Nicolas Dickner

 3.9 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor von Nikolski, Tarmac - Apokalypse für Anfänger und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Nicolas Dickner

Nicolas DicknerNikolski
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Nikolski
Nikolski
 (21)
Erschienen am 24.08.2009
Nicolas DicknerTarmac - Apokalypse für Anfänger
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Tarmac - Apokalypse für Anfänger
Tarmac - Apokalypse für Anfänger
 (8)
Erschienen am 07.02.2011
Nicolas DicknerDie sechs Freiheitsgrade
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Die sechs Freiheitsgrade
Die sechs Freiheitsgrade
 (2)
Erschienen am 30.08.2017
Nicolas DicknerApocalipsis para principiantes
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Apocalipsis para principiantes
Apocalipsis para principiantes
 (0)
Erschienen am 01.03.2014
Nicolas DicknerApocalypse for Beginners
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Apocalypse for Beginners
Apocalypse for Beginners
 (0)
Erschienen am 04.08.2011
Nicolas DicknerNikolski. Nikolski, französische Ausgabe
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Nikolski. Nikolski, französische Ausgabe
Nikolski. Nikolski, französische Ausgabe
 (0)
Erschienen am 26.03.2009
Nicolas DicknerNikolski by Dickner, Nicolas ( AUTHOR ) Jan-07-2010 Paperback
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Nikolski by Dickner, Nicolas ( AUTHOR ) Jan-07-2010 Paperback

Neue Rezensionen zu Nicolas Dickner

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killmonotonys avatar

Rezension zu "Die sechs Freiheitsgrade" von Nicolas Dickner

Rezension: Die sechs Freiheitsgrade
killmonotonyvor 9 Monaten

Als „Die sechs Freiheitsgrade“, der neue Roman von Nicolas Dickner, bei mir einzog, wusste ich noch nicht, worauf ich mich eingelassen hatte. Der Klappentext roch jedenfalls nach Abenteuer! Lisa und Éric wohnen schon immer im Trailerpark „Domaine Bordedom“, wie ein Graffito verlauten lässt, und leben beide ihr eigenes, kleines Leben. Lisa versucht immer wieder den agoraphoben Éric aus dem Haus zu locken und überlegt sich ständig neue Dinge, die zu erledigen sind — in der Natur. Doch Éric hängt viel lieber vor seinem Computer und programmiert und hackt sich durch die Weltgeschichte (von seinem Schreibtisch aus). Doch als Érics Mutter sich neu verliebt und er mit ihr nach Kopenhagen zieht, bleibt Lisa zurück. Zunächst kann sie ihr Fernweh verbergen, denn gemeinsam mit ihrem Vater Robert bringt sie alte Häuser wieder auf Vordermann – ein Knochenjob. Als Lisa einige Zeit später nach Montreal zieht, um zu studieren, beginnt die Gesundheit ihres Vaters, nicht mehr mitzuspielen. Er wird immer vergesslicher, mauert regelmäßig sein Werkzeug versehentlich ein und scheint ohne fremde Hilfe nicht mehr klarzukommen. Lisa ist gezwungen, zu pendeln, während Éric sich in Kopenhagen ein kleines Firmenimperium aufgebaut hat. Und dann kommt Lisa eine Idee, die sie weit hinaus in die Welt und raus aus ihrem festgefahrenen Leben herauskatapultiert…


Klingt bereits spannend? Gut! Denn das ist nur der eine Handlungstrang!  Auf der anderen Seite verfolgen wir Jays Geschichte, die nach einigen Identitätsdiebstählen bei der Bundespolizei für Wirtschaftsbetrug arbeiten muss, bis ihre Strafe abgelaufen ist. Dort verfolgt sie unter anderem oder vielmehr besonders „Papa Zulu“, einem Container, der quer durch die Welt reist und sobald er irgendwo auftaucht, auch schon wieder verschwunden zu sein scheint. Jays Ermittlungen führen sie zur Domaine Bordeur…


Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de

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J

Rezension zu "Die sechs Freiheitsgrade" von Nicolas Dickner

Prähistorische Pumps
jamal_tuschickvor einem Jahr

Wikipedia sagt: „Ein Körper mit Bewegungsfreiheit in sechs Freiheitsgraden kann seine Position, durch Translation entlang der drei lotrechten Achsen vor/zurück, rauf/runter und links/rechts kombiniert mit Veränderungen der Orientierung durch Rotationen um die drei lotrechten Achsen (Roll-Nick-Gier-Winkel), bezeichnet als rollen (Rotation um die Längsachse), nicken (Rotation um die Querachse) und gieren (Rotation um die Gierachse), frei verändern.“

Die „Domaine Bordeur“ ist ein Schauplatz organisierter Randständigkeit. Sie liegt so dicht an der kanadischen Grenze zu den Vereinigten Staaten, das manche Bordeur für eine verballhornende Abweichung von Border halten. Andere assoziieren damit hochtrabende Langeweile: „Domaine Boredom“. Den Elendszipfel der Provinz Québec schmückt die fünfzehnjährige Elisabeth Routier-Savoie, genannt Lisa, mit der Grazie einer Hoffnungsvollen. In der Schilderung ihrer häuslichen Verhältnisse versickert die „deprimierende Vorläufigkeit“ und das „transitorische Wesen“ eines Trailerparks.
Lisa existiert bis auf Weiteres in einer Welt der angeschlagenen Dinge und Leute. Ihr Einfallsreichtum gleicht vieles aus, sie erkennt sogar das Potential ihres Vaters Robert, der bis zum Umfallen arbeitet - und sein Werkzeug verehrt. Das sind Instrumente, wie sie schon lange nicht mehr gebaut werden. Josée, seine geschiedene Frau und Lisas Mutter, erliegt ihren Manien in Huntingdon – einer britischen Gründung zur Abwehr US-amerikanischer Übergriffe im frühen 19. Jahrhundert. Nach dem Ende des Industriezeitalters passiert da gar nichts mehr. Man rechnet Huntingdon zu den Randerscheinungen von Montreal. Eine Internet Bewertung stellt fest: „There is a very nice little park overlooking the Chateaugay river. It is a very nice place to have picnic, and you can get all the supplies that you need at the IGA supermarket in town.”
Lisas Liebe gehört Érik Le Blanc, man versteht das Verhältnis richtig als pubertäre Genieverbindung. - Als eine Allianz von Zukunftsinformationsträger*innen, in der Konspiration und Subversion gymnastische Funktionen haben.
Tochter und Vater misten ein Fledermausheim aus, in dem sich reiche Leute vor langer Zeit ruiniert haben. Damals gab es in der Gegend nur ein mit waldläuferischen Aktivitäten verknüpftes Saisongeschäft. Fast alles war vorübergehend, allein ein paar Häuser standen fest. Sie wurden nach einer „chinesischen Fiskaloffensive“ dem Verfall überlassen. Der besessene Renovierer Robert entdeckt einen Hohlraum, Lisa zwängt sich schmächtig in eine Enklave handgeschmiedeter Nägel. Porzellanisolatoren halten Kabel. Versteinerter Mäusekot hügelt auf Konsumartikel der John Glenn Ära. Jemand, der längst tot sein könnte, hat ein Life-Magazin aufgeschlagen liegengelassen. Irgendetwas unterbrach 1962 seine Lektüre eines Artikels mit dem Titel: „Die sechs Freiheitsgrade“.
In der Zwischenzeit verbüßt die Informationsbrigantin Jay eine Strafe in der Divison C der Bundespolizei als Datenanalystin für Wirtschaftsbetrug. Sie war Vertraute des mexikanischen Großverbrechers Horacio Guzman. Ihr Spezialgebiet ist die „geklonte Kreditkarte“. Zu ihrer Aufsicht bereit stehen Mahesh Chandratreya Gariépy und Laura Wissenberg aus der Abteilung „Grenzpolizeiliche Ermittlungen“. Mahesh sucht schon den Geistercontainer „Zulu Papa – PZIU 12002 7“.

