Die Rückkehr des Erben

von Nicola Vollkommer 
4,8 Sterne bei11 Bewertungen
Die Rückkehr des Erben
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Romantik vom Feinsten!

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Berührende Geschichte um Vertrauen und Vorsicht!

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Inhaltsangabe zu "Die Rückkehr des Erben"

Die Gutsherren Charlotte und Jake hoffen auf gute und unbeschwerte Zeiten auf ihrem Anwesen Birch Heights in Cornwall. Doch nicht alles ist so harmonisch, wie es den Anschein hat. Als der entrechtete Erbe des Anwesens auftaucht, wird eine Intrige aufgedeckt, die von den Steilküsten Cornwalls bis in die dunklen Gassen Londons führt. Charlotte und ihre Familie geraten in Gefahr und nur ihr Mut und ihr Glaube entlarvt ihre Widersacher.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783775157858
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:SCM Hänssler
Erscheinungsdatum:01.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    pallass avatar
    pallasvor 5 Monaten
    Eine tolle Fortsetzung


    Lady Charlotte und ihr Mann Lord Jake Greenwold leben friedlich auf ihrem Anwesen "Birch Hights". Durch einen Schicksalsschlag erblindete ihre kleine Tochter Elinor, die seither sehr unter dieser Einschränkung leidet. Eines Tages steht eine völlig verzagte und abgemagerte junge Frau namens Marie vor der Tür und bittet um Einlass. Die liebenswerte und gutmütige Lady Charlotte nimmt sie auf, ohne zu ahnen, dass Marie für die kleine Elinor eine wichtige und wertvolle Vertrauensperson werden wird. Mit viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen erreicht Marie bei dem blinden Kind das schier Unvorstellbare:

    Elinor kann über Maries Augen ihre Umwelt wahrnehmen, in dem sie sich über die genauen, einfühlsamen Schilderungen ein Bild machen kann. Die Augen Maries werden somit zu Elinors geistigen Augen. Schon bald ist Marie über dieses innige Verhältnis für das junge Mädchen unersetzlich geworden. Noch weiß niemand woher die junge Frau eigentlich kam und wie ihre Vergangenheit aussah. Die Familie vertraute ihr ohne viel zu fragen und bot Marie eine bescheidene aber glückliche Unterkunft. Als sich jedoch plötzlich ein entrechteter Erbe meldet, wird der Friede und das Glück der Greenwolds auf "Birch Hights" empfindlich gestört.

    Nicola Vollkommer wählte für ihren Roman "Die Rückkehr des Erben" vorzüglich gestaltete Romanfiguren, die als authentische Personen den Inhalt der Story sehr überzeugend tragen.

    Eine sympathische Hauptfigur entstand in Lady Charlotte, die als liebevolle und mitfühlende Frau stets für Ihre untergebenen Menschen da ist. Sie wird in ihrer Rolle hervorragend durch Lord Jake ergänzt, dessen Charakter eher durch die Vernunft und den Verstand geprägt ist als durch das Gefühl.

    Die kleine Elinor ist als kleiner, manchmal recht ungezogener Wildfang, eine humorvolle und quirlige Quelle liebevoller familiärer Episoden, die jedem Leser sofort an's Herz wachsen wird. Ihre Erblindung und die damit verbundene Belastung ließen Elinor aber auch zu einem schwierigen Kind werden, bei dem es keine Gouvernante lange ausgehalten hat. Doch genau hier vollzieht sich bei dem Kind eine enorme Wandlung als Marie in ihr Leben tritt. Die Autorin arbeitet hier auf eindrucksvolle Weise heraus, wie ein fürsorglicher und liebevoller Umgang mit Kindern, selbst in "aussichtslos erscheinenden Fällen", zu einer wunderschönen Wandlung führen kann.

    Marie ist eine stille, sanftmütige und selbstlose junge Frau, die in ihrem jungen Leben ein furchtbares Schicksal erdulden musste. Jetzt hofft sie bei den Greenwolds auf "Birtch Higths" zur Ruhe kommen zu können und die Wunden ihrer Seele heilen zu lassen. Ein Beispiel der wunderschönen poetischen Sprache Nicola Vollkommers verdeutlicht den Charakter Maries am Besten: "Sie hat ganze Welten in der Seele der Tochter erweckt, die verborgen waren, sie gibt ihr dafür nicht nur Augen die staunen können, sondern auch eine Sprache mit der sie Bilder malt."

