ihrem Vater ausgesöhnt hat und die Dämonen aus der Kindheit verbannen kann. Diese Familienroman nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Vergangenheit und bekommt eine Leseempfehlung von mir.

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  • Schöner Familienroman

    Der bulgarische Arzt

    Kikibook

    14. September 2014 um 22:35

    Kurzbeschreibung: Gibt es ein Talent zum Glück? Es ist Faszination auf den ersten Blick, als Wantscho und Rose sich begegnen: der exotische "Mann vom Balkan" und das unbeschwerte Mädchen, das sich im grauen Einerlei des DDR-Alltags nach einem Abenteuer sehnt. Und abenteuerlich werden sie durchaus, die ersten Jahre ihrer Ehe in Bulgarien und später die Flucht in den Westen. Doch Wantscho ist ein Mensch mit zwei Gesichtern: Was ihm als Psychiater gelingt, das seelische Leid anderer zu lindern, dem ist er selbst hilflos ausgeliefert. Und von seinem Unglück bleibt auch die Familie nicht verschont. Jahre später begibt sich Tochter Nelli auf Spurensuche: Wer war dieser Vater, der ihr ein Leben lang so nahestand und zugleich fremd blieb? Dieser Roman ist toll geschrieben, man fühlt sich von der ersten Sekunde an gefangen und möchte unbedingt weiterlesen. Ausserdem erzählt er eine tolle autobiographische Geschichte, die sehr interessant ist. Am Anfang beginnt die Geschichte in der Gegenwart. Nelli sitzt an dem Bett ihres Vaters. Sie erzählt dies in der 2. wie auch in der 1. Person. Danach kommen einige Zeitsprünge in die Vergangenheit, in denen man Wantschos Großvater und Vater kennenlernt. Dieser Teil hat mir mit am besten gefallen, da es ein super Einstieg in die Geschichte war. Im Laufe des Buches lernt man den bulgarischen Arzt immer besser kennen. Er hat ein offenes Ohr für seine Patienten doch zu Hause ist er ein Tyrann! Er beginnt Alkohol zu trinken und wird immer wehmütiger, bis es schließlich zu einer Depression kommt. Am Anfang mochte ich Wantscho ziemlich gern. Ich konnte mir den kleinen bulgarischen Jungen sehr gut vorstellen, doch nach einiger Zeit beginnt er unsympathisch zu werden. Doch im Nachhinein , jetzt wo ich noch einmal über das Buch nachdenke, denke ich das er nur so geworden ist, weil sein Vater ihn in seiner Kindheit nicht geliebt hat. Dieses Trauma hat sich bei Wantscho im Hinterkopf eingenistet und ihn so werden lassen. Nelli und Rose mag ich vom Charakter auch wenn sie mir Leid tuen. Rose muss sich die ganze Zeit mit ihrem Mann rumärgern und ihn immer wieder unter Kontrolle bringen. Nelli hat solche Angst vor ihrem Vater, dass sie nicht einmal allein mit ihm zu Hause sein möchte. Eigentlich dachte ich während des Buches, im Westen würde sich alles ändern, vor allem Wantscho, aber leider geschieht das nicht. Am Ende find ich es schön wie die Autorin nochmal alles einfließen lässt in den letzten beiden Kapiteln. Sowieso hat mir das Ende am besten gefallen, besonders der Epilog mit der Marx-Büste. Das war einfach ein gelungener Abschluss. Insgesamt eine sehr schöne Autobiographie mit eindrücken aus der damaligen Zeit. Ich würde dieses Buch jederzeit weiterempfehlen und gerne auch nochmal lesen. Ich danke der Autorin sehr für dieses schöne Buch.

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  • Leben in der DDR und im Ostblock - sehr erschütternde und berührende Familiengeschichte

    Der bulgarische Arzt

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. September 2014 um 21:59

    Der aus Bulgarien stammende Wantscho wird wegen des Ärztemangels in der DDR der 60er Jahren angeworben und verliebt sich dort in die junge Rose. Sie folgt ihm schließlich nach Bulgarien, wo die Armut und das Elend, aber auch der familiäre Zusammenhalt und die Freundschaften sehr groß sind. Als Rose mit ihrer Tochter schwanger wird, flüchtet sie sich zurück in die DDR-Provinz zu ihrer Mutter, die schon vor der Ehe etwas gegen Wantscho hatte. Und sie scheint recht zu behalten, denn der Psychiater Wantscho kommt mit seiner Arbeit und dem Tag für Tag erlebten Elend seiner Patienten und einer ignoranten Gesellschaft sowie einem System, dass kaum mehr seinem Ideal von Kommunismus entspricht, immer weniger klar und fängt an zu trinken. Die Flucht in den Westen könnte für die Familie die Rettung sein und so beginnen die Planungen... Der Familienroman hat starke autobiografische Züge, was man meiner Meinung nach besonders in der zweiten Hälfte merkt, sowie in der Gegenwart der Ich-Erzählerin, die die Tochter darstellt, die im Angesicht ihres gealterten, bettlägerischen und pflegebedürftigen Vaters über das Leben ihrer Familie nachdenkt. Der Erzählstil wechselt im Verlauf der Erzählung, was ich sehr interessant fand. Von einem eher distanzierten und objektiv gehaltenen Ton entwickelt er sich zu einer emotionaleren, auch analytischen und wärmeren Tonart, je weiter das Verständnis und die Versöhnung der Ich-Erzählerin mit ihrer Familie, vor allem mit ihrem Vater, voranschreitet. Was mir besonders gefallen hat, ist die Beschreibung des Lebens in der DDR und in Bulgarien. Es war für mich teilweise schwer erträglich, von solcher Einöde und Tristesse, verbunden mit Mangel und teilweise wirklich erdrückender Armut, zu lesen, ebenso von der Misshandlung der psychisch Kranken und der für die Tochter als Kind schwierigen familiären Situation, die auf der psychischen Belastung des Vaters beruhte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Erzählstil und einigen Längen in der ersten Hälfte des Buches hat mich die Familiengeschichte dann doch eingefangen und ich habe mit den Personen mitgefiebert. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich kann es daher weiterempfehlen!

