Nicol Ljubic

 3.9 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor von Meeresstille, Ein Mensch brennt und weiteren Büchern.

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Meeresstille

Meeresstille

 (9)
Erschienen am 01.07.2012
Ein Mensch brennt

Ein Mensch brennt

 (4)
Erschienen am 08.09.2017
Als wäre es Liebe

Als wäre es Liebe

 (3)
Erschienen am 12.09.2012
Genosse Nachwuchs

Genosse Nachwuchs

 (2)
Erschienen am 01.05.2006
Heimatroman

Heimatroman

 (2)
Erschienen am 07.03.2006
Europa – Traum und Wirklichkeit

Europa – Traum und Wirklichkeit

 (0)
Erschienen am 11.03.2015
Schluss mit der Deutschenfeindlichkeit!

Schluss mit der Deutschenfeindlichkeit!

 (0)
Erschienen am 22.02.2012

Neue Rezensionen zu Nicol Ljubic

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thiefladyXmysteriousKathas avatar

Rezension zu "Ein Mensch brennt" von Nicol Ljubic

Atomproteste aus der SIcht eines Kindes
thiefladyXmysteriousKathavor 7 Monaten

Ein Mensch brennt

Dieses Buch war im letzten Herbstprogramm von dtv ein absoluter Spitzentitel und ich war sehr gespannt auf die Geschichte und Ljubics Schreibstil. Über Hartmut Gründler wusste ich vorher ehrlich gesagt nicht viel und auch Selbstverbrennung als Protest war mir noch relativ neu. Dieses Buch ist wirklich empfehlenswert aber hat mich dennoch nicht vollkommen überzeugen können. Trotzdem lohnt sich ein genauerer Blick auf die Geschichte und Ljubics andere Bücher.

 

Inhalt

Aufrüttelnd und provokant, zugleich warmherzig und witzig

Wenn es um Fußball geht, kann man dem zehnjährigen Hanno Kelsterberg nichts vormachen. In Sachen Protest allerdings auch nicht. Seit zwei Jahre zuvor der asketische Hartmut Gründler ins Souterrain der Familie zog und sich als unbeugsamer Politkämpfer entpuppte, steht Hannos einst heile Welt auf dem Kopf. Statt Fußball zu spielen, muss er nun mit zu Demos und verteilt Handzettel. Während der Vater den Mann im Keller zunächst belächelt, gerät die Mutter in den Bann des kompromisslosen Idealisten, die Ehe zerbricht. Ein provokanter und berührender Roman über eine Familie, die unversehens von der Zeitgeschichte gestreift wird.

 

Meine Meinung

Die Geschichte wird aus der Sicht des zehnjährigen Hanno erzählt und genau das macht sie so besonders. Hanno versteht natürlich nicht viel von Atompolitik und wieso seine Mutter und der neue Untermieter Hartmut Gründler so sehr auf die Regierung und ihre Energiepolitik schimpfen. Er wünscht sich die Anerkennung und Liebe seiner Mutter und lässt sich von ihr zu vielen Dingen überreden, um Hartmut und den Kampf gegen die Atompolitik zu unterstützen, ohne wirklich zu verstehen worum es geht. Dies nutzen die Erwachsenen in diesem Buch sehr aus und ich denke es geht nicht zu weit von sozialem Missbrauch zu sprechen. Außerdem beginnt seine Familie nach und nach auseinanderzubrechen und dies ist für den Jungen nicht leicht zu verarbeiten. Emotional und sozial gesehen ist das Buch demnach sehr interessant und thematisiert wichtige Punkte.

Die Geschichte von Hartmut Gründler hingegen kam mir dann doch etwas zu kurz. Man versteht nicht alle seiner Handlungen, er erscheint dem Leser eher wie ein deprimierter Atomgegner, der nicht so wirklich weiß, was er noch tun soll. Ich hätte mir mehr von Hartmuts Gedanken gewünscht, um ihn besser zu verstehen. Außerdem wird seine Selbstverbrennung immer nur als Akt des Protests thematisiert aber nie wirklich als Suizid. Natürlich kann man dies damit erklären, dass Hanno es noch nicht versteht oder nicht so wahrnimmt, aber ich hätte mir einen größeren Schwerpunkt auf dem Thema Selbstverbrennung gewünscht, denn schließlich heißt der Roman „ein Mensch brennt“.

Der Schreibstil war aber toll und mir hat die Herangehensweise der Geschichte, also das Erzählen aus Hannos Sicht, aus früher und heute, sehr gefallen. Daher vergebe ich letztendlich 4 von 5 Sternen und werde mir sicherlich noch einmal ein Buch von Ljubic kaufen und lesen.

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V

Rezension zu "Ein Mensch brennt" von Nicol Ljubic

Auf kleiner Flamme
Vielhaber_Juergenvor einem Jahr

So eben haben wir, also die noch Lesenden, den 40.Jahrestag des deutschen Schlüsseljahres 1977 hinter uns gebracht.
Auch der vorliegende Roman spielt 1977 bzw. in den Jahren zuvor.
Der reale Titelheld bricht nicht nur mit vielen Konventionen, er bricht auch in eine mehr oder wenige heile Familie, die von Hanno.
Was bei Stefan Lohses Roman Ein fauler Gott schnell gelang, mich, der zur gleichen zeit aufwuchs zu berühren, bleibt diesmal aus.
Sämtliche Charaktere bleiben merkwürdig schablonenartig. Allen voran Mutter Martha, die  immer mehr von dem Aktivisten Gründler angezogen wird, ihren Sohn und ihre Ehe vernachlässigt und nach dem Brandopfertod sein Andenken verwaltet und dabei vergisst zu leben.
Ich ertappte mich sogar dabei, den Demis Roussos hörenden Vater sympathisch zu finden.
Viele Dinge wiederholen sich, trotz des wirlich interessanten Thema Anti-Atom- Protest hab ich mich gelangweilt.

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fuxlis avatar

Rezension zu "Ein Mensch brennt" von Nicol Ljubic

Interessante Vergangenheit
fuxlivor einem Jahr

Die Hauptfigur des Romans ist Hartmut Gründler, der sich tatsächlich am 16. November 1977 aus Protest gegen die Atompolitik der damaligen Regierung mit Benzin übergossen und angezündet hat Er starb fünf Tage später im Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen. Erzählt wird die Geschichte aber von einer fiktiven Figur: Hanno Kelsterbach. Zur Zeit von Gründlers Tod ist er gerade mal zehn Jahre alt. Die Geschichte erzählt er als Erwachsener, wobei er eigentlich mehr von seiner Mutter berichtet, einer überzeugten Umweltaktivistin und großen Anhängerin von Gründler. Hanno selbst ist eher skeptisch, wird aber nichtsdestotrotz involviert, schon weil Gründler auch die Ehe von Hannos Eltern entscheidend beeinflusst.

Beim Lesen vergisst man schnell, dass Gründler und auch einige andere Personen wirklich gelebt haben. Das finde ich schade, wenn es auch wahrscheinlich dem Tempo und dem flüssigen Stil gut tut. Die Darstellung ist jedenfalls mitreißend, aber nicht immer wirklichkeitsnah.
Leser, die an geschichtlichen Ereignissen der jüngeren Vergangenheit interessiert sind, werden das Buch aber ganz bestimmt gut finden.

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