    Onkel Theodor ist eine weitere, besonders bemerkenswerte Romanfigur. Der stille Onkel beobachtete lieber und scheint seine Worte mit großem Bedacht zu wählen. Gab er im Romangeschehen einen Rat, dann war dieser präzise und meist von besonderer Deutlichkeit: "Gott mag die, die Fehler eines zu weichen Herzens übersehen, aber nicht die Fehler eines harten Herzens."

    Schließlich sei noch Eduard, der kleine vermisste Halbbruder von Lady Charlotte, genannt. Die Autorin gestaltete mit ihm ein zartes Kind, das sich aber - wenn es darauf ankommt - kämpfend und schauspielernd einsetzt, um die ihm liebgewonnenen Menschen zu schützen.

    Nicola Vollkommer gelang mit "Die Rückkehr der Erben" ein ausgezeichneter historischer Roman, der sehr viele Aspekte des Glaubens in einen vollendet dazu gestalteten Handlungsrahmen einbettet und somit dem Leser einen tiefgründigen und nachdenklich stimmenden Roman präsentiert.

    Ganz besonders angenehm fällt der leicht verständliche, ausdrucksvolle Schreibstil auf, der mit einer wunderschönen poetischen Sprache einen angenehmen Lesegenuß der Extraklasse bietet.

    Die Handlung des Romans fesselt den Leser durch die sich stetig aufbauende Spannung und bereitet einerseits viele schöne Stunden der Unterhaltung, andererseits lässt die Story den Leser jedoch auch inne halten um über die schönen, wertvollen Aspekte des Gelesenen nachzudenken.

    Obwohl dieser Roman die Fortsetzung des Werkes " Wie Möven im Wind" ist, kann dieser Roman ohne Kenntnisse seines Vorgängers gelesen und verstanden werden.

    "Die Rückkehr des Erben" von Nicola Vollkommer hat mir außerordentlich gut gefallen. Ich werde noch lange an dieses schöne Werk zurückdenken, das ist sicher. Ein herzliches Dankeschön an SCM Verlag für das lesenswerte Buch.

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    Buchbloggerinvor 6 Monaten
    Interessante Handlung im alten England!

    Nun habe ich endlich auch die Fortsetzung von „Wie Möwen im Wind“ gelesen und erfahren, wie es mit Charlotte, Jake und den anderen Charakteren weitergegangen ist. Da ich den ersten Band vor zwei Jahren gelesen habe, konnte ich mich nicht mehr an alles erinnern, doch da der zweite Band – Die Rückkehr des Erben – nicht direkt darauf aufbaut, war das dann doch nicht allzu schlimm.

    Die Gutsherren Charlotte und Jake hoffen auf gute und unbeschwerte Zeiten auf ihrem Anwesen Birch Heights in Cornwall. Doch nicht alles ist so harmonisch, wie es den Anschein hat. Als der entrechtete Erbe des Anwesens auftaucht, wird eine Intrige aufgedeckt, die von den Steilküsten Cornwalls bis in die dunklen Gassen Londons führt. Charlotte und ihre Familie geraten in Gefahr und nur ihr Mut und ihr Glaube entlarvt ihre Widersacher.

    Was mir sehr gefallen hat an diesem Buch, ist, dass man zu Beginn nicht ahnt, worauf die Handlung hinauslaufen und in welche Richtung sie sich entwickeln wird.
    Anfangs ist alles idyllisch, harmonisch, zwar hat Charlotte immer wieder neue Sorgen, da sie eine sehr fürsorgliche und mitfühlende Frau ist, die sich immer viel zu viele Gedanken um anderen Menschen macht. Doch im Grunde genommen geht es ihrer Familie gut. Bis plötzlich ein Brief des ehemaligen Gutsherrn von Birch Height eintrifft.

    Ab dem Moment scheint etwas ins Rollen zu kommen, doch als Leser bekommt man noch nicht mit, was es sein soll. Aber man hat eine düstere Vorahnung. Es kommen außerdem neue Personen dazu – z. B. Marie – bei denen man sich nicht sicher ist, inwiefern man ihnen trauen kann.

    Zudem war es interessant, über das damalige England zu lesen. Darüber gibt es viele schöne Erzählungen, doch in dieser findet man ein Land vor, das auch – gelinde gesagt – unschöne Seiten hat.

