Nicolas Mendrek

 3.3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Die verbotene Kammer, Deponia - Das Rollenspiel und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Nicolas Mendrek

Die verbotene Kammer

Die verbotene Kammer

 (3)
Erschienen am 01.07.2011
Legatin des Bösen

Legatin des Bösen

 (0)
Erschienen am 01.07.2015
Deponia - Das Rollenspiel

Deponia - Das Rollenspiel

 (0)
Erschienen am 01.09.2015

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Rezension zu "Die verbotene Kammer" von Nicolas Mendrek

Rezension zu "Die verbotene Kammer" von Patric Götz
Jerronvor 7 Jahren

Wer kennt nicht die folgende Situation: Eben schlendert man noch unschuldig durch die Gassen einer myranischen Stadt, und schon wird man von einem Unbekannten in ein merkwürdiges Gemäuer gezerrt. Dieser Fremde hält einen irrtümlicherweise für einen weltberühmten Meisterdieb, und da man dank eines magischen Banns oder Schließmechanismus oder was auch immer dieses Gebäude eh nicht so bald verlassen kann, schlägt man sich eben mit den dort vorhandenen Rätseln und Fallen usw, herum. Bei dem Gemäuer handelt es sich um eine Bibliothek, dessen Geheimnisse der Fremde zu erforschen gedenkt, weshalb er den vermeintlichen Meisterdieb engagiert hat. In der Verbotenen Kammer der Bibliothek soll eine Triopta verstaut sein, die ihrem Träger Wissen und Erkenntnis verheißt. Doch um die geheime Kammer zu erreichen, muss man natürlich erst diverse Rätsel lösen und Prüfungen bestehen, wobei man sich in einige Globulen begeben muss, in denen man Lektionen in gewissen Fachgebieten erhält. Ursprünglich war diese Bibliothek als Hort des Wissens und als Lehreinrichtung gedacht, doch irgendwer scheint die Örtlichkeit mit unangenehmen Fallen und mit einem Wachdämon aufgepimpt zu haben, damit das Wissen auch schön in der Bibliothek bleibt. Niemand hat bisher zur Verbotenen Kammer vordringen können, aber das wird sich natürlich nun ändern, denn jetzt sind ja Sie, der Soloabenteuer-Spieler auf der Bildfläche aufgetaucht...

DSA-Soloabenteuer verströmen einen herrlich altmodischen Charme, man fühlt sich nostalgisch um 20 Jahre zurückversetzt und wähnt sich in einem alten Point&Click-Adventure. Hier hangelt man sich nicht nur von einer Option gegen Ende eines jeden Abschnitts zum nächsten, sondern man findet unterwegs diverse Gegenstände, die man entweder miteinander oder mit Gegenständen innerhalb der Handlung kombinieren kann, wobei man die zugehörigen Zahlen miteinander addiert und so zum nächsten Abschnitt gelangt, wo man dann erfährt, ob diese Kombination irgendeinen Sinn gemacht hat oder nicht. Mitunter gibt es auch recht hübsch gelungene Illustrationen, in denen sich Hinweise zu Abschnitten, die des Rätsels lösung enthalten, verstecken. Römische Zahlen sollte man dafür allerdings lesen können. Durch den Rahmen des Soloabenteuers sind diese Rätsel allerdings nicht sonderlich knifflig, was wirklich schade ist, denn gewisse Szenarien sind wirklich liebevoll ausgearbeitet und wesentlich komplexer geplant, als es das Medium Soloabenteuer würdigen könnte. Im Gruppenabenteuer oder in einem Videospiel wäre das alles sicherlich wesentlich kopfzerbrechender.

Das Ganze nimmt sich sowieso keine Sekunde lang so richtig ernst, ist mit haufenweise Selbstironie gewürzt und artet vor allem in den drei bis vier Eastereggs, die man nur findet, wenn man wirklich alle Abschnitte liest, in äußerst flache Albernheiten aus. Da wollte wohl jemand unbedingt herausfinden, wie viele Prof. Dr. Dr. Dr. Heinz-Cameos und Doctor Who-Anspielungen man in einem Heft unterbringen kann, bis der Chefredakteur sagt "Es reicht!" ^^
Wenn man die ganzen Witze aber mal ausblendet, dann bekommt man aber in der Bibliothek und in den Globulen doch tatsächlich lehrreiche Einblicke in diverse Aspekte Myranors, sei es Geschichte, Astronomie, Götterwelt oder Völkerkunde vermittelt. Ja, in der Tat, das Abenteurr ist nicht nur albern!

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