Nach seinem Erfolg mit White Stuff, bekam der Schauspieler Antoine nur noch wenige Angebote. Sein Leben bestand aus Partys, Oberflächlichkeiten und falschen Freunden. Eines Tages erhält er von einem ehemaligen Klassenkameraden eine Einladung. Der ehemalige Kamerad ist nun selbst Lehrer und schaut mit seinen Schülern viele Filme an und diksutiert danach über die Motive und Themen. Antoine lässt sich darauf ein und lernt wieder das reale und unverkrampfte, das echten Leben kennen. Von seiner Freundin schon lange verlassen, kann er sich nicht auf eine neue Beziehung einlassen, bis er ein neues Angebot erhält. Die Schauspielkollegin ist heiß und Antoine ist mehr als interessiert an der Rolle und der Frau. Schnell lässt er sich wieder blenden und erinnert sich doch wieder an den Schulfreund und dessen Worte. Ein ehrliches Buch, ein Blick hinter die Kulissen und eine Selbstsuche. Genauso wie der Protagonist wert auf gute Sprache und Umgangsformen legt, so scheint es auch der Autor Nicolas Fargues zu halten, denn seine Sprache ist einfach wunderschön. Nach dem Debut >Nicht so schlimm< (Rowohlt Tachenbuch Euro 8,95), hat er sich nochmals gesteigert.
Nicolas Fargues
Lebenslauf
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Nicht so schlimm
Die Rolle meines Lebens
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Neue Rezensionen zu Nicolas Fargues
Er sitzt in einem kleinen italienischen Restaurant in Romanza und bekommt von einem Kellner eine Kart zugesteckt. Später wählt er die Nummer und eine Frauenstimme meldet sich. Der junge Franzose ist verwirrt, aber in seiner Ehe schon lange nicht mehr glücklich und so lässt er sich auf ein Treffen mit der Frau ein. Seine Frau und die Kinder scheinen so fern und vielleicht kann er wieder so etwas wie Glück spühren. Nicolas Fargues spricht uns Leser direkt an und so ist man uvermittelt Vertrauter und Freund zugleich und erfährt eine wunderschöne Liebesgeschichte über Nähe, Verlust und Veränderung.
"Indem die Weißen den Rassismus verteufeln, führen sie einen Kampf gegen sich selbst, nicht gegen den Rassismus." (S.82)
Inhalt: Wir folgen dem Schauspieler Antoine Mac Pola, der gerade durch den Film "White Stuff" eine Art von Semiprominenz erreicht hat. Im Verlaufe der Handlung nimmt er an einer Diskussion zum Thema Film in einem Lycee teil, versucht, seinen Liebeskummer zu bekämpfen, hat ein Vorsprechen in Anwesenheit der berühmten Alienor Champlain, von der er sofort fasziniert ist, und besucht seinen Vater, der einen Herzanfall erlitten hat, auf den Concordinen. All diese Ereignisse dienen ihm dazu, sich mit seiner Identität auseinander zu setzen.
Meinung: Mit französischen Romanen habe ich oftmals meine Schwierigkeiten. Mag es an der Übersetzung liegen oder an einem speziell französischen Stil, oft habe ich den Eindruck, dass sprachlich alles derartig holpert, dass ein vernünftiger Lesefluss nur unter erheblichen Anstrengungen meinerseits zustande kommen kann.
Der vorliegende Roman hat es mir sprachlich mal wieder nicht leicht gemacht. Sätze, die sich über halbe Seiten erstrecken, entsprechen nicht unbedingt meiner Vorstellung von effizientem Sprachgebrauch. Allerdings kam die überbordende Länge der Sätze dem Lesefluss zugute, der sich im Gegensatz zu anderen französischen Romanen erfreulicherweise bereits nach kurzer Zeit einstellte und auch wenig holprige Elemente enthielt. Zudem machte die Länge der Sätze inhaltlich Sinn, wird der Roman doch von exzessiven Monologen bzw. Selbstreflexionen getragen, die die Denkprozesse des Protagonisten Mac Pola widerspiegeln.
Thematisch ist die Geschichte durchaus interessant, weil sie in der Lage ist, Denkanstöße zu liefern - es geht um Rassismus, um die Schwierigkeiten zwischen zwei Welten aufzuwachsen und zu keiner wirklich zu gehören, um das menschliche Ego und seine Sucht nach Ruhm und Anerkennung und um die letztendliche Einsamkeit des Individuums. Die Figur des Schauspielers und Ich-Erzählers Mac Pola ist dabei zwar nicht sympathisch, aber komplex genug, um das Interesse des Lesers zu fesseln.
Ich habe den Roman mit Gewinn gelesen.
"Ich dachte mir, in Würde altern, das hieße vor allem, nicht zu sehr darunter zu leiden, dass man nicht mehr jung ist." (S.181)
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