    Was ich allerdings sehr schade fand, war, dass der christliche Glaube von der Autorin meist nur angeschnitten wurde, nie aber so richtig Thema war. Das ist eine Sache, die ich in christlichen Romanen erwarte, aber leider nicht oft antreffe.

    Außerdem fiel es mir schwer, eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen, da die Handlung aus einer distanzierten Sicht erzählt wurde, so als würde man das Ganze von Weitem beobachten, aber nie Teil des Geschehens sein. Ich erinnere mich, dass es mir auch schon mit dem ersten Teil so ging.

    Zusammemfassend hat mir dieser Roman aber ganz gut gefallen, steigende Spannung war vorhanden, ich habe interessante Charaktere getroffen und es gab einige überraschende Wendungen. Trotz einiger vorhersehbaren Szenen blieb es interessant! Und dazu ist das Cover auch noch wunderschön. ♥
    Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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    LEXIvor 9 Monaten
    Ein Wiedersehen auf Birch Heights

    Ein Wiedersehen auf Birch Heights

    Mit ihrer Neuerscheinung „Die Rückkehr des Erben“ setzt Nicola Vollkommer die Geschichte um die Familie Greenwold fort, die auf ihrem Landbesitz Birch Heights in der Küstenidylle Cornwalls beheimatet sind. Im vorliegenden Band sind nicht mehr Lady Charlotte und Sir Jake Greenwold die Hauptpersonen, sondern Charlottes Halbbruder Eduard Forsythe-Drake.

    Eduard, der uneheliche Sohn des selbst ernannten Erben Malcolm Forsythe-Drake, fristet bei seinem Vater in London ein elendes Dasein. Der dreizehnjährige Junge erfuhr in seinem bisherigen Leben nur Misshandlungen, Armut und Hunger. Als sein Vater stirbt, verspürt er nicht das geringste Bedauern über das Ableben seines Peinigers. Eduard wird im Armenhaus „Hoddington Place“ aufgenommen und avanciert zu einer Schachfigur in einem perfiden Spiel.

    Auf Birch Heights führen Lady Charlotte und Sir Jake Greenwold mit ihrer Tochter Elinor ein sorgenfreies Leben. Obgleich das zehnjährige Mädchen beinahe blind ist, hält sie ihre gesamte Umgebung auf Trab. Elinor leidet unter ihrem schlechten Sehvermögen, sie legt ein träges, lustloses, missmutiges und leider allzu oft auch ein sehr aufsässiges Verhalten an den Tag. Einzig dem hartnäckigen Bestreben ihrer Mutter ist es zu verdanken, dass immer wieder Gouvernanten vorsprechen, um dem Mädchen Erziehung und Bildung zu vermitteln. Jede einzelne von ihnen wird jedoch von Elinor stets innerhalb kürzester Zeit in die Flucht getrieben.

    Als eines Tages die zierliche, halb verhungerte und mittellose Marie auf dem Anwesen auftaucht und um Unterkunft und Arbeit bittet, wird ihr zunächst großes Misstrauen entgegengebracht. Doch die aufmüpfige Elinor öffnet sich dieser sanftmütigen Frau, und durch deren gebildete Sprache, die feine poetische Ausdrucksweise und ihre Fertigkeiten im Lesen und Schreiben erfüllt sie sämtliche Voraussetzungen für den Job als Erzieherin. Elinor blüht unter Maries Aufsicht buchstäblich auf. Mit dem Eintreffen eines Gastes aus London ziehen dunkle Wolken über Birch Heigths auf, und die gesamte Familie schlittert geradewegs auf eine Katastrophe zu…

    Nicola Vollkommer hat ihre wunderschöne Geschichte aus dem Vorgängerbuch „Wie Möwen im Wind“ fortgesetzt und konzentriert sich nun im vorliegenden Buch auf Jakes und Charlottes Tochter Elinor sowie Charlottes Halbbruder Eduard. Malcolm Forsythe-Drake, der bereits im ersten Band eine Menge Unheil angerichtet hat, nimmt den Platz als Antagonist dieses Buches ein und führt seine Zerstörungsarbeit gemeinsam mit einem Komplizen fort. Durch die Person des Kindermädchens Marie und des scharfsinnigen und lebenserfahrenen Onkels Theodor bahnten sich zwei Nebenfiguren zielgerade ihren Weg in mein Herz. Durch die energische Bedienstete Franny, die der Familie Greenwold treu ergeben ist und sie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu schützen versucht, brachte Nicola Vollkommer eine höchst interessante, schillernde und manchmal eine Spur zu dominante Persönlichkeit in die Geschichte ein. Als äußerst sympathische Nebenfigur trat Frannys Freundin Lydia Earling in Erscheinung.

