Nicolas Fargues

 3 Sterne bei 49 Bewertungen
Autor von Nicht so schlimm, Die Rolle meines Lebens und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Nicolas Fargues wurde 1972 geboren und ist ein französischer Autor. Er wuchs in Kamerun, im Libanon und auf Korsika auf. Fargues studierte Literaturwissenschaft an der Sorbonne Universität. Er arbeitet seit 1998 als Schriftsteller, Herausgeber und Journalist. Fargues veröffentlichte 2006 seinen ersten Roman «Nicht so schlimm» wurde in seinem Heimatland von der Presse gefeiert, der Roman stand monatelang auf der französischen Bestsellerliste und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Er lebt mit seiner Familie in Paris.

Alle Bücher von Nicolas Fargues

Cover des Buches Nicht so schlimm (ISBN: 9783499245367)

Nicht so schlimm

(45)
Erschienen am 02.01.2009
Cover des Buches Die Rolle meines Lebens (ISBN: 9783499249556)

Die Rolle meines Lebens

(4)
Erschienen am 03.01.2011
Cover des Buches Tu verras (ISBN: 9782070448395)

Tu verras

(0)
Erschienen am 01.11.2012

Neue Rezensionen zu Nicolas Fargues

Cover des Buches Die Rolle meines Lebens (ISBN: 9783499249556)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "Die Rolle meines Lebens" von Nicolas Fargues

Tilman_Schneider
tolle Suche nach sich selbst

Nach seinem Erfolg mit White Stuff, bekam der Schauspieler Antoine nur noch wenige Angebote. Sein Leben bestand aus Partys, Oberflächlichkeiten und falschen Freunden. Eines Tages erhält er von einem ehemaligen Klassenkameraden eine Einladung. Der ehemalige Kamerad ist nun selbst Lehrer und schaut mit seinen Schülern viele Filme an und diksutiert danach über die Motive und Themen. Antoine lässt sich darauf ein und lernt wieder das reale und unverkrampfte, das echten Leben kennen. Von seiner Freundin schon lange verlassen, kann er sich nicht auf eine neue Beziehung einlassen, bis er ein neues Angebot erhält. Die Schauspielkollegin ist heiß und Antoine ist mehr als interessiert an der Rolle und der Frau. Schnell lässt er sich wieder blenden und erinnert sich doch wieder an den Schulfreund und dessen Worte. Ein ehrliches Buch, ein Blick hinter die Kulissen und eine Selbstsuche. Genauso wie der Protagonist wert auf gute Sprache und Umgangsformen legt, so scheint es auch der Autor Nicolas Fargues zu halten, denn seine Sprache ist einfach wunderschön. Nach dem Debut >Nicht so schlimm< (Rowohlt Tachenbuch Euro 8,95), hat er sich nochmals gesteigert.

Cover des Buches Nicht so schlimm (ISBN: 9783499245367)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "Nicht so schlimm" von Nicolas Fargues

Tilman_Schneider
eine wunderschöne Liebesgeschichte

Er sitzt in einem kleinen italienischen Restaurant in Romanza und bekommt von einem Kellner eine Kart zugesteckt. Später wählt er die Nummer und eine Frauenstimme meldet sich. Der junge Franzose ist verwirrt, aber in seiner Ehe schon lange nicht mehr glücklich und so lässt er sich auf ein Treffen mit der Frau ein. Seine Frau und die Kinder scheinen so fern und vielleicht kann er wieder so etwas wie Glück spühren. Nicolas Fargues spricht uns Leser direkt an und so ist man uvermittelt Vertrauter und Freund zugleich und erfährt eine wunderschöne Liebesgeschichte über Nähe, Verlust und Veränderung.

Cover des Buches Die Rolle meines Lebens (ISBN: 9783499249556)
Hamlets_Erbins avatar

Rezension zu "Die Rolle meines Lebens" von Nicolas Fargues

Hamlets_Erbin
Eine Identitätssuche

"Indem die Weißen den Rassismus verteufeln, führen sie einen Kampf gegen sich selbst, nicht gegen den Rassismus." (S.82)

Inhalt: Wir folgen dem Schauspieler Antoine Mac Pola, der gerade durch den Film "White Stuff" eine Art von Semiprominenz erreicht hat. Im Verlaufe der Handlung nimmt er an einer Diskussion zum Thema Film in einem Lycee teil, versucht, seinen Liebeskummer zu bekämpfen, hat ein Vorsprechen in Anwesenheit der berühmten Alienor Champlain, von der er sofort fasziniert ist, und besucht seinen Vater, der einen Herzanfall erlitten hat, auf den Concordinen. All diese Ereignisse dienen ihm dazu, sich mit seiner Identität auseinander zu setzen.

Meinung: Mit französischen Romanen habe ich oftmals meine Schwierigkeiten. Mag es an der Übersetzung liegen oder an einem speziell französischen Stil, oft habe ich den Eindruck, dass sprachlich alles derartig holpert, dass ein vernünftiger Lesefluss nur unter erheblichen Anstrengungen meinerseits zustande kommen kann. 
Der vorliegende Roman hat es mir sprachlich mal wieder nicht leicht gemacht. Sätze, die sich über halbe Seiten erstrecken, entsprechen nicht unbedingt meiner Vorstellung von effizientem Sprachgebrauch. Allerdings kam die überbordende Länge der Sätze dem Lesefluss zugute, der sich im Gegensatz zu anderen französischen Romanen erfreulicherweise bereits nach kurzer Zeit einstellte und auch wenig holprige Elemente enthielt. Zudem machte die Länge der Sätze inhaltlich Sinn, wird der Roman doch von exzessiven Monologen bzw. Selbstreflexionen getragen, die die Denkprozesse des Protagonisten Mac Pola widerspiegeln.
Thematisch ist die Geschichte durchaus interessant, weil sie in der Lage ist, Denkanstöße zu liefern - es geht um Rassismus, um die Schwierigkeiten zwischen zwei Welten aufzuwachsen und zu keiner wirklich zu gehören, um das menschliche Ego und seine Sucht nach Ruhm und Anerkennung und um die letztendliche Einsamkeit des Individuums. Die Figur des Schauspielers und Ich-Erzählers Mac Pola ist dabei zwar nicht sympathisch, aber komplex genug, um das Interesse des Lesers zu fesseln.
Ich habe den Roman mit Gewinn gelesen.

"Ich dachte mir, in Würde altern, das hieße vor allem, nicht zu sehr darunter zu leiden, dass man nicht mehr jung ist." (S.181)

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