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ralluss avatar

Rezension zu "Tarmac - Apokalypse für Anfänger" von Nicolas Dickner

Tarmac
rallusvor 4 Jahren

Tarmac (Quelle Wikipedia)
 "Der Unterdruck unter schnell fahrenden Fahrzeugen saugte den Staub und feine Sandpartikel aus der Oberfläche, was dazu führte, dass auch die gröberen Partikel ihre Verbindung verloren. Außerdem entstanden unangenehme Staubwolken. Man löste die Aufgabe der Staubfreimachung zunächst durch die Zugabe von Teer, wodurch so genannter teergebundener Makadam (engl. tarmac) entstand."

Hope Randall ist so ein schnell fahrendes Fahrzeug. Mit einem IQ von 195 ausgestattet und einer belastenden Familiengeschichte landet sie mit ihrer Mutter in Rivière-du-Loup. Sie ist 16 Jahre alt und alle Mitglieder ihrer Familie haben eines gemeinsam - sie sehen irgendwann im Laufe ihres Lebens das Datum des Weltunterganges. Dass dieser nie eintritt, irritiert erst und lässt sie dann auf immer andere Art und Weise zerbrechen, meistens bringen sie sich nach einer Phase der Verrücktheit um. Auch ihre Mutter verhält sich komisch, hortet Tonnen von Lebensmitteln, Bibeln und muss pharmazeutische Mittel nehmen. Eines Abends schnappt sie ihre Tochter, die meisten Lebensmittel und die Bibeln und fährt mit ihrem alterschwachen Lada Richtung Osten, bis dieser den Geist aufgibt. In dem kleinen Ort, wo beide sich häuslich niederlassen, trifft Hope Mickey, der wohl der Teer ist, das Bindeglied was ihr den Boden unter den Füßen wiedergibt.

 

Hinzu kommt, dass seine Eltern eine Zementfabrik besitzen, er somit auch eine Affinität zu Teer hat. Die Zementfabrik soll an die Kinder vererbt werden, Mickey möchte aber lieber Literaturwissenschaft studieren. In Hope findet er eine verwandte Seele. Beide zusammen bilden ein unschlagbares Team in der Schule, wobei Hope immer die interessantesten Themen und Gedanken findet:

"Ja, aber alle Maßeinheiten sind absurd. Egal, ob man Zeit mit einem herunterfallenden Wassertropfen misst, oder mit der Schwingdauer eines Cäsiumatoms. All das sind mehr oder weniger genaue Absurditäten. Der Rest ist kulturell."

Zwischen beiden entwickelt sich so etwas wie eine sanfte und zärtliche Freundschaft, sie kommen sich sehr nahe, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie ihre "Vision" hat. Sie kennt jetzt das Datum des Weltunterganges. Nachdem sie zufällig liest, dass jemand anders diese Vison auch hat, zieht sie alleine los um diesen Mann zu finden.

Nicolas Dickner hat ein Jugendbuch geschrieben, das regelrecht vor Ideen und Humor platzt, dessen Hauptheldin eloquent und stilsicher ihre Umgebung betrachtet. Die schönsten Stellen sind die philosophischen Gespräche zwischen Mickey und Hope - mit Beschreibungen voller witziger Metaphern. Die beiden Jugendlichen leben in einer eigenen Welt, die sie sich aufbauen. Sie verschwenden auf leichte und wunderbare Art ihre Jugend, doch so langsam dringt auch die Außenwelt, in Form des Golfkrieges und anderen Katastrophen, bei Ihnen ein.

Dies ist nicht nur ein Jugendbuch. Die unverstellte Sicht auf die Welt birgt so manche Gesellschaftskritik, die Erwachsenen sind weit weg, deren Taten verwunderlich. Dabei werden dem Leser einige (witzige) Weisheiten präsentiert:

"Die Uno-Inspektoren können sagen, was sie wollen, der Bungalow ist und bleibt die wichtigste Massenvernichtungswaffe, die im Kalten Krieg erfunden wurde."

Bungalows, die sich flächendeckend über freie Areale ausdehnen, deretwegen die Landschaft signifikant verändert wird. Eine doch logische Schlussfolgerung, doch wie auch bei diesem Vergleich, so kann einem beim Lesen mancher Lacher auch mal im Halse steckenbleiben.

Ein faszinierendes, witziges, philosophisches Jugendbuch.

 

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