    Die Geschichte beginnt mit einem zusammenfassenden Vorwort der Autorin, gewährt dem Leser Einblick in das Leben auf Birch Heights, und befasst sich anschließend mit den tragischen Lebensumständen der armen Bevölkerung Londons. Kinderarbeit, Ausbeutung und Elend werden thematisiert und die Grausamkeiten beschrieben, denen die schutzlosen Kinder in den Armenhäusern ausgeliefert waren. Nächstenliebe und Vergebung spielen in diesem Roman eine tragende Rolle. Der christliche Glaube hat ebenfalls einen bedeutenden Stellenwert inne, er wird vor allem das Ehepaar Greenwold und Lydia Earling vermittelt.

    Fazit: „Die Rückkehr des Erben“ war eine wunderschöne, mit tiefen Emotionen versehene Geschichte und wartete mit einem einnehmenden Schreibstil und einen kontinuierlich steigenden Spannungsbogen auf.

    Nach meiner Lektüre des Vorgängerbuches war dies bereits mein zweiter Roman der Autorin, der mich sehr gut unterhalten und mir ausgezeichnet gefallen hat.

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    Booky-72vor einem Jahr
    Die Rückkehr des Erben

    Ein Herrenhaus an Cornwalls Küste ist die Kulisse für den 2. Band, der auf dem Anwesen Birch Hight spielt. Band 1 „Wie Möwen im Wind“, sollte vorher gelesen sein, aber auch ohne die Vorgeschichte kommt man gut in die Familiengeschichte rein. Hier und da gibt es ein paar Verweise zur Vergangenheit.

    Zwei Schauplätze, zwei Lebensgeschichten, die sich am Ende verzweigen.

    Einmal das Leben auf dem Gut, Charlotte kümmert sich liebevoll um die Geschicke hier. Waisenkinder sollen die Ferien auf dem Gut verbringen. Gerade laufen die Vorbereitungen, als eine junge Frau um Einlass bittet. Sie wird für eine Zeit aufgenommen, auch wenn nicht jeder damit einverstanden ist. Besonders für die kleine Tochter der Familie ist dies ein Segen, denn zu ihr findet sie als Einzige einen Zugang und verbringt viel Zeit mit der Kleinen. Doch welches Geheimnis umgibt Marie selbst und kann es gefährlich für die Familie sein?

    Zum Zweiten geht es hier um den Erben des Gutes, der plötzlich sein Erbe einfordert, doch das geht nicht von Eduard, dem Halbbruder von Lady Charlotte aus, sondern ist eine Verschwörung des furchtbaren Mr. Creek, in dessen Fänge  auch Eduard gerät, nachdem sein Vater gestorben ist.

    Auch Eduard soll als Feriengast auf das Gut gebracht werden, doch das geschieht anders, als sich das dieser widerliche Kerl vorstellt. Außerdem gibt es ja noch die wahre Verbindung zur Familie, die erst spät entdeckt wird.

    Mit viel Dramatik und Spannung bringt uns die Autorin im Wechsel nach London und zurück aufs Gut, viele Leben geraten in Gefahr. Doch Liebe, Freundschaft und der unerschütterliche Glaube helfen bei dem Kampf gegen die Bösen.

    Mein erstes Buch der Autorin hat mir ausnahmslos gut gefallen, ich empfehle es gern weiter und vergebe meine höchste Wertung dafür.

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    Smilla507vor einem Jahr
    Downton Abbey meets Charles Dickens

    Es war mir wieder eine Freude, in Birch Hights einzuchecken, dem Herrenhaus an Cornwalls Steilküste, das wieder Schauplatz eines Downton-Abbey-mäßigen Romans geworden ist. Nach »Wie Möwen im Wind« erfährt man, wie es für Charlotte und Jake weitergegangen ist, allerdings stehen in diesem Buch deren erblindete Tochter Elinor, ein Londoner Junge namens Eduard (»Eddy«) und Marie, eine junge, verarmte Frau, im Fokus. Deren Schicksal verwebt sich nach und nach...

