Nicolas Fargues Die Rolle meines Lebens

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Inhaltsangabe zu „Die Rolle meines Lebens“ von Nicolas Fargues

«Splitternackt, ohne Haargel und Strom sind wir alle gleich.» Antoine ist Schauspieler und auf der Suche nach der Rolle seines Lebens, beruflich wie privat. Nach ersten Erfolgen muss er jedoch auch herbe Rückschläge einstecken. Als ihn seine Freundin verlässt und er sich von der Pariser Gesellschaft in die Außenseiterrolle gedrängt fühlt, rechnet er mit Frauen und Freunden ab. Antoine gibt das Enfant terrible - bis er bei einem Vorsprechen einer berühmten Schauspielerin begegnet und mit ihr eine Liebesgeschichte beginnt. «Intelligent und luzide. Ein schöner Roman!» Le Figaro

Eine Identitätssuche. Intelligent, leidenschaftlich und augenöffnend.

— Hamlets_Erbin
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    Die Rolle meines Lebens
    Hamlets_Erbin

    Hamlets_Erbin

    28. August 2016 um 18:35

    "Indem die Weißen den Rassismus verteufeln, führen sie einen Kampf gegen sich selbst, nicht gegen den Rassismus." (S.82) Inhalt: Wir folgen dem Schauspieler Antoine Mac Pola, der gerade durch den Film "White Stuff" eine Art von Semiprominenz erreicht hat. Im Verlaufe der Handlung nimmt er an einer Diskussion zum Thema Film in einem Lycee teil, versucht, seinen Liebeskummer zu bekämpfen, hat ein Vorsprechen in Anwesenheit der berühmten Alienor Champlain, von der er sofort fasziniert ist, und besucht seinen Vater, der einen Herzanfall erlitten hat, auf den Concordinen. All diese Ereignisse dienen ihm dazu, sich mit seiner Identität auseinander zu setzen. Meinung: Mit französischen Romanen habe ich oftmals meine Schwierigkeiten. Mag es an der Übersetzung liegen oder an einem speziell französischen Stil, oft habe ich den Eindruck, dass sprachlich alles derartig holpert, dass ein vernünftiger Lesefluss nur unter erheblichen Anstrengungen meinerseits zustande kommen kann. Der vorliegende Roman hat es mir sprachlich mal wieder nicht leicht gemacht. Sätze, die sich über halbe Seiten erstrecken, entsprechen nicht unbedingt meiner Vorstellung von effizientem Sprachgebrauch. Allerdings kam die überbordende Länge der Sätze dem Lesefluss zugute, der sich im Gegensatz zu anderen französischen Romanen erfreulicherweise bereits nach kurzer Zeit einstellte und auch wenig holprige Elemente enthielt. Zudem machte die Länge der Sätze inhaltlich Sinn, wird der Roman doch von exzessiven Monologen bzw. Selbstreflexionen getragen, die die Denkprozesse des Protagonisten Mac Pola widerspiegeln. Thematisch ist die Geschichte durchaus interessant, weil sie in der Lage ist, Denkanstöße zu liefern - es geht um Rassismus, um die Schwierigkeiten zwischen zwei Welten aufzuwachsen und zu keiner wirklich zu gehören, um das menschliche Ego und seine Sucht nach Ruhm und Anerkennung und um die letztendliche Einsamkeit des Individuums. Die Figur des Schauspielers und Ich-Erzählers Mac Pola ist dabei zwar nicht sympathisch, aber komplex genug, um das Interesse des Lesers zu fesseln. Ich habe den Roman mit Gewinn gelesen. "Ich dachte mir, in Würde altern, das hieße vor allem, nicht zu sehr darunter zu leiden, dass man nicht mehr jung ist." (S.181)

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  • Frage zu "Die Rolle meines Lebens" von Nicolas Fargues

    Die Rolle meines Lebens
    Ulli85

    Ulli85

    29. December 2010 um 10:25

    An alle lese(un)freudigen Männer: Lest "Die Rolle meines Lebens" von Nicolas Fargues"! Das hat mir meine Freundin geschenkt, und ich habe es echt genossen, obwohl ich ansonsten nicht der buchbesessendste Mann bin. Jetzt suche ich weitere Romane, die Männern auf jeden Fall Spaß machen, kann mir da jemand was empfehlen???