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  • Familien-Saga

    Der bulgarische Arzt

    esposa1969

    10. September 2014 um 16:27

    Hallo liebe Leser, gerade durften ich wieder an einer Leserunde teilnehmen: == Der bulgarische Arzt == Autorin: Nicki Pawlow == Inhalt: == Gibt es ein Talent zum Glück? Es ist Faszination auf den ersten Blick, als Wantscho und Rose sich begegnen: der exotisch wirkende "Mann vom Balkan" und das unbeschwerte Mädchen, das sich im grauen Einerlei des DDR-Alltags nach einem Abenteuer sehnt. Und abenteuerlich werden sie durchaus, die ersten Jahre ihrer Ehe in Bulgarien oder später die Flucht aus der DDR in den Westen. Doch Wantscho ist ein Mensch mit zwei Gesichtern: Was ihm als Psychiater gelingt, das seelische Leid anderer zu lindern, dem ist er selbst hilfl os ausgeliefert. Und von seinem Unglück bleibt auch die Familie nicht verschont. Jahre später begibt sich Tochter Nelli auf Spurensuche: Wer war dieser Vater, der ihr ein Leben lang so nahestand und zugleich fremd blieb? == Das Cover: == Mich erinnert das Cover spontan an einem herrlichen Sommertag, aber nicht mit wolkenlosem Himmel, sondern eben Wolken, die aufziehen, Vögel die landauswärts ziehen. == Leseeindrücke: == Der Roman beginnt in der Gegenwart. Der Prolog mit dem dem sterbenden Vater war sehr berührend. Seine Tochter Nelli ist bei ihm. Der Leser liest sowohl in der 2. Person die Ansprache der Tochter an ihren Vater, als auch in der 1. Person die Sichtweise der Tochter. So lernen wir Dr. Wantscho Nikolow kennen - sein Ist-Dasein. Dann schwenken die Kapitel zurück in die längst vergangene Vergangenheit und wir lernen ihn näher kennen. Wann er wo geboren ist. Seine Biografie quasi. Dann Erinnerungen der Tochter anhand Fotos auf denen ihr Vater als achtjähriger Schüler zu sehen ist, dann als 12-jähriger als er den Berufswunsch Dirigent äußert. Sein Leben in den Wirren des Krieges unter Hitler. Dann auch die Operation des durch Kinderlähmung kranken Beines in Sofia, die ihm das Humpeln aber nicht ersparen würde. Dann eben auch die Begegnung von Wantscho und Rose, die Liebesheirat ... Stationen seines Lebens eben. So lernen wir den Protagonisten sehr genau und gut kennen und in einem Rutsch ist dann die komplette Familien-Saga gelesen, die den Protagonisten - der bulgarische Arzt - nicht immer in einem angenehmen Licht erscheinen lässt. Der Schreibstil gefällt mir und auch in das Leben eines Menschen zu blicken. Dieser Roman ist eine autobiografisch angelehnte Familien-Saga der Autorin Nicki Pawlow. Von Beginn der Handlung an, war ich in dieser gefangen, auch wenn sie stellenweise die Kapitel unterschiedlich fesselnd lasen, so war diese Lebensgeschichte dennoch dermaßen berührend, dass man - einmal angefangen - das Buch kaum mehr aus den Händen legen mochte. Die 45 Kapitel verteilt auf 494 Seiten empfand ich als angenehm kurz und kurzweilig und vergebe sehr gerne 5 von 5 Sterne! Vielen Dank by esposa1969

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  • Eine Familiengeschichte mit autobiografischem Hintergrund!