    Im Gegensatz zu Band 1 ist dieser zweite Teil nicht gruselig, sondern mit einem spannenden Plot versehen, der mich an Charles Dickens Romane erinnerte. Auch Nicola Vollkommer gibt einen Einblick in das Leben verarmter, verwaister Kinder. Das zu lesen hat mich sehr erschüttert und wenn man mal weiter denkt, so ist das ein Thema, das in vielen Teilen der Welt leider noch aktuell ist.

    Obwohl es sich um eine Fortsetzung handelt, kann man »Die Rückkehr des Erben« auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bands lesen. Das schreibt die Autorin bereits in ihrem Vorwort und das kann ich so bestätigen.

    Die Perspektiven und Schauplätze wechseln sehr häufig, wozu man in der Stimmung sein muss. Ich habe gemerkt, dass ich dafür etwas mehr Ruhe und Konzentration brauche. Man kann wunderbar in die verschiedenen Gesellschaftsschichten eintauchen, die nicht mehr so stark abgegrenzt sind. Zwischen den Herrschaften und den Dienern herrscht ein freundschaftliches, familiäres Miteinander, was mich ebenfalls an Downton Abbey erinnerte.

    Der Glaube an Gott fließt ganz natürlich in die Handlung ein. Charlotte und Jake sind bereits gläubig, Elinor, Marie und Eddy entdecken das Wirken Gottes mit der Zeit und haben das eine oder andere Aha-Erlebnis.

    Ein schönes Buch für gemütliche, ruhige Lesestunden!

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    Arbutusvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Romantik vom Feinsten!
    Mitreißende Story

    Eines schönen Tages klopft ein verwahrlostes Mädchen an die Tür der Wirtschaftsräume des Anwesens Birch Heights. Von der burschikosen Franny wird sie sofort der Tür verwiesen, aber Charlotte, die gutherzige Gutsherrin, erbarmt sich der Armen (das hatte Franny schon befürchtet) und nimmt sie vorübergehend als Haushaltshilfe auf. Das führt zu Komplikationen, denn das fremde Mädchen mit dem Namen Marie weigert sich, etwas über ihre Herkunft preiszugeben und ist daher einigen Bediensteten höchst suspekt. Allerdings zeigt sich bald, dass es Marie wie keiner anderen gelingt, Zugang zu der störrischen kleinen Tochter der Gutsherrin zu finden. Als Marie daraufhin eine dauerhafte Anstellung in Birch Heights angeboten wird, scheint das Glück für alle perfekt. Aber etwas stimmt nicht mit Marie. Was hat sie mit den Vorgängen um ein heruntergekommenes Londoner Waisenhaus zu tun? Es kommt der Moment, in dem Charlotte sich fragt, ob sie nicht in ihrer Großzügigkeit einen fatalen Fehler gemacht hat.

    Von Anfang an besticht die bildhafte Sprache. Obwohl wir es mit einer Fortsetzung zu tun haben (1. Teil: "Wie Möwen im Wind"), wird der neue Leser nicht mit zu vielen verwirrenden Informationen überfrachtet. Nebenfiguren werden gut eingeführt, geheimnisvoll und spannend bleibt es trotzdem. Die Autorin versteht es hervorragend, den neuen Leser abzuholen und an die Hand zu nehmen; insofern ist ihr eigenes diesbezügliches Vorwort eigentlich überflüssig.

    Die romantische Story hätte im Grunde genommen alles (ein englisches Herrenhaus, Pferde, geheimnisvolle Höhlen am Meer, romantische Liebe, abgrundtiefe Bösewichte), um schnell ins billigste Klischee abzusinken. Dass das nicht passiert, verdankt sie einer sehr gekonnten Schreibweise einer klugen Autorin, liebevoll ausgestalteten Nebencharakteren, vielen überraschenden Entwicklungen und vielleicht auch der Tatsache, dass immer wieder, am Rande und unaufdringlich, Glaubensfragen in die Erzählung eingeflochten sind, die über eine reine schwarz-weiß-Einordnung weit hinausgehen.
    Dass anfangs ein paar Details etwas wie Anleihen aus unserer Zeit klingen (ein Schiffswrack soll Als Spielplatz für Ferienkinder hergerichtet werden, oder die recht dominante Art von Lady Charlotte, einen Ehestreit zu führen), vergisst und vergibt man schnell während der folgenden mitreißenden Lektüre.
    Ein klug geschriebenes, spannendes Buch mit einem Ende, das glücklich macht.

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    mabuereles avatar
    mabuerelevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Berührende Geschichte um Vertrauen und Vorsicht!
    Schöne Geschichte

    „...Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er einen anderen Menschen in sein Herz geschlossen und ihn wieder verloren. Gefühle der Trauer übermannten ihn und erschütterten sein Innerstes...“


    Harriet und Franny sind Angestellte bei Lady Charlotte Greenwold. Momentan sind sie dabei, für Waisenkinder einen Ferienurlaub vorzubereiten. Als es an der Tür klopft und eine ärmlich gekleidete Frau nach der Lady fragt, schickt Franny sie fort.

    Eduards Vater führt eine Beerdigungsfirma in London. Er ist vorwiegend für Armenbegräbnisse zuständig. Eduard muss seinen Vater zu den Toten begleiten und ihnen zur Hand gehen. Zwei Tage später bekommt Eduard mitgeteilt, dass sein Vater tödlich verunglückt ist. Er selbst landet im Waisenhaus von Mr. Creek.

    Die Autorin hat einen spannenden historischen Roman geschrieben. Es gibt einen Vorgängerband. Obwohl ich ihn nicht kenne, hatte ich kein Problem, der Handlung zu folgen. Ab und an gibt es kurze Hinweise auf vergangene Geschehnisse.

    Die beiden ersten Absätze geben die zwei Handlungsstränge wieder, mit denen das Buch beginnt. Relativ schnell werden sie für mich als Leser, allerdings nicht für die Protagonisten, zusammengeführt. Eduard ist Charlottes Halbbruder. Mr. Creek hat ihm deshalb in seinen Plänen eine besondere Rolle zugedacht.

    Der Schriftstil des Buches lässt sich angenehm lesen. Beide Seiten der damaligen englischen Gesellschaft werden detailliert beschrieben. Das betrifft zum eine das dörfliche Leben, in deren Mittelpunkt Lord und Lady Greenwold stehen, zum anderen die düsteren Armenviertel von London. Es ist bedrückend zu lesen, welche Zustände dort herrschen.

    Im Waisenhaus befreundet sich Eduard mit William. Natürlich dürfen weder Mr. Creek noch die Erzieherin davon wissen, denn der Junge hat Tuberkulose und wird im Keller versteckt. Die beiden unterhalten sich weniger über ihre jetzigen Probleme. William glaubt, dass es für ihn eine Welt gibt, wo es ihm besser geht und es keine Not und Krankheit gibt. Deshalb sieht er auch seinem Tod gelassen entgegen. Eduard bleibt traurig zurück. Das bringt das obige Zitat zum Ausdruck.

    Zur Handlung möchte ich nichts weiter schreiben. Die inhaltliche und stilistischen Höhepunkt sind für mich einige tiefgreifende Gespräche. Dabei geht es um Vertrauen und Mitgefühl. Lady Charlotte ist bereit, jedem, der Hilfe braucht, ihre Tür zu öffnen. Ihr Mann sieht das anders. Er weist auf Gefahren hin. Seine Ansichten überdenkt er allerdings, als er sich mit seinem Onkel Theodor unterhält. Der alte Herr zeichnet sich durch Weisheit und Menschenkenntnis aus. Franny dagegen, die sich viel auf ihr Gespür einbildet, muss erkennen, dass sie sich in zwei Fällen grandios geirrt hat. Ihre Ansichten werden eher durch Äußerlichkeiten beeinflusst. Ein geschickter Schauspieler hat mit ihr leichtes Spiel. Allerdings gefällt mir ihr trockener Humor. Für eine Bedienstete der damaligen Zeit nimmt sie sich manchmal viel heraus.

    Und dann gibt es im Ort noch Mrs. Lydia Earling

    Ihr Leben hat sie zu einer Frau voller Barmherzigkeit gemacht. Mit Glaubensfragen geht sie sehr offen um und stellt im Gebet auch außergewöhnliche Fragen. Folgende Worte stammen von ihr:

    „...Entscheidend ist, das wir das Beste für andere Menschen geben, auch wenn unser eigenes Herz am Bluten ist...“

    Die Geschichte entwickelt relativ schnell einen hohen Spannungsbogen. Hass und Habgier treffen auf Liebe und Hilfsbereitschaft. Es gilt, Entscheidungen zu fällen, die auch an die Substanz gehen können. Dabei spielen die Emotionen der Personen an vielen Stellen eine bedeutende Rolle.

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen und mein Interesse am ersten Band geweckt.