  • Rezension zu "Die Rolle meines Lebens" von Nicolas Fargues

    Die Rolle meines Lebens
    HeikeG

    HeikeG

    17. August 2009 um 12:59

    "Splitternackt, ohne Haargel und Strom sind wir alle gleich" . Nicht nur ein Schauspieler muss sie im Laufe seines Berufslebens möglichst überzeugend spielen, auch im wahren Leben ist das Hineinschlüpfen in eine Rolle unumgänglich. Dabei geht es nicht um signifikantes Verbiegen, sondern darum, den Kern seiner Persönlichkeit darzustellen. Das ist alles andere als leicht, denn auf verschiedensten Lebensgebieten gilt es, die eigene Identität zu finden, die dann summa summarum die eigene Gesamtidentität, d. h. das eigene Selbst ausmacht. . Antoine, der Protagonist und Ich-Erzähler in Nicolas Fargues' neuem Roman "Die Rolle meines Lebens" verkörpert dieses Rollensuchen gleich auf doppelte Art und Weise. Zum einen ist er Schauspieler und hat es gerade durch einen filmischen Überraschungserfolg, in dem er die Hauptrolle spielt, zu mittelmäßiger Bekanntheit, zum "halben Star" gebracht. Jedenfalls erkennt man ihn von Zeit zu Zeit auf der Straße, man lädt ihn in Frühstücksfernsehshows ein und alte Klassenkameraden wollen ihn als Berühmtheit ihrem näheren Umfeld vorstellen. So geschehen bei seinem ehemaligen Mitschüler Bernard Mélikian, seines Zeichens Lehrer, der Antoine zu einem Auftritt vor seiner Klasse bewegen möchte. Zum anderen jedoch sucht der narzisstische Frauenheld auch ganz explizit nach der eigenen Identität, die - und das wird im Laufe des Buches immer ersichtlicher - ihm offensichtlich ganz und gar abhanden gekommen ist bzw. die Antoine offensichtlich noch nie gefunden hat. Der "Möchtegern-Star" hat einen schwarzen Vater, der mit seiner Familie in der Karibik lebt. Antoine ist dessen uneheliches Kind mit einer blonden Französin. Die genetischen Einflüsse seines Vaters sind jedoch nicht zu übersehen. . Trotz der schmeichelhaften Rolle, die Fargues' Protagonist in der Öffentlichkeit und in seiner Familie spielt, kämpft jener mit Selbstzweifeln und hadert mit seiner französisch-karibischen Herkunft. Auch wenn sein ehemaliger Schulkamerad Mélikian "mit seiner krummen Haltung und seinen grau melierten Haaren", nicht so schön, nicht so groß und dessen Haut nicht so straff wie die seine ist, so hat dieser doch offensichtlich seinen Platz im Leben gefunden, was Antoine nach einem gemeinsamen Abendessen und dem darauffolgenden Tag bei dessen Schulklasse feststellt. . Offensichtlich hat der französische Autor zwei Aspekte seiner eigenen Biografie in diesem Roman verklausuliert, die ihm ganz mutmaßlich zu Schaffen machen. Denn auch Fargues hat diese Identitätssuche am eigenen Leib erfahren; er wuchs in Kamerun auf. In einem Interview erzählt der 37-jährige, der sich eher als Weltbürger, denn als Franzose sieht, dass dadurch die Frage des von Missverständnissen und Verdächtigungen geprägten Verhältnisses zwischen Schwarzen und Weißen ganz natürlich Eingang in seinen Roman fand. Sein Held Antoine fühlt sich verloren, nicht anerkannt von der feinen Pariser Gesellschaft. Zum karibischen Teil seiner Familie, die er im Laufe des Romans besucht, gehört er ebenfalls nicht dazu. Dort wird er als verwöhnter Weißer stigmatisiert. . "Die Rolle meines Lebens" erzählt von der Suche nach der eigenen Identität und wie man dabei die Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst und seiner Umwelt bewahren kann. Nicolas Fargues' Protagonist scheint dieses Rollenspiel, die Klaviatur des Lebens, noch nicht gekonnt zu spielen. Antoine erliegt der in der heutigen Gesellschaft immer mehr um sich greifenden, künstlichen und illusorischen Suche nach Berühmtheit. Der Autor wirft einen ironischen Blick auf die blinde Faszination für Ruhm und Startum. "Ich wollte zeigen, wie künstlich die Beziehung zwischen den Menschen sind und wie einsam man letztlich ist.", erzählt der Fargues. "Mein Buch ist ein Manifest der Einsamkeit." . Leider gelingt ihm die Umsetzung nicht schlüssig und vor allem nicht durchgängig. Trotz einiger durchaus lesenswerter Passagen ist das Buch in seiner Gesamtheit wenig konsistent. Seitenlange Monologe "ohne Punkt und Komma" und Antoines ständiges "Ich dachte" oder "Ich hätte" zeugen von einem sprachlich unambitionierten Werk. Fargues lässt seinen Protagonisten am Anfang des Romans sinnieren, "dass die wahre Vollendung von Coolness in einer gewandten Sprachbeherrschung liegt." Diese verweigert der Autor dem Leser jedoch selbst ein wenig.

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