    Der bulgarische Arzt

    Angie*

    10. September 2014 um 14:45

    Ein junger bulgarischer Psychiater, körperlich behindert durch ein von Kinderlähmung verkürztes Bein und seelisch beeinträchtigt auch durch eine strenge Kindheit , in der ihm das Erlernen seines geliebten Musikinstrumentes verwehrt wird, heiratet ein lebensfrohes Mädchen aus der ehemaligen DDR. Er arbeitet in der Psychiatrie und die junge Familie pendelt zwischen der DDR und Bulgarien hin und her. Sie bekommen ihre Tochter Nelli und ihr Lebensweg führt sie in einer lebensbedrohlichen Flucht bis nach Süddeutschland,,,,, Meine Meinung: Diese Geschichte mit autobiografischem Hintergrund hat mich sehr beeindruckt. Das Leben in der ehemaligen DDR und im Ostblock wird sehr authentisch und für den Leser nachvollziehbar dargestellt. Das bunte, sorglose Leben des jungen Ehepaares in Bulgarien fasziniert. Wantscho, der empfindsame begnadete Arzt hat immer ein Ohr für die Leiden und Nöte der Menschen in seiner Klinik. Er vergöttert seine junge Ehefrau Rose am Anfang der Beziehung , aber seine eigenen inneren Nöte und Probleme kann er nur innerhalb seiner Familie ausleben. Er verändert sich nach und nach , aus dem liebenswerten Menschen wird ein eigensüchtiger Tyrann, vor dem sogar die kleine Tochter Angst hat. Mich haben diese beiden Seiten seiner Persönlichkeit fasziniert und es war traurig, die Veränderung zu erkennen. Die teilweise gedrückte Stimmung in der DDR_Gesellschaft hat sein Verhalten zusätzlich negativ beeinflusst und wurde von der Autorin gut vermittelt, aber auch der tiefe innere Zusammenhalt zwischen Roses und Wantschos Freunden gegen das Regime beeindruckt. Fluchtgedanken kommen auf und werden schon 1977 verwirklicht. Spannend und sehr direkt beschrieben. Man hat nun gehofft, dass die kleine Familie zur Ruhe kommt, aber Wantschos Alkoholsucht , die immer schon latent vorhanden war , zerstört die Beziehung zu Frau und Kind. Er verweigert sich mehr und mehr seiner Familie.. und schaut voller Sehnsucht zurück auf sein Leben in Bulgarien. Nur für seine Patienten in der Klinik hat er nach wie vor ein Ohr und ist ein erfolgreicher Therapeut. Diese Eigenschaft erstaunt immer wieder und ich hatte starke Probleme das innerlich für mich anzunehmen. Warum hat er für sich, seine Nöte und die seiner Familie kein Gespür? Dieses Geheimnis konnte auch die Autorin nicht lüften. Ich spreche für diese Familiensaga meine absolute Leseempfehlung mit fünf Sternen aus. Angenehm und dabei spannend zu lesen, Wissen wird vermittelt und deutsche Geschichte wird menschlich und nah erzählt.| 

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  • Eine fesselnde Familiengeschichte

    Der bulgarische Arzt

    Mizuiro

    06. September 2014 um 17:58

    Das Buch ist eine autobiographisch angehauchte Erzählung über das Leben einer Familie. Im Zentrum steht der in Bulgarien geborene Vater, der zur Schwermut neigt und dadurch sich und seine Familie sehr belastet. Stellenweise fühlte ich mich beim Lesen viel mehr an eine Autobiografie erinnert, als an einen Roman. Es gibt viele Passagen, in denen eigentlich ziemlich wenig passiert, die Protagonisten leben halt so vor sich hin. Gerade der Anfang machte es einem nicht leicht, in die Geschichte einzusteigen. Da fielen lauter Namen, unzählige Personen wurden erwähnt oder nur kurz, mit ein, zwei Sätzen beschrieben, sodass man keine richtige Beziehung zu ihnen aufbauen kann und es schwer fällt, die Figuren auseinanderzuhalten. Nach einiger Zeit habe ich es auch nicht mehr versucht. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich (dann aber so richtig!) mit den Hauptfiguren angefreundet hatte. Schließlich ist es aber gelungen und je mehr mir die Figuren ans Herz gewachsen sind, desto spannender empfand ich auch die Handlung! Immer wieder sind der erzählten Handlung Passagen aus der Sicht der erwachsenen Tochter eingeschoben. Auch Briefe und sogar Dokumente, lauter Sachen, die den Text auflockern und abwechslungsreich machen. Besonders gut fand ich auch die Einschübe im Dialekt, wenn sich zum Beispiel zwei ältere Herrschaften auf schwäbisch über den Faschingsumzug unterhalten. Besonders gelungen fand ich das Ende, bei dem die ganze Situation, der das mittlerweilen erwachsen gewordene Kind ausgesetzt ist so wunderschön wiedergegeben wird und zum Beispiel Jahreszeiten so schön und anschaulich beschrieben werden, dass man das Gefühl hat das Herbstlaub oder den Sommerregen riechen zu können. Ich liebe sowas! Was soll ich sagen, das Buch war gut geschrieben und flüssig zu lesen... Endültig überzeugt hatte es mich spätestens in der Mitte. Da kam doch tatsächlich eine Stelle, an der ich fast in Tränen ausgebrochen wäre... Bücher, die mich zu Tränen rühren können, haben bei mir ja fast automatisch immer schon mindestens einen Pluspunkt und Der bulgarische Arzt hat mich nach kurzen kleinen Startschwierigkeiten vollkommen überzeugt!

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