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    Cellissimavor einem Jahr
    Wunderschöne Fortsetzung!

    Band 2 um die Greenwolds und ihren Landsitz an der malerischen Küste Cornwalls: Charlotte und Jake sind mittlerweile erwachsen, verheiratet und Eltern.
    Doch die Idylle währt nicht ewig, denn eines Tages behauptet jemand, der rechtmäßige Erbe von Birch Heights zu sein und beschließt, sich zurückzuholen, was ihm zusteht. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ihm jedes Mittel recht, und so geraten die Familie und ihre Angestellten in große Gefahr ...

    ******

    Auch dieser zweite Band ist hervorragend geschrieben, lässt sich absolut flüssig und angenehm lesen, besticht durch eine herrliche Kulisse, viel Atmosphäre und eine wunderschöne, anmutige und poetische Sprache.
    Der christliche Aspekt wurde wieder absolut stimmig eingearbeitet, ist stets vorhanden, aber niemals zu dominant, sondern ist natürlicher und bereichernder Teil des Werkes.
    Die Geschichte beginnt beschaulich, doch sie plätschert keineswegs vor sich hin, denn schon bald gewinnt sie an Fahrt und Spannung, wird gar mysteriös, gibt es für den Leser kaum Zeit zum Atemholen und viel Stoff zum Nachdenken.
    Sie führt den Leser dabei vom malerischen Cornwall hinein in die dunklen, lauten, dreckigen und gefährlichen Gassen Londons und wieder zurück.
    Gelungene Figuren und Dialoge sorgen dafür, dass die Geschichte noch lebendiger wird und der Leser noch mehr miterlebt und -fühlt.
    Obwohl man meint, das Ende vorhersehen zu können, bleibt bis zur letzten Seite offen, ob dieses wirklich für alle so glücklich sein wird ... bis zuletzt ist das große, klassische Happy End in Gefahr.

    Fazit: Eine wunderschöne, sehr lesenswerte Fortsetzung!

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    Bibi1960s avatar
    Bibi1960vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Schöner zarter Roman!
    Schöner zarter Roman!

    „Tausende von winzigen Knospen an den Weinreben trotzten dem Grau der Hügel mit einem Schimmer von Grün. Schon jetzt waren die Grasflächen mit Farbtupfern in Lila, Weiß, Gelb und Blau übersät. Sie sahen aus wie kleine Edelsteine, die eine Gartenfee freudig hingeschleudert hatte, bevor sie im Schatten der riesigen Eichen wieder verschwunden war.“

     

    So poetisch und bildhaft beginnt der historische Roman „Die Rückkehr des Erben“ von Nicola Vollkommer. In schönen und zarten Worten schildert die Autorin die Geschichte(n) ihrer Protagonisten in der Zeit der Industrialisierung in England.

    Da geht es um ein fast blindes Mädchen, eine junge Frau mit rätselhafter Vergangenheit, einen schmierigen Armenhausbetreiber aus London, einen toten Bestatter, einen verschollenen Bruder, eine verständnisvolle Nachbarin (meine Lieblingsfigur), einen weitsichtigen Onkel, ein besorgtes Elternpaar und eine grantige Haushälterin.

    Nicola Vollkommer verknüpft alle Schicksale und Lebensgeschichten zu einem lesenswerten und spannenden Roman. Auch Liebe, Intrigen und Verbrechen kommen nicht zu kurz.

    Die Autorin, die Britin ist und ohne Übersetzer in Deutsch schreibt (!), benutzt eine feinfühlige Sprache, mit der auch die eingebundenen christlichen Elemente weder kitschig noch deplatziert wirken.

     

    Fazit: Mir hat der ruhige schöne Erzählstil des Romans gut gefallen und daher empfehle ich ihn gerne weiter.

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    Langeweiles avatar
    Langeweilevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das Buch vereint mehrere Genres, es ist Krimi, Liebesgeschichte und Märchen zugleich.
    Eduard findet zu seinen Wurzeln zurück

    Auf Birch Heights im wunderschönen Cornwall lebt Lady Charlotte mit ihrem Ehemann Jake und ihrer sehbehinderten Tochter Elinor, sie erwarten gerade ihr zweites Kind.
     Lady Charlotte vermisst immer noch ihren Halbbruder Eduard, von dem sie vor vielen Jahren getrennt wurde.
     Eines Tages klopft eine junge Frau an, die unbedingt mit ihr sprechen möchte, sie wird jedoch von der resoluten Haushälterin Franny abgewiesen.
     Durch Zufall erfährt Charlotte davon und nimmt sich ihrer an. Sie überträgt ihr die Aufgabe, sich als Gouvernante um ihre Tochter zu kümmern. Elinor gilt als schwieriges Kind, fasst jedoch zu Marie sofort Vertrauen. Die beiden sindnach kurzer Zeit schon  unzertrennlich .
     Doch bald darauf wird die junge Frau von ihrer Vergangenheit, die sie in den dunkelsten Gassen Londons verbrachte, eingeholt .
     Wird es Marie gelingen ,mithilfe ihres Glaubens und der Unterstützung durch ihre Freunde, ihre einstigen Widersacher einer gerechten Strafe zuzuführen?

     Meine Meinung:

    Es ist das erste Buch, welches ich von dieser Autorin gelesen habe und ich bin vollauf begeistert. Der sehr schöne, leicht poetische Schreibstil zog mich sofort in die Geschichte rein.
     Ihr ist es gelungen, eine Mischung zwischen Krimi und Liebesroman mit vielen Bezügen zum christlichen Glauben, zu präsentieren.
     Die Geschichte war spannend, gefühlvoll, ohne jemals kitschig zu werden .
     Ich habe das Buch in relativ kurzer Zeit gelesen und spreche eine Empfehlung hierfür aus.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Arwen10s avatar
    Von Nicola Vollkommer gibt es Nachschub, die Fortsetzung des Buches "Wie Möwen im Wind" . Ich danke dem SCM Verlag für die Unterstützung der Leserunde.

    Nicola Vollkommer Die Rückkehr des Erben



    Zum Inhalt:


    Die Gutsherren Charlotte und Jake hoffen auf gute und unbeschwerte Zeiten auf ihrem Anwesen Birch Heights in Cornwall. Doch nicht alles ist so harmonisch, wie es den Anschein hat. Als der entrechtete Erbe des Anwesens auftaucht, wird eine Intrige aufgedeckt, die von den Steilküsten Cornwalls bis in die dunklen Gassen Londons führt. Charlotte und ihre Familie geraten in Gefahr und nur ihr Mut und ihr Glaube entlarvt ihre Widersacher.



    Link zur Leseprobe:


    https://www.scm-shop.de/media/import/mediafiles/PDF/395785000_Leseprobe.pdf



    Infos zur Autorin:



    Nicola Vollkommer ist gebürtige Engländerin und lebt seit 1982 in Reutlingen. Sie gehört zum Leitungsteam der Christlichen Gemeinde Reutlingen, unterrichtet an der Freien Evangelischen Schule und ist eine gefragte Referentin. Nicola Vollkommer ist mit Helmut verheiratet, das Paar hat vier erwachsene Kinder. Weitere Informationen unter www.nicola-vollkommer.de.




    Falls ihr eines der 6 Exemplare gewinnen wollt, bewerbt euch bis zum 28. September 2017, 24 Uhr hier im Thread mit der Antwort auf die Frage: Warum möchtet ihr mitlesen  ?





    Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung:



    Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von ca 4 Wochen nach Erhalt des Buches zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte sowie zur Veröffentlichung einer Rezension, die möglichst breit gestreut werden soll.
    Bewerber mit privatem Profil , erwiesene Nichtleser , sowie jene ohne Rezensionen werden nicht berücksichtigt.


    Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine CHRISTLICHE LESERUNDE handelt, das Buch ist in einem christlichen Verlag erschienen und so spielen christliche Werte eine wichtige Rolle.

    Ich freue mich auf eure Bewerbungen.

    Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen.


    ACHTUNG : ES GIBT EIN NEUES BEWERBUNGSVERFAHREN VON LOVELYBOOKS. NUR WER SICH UNTER BEWERBUNG EINTRÄGT KANN NACHHER AUSGEWÄHLT WERDEN !!! BEI MIR FUNKTIONIERT DAS MIT DEN ADRESSEN NICHT: ICH BRAUCHE VON DAHER DIE ADRESSEN NACH DER AUSLOSUNG !!

    NACH 3 TAGEN VERFÄLLT DER GEWINN; WENN ICH KEINE ADRESSE ERHALTE. ES ERFOLGT KEIN ANSCHREIBEN DER GEWINNER VON MIR !!


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    Letzter Beitrag von  LEXIvor 9 